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Ukrainische Militärangehörige haben den Lauf der Manöver Combined Resolve X verändert

In Deutschland finden gerade die Manöver Combined Resolve X statt, bei denen ukrainische Militärangehörige gleich am ersten Tag den ganzen Manöverplan umgestürzt haben. Sie werden diese Informationen wohl kaum in deutschen Medien finden, aber die ukrainischen Fallschirmjäger aus Mykolajiw und die Panzer der 14. Brigade vollbringen gerade Wunder in Deutschland.

Ukrainische Militärangehörige beteiligen sich [1] zusammen mit dreizehn anderen Mitglieds- und Partnerstaaten der NATO an den internationalen Manövern Combined Resolve X. Gerade begann dort die aktive Phase der Manöver: Auf einem Truppenübungsplatz wurden die Länder in Teams aufgeteilt. Bewaffnet mit dem MILES-System machten sich die Teams an operative Aufgaben heran. Die Ukrainer agierten dabei so, wie sie es die letzten vier Jahre des russisch-ukrainischen Krieges eben gewohnt sind.

Die ukrainischen Militärangehörigen wurden dem internationalen Bataillon OpForce oder „Widerstandskräften“ zugeteilt [2], laut dem Manöverplan sollten sie Aufklärung durchführen und ein bestimmtes Territorium unter ihre Kontrolle nehmen. Übliche Aufgaben des OpForce sind die Schaffung von Hinterhalten, Angriffe und Widerstand gegenüber den Hauptkräften (die übrigens immer auch in der Überzahl sind). Als Gegner der Ukrainer traten hier die US-Militärangehörigen auf.

Aber die ukrainische taktische Kampfgruppe in Kompaniestärke hat nicht nur den „Kampf überlebt“, sondern ist sogar tief in den operativen Rücken des Gegners vorgedrungen und hat sich dort festgesetzt. Die Ukrainer haben dabei vier amerikanische M1-Abrams-Panzer, vier Schützenpanzer „Bradley“, zwei „Apache“-Hubschrauber, einige Hummer und 20 Infanteristen des Gegners „ins Abseits geschossen“.

Die ukrainischen „Verluste“ beliefen sich dabei auf einen BTR, zwei Panzer und 13 Militärangehörige. Der ukrainischen Abteilung ist es gelungen, zum Endpunkt ihrer Aufgabe durchzubrechen. Danach haben die Fallschirmjäger aus Mykolajiw die wichtigsten Kommunikationswege vermint und zusammen mit den Panzerfahrern einen Hinterhalt organisiert.

Somit hat die ukrainische Abteilung ihre Aufgabe überboten, was nach Bedingungen der Manöver bedeutet, dass am nächsten Tag die ukrainische taktische Kampfgruppe aktive Handlungen an der Stelle ansetzen wird, wo sie gestern aufgehört hat. Die anderen werden dabei gezwungen, ganz von Anfang anzufangen.

„Die Leitung der Manöver versucht nun krampfhaft, das Drehbuch der Manöver zu ändern – es ist ja kein Geheimnis, dass der Großteil der Manöver nach einem Drehbuch verläuft. Einzelne Elemente werden realistisch abgearbeitet, es gibt jedoch einen gemeinsamen Plan“, berichtet [3] der ehemalige Sprecher des ATO-Stabs Roman Turowez auf Facebook.

Die Leitung der Manöver hat Flexibilität bewiesen und beschloss, bei unseren Militärangehörigen, die vier Jahre lang aktiv ihre Heimat verteidigen, zu lernen.

Die Ergebnisse des ersten Tages hat der Kommandeur des zusammengesetzten internationalen Bataillons OpForce, ein US-Offizier, knapp zusammengefasst [4]: „Beim nächsten Mal sollten wir einfach nur Ukrainer einladen und sie bloß beobachten“.

Und hier ein wenig Insight von einem ukrainischen Teilnehmer der Manöver, warum so etwas passiert [5]:

„…verstehst du, für sie ist das alles ein Spiel… Und uns hat der Kommandeur die Aufgabe so gestellt: „Hier ist der Gegner. Wir gehen von hier rein – so, so und so. Zivilisten zur Seite, den Rest liquidieren wir“. Und das war’s: Der Schalter im Kopf legt um, und wir sind wieder im Krieg. Sie spielen hier Spiele, und wir kämpfen aber seit vier Jahren…“


[6]Dieses Material wurde von Irina Schlegel  [7]für InformNapalmDeutsch  [8]vorbereitet.

Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein aktiver Link zu unserer Ressource erforderlich ( Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 [9] )

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

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