InformNapalm hat den „Sprengmeister aus Troja“ aufgespürt, der damit gedroht hatte, „Rostow niederzubrennen, falls Troja gestürmt wird“.
Eine anonyme Quelle meldete sich vor ein paar Wochen bei unserer Redaktion. Die Quelle stellte sich als ein Mitglied des Speznas-Trupps „Troja“ vor und übergab uns ein Ultimatum an GRU Russlands, in dem gedroht wurde, brandgefährliche Objekte im Rostower Gebiet im Falle einer Erstürmung von Stellungen des Speznas-Trupps „Troja“ zu sprengen.
Wir hatten mehrere Hypothesen zur Herkunft dieses Ultimatums aufgestellt.
Eine Version war es, dass InformNapalm seitens FSB Russlands reingelegt wurde, und uns der Text des Ultimatums zur Diskreditierung von „Troja“ und Legitimation zur Vernichtung dieses Trupps zugespielt wurde.
Nach einer genaueren Prüfung von Informationen, die in diesen Dokumenten enthalten waren, und der Bestätigung für die reale Existenz der dort aufgelisteten brandgefährlichen Objekte, kamen wir zu dem Schluss, dass zwischen den „Troja“-Kämpfern und den russischen Geheimdiensten tatsächlich eine Konfrontation vorliegt, und es sinnvoll ist, die Information zwecks weiterer Situationsbeobachtung publik zu machen. Falls die Kämpfer nämlich tatsächlich ernsthaft beabsichtigen, irgendwelche Objekte in Rostow als Gegenmassnahme zu Erstürmung ihres Trupps zu sprengen, ist es für uns folgerichtig, die entsprechenden Behörden vor den bevorstehenden Terrorakten zu warnen, wenn sie auch die Behörden eines feindlichen Staates sind – wir wollen keine Opfer unter der zivilen Bevölkerung des Rostower Gebiets sehen und halten es für richtig, Vorbeugungsmassnahmen zu treffen.
Die offene Frage über die Quelle der Angaben im „Troja“-Ultimatum liess die Aufklärer von InformNapalm aber nicht in Ruhe. Also machten wir uns an die Lösung dieses Rätsels dran.
Auf die Spur des eventuellen Aufwieglers des „Trojanischen Krieges“ gegen GRU Russlands sind wir dennoch unerwartet gekommen, als wir die Liste der Objekte analysierten, die in den Dateien angegeben waren, und in welchen wir eine gewisse Gesetzmässigkeit entdeckten. Wir haben all diese Adressen angefragt und herausgefunden, dass es die Angaben vom Katastrophenschutzministerium Russlands im Rostower Gebiet sind, die aber nicht öffentlich zugänglich sind, denn der direkte Link verwies auf die Webseite vom Katastrophenschutzministerium, wo dann die Meldung auftauchte: „Angeforderte Datei nicht gefunden“.
Da wir wussten, dass über 50% des Personalbestands der Bandenformation „Troja“ Staatsbürger Russlands sind, machten die Freiwilligen von InformNapalm sich daran, jene Mitglieder dieser Gruppierung zu suchen, die im Rostower Gebiet gewesen sind und hypothetisch einen Zugang zur Information über die brandgefährlichen Objekte haben könnten. Unsere Suche dauerte circa 2 Wochen, wir mussten um die 4000 Profile durchsuchen, sind aber auf die Spur eines Menschen herausgekommen, der mit hoher Wahrscheinlichkeit am „trojanischen“ Ultimatum mitgewirkt hatte.
Im Lauf der Analyse von seinem sozialen Netzwerk-Profil haben wir nicht nur Photos von seinem „Dienst“ in der Bandenformation „Troja“ entdeckt, sondern auch Photos von seinem ehemaligen Arbeitsplatz. Smirnow posiert sogar vor dem Hintergrund der brandgefährlichen Objekte, deren Adressen in den Dateien des Ultimatums angegeben sind.
Unbekannt ist, ob der trojanische Wladislaw Smirnow tatsächlich rechtzeitig im Rostower Gebiet gewesen war und die Objekte verminen konnte. Aber zum Zeitpunkt der Information über den Kampf in Oserjanowka (Abend des 29.01) war er online.
Die Freiwilligen von InformNapalm haben Archive vom Profil dieses Menschen erstellt und können bei Notwendigkeit zusätzliche Angaben aus seinem Profil bereitstellen. Dazu müssten sich die Vertreter vom FSB Russlands mit einer offiziellen Anfrage an InformNapalm (e-mail) wenden. Terrorismus in jeglicher Form muss gestoppt werden.
Diese Untersuchung wurde von InformNapalmTeam durchgeführt; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.
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