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Staatsanwaltschaft der Ukraine leitete Verfahren gegen die Richter im Fall Sawtschenko ein

Die Arbeit der OSINT-Aufklärer von InformNapalm zur Identifikation und Erfassung von persönlichen Angaben zu Richtern und Anklägern im Prozess gegen Nadeschda Sawtschenko blieb nicht unbemerkt: Die Staatsanwaltschaft der Ukraine leitete Verfahren gegen russische Richter und Staatsanwälte ein, die am Urteil gegen die Ukrainerin mitgewirkt haben. Wir erinnern daran, dass am 13. März 2016 die Freiwilligen von InformNapalm eine Untersuchung bereitgestellt haben, in der anhand von Videos und Fotos aus dem Gerichtssaal Personen identifiziert worden waren, die sich an der Gerichtsfarce gegen Nadeschda Sawtschenko beteiligten.

Wie „Ukrainische Pravda“ [2] heute mitteilte, erklärte der Staatsanwalt Wladislaw Kuzenko auf dem Briefing in Kiew am 23. März Folgendes:

„Gestern sind ins einheitliche Register der vorgerichtlichen Untersuchungen zwei Strafverfahren eingetragen worden. Das erste ist nach dem Teil 2 des Artikels 375 des StGB der Ukraine eingeleitet worden, bezieht sich auf die Richter des Donezker Stadtgerichts Russlands und steht im Zusammenhang mit dem gesetzwidrigen Urteil gegen Sawtschenko“. 

Die Rede ist von drei Richtern des Donezker Stadtgerichts Russlands: Leonid Stepanenko, Ali Haibulajew und Ewgenija Tschernysch.

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„Das zweite Strafverfahren, das von unseren Kollegen gestern ins einheitliche Register der vorgerichtlichen Untersuchungen eingetragen worden ist, steht in Verbindung mit den Staatsanwälten der Russischen Föderation… Bei dem Verfahren geht es um den Teil 2 des Artikels 372 des StGB der Ukraine, also um illegale Heranziehung zur strafrechtlichen Verantwortung,“- sagte Kuzenko.

Dieses Verfahren bezieht sich auf Russlands Staatsanwälte Pawel Filiptschuk, Dmitry Junoschew und Wladislaw Kusnezow.

Auch teilte Kuzenko mit, dass die Staatsanwaltschaft der Ukraine internationale Ersuchen zur Aushändigung an die Staatsanwälte und Richter Russlands vorbereitet, die Nadeschda Sawtschenko zu 22 Jahren Haft verurteilt haben.

„Heute haben wie den Bescheid über die Verdachtslage erstellt. Wir bereiten auch internationale Ersuchen,- sagte Kuzenko: – Im Falle einer Ablehnung werden wir uns an Interpol wenden“.

Kuzenko erklärte, dass diese Schritte notwendig für die Durchführung der Prozedur einer Verurteilung in Abwesenheit sind.

InformNapalm [6]