{"id":1806,"date":"2014-12-18T18:27:41","date_gmt":"2014-12-18T18:27:41","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=1806"},"modified":"2019-01-09T21:56:07","modified_gmt":"2019-01-09T21:56:07","slug":"operation-clockwork-orange-wie-der-krieg-gegen-die-ukraine-schon-2008-russland-besprochen-wurde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/operation-clockwork-orange-wie-der-krieg-gegen-die-ukraine-schon-2008-russland-besprochen-wurde\/","title":{"rendered":"Operation &#8222;Clockwork Orange&#8220;: Wie der Krieg gegen die Ukraine schon 2008 in Russland besprochen wurde"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\" align=\"LEFT\"><em>Dies ist ein Artikel, erschienen auf der russischen Website russ.ru am <strong>21. April 2008 (!).<\/strong>\u00a0 Dar\u00fcber hat <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/andrej-illarionow-auftritt-im-eu-parlament-19-11-2014\/\">Illarionow in seiner Rede vor dem EU-Parlament am 19. November 2014<\/a> gesprochen. Wir haben beschlossen, den Artikel zu \u00fcbersetzen, um dem breiten Publikum verst\u00e4ndlich zu machen, wie lange sich die Kremlregierung schon auf einen Krieg gegen die Ukraine vorbereitet hat. Die Ideen in diesem Artikel, zum Beispiel was die Krim angeht, wurden im Fr\u00fchling dieses Jahres fast eins zu eins\u00a0verwirklicht, faktisch sechs Jahre nach seiner Ver\u00f6ffentlichung&#8230; Bemerkenswert ist auch, WIEVIELE Artikel und B\u00fccher \u00fcber den Krieg gegen die Ukraine in den letzten Jahren in Russland herausgegeben wurden. Dies ist nur ein sehr &#8222;gutes&#8220; Beispiel der\u00a0imperialistischen\u00a0Pl\u00e4ne Russlands. Zwischen dem ukrainischen und dem russischen Volk wurde zweckgebunden jahrelang ein Keil getrieben. \u00a0Manche Zeilen, die uns besonders &#8222;beeindruckt&#8220; haben, haben wir fett hervorgehoben. Schlussfolgerungen kann ja jeder Leser selbst ziehen.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h2 class=\"western\" style=\"text-align: center\" align=\"LEFT\"><em><strong>Igor Dzhadan: &#8222;Willst Du Frieden?&#8220;<\/strong><\/em><\/h2>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><em><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/angriff.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-1528 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/angriff.jpg\" alt=\"angriff\" width=\"300\" height=\"197\" \/><\/a>Der altbekannte Ausdruck &#8222;Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor!&#8220; ist l\u00e4ngst veraltet und entspricht nicht mehr der Tiefe der menschlichen Erfahrung und unseres Verst\u00e4ndnisses der Situation. Denn sofern der Zustand des \u201eFriedens\u201c nur als Abwesenheit von Krieg \u201ebegriffen\u201c und widergespiegelt werden kann, ist ein Frieden ohne Krieg nicht m\u00f6glich. Daher kann man den ersten Teil dieses Ausdrucks getrost weglassen und den zweiten &#8211; \u201ebereite den Krieg vor\u201c &#8211; stehen lassen und \u201eden Frieden ebenso!\u201c hinzuf\u00fcgen. Die Gesellschaft muss zu allem bereit sein und wie dem Krieg so auch dem Frieden tapfer entgegenkommen. F\u00fcr jemanden k\u00f6nnte dieser R\u00fcckschluss zu mutig und zu philosophisch f\u00fcr einen gew\u00f6hnlichen Artikel im Internet erscheinen. Doch man sage was man wolle, in der russischen Gesellschaft hat der politische Journalismus die gesellschaftliche Stellung eingenommen, die bei den alten Griechen der Philosophie zugeordnet wurde.<\/em><\/span><\/span><\/p>\n<p>Die Aufruhr und der Tumult, ausgel\u00f6st durch eine Reihe von Aufdeckungen und Erkl\u00e4rungen von Russlands F\u00fchrungskr\u00e4ften bez\u00fcglich des Schicksals der Ukraine im Falle des weiteren Hineinziehens des Landes in die NATO zeigen, dass der Kreml auf dem richtigen Weg ist. Eine der Reaktionen darauf &#8211; zur Erinnerung \u2013 war die Aussage des ehemaligen Au\u00dfenministers und zugleich Leiters der ber\u00fcchtigten \u201eVolksbewegung der Ukraine\u201c (ukr. &#8222;\u0420\u0443\u0445&#8220;\/&#8220;Ruch&#8220;) Tarasiuk, der einen Vorschlag unterbreitete, Gebietsanspr\u00fcche an Russland zu stellen. Welch ein Gl\u00fccksfall, jetzt muss Russland nicht einmal den \u201eCasus Belli\u201c ersinnen!<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich ist es bereits unm\u00f6glich, die Russen mit versp\u00e4teten Verweisen auf das \u201eV\u00f6lkerrecht\u201c und darauf, dass \u201edie Ukraine sich als souver\u00e4ner Staat frei entscheiden kann, in welche B\u00fcndnisse sie eintritt\u201c zu t\u00e4uschen. Die G\u00fcltigkeit dieser Spr\u00fcche geh\u00f6rt der Vergangenheit an, der Welt vor Kosovo, vor Irak.\u00a0Die russophoben Kr\u00e4fte \u2013 nach der \u00dcbernahme der Kontrolle \u00fcber das Land \u2013 leiten nach Erhalt des \u201eNATO-Schirms&#8220;\u00a0zwangsl\u00e4ufig die n\u00e4chsten Schritte gegen die schweigsame russische Mehrheit des Landes ein. Denn wenn die Ukraine der NATO angeh\u00f6ren sollte, wird der m\u00f6gliche Preis f\u00fcr eine Intervention Russlands bedeutend gr\u00f6\u00dfer. Dementsprechend wird die kalkulierte Wahrscheinlichkeit der Einmischung Moskaus in die Unterst\u00fctzung des russischen Bev\u00f6lkerungsanteils sinken und die \u00dcberzeugung der \u201eOrangenen\u201c in ihrer Straffreiheit steigen. Ethnische S\u00e4uberungen an Russen in der Ukraine werden unaufhaltsam ab dem Moment, wenn die Orangenen versp\u00fcren, dass der Westen an den entsprechenden Artikel des Atlantischen Abkommens gebunden ist, der die automatische Intervention auf der Seite des NATO-Mitglieds erfordert.<\/p>\n<p>Die ukrainische Gesellschaft wird seit Langem auf derartige S\u00e4uberungen vorbereitet. Somit kann es sein, dass in der entstandenen Situation die pr\u00e4ventive Intervention nicht nur effektiver sein wird, sondern auch viel g\u00fcnstiger.<\/p>\n<p>Doch in einer derartig wichtigen Frage wie der Mitgestaltung der Geschichte, schadet eine gewisse Skepsis nicht. Besitzt denn Russland die notwendigen Instrumente f\u00fcr eine Einmischung, um den Beitritt der Ukraine in die NATO zu verhindern oder um zumindest den Teil der historischen Rus, in dem die der russischen Kultur und der russischen Geschichte treu gebliebene Mehrheit lebt, am Eintritt unter die NATO-Bajonette zu hindern? Fragen kommen in erster Linie um das Potenzial der russischen Streitkr\u00e4fte auf, um die F\u00e4higkeit, deren Befehlsgewalt einen im Fall der F\u00e4lle ben\u00f6tigten Einsatz zu planen und ihn ins Leben zu rufen. Was k\u00f6nnte denn \u00fcberhaupt ein Einsatz f\u00fcr die Befreiung der Ukraine darstellen und wie stehen die Chancen auf seinen Erfolg?<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnte es einige Varianten geben. Abh\u00e4ngig von der Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen kann das Szenario einer milit\u00e4rischen Intervention drei grunds\u00e4tzliche Wege gehen. Bei einer eher beschr\u00e4nken Variante k\u00f6nnten die russischen Streitkr\u00e4fte nur die Krim-Halbinsel besetzen. Solch ein Szenario ist wahrscheinlich, wenn die ukrainische F\u00fchrung weiterhin den Teil des \u201eFreundschaftsvertrages\u201c missachtet, der die Stationierung der Schwarzmeer-Flotte regelt. In diesem Fall f\u00fchrt Russland, mit der Erkl\u00e4rung \u00fcber die Notwendigkeit die Bewachung seiner Objekte zu verst\u00e4rken, <strong>eine Landoperation zur Einnahme von Schl\u00fcsselelementen der Infrastruktur der Krim \u2013 Flugh\u00e4fen, H\u00e4fen, Stra\u00dfenknotenpunkte &#8211; durch Marinestreitkr\u00e4fte durch.<\/strong> Die ukrainischen Einheiten auf der Krim sind keinem direkten Angriff ausgesetzt, vorausgesetzt sie leisten keinen Widerstand. Durch das Z\u00f6gern der Kyjiwer F\u00fchrung ist ein ernstzunehmender Widerstand bei diesem Szenario ausgeschlossen. Die einzigen Landstreitkr\u00e4fte, deren Widerstand zu erwarten ist, sind das ukrainische separate Elite-Bataillon der Marinesoldaten des ukrainischen K\u00fcstenschutzes, stationiert in Feodossija. Hierauf beschr\u00e4nken sich im \u00dcbrigen auch die Kr\u00e4fte der Marineinfanterie dieses Staates. Ebenso sind einzelne Feuergefechte auf dem Meer und ein vereinzelter Beschuss russischer Milit\u00e4rflugzeuge m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Kyjiw wird auch sein Milit\u00e4r f\u00fcr die \u201eBefreiung\u201c der Halbinsel nicht einsetzen und damit die \u00fcbrigen Richtungen freilegen. Denn auf der Krim hat die Kyjiwer Regierung nie die geringste Unterst\u00fctzung genossen und hielt sich stets nur mit nackter administrativer Macht. Die Krim ist f\u00fcr die Ukraine eher ein Kopfschmerz, dessen sich die \u201eOrangenen\u201c vielmehr entledigen w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie dies doch nur ohne Gesichtsverlust und parallel dazu mit der St\u00e4rkung der Kontrolle \u00fcber den Rest der Ukraine durchf\u00fchren. In diesem Fall wird der Konflikt rasch von dem milit\u00e4rischen Stadium ins Stadium des politischen Kampfes auf internationaler B\u00fchne \u00fcbergehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Fol<\/span>glich ist eine positive Reaktion der russischen Mehrheit zur Autonomie der Krim absolut vorhersehbar, ebenso wie eine rasche Umorientierung der lokalen Elite, der die \u201eorangene\u201c Regierung in Kyjiw in keinster Weise die Stirn bieten k\u00f6nnte. Falls Russland seine Truppen nicht aus irgendwelchen politischen Gr\u00fcnden zur\u00fcckbeordert und sich Moskau zu einem gegebenen Zeitpunkt aus Sicht der politischen Logik zu solch einem Schritt entscheiden sollte, ist ein Referendum \u00fcber die Unabh\u00e4ngigkeit der Republik Krim und sp\u00e4teren \u2013 wahrscheinlich in einigen Jahren \u2013 Bildung eines B\u00fcndnisses zwischen der Krim und Russland oder gar ein Beitritt zur Russischen F\u00f6deration durchaus m\u00f6glich.<\/p>\n<h2><b>Die wei\u00df-blaue Rus<\/b><\/h2>\n<p>Im Falle einer breiteren Variante wird der gesamte S\u00fcdosten der Ukraine <strong>zur Interventionszone, einschlie\u00dflich der Krim, der an das Schwarze Meer angrenzenden Gebiete (Noworossija), des Donbas, Charkiws und Dnipropetrowsks.<\/strong> Das sind die sogenannten \u201ewei\u00df-blauen\u201c, russischsprachigen Gebiete, deren Bev\u00f6lkerung standhaft gegen russophobe Parteien stimmen. Bei einem Teil der Bev\u00f6lkerung ist die ethnische Selbstidentifizierung hier nicht endg\u00fcltig ausgepr\u00e4gt, doch faktisch ist die gesamte Bev\u00f6lkerung ausnahmslos positive gegen\u00fcber Russland gestimmt. Eben da ist der Hauptteil der ukrainischen Industrie konzentriert, eng verbunden mit der russischen Industrie, insbesondere im Bereich des milit\u00e4risch-industriellen Komplexes: die gesamte ukrainische Raketenfertigung, Fabrikanlagen f\u00fcr den Turbinenbau f\u00fcr Atomkraftwerke, Schiffe und die Luftfahrt.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die Anbindung dieser Territorien\u00a0durch Russland als freundschaftliches staatliches Gebilde oder sogar mittels unmittelbaren Beitritts in die Russische F\u00f6deration k\u00f6nnte eine Reihe von Vorteilen haben.\u00a0Zum einen, wie bereits erw\u00e4hnt, eine freundliche, kulturell wie auch genetisch russische, auf historisch russischen Territorien lebende Bev\u00f6lkerung. Mit diesem Bev\u00f6lkerungsteil sind Probleme bez\u00fcglich der kulturellen oder der religi\u00f6sen Inkompatibilit\u00e4t ausgeschlossen, die man sich im Falle eines Anschlusses von beispielsweise Abchasiens vorstellen k\u00f6nnte.\u00a0Dieser Teil der Bev\u00f6lkerung hat keine standhafte Identit\u00e4t, au\u00dfer die der russischen, und im Falle der Wiedervereinigung mit Russland wird es in ihm vollst\u00e4ndig aufgehen.<\/p>\n<p>Zum anderen der hohe Bildungsstand des S\u00fcdostens der Ukraine, seine F\u00e4higkeit und sein Begehren, sich in die von Russland zu erschaffende Gruppen neuer Wirtschaftsart zu integrieren. Auch bringen die Arbeitskr\u00e4fte des S\u00fcdostens der Ukraine traditionell eine hohe Flexibilit\u00e4t mit<span style=\"color: #000000\">,\u00a0<\/span>da die Bev\u00f6lkerung selbst aus Migranten aus verschiedenen Gegenden Russlands besteht. Der Anschluss in der einen oder der anderen Art und Weise von zus\u00e4tzlichen 15-20 Millionen ethnischen Russen zum russischen zivilisatorischen Projekt wird die St\u00e4rkung des Kerns der russischen Zivilisation erlauben. Dies w\u00fcrde in genereller Hinsicht die Forderungen der \u201eRussischen Welt\u201c auf sein Selbst st\u00e4rken, da eines der wesentlichen Gegenargumente die begrenzten demographischen Ressourcen sind. Der Zusammenschluss dieser Ressourcen in einer Faust, wenn auch nicht in einem Staat, dann doch in einem br\u00fcderlichen B\u00fcndnis, w\u00fcrde Russlands Status erheblich st\u00e4rken. Wirft man einen Blick auf die Angelsachsen, kann man sich leicht vorstellen inwiefern die Lage f\u00fcr die USA in der Welt schwieriger w\u00e4re, w\u00fcrde dieses Land sich nicht der praktisch garantierten Zusammenarbeit mit L\u00e4ndern wie Gro\u00dfbritannien, Kanada und Australien erfreuen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">\u00dcbrigens, im Gegensatz zu der eher beschr\u00e4nkten Variante, wird hier auch der Widerstand der ukrainischen Russophoben erbitterter ausfallen. Denn die \u201eorangene\u201c Ukraine wird in diesem Fall ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte ihres Territoriums und ihrer Bev\u00f6lkerung, zwei Drittel ihrer Industrie und den Seezugang verlieren. Sollten sich die Kyjiwer Eliten im Heute dar\u00fcber in Illusionen w\u00e4gen, dass die Ukraine in Europa in Zukunft die Rolle eines des gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Spielers beanspruchen k\u00f6nnte, dann werden diese Ambitionen im Falle des Verlustes der russischsprachigen Gebiete keinerlei, nicht einmal die fantasievollsten Grundlagen hierf\u00fcr haben.<\/p>\n<p>Auf diesem Gebiet findet sich ein betr\u00e4chtliches Potenzial der ukrainischen Armee, die Gesamtst\u00e4rke der Bodentruppen umfasst bis zu 80.000 Mann.\u00a0<i>Russischen Einheiten und Verb\u00e4nden russischsprachiger Miliz k\u00f6nnten im gegebenen Fall drei Panzerbrigaden gegen\u00fcberstehen, eine davon ist bei Charkiw stationiert und die anderen k\u00f6nnten aus den Regionen Tschernihiw und Krywyj Rih vorger\u00fcckt werden.\u00a0<\/i>Unter Ber\u00fccksichtigung der Angst vor dem Vorr\u00fccken nach Kyjiw, wird die ukrainische Armee h\u00f6chstwahrscheinlich nicht in der Lage sein, dem russischen Angriff mehr als f\u00fcnf mechanisierte Brigaden\u00a0entgegen zu stellen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Dasselbe Schicksal werden auch die ukrainischen Luftsturmeinheiten erleiden: Anstatt sie in Kampfhandlungen einzusetzen, werden sie zur Hauptstadt zusammengezogen. Die Rede ist von der 25. separaten Luftlandebrigade (Dnipro), der 95. separaten Luftsturmbrigade (Schytomyr) und dem 80. separaten Luftsturmregiment (Lwiw). Die 79. separate Luftsturmbrigade (Mykolajiw) wird es nicht rechtzeitig schaffen, den R\u00fcckzug anzutreten und wird am eigenen Truppenstandort umzingelt werden. Drei Regimenter der ukrainischen Armeefliegerkr\u00e4fte werden den Aktionen der 16. Luftflotte der russischen Luftstreitkr\u00e4fte (Kubinka), sowie den Angriffsgruppierungen als Verst\u00e4rkung zugeteilten 5. (Ural) und 6. (Seweromorsk) separaten Jagdgeschwadern der russischen Luftstreitkr\u00e4fte und Luftabwehr keinen ernstzunehmenden Widerstand\u00a0leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Operation k\u00f6nnte mit der Zerschlagung der ukrainischen Flotte durch Luftangriffe und Seezielflugk\u00f6rper und der Besatzung seiner St\u00fctzpunkte\u00a0durch das 810. separate Regiment, das 882. separate Luftlande-Sturmbataillon und das 382. separate Marineinfanterie-Bataillon der Schwarzmeer-Flotte mit Unterst\u00fctzung der \u00fcber den Luftweg verlegten vier Regimenter der Pazifischen Flotte der 55. Marineinfanterie-Division (Wladiwostok) in Odessa, Otschakiw, Tschernomorsk, Nowooserne, Mykolajiw, Jewpatorija und Feodossija beginnen. F\u00fcr den Ausbau des Erfolgs der Luftlandeeinheiten w\u00e4re es vern\u00fcnftig, das separate Panzerbataillon der Marineinfanterie der Schwarzmeer-Flotte von Noworossijsk an das Aufmarschgebiet Odessa zu verlegen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Allerdings ist es unm\u00f6glich, eine derartige Operation auf das Aussetzen von Luft- und Marinelandungseinheiten zu begrenzen. Russland k\u00f6nnte die Kr\u00e4fte der Luftlandetruppen und die Marineinfanterie zur Operation hinzuziehen. Doch sollten die ukrainischen motorisierten Milit\u00e4reinheiten und Panzereinheiten aus welchen Gr\u00fcnden auch immer Widerstand leisten, k\u00f6nnte die Operation sich \u00fcberm\u00e4\u00dfig in die L\u00e4nge ziehen. Deshalb w\u00e4re es logischer, wenn die Handlungen der Landungstruppen auf der ersten Etappe mit dem Zugriff auf die Dnipro-M\u00fcndung durch einen Schlag von schweren Einheiten von Bodentruppen und Panzer-Divisionen in Richtung der K\u00fcste und nach der Forcierung des Flusses durch einen Teil der verf\u00fcgbaren Kr\u00e4fte mit der Trennung der ukrainischen 79. separaten Luftsturmbrigade von der n\u00f6rdlich stationierten ukrainischen Bodenformation im Gebiet von Krywyj Rih und Bila Zerkwa unterst\u00fctzt werden. Das endg\u00fcltige Ziel der motorisierten Milit\u00e4reinheiten und den Panzereinheiten ist der Einmarsch bis hin zu den Grenzen von Transnistrien bei Perwomajsk.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das rasche Vorankommen und geringe Verlustzahlen k\u00f6nnte hier<strong> eine effektive Aufkl\u00e4rung gew\u00e4hrleisten,<\/strong> die auf Wunsch &#8211; angesichts des freundschaftlichen Charakters der lokalen Bev\u00f6lkerung &#8211; nicht schwer zu organisieren w\u00e4re. Eine zu aktive Verlegung von ukrainischen Einheiten in den S\u00fcden &#8211; wenn sie zustande k\u00e4me &#8211; w\u00fcrde eine Bedrohung der Dnipro-Forcierung darstellen. In einem solchen Fall ist ein pr\u00e4ventiver Luftangriff auf die Start- und Landebahnen der Flugh\u00e4fen von Cherson, Odessa und Mykolajiw \u00e4u\u00dferst empfehlenswert. Zur Schw\u00e4chung der ukrainischen Luftabwehr m\u00fcsste dann die taktische Luftwaffe der Schwarzmeer-Flotte mit Anti-Radar-Raketen herangezogen werden.<\/p>\n<p>Etwas n\u00f6rdlicher, im Gebiet von Charkiw und Dnipropetrowsk, werden die Handlungen der Landetruppen logischerweise durch Einheiten des Moskauer Milit\u00e4rbezirks unterst\u00fctzt. <strong>Das Hauptziel ist hier die rasche Einnahme der St\u00e4dte und die Einkesselung der zerschlagenen Einheiten der ukrainischen Armee.<\/strong> Da sie haupts\u00e4chlich aus Russischsprachigen bestehen, werden sie, wenn sie die Landverbindung zum Zentrum verlieren, h\u00f6chstwahrscheinlich keinen ernstzunehmenden Widerstand leisten. Im Allgemeinen werden die gr\u00f6\u00dften Schlachten mit den \u201eorangenen\u201c Einheiten, die Kyjiw treu geblieben sind, in den Gebieten Odessa und Mykolajiw erwartet, da die wertvollste Errungenschaft f\u00fcr die ukrainischen \u201eAtlantiker\u201c und ihren Herren der Zugang zum Schwarzen Meer ist.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">An dieser Stelle der Kampfhandlungsb\u00fchne kann man das Auftreten von verb\u00fcndeten \u201eFriedens-\u201c oder sogar regul\u00e4ren Einheiten von L\u00e4ndern des atlantischen Blockes, wie Polen und Rum\u00e4nien, erwarten. In diesem Fall k\u00f6nnte man von einer Eskalation des Konfliktes sprechen. \u00dcbrigens hat Russland etwas, womit es auf eine derartige Eskalation antworten k\u00f6nnte: um die NATO pro forma nicht durch Schl\u00e4ge auf ihren Territorien zur direkten Intervention zu provozieren, <strong>k\u00f6nnte Russland eine Operation gegen Schiffe dieser L\u00e4nder im Schwarzen Meer und in der Ostsee starten und sie bis zur \u201eKl\u00e4rung der Sachlage\u201c aufhalten und internieren.<\/strong> Solche Handlungen w\u00fcrden keinen direkte milit\u00e4rische Wertigkeit haben, doch sie w\u00fcrden Russlands Entschlossenheit zeigen und w\u00fcrden mehr noch, <strong>L\u00e4nder wie Deutschland und Frankreich erschrecken.<\/strong> <strong>Aus Furcht irgendwann gegen ihren Willen in eine direkte Konfrontation mit Russland hineingezogen zu werden, w\u00fcrden Letztere den Abbruch der Intervention fordern und im g\u00fcnstigsten Fall k\u00f6nnte auch ein direkter Zerfall der NATO eintreten, womit Russland noch mehr gewinnen w\u00fcrde.<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Im \u00dcbrigen sollte Russland angesichts der Bed\u00fcrfnisse und M\u00f6glichkeiten der russischen Wirtschaft die L\u00f6sung des Konflikts nicht hinausz\u00f6gern. Im Gegensatz zu den USA im Irak und Afghanistan ist Russland durchaus in der Lage ihn siegreich zu l\u00f6sen, ohne sich in einen anstrengenden, jahrelangen Kampf mit einer ethnisch fremden Bev\u00f6lkerung hineinziehen zu lassen.<\/p>\n<h2 align=\"LEFT\"><b>R\u00fcckkehr der \u201eMutter aller russischen St\u00e4dte\u201c<\/b><\/h2>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die dritte Variante der Entwicklungen zielt zus\u00e4tzlich auf die\u00a0Einnahme des S\u00fcdostens, die Kontrolle \u00fcber Kyjiw und die zentralen Regionen ab<\/strong>. Die Verwirklichung eines solchen Szenarios wird selbstverst\u00e4ndlich den h\u00f6chsten Preis fordern, das hat jedoch seine Vorteile: Russland holt sich die Kontrolle \u00fcber das \u00e4lteste Zentrum der russischen Spiritualit\u00e4t und Staatlichkeit zur\u00fcck. Nat\u00fcrlich wird dieses Szenario nur im dem Fall m\u00f6glich, wenn der gesamte Ehrgeiz der russischen Elite steigt, der zur Zeit, im Gegensatz zur Raketenkapazit\u00e4t, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedrig bleibt.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Sobald die gegnerische Partei merkt, dass das Ziel der Offensive Kyjiw ist, werden alle der \u201eorangenen\u201c Regierung treuen Kr\u00e4fte mit Sicherheit zur Hauptstadt zur\u00fcckgezogen, und in einem solchen Fall werden sich alle prim\u00e4ren K\u00e4mpfe in ihren Au\u00dfenbezirken entfalten. Dann ist die extreme Radikalisierung der Handlungen beider Seiten m\u00f6glich. Das Ziel der Landfunkverbindungen und der Luftflotte wird dann sein, Kyjiw von den Kommunikationskan\u00e4len, die die Stadt mit den westlichen Regionen verbinden, abzuschneiden, um die \u00dcberflutung der Stadt mit f\u00fcr Panzer gef\u00e4hrlichen K\u00e4mpfern, vertreten durch die westukrainischen B\u00fcrgermilizen, nicht zuzulassen und die Stadtk\u00e4mpfe nicht hinauszuziehen. Im Kyjiwer Gebiet und n\u00f6rdlich davon k\u00f6nnten das 8. Armeekorps der Ukraine und vor allem die 1. separate Garde-Panzerbrigade Widerstand leisten, die sich vorab die Aufmerksamkeit der \u201eorangenen\u201c F\u00fchrung verdient hat.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong><span style=\"color: #000000\"><i>Ein demonstrativer, in der Nacht erzeugter Atomschlag in der Stratosph\u00e4re im s\u00fcdlichen Bezirk der Prypjat-S\u00fcmpfe w\u00fcrde in solchem Fall au\u00dferordentlich helfen.\u00a0<\/i><\/span><\/strong>Er w\u00fcrde keinen signifikanten Schaden verursachen, wenn man von der Zerst\u00f6rung von Stromleitungen und Elektroger\u00e4ten im Radius von 100 Kilometern absieht. Er w\u00e4re jedoch im \u201eMoskal\u201c-hassendem Lwiw und sogar in Polen sichtbar. Diese Demonstration der innersten Entschlossenheit des Kremls, w\u00fcrde auf Anhieb die hei\u00dfen K\u00f6pfe ern\u00fcchtern.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">\u00dcbrigens k\u00f6nnten die politischen Auslagen solch einer Demonstration einigen untragbar erscheinen. Deshalb k\u00f6nnte<span style=\"color: #000000\">\u00a0<\/span>eine rasche Mobilisierung von Freiwilligen unter der Jugend des S\u00fcdostens ein effektiver Ersatz f\u00fcr Atomwaffen werden. Solche in der Hauptstadt auftauchenden Verb\u00e4nde w\u00fcrden schneller Ordnung schaffen als die russische Armee, welcher nur \u00fcbrig bliebe, die hochmotivierte Infanterie mit ihren Pr\u00e4zisionswaffen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Als zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahme sind Angriffe auf Verkehrsknotenpunkte und Bezirke der Konzentrierung der Feindes westlich von Kyjiw mit Einsatz von Streumunition, Druckwellenmunition und wei\u00dfen Phosphors aus der Luft naheliegend. Die Artilleristen sollte man auch nicht ohne Arbeit verweilen lassen: aus den Vororten von Kyjiw sind Mehrfachraketenwerfer in der Lage, ein Territorium im Radius von 90 Kilometern zu kontrollieren. Orientierend an Aufkl\u00e4rungsdaten von Drohnen sind sie in der Lage, das Anr\u00fccken der feindlichen Verst\u00e4rkung zur Stadt zu vereiteln.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Eine besondere Stellung in der Operation wird die blitzartige Einnahme des Kyjiwer H\u00f6hlenklosters und seiner Festhaltung bis zum Eintreffen der Hauptstreitkr\u00e4fte einnehmen. Die f\u00fcr diese Operation vorgesehenen SEK-Einheiten m\u00fcssen eine Zeit lang w\u00e4hrend vollst\u00e4ndiger Einkesselung handeln. Im Zuge der<strong> S\u00e4uberung der Hauptstadt von den Resten der \u201eOrangenen\u201c,<\/strong> wird sich Moskau auf die diplomatische Front, wo auch die Hauptk\u00e4mpfe erwartet werden, konzentrieren k\u00f6nnen. Sie werden als schwierig erwartet, aber im Endeffekt w\u00fcrde Moskaus internationale Stellung nur gest\u00e4rkt werden, <strong>da vielen Zweifelnden klar werden w\u00fcrde, dass man mit Russland lieber befreundet sein sollte, als mit ihm auf Kriegsfu\u00df zu stehen.<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">In den Hauptst\u00e4dten, die besonders hartn\u00e4ckig in ihren Feindseligkeiten verharren, wird die Phase\u00a0eines gewissen Schocks eintreten. Da allerdings die Temperaturen der Beziehungen auch ohnedies nahe dem absoluten Nullpunkt liegen, k\u00f6nnen sie einfach nicht mehr tiefer fallen. Denn durch die Globalisierung h\u00e4ngen die st\u00e4rksten Staaten der Welt in keinem geringeren Grad von Russland ab, als Russland von ihnen.<strong> In der kurzfristigen Perspektive ist Russland zuverl\u00e4ssig gegen direkten Angriff durch die Verf\u00fcgbarkeit von strategischen Nuklearstreitkr\u00e4ften gesichert.<\/strong> Was die l\u00e4ngerfristigen Perspektiven betrifft, so h\u00e4ngen sie eher nicht von Russlands Benehmen, sondern von der F\u00e4higkeit seiner Regierung ab, den Zustand der strategischen Stabilit\u00e4t zu bewahren. Kein \u201egutes\u201c Benehmen Russlands sichert es gegen Feindseligkeiten ab, wenn die Amerikaner ihr Raketenschild f\u00fcr vollendet erachten. Und bis dahin hat Russland allen Grund dazu, sich in Schl\u00fcsselfragen selbst Richter zu sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"LEFT\"><em>Anmerkung der InformNapalmDeutschRedaktion: Wir m\u00f6chten noch einmal daran erinnern, dass dieser Artikel vom <strong>21. April 2008<\/strong> ist, und er nur ein Beispiel von vielen solchen Artikeln und B\u00fcchern ist, die im Laufe der letzten Jahre in Russland erschienen sind. Wer sich noch einmal vom Datum der Ver\u00f6ffentlichung \u00fcberzeugen m\u00f6chte, kann sich gerne die zwei Screenshots anschauen:\u00a0 <\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_1871\" style=\"width: 557px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/datum.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1871\" class=\"wp-image-1871 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/datum.png\" alt=\"datum\" width=\"547\" height=\"319\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-1871\" class=\"wp-caption-text\">Das Datum unter dem Originalartikel<\/p>\n<\/div>\n<div id=\"attachment_1872\" style=\"width: 555px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/dzhadan.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1872\" class=\"wp-image-1872\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/dzhadan.png\" alt=\"dzhadan\" width=\"545\" height=\"375\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-1872\" class=\"wp-caption-text\">Die &#8222;Bibliographie&#8220; des &#8222;Autors&#8220;, in der das Erscheinungsdatum des Artikels noch einmal aufgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Quelle<\/strong>:\u00a0http:\/\/www.russ.ru\/pole\/Operaciya-Mehanicheskij-apel-sin; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/kateryna.matey\">Kateryna Matey<\/a>;\u00a0editiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>CC BY 4.0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist ein Artikel, erschienen auf der russischen Website russ.ru am 21. 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April 2008 (!).<\/strong>\u00a0 Dar\u00fcber hat <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/andrej-illarionow-auftritt-im-eu-parlament-19-11-2014\/\">Illarionow in seiner Rede vor dem EU-Parlament am 19. November 2014<\/a> gesprochen. Wir haben beschlossen, den Artikel zu \u00fcbersetzen, um dem breiten Publikum verst\u00e4ndlich zu machen, wie lange sich die Kremlregierung schon auf einen Krieg gegen die Ukraine vorbereitet hat. Die Ideen in diesem Artikel, zum Beispiel was die Krim angeht, wurden im Fr\u00fchling dieses Jahres fast eins zu eins\u00a0verwirklicht, faktisch sechs Jahre nach seiner Ver\u00f6ffentlichung... Bemerkenswert ist auch, WIEVIELE Artikel und B\u00fccher \u00fcber den Krieg gegen die Ukraine in den letzten Jahren in Russland herausgegeben wurden. Dies ist nur ein sehr \"gutes\" Beispiel der\u00a0imperialistischen\u00a0Pl\u00e4ne Russlands. Zwischen dem ukrainischen und dem russischen Volk wurde zweckgebunden jahrelang ein Keil getrieben. \u00a0Manche Zeilen, die uns besonders \"beeindruckt\" haben, haben wir fett hervorgehoben. Schlussfolgerungen kann ja jeder Leser selbst ziehen.<\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<h2 class=\"western\" style=\"text-align: center\" align=\"LEFT\"><em><strong>Igor Dzhadan: \"Willst Du Frieden?\"<\/strong><\/em><\/h2>\r\n<span style=\"font-family: Arial, sans-serif\"><span style=\"font-size: small\"><em><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/angriff.jpg\"><img class=\"alignright wp-image-1528 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/angriff.jpg\" alt=\"angriff\" width=\"300\" height=\"197\" \/><\/a>Der altbekannte Ausdruck \"Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor!\" ist l\u00e4ngst veraltet und entspricht nicht mehr der Tiefe der menschlichen Erfahrung und unseres Verst\u00e4ndnisses der Situation. Denn sofern der Zustand des \u201eFriedens\u201c nur als Abwesenheit von Krieg \u201ebegriffen\u201c und widergespiegelt werden kann, ist ein Frieden ohne Krieg nicht m\u00f6glich. Daher kann man den ersten Teil dieses Ausdrucks getrost weglassen und den zweiten - \u201ebereite den Krieg vor\u201c - stehen lassen und \u201eden Frieden ebenso!\u201c hinzuf\u00fcgen. Die Gesellschaft muss zu allem bereit sein und wie dem Krieg so auch dem Frieden tapfer entgegenkommen. F\u00fcr jemanden k\u00f6nnte dieser R\u00fcckschluss zu mutig und zu philosophisch f\u00fcr einen gew\u00f6hnlichen Artikel im Internet erscheinen. Doch man sage was man wolle, in der russischen Gesellschaft hat der politische Journalismus die gesellschaftliche Stellung eingenommen, die bei den alten Griechen der Philosophie zugeordnet wurde.<\/em><\/span><\/span>\r\n\r\nDie Aufruhr und der Tumult, ausgel\u00f6st durch eine Reihe von Aufdeckungen und Erkl\u00e4rungen von Russlands F\u00fchrungskr\u00e4ften bez\u00fcglich des Schicksals der Ukraine im Falle des weiteren Hineinziehens des Landes in die NATO zeigen, dass der Kreml auf dem richtigen Weg ist. Eine der Reaktionen darauf - zur Erinnerung \u2013 war die Aussage des ehemaligen Au\u00dfenministers und zugleich Leiters der ber\u00fcchtigten \u201eVolksbewegung der Ukraine\u201c (ukr. \"\u0420\u0443\u0445\"\/\"Ruch\") Tarasiuk, der einen Vorschlag unterbreitete, Gebietsanspr\u00fcche an Russland zu stellen. Welch ein Gl\u00fccksfall, jetzt muss Russland nicht einmal den \u201eCasus Belli\u201c ersinnen!\r\n\r\nSelbstverst\u00e4ndlich ist es bereits unm\u00f6glich, die Russen mit versp\u00e4teten Verweisen auf das \u201eV\u00f6lkerrecht\u201c und darauf, dass \u201edie Ukraine sich als souver\u00e4ner Staat frei entscheiden kann, in welche B\u00fcndnisse sie eintritt\u201c zu t\u00e4uschen. Die G\u00fcltigkeit dieser Spr\u00fcche geh\u00f6rt der Vergangenheit an, der Welt vor Kosovo, vor Irak.\u00a0Die russophoben Kr\u00e4fte \u2013 nach der \u00dcbernahme der Kontrolle \u00fcber das Land \u2013 leiten nach Erhalt des \u201eNATO-Schirms\"\u00a0zwangsl\u00e4ufig die n\u00e4chsten Schritte gegen die schweigsame russische Mehrheit des Landes ein. Denn wenn die Ukraine der NATO angeh\u00f6ren sollte, wird der m\u00f6gliche Preis f\u00fcr eine Intervention Russlands bedeutend gr\u00f6\u00dfer. Dementsprechend wird die kalkulierte Wahrscheinlichkeit der Einmischung Moskaus in die Unterst\u00fctzung des russischen Bev\u00f6lkerungsanteils sinken und die \u00dcberzeugung der \u201eOrangenen\u201c in ihrer Straffreiheit steigen. Ethnische S\u00e4uberungen an Russen in der Ukraine werden unaufhaltsam ab dem Moment, wenn die Orangenen versp\u00fcren, dass der Westen an den entsprechenden Artikel des Atlantischen Abkommens gebunden ist, der die automatische Intervention auf der Seite des NATO-Mitglieds erfordert.\r\n\r\nDie ukrainische Gesellschaft wird seit Langem auf derartige S\u00e4uberungen vorbereitet. Somit kann es sein, dass in der entstandenen Situation die pr\u00e4ventive Intervention nicht nur effektiver sein wird, sondern auch viel g\u00fcnstiger.\r\n\r\nDoch in einer derartig wichtigen Frage wie der Mitgestaltung der Geschichte, schadet eine gewisse Skepsis nicht. Besitzt denn Russland die notwendigen Instrumente f\u00fcr eine Einmischung, um den Beitritt der Ukraine in die NATO zu verhindern oder um zumindest den Teil der historischen Rus, in dem die der russischen Kultur und der russischen Geschichte treu gebliebene Mehrheit lebt, am Eintritt unter die NATO-Bajonette zu hindern? Fragen kommen in erster Linie um das Potenzial der russischen Streitkr\u00e4fte auf, um die F\u00e4higkeit, deren Befehlsgewalt einen im Fall der F\u00e4lle ben\u00f6tigten Einsatz zu planen und ihn ins Leben zu rufen. Was k\u00f6nnte denn \u00fcberhaupt ein Einsatz f\u00fcr die Befreiung der Ukraine darstellen und wie stehen die Chancen auf seinen Erfolg?\r\n\r\nHier k\u00f6nnte es einige Varianten geben. Abh\u00e4ngig von der Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen kann das Szenario einer milit\u00e4rischen Intervention drei grunds\u00e4tzliche Wege gehen. Bei einer eher beschr\u00e4nken Variante k\u00f6nnten die russischen Streitkr\u00e4fte nur die Krim-Halbinsel besetzen. Solch ein Szenario ist wahrscheinlich, wenn die ukrainische F\u00fchrung weiterhin den Teil des \u201eFreundschaftsvertrages\u201c missachtet, der die Stationierung der Schwarzmeer-Flotte regelt. In diesem Fall f\u00fchrt Russland, mit der Erkl\u00e4rung \u00fcber die Notwendigkeit die Bewachung seiner Objekte zu verst\u00e4rken, <strong>eine Landoperation zur Einnahme von Schl\u00fcsselelementen der Infrastruktur der Krim \u2013 Flugh\u00e4fen, H\u00e4fen, Stra\u00dfenknotenpunkte - durch Marinestreitkr\u00e4fte durch.<\/strong> Die ukrainischen Einheiten auf der Krim sind keinem direkten Angriff ausgesetzt, vorausgesetzt sie leisten keinen Widerstand. Durch das Z\u00f6gern der Kyjiwer F\u00fchrung ist ein ernstzunehmender Widerstand bei diesem Szenario ausgeschlossen. Die einzigen Landstreitkr\u00e4fte, deren Widerstand zu erwarten ist, sind das ukrainische separate Elite-Bataillon der Marinesoldaten des ukrainischen K\u00fcstenschutzes, stationiert in Feodossija. Hierauf beschr\u00e4nken sich im \u00dcbrigen auch die Kr\u00e4fte der Marineinfanterie dieses Staates. Ebenso sind einzelne Feuergefechte auf dem Meer und ein vereinzelter Beschuss russischer Milit\u00e4rflugzeuge m\u00f6glich.\r\n\r\nKyjiw wird auch sein Milit\u00e4r f\u00fcr die \u201eBefreiung\u201c der Halbinsel nicht einsetzen und damit die \u00fcbrigen Richtungen freilegen. Denn auf der Krim hat die Kyjiwer Regierung nie die geringste Unterst\u00fctzung genossen und hielt sich stets nur mit nackter administrativer Macht. Die Krim ist f\u00fcr die Ukraine eher ein Kopfschmerz, dessen sich die \u201eOrangenen\u201c vielmehr entledigen w\u00fcrden, k\u00f6nnten sie dies doch nur ohne Gesichtsverlust und parallel dazu mit der St\u00e4rkung der Kontrolle \u00fcber den Rest der Ukraine durchf\u00fchren. In diesem Fall wird der Konflikt rasch von dem milit\u00e4rischen Stadium ins Stadium des politischen Kampfes auf internationaler B\u00fchne \u00fcbergehen.\r\n\r\n<span style=\"color: #000000\">Fol<\/span>glich ist eine positive Reaktion der russischen Mehrheit zur Autonomie der Krim absolut vorhersehbar, ebenso wie eine rasche Umorientierung der lokalen Elite, der die \u201eorangene\u201c Regierung in Kyjiw in keinster Weise die Stirn bieten k\u00f6nnte. Falls Russland seine Truppen nicht aus irgendwelchen politischen Gr\u00fcnden zur\u00fcckbeordert und sich Moskau zu einem gegebenen Zeitpunkt aus Sicht der politischen Logik zu solch einem Schritt entscheiden sollte, ist ein Referendum \u00fcber die Unabh\u00e4ngigkeit der Republik Krim und sp\u00e4teren \u2013 wahrscheinlich in einigen Jahren \u2013 Bildung eines B\u00fcndnisses zwischen der Krim und Russland oder gar ein Beitritt zur Russischen F\u00f6deration durchaus m\u00f6glich.\r\n<h2><b>Die wei\u00df-blaue Rus<\/b><\/h2>\r\nIm Falle einer breiteren Variante wird der gesamte S\u00fcdosten der Ukraine <strong>zur Interventionszone, einschlie\u00dflich der Krim, der an das Schwarze Meer angrenzenden Gebiete (Noworossija), des Donbas, Charkiws und Dnipropetrowsks.<\/strong> Das sind die sogenannten \u201ewei\u00df-blauen\u201c, russischsprachigen Gebiete, deren Bev\u00f6lkerung standhaft gegen russophobe Parteien stimmen. Bei einem Teil der Bev\u00f6lkerung ist die ethnische Selbstidentifizierung hier nicht endg\u00fcltig ausgepr\u00e4gt, doch faktisch ist die gesamte Bev\u00f6lkerung ausnahmslos positive gegen\u00fcber Russland gestimmt. Eben da ist der Hauptteil der ukrainischen Industrie konzentriert, eng verbunden mit der russischen Industrie, insbesondere im Bereich des milit\u00e4risch-industriellen Komplexes: die gesamte ukrainische Raketenfertigung, Fabrikanlagen f\u00fcr den Turbinenbau f\u00fcr Atomkraftwerke, Schiffe und die Luftfahrt.\r\n<p align=\"LEFT\">Die Anbindung dieser Territorien\u00a0durch Russland als freundschaftliches staatliches Gebilde oder sogar mittels unmittelbaren Beitritts in die Russische F\u00f6deration k\u00f6nnte eine Reihe von Vorteilen haben.\u00a0Zum einen, wie bereits erw\u00e4hnt, eine freundliche, kulturell wie auch genetisch russische, auf historisch russischen Territorien lebende Bev\u00f6lkerung. Mit diesem Bev\u00f6lkerungsteil sind Probleme bez\u00fcglich der kulturellen oder der religi\u00f6sen Inkompatibilit\u00e4t ausgeschlossen, die man sich im Falle eines Anschlusses von beispielsweise Abchasiens vorstellen k\u00f6nnte.\u00a0Dieser Teil der Bev\u00f6lkerung hat keine standhafte Identit\u00e4t, au\u00dfer die der russischen, und im Falle der Wiedervereinigung mit Russland wird es in ihm vollst\u00e4ndig aufgehen.<\/p>\r\nZum anderen der hohe Bildungsstand des S\u00fcdostens der Ukraine, seine F\u00e4higkeit und sein Begehren, sich in die von Russland zu erschaffende Gruppen neuer Wirtschaftsart zu integrieren. Auch bringen die Arbeitskr\u00e4fte des S\u00fcdostens der Ukraine traditionell eine hohe Flexibilit\u00e4t mit<span style=\"color: #000000\">,\u00a0<\/span>da die Bev\u00f6lkerung selbst aus Migranten aus verschiedenen Gegenden Russlands besteht. Der Anschluss in der einen oder der anderen Art und Weise von zus\u00e4tzlichen 15-20 Millionen ethnischen Russen zum russischen zivilisatorischen Projekt wird die St\u00e4rkung des Kerns der russischen Zivilisation erlauben. Dies w\u00fcrde in genereller Hinsicht die Forderungen der \u201eRussischen Welt\u201c auf sein Selbst st\u00e4rken, da eines der wesentlichen Gegenargumente die begrenzten demographischen Ressourcen sind. Der Zusammenschluss dieser Ressourcen in einer Faust, wenn auch nicht in einem Staat, dann doch in einem br\u00fcderlichen B\u00fcndnis, w\u00fcrde Russlands Status erheblich st\u00e4rken. Wirft man einen Blick auf die Angelsachsen, kann man sich leicht vorstellen inwiefern die Lage f\u00fcr die USA in der Welt schwieriger w\u00e4re, w\u00fcrde dieses Land sich nicht der praktisch garantierten Zusammenarbeit mit L\u00e4ndern wie Gro\u00dfbritannien, Kanada und Australien erfreuen.\r\n<p align=\"LEFT\">\u00dcbrigens, im Gegensatz zu der eher beschr\u00e4nkten Variante, wird hier auch der Widerstand der ukrainischen Russophoben erbitterter ausfallen. Denn die \u201eorangene\u201c Ukraine wird in diesem Fall ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte ihres Territoriums und ihrer Bev\u00f6lkerung, zwei Drittel ihrer Industrie und den Seezugang verlieren. Sollten sich die Kyjiwer Eliten im Heute dar\u00fcber in Illusionen w\u00e4gen, dass die Ukraine in Europa in Zukunft die Rolle eines des gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Spielers beanspruchen k\u00f6nnte, dann werden diese Ambitionen im Falle des Verlustes der russischsprachigen Gebiete keinerlei, nicht einmal die fantasievollsten Grundlagen hierf\u00fcr haben.<\/p>\r\nAuf diesem Gebiet findet sich ein betr\u00e4chtliches Potenzial der ukrainischen Armee, die Gesamtst\u00e4rke der Bodentruppen umfasst bis zu 80.000 Mann.\u00a0<i>Russischen Einheiten und Verb\u00e4nden russischsprachiger Miliz k\u00f6nnten im gegebenen Fall drei Panzerbrigaden gegen\u00fcberstehen, eine davon ist bei Charkiw stationiert und die anderen k\u00f6nnten aus den Regionen Tschernihiw und Krywyj Rih vorger\u00fcckt werden.\u00a0<\/i>Unter Ber\u00fccksichtigung der Angst vor dem Vorr\u00fccken nach Kyjiw, wird die ukrainische Armee h\u00f6chstwahrscheinlich nicht in der Lage sein, dem russischen Angriff mehr als f\u00fcnf mechanisierte Brigaden\u00a0entgegen zu stellen.\r\n<p align=\"LEFT\">Dasselbe Schicksal werden auch die ukrainischen Luftsturmeinheiten erleiden: Anstatt sie in Kampfhandlungen einzusetzen, werden sie zur Hauptstadt zusammengezogen. Die Rede ist von der 25. separaten Luftlandebrigade (Dnipro), der 95. separaten Luftsturmbrigade (Schytomyr) und dem 80. separaten Luftsturmregiment (Lwiw). Die 79. separate Luftsturmbrigade (Mykolajiw) wird es nicht rechtzeitig schaffen, den R\u00fcckzug anzutreten und wird am eigenen Truppenstandort umzingelt werden. Drei Regimenter der ukrainischen Armeefliegerkr\u00e4fte werden den Aktionen der 16. Luftflotte der russischen Luftstreitkr\u00e4fte (Kubinka), sowie den Angriffsgruppierungen als Verst\u00e4rkung zugeteilten 5. (Ural) und 6. (Seweromorsk) separaten Jagdgeschwadern der russischen Luftstreitkr\u00e4fte und Luftabwehr keinen ernstzunehmenden Widerstand\u00a0leisten k\u00f6nnen.<\/p>\r\nDie Operation k\u00f6nnte mit der Zerschlagung der ukrainischen Flotte durch Luftangriffe und Seezielflugk\u00f6rper und der Besatzung seiner St\u00fctzpunkte\u00a0durch das 810. separate Regiment, das 882. separate Luftlande-Sturmbataillon und das 382. separate Marineinfanterie-Bataillon der Schwarzmeer-Flotte mit Unterst\u00fctzung der \u00fcber den Luftweg verlegten vier Regimenter der Pazifischen Flotte der 55. Marineinfanterie-Division (Wladiwostok) in Odessa, Otschakiw, Tschernomorsk, Nowooserne, Mykolajiw, Jewpatorija und Feodossija beginnen. F\u00fcr den Ausbau des Erfolgs der Luftlandeeinheiten w\u00e4re es vern\u00fcnftig, das separate Panzerbataillon der Marineinfanterie der Schwarzmeer-Flotte von Noworossijsk an das Aufmarschgebiet Odessa zu verlegen.\r\n<p align=\"LEFT\">Allerdings ist es unm\u00f6glich, eine derartige Operation auf das Aussetzen von Luft- und Marinelandungseinheiten zu begrenzen. Russland k\u00f6nnte die Kr\u00e4fte der Luftlandetruppen und die Marineinfanterie zur Operation hinzuziehen. Doch sollten die ukrainischen motorisierten Milit\u00e4reinheiten und Panzereinheiten aus welchen Gr\u00fcnden auch immer Widerstand leisten, k\u00f6nnte die Operation sich \u00fcberm\u00e4\u00dfig in die L\u00e4nge ziehen. Deshalb w\u00e4re es logischer, wenn die Handlungen der Landungstruppen auf der ersten Etappe mit dem Zugriff auf die Dnipro-M\u00fcndung durch einen Schlag von schweren Einheiten von Bodentruppen und Panzer-Divisionen in Richtung der K\u00fcste und nach der Forcierung des Flusses durch einen Teil der verf\u00fcgbaren Kr\u00e4fte mit der Trennung der ukrainischen 79. separaten Luftsturmbrigade von der n\u00f6rdlich stationierten ukrainischen Bodenformation im Gebiet von Krywyj Rih und Bila Zerkwa unterst\u00fctzt werden. Das endg\u00fcltige Ziel der motorisierten Milit\u00e4reinheiten und den Panzereinheiten ist der Einmarsch bis hin zu den Grenzen von Transnistrien bei Perwomajsk.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Das rasche Vorankommen und geringe Verlustzahlen k\u00f6nnte hier<strong> eine effektive Aufkl\u00e4rung gew\u00e4hrleisten,<\/strong> die auf Wunsch - angesichts des freundschaftlichen Charakters der lokalen Bev\u00f6lkerung - nicht schwer zu organisieren w\u00e4re. Eine zu aktive Verlegung von ukrainischen Einheiten in den S\u00fcden - wenn sie zustande k\u00e4me - w\u00fcrde eine Bedrohung der Dnipro-Forcierung darstellen. In einem solchen Fall ist ein pr\u00e4ventiver Luftangriff auf die Start- und Landebahnen der Flugh\u00e4fen von Cherson, Odessa und Mykolajiw \u00e4u\u00dferst empfehlenswert. Zur Schw\u00e4chung der ukrainischen Luftabwehr m\u00fcsste dann die taktische Luftwaffe der Schwarzmeer-Flotte mit Anti-Radar-Raketen herangezogen werden.<\/p>\r\nEtwas n\u00f6rdlicher, im Gebiet von Charkiw und Dnipropetrowsk, werden die Handlungen der Landetruppen logischerweise durch Einheiten des Moskauer Milit\u00e4rbezirks unterst\u00fctzt. <strong>Das Hauptziel ist hier die rasche Einnahme der St\u00e4dte und die Einkesselung der zerschlagenen Einheiten der ukrainischen Armee.<\/strong> Da sie haupts\u00e4chlich aus Russischsprachigen bestehen, werden sie, wenn sie die Landverbindung zum Zentrum verlieren, h\u00f6chstwahrscheinlich keinen ernstzunehmenden Widerstand leisten. Im Allgemeinen werden die gr\u00f6\u00dften Schlachten mit den \u201eorangenen\u201c Einheiten, die Kyjiw treu geblieben sind, in den Gebieten Odessa und Mykolajiw erwartet, da die wertvollste Errungenschaft f\u00fcr die ukrainischen \u201eAtlantiker\u201c und ihren Herren der Zugang zum Schwarzen Meer ist.\r\n<p align=\"LEFT\">An dieser Stelle der Kampfhandlungsb\u00fchne kann man das Auftreten von verb\u00fcndeten \u201eFriedens-\u201c oder sogar regul\u00e4ren Einheiten von L\u00e4ndern des atlantischen Blockes, wie Polen und Rum\u00e4nien, erwarten. In diesem Fall k\u00f6nnte man von einer Eskalation des Konfliktes sprechen. \u00dcbrigens hat Russland etwas, womit es auf eine derartige Eskalation antworten k\u00f6nnte: um die NATO pro forma nicht durch Schl\u00e4ge auf ihren Territorien zur direkten Intervention zu provozieren, <strong>k\u00f6nnte Russland eine Operation gegen Schiffe dieser L\u00e4nder im Schwarzen Meer und in der Ostsee starten und sie bis zur \u201eKl\u00e4rung der Sachlage\u201c aufhalten und internieren.<\/strong> Solche Handlungen w\u00fcrden keinen direkte milit\u00e4rische Wertigkeit haben, doch sie w\u00fcrden Russlands Entschlossenheit zeigen und w\u00fcrden mehr noch, <strong>L\u00e4nder wie Deutschland und Frankreich erschrecken.<\/strong> <strong>Aus Furcht irgendwann gegen ihren Willen in eine direkte Konfrontation mit Russland hineingezogen zu werden, w\u00fcrden Letztere den Abbruch der Intervention fordern und im g\u00fcnstigsten Fall k\u00f6nnte auch ein direkter Zerfall der NATO eintreten, womit Russland noch mehr gewinnen w\u00fcrde.<\/strong><\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Im \u00dcbrigen sollte Russland angesichts der Bed\u00fcrfnisse und M\u00f6glichkeiten der russischen Wirtschaft die L\u00f6sung des Konflikts nicht hinausz\u00f6gern. Im Gegensatz zu den USA im Irak und Afghanistan ist Russland durchaus in der Lage ihn siegreich zu l\u00f6sen, ohne sich in einen anstrengenden, jahrelangen Kampf mit einer ethnisch fremden Bev\u00f6lkerung hineinziehen zu lassen.<\/p>\r\n\r\n<h2 align=\"LEFT\"><b>R\u00fcckkehr der \u201eMutter aller russischen St\u00e4dte\u201c<\/b><\/h2>\r\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die dritte Variante der Entwicklungen zielt zus\u00e4tzlich auf die\u00a0Einnahme des S\u00fcdostens, die Kontrolle \u00fcber Kyjiw und die zentralen Regionen ab<\/strong>. Die Verwirklichung eines solchen Szenarios wird selbstverst\u00e4ndlich den h\u00f6chsten Preis fordern, das hat jedoch seine Vorteile: Russland holt sich die Kontrolle \u00fcber das \u00e4lteste Zentrum der russischen Spiritualit\u00e4t und Staatlichkeit zur\u00fcck. Nat\u00fcrlich wird dieses Szenario nur im dem Fall m\u00f6glich, wenn der gesamte Ehrgeiz der russischen Elite steigt, der zur Zeit, im Gegensatz zur Raketenkapazit\u00e4t, verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig niedrig bleibt.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Sobald die gegnerische Partei merkt, dass das Ziel der Offensive Kyjiw ist, werden alle der \u201eorangenen\u201c Regierung treuen Kr\u00e4fte mit Sicherheit zur Hauptstadt zur\u00fcckgezogen, und in einem solchen Fall werden sich alle prim\u00e4ren K\u00e4mpfe in ihren Au\u00dfenbezirken entfalten. Dann ist die extreme Radikalisierung der Handlungen beider Seiten m\u00f6glich. Das Ziel der Landfunkverbindungen und der Luftflotte wird dann sein, Kyjiw von den Kommunikationskan\u00e4len, die die Stadt mit den westlichen Regionen verbinden, abzuschneiden, um die \u00dcberflutung der Stadt mit f\u00fcr Panzer gef\u00e4hrlichen K\u00e4mpfern, vertreten durch die westukrainischen B\u00fcrgermilizen, nicht zuzulassen und die Stadtk\u00e4mpfe nicht hinauszuziehen. Im Kyjiwer Gebiet und n\u00f6rdlich davon k\u00f6nnten das 8. Armeekorps der Ukraine und vor allem die 1. separate Garde-Panzerbrigade Widerstand leisten, die sich vorab die Aufmerksamkeit der \u201eorangenen\u201c F\u00fchrung verdient hat.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\"><strong><span style=\"color: #000000\"><i>Ein demonstrativer, in der Nacht erzeugter Atomschlag in der Stratosph\u00e4re im s\u00fcdlichen Bezirk der Prypjat-S\u00fcmpfe w\u00fcrde in solchem Fall au\u00dferordentlich helfen.\u00a0<\/i><\/span><\/strong>Er w\u00fcrde keinen signifikanten Schaden verursachen, wenn man von der Zerst\u00f6rung von Stromleitungen und Elektroger\u00e4ten im Radius von 100 Kilometern absieht. Er w\u00e4re jedoch im \u201eMoskal\u201c-hassendem Lwiw und sogar in Polen sichtbar. Diese Demonstration der innersten Entschlossenheit des Kremls, w\u00fcrde auf Anhieb die hei\u00dfen K\u00f6pfe ern\u00fcchtern.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">\u00dcbrigens k\u00f6nnten die politischen Auslagen solch einer Demonstration einigen untragbar erscheinen. Deshalb k\u00f6nnte<span style=\"color: #000000\">\u00a0<\/span>eine rasche Mobilisierung von Freiwilligen unter der Jugend des S\u00fcdostens ein effektiver Ersatz f\u00fcr Atomwaffen werden. Solche in der Hauptstadt auftauchenden Verb\u00e4nde w\u00fcrden schneller Ordnung schaffen als die russische Armee, welcher nur \u00fcbrig bliebe, die hochmotivierte Infanterie mit ihren Pr\u00e4zisionswaffen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Als zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahme sind Angriffe auf Verkehrsknotenpunkte und Bezirke der Konzentrierung der Feindes westlich von Kyjiw mit Einsatz von Streumunition, Druckwellenmunition und wei\u00dfen Phosphors aus der Luft naheliegend. Die Artilleristen sollte man auch nicht ohne Arbeit verweilen lassen: aus den Vororten von Kyjiw sind Mehrfachraketenwerfer in der Lage, ein Territorium im Radius von 90 Kilometern zu kontrollieren. Orientierend an Aufkl\u00e4rungsdaten von Drohnen sind sie in der Lage, das Anr\u00fccken der feindlichen Verst\u00e4rkung zur Stadt zu vereiteln.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Eine besondere Stellung in der Operation wird die blitzartige Einnahme des Kyjiwer H\u00f6hlenklosters und seiner Festhaltung bis zum Eintreffen der Hauptstreitkr\u00e4fte einnehmen. Die f\u00fcr diese Operation vorgesehenen SEK-Einheiten m\u00fcssen eine Zeit lang w\u00e4hrend vollst\u00e4ndiger Einkesselung handeln. Im Zuge der<strong> S\u00e4uberung der Hauptstadt von den Resten der \u201eOrangenen\u201c,<\/strong> wird sich Moskau auf die diplomatische Front, wo auch die Hauptk\u00e4mpfe erwartet werden, konzentrieren k\u00f6nnen. Sie werden als schwierig erwartet, aber im Endeffekt w\u00fcrde Moskaus internationale Stellung nur gest\u00e4rkt werden, <strong>da vielen Zweifelnden klar werden w\u00fcrde, dass man mit Russland lieber befreundet sein sollte, als mit ihm auf Kriegsfu\u00df zu stehen.<\/strong><\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">In den Hauptst\u00e4dten, die besonders hartn\u00e4ckig in ihren Feindseligkeiten verharren, wird die Phase\u00a0eines gewissen Schocks eintreten. Da allerdings die Temperaturen der Beziehungen auch ohnedies nahe dem absoluten Nullpunkt liegen, k\u00f6nnen sie einfach nicht mehr tiefer fallen. Denn durch die Globalisierung h\u00e4ngen die st\u00e4rksten Staaten der Welt in keinem geringeren Grad von Russland ab, als Russland von ihnen.<strong> In der kurzfristigen Perspektive ist Russland zuverl\u00e4ssig gegen direkten Angriff durch die Verf\u00fcgbarkeit von strategischen Nuklearstreitkr\u00e4ften gesichert.<\/strong> Was die l\u00e4ngerfristigen Perspektiven betrifft, so h\u00e4ngen sie eher nicht von Russlands Benehmen, sondern von der F\u00e4higkeit seiner Regierung ab, den Zustand der strategischen Stabilit\u00e4t zu bewahren. Kein \u201egutes\u201c Benehmen Russlands sichert es gegen Feindseligkeiten ab, wenn die Amerikaner ihr Raketenschild f\u00fcr vollendet erachten. Und bis dahin hat Russland allen Grund dazu, sich in Schl\u00fcsselfragen selbst Richter zu sein.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr \/>\r\n<p align=\"LEFT\"><em>Anmerkung der InformNapalmDeutschRedaktion: Wir m\u00f6chten noch einmal daran erinnern, dass dieser Artikel vom <strong>21. April 2008<\/strong> ist, und er nur ein Beispiel von vielen solchen Artikeln und B\u00fcchern ist, die im Laufe der letzten Jahre in Russland erschienen sind. Wer sich noch einmal vom Datum der Ver\u00f6ffentlichung \u00fcberzeugen m\u00f6chte, kann sich gerne die zwei Screenshots anschauen:\u00a0 <\/em><\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_1871\" align=\"aligncenter\" width=\"547\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/datum.png\"><img class=\"wp-image-1871 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/datum.png\" alt=\"datum\" width=\"547\" height=\"319\" \/><\/a> Das Datum unter dem Originalartikel[\/caption]\r\n\r\n[caption id=\"attachment_1872\" align=\"aligncenter\" width=\"545\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/dzhadan.png\"><img class=\"wp-image-1872\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/12\/dzhadan.png\" alt=\"dzhadan\" width=\"545\" height=\"375\" \/><\/a> Die \"Bibliographie\" des \"Autors\", in der das Erscheinungsdatum des Artikels noch einmal aufgef\u00fchrt wird.[\/caption]\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<em><strong>Quelle<\/strong>:\u00a0http:\/\/www.russ.ru\/pole\/Operaciya-Mehanicheskij-apel-sin; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/kateryna.matey\">Kateryna Matey<\/a>;\u00a0editiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em>\r\n\r\n<em>CC BY 4.0<\/em>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1806","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1806"}],"version-history":[{"count":29,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1806\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29193,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1806\/revisions\/29193"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29189"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1806"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1806"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1806"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}