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„Wintores“ im Dienste der russischen Bandenformationen vom Donbass

Einleitung

WSS (Spezial-Scharfschützengewehr Wintores) — schallgedämpftes Scharfschützengewehr für Speznas-Einheiten. GRAU-Index – 6P29. Entwickelt in den 1980er Jahren von Tsniitotschmash in der Stadt Klimowsk unter der Leitung von Pjotr Serdjukow. Der Bezeichnung „Wintores“ blieb nach seiner Verwendung in den Konstruktionsunterlagen in Gebrauch. Das neue Gewehr bestand die Vorversuche, 1985 jedoch wurden Forderungen für ein schallgedämpftes Sturmgewehr genehmigt, wonach er in der Lage sein sollte, Gegner in 6B2-Schutzwesten auf einer Entfernung von 400 Metern zu treffen. In diesem Zusammenhang sind die Konstrukteure zu dem Schluss gekommen, dass die Patrone RG037 sich als ineffektiv für zukünftige persönliche Schutzausrüstung im Kampf mit dem Gegner herausstellen könnte, deshalb wurden weitere Arbeiten an dem Projekt gestoppt und das Scharfschützengewehr vollständig für die schon bald entwickelte Patrone 9×39 mm (SP-5, SP-6 und PAB-9) umgerüstet.

In die Bewaffnung des KGB und GRU wurde diese Waffe 1987 aufgenommen. Derzeit ist es bei den Speznas-Einheiten der Luftlandetruppen, FSB, GRU und dem russischen Innenministerium im Einsatz. Das Gewehr gehörte zur Bewaffnung von Speznas-Einheiten des weißrussischen KGB, doch aufgrund von fehlender eigener Herstellung von Patronen der Typen SP-5, SP-6 und der Aussicht auf ihre Lieferung, wurde es in andere Schusswaffenmodelle eingetauscht. Die Ukraine wurde niemals mit dem besagten Gewehr und der dazugehörigen Munition beliefert.

Episode I

Am 16. Mai wurden russische Militärangehörige der 3. selbständigen Speznas-Brigade GRU des Generalstabs der Russischen Föderation (Militäreinheit Nr. 21208, Toljatti, Russland) Sergeant A. Alexandrow und Hauptmann J. Jerofejew in der Zone der andauernden Antiterroroperation nahe der Stadt Schtschastja gefangengenommen.  Infolge der Kämpfe ist ein ukrainischer Soldat getötet worden, drei wurden verletzt. Einer der Gefangenen wurde am Arm verletzt (Hauptmann Jerofejew), der andere am Bein (Sergeant Alexandrow). Die Gefangenen wurden nach Kiew, ins klinische Haupthospital des Verteidigungsministeriums überführt. Am 29. Mai wurden sie planmäßig operiert. Am 19. Mai haben ukrainische Ermittler den Festgenommenen die Anklagen für die Verübung von Straftaten nach Artikel 258-3 des Strafgesetzbuches der Ukraine im Zusammenhang mit der Beteiligung an der terroristischen Tätigkeit der LVR verlesen. Am 18. Mai 2015 wurden auf der Pressekonferenz des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte das Gewehr WSS „Wintores“ ohne das Zielfernrohr PSO-1-1 und Munition vom Kaliber 9×39 SP-5 gezeigt, die Hauptmann Jerofejew während seiner Gefangennahme abgenommen wurden.

Episode II

Anatoly Agejew – Kämpfer der terroristischen Organisation „LVR“ (Profil und Fotoalbum im Archiv), geboren am 14.12.1991, die Heimatstadt ist Grosny, hat an der Universität für Kooperation, Wirtschaft und Recht von Belgorod (ehemalige Universität für Konsumgenossenschaften von Belgorod) studiert. Seinen aktiven Wehrdienst leistete er in der Militäreinheit Nr. 3703 der Innentruppen des russischen Innenministeriums 2009-2010 ab, den Vertragsdienst ab 2010 in der Region Krasnodar in der Stadt Labinsk im Truppenteil 3219, 451. Regiment für operative Bestimmungen der inneren Truppen des russischen Innenministeriums. Am 8. September 2014 hat er in seinem Album eine Aufnahme von drei Gewehren des Typs WSS „Wintores“ veröffentlicht. Den Geotags nach wurde das Foto im Dorf Chrjaschtschiwka (Krasnodon-Bezirk, Luhansker Gebiet) aufgenommen.

Da Agejew ein Maschinengewehrschütze ist (die Schlussfolgerung wurde aufgrund der Analyse seines gesamten Fotoalbums gezogen), wurde ihm das Gewehr nur für die Aufnahme zum Halten gegeben. Vermutlich posieren zusammen mit ihm russische Berufssoldaten, welchen diese Gewehre auch gehören. Ein weiteres Foto von Agejew mit dem „Wintores“:

Episode III

Evgeny Rachmatullin, lebt in Krasnodon des Luhansker Gebiets (Profil und Fotoalbum im Archiv), Kämpfer der terroristischen Organisation „LVR“. Am 2. September 2014 hat er in seinem Fotoalbum eine Aufnahme mit dem Gewehr WSS „Wintores“ veröffentlicht. Da Agejew bei Rachmatullin als Freund gelistet ist und die Fotos der beiden im selben Zeitraum hochgeladen und vor einem ähnlichen Hintergrund aufgenommen wurden, kann behauptet werden, dass sie an einem Ort gemacht wurden.

Episode IV. Munition

Im Sommer 2014 ist die russische „Militärhandelsorganisation“ in vollem Umfang angelaufen und in den Donbass sind Ströme an Technik, Waffen und Munition geflossen, darunter auch die Munitionsausstattung für den WSS „Wintores“. Im Juli, nach der Befreiung der Stadt Slowjansk durch ukrainische Soldaten, wurde im Video des „5. Kanals“ unter verschiedener erbeuteter Munition von den Girkins eine Verpackung der Patronen SP-6 (Scharfschützen-Patronen mit erhöhter Durchschlagskraft) vom Kaliber 9×39 für die Waffenmodelle AS „Wal“ und „Wintores“ gezeigt.

Die Charge, das Jahr und der Hersteller sind auf der aus Holz gefertigten Kiste in Form des Codes M46-07-539 gekennzeichnet. M46 ist die Charge der Patronen, 07 ist das Baujahr, also 2007 und 539 ist der Herstellercode der Munitionsfabrik von Tula. Darüber, dass in der Munitionsfabrik von Tula SP-6-Patronen hergestellt werden, kann man sich hier vergewissern (Archiv). Der Vollständigkeit halber beachtet unsere Untersuchung „Spezialisten decken Angaben über Munition auf, die Russland an Terroristen in den Donbass lieferte“ (engl.).

Bonus

Der unbekannte „hybride Bergarbeiter“ posiert vermutlich irgendwo bei Ilowajsk im Donezker Gebiet in der zweiten Augusthälfte 2014 mit den Gewehren WSS „Wintores“ und ASWK (großkalibriges Scharfschützengewehr der Armee).


Wir erinnern, dass man sich unter folgenden Links http://bit.ly/RussianPresence (in 12 Sprachen) und http://bit.ly/RussianPresence/DE (auf Deutsch) mit der Datenbank der Untersuchungen von InformNapalm bekanntmachen kann, die die Beteiligung von mehr als 60 Truppenverbänden der russischen Streitkräfte an den Kampfhandlungen in der Ukraine belegen.

Dieses Material wurde von Michail Kusnezow exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Kateryna Matey. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0

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