{"id":21322,"date":"2016-12-25T11:00:46","date_gmt":"2016-12-25T11:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=21322"},"modified":"2016-12-25T11:10:20","modified_gmt":"2016-12-25T11:10:20","slug":"switlodarsk-bogen-taktische-lage-ergebnisse-und-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/switlodarsk-bogen-taktische-lage-ergebnisse-und-perspektiven\/","title":{"rendered":"Switlodarsk-Bogen: Taktische Lage, Ergebnisse und Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>Wir ver\u00f6ffentlichen heute eine interessante Analyse der Situation am Switlodarsk-Bogen, die der ATO-Veteran Yuri Rudenko f\u00fcr die<a href=\"https:\/\/inforesist.org\/svetlodarskaya-duga-predposyilki-dostizheniya-i-perspektivyi\/\">\u00a0Webseite Inforesist<\/a> vorbereitete.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Switlodarsk-Bogen wird nicht grundlos ein Bogen genannt. Nach dem Abzug unserer Truppen aus Debalzewe im Februar 2015 stellt die bedingte &#8222;Demarkationslinie&#8220; in diesem Frontabschnitt tats\u00e4chlich einen\u00a0Bogen dar, der das Dorf Luhanske umgibt und im Westen an den Wuhlehirsk-Wasserspeicher angrenzt.<\/p>\n<p>Ein schwieriger, mit verschiedenen H\u00f6hen, Gel\u00e4nderelief, relativ weite Entfernung von den besiedelten Ortschaften in Kombination mit der Unlust des Gegners, sich mitten in einer leeren Steppe wiederzufinden, hat unseren Kr\u00e4ften einen gewissen Raum gegeben, und die Taktik einer &#8222;schleichenden Offensive&#8220; in diesem Abschnitt brachte uns positive &#8222;Dividenden&#8220; bereits seit Februar 2016: Es erlaubte schrittweise die &#8222;graue Zone&#8220; einzunehmen, vollwertige Unterst\u00e4nde und Sch\u00fctzengr\u00e4ben auszubauen und die Ber\u00fchrungslinie vom Mironowski-W\u00e4rmekraftwerk und in erster Linie &#8211; vom Wuhlehirsk-W\u00e4rmekraftwerk, die strategische Bedeutung haben, zur\u00fcckzuschieben.<\/p>\n<blockquote><p>Wenn man die Tatsache ber\u00fccksichtigt, dass Debalzewe und seine Umgebung laut\u00a0Minsker Abkommen de jure\u00a0als Territorien anerkannt wurden, die der ukrainischen Kontrolle\u00a0unterstehen, entspricht dieses Vorgehen unserer Armee den Bedingungen des obengenannten Abkommens.<\/p><\/blockquote>\n<p>Zugleich sollte man ber\u00fccksichtigen, dass dieser Raum an der Schnittstelle zwischen den sogenannten &#8222;LVR&#8220; und &#8222;DVR&#8220; liegt und die Gegnerabwehr an diesem Abschnitt wegen der Kooperationsproblemen zwischen den Truppen der beiden terroristischen Organisationen deutlich geschw\u00e4cht ist. Nicht verwunderlich ist deshalb, dass unsere Truppenleitung sich drum bem\u00fchte, diese Tatsache zur Verbesserung unserer Positionen sowohl in taktischer als auch strategischer Sicht zu nutzen.<\/p>\n<p>Ein paar Kilometer langer Vorsto\u00df in Richtung Debalzewe w\u00fcrde erlauben, die Verkehrsstrasse M04 (Snamjanka-Krasnodon) im Abschnitt Wuhlehirsk-Debelazewe unter Feuerkontrolle zu nehmen, was wiederum Probleme mit der Versorgung von Horliwka zu Folge h\u00e4tte und h\u00f6chstwahrscheinlich auch erlauben w\u00fcrde, die ukrainischen Positionen in Bezug auf einen Gegenbatteriekampf zu verbessern, indem der Nordwesten von Horliwka f\u00fcr Gegnerartillerie &#8222;geschlossen&#8220; wird, was wiederum die Situation in Sajzewo, Golmowskoje und Kurdjumowka beeinflussen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zugleich versteht aber auch der Gegner die strategische Wichtigkeit dieses Raums (\u00fcberh\u00f6hte H\u00f6hen) und versuchte darum ebenfalls, seine Positionen zu verbessern. Deshalb verbrachten die beiden Seiten faktisch den ganzen Sommer damit, sich Artillerieduelle und Kampfzusammenst\u00f6sse in kleinen Gruppen zu liefern.<\/p>\n<blockquote><p>Die Industriezone in Awdijiwka lenkte aber sowohl die Kr\u00e4fte und Mittel, als auch die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit von diesem Frontabschnitt ab.<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Sommer 2016, genauer am 29. Juni 2016, fand der erste ernsthafte Zusammenstoss unter Einsatz von Panzerfahrzeugen statt. Eine zusammengesetzte Abteilung aus den Soldaten der 54. Brigade und des Bataillons &#8222;Kiewskaja Rus&#8220;, sowie Aufkl\u00e4rergruppen des &#8222;Rechten Sektors&#8220; haben im Gegenzug f\u00fcr M\u00f6rserbesch\u00fcsse einen Angriff auf die H\u00f6hen, die vom Gegner besetzt waren, ausgef\u00fchrt. Es wurde ein St\u00fctzpunkt eingenommen und sein Kommandeur Ajrat Natikowitsch Kalimullin, ein Staatsb\u00fcrger Russlands aus Tatarstan, wurde get\u00f6tet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><em>Anmerkung der IN-Redaktion:<\/em><\/strong><br \/>\n<em>Nach\u00a0Angaben von InformNapalm ist die Information \u00fcber den Tod des\u00a0Leutnants A.Kalimullin nicht wahrheitsgerecht und wurde f\u00e4lschlicherweise in den Medien\u00a0verbreitet. Im Juli 2016\u00a0trafen sich die\u00a0Freiwilligen von InformNapalm mit einem der\u00a0K\u00e4mpfer, der am Kampf am Switlodarsk-Bogen am 29. Juni\u00a0teilnahm. Er zeigte den Pass von Kalimullin, den er bei seiner\u00a0Flucht auf den Stellungen\u00a0zur\u00fcckgelassen hatte, sowie einen Urlaubsschein mit einer Telefonnummer auf der\u00a0R\u00fcckseite, der in den Dokumenten eines\u00a0Scharfsch\u00fctzen, des russischen\u00a0Staatsb\u00fcrgers\u00a0Alexander Galkin, gefunden wurde, der ein Untergebener von A.Kalimullin war. Die Nummer haben wir angerufen und dadurch\u00a0zus\u00e4tzliche\u00a0Umst\u00e4nde erfahren, die uns zu beweisen erlaubten, dass Ajrat Kalimullin am Leben ist.<br \/>\n<\/em><br \/>\n<strong><em>N\u00e4heres dazu hier: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/russische-staatsbuerger\/\">&#8222;Russische Staatsb\u00fcrger: Liquidierung eines russischen Scharfsch\u00fctzen und ein Anruf an seinen gefl\u00fcchteten Kommandeur&#8220;<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Die Gegnerartillerie nahm die just eingenommenen Stellungen unter Beschuss. Es wurde zwar die Schwerbewaffnung des Gegners vernichtet, wegen der qualitativ schlechten Verteidigungsanlagen war man aber gezwungen, zur\u00fcckzuziehen. Die Kampfverluste betrugen auf der ukrainischen Seite 2 Gefallene und 10 Verwundete, der Gegner verlor sch\u00e4tzungsweise 20 K\u00e4mpfer (darunter 6 Gefangene auf der ukrainischen Seite, die unter dem Feuer der &#8222;eigenen&#8220; Artillerie ums Leben kamen)&#8230;<\/p>\n<blockquote><p>Bis Dezember 2016 blieb die Situation am Bogen unver\u00e4ndert &#8211; am 18. Dezember wiederholte sich aber der Kampf unter gleichen Bedingungen, aber in einem ganz anderen Ausma\u00df&#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Am 18. Dezember wurde eine lokale Offensive gestartet, mit Kr\u00e4ften bis zu einer Kompanie, deren Ziel es war, die Gegnerstellungen im Wald zu neutralisieren (Die Stellungen \u00f6stlicher von 231.6-H\u00f6he, die im Winter 2015 &#8222;Feuerstellung Pascha&#8220; hie\u00df). Von dieser Stellung aus wurden permanente Besch\u00fcsse gef\u00fchrt, die unter anderem auch gef\u00e4hrlich f\u00fcr das Wuhlehirsk-W\u00e4rmekraftwerk waren, da sie zu einer St\u00f6rung von Strom- und Wasserversorgung der Stadt Bachmut und seiner Umgebung f\u00fchren konnten. F\u00fcr die erfolgreiche S\u00e4uberung des Waldes selbst, musste man den St\u00fctzpunkt des Gegners auf der 216.8-H\u00f6he neutralisieren (Die Terroristen nennen ihn &#8222;Kikimora&#8220;).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/15697724_744823912341715_3892989247417860656_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-31366\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/15697724_744823912341715_3892989247417860656_n.jpg\" alt=\"\" width=\"923\" height=\"720\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um circa 6 Uhr morgens begann die Operation. Ihre Sommererfahrung ber\u00fccksichtigend, haben die S\u00f6ldner ihre Stellungen besser befestigt und leisteten einen ernsthaften Widerstand. Sie baten um Artillerieunterst\u00fctzung und der lokale Konflikt wurde zu einer ziemlich ernsten Auseinandersetzung, unter Einsatz von Reserve und Panzerfahrzeugen. Au\u00dfer einem Artillerieduell wurde ein Nahkampf auf einer Entfernung von 10 bis 200 Meter gef\u00fchrt, mehrere Gegenangriffe wurden ausgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ukrainische Truppen trugen empfindliche Verluste. 8 Gefallene und circa 30 Verwundete, Gequetschte und Traumatisierte (zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels). Die Gegnerverluste (nach Angaben aus verschiedenen Quellen) belaufen sich auf circa 20 Gefallene. Zum Ende des ersten Gefechtstages blieb der St\u00fctzpunkt &#8222;216.8-H\u00f6he&#8220; bei den ukrainischen Truppen, es wurde die Zufuhr von Kampfsatz organisiert und die Rotation des Personalbestands auf den Stellungen durchgef\u00fchrt. Eine wichtige Rolle bei der Evakuierung von Verwundeten spielten die Mannschaften der freiwilligen Rettungsassistenten-Organisation ASAP.<\/p>\n<blockquote><p>Per Abend des 18. Dezember wurde in sozialen Netzwerken und in Nachrichtenquellen eine Panik initiiert, wobei das proukrainische Internet-Segment haupts\u00e4chlich die Verluste der ukrainischen Truppen besprach, und die prorussischen Medien die lokale Operation ukrainischer Truppen aber als eine ernsthafte Offensive auf Debalzewe pr\u00e4sentierten und behaupteten, dass die Ukraine das Minsker Abkommen dadurch verletzt h\u00e4tte. Was sie dabei verga\u00dfen, ist die Tatsache, dass der komplette Raum von Debalzewe nach Bedingungen von Minsk-II unter die Kontrolle der ukrainischen Truppen \u00fcbergeben werden musste.<\/p><\/blockquote>\n<p>Am 19. Dezember wurden die K\u00e4mpfe weitergef\u00fchrt, sind aber weniger intensiv geworden. Haupts\u00e4chlich wurde Artillerie eingesetzt, zur Tagesmitte wurden aber die Abteilungen der 17. selbstst\u00e4ndigen Panzerbrigade in Gefechtsbereitschaft versetzt, zwecks Neutralisierung von vorstossenden Gegnerkr\u00e4ften. Zum Einsatz der Panzer kam es aber nicht &#8211; der Gegnervorstoss konnte mit vorhandenen Kr\u00e4ften zur\u00fcckgehalten werden.<\/p>\n<p>Per 20-21. Dezember kann man schwer \u00fcber ein Ende der K\u00e4mpfe sprechen, die Intensit\u00e4t der K\u00e4mpfe lies aber nach. Es gibt Voraussetzungen zur weiteren Entwicklung der Situation. Die eingenommenen Stellungen erlauben es, die Bewegungen \u00fcber die Verkehrsstrasse Snamjanka-Krasnodon (im Abschnitt Wuhlehirsk-Debalzewe) zu beobachten. Auch vereinfacht diese Position die Aufgabenl\u00f6sung zur Unterdr\u00fcckung der Gegnerartillerie (im Raum von Golmowski-Bajrak-Gurty), was wiederum zur Verschiebung der Demarkationslinie in dieser Gegend f\u00fchren kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-31367\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2-1.jpg\" alt=\"\" width=\"759\" height=\"558\" \/><\/a><\/p>\n<p>H\u00f6chstwahrscheinlich versteht der Gegner die neue Situation und wird versuchen, die 206.8-H\u00f6he zur\u00fcckzuerobern, wobei die ukrainischen Streitkr\u00e4fte gezwungen sein werden (zwecks Verbesserung der Konfiguration der Ber\u00fchrungslinie) die n\u00e4chstliegende 226.7-H\u00f6he ebenfalls einzunehmen. Was im Grunde das Vorgehen der russischen Streitkr\u00e4fte in 2015 wiederholen wird, als diese das Dorf Logwinowo eingenommen hatten.<\/p>\n<p>Hier sollte man auch \u00a0ber\u00fccksichtigen, dass zum jetzigen Zeitpunkt das Dorf Logwinowo nicht mehr jene Bedeutung hat, die es im Februar 2015 hatte, als der Kampf hauts\u00e4chlich um die Verkehrsstrasse Charkiw-Rostow gef\u00fchrt wurde. Auf dem Weg zur wichtigsten H\u00f6he im Raum &#8211; der 309-H\u00f6he (ehemalige Feuerstellung &#8222;Walera&#8220;) &#8211; werden unsere Kr\u00e4fte eindeutig gezwungen sein, die Kontrolle \u00fcber die H\u00f6hen im Raum von Lowginowo zu \u00fcbernehmen, was am Ende zu einer Ver\u00e4nderung auf der ganzen Frontlinie f\u00fchren wird.<\/p>\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt besitzt die Frontlinie 2 beidseitig zweischneidige Vorspr\u00fcnge und wahrscheinlich sind weder die ukrainischen Streitkr\u00e4fte noch ihr Gegner mit der jetzigen Situation zufrieden. Wenn man die Tatsache ber\u00fccksichtigt, dass die OSZE-Mission sich gerade auf Weihnachtsferien vorbereitet und es am 22. Dezember einen weiteren &#8222;humanit\u00e4ren Konvoi&#8220; aus Russland gab, kann man annehmen, dass die Lageversch\u00e4rfung in Debalzewe-Richtung gerade erst beginnt&#8230;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Autor: Yuri Rudenko<\/strong>, ATO-Veteran und Freiwilliger; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel.<\/a>\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir ver\u00f6ffentlichen heute eine interessante Analyse der Situation am Switlodarsk-Bogen, die der ATO-Veteran Yuri Rudenko f\u00fcr die\u00a0Webseite&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":21327,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,707,78],"tags":[6,217,9,1152],"class_list":["post-21322","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-gesellschaft","category-lagebericht","tag-ato","tag-debalzewe","tag-donbass","tag-switlodarsk"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - 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Nach dem Abzug unserer Truppen aus Debalzewe im Februar 2015 stellt die bedingte \"Demarkationslinie\" in diesem Frontabschnitt tats\u00e4chlich einen\u00a0Bogen dar, der das Dorf Luhanske umgibt und im Westen an den Wuhlehirsk-Wasserspeicher angrenzt.\r\n\r\nEin schwieriger, mit verschiedenen H\u00f6hen, Gel\u00e4nderelief, relativ weite Entfernung von den besiedelten Ortschaften in Kombination mit der Unlust des Gegners, sich mitten in einer leeren Steppe wiederzufinden, hat unseren Kr\u00e4ften einen gewissen Raum gegeben, und die Taktik einer \"schleichenden Offensive\" in diesem Abschnitt brachte uns positive \"Dividenden\" bereits seit Februar 2016: Es erlaubte schrittweise die \"graue Zone\" einzunehmen, vollwertige Unterst\u00e4nde und Sch\u00fctzengr\u00e4ben auszubauen und die Ber\u00fchrungslinie vom Mironowski-W\u00e4rmekraftwerk und in erster Linie - vom Wuhlehirsk-W\u00e4rmekraftwerk, die strategische Bedeutung haben, zur\u00fcckzuschieben.\r\n<blockquote>Wenn man die Tatsache ber\u00fccksichtigt, dass Debalzewe und seine Umgebung laut\u00a0Minsker Abkommen de jure\u00a0als Territorien anerkannt wurden, die der ukrainischen Kontrolle\u00a0unterstehen, entspricht dieses Vorgehen unserer Armee den Bedingungen des obengenannten Abkommens.<\/blockquote>\r\nZugleich sollte man ber\u00fccksichtigen, dass dieser Raum an der Schnittstelle zwischen den sogenannten \"LVR\" und \"DVR\" liegt und die Gegnerabwehr an diesem Abschnitt wegen der Kooperationsproblemen zwischen den Truppen der beiden terroristischen Organisationen deutlich geschw\u00e4cht ist. Nicht verwunderlich ist deshalb, dass unsere Truppenleitung sich drum bem\u00fchte, diese Tatsache zur Verbesserung unserer Positionen sowohl in taktischer als auch strategischer Sicht zu nutzen.\r\n\r\nEin paar Kilometer langer Vorsto\u00df in Richtung Debalzewe w\u00fcrde erlauben, die Verkehrsstrasse M04 (Snamjanka-Krasnodon) im Abschnitt Wuhlehirsk-Debelazewe unter Feuerkontrolle zu nehmen, was wiederum Probleme mit der Versorgung von Horliwka zu Folge h\u00e4tte und h\u00f6chstwahrscheinlich auch erlauben w\u00fcrde, die ukrainischen Positionen in Bezug auf einen Gegenbatteriekampf zu verbessern, indem der Nordwesten von Horliwka f\u00fcr Gegnerartillerie \"geschlossen\" wird, was wiederum die Situation in Sajzewo, Golmowskoje und Kurdjumowka beeinflussen w\u00fcrde.\r\n\r\nZugleich versteht aber auch der Gegner die strategische Wichtigkeit dieses Raums (\u00fcberh\u00f6hte H\u00f6hen) und versuchte darum ebenfalls, seine Positionen zu verbessern. Deshalb verbrachten die beiden Seiten faktisch den ganzen Sommer damit, sich Artillerieduelle und Kampfzusammenst\u00f6sse in kleinen Gruppen zu liefern.\r\n<blockquote>Die Industriezone in Awdijiwka lenkte aber sowohl die Kr\u00e4fte und Mittel, als auch die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit von diesem Frontabschnitt ab.<\/blockquote>\r\nIm Sommer 2016, genauer am 29. Juni 2016, fand der erste ernsthafte Zusammenstoss unter Einsatz von Panzerfahrzeugen statt. Eine zusammengesetzte Abteilung aus den Soldaten der 54. Brigade und des Bataillons \"Kiewskaja Rus\", sowie Aufkl\u00e4rergruppen des \"Rechten Sektors\" haben im Gegenzug f\u00fcr M\u00f6rserbesch\u00fcsse einen Angriff auf die H\u00f6hen, die vom Gegner besetzt waren, ausgef\u00fchrt. Es wurde ein St\u00fctzpunkt eingenommen und sein Kommandeur Ajrat Natikowitsch Kalimullin, ein Staatsb\u00fcrger Russlands aus Tatarstan, wurde get\u00f6tet.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<strong><em>Anmerkung der IN-Redaktion:<\/em><\/strong>\r\n<em>Nach\u00a0Angaben von InformNapalm ist die Information \u00fcber den Tod des\u00a0Leutnants A.Kalimullin nicht wahrheitsgerecht und wurde f\u00e4lschlicherweise in den Medien\u00a0verbreitet. Im Juli 2016\u00a0trafen sich die\u00a0Freiwilligen von InformNapalm mit einem der\u00a0K\u00e4mpfer, der am Kampf am Switlodarsk-Bogen am 29. Juni\u00a0teilnahm. Er zeigte den Pass von Kalimullin, den er bei seiner\u00a0Flucht auf den Stellungen\u00a0zur\u00fcckgelassen hatte, sowie einen Urlaubsschein mit einer Telefonnummer auf der\u00a0R\u00fcckseite, der in den Dokumenten eines\u00a0Scharfsch\u00fctzen, des russischen\u00a0Staatsb\u00fcrgers\u00a0Alexander Galkin, gefunden wurde, der ein Untergebener von A.Kalimullin war. Die Nummer haben wir angerufen und dadurch\u00a0zus\u00e4tzliche\u00a0Umst\u00e4nde erfahren, die uns zu beweisen erlaubten, dass Ajrat Kalimullin am Leben ist.\r\n<\/em>\r\n<strong><em>N\u00e4heres dazu hier: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/russische-staatsbuerger\/\">\"Russische Staatsb\u00fcrger: Liquidierung eines russischen Scharfsch\u00fctzen und ein Anruf an seinen gefl\u00fcchteten Kommandeur\"<\/a><\/em><\/strong>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nDie Gegnerartillerie nahm die just eingenommenen Stellungen unter Beschuss. Es wurde zwar die Schwerbewaffnung des Gegners vernichtet, wegen der qualitativ schlechten Verteidigungsanlagen war man aber gezwungen, zur\u00fcckzuziehen. Die Kampfverluste betrugen auf der ukrainischen Seite 2 Gefallene und 10 Verwundete, der Gegner verlor sch\u00e4tzungsweise 20 K\u00e4mpfer (darunter 6 Gefangene auf der ukrainischen Seite, die unter dem Feuer der \"eigenen\" Artillerie ums Leben kamen)...\r\n<blockquote>Bis Dezember 2016 blieb die Situation am Bogen unver\u00e4ndert - am 18. Dezember wiederholte sich aber der Kampf unter gleichen Bedingungen, aber in einem ganz anderen Ausma\u00df...<\/blockquote>\r\nAm 18. Dezember wurde eine lokale Offensive gestartet, mit Kr\u00e4ften bis zu einer Kompanie, deren Ziel es war, die Gegnerstellungen im Wald zu neutralisieren (Die Stellungen \u00f6stlicher von 231.6-H\u00f6he, die im Winter 2015 \"Feuerstellung Pascha\" hie\u00df). Von dieser Stellung aus wurden permanente Besch\u00fcsse gef\u00fchrt, die unter anderem auch gef\u00e4hrlich f\u00fcr das Wuhlehirsk-W\u00e4rmekraftwerk waren, da sie zu einer St\u00f6rung von Strom- und Wasserversorgung der Stadt Bachmut und seiner Umgebung f\u00fchren konnten. F\u00fcr die erfolgreiche S\u00e4uberung des Waldes selbst, musste man den St\u00fctzpunkt des Gegners auf der 216.8-H\u00f6he neutralisieren (Die Terroristen nennen ihn \"Kikimora\").\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/15697724_744823912341715_3892989247417860656_n.jpg\"><img class=\"aligncenter size-full wp-image-31366\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/15697724_744823912341715_3892989247417860656_n.jpg\" alt=\"\" width=\"923\" height=\"720\" \/><\/a>\r\n\r\nUm circa 6 Uhr morgens begann die Operation. Ihre Sommererfahrung ber\u00fccksichtigend, haben die S\u00f6ldner ihre Stellungen besser befestigt und leisteten einen ernsthaften Widerstand. Sie baten um Artillerieunterst\u00fctzung und der lokale Konflikt wurde zu einer ziemlich ernsten Auseinandersetzung, unter Einsatz von Reserve und Panzerfahrzeugen. Au\u00dfer einem Artillerieduell wurde ein Nahkampf auf einer Entfernung von 10 bis 200 Meter gef\u00fchrt, mehrere Gegenangriffe wurden ausgef\u00fchrt.\r\n\r\nUkrainische Truppen trugen empfindliche Verluste. 8 Gefallene und circa 30 Verwundete, Gequetschte und Traumatisierte (zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels). Die Gegnerverluste (nach Angaben aus verschiedenen Quellen) belaufen sich auf circa 20 Gefallene. Zum Ende des ersten Gefechtstages blieb der St\u00fctzpunkt \"216.8-H\u00f6he\" bei den ukrainischen Truppen, es wurde die Zufuhr von Kampfsatz organisiert und die Rotation des Personalbestands auf den Stellungen durchgef\u00fchrt. Eine wichtige Rolle bei der Evakuierung von Verwundeten spielten die Mannschaften der freiwilligen Rettungsassistenten-Organisation ASAP.\r\n<blockquote>Per Abend des 18. Dezember wurde in sozialen Netzwerken und in Nachrichtenquellen eine Panik initiiert, wobei das proukrainische Internet-Segment haupts\u00e4chlich die Verluste der ukrainischen Truppen besprach, und die prorussischen Medien die lokale Operation ukrainischer Truppen aber als eine ernsthafte Offensive auf Debalzewe pr\u00e4sentierten und behaupteten, dass die Ukraine das Minsker Abkommen dadurch verletzt h\u00e4tte. Was sie dabei verga\u00dfen, ist die Tatsache, dass der komplette Raum von Debalzewe nach Bedingungen von Minsk-II unter die Kontrolle der ukrainischen Truppen \u00fcbergeben werden musste.<\/blockquote>\r\nAm 19. Dezember wurden die K\u00e4mpfe weitergef\u00fchrt, sind aber weniger intensiv geworden. Haupts\u00e4chlich wurde Artillerie eingesetzt, zur Tagesmitte wurden aber die Abteilungen der 17. selbstst\u00e4ndigen Panzerbrigade in Gefechtsbereitschaft versetzt, zwecks Neutralisierung von vorstossenden Gegnerkr\u00e4ften. Zum Einsatz der Panzer kam es aber nicht - der Gegnervorstoss konnte mit vorhandenen Kr\u00e4ften zur\u00fcckgehalten werden.\r\n\r\nPer 20-21. Dezember kann man schwer \u00fcber ein Ende der K\u00e4mpfe sprechen, die Intensit\u00e4t der K\u00e4mpfe lies aber nach. Es gibt Voraussetzungen zur weiteren Entwicklung der Situation. Die eingenommenen Stellungen erlauben es, die Bewegungen \u00fcber die Verkehrsstrasse Snamjanka-Krasnodon (im Abschnitt Wuhlehirsk-Debalzewe) zu beobachten. Auch vereinfacht diese Position die Aufgabenl\u00f6sung zur Unterdr\u00fcckung der Gegnerartillerie (im Raum von Golmowski-Bajrak-Gurty), was wiederum zur Verschiebung der Demarkationslinie in dieser Gegend f\u00fchren kann.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2-1.jpg\"><img class=\"aligncenter size-full wp-image-31367\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2-1.jpg\" alt=\"\" width=\"759\" height=\"558\" \/><\/a>\r\n\r\nH\u00f6chstwahrscheinlich versteht der Gegner die neue Situation und wird versuchen, die 206.8-H\u00f6he zur\u00fcckzuerobern, wobei die ukrainischen Streitkr\u00e4fte gezwungen sein werden (zwecks Verbesserung der Konfiguration der Ber\u00fchrungslinie) die n\u00e4chstliegende 226.7-H\u00f6he ebenfalls einzunehmen. Was im Grunde das Vorgehen der russischen Streitkr\u00e4fte in 2015 wiederholen wird, als diese das Dorf Logwinowo eingenommen hatten.\r\n\r\nHier sollte man auch \u00a0ber\u00fccksichtigen, dass zum jetzigen Zeitpunkt das Dorf Logwinowo nicht mehr jene Bedeutung hat, die es im Februar 2015 hatte, als der Kampf hauts\u00e4chlich um die Verkehrsstrasse Charkiw-Rostow gef\u00fchrt wurde. Auf dem Weg zur wichtigsten H\u00f6he im Raum - der 309-H\u00f6he (ehemalige Feuerstellung \"Walera\") - werden unsere Kr\u00e4fte eindeutig gezwungen sein, die Kontrolle \u00fcber die H\u00f6hen im Raum von Lowginowo zu \u00fcbernehmen, was am Ende zu einer Ver\u00e4nderung auf der ganzen Frontlinie f\u00fchren wird.\r\n\r\nZum jetzigen Zeitpunkt besitzt die Frontlinie 2 beidseitig zweischneidige Vorspr\u00fcnge und wahrscheinlich sind weder die ukrainischen Streitkr\u00e4fte noch ihr Gegner mit der jetzigen Situation zufrieden. Wenn man die Tatsache ber\u00fccksichtigt, dass die OSZE-Mission sich gerade auf Weihnachtsferien vorbereitet und es am 22. Dezember einen weiteren \"humanit\u00e4ren Konvoi\" aus Russland gab, kann man annehmen, dass die Lageversch\u00e4rfung in Debalzewe-Richtung gerade erst beginnt...\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<em><strong>Autor: Yuri Rudenko<\/strong>, ATO-Veteran und Freiwilliger; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel.<\/a>\u00a0\u00a0<\/em>\r\n\r\n&nbsp;","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21322","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21322"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21322\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21330,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21322\/revisions\/21330"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21327"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21322"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21322"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21322"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}