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Syrien: Weitere Lügen des russischen Generalstabs entlarvt

Das internationale Freiwilligenteam InformNapalm hat das russische Verteidigungsministerium schon wieder bei einer Lüge ertappt. Im Video, das am 2. Dezember 2015 auf dem Youtube Kanal des russischen Verteidigungsministeriums unter dem Titel „Großtransport überquert einwandfrei die syrisch-türkische Grenze im Raum von Reyhanli“ veröffentlicht wurde, hat unser Team kein einziges überzeugendes Bild einer „einwandfreien Grenzüberquerung“ des KfZ-Transports finden können.

Das Einzige, was uns sofort ins Auge sprang, waren Bilder, die wir in diesem Material analysieren möchten.

Im Ergebnis der gemachten Arbeit wurde die geografische Stelle der Aufnahme dieses Videos gefunden. Nach Angaben der Ressource Wikimapia.org ist es der syrische Grenzkontrollpunkt Bab Al-Hawwa.

Wenn wir die Bilder des obengenannten Videos analysieren, sehen wir bei 00:00-00:03 deutlich, wie mehrere Fahrzeuge die Ausfahrt des syrischen Grenzkontrollpunktes durchfahren und sich weiter in Richtung Syrien bewegen. Koordinaten der Stelle: 36.226041, 36.699837.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Grenzkontrollpunkte eine Ein- und Ausfahrt haben, dazwischen ist ein Territorium, wo die Fahrzeuge angehalten und kontrolliert werden. Das Territorium dieses Grenzkontrollpunkts erstreckt sich auf 800 Meter.

Und eben dieses Territorium sehen wir nicht: Im Video kommt ein Schnitt, und weiter sehen wir von 00:03 bis 00:08 einen türkischen Grenzkontrollpunkt. Hier ist aber weder eine Ein- noch Ausfahrt zu sehen, wir sehen nur irgendwelche Fahrzeuge herumstehen.

Dann kommt im russischen Video wieder ein Schnitt, und bei 00:08-00:12 sehen wir andere Fahrzeuge, die gerade durch die Einfahrt desselben Grenzkontrollpunkts in Syrien durchfahren. Koordinaten der Stelle: 36.232480, 36.685395.

Auf den Google-Bildern sind die Tragstrukturen am Grenzkontrollpunkt ohne Dach. Die Bilder des russischen Verteidigungsministeriums entstammen einer wesentlich späteren Zeit und dieselben Tragstrukturen haben bereits ein Dach.

 

Unsere Hauptfrage an die „Regisseure“ aus dem russischen Verteidigungsministerium ist: Wo ist die erklärte „einwandfreie Grenzüberquerung der syrisch-türkischen Grenze“? Als einwandfrei kann man die Bewegung von Autokolonnen in mittlerer Geschwindigkeit, mindestens 40 km/h, bezeichnen, die zwei Grenzkontrollpunkte überqueren: den syrischen und den türkischen – ohne Halt.

Und so, im Video des russischen Verteidigungsministeriums, sehen wir erst die Ausfahrt und dann die Einfahrt des KfZ-Transports auf das Territorium des Grenzkontrollpunkts Bab Al-Hawwa, und dazu wird noch das Video vom türkischen Grenzkontrollpunkt mit stehenden Fahrzeugen serviert. Weder haben wir das Territorium des syrischen Grenzkontrollpunktes gesehen, noch wurde uns die Ein- und Ausfahrt an dem türkischen gezeigt.


Eine weitere Lüge der russischen Militärs hat Rustem Adagamow (ein sehr bekannter russischer Blogger) auf seiner FB-Seite entlarvt. Rustem schrieb, dass russische Militärs weiterhin über ihre „Heldentaten“ in Syrien lügen. Im Video des russischen Verteidigungsministeriums „Luftangriff auf ein Erdöllager im Raum von ath-Thaura“ verwandelte sich ein Getreidespeicher GSI in ein Öllager, wobei jedem klar ist, dass das Erdöl schwarzen Rauch beim Brennen hat, und keinen weißen. Die Vernichtung der zivilen Infrastruktur gilt nach internationalem Recht als ein Kriegsverbrechen, und wenn man nach den Fotos eines anderen Speichers desselben Systems urteilt, werden die Getreidespeicher zielgerichtet vernichtet, und gar nicht zufällig, resümiert Rustem.

Wir möchten daran erinnern, dass wir vorgestern noch eine Lüge des Generalstabs Russlands aufgedeckt haben. Russische Militärs operierten mit alten Google-Satellitenbildern und gaben sie für frische aus, siehe: „Spurenleser“ des russischen Generalstabs gaben einen Abstellplatz für einen IS-Umschlagplatz aus“.

Dieses Material wurde von Michail Kusnezow exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0

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