{"id":18088,"date":"2016-07-10T06:38:04","date_gmt":"2016-07-10T06:38:04","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=18088"},"modified":"2018-07-09T09:54:08","modified_gmt":"2018-07-09T09:54:08","slug":"krim-annexion-katastrophale-zustaende-mit-wasserversorgung-auf-der-halbinsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/krim-annexion-katastrophale-zustaende-mit-wasserversorgung-auf-der-halbinsel\/","title":{"rendered":"Krim-Annexion: Katastrophale Zust\u00e4nde bei der Wasserversorgung auf der Halbinsel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit der Annexion der Krim sind zwei Jahre vergangen &#8211;\u00a0die\u00a0alten Probleme\u00a0wurden\u00a0nicht gel\u00f6st, neue kamen aber hinzu. Die\u00a0Frage &#8222;Was esse und was trinke ich?&#8220;\u00a0bleibt immer aktuell,\u00a0sowohl f\u00fcr einfache Menschen als auch f\u00fcr die Vertreter der Eliten. Und wenn mit dem Essen auf der Krim alles mehr oder weniger in Ordnung ist, so bleibt die Frage der Wasserversorgung offen. Wegen der Aussetzung von Wasserlieferungen aus dem Fluss Dnipro \u00fcber den Nord-Krim-Kanal haben\u00a0in erster Linie die Landwirte ein Problem und sind gezwungen zur Gewinnung von Grundwasser \u00fcberzugehen.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt viele Meinungen bez\u00fcglich des Vorhandenseins oder des Fehlens von Wasserlieferungen. Die Frage aber, ob es auf der Krim Probleme mit Wasser gibt und wer daran Schuld tr\u00e4gt, bleibt offen. Ich denke, dass jeder Krimer sich Klarheit dar\u00fcber verschaffen m\u00f6chte. Darum haben wir eine Umfrage unter den Menschen organisiert, die vom Territorium der Halbinsel auf das Festland der Ukraine\u00a0kommen. Die anonyme Umfrage wurde drei Tage lang auf einigen\u00a0Durchlassposten im Gebiet Cherson durchgef\u00fchrt. Als Ergebnis haben wir 412 (71%) von 584 Befragten, die die Frage &#8222;Gibt es Probleme mit Wasser?&#8220; mit &#8222;Ja&#8220; beantworteten. Das Fehlen jeglicher Probleme haben nur 99 (17%) Befragten festgestellt und 73 (12%) konnten die Frage nicht beantworten.<\/p>\n<p>Von den 412 Menschen, die von einem Problem mit Wasserlieferungen auf der Krim \u00fcberzeugt sind, legen es\u00a0252 (61%) den\u00a0russischen Beh\u00f6rden zur Last, 101 (30%) den ukrainischen Beh\u00f6rden, 59 (9%) sehen die &#8222;Wurzel des B\u00f6sen&#8220; in etwas anderem, zum Beispiel in der &#8222;wirtschaftlichen Blockade&#8220; der Halbinsel.<\/p>\n<p>Lasst uns diese Fragen kl\u00e4ren. Also ist\u00a0die Halbinsel im Fr\u00fchling 2014 ohne das Wasser aus dem Dnipro geblieben, damals herrschte auf der Halbinsel eine Euphorie wegen der bewaffneten Einnahme, die als &#8222;Krimer Fr\u00fchling&#8220; bezeichnet wurde. Zum H\u00f6hepunkt jener Ereignisse begannen die Vertreter der sogenannten &#8222;Volkswehr&#8220; und alle m\u00f6glichen Gauner, staatliche Objekte in der Autonomen Republik einzunehmen. Auch die Pumpenanlagen des Nord-Krim-Kanals sind dabei keine Ausnahme gewesen &#8211; unter dem Druck der russischen Beh\u00f6rden wurden sie abgeschaltet, wobei den Krimbewohnern erkl\u00e4rt wurde, dass sie keine Wasserlieferungen aus einem &#8222;Bandera-Staat&#8220; brauchen. Die &#8222;Junta&#8220; sollte sich am eigenen Wasser verschlucken.<\/p>\n<p>Der Verlust der Kontrolle \u00fcber die Objekte des Nord-Krim-Kanals auf der Halbinsel und die Unprofessionalit\u00e4t jener, die sie eingenommen hatten, bleiben das Hauptproblem der Wasserlieferungen auf die Krim. Als Probleml\u00f6sung gab\u00a0die selbsternannte Regierung der Krim verschiedene Varianten an, jede phantastischer als die vorige. Von Entsalzung des Meerwassers bis hin zu Wasserlieferungen aus dem russischen Gebiet Krasnodar. Dabei ging\u00a0man auf der Krim faktisch unverz\u00fcglich f\u00fcr die Versorgung der Landwirtschaft der Krim zur Gewinnung von Grundwasser \u00fcber. Insgesamt hat das Naturministerium\u00a0seit Beginn der Okkupation 43 Lizenzen zur Gewinnung von Grundwasser f\u00fcr die Landwirtschaft ausgeh\u00e4ndigt. Aber das war nicht genug. Wie der &#8222;Verwaltungsleiter&#8220; des Landkreises Perekop, Sergei Bidanez, behauptet, verwandeln sich mit Beginn der Sommerhitze die Steppen-Gebiete der Krim ohne Wasser in eine ausgebrannte W\u00fcste, in der man nicht mal Viehfutter anbauen kann &#8211; trotz der Tatsache, dass die &#8222;Regierung&#8220; der Krim sich rechtzeitig mit dem Problem der Landwirte besch\u00e4ftigte. Was bedeutet, dass auch die Entwicklung von alternativer Viehzucht mit vielen Fragezeichen versehen ist..<\/p>\n<p>Als &#8222;sehr ernst, aber nicht katastrophal&#8220; bezeichnete der &#8222;Vorsitzende des Agrar-Komitees&#8220; der Republik, Igor Weil, w\u00e4hrend der Sitzung des &#8222;Komitees des Staatsrats der Krim in Fragen der Agrarpolitik, \u00d6kologie und Naturressourcen&#8220; die Situation der Wasserlieferungen auf die \u00f6stliche Krim. Seinen Worten nach sind seit Jahresbeginn\u00a0in die Tajhan- und Belohir-Wasserspeicher\u00a0statt 20 Millionen Kubikmetern nat\u00fcrlichen Beckenzuflusses nur 3,4 Millionen Kubikmeter Wasser eingeflossen. &#8222;Der Taihan ist leer, in Belohir gibt es nur 3 Millionen Kubikmeter Nutzwasser zum Umpumpen, weitere 55.000 Kubikmeter kommen t\u00e4glich aus den Grundwasserquellen,&#8220; pr\u00e4zisierte Weil. Zur Situationsverbesserung beabsichtigt das Komitee der Wasserwirtschaft die Wasserleitung am Entnahmebauwerk Prostornen anzuschlie\u00dfen, was weitere 50.000 Kubikmeter Wasser in die Wasserspeicher der \u00f6stlichen Krim zu leiten erlauben wird. Auch wird versprochen, den Boden des Selenohirski-Wasserspeicher zu reinigen, was weitere 700-800.000 Kubikmeter bringen soll,\u00a0und die Arbeiten zur Vertiefung der Wasserspeicher von Stanzionnij und Feodossija durchzuf\u00fchren, um ein zus\u00e4tzliches Wasservolumen von 4 Millionen Kubikmeter Wasser f\u00fcr die\u00a0Verbraucher zu schaffen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13549327_1192235140807203_931283795_o.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24564\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13549327_1192235140807203_931283795_o-300x145.jpg\" alt=\"13549327_1192235140807203_931283795_o\" width=\"640\" height=\"310\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mich w\u00fcrde interessieren, ob sich die Situation mit dem Wasser auf der \u00f6stlichen Krim nach den durchgef\u00fchrten Arbeiten verbessern wird, wie es das &#8222;Oberhaupt der Agrarwirtschaft&#8220; zusichert. Diese Frage beantwortete Igor Weil auf derselben Sitzung selbst: &#8222;Das Wasser ist da, aber es gibt einen R\u00fcckstand und man kommt nicht dran&#8220;. Wof\u00fcr werden dann diese kostspieligen Arbeiten gef\u00fchrt? Die Antwort ist offensichtlich: Um die Bev\u00f6lkerung zu beruhigen. Das Wichtigste ist nicht, das Problem zu l\u00f6sen, sondern zu zeigen, dass man sich mit dem Problem besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Na, werden wir ja sehen. Bislang gibt es kaum Anlass f\u00fcr Optimismus auf dem &#8222;ur-russischen Boden&#8220;, der von Russland annektiert wurde.<\/p>\n<p><strong>Wasserleitungen von burjatischen Wehrdienstleistenden-&#8222;Gastarbeitern&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Als ich diesen Artikel vorbereitete, stie\u00df ich im Internet auf eine interessante Notiz. 2015 wurde zur Wasserversorgung f\u00fcr die Ortschaften auf der Halbinsel das Rohrleitungsbau-Bataillon der Logistik-Brigade des \u00d6stlichen Milit\u00e4rbezirks Russlands hinzugezogen. Insgesamt waren nach Mitteilungen von Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen circa 300 Milit\u00e4rangeh\u00f6rige des Bezirks und \u00fcber 90 Einheiten mit Milit\u00e4rger\u00e4t und spezieller Technik bei den Arbeiten eingesetzt. Auf der Halbinsel haben Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen 24 Feldhauptrohrleitungen mit einer Gesamtl\u00e4nge von 288 Kilometer vom Entnahmebauwerk Prostorne bis zum Nord-Krim-Kanal verlegt. Und was ist das Resultat? Das Resultat ist bemerkenswert, man k\u00f6nnte sogar sagen &#8211; exotisch. Nun betrachten lokale Einwohner die fast leeren Bew\u00e4sserungsrinnen, wo zwischen all dem M\u00fcll die 30 kilometerlangen Rohrleitungen liegen, die nicht mal mit Boden aufgesch\u00fcttet wurden und einfach nur unter freiem Himmel liegen. Betrachten sie und wundern sich: Was f\u00fcr Wundermeister haben das gebaut und welchen Sinn hat das alles? Denn Wasser gibt es in den Kan\u00e4len noch immer nicht sonderlich viel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578524_1192235124140538_1822957754_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24561\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578524_1192235124140538_1822957754_n.jpg\" alt=\"13578524_1192235124140538_1822957754_n\" width=\"635\" height=\"301\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wobei man sich nicht zu wundern braucht: alles wurde auf echte &#8222;russische&#8220; Art und Weise gebaut, billig und b\u00f6swillig, mit den H\u00e4nden der kostenlosen Arbeitskraft also von Wehrdienstleistenden aus Burjatien, und nat\u00fcrlich mit gro\u00dfem Pathos: &#8222;Die Russen lassen die eigenen Leute nicht im Stich!&#8220; Freuen kann man sich dabei nur \u00fcber eine Sache: dass die lokale Bev\u00f6lkerung die unbesch\u00e4digten R\u00f6hren wohl f\u00fcr eigene Bed\u00fcrfnisse im Haushalt verwenden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Also wird es kein Wasser geben?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man ber\u00fccksichtigt, dass die Halbinsel Krim relativ arm an Grundwasser ist und dass die Besatzungskr\u00e4fte das Problem der Wasserversorgung\u00a0entgegen allen \u00f6kologischen Anforderungen mittels maximaler F\u00f6rdermengen desselben l\u00f6sen m\u00f6chten, entstehen einige Fragen. Wie effektiv sind die Methoden, die von den lokalen Genies und ihren kremlischen Betreuern angewendet werden? Wird die Krim das Problem mit der Wasserversorgung ohne die Lieferung von Wasser aus dem Dnipro l\u00f6sen k\u00f6nnen? Welche Folgen wird all das f\u00fcr \u00d6kologie und die Landwirtschaft auf der Halbinsel haben?<\/p>\n<p>Nach Worten des Chefs des Naturministeriums, Sergei Donskoj, betr\u00e4gt die Gesamtf\u00fcllung der Wasserspeicher auf der Krim am 5. Mai 2016, und das sind die Hauptquellen der Wasserversorgung f\u00fcr \u00f6stliche Bezirke der Halbinsel, 35.800.000 Kubikmeter, was 5.000.000 weniger ist, als noch im letzten Jahr. Und f\u00fcr eine zuverl\u00e4ssige Wasserversorgung der Bezirke von Kertsch, Feodossija und Sudak wird in erster Linie der Bau einer Wasserstra\u00dfe ben\u00f6tigt. Diese wird aber nicht vor Dezember 2016 in Betrieb genommen werden.<\/p>\n<p>Seit 2014 wird zur Auff\u00fcllung von Wasserspeichern f\u00fcr die Brauchwasserversorgung auf der Kertsch-Halbinsel das Wasser aus den Wasserspeichern Belohir und Tajhan Wasserspeichern genommen, die fr\u00fcher zur Bew\u00e4sserung benutzt wurden, wie auch zus\u00e4tzlich von den im Bau befindlichen artesischen Entnahmebauwerken. Dabei bel\u00e4uft sich der Wasserverlust\u00a0beim Wassertransport \u00fcber das Bijuk-Karasu-Kanalbett und den Nord-Krim-Kanal auf 18-28% (nach anderen Angaben auf bis zu 50-60%).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13566133_1192235130807204_477840885_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24562 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13566133_1192235130807204_477840885_n.jpg\" alt=\"13566133_1192235130807204_477840885_n\" width=\"620\" height=\"400\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bereits heute hat der Agrar-Sektor der Halbinsel fast 90% Trinkwasser wegen des \u00dcbergangs der Krim auf lokale Quellen der Wasserversorgung verloren. Die Reiszucht ist bereits Vergangenheit, und wenn kein\u00a0Bew\u00e4sserungssystem in den n\u00e4chsten paar Jahren erschaffen wird, so wird es in Jany Kapi (Krasnoperekopsk) und Perekopsk selbst weder Pflanzen- noch Viehzucht geben.<\/p>\n<p>Wegen unkontrollierten eigenm\u00e4chtigen \u00d6lbohrungen durch Krimer Landp\u00e4chter ist\u00a0die geologische Balance des Grundwassers bereits gest\u00f6rt. Wenn es fr\u00fcher eine Schwemmbew\u00e4sserung gab, die den Boden im normalen Zustand zu halten erlaubte, so kann in der jetzigen Lage bald eine echte \u00f6kologische Katastrophe ausbrechen.<\/p>\n<p>Im Gro\u00dfen und Ganzen ist die Situation der Wasserversorgung auf der Krim nah an einer Katastrophe, denn all die unsystematischen L\u00f6sungsmethoden, die von der heutigen &#8222;Obrigkeit&#8220; angewendet\u00a0werden, stellen\u00a0im Grunde ein banales Herumdoktern an Symptomen dar. Die S\u00e4uberung und Vertiefung der Wasserspeicher, eine Erh\u00f6hung des Grundwasseranteils, der Bau von Absperrd\u00e4mmen usw. &#8211; all das sind lokale Ma\u00dfnahmen, die keinen globalen Effekt erzielen k\u00f6nnen. Der Gro\u00dfteil dieser Ma\u00dfnahmen wird von der politischen F\u00fchrung diktiert, ohne dass sie sich dabei auf gesunden Menschenverstand st\u00fctzen w\u00fcrden. Das beste Beispiel daf\u00fcr ist der Bau von tempor\u00e4ren Rohrleitungen von den zwei Entnahmebauwerken Prostorne und Nischnij zum Kanalbett des Nord-Krim-Kanals. Nicht zuf\u00e4llig wurden dazu Milit\u00e4rangeh\u00f6rige hinzugezogen, denn die Mittel wurden standardm\u00e4\u00dfig &#8222;abgezweigt&#8220;, die Kosten bedeutend erh\u00f6ht und die Fristen nicht eingehalten. Die technische Seite dieses Vorgehens ist \u00e4u\u00dferst zweifelhaft, denn das Grundwasser ist zum Gro\u00dfteil von sehr guter Qualit\u00e4t, und wenn man dieses in den Kanal abl\u00e4sst, geht die Qualit\u00e4t verloren und es wird eine zus\u00e4tzliche Bearbeitung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Nach offiziellen Angaben erreichte die Abnutzung der wasserversorgenden Infrastruktur auf der Krim 2013 74,4%, die Verluste im Wasserversorgungsnetz belaufen sich auf 20-25%. Wenn man gro\u00dfe Verluste bei der Wasserbef\u00f6rderung \u00fcber den Nord-Krim-Kanal (20%) ber\u00fccksichtigt, so erreichen den Verbraucher nicht mehr als 60% des eingehenden Wassers. Um nachzubessern, werden bis zum Jahr 2020 10-12 Milliarden Rubel ben\u00f6tigt. Geplant wird auch ungef\u00e4hr ein Drittel aller 1.500 artesischen Brunnen zu reparieren, die auf der Krim aktiv sind. Zus\u00e4tzlich muss man weitere 150 Brunnen bauen. Daf\u00fcr braucht man bis 2020 weitere\u00a05 Milliarden Rubel.<\/p>\n<p>Das Problem der Steppen-Krim wurde von der &#8222;neuen Macht&#8220; ganz einfach gel\u00f6st: Man besch\u00e4ftigte sich damit einfach nicht. Man lie\u00df die kleinen D\u00f6rfer allein, deren Wasserversorgung in dieser Situation ziemlich erschwert ist. Die Hauptaufgabe besteht darin, die gro\u00dfen St\u00e4dte zu versorgen, die im Fernsehen gezeigt werden. Und das Wichtigste ist, dass f\u00fcr die Verwirklichung von langfristigen Ma\u00dfnahmen gar keine Zeit mehr bleibt. Die kommenden Ma\u00dfnahmen werden nicht den gew\u00fcnschten Effekt bringen.<\/p>\n<p>Nicht weniger wichtig ist aber auch der \u00f6kologische Faktor. Brunnenbohren in gro\u00dfe Tiefen, unkontrolliertes Bohren, Vergr\u00f6\u00dferung der Entnahme aus bereits existierenden Brunnen, Verschwinden der Schwemmbew\u00e4sserung im Agrarsektor werden unvermeidlich \u00a0sowohl dem Boden, als auch den Wassertr\u00e4gern usw. einen gro\u00dfen Schaden zuf\u00fcgen. Der \u00f6kologische Schaden durch ein derartig barbarisches Vorgehen kann nur schwer richtig eingesch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578509_1192235110807206_712637257_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24563\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578509_1192235110807206_712637257_n-300x207.jpg\" alt=\"13578509_1192235110807206_712637257_n\" width=\"640\" height=\"442\" \/><\/a><\/p>\n<p>Somit wird die Krim ohne das Dnipro-Wasser zwar nicht sterben, aber sich an der Schwelle zu einer Wasserkatastrophe wiederfinden. Um das vern\u00fcnftige K\u00f6rnchen Wahrheit in diesem Streit zu finden, muss man die regionalen Besonderheiten der Natur der Krim verstehen und die Zeit zur\u00fcckdrehen, in die Zeit des Lebens der Krim vor dem Bau des Nord-Krim-Kanals. Der katastrophale Wassermangel f\u00fchrte damals dazu, dass bis in die\u00a01930er in Jahren der D\u00fcrre ganze D\u00f6rfer ausstarben. Das Wasser wurde mit Viehgespannen gebracht, und f\u00fcr eine Familie gab es nur einen Eimer davon. Von Landwirtschaft konnte damals gar keine Rede sein. Das Problem wurde durch den Bau des Nord-Krim-Kanals gel\u00f6st.<\/p>\n<p>So wie der Nord-Krim-Kanal der Halbinsel damals das Leben schenkte, so wird seine Austrocknung es wieder nehmen.<\/p>\n<ul>\n<li><em><strong>Lesen Sie zum Thema unseren Artikel vom 20. April 2015: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/russische-okkupanten-vernichten-krimer-oekologie\/\">&#8222;Russische Okkupanten vernichten Krimer \u00d6kologie&#8220;<\/a><\/strong><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<hr \/>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"55\" \/><\/em><\/p>\n<p><em>Dieses Material wurde von\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/100012576887232\">Jekaterina Loginowa<\/a><\/strong> f\u00fcr &#8222;<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1655098804774900\/\">Mediaclub des gesellschaftlichen Dialogs &#8222;Europrostir&#8220;<\/a> (Simferopol, Ukraine) vorbereitet und <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/24273-krym-uhodit-pod-zemlyu\/\">InformNapalm<\/a> zur Verf\u00fcgung gestellt; \u00fcbersetzt von<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\"> Irina Schlegel<\/a>. <strong>Beim\u00a0Nachdruck und\u00a0Verwenden des Materials ist ein\u00a0Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der \u00d6ffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tats\u00e4chlich brechen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit der Annexion der Krim sind zwei Jahre vergangen &#8211;\u00a0die\u00a0alten Probleme\u00a0wurden\u00a0nicht gel\u00f6st, neue kamen aber hinzu. 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Die\u00a0Frage \"Was esse und was trinke ich?\"\u00a0bleibt immer aktuell,\u00a0sowohl f\u00fcr einfache Menschen als auch f\u00fcr die Vertreter der Eliten. Und wenn mit dem Essen auf der Krim alles mehr oder weniger in Ordnung ist, so bleibt die Frage der Wasserversorgung offen. Wegen der Aussetzung von Wasserlieferungen aus dem Fluss Dnipro \u00fcber den Nord-Krim-Kanal haben\u00a0in erster Linie die Landwirte ein Problem und sind gezwungen zur Gewinnung von Grundwasser \u00fcberzugehen.\u00a0<\/strong>\r\n\r\nEs gibt viele Meinungen bez\u00fcglich des Vorhandenseins oder des Fehlens von Wasserlieferungen. Die Frage aber, ob es auf der Krim Probleme mit Wasser gibt und wer daran Schuld tr\u00e4gt, bleibt offen. Ich denke, dass jeder Krimer sich Klarheit dar\u00fcber verschaffen m\u00f6chte. Darum haben wir eine Umfrage unter den Menschen organisiert, die vom Territorium der Halbinsel auf das Festland der Ukraine\u00a0kommen. Die anonyme Umfrage wurde drei Tage lang auf einigen\u00a0Durchlassposten im Gebiet Cherson durchgef\u00fchrt. Als Ergebnis haben wir 412 (71%) von 584 Befragten, die die Frage \"Gibt es Probleme mit Wasser?\" mit \"Ja\" beantworteten. Das Fehlen jeglicher Probleme haben nur 99 (17%) Befragten festgestellt und 73 (12%) konnten die Frage nicht beantworten.\r\n\r\nVon den 412 Menschen, die von einem Problem mit Wasserlieferungen auf der Krim \u00fcberzeugt sind, legen es\u00a0252 (61%) den\u00a0russischen Beh\u00f6rden zur Last, 101 (30%) den ukrainischen Beh\u00f6rden, 59 (9%) sehen die \"Wurzel des B\u00f6sen\" in etwas anderem, zum Beispiel in der \"wirtschaftlichen Blockade\" der Halbinsel.\r\n\r\nLasst uns diese Fragen kl\u00e4ren. Also ist\u00a0die Halbinsel im Fr\u00fchling 2014 ohne das Wasser aus dem Dnipro geblieben, damals herrschte auf der Halbinsel eine Euphorie wegen der bewaffneten Einnahme, die als \"Krimer Fr\u00fchling\" bezeichnet wurde. Zum H\u00f6hepunkt jener Ereignisse begannen die Vertreter der sogenannten \"Volkswehr\" und alle m\u00f6glichen Gauner, staatliche Objekte in der Autonomen Republik einzunehmen. Auch die Pumpenanlagen des Nord-Krim-Kanals sind dabei keine Ausnahme gewesen - unter dem Druck der russischen Beh\u00f6rden wurden sie abgeschaltet, wobei den Krimbewohnern erkl\u00e4rt wurde, dass sie keine Wasserlieferungen aus einem \"Bandera-Staat\" brauchen. Die \"Junta\" sollte sich am eigenen Wasser verschlucken.\r\n\r\nDer Verlust der Kontrolle \u00fcber die Objekte des Nord-Krim-Kanals auf der Halbinsel und die Unprofessionalit\u00e4t jener, die sie eingenommen hatten, bleiben das Hauptproblem der Wasserlieferungen auf die Krim. Als Probleml\u00f6sung gab\u00a0die selbsternannte Regierung der Krim verschiedene Varianten an, jede phantastischer als die vorige. Von Entsalzung des Meerwassers bis hin zu Wasserlieferungen aus dem russischen Gebiet Krasnodar. Dabei ging\u00a0man auf der Krim faktisch unverz\u00fcglich f\u00fcr die Versorgung der Landwirtschaft der Krim zur Gewinnung von Grundwasser \u00fcber. Insgesamt hat das Naturministerium\u00a0seit Beginn der Okkupation 43 Lizenzen zur Gewinnung von Grundwasser f\u00fcr die Landwirtschaft ausgeh\u00e4ndigt. Aber das war nicht genug. Wie der \"Verwaltungsleiter\" des Landkreises Perekop, Sergei Bidanez, behauptet, verwandeln sich mit Beginn der Sommerhitze die Steppen-Gebiete der Krim ohne Wasser in eine ausgebrannte W\u00fcste, in der man nicht mal Viehfutter anbauen kann - trotz der Tatsache, dass die \"Regierung\" der Krim sich rechtzeitig mit dem Problem der Landwirte besch\u00e4ftigte. Was bedeutet, dass auch die Entwicklung von alternativer Viehzucht mit vielen Fragezeichen versehen ist..\r\n\r\nAls \"sehr ernst, aber nicht katastrophal\" bezeichnete der \"Vorsitzende des Agrar-Komitees\" der Republik, Igor Weil, w\u00e4hrend der Sitzung des \"Komitees des Staatsrats der Krim in Fragen der Agrarpolitik, \u00d6kologie und Naturressourcen\" die Situation der Wasserlieferungen auf die \u00f6stliche Krim. Seinen Worten nach sind seit Jahresbeginn\u00a0in die Tajhan- und Belohir-Wasserspeicher\u00a0statt 20 Millionen Kubikmetern nat\u00fcrlichen Beckenzuflusses nur 3,4 Millionen Kubikmeter Wasser eingeflossen. \"Der Taihan ist leer, in Belohir gibt es nur 3 Millionen Kubikmeter Nutzwasser zum Umpumpen, weitere 55.000 Kubikmeter kommen t\u00e4glich aus den Grundwasserquellen,\" pr\u00e4zisierte Weil. Zur Situationsverbesserung beabsichtigt das Komitee der Wasserwirtschaft die Wasserleitung am Entnahmebauwerk Prostornen anzuschlie\u00dfen, was weitere 50.000 Kubikmeter Wasser in die Wasserspeicher der \u00f6stlichen Krim zu leiten erlauben wird. Auch wird versprochen, den Boden des Selenohirski-Wasserspeicher zu reinigen, was weitere 700-800.000 Kubikmeter bringen soll,\u00a0und die Arbeiten zur Vertiefung der Wasserspeicher von Stanzionnij und Feodossija durchzuf\u00fchren, um ein zus\u00e4tzliches Wasservolumen von 4 Millionen Kubikmeter Wasser f\u00fcr die\u00a0Verbraucher zu schaffen.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13549327_1192235140807203_931283795_o.jpg\"><img class=\"alignnone wp-image-24564\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13549327_1192235140807203_931283795_o-300x145.jpg\" alt=\"13549327_1192235140807203_931283795_o\" width=\"640\" height=\"310\" \/><\/a>\r\n\r\nMich w\u00fcrde interessieren, ob sich die Situation mit dem Wasser auf der \u00f6stlichen Krim nach den durchgef\u00fchrten Arbeiten verbessern wird, wie es das \"Oberhaupt der Agrarwirtschaft\" zusichert. Diese Frage beantwortete Igor Weil auf derselben Sitzung selbst: \"Das Wasser ist da, aber es gibt einen R\u00fcckstand und man kommt nicht dran\". Wof\u00fcr werden dann diese kostspieligen Arbeiten gef\u00fchrt? Die Antwort ist offensichtlich: Um die Bev\u00f6lkerung zu beruhigen. Das Wichtigste ist nicht, das Problem zu l\u00f6sen, sondern zu zeigen, dass man sich mit dem Problem besch\u00e4ftigt.\r\n\r\nNa, werden wir ja sehen. Bislang gibt es kaum Anlass f\u00fcr Optimismus auf dem \"ur-russischen Boden\", der von Russland annektiert wurde.\r\n\r\n<strong>Wasserleitungen von burjatischen Wehrdienstleistenden-\"Gastarbeitern\"<\/strong>\r\n\r\nAls ich diesen Artikel vorbereitete, stie\u00df ich im Internet auf eine interessante Notiz. 2015 wurde zur Wasserversorgung f\u00fcr die Ortschaften auf der Halbinsel das Rohrleitungsbau-Bataillon der Logistik-Brigade des \u00d6stlichen Milit\u00e4rbezirks Russlands hinzugezogen. Insgesamt waren nach Mitteilungen von Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen circa 300 Milit\u00e4rangeh\u00f6rige des Bezirks und \u00fcber 90 Einheiten mit Milit\u00e4rger\u00e4t und spezieller Technik bei den Arbeiten eingesetzt. Auf der Halbinsel haben Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen 24 Feldhauptrohrleitungen mit einer Gesamtl\u00e4nge von 288 Kilometer vom Entnahmebauwerk Prostorne bis zum Nord-Krim-Kanal verlegt. Und was ist das Resultat? Das Resultat ist bemerkenswert, man k\u00f6nnte sogar sagen - exotisch. Nun betrachten lokale Einwohner die fast leeren Bew\u00e4sserungsrinnen, wo zwischen all dem M\u00fcll die 30 kilometerlangen Rohrleitungen liegen, die nicht mal mit Boden aufgesch\u00fcttet wurden und einfach nur unter freiem Himmel liegen. Betrachten sie und wundern sich: Was f\u00fcr Wundermeister haben das gebaut und welchen Sinn hat das alles? Denn Wasser gibt es in den Kan\u00e4len noch immer nicht sonderlich viel.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578524_1192235124140538_1822957754_n.jpg\"><img class=\"alignnone wp-image-24561\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578524_1192235124140538_1822957754_n.jpg\" alt=\"13578524_1192235124140538_1822957754_n\" width=\"635\" height=\"301\" \/><\/a>\r\n\r\nWobei man sich nicht zu wundern braucht: alles wurde auf echte \"russische\" Art und Weise gebaut, billig und b\u00f6swillig, mit den H\u00e4nden der kostenlosen Arbeitskraft also von Wehrdienstleistenden aus Burjatien, und nat\u00fcrlich mit gro\u00dfem Pathos: \"Die Russen lassen die eigenen Leute nicht im Stich!\" Freuen kann man sich dabei nur \u00fcber eine Sache: dass die lokale Bev\u00f6lkerung die unbesch\u00e4digten R\u00f6hren wohl f\u00fcr eigene Bed\u00fcrfnisse im Haushalt verwenden k\u00f6nnen.\r\n\r\n<strong>Also wird es kein Wasser geben?<\/strong>\r\n\r\nWenn man ber\u00fccksichtigt, dass die Halbinsel Krim relativ arm an Grundwasser ist und dass die Besatzungskr\u00e4fte das Problem der Wasserversorgung\u00a0entgegen allen \u00f6kologischen Anforderungen mittels maximaler F\u00f6rdermengen desselben l\u00f6sen m\u00f6chten, entstehen einige Fragen. Wie effektiv sind die Methoden, die von den lokalen Genies und ihren kremlischen Betreuern angewendet werden? Wird die Krim das Problem mit der Wasserversorgung ohne die Lieferung von Wasser aus dem Dnipro l\u00f6sen k\u00f6nnen? Welche Folgen wird all das f\u00fcr \u00d6kologie und die Landwirtschaft auf der Halbinsel haben?\r\n\r\nNach Worten des Chefs des Naturministeriums, Sergei Donskoj, betr\u00e4gt die Gesamtf\u00fcllung der Wasserspeicher auf der Krim am 5. Mai 2016, und das sind die Hauptquellen der Wasserversorgung f\u00fcr \u00f6stliche Bezirke der Halbinsel, 35.800.000 Kubikmeter, was 5.000.000 weniger ist, als noch im letzten Jahr. Und f\u00fcr eine zuverl\u00e4ssige Wasserversorgung der Bezirke von Kertsch, Feodossija und Sudak wird in erster Linie der Bau einer Wasserstra\u00dfe ben\u00f6tigt. Diese wird aber nicht vor Dezember 2016 in Betrieb genommen werden.\r\n\r\nSeit 2014 wird zur Auff\u00fcllung von Wasserspeichern f\u00fcr die Brauchwasserversorgung auf der Kertsch-Halbinsel das Wasser aus den Wasserspeichern Belohir und Tajhan Wasserspeichern genommen, die fr\u00fcher zur Bew\u00e4sserung benutzt wurden, wie auch zus\u00e4tzlich von den im Bau befindlichen artesischen Entnahmebauwerken. Dabei bel\u00e4uft sich der Wasserverlust\u00a0beim Wassertransport \u00fcber das Bijuk-Karasu-Kanalbett und den Nord-Krim-Kanal auf 18-28% (nach anderen Angaben auf bis zu 50-60%).\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13566133_1192235130807204_477840885_n.jpg\"><img class=\"alignnone wp-image-24562 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13566133_1192235130807204_477840885_n.jpg\" alt=\"13566133_1192235130807204_477840885_n\" width=\"620\" height=\"400\" \/><\/a>\r\n\r\nBereits heute hat der Agrar-Sektor der Halbinsel fast 90% Trinkwasser wegen des \u00dcbergangs der Krim auf lokale Quellen der Wasserversorgung verloren. Die Reiszucht ist bereits Vergangenheit, und wenn kein\u00a0Bew\u00e4sserungssystem in den n\u00e4chsten paar Jahren erschaffen wird, so wird es in Jany Kapi (Krasnoperekopsk) und Perekopsk selbst weder Pflanzen- noch Viehzucht geben.\r\n\r\nWegen unkontrollierten eigenm\u00e4chtigen \u00d6lbohrungen durch Krimer Landp\u00e4chter ist\u00a0die geologische Balance des Grundwassers bereits gest\u00f6rt. Wenn es fr\u00fcher eine Schwemmbew\u00e4sserung gab, die den Boden im normalen Zustand zu halten erlaubte, so kann in der jetzigen Lage bald eine echte \u00f6kologische Katastrophe ausbrechen.\r\n\r\nIm Gro\u00dfen und Ganzen ist die Situation der Wasserversorgung auf der Krim nah an einer Katastrophe, denn all die unsystematischen L\u00f6sungsmethoden, die von der heutigen \"Obrigkeit\" angewendet\u00a0werden, stellen\u00a0im Grunde ein banales Herumdoktern an Symptomen dar. Die S\u00e4uberung und Vertiefung der Wasserspeicher, eine Erh\u00f6hung des Grundwasseranteils, der Bau von Absperrd\u00e4mmen usw. - all das sind lokale Ma\u00dfnahmen, die keinen globalen Effekt erzielen k\u00f6nnen. Der Gro\u00dfteil dieser Ma\u00dfnahmen wird von der politischen F\u00fchrung diktiert, ohne dass sie sich dabei auf gesunden Menschenverstand st\u00fctzen w\u00fcrden. Das beste Beispiel daf\u00fcr ist der Bau von tempor\u00e4ren Rohrleitungen von den zwei Entnahmebauwerken Prostorne und Nischnij zum Kanalbett des Nord-Krim-Kanals. Nicht zuf\u00e4llig wurden dazu Milit\u00e4rangeh\u00f6rige hinzugezogen, denn die Mittel wurden standardm\u00e4\u00dfig \"abgezweigt\", die Kosten bedeutend erh\u00f6ht und die Fristen nicht eingehalten. Die technische Seite dieses Vorgehens ist \u00e4u\u00dferst zweifelhaft, denn das Grundwasser ist zum Gro\u00dfteil von sehr guter Qualit\u00e4t, und wenn man dieses in den Kanal abl\u00e4sst, geht die Qualit\u00e4t verloren und es wird eine zus\u00e4tzliche Bearbeitung n\u00f6tig.\r\n\r\nNach offiziellen Angaben erreichte die Abnutzung der wasserversorgenden Infrastruktur auf der Krim 2013 74,4%, die Verluste im Wasserversorgungsnetz belaufen sich auf 20-25%. Wenn man gro\u00dfe Verluste bei der Wasserbef\u00f6rderung \u00fcber den Nord-Krim-Kanal (20%) ber\u00fccksichtigt, so erreichen den Verbraucher nicht mehr als 60% des eingehenden Wassers. Um nachzubessern, werden bis zum Jahr 2020 10-12 Milliarden Rubel ben\u00f6tigt. Geplant wird auch ungef\u00e4hr ein Drittel aller 1.500 artesischen Brunnen zu reparieren, die auf der Krim aktiv sind. Zus\u00e4tzlich muss man weitere 150 Brunnen bauen. Daf\u00fcr braucht man bis 2020 weitere\u00a05 Milliarden Rubel.\r\n\r\nDas Problem der Steppen-Krim wurde von der \"neuen Macht\" ganz einfach gel\u00f6st: Man besch\u00e4ftigte sich damit einfach nicht. Man lie\u00df die kleinen D\u00f6rfer allein, deren Wasserversorgung in dieser Situation ziemlich erschwert ist. Die Hauptaufgabe besteht darin, die gro\u00dfen St\u00e4dte zu versorgen, die im Fernsehen gezeigt werden. Und das Wichtigste ist, dass f\u00fcr die Verwirklichung von langfristigen Ma\u00dfnahmen gar keine Zeit mehr bleibt. Die kommenden Ma\u00dfnahmen werden nicht den gew\u00fcnschten Effekt bringen.\r\n\r\nNicht weniger wichtig ist aber auch der \u00f6kologische Faktor. Brunnenbohren in gro\u00dfe Tiefen, unkontrolliertes Bohren, Vergr\u00f6\u00dferung der Entnahme aus bereits existierenden Brunnen, Verschwinden der Schwemmbew\u00e4sserung im Agrarsektor werden unvermeidlich \u00a0sowohl dem Boden, als auch den Wassertr\u00e4gern usw. einen gro\u00dfen Schaden zuf\u00fcgen. Der \u00f6kologische Schaden durch ein derartig barbarisches Vorgehen kann nur schwer richtig eingesch\u00e4tzt werden.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578509_1192235110807206_712637257_n.jpg\"><img class=\"alignnone wp-image-24563\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/13578509_1192235110807206_712637257_n-300x207.jpg\" alt=\"13578509_1192235110807206_712637257_n\" width=\"640\" height=\"442\" \/><\/a>\r\n\r\nSomit wird die Krim ohne das Dnipro-Wasser zwar nicht sterben, aber sich an der Schwelle zu einer Wasserkatastrophe wiederfinden. Um das vern\u00fcnftige K\u00f6rnchen Wahrheit in diesem Streit zu finden, muss man die regionalen Besonderheiten der Natur der Krim verstehen und die Zeit zur\u00fcckdrehen, in die Zeit des Lebens der Krim vor dem Bau des Nord-Krim-Kanals. Der katastrophale Wassermangel f\u00fchrte damals dazu, dass bis in die\u00a01930er in Jahren der D\u00fcrre ganze D\u00f6rfer ausstarben. Das Wasser wurde mit Viehgespannen gebracht, und f\u00fcr eine Familie gab es nur einen Eimer davon. Von Landwirtschaft konnte damals gar keine Rede sein. Das Problem wurde durch den Bau des Nord-Krim-Kanals gel\u00f6st.\r\n\r\nSo wie der Nord-Krim-Kanal der Halbinsel damals das Leben schenkte, so wird seine Austrocknung es wieder nehmen.\r\n<ul>\r\n \t<li><em><strong>Lesen Sie zum Thema unseren Artikel vom 20. April 2015: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/russische-okkupanten-vernichten-krimer-oekologie\/\">\"Russische Okkupanten vernichten Krimer \u00d6kologie\"<\/a><\/strong><\/em><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<em><img class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"55\" \/><\/em>\r\n\r\n<em>Dieses Material wurde von\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/100012576887232\">Jekaterina Loginowa<\/a><\/strong> f\u00fcr \"<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/1655098804774900\/\">Mediaclub des gesellschaftlichen Dialogs \"Europrostir\"<\/a> (Simferopol, Ukraine) vorbereitet und <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/24273-krym-uhodit-pod-zemlyu\/\">InformNapalm<\/a> zur Verf\u00fcgung gestellt; \u00fcbersetzt von<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\"> Irina Schlegel<\/a>. <strong>Beim\u00a0Nachdruck und\u00a0Verwenden des Materials ist ein\u00a0Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.\u00a0<\/strong><\/em>\r\n\r\n<em><strong>Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. 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