{"id":21875,"date":"2017-01-25T16:01:28","date_gmt":"2017-01-25T16:01:28","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=21875"},"modified":"2018-01-27T09:00:22","modified_gmt":"2018-01-27T09:00:22","slug":"pjotr-masepa-die-richtlinien-der-neutralitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/pjotr-masepa-die-richtlinien-der-neutralitaet\/","title":{"rendered":"Pjotr&amp;Masepa: Die Richtlinien der Neutralit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\"><em><strong>von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/anton.an.shvets\">Anton Schwez<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<p>Pal\u00e4stinensische Terroristen stationieren seit langem ihre Basen grunds\u00e4tzlich in bewohnten Gebieten. Und die Basen sind noch das geringste \u00dcbel \u2013 Sprengstofflager k\u00f6nnen sich in Kellern von Wohnh\u00e4usern oder in Moscheen befinden, und Raketensilos \u2013 inmitten von (tags\u00fcber) belebten Stra\u00dfen.\u00a0Und ja, Pal\u00e4stinenser verf\u00fcgen \u00fcber silogest\u00fctzte Raketen.<\/p>\n<p>Tausende solcher Bilder kann man im Netz finden.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"978\" height=\"734\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/IUrDAEgisXM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Hier ist ein Abschuss vom Dach einer Schule:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"978\" height=\"734\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/J-fh-fRs7To?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Und hier ist ein Bericht \u00fcber die Folgen eines solchen Abschusses:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"978\" height=\"550\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/yDFSRLgDy44?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Wir sind nicht das erste Land unter Beschuss und h\u00f6chstwahrscheinlich nicht das letzte. Nein, wirklich. Ich verstehe, dass die B\u00fcrger unseres Landes (mich inklusive) in den letzten zwanzig (oder f\u00fcnfzig) Jahren im Zustand der seligen Unwissenheit gelebt haben, aber solche Arschkr\u00e4mpfe, wie unser jetziger, sind auf dem Erdball ziemlich gew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p>Schauen Sie sich das mal an. Der Sprecher der Hamas Bewegung (terroristische Bewegung, die in Russland immer noch nicht verboten wurde) &#8211; Sami Abu Zuhri. Er ist \u00fcbrigens sehr beliebt bei der russischen Presse. Und bei der israelischen linksgerichteten Presse auch.<\/p>\n<p>Versuchen Sie, 10 Unterschiede zwischen diesen Videos zu finden:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"978\" height=\"550\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/symJCfdUqGA?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"978\" height=\"550\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PoQXvPsBBn8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<blockquote>[SUBS: Journalist: &#8211; \u2026 dass ein Krieg anfangen k\u00f6nnte. Machen Sie sich da keine Sorgen? Falls Russland\u2026<br \/>\nPutin: &#8211; Nein, ich mache mir da keine Sorgen. Weil wir es nicht vorhaben und nicht werden, einen Krieg gegen das ukrainische Volk zu f\u00fchren.<br \/>\nJournalist: &#8211; Aber die ukrainischen Streitkr\u00e4fte gibt es, es gibt die ukrainische Armee. Oder glauben Sie nicht, dass\u2026<br \/>\nPutin: &#8211; H\u00f6ren Sie, h\u00f6ren Sie mir aufmerksam zu. Ich will, dass es Ihnen unmissverst\u00e4ndlich klar wird. Wenn wir diese Entscheidung treffen, dann nur zum Schutz ukrainischer B\u00fcrger. <strong>Und dann soll jemand von ukrainischen Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen nur versuchen, auf eigene Menschen zu schie\u00dfen. Hinter denen wir stehen werden, nicht vor ihnen, sondern dahinter. Sollen sie nur versuchen, auf Frauen und Kinder zu schie\u00dfen.<\/strong> Ich will diejenigen in der Ukraine sehen, die einen solchen Befehl geben w\u00fcrden.]<\/blockquote>\n<p>Sie werden keine Unterschiede\u00a0finden k\u00f6nnen, denn der Kreml steht schon seit langem hinter Pal\u00e4stinensern.<\/p>\n<p>Das ist die Taktik dieses Krieges: <strong>\u201eUnsere Truppen werden sich hinter den Frauen und Kindern stellen, nicht vor ihnen, sondern dahinter!\u201c<\/strong> \u2013 all das stammt aus den ein halbes Jahrhundert alten sowjetischen Lehrb\u00fcchern. Und die Ideologie zu diesem Thema ist noch \u00e4lter. Wladimir Iljitsch Uljanow alias Lenin formulierte sehr treffend, dass <strong>Terrorismus ein \u00dcberzeugungsmittel ist<\/strong>. Wen man \u00fcberzeugen muss, ist zweitrangig, Lenin pers\u00f6nlich hatte vor, ausschlie\u00dflich die Bewohner der von den Sowjets besetzten Territorien zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Ein hybrider Krieg zwingt der Gesellschaft seine Regeln unabh\u00e4ngig von dem Willen der Gesellschaft auf. Aus unserer Sicht sind die Freiwilligen nette M\u00e4dchen und raue Kerle, die alles &#8211; von Socken bis hin zu W\u00e4rmebildkameras &#8211; an die Frontlinie bringen. F\u00fcr die andere Seite dagegen sind die Freiwilligen eine Art privater Milit\u00e4rversorger, die &#8211; \u00e4hnlich wie die amerikanischen privaten Milit\u00e4runternehmen in Irak &#8211; verschiedene G\u00fcter an die Checkpoints und Milit\u00e4rbasen liefern.<\/p>\n<p>Ja, willkommen in der Realit\u00e4t. <strong>F\u00fcr Idioten, die einen orthodox-kommunistischen Dschihad an unser Land erkl\u00e4rt haben, stellen ukrainische Freiwillige ein \u201elegales milit\u00e4risches Ziel\u201c dar. Spendensammelpunkte der freiwilligen Helfer geh\u00f6ren f\u00fcr diese Idioten genauso zu \u201elegalen milit\u00e4rischen Zielen\u201c<\/strong>. Deswegen sind sie der Meinung, dass eine Explosion in einem solchen Spendenzentrum in einer friedlichen Stadt kein Terroranschlag ist, sondern ein Sabotageakt, denn sie greifen, ihrer eigenen Deutung nach, \u201eObjekte der milit\u00e4rischen Infrastruktur\u201c an.<\/p>\n<p>Ich verstehe, dass solche Fragestellung in der ruhigen und friedlichen Hauptstadt schrecklich klingt, aber das ist eine Tatsache. Der hybride Krieg hat eigene Regeln, auch wenn man am liebsten die Augen schlie\u00dfen und so tun w\u00fcrde, als g\u00e4be es keinen Krieg.<\/p>\n<p>All das ist deswegen m\u00f6glich, weil die Kerle, die die pal\u00e4stinensischen Kinder seit 50 Jahren zu gegnerischen Raketenr\u00fcckangriffen verurteilen, sich nicht im Geringsten um Ihre Versuche scheren, der Realit\u00e4t zu entfliehen.<\/p>\n<p>Ein hybrider Krieg hat eigene Regeln. Hybrider Krieg wurde f\u00fcr die F\u00e4lle erfunden, wenn es einem nicht gelingt, dem Gegner die Niederlage rein milit\u00e4risch zu bereiten.<\/p>\n<p>Dementsprechend sind Kampfhandlungen per se zweitrangig im Rahmen einer hybriden Kampagne. Und was ist vorrangig? Die Niederlage auf der Informationsebene. Das Hauptziel eines hybriden Krieges ist die Ver\u00e4nderung der Weltanschauung der B\u00fcrger eines Landes oder seiner Verb\u00fcndeten.<\/p>\n<p>Genau deswegen schie\u00dfen die Hamas einzelne russische \u201eGrad\u201c-Raketen von Schuld\u00e4chern ab, weil die milit\u00e4rische Niederlage Israels nicht das Ziel solcher Absch\u00fcsse ist. Das Ziel ist es, die Tzahal und Cheil ha-Awir dazu zu bringen, die gegnerischen Raketenabschussrampen (zu Verteidigung eigener Bev\u00f6lkerung) anzugreifen, um die unausweichlichen kollateralen Sch\u00e4den in der Zivilbev\u00f6lkerung mithilfe von Medien in die ganze Welt auszustrahlen. Das eigentliche Ziel sitzt auf der anderen Seite des PC-Monitors oder Fernsehbildschirms, und die Kamera des Journalisten ist die M\u00fcndung dieser Waffe.<\/p>\n<p>F\u00fcr die andere Seite existieren keine Journalisten (abgesehen von Fu\u00dfballkommentatoren und Modeberichterstattern). Weil ein Journalist f\u00fcr die andere Seite nichts weiter als eine Art Netz-Politkommissar oder Textinhaltsgenerator zum vorgegebenen Thema ist.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob ein Journalist es will oder sich dessen bewusst ist, ist er f\u00fcr die andere Seite nur eine Quelle der Textinhalte, und Textinhalte sind die Hauptwaffe eines hybriden Krieges. Wobei ein\u00a0Journalist (wenn man ihn als einen Politkommissar betrachtet) nicht einfach nur derjenige ist, der einer Soldatenkompanie vor dem Kampf Infos\u00a0\u00fcber die gegnerischen Stellungen liefert, sondern die Agenda f\u00fcr Hunderttausende von Menschen bestimmt. Ein t\u00fcchtiger Journalist ist im Rahmen eines hybriden Krieges dutzendfach gef\u00e4hrlicher als ein f\u00fcr ein enges Planquadrat verantwortlicher Kommissar, so wie ein t\u00fcchtiger freiwilliger Helfer viel gef\u00e4hrlicher als ein diebischer Unteroffizier der Logistik\u00a0ist.<\/p>\n<p>Ein mediengewichtiger Inhaltsgenerator ist f\u00fcr die Anf\u00fchrer eines hybriden Krieges entweder ein Objekt, das mit hoher Priorit\u00e4t gesch\u00fctzt werden muss, oder \u2013 nach denselben idiotischen Regeln \u2013 ein \u201elegales milit\u00e4risches Ziel\u201c mit hoher Priorit\u00e4t. Der Krieg in Donbass hatte angefangen, als in Donezk die ausger\u00fcsteten Journalisten und Betreuer des abchasischen \u201eAnna-News\u201c aufgetaucht sind, die zu diesem Zeitpunkt schon Erfahrungen in der Kriegsberichterstattung in Syrien gesammelt hatten. Und als man die pro-ukrainischen Journalisten nach vorab vorbereiteten Listen zu jagen\u00a0und zu verhaften anfing.<\/p>\n<p>Den sich verlaufenen Journalisten von \u201eAnnaNews&#8220; wurden sofort Reisebegleiter aus der lokalen Agentur zugewiesen. Man muss doch irgendwie an Orte gelangen, die demn\u00e4chst beschossen werden, genau im richtigen Zeitpunkt und ohne sich zu verirren, nicht wahr? Und \u00fcber die Nekrophile\u00a0Steschin und Koz, um die herum Menschen wie nach einem Zeitplan zu sterben anfangen, braucht man, meiner Meinung nach, gar nichts erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die andere Seite ist alles einfach: &#8222;<em>Genosse\u00a0Politkommissar, zu wem geh\u00f6ren Sie? Zu uns? Dann ist hier Ihre verst\u00e4rkte Verpflegungszuteilung, Regimentsehefrau, Budjonowka, Schutzweste, Leibw\u00e4chter-S\u00f6ldner und Ihr Betreuer. Allez, und behalten Sie im Kopf, dass wir, wenn Sie von einem Geschoss getroffen werden, eine feenhafte Show daraus machen werden. Sogar Gromyko vergie\u00dft eine Tr\u00e4ne. Und Radek winkt Ihnen mit der Hand von seinem kommunistischen Himmelreich. Und wenn Sie nicht zu uns geh\u00f6ren, dann ist hier Ihre Kugel in den Hinterkopf oder wir k\u00f6nnen Sie in einem Folterkeller einsperren (wenn die Handlung in einer turnusm\u00e4\u00dfigen pro-russischen Enklave stattfindet). Noch k\u00f6nnen wir den Kommissaren, die nicht zu uns geh\u00f6ren (wenn die Handlung innerhalb von RF stattfindet), die gesamte Redaktion auseinandertreiben und sie in eine andere Redaktion unter der Obhut und Kontrolle unseres eigenen Politkommissars zum Arbeiten schicken&#8220;.<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die andere Seite ist alles wirklich sehr einfach.<\/p>\n<p>Und wie soll darauf ein Land antworten, das demokratisch sein will?<\/p>\n<p>Die westliche Welt denkt naiv, sie h\u00e4tte eine bestimmte Gegenwirkung f\u00fcr den \u201ehybriden Journalismus\u201c erarbeitet. Lasst uns nicht lange suchen, werfen wir gleich einen Blick auf die ber\u00fchmten <strong>BBC-Richtlinien<\/strong>. Ist es m\u00f6glich, einen Journalisten von einem Propaganda-Kommissar mithilfe dieser Richtlinien zu unterscheiden?<\/p>\n<p>Z\u00e4hlen wir sie auf (den Teil, der uns interessiert).<\/p>\n<ul>\n<li>Wahrhaftigkeit und Genauigkeit.<\/li>\n<li>Neutralit\u00e4t und Darstellung aller Sichtweisen.<\/li>\n<li>Redaktionelle Ehrlichkeit und Unabh\u00e4ngigkeit.<\/li>\n<li>Gew\u00e4hrleistung gesellschaftlicher Interessen.<\/li>\n<li>Gerechtigkeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fchren wir ein Denkexperiment durch. Gegeben sei ein angenommener Max Mustermann. Jeden Tag verl\u00e4sst er sein Zimmer im Hotel \u201eRamada\u201c und f\u00e4hrt mit einem Taxi ins Zentrum von Donezk. Am Leninplatz (Terrorismus ist ein Mittel der \u00dcberzeugung) f\u00fchrt Max eine Umfrage der einheimischen Bev\u00f6lkerung, sagen wir mal, zum Thema \u201eHaben Sie je russische Streitkr\u00e4fte in der \u201eDVR\u201c gesehen?\u201c durch. Und so spricht er zuf\u00e4llige Passanten an und stellt ihnen Fragen, w\u00e4hrend er mit seiner Kamera die Gespr\u00e4che aufnimmt. Ich bin bereit, meine Tastatur darauf zu verwetten, dass er keinen einzigen Menschen findet, der ihm vor laufender Kamera die Anwesenheit russischer Truppen best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte Max Mustermann ein wenig herumlaufen und uniformierte Menschen fragen, ob sie vielleicht aktive Milit\u00e4rangeh\u00f6rige\u00a0der Streitkr\u00e4fte oder der Garde RF sind. Die Antworten, die er sammeln w\u00fcrde, w\u00e4ren auch sehr vorhersehbar. Er k\u00f6nnte auch bei einem beliebigen Truppenstationierungsgel\u00e4nde der \u201eDVR\u201c antanzen und sich erkundigen, ob dort m\u00f6glicherweise russische Truppen stationiert werden, und w\u00fcrde wieder die erwartbare Antwort bekommen.<\/p>\n<p>K\u00f6nnte Max Mustermann danach einen Bericht vorbereiten, der die folgende Idee beinhalten w\u00fcrde: \u201eAm besagten Tag habe ich keine russischen Truppen im Zentrum von Donezk weder anhand eigener Beobachtungen noch infolge der Umfrage einer gro\u00dfen Anzahl der Bev\u00f6lkerung entdeckt\u201c?<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte er.<\/p>\n<p>W\u00e4re dieser Bericht genau und wahrhaftig? Absolut. Zur Sicherheit k\u00f6nnte man die Umfrage und die Beobachtung erneut wiederholen. Max w\u00fcrde nicht die Wahrheit verdrehen, er w\u00fcrde nicht behaupten, dass es dort keine russischen Truppen gibt, er w\u00fcrde nur sagen, er h\u00e4tte sie mit Sicherheit nicht gesehen. Und keiner der Befragten hat sie gesehen. Nie gesehen. Nie gesehen. Nie gesehen.<\/p>\n<p>W\u00e4re dieser Bericht neutral? W\u00e4ren alle Sichtweisen geschildert? Durchaus. Im Grunde w\u00e4re das eine soziologische Umfrage (auch wenn die Auswahl der Befragten nicht am relevantesten w\u00e4re). Dann k\u00f6nnte er f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Neutralit\u00e4t und Relevanz seine Handlungen in allen Bezirken von Donezk und in umliegenden Vororten wiederholen. Was kann neutraler als pers\u00f6nliche Beobachtung und eine Umfrage sein?<\/p>\n<p>K\u00f6nnte Max dabei f\u00fcr ein privates Medium arbeiten und keine Unterweisungen von seinem Redaktor bekommen oder sogar als unabh\u00e4ngiger Freelancer t\u00e4tig sein? Easy. Wie kann man nur den Menschen der Arbeit f\u00fcr den Kreml verd\u00e4chtigen, wenn er absichtlich nach Beweisen der Teilnahme russischer Streitkr\u00e4fte am Krieg in Donbass suchte? In der RF sind doch alle Medien ehrlich. Sie wollen doch nicht behaupten, dass der oppositionelle Sender \u201eEcho Moskwy\u201c, der zu \u201eGasprom-Media\u201c geh\u00f6rt, abh\u00e4ngig oder engagiert w\u00e4re?<\/p>\n<p>W\u00e4re die Wichtigkeit des Berichtes von Max gro\u00df genug, um das gesellschaftliche Interesse zu gew\u00e4hrleisten? Mehr als das.<\/p>\n<p>W\u00e4re sein Bericht offen, ehrlich und direkt? Ja. Alles w\u00e4re gezeigt, wie gesehen, ganz ohne Manipulationen.<\/p>\n<p>W\u00e4re der Bericht von Max bei der formalen Erf\u00fcllung der Richtlinien von BBC ein Propagandast\u00fcck?<\/p>\n<p>Zu 150%. Ein Musterbeispiel der giftigen Trash-Propaganda.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte Max unter der Deckung von BBC-Richtlinien (dabei w\u00fcrde er sie nicht imitieren, sondern wirklich gewisserma\u00dfen befolgen) t\u00e4glich derartige Berichte absondern. Ohne Wochenenden und Feiertage. Und wenn Max die Erf\u00fcllung der BBC-Richtlinien glaubw\u00fcrdig imitieren wollte, dann k\u00f6nnte ihm nie und niemand etwas vorwerfen.<\/p>\n<p>Denn abgesehen von dem \u201eneutralen\u201c Max arbeiten auf den besetzten Territorien auch wahre Zombie-Macher aus der lokalen Marionettenverwaltung, und Max kann noch ziemlich ehrlich die Passanten befragen, beispielsweise zum Thema \u201eErz\u00e4hlen Sie \u00fcber die Verbrechen beider Seiten\u201c. Und dann w\u00fcrde er t\u00e4glich mindestens eine Geschichte \u00fcber den \u201egekreuzigten Jungen\u201c in allen m\u00f6glichen Variationen von \u201evergewaltigten Schweinen\u201c und \u201eweinenden K\u00fchen\u201c bis hin zu \u201eukrainischen mobilen Sabotage- und Aufkl\u00e4rungsgruppen mit Minenwerfern\u201c aufnotieren. Ich glaube, dass das Verh\u00e4ltnis der Geschichten \u00fcber die Verbrechen von Sachartschenkos Fedajin zu den von ukrainischen Streitkr\u00e4ften nicht unter 1:30 liegen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zur Steigerung der Neutralit\u00e4t k\u00f6nnte Max in die Frontn\u00e4he fahren, zum Beispiel in das befreite Mariupol, und die gleiche Umfrage durchf\u00fchren. Dort tragen Sachartschenkos Zombiemacher auch ihre Fr\u00fcchte. Wir k\u00f6nnen uns noch an die Oma erinnern, die behauptete, die ukrainischen Streitkr\u00e4fte h\u00e4tten sie mit \u201eGrad\u201c beschossen, w\u00e4hrend sie durch das Loch in ihrem Haus direkt nach Osten blickte. In Mariupol w\u00e4re das Verh\u00e4ltnis der Geschichten \u00fcber die \u201eKriegsverbrechen\u201c bestenfalls 1:1 \u2013 das versichere ich Ihnen.<\/p>\n<p>Die Neutralit\u00e4t von Max w\u00fcrde durch die Decke schie\u00dfen. Und dabei bliebe er derselbe hundertf\u00fcnfzigprozentige Ultrapropagandist. Auch wenn Max zum Schluss anmerken w\u00fcrde, dass er keine offiziellen Best\u00e4tigungen dieser Geschichten bekommen konnte.<\/p>\n<p>Und man sollte nicht zwangsl\u00e4ufig von der Engagiertheit von Max durch den Kreml ausgehen. Man sollte auch nicht denken, dass die Situation sich gravierend \u00e4ndern w\u00fcrde, wenn wir einen John statt unseren Max h\u00e4tten. Der Begriff \u201en\u00fctzliche Idioten\u201c ist nicht aus der Luft entstanden. Linksradikale und einfach nur weichherzige Johns schreiben und drehen f\u00fcr pal\u00e4stinensische Terroristen v\u00f6llig unentgeltlich herzzerrei\u00dfende Berichte \u00fcber get\u00f6tete pal\u00e4stinensische Kinder, w\u00e4hrend sie Mitarbeiter von sowohl BBC als auch anderen respektablen westlichen Medien bleiben.<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten schreiben und drehen sie sie.<\/p>\n<p>Denn um einen Bericht vorzubereiten, der die objektive Realit\u00e4t widerspiegelt, muss man von der Ungleichberechtigung der Seiten ausgehen. Sprich: zuerst sollte Max zugeben, dass das autorit\u00e4re Regime Putins ein fast totalit\u00e4res Marionettenregime von Sachartschenko in Donezk aufgestellt hat. Danach muss man begreifen, dass es inakzeptabel ist, ein relativ demokratisches Land mit dem fast totalit\u00e4ren Regime engstirniger Neobolschewiken \u201eceteris paribus\u201c <em>(\u201eunter sonst gleichen Bedingungen\u201c)<\/em> zu vergleichen. Weil die \u201eparibus\u201c bei Weitem nicht \u201eceteris\u201c sind.<\/p>\n<p>Und ein John m\u00fcsste genauso f\u00fcr einen Bericht, der die objektive Realit\u00e4t wiederspiegelt, seine Neutralit\u00e4t auf der Strecke liegen lassen und deutlich aussprechen, dass es das Ziel von Mahmud az-Sachar ist, die Ermordungen pal\u00e4stinensischer Kinder gegen politische und wirtschaftliche Pr\u00e4ferenzen zu tauschen. Und von diesem Standpunkt aus m\u00fcsste er dann weitere Gedanken in seinem Bericht entwickeln.<\/p>\n<p>Es ist absolut klar, dass BBC, abgesehen von ihren Basisrichtlinien, die Journalisten gern als Antwort auf alle Fragen missbrauchen, noch weitere 250 Seiten mit praktischen Vorschriften, Empfehlungen, Anleitungen, Methodiken usw. f\u00fcr alle Anwendungsbereiche erarbeitet haben, von der Suche nach Interviewquellen bis hin zum Arrangement von Inszenierungen. Sie haben wirklich alles sehr fachm\u00e4nnisch und fehlerlos beschrieben.<\/p>\n<p>Jedoch zeigt uns die Erfahrung Israels, dass auch das keine Wirkung zeigt. Aber auch vom Niveau von Israel sind wir weit entfernt.<\/p>\n<p>Weder in unserem Fall noch im Fall der russischen Medien werden die Richtlinien von BBC auch nur\u00a0deklarativ erf\u00fcllt, geschweige schon von der praktischen Anwendung.<\/p>\n<p>Weil zu den Richtlinien von BBC auch die Rechenschaftspflicht gegen\u00fcber den Zuschauern geh\u00f6rt. Bei uns f\u00fchlt sich sogar der formal unabh\u00e4ngige Kanal \u201ehromadske.tv\u201c derma\u00dfen rechenschaftspflichtig, dass ein Teil seiner Mitarbeiter den anderen Teil der Veruntreuung und Aneignung von Geldern beschuldigt (die erst nach langer Zeit aufgefallen sind, was \u00fcber die Qualit\u00e4t der Kontrolle B\u00e4nde spricht), w\u00e4hrend der andere Teil von der Engagiertheit zugunsten von Achmetow spricht.<\/p>\n<p>\u00dcber die Redaktionspolitik und unversteuerte Geh\u00e4lter in Briefumschl\u00e4gen in den Medien von bedeutenden Gesch\u00e4ftsleuten und Oligarchen wollen wir gar nicht reden. Genauso wenig wollen wir vom Bestelljournalismus reden, der ehemaligen Journalisten erlaubt, sich beim\u00a0Louboutin zu kleiden.<\/p>\n<p><strong>Erste Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Was kann ich als ein ehrlicher Propagandist, und kein Journalist, dazu sagen?<\/p>\n<p>Die Neutralit\u00e4t existiert nicht. Man kann unter dem Deckmantel von Neutralit\u00e4t und BBC-Richtlinien andauernd tonnenweise propagandistischen Irrwahn produzieren, ohne dabei den Richtlinien von BBC zu widersprechen oder ihnen sogar g\u00e4nzlich zu entsprechen. Anatolij Scharij hat das bestens bewiesen.<\/p>\n<p>Also k\u00f6nnen die Neutralit\u00e4t und Richtlinien von BBC nicht als Ausrede bei Vorw\u00fcrfen der Arbeit f\u00fcr den Feind oder der Propaganda dienen. Sie k\u00f6nnen es einfach nicht. Die Richtlinien von BBC sind keine Ausrede.<\/p>\n<p>Propaganda ist alles, was als Propaganda klassifiziert werden kann.<\/p>\n<p>Also wirklich alles. Ein hybrider Krieg wird mit dem Ziel gef\u00fchrt, ein entsprechendes Bild mit hohem Ma\u00df an Glaubw\u00fcrdigkeit zu erschaffen. Das ist das wichtigste Ziel des hybriden Krieges. Ein Journalist, auch wenn er als einfacher Informationsleiter fungiert und tats\u00e4chlich neutral ist, stellt trotzdem (nolens volens) eine Waffe f\u00fcr die Seite dar, die \u00fcber die gr\u00f6\u00dfere Kontrolle \u00fcber dieses Bild verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Und welche Seite verf\u00fcgt \u00fcber das gr\u00f6\u00dfere Ma\u00df an Kontrolle?<\/p>\n<p>Ein einfaches Beispiel.<\/p>\n<p>Verstehen Sie, ein autorit\u00e4res (oder gar totalit\u00e4res) Regime kann entscheiden, dass es unter seinen B\u00fcrgern beispielsweise keine Schwule gibt. Oder es soll sie nicht geben. Und ein autorit\u00e4res Regime kann (durch die eine oder andere Kette von Ma\u00dfnahmen oder Drohungen) es bewerkstelligen, dass man Schwule nicht sehen w\u00fcrde. Sie w\u00fcrden in Gef\u00e4ngnissen sitzen oder sich um ihr Leben f\u00fcrchten. Und Sie, als ein au\u00dfenstehendes Element des Systems, w\u00e4ren nicht imstande, sie zu finden oder ihre Existenz zu beschreiben, weil dem das System selbst entgegenwirken w\u00fcrde. Es w\u00fcrde nicht hei\u00dfen, es g\u00e4be in diesem System keine Schwulen. Sie w\u00fcrden sie nur nicht sehen, weil das autorit\u00e4re Regime \u00fcber Hebel und Instrumente f\u00fcr die Kontrolle \u00fcber das Bild verf\u00fcgt (auch wenn der Anteil von Schwulen unter den B\u00fcrgern des Regimes sich von dem weltweiten Durchschnitt kaum unterscheidet).<\/p>\n<p>Demokratische L\u00e4nder verf\u00fcgen nicht einmal ann\u00e4hernd \u00fcber ein solches Instrumentarium.<\/p>\n<p>Dementsprechend spielt ein wirklich neutraler Bericht angesichts der besseren Kontrolle \u00fcber das Bild bei Autoritarismus immer in die H\u00e4nde von am meisten autorit\u00e4ren Regimen.<\/p>\n<p><strong>Zweite Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Soll die Ukraine als ein Staat, der einem hybriden Angriff standhalten muss, in diesem Fall von dem Prinzip der Neutralit\u00e4t ihrer Medien und Meinungsf\u00fchrer absehen und im Wesentlichen eine vollwertige Staatszensur einf\u00fchren (man muss hier zwischen der allgemeinen Zensur und der Zensur der Kriegszeit unterscheiden) und sogar ein Institut der Staatspropaganda bilden?<\/p>\n<p>Nein.<\/p>\n<p>Oder doch, wenn das Wahrheitsministerium von mir angef\u00fchrt wird, und zwar nicht im Format eines Ministeriums oder staatlichen Dienstes. Und ich werde die Propaganda nicht auf Kosten der Staatskasse und nach eigenem Entwurf betreiben. Aber dazu komme ich sp\u00e4ter ausf\u00fchrlicher.<\/p>\n<p>Staatspropaganda, durchgesetzt von Staatsbeamten auf Staatskosten, ist eine Art Hammer. Und wenn jemand einen Hammer hat, wird alles um ihn herum zu N\u00e4geln. Ich will nicht, dass der Staat mich st\u00e4ndig mit dem Hammer auf den Kopf schl\u00e4gt und mir \u00fcber irrelevante Errungenschaften erz\u00e4hlt, die keine Auswirkungen auf mein Leben haben.<\/p>\n<p>Staatspropaganda ist schrecklich, sinnlos und ineffizient, weil es dabei um Staatsbeamte, Amtspflichtige und den Staatshaushalt geht. Und deswegen ist die Staatspropaganda nutzlos und wird keine Fr\u00fcchte tragen &#8211; es sei denn nat\u00fcrlich, man plant eine Diktatur. Wenn in unserem Land eine Diktatur entsteht, dann habe ich keine Fragen. Ohne vertrauensw\u00fcrdige Sender und ein alternatives Bild kann man hochqualitative Staatspropaganda betreiben. Aber die Staatspropaganda in Form eines Ministeriums oder staatlichen Dienstes ist bei dem Vorhandensein privater Sender mit hohen Einschaltquoten dagegen Nonsens.<\/p>\n<p>Die westliche Welt bek\u00e4mpfte totalit\u00e4re Systeme und f\u00fchrte dabei nur beschr\u00e4nkte Zensur w\u00e4hrend der Kriege ein. Sie hat gewonnen und dadurch auch die Richtlinien von BBC erarbeitet. Obwohl Journalisten, Funktion\u00e4re, sch\u00f6pferische Menschen und Liberale st\u00e4ndig von den Rechtsgesinnten der Arbeit f\u00fcr die Sowjets beschuldigt wurden. Oft gab es f\u00fcr solche Beschuldigungen triftige Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p><strong>Nebenschlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Ein Ministerium f\u00fcr Informationspolitik, zu dessen Aufgaben die Gew\u00e4hrleistung der Neutralit\u00e4t der Medien und Schutz der Journalisten vor Kritik und Beschuldigungen der Propaganda geh\u00f6ren, braucht Ukraine gar nicht. Grunds\u00e4tzlich. Die Gr\u00fcnde wurden schon oben beschrieben \u2013 die Neutralit\u00e4t ist keine Ausrede bei Vorw\u00fcrfen der Propagandamacherei. Das einzige, womit sich solches Ministerium besch\u00e4ftigen kann, ist die Kommunikation zwischen der Regierung und der Bev\u00f6lkerung. Es k\u00f6nnte sich um einzelne Pressemitteilungen (oder zusammengesetzte Pressemeldungen staatlicher Dienste und Ministerien), Ver\u00f6ffentlichung \u00f6ffentlicher Informationen in bequemer Form usw. k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Die heutige T\u00e4tigkeit des Ministeriums f\u00fcr Informationspolitik\u00a0in der Richtung der Kommunikationsverbesserung zwischen dem Staat und B\u00fcrgern ist aussichtslos. Es ist nat\u00fcrlich sch\u00f6n und fein, wenn man Journalisten versammelt und ihnen erz\u00e4hlt, wie sie die Heimat loben sollen. Aber man muss im Kopf behalten, dass die Inhaber bedeutender Medien nicht weniger bedeutende Politiker sind, die sowohl staatsfeindliche Interessen haben k\u00f6nnten als auch daran interessiert sein, die Situation im Land zu verschlechtern (oder sie im schlechten Licht zu pr\u00e4sentieren), um dadurch politische oder Wahlpr\u00e4ferenzen zu gewinnen. In anderen Worten ausgedr\u00fcckt, versammelt man morgens die Journalisten im Ministerium und erz\u00e4hlt ihnen, dass das Leben bald besser wird. Ihr Redaktor erkl\u00e4rt ihnen dagegen, wie sich ihre pers\u00f6nliche Leben verbessern w\u00fcrden, wenn sie dar\u00fcber schreiben, dass alles schlechter geworden ist, und ins kleinste Detail beschreiben, warum sich alles verschlechtert hat. Und die Situation wird sich nicht \u00e4ndern, unabh\u00e4ngig davon, wer im Pr\u00e4sidentensessel sitzt, es ver\u00e4ndert sich nur die Rollenverteilung.<\/p>\n<p><strong>Dritte Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p>Was tun?<\/p>\n<p>Ronald Reagan wurde zum Senator von Kalifornien und sp\u00e4ter zum Pr\u00e4sidenten der USA, nicht weil er ein ber\u00fchmter Schauspieler war. Reagan wurde zum Pr\u00e4sidenten, weil er der Vorsitzende der<em> Screen Actors Guild<\/em> (Schauspielergewerkschaft) und ein aktiver Teilnehmer der antikommunistischen Bewegung war. Reagan f\u00fchrte schwarze Listen ein, bem\u00fchte sich um die Diskriminierung und Entlassungen der Schauspieler, die durch ihre Loyalit\u00e4t zum Kommunismus oder kommunistischen Ideen auffielen. Er verbat den Gewerkschaftsmitgliedern der kommunistischen Partei beizutreten.<\/p>\n<p>Dabei beschr\u00e4nkte sich die Rolle des Staates bei seiner T\u00e4tigkeit auf das Komitee f\u00fcr unamerikanische Umtriebe (ein Investigativkomitee des Kongress) und FBI. Hier, schauen Sie mal, haben wir einen verd\u00e4chtigen Schauspieler, lassen wir das FBI seine Beziehungen mal pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>Bei dieser komplizierten Angelegenheit wurde Reagan beispielsweise vom Allerweltsonkel Walt Disney unterst\u00fctzt, der von dem wachsenden Einfluss von Kommunisten und Marxisten auf Hollywood und Fernsehen beunruhigt war. Unter Reagans Verb\u00fcndeten war auch Eric Johnston, der Vorsitzende der <em>Motion Picture Association of America<\/em>. Johnston sagte immer mit sch\u00e4umendem Mund, dass kein Linksgesinnter oder Kommunist jemals einen Job bei einer der\u00a0Filmproduktionsgesellschaften seiner Assoziation bekommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die T\u00e4tigkeit dieser Jungs war nicht immer wolkenfrei. Diejenigen, die unter die Walze der antikommunistischen Kampagne gerieten, begingen zuweilen aufgrund des enormen Drucks einen Selbstmord. Das FBI beobachtete ernsthaft viele Beschuldigte.<\/p>\n<p>Jedoch war die Rolle des Staates in dieser Frage durchaus zweitrangig.<\/p>\n<p>Erstens wurde der Antikommunismus von der Legislativen Gewalt betreut, und nicht von der Exekutiven. Kein Propagandaministerium, sondern ein Investigativkomitee beim Repr\u00e4sentantenhaus (das sich ausschlie\u00dflich mit der Gesetzgebung besch\u00e4ftigt) und ein Subkomitee beim Senat des Kongress (der Staatsbeamte kontrollieren konnte). In unserem Fall w\u00e4ren dies das Parlament und ein Komitee aus nicht gleichg\u00fcltigen Abgeordneten. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass man weder die Mehrheit noch eine Koalition braucht, um ein Ministerium zur Verf\u00fcgung gestellt zu bekommen.<\/p>\n<p>Zweitens lie\u00df sich der Kongress von der Arbeit der professionellen Gemeinschaft leiten (in diesem Fall \u2013 der Gemeinschaft der Schauspieler, Mitarbeiter der Filmstudios und Trickfilmzeichner), und nicht von d\u00e4mlichen Vorschriften der Beamten. Warum? Weil man alles als Propaganda betrachten kann. Ein tr\u00e4ges Beamtenhirn wird hier keine Wirkung zeigen. Hier werden Politparolen Effekt haben.<\/p>\n<p>Es war Reagan, der Hollywood zum Instrument der weltweit st\u00e4rksten und dabei sich finanziell rentierenden Propaganda gemacht hat. Man fing an, Kriegsfilme nicht nur f\u00fcr Soldaten zu machen. Es war Reagan, der Hollywood auf eine Schiene setzte, die ihn pers\u00f6nlich sp\u00e4ter zum Pr\u00e4sidentensessel f\u00fchren und ihm den Titel des Totengr\u00e4bers des Kommunismus bescheren wird.<\/p>\n<p>In der Ukraine gibt es kein Hollywood und keine Voraussetzungen f\u00fcr seine Entstehung. Auch die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Aber wir haben Facebook und Medien mit hohem Infiltrationsgrad an pro-russischen und kommunistischen Ideen. Wir haben populistische Abgeordnete im Parlament. Kein Propagandaministerium wird die Arbeit der professionellen Gemeinschaft anstelle dieser Gemeinschaft machen k\u00f6nnen, einfach weil die Beamten nicht verstehen, was zu tun ist und wie es gemacht werden soll.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, was es sein wird \u2013 eine Gewerkschaft von Facebook-Nutzern oder eine unabh\u00e4ngige Gewerkschaft von Journalisten (derma\u00dfen ma\u00dfgebend, dass sie ganze Holdings mit Null multiplizieren wird). Ich wei\u00df nicht, ob wir Minutemen wie zu den Zeiten von McCarthyismus f\u00fcr Feldt\u00e4tigkeiten brauchen werden.<\/p>\n<p>Aber entweder erschaffen ukrainische Medien solche Mechanismen der Selbstregulierung, oder wir verlieren diesen hybriden Krieg, zerrissen durch entflammende innere Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Das besagte Israel erleidet eine Niederlage nach der anderen in seinem hybriden Krieg und geriet allm\u00e4hlich in die Isolation. Auf der Suche nach Verb\u00fcndeten wendete Israel seinen Blick sogar nach China, weil die Stellungen der USA zu wackeln anfangen und Europa schon praktisch verloren ist.<\/p>\n<p>Wir sind kein Israel.<\/p>\n<p>Wir werden viel eher fallen.<\/p>\n<p>Weil ein hybrider Krieg seine eigenen Regeln hat. Ob Sie das wollen oder nicht. Ob es Ihnen bewusst ist oder nicht.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Autor: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/anton.an.shvets\">Anton Schwez<\/a> f\u00fcr<\/strong> <a href=\"https:\/\/petrimazepa.com\/propagandaagenda.html\">Pjotr&amp;Mazepa<\/a>;<strong>\u00a0<\/strong>\u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/vovan.che\">Volodymyr Cernenko<\/a>; editiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Anton Schwez Pal\u00e4stinensische Terroristen stationieren seit langem ihre Basen grunds\u00e4tzlich in bewohnten Gebieten. 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Und die Basen sind noch das geringste \u00dcbel \u2013 Sprengstofflager k\u00f6nnen sich in Kellern von Wohnh\u00e4usern oder in Moscheen befinden, und Raketensilos \u2013 inmitten von (tags\u00fcber) belebten Stra\u00dfen.\u00a0Und ja, Pal\u00e4stinenser verf\u00fcgen \u00fcber silogest\u00fctzte Raketen.\r\n\r\nTausende solcher Bilder kann man im Netz finden.\r\n\r\nhttps:\/\/youtu.be\/IUrDAEgisXM\r\n\r\nHier ist ein Abschuss vom Dach einer Schule:\r\n\r\nhttps:\/\/youtu.be\/J-fh-fRs7To\r\n\r\nUnd hier ist ein Bericht \u00fcber die Folgen eines solchen Abschusses:\r\n\r\nhttps:\/\/youtu.be\/yDFSRLgDy44\r\n\r\nWir sind nicht das erste Land unter Beschuss und h\u00f6chstwahrscheinlich nicht das letzte. Nein, wirklich. Ich verstehe, dass die B\u00fcrger unseres Landes (mich inklusive) in den letzten zwanzig (oder f\u00fcnfzig) Jahren im Zustand der seligen Unwissenheit gelebt haben, aber solche Arschkr\u00e4mpfe, wie unser jetziger, sind auf dem Erdball ziemlich gew\u00f6hnlich.\r\n\r\nSchauen Sie sich das mal an. Der Sprecher der Hamas Bewegung (terroristische Bewegung, die in Russland immer noch nicht verboten wurde) - Sami Abu Zuhri. Er ist \u00fcbrigens sehr beliebt bei der russischen Presse. Und bei der israelischen linksgerichteten Presse auch.\r\n\r\nVersuchen Sie, 10 Unterschiede zwischen diesen Videos zu finden:\r\n\r\nhttps:\/\/youtu.be\/symJCfdUqGA\r\n\r\nhttps:\/\/youtu.be\/PoQXvPsBBn8\r\n<blockquote>[SUBS: Journalist: - \u2026 dass ein Krieg anfangen k\u00f6nnte. Machen Sie sich da keine Sorgen? Falls Russland\u2026\r\nPutin: - Nein, ich mache mir da keine Sorgen. Weil wir es nicht vorhaben und nicht werden, einen Krieg gegen das ukrainische Volk zu f\u00fchren.\r\nJournalist: - Aber die ukrainischen Streitkr\u00e4fte gibt es, es gibt die ukrainische Armee. Oder glauben Sie nicht, dass\u2026\r\nPutin: - H\u00f6ren Sie, h\u00f6ren Sie mir aufmerksam zu. Ich will, dass es Ihnen unmissverst\u00e4ndlich klar wird. Wenn wir diese Entscheidung treffen, dann nur zum Schutz ukrainischer B\u00fcrger. <strong>Und dann soll jemand von ukrainischen Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen nur versuchen, auf eigene Menschen zu schie\u00dfen. Hinter denen wir stehen werden, nicht vor ihnen, sondern dahinter. Sollen sie nur versuchen, auf Frauen und Kinder zu schie\u00dfen.<\/strong> Ich will diejenigen in der Ukraine sehen, die einen solchen Befehl geben w\u00fcrden.]<\/blockquote>\r\nSie werden keine Unterschiede\u00a0finden k\u00f6nnen, denn der Kreml steht schon seit langem hinter Pal\u00e4stinensern.\r\n\r\nDas ist die Taktik dieses Krieges: <strong>\u201eUnsere Truppen werden sich hinter den Frauen und Kindern stellen, nicht vor ihnen, sondern dahinter!\u201c<\/strong> \u2013 all das stammt aus den ein halbes Jahrhundert alten sowjetischen Lehrb\u00fcchern. Und die Ideologie zu diesem Thema ist noch \u00e4lter. Wladimir Iljitsch Uljanow alias Lenin formulierte sehr treffend, dass <strong>Terrorismus ein \u00dcberzeugungsmittel ist<\/strong>. Wen man \u00fcberzeugen muss, ist zweitrangig, Lenin pers\u00f6nlich hatte vor, ausschlie\u00dflich die Bewohner der von den Sowjets besetzten Territorien zu \u00fcberzeugen.\r\n\r\nEin hybrider Krieg zwingt der Gesellschaft seine Regeln unabh\u00e4ngig von dem Willen der Gesellschaft auf. Aus unserer Sicht sind die Freiwilligen nette M\u00e4dchen und raue Kerle, die alles - von Socken bis hin zu W\u00e4rmebildkameras - an die Frontlinie bringen. F\u00fcr die andere Seite dagegen sind die Freiwilligen eine Art privater Milit\u00e4rversorger, die - \u00e4hnlich wie die amerikanischen privaten Milit\u00e4runternehmen in Irak - verschiedene G\u00fcter an die Checkpoints und Milit\u00e4rbasen liefern.\r\n\r\nJa, willkommen in der Realit\u00e4t. <strong>F\u00fcr Idioten, die einen orthodox-kommunistischen Dschihad an unser Land erkl\u00e4rt haben, stellen ukrainische Freiwillige ein \u201elegales milit\u00e4risches Ziel\u201c dar. Spendensammelpunkte der freiwilligen Helfer geh\u00f6ren f\u00fcr diese Idioten genauso zu \u201elegalen milit\u00e4rischen Zielen\u201c<\/strong>. Deswegen sind sie der Meinung, dass eine Explosion in einem solchen Spendenzentrum in einer friedlichen Stadt kein Terroranschlag ist, sondern ein Sabotageakt, denn sie greifen, ihrer eigenen Deutung nach, \u201eObjekte der milit\u00e4rischen Infrastruktur\u201c an.\r\n\r\nIch verstehe, dass solche Fragestellung in der ruhigen und friedlichen Hauptstadt schrecklich klingt, aber das ist eine Tatsache. Der hybride Krieg hat eigene Regeln, auch wenn man am liebsten die Augen schlie\u00dfen und so tun w\u00fcrde, als g\u00e4be es keinen Krieg.\r\n\r\nAll das ist deswegen m\u00f6glich, weil die Kerle, die die pal\u00e4stinensischen Kinder seit 50 Jahren zu gegnerischen Raketenr\u00fcckangriffen verurteilen, sich nicht im Geringsten um Ihre Versuche scheren, der Realit\u00e4t zu entfliehen.\r\n\r\nEin hybrider Krieg hat eigene Regeln. Hybrider Krieg wurde f\u00fcr die F\u00e4lle erfunden, wenn es einem nicht gelingt, dem Gegner die Niederlage rein milit\u00e4risch zu bereiten.\r\n\r\nDementsprechend sind Kampfhandlungen per se zweitrangig im Rahmen einer hybriden Kampagne. Und was ist vorrangig? Die Niederlage auf der Informationsebene. Das Hauptziel eines hybriden Krieges ist die Ver\u00e4nderung der Weltanschauung der B\u00fcrger eines Landes oder seiner Verb\u00fcndeten.\r\n\r\nGenau deswegen schie\u00dfen die Hamas einzelne russische \u201eGrad\u201c-Raketen von Schuld\u00e4chern ab, weil die milit\u00e4rische Niederlage Israels nicht das Ziel solcher Absch\u00fcsse ist. Das Ziel ist es, die Tzahal und Cheil ha-Awir dazu zu bringen, die gegnerischen Raketenabschussrampen (zu Verteidigung eigener Bev\u00f6lkerung) anzugreifen, um die unausweichlichen kollateralen Sch\u00e4den in der Zivilbev\u00f6lkerung mithilfe von Medien in die ganze Welt auszustrahlen. Das eigentliche Ziel sitzt auf der anderen Seite des PC-Monitors oder Fernsehbildschirms, und die Kamera des Journalisten ist die M\u00fcndung dieser Waffe.\r\n\r\nF\u00fcr die andere Seite existieren keine Journalisten (abgesehen von Fu\u00dfballkommentatoren und Modeberichterstattern). Weil ein Journalist f\u00fcr die andere Seite nichts weiter als eine Art Netz-Politkommissar oder Textinhaltsgenerator zum vorgegebenen Thema ist.\r\n\r\nUnabh\u00e4ngig davon, ob ein Journalist es will oder sich dessen bewusst ist, ist er f\u00fcr die andere Seite nur eine Quelle der Textinhalte, und Textinhalte sind die Hauptwaffe eines hybriden Krieges. Wobei ein\u00a0Journalist (wenn man ihn als einen Politkommissar betrachtet) nicht einfach nur derjenige ist, der einer Soldatenkompanie vor dem Kampf Infos\u00a0\u00fcber die gegnerischen Stellungen liefert, sondern die Agenda f\u00fcr Hunderttausende von Menschen bestimmt. Ein t\u00fcchtiger Journalist ist im Rahmen eines hybriden Krieges dutzendfach gef\u00e4hrlicher als ein f\u00fcr ein enges Planquadrat verantwortlicher Kommissar, so wie ein t\u00fcchtiger freiwilliger Helfer viel gef\u00e4hrlicher als ein diebischer Unteroffizier der Logistik\u00a0ist.\r\n\r\nEin mediengewichtiger Inhaltsgenerator ist f\u00fcr die Anf\u00fchrer eines hybriden Krieges entweder ein Objekt, das mit hoher Priorit\u00e4t gesch\u00fctzt werden muss, oder \u2013 nach denselben idiotischen Regeln \u2013 ein \u201elegales milit\u00e4risches Ziel\u201c mit hoher Priorit\u00e4t. Der Krieg in Donbass hatte angefangen, als in Donezk die ausger\u00fcsteten Journalisten und Betreuer des abchasischen \u201eAnna-News\u201c aufgetaucht sind, die zu diesem Zeitpunkt schon Erfahrungen in der Kriegsberichterstattung in Syrien gesammelt hatten. Und als man die pro-ukrainischen Journalisten nach vorab vorbereiteten Listen zu jagen\u00a0und zu verhaften anfing.\r\n\r\nDen sich verlaufenen Journalisten von \u201eAnnaNews\" wurden sofort Reisebegleiter aus der lokalen Agentur zugewiesen. Man muss doch irgendwie an Orte gelangen, die demn\u00e4chst beschossen werden, genau im richtigen Zeitpunkt und ohne sich zu verirren, nicht wahr? Und \u00fcber die Nekrophile\u00a0Steschin und Koz, um die herum Menschen wie nach einem Zeitplan zu sterben anfangen, braucht man, meiner Meinung nach, gar nichts erz\u00e4hlen.\r\n\r\nF\u00fcr die andere Seite ist alles einfach: \"<em>Genosse\u00a0Politkommissar, zu wem geh\u00f6ren Sie? Zu uns? Dann ist hier Ihre verst\u00e4rkte Verpflegungszuteilung, Regimentsehefrau, Budjonowka, Schutzweste, Leibw\u00e4chter-S\u00f6ldner und Ihr Betreuer. Allez, und behalten Sie im Kopf, dass wir, wenn Sie von einem Geschoss getroffen werden, eine feenhafte Show daraus machen werden. Sogar Gromyko vergie\u00dft eine Tr\u00e4ne. Und Radek winkt Ihnen mit der Hand von seinem kommunistischen Himmelreich. Und wenn Sie nicht zu uns geh\u00f6ren, dann ist hier Ihre Kugel in den Hinterkopf oder wir k\u00f6nnen Sie in einem Folterkeller einsperren (wenn die Handlung in einer turnusm\u00e4\u00dfigen pro-russischen Enklave stattfindet). Noch k\u00f6nnen wir den Kommissaren, die nicht zu uns geh\u00f6ren (wenn die Handlung innerhalb von RF stattfindet), die gesamte Redaktion auseinandertreiben und sie in eine andere Redaktion unter der Obhut und Kontrolle unseres eigenen Politkommissars zum Arbeiten schicken\".<\/em>\r\n\r\nF\u00fcr die andere Seite ist alles wirklich sehr einfach.\r\n\r\nUnd wie soll darauf ein Land antworten, das demokratisch sein will?\r\n\r\nDie westliche Welt denkt naiv, sie h\u00e4tte eine bestimmte Gegenwirkung f\u00fcr den \u201ehybriden Journalismus\u201c erarbeitet. Lasst uns nicht lange suchen, werfen wir gleich einen Blick auf die ber\u00fchmten <strong>BBC-Richtlinien<\/strong>. Ist es m\u00f6glich, einen Journalisten von einem Propaganda-Kommissar mithilfe dieser Richtlinien zu unterscheiden?\r\n\r\nZ\u00e4hlen wir sie auf (den Teil, der uns interessiert).\r\n<ul>\r\n \t<li>Wahrhaftigkeit und Genauigkeit.<\/li>\r\n \t<li>Neutralit\u00e4t und Darstellung aller Sichtweisen.<\/li>\r\n \t<li>Redaktionelle Ehrlichkeit und Unabh\u00e4ngigkeit.<\/li>\r\n \t<li>Gew\u00e4hrleistung gesellschaftlicher Interessen.<\/li>\r\n \t<li>Gerechtigkeit<\/li>\r\n<\/ul>\r\nF\u00fchren wir ein Denkexperiment durch. Gegeben sei ein angenommener Max Mustermann. Jeden Tag verl\u00e4sst er sein Zimmer im Hotel \u201eRamada\u201c und f\u00e4hrt mit einem Taxi ins Zentrum von Donezk. Am Leninplatz (Terrorismus ist ein Mittel der \u00dcberzeugung) f\u00fchrt Max eine Umfrage der einheimischen Bev\u00f6lkerung, sagen wir mal, zum Thema \u201eHaben Sie je russische Streitkr\u00e4fte in der \u201eDVR\u201c gesehen?\u201c durch. Und so spricht er zuf\u00e4llige Passanten an und stellt ihnen Fragen, w\u00e4hrend er mit seiner Kamera die Gespr\u00e4che aufnimmt. Ich bin bereit, meine Tastatur darauf zu verwetten, dass er keinen einzigen Menschen findet, der ihm vor laufender Kamera die Anwesenheit russischer Truppen best\u00e4tigt.\r\n\r\nDar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte Max Mustermann ein wenig herumlaufen und uniformierte Menschen fragen, ob sie vielleicht aktive Milit\u00e4rangeh\u00f6rige\u00a0der Streitkr\u00e4fte oder der Garde RF sind. Die Antworten, die er sammeln w\u00fcrde, w\u00e4ren auch sehr vorhersehbar. Er k\u00f6nnte auch bei einem beliebigen Truppenstationierungsgel\u00e4nde der \u201eDVR\u201c antanzen und sich erkundigen, ob dort m\u00f6glicherweise russische Truppen stationiert werden, und w\u00fcrde wieder die erwartbare Antwort bekommen.\r\n\r\nK\u00f6nnte Max Mustermann danach einen Bericht vorbereiten, der die folgende Idee beinhalten w\u00fcrde: \u201eAm besagten Tag habe ich keine russischen Truppen im Zentrum von Donezk weder anhand eigener Beobachtungen noch infolge der Umfrage einer gro\u00dfen Anzahl der Bev\u00f6lkerung entdeckt\u201c?\r\n\r\nDas k\u00f6nnte er.\r\n\r\nW\u00e4re dieser Bericht genau und wahrhaftig? Absolut. Zur Sicherheit k\u00f6nnte man die Umfrage und die Beobachtung erneut wiederholen. Max w\u00fcrde nicht die Wahrheit verdrehen, er w\u00fcrde nicht behaupten, dass es dort keine russischen Truppen gibt, er w\u00fcrde nur sagen, er h\u00e4tte sie mit Sicherheit nicht gesehen. Und keiner der Befragten hat sie gesehen. Nie gesehen. Nie gesehen. Nie gesehen.\r\n\r\nW\u00e4re dieser Bericht neutral? W\u00e4ren alle Sichtweisen geschildert? Durchaus. Im Grunde w\u00e4re das eine soziologische Umfrage (auch wenn die Auswahl der Befragten nicht am relevantesten w\u00e4re). Dann k\u00f6nnte er f\u00fcr die gr\u00f6\u00dfere Neutralit\u00e4t und Relevanz seine Handlungen in allen Bezirken von Donezk und in umliegenden Vororten wiederholen. Was kann neutraler als pers\u00f6nliche Beobachtung und eine Umfrage sein?\r\n\r\nK\u00f6nnte Max dabei f\u00fcr ein privates Medium arbeiten und keine Unterweisungen von seinem Redaktor bekommen oder sogar als unabh\u00e4ngiger Freelancer t\u00e4tig sein? Easy. Wie kann man nur den Menschen der Arbeit f\u00fcr den Kreml verd\u00e4chtigen, wenn er absichtlich nach Beweisen der Teilnahme russischer Streitkr\u00e4fte am Krieg in Donbass suchte? In der RF sind doch alle Medien ehrlich. Sie wollen doch nicht behaupten, dass der oppositionelle Sender \u201eEcho Moskwy\u201c, der zu \u201eGasprom-Media\u201c geh\u00f6rt, abh\u00e4ngig oder engagiert w\u00e4re?\r\n\r\nW\u00e4re die Wichtigkeit des Berichtes von Max gro\u00df genug, um das gesellschaftliche Interesse zu gew\u00e4hrleisten? Mehr als das.\r\n\r\nW\u00e4re sein Bericht offen, ehrlich und direkt? Ja. Alles w\u00e4re gezeigt, wie gesehen, ganz ohne Manipulationen.\r\n\r\nW\u00e4re der Bericht von Max bei der formalen Erf\u00fcllung der Richtlinien von BBC ein Propagandast\u00fcck?\r\n\r\nZu 150%. Ein Musterbeispiel der giftigen Trash-Propaganda.\r\n\r\nSo k\u00f6nnte Max unter der Deckung von BBC-Richtlinien (dabei w\u00fcrde er sie nicht imitieren, sondern wirklich gewisserma\u00dfen befolgen) t\u00e4glich derartige Berichte absondern. Ohne Wochenenden und Feiertage. Und wenn Max die Erf\u00fcllung der BBC-Richtlinien glaubw\u00fcrdig imitieren wollte, dann k\u00f6nnte ihm nie und niemand etwas vorwerfen.\r\n\r\nDenn abgesehen von dem \u201eneutralen\u201c Max arbeiten auf den besetzten Territorien auch wahre Zombie-Macher aus der lokalen Marionettenverwaltung, und Max kann noch ziemlich ehrlich die Passanten befragen, beispielsweise zum Thema \u201eErz\u00e4hlen Sie \u00fcber die Verbrechen beider Seiten\u201c. Und dann w\u00fcrde er t\u00e4glich mindestens eine Geschichte \u00fcber den \u201egekreuzigten Jungen\u201c in allen m\u00f6glichen Variationen von \u201evergewaltigten Schweinen\u201c und \u201eweinenden K\u00fchen\u201c bis hin zu \u201eukrainischen mobilen Sabotage- und Aufkl\u00e4rungsgruppen mit Minenwerfern\u201c aufnotieren. Ich glaube, dass das Verh\u00e4ltnis der Geschichten \u00fcber die Verbrechen von Sachartschenkos Fedajin zu den von ukrainischen Streitkr\u00e4ften nicht unter 1:30 liegen w\u00fcrde.\r\n\r\nZur Steigerung der Neutralit\u00e4t k\u00f6nnte Max in die Frontn\u00e4he fahren, zum Beispiel in das befreite Mariupol, und die gleiche Umfrage durchf\u00fchren. Dort tragen Sachartschenkos Zombiemacher auch ihre Fr\u00fcchte. Wir k\u00f6nnen uns noch an die Oma erinnern, die behauptete, die ukrainischen Streitkr\u00e4fte h\u00e4tten sie mit \u201eGrad\u201c beschossen, w\u00e4hrend sie durch das Loch in ihrem Haus direkt nach Osten blickte. In Mariupol w\u00e4re das Verh\u00e4ltnis der Geschichten \u00fcber die \u201eKriegsverbrechen\u201c bestenfalls 1:1 \u2013 das versichere ich Ihnen.\r\n\r\nDie Neutralit\u00e4t von Max w\u00fcrde durch die Decke schie\u00dfen. Und dabei bliebe er derselbe hundertf\u00fcnfzigprozentige Ultrapropagandist. Auch wenn Max zum Schluss anmerken w\u00fcrde, dass er keine offiziellen Best\u00e4tigungen dieser Geschichten bekommen konnte.\r\n\r\nUnd man sollte nicht zwangsl\u00e4ufig von der Engagiertheit von Max durch den Kreml ausgehen. Man sollte auch nicht denken, dass die Situation sich gravierend \u00e4ndern w\u00fcrde, wenn wir einen John statt unseren Max h\u00e4tten. Der Begriff \u201en\u00fctzliche Idioten\u201c ist nicht aus der Luft entstanden. Linksradikale und einfach nur weichherzige Johns schreiben und drehen f\u00fcr pal\u00e4stinensische Terroristen v\u00f6llig unentgeltlich herzzerrei\u00dfende Berichte \u00fcber get\u00f6tete pal\u00e4stinensische Kinder, w\u00e4hrend sie Mitarbeiter von sowohl BBC als auch anderen respektablen westlichen Medien bleiben.\r\n\r\nSeit Jahrzehnten schreiben und drehen sie sie.\r\n\r\nDenn um einen Bericht vorzubereiten, der die objektive Realit\u00e4t widerspiegelt, muss man von der Ungleichberechtigung der Seiten ausgehen. Sprich: zuerst sollte Max zugeben, dass das autorit\u00e4re Regime Putins ein fast totalit\u00e4res Marionettenregime von Sachartschenko in Donezk aufgestellt hat. Danach muss man begreifen, dass es inakzeptabel ist, ein relativ demokratisches Land mit dem fast totalit\u00e4ren Regime engstirniger Neobolschewiken \u201eceteris paribus\u201c <em>(\u201eunter sonst gleichen Bedingungen\u201c)<\/em> zu vergleichen. Weil die \u201eparibus\u201c bei Weitem nicht \u201eceteris\u201c sind.\r\n\r\nUnd ein John m\u00fcsste genauso f\u00fcr einen Bericht, der die objektive Realit\u00e4t wiederspiegelt, seine Neutralit\u00e4t auf der Strecke liegen lassen und deutlich aussprechen, dass es das Ziel von Mahmud az-Sachar ist, die Ermordungen pal\u00e4stinensischer Kinder gegen politische und wirtschaftliche Pr\u00e4ferenzen zu tauschen. Und von diesem Standpunkt aus m\u00fcsste er dann weitere Gedanken in seinem Bericht entwickeln.\r\n\r\nEs ist absolut klar, dass BBC, abgesehen von ihren Basisrichtlinien, die Journalisten gern als Antwort auf alle Fragen missbrauchen, noch weitere 250 Seiten mit praktischen Vorschriften, Empfehlungen, Anleitungen, Methodiken usw. f\u00fcr alle Anwendungsbereiche erarbeitet haben, von der Suche nach Interviewquellen bis hin zum Arrangement von Inszenierungen. Sie haben wirklich alles sehr fachm\u00e4nnisch und fehlerlos beschrieben.\r\n\r\nJedoch zeigt uns die Erfahrung Israels, dass auch das keine Wirkung zeigt. Aber auch vom Niveau von Israel sind wir weit entfernt.\r\n\r\nWeder in unserem Fall noch im Fall der russischen Medien werden die Richtlinien von BBC auch nur\u00a0deklarativ erf\u00fcllt, geschweige schon von der praktischen Anwendung.\r\n\r\nWeil zu den Richtlinien von BBC auch die Rechenschaftspflicht gegen\u00fcber den Zuschauern geh\u00f6rt. Bei uns f\u00fchlt sich sogar der formal unabh\u00e4ngige Kanal \u201ehromadske.tv\u201c derma\u00dfen rechenschaftspflichtig, dass ein Teil seiner Mitarbeiter den anderen Teil der Veruntreuung und Aneignung von Geldern beschuldigt (die erst nach langer Zeit aufgefallen sind, was \u00fcber die Qualit\u00e4t der Kontrolle B\u00e4nde spricht), w\u00e4hrend der andere Teil von der Engagiertheit zugunsten von Achmetow spricht.\r\n\r\n\u00dcber die Redaktionspolitik und unversteuerte Geh\u00e4lter in Briefumschl\u00e4gen in den Medien von bedeutenden Gesch\u00e4ftsleuten und Oligarchen wollen wir gar nicht reden. Genauso wenig wollen wir vom Bestelljournalismus reden, der ehemaligen Journalisten erlaubt, sich beim\u00a0Louboutin zu kleiden.\r\n\r\n<strong>Erste Schlussfolgerung<\/strong>\r\n\r\nWas kann ich als ein ehrlicher Propagandist, und kein Journalist, dazu sagen?\r\n\r\nDie Neutralit\u00e4t existiert nicht. Man kann unter dem Deckmantel von Neutralit\u00e4t und BBC-Richtlinien andauernd tonnenweise propagandistischen Irrwahn produzieren, ohne dabei den Richtlinien von BBC zu widersprechen oder ihnen sogar g\u00e4nzlich zu entsprechen. Anatolij Scharij hat das bestens bewiesen.\r\n\r\nAlso k\u00f6nnen die Neutralit\u00e4t und Richtlinien von BBC nicht als Ausrede bei Vorw\u00fcrfen der Arbeit f\u00fcr den Feind oder der Propaganda dienen. Sie k\u00f6nnen es einfach nicht. Die Richtlinien von BBC sind keine Ausrede.\r\n\r\nPropaganda ist alles, was als Propaganda klassifiziert werden kann.\r\n\r\nAlso wirklich alles. Ein hybrider Krieg wird mit dem Ziel gef\u00fchrt, ein entsprechendes Bild mit hohem Ma\u00df an Glaubw\u00fcrdigkeit zu erschaffen. Das ist das wichtigste Ziel des hybriden Krieges. Ein Journalist, auch wenn er als einfacher Informationsleiter fungiert und tats\u00e4chlich neutral ist, stellt trotzdem (nolens volens) eine Waffe f\u00fcr die Seite dar, die \u00fcber die gr\u00f6\u00dfere Kontrolle \u00fcber dieses Bild verf\u00fcgt.\r\n\r\nUnd welche Seite verf\u00fcgt \u00fcber das gr\u00f6\u00dfere Ma\u00df an Kontrolle?\r\n\r\nEin einfaches Beispiel.\r\n\r\nVerstehen Sie, ein autorit\u00e4res (oder gar totalit\u00e4res) Regime kann entscheiden, dass es unter seinen B\u00fcrgern beispielsweise keine Schwule gibt. Oder es soll sie nicht geben. Und ein autorit\u00e4res Regime kann (durch die eine oder andere Kette von Ma\u00dfnahmen oder Drohungen) es bewerkstelligen, dass man Schwule nicht sehen w\u00fcrde. Sie w\u00fcrden in Gef\u00e4ngnissen sitzen oder sich um ihr Leben f\u00fcrchten. Und Sie, als ein au\u00dfenstehendes Element des Systems, w\u00e4ren nicht imstande, sie zu finden oder ihre Existenz zu beschreiben, weil dem das System selbst entgegenwirken w\u00fcrde. Es w\u00fcrde nicht hei\u00dfen, es g\u00e4be in diesem System keine Schwulen. Sie w\u00fcrden sie nur nicht sehen, weil das autorit\u00e4re Regime \u00fcber Hebel und Instrumente f\u00fcr die Kontrolle \u00fcber das Bild verf\u00fcgt (auch wenn der Anteil von Schwulen unter den B\u00fcrgern des Regimes sich von dem weltweiten Durchschnitt kaum unterscheidet).\r\n\r\nDemokratische L\u00e4nder verf\u00fcgen nicht einmal ann\u00e4hernd \u00fcber ein solches Instrumentarium.\r\n\r\nDementsprechend spielt ein wirklich neutraler Bericht angesichts der besseren Kontrolle \u00fcber das Bild bei Autoritarismus immer in die H\u00e4nde von am meisten autorit\u00e4ren Regimen.\r\n\r\n<strong>Zweite Schlussfolgerung<\/strong>\r\n\r\nSoll die Ukraine als ein Staat, der einem hybriden Angriff standhalten muss, in diesem Fall von dem Prinzip der Neutralit\u00e4t ihrer Medien und Meinungsf\u00fchrer absehen und im Wesentlichen eine vollwertige Staatszensur einf\u00fchren (man muss hier zwischen der allgemeinen Zensur und der Zensur der Kriegszeit unterscheiden) und sogar ein Institut der Staatspropaganda bilden?\r\n\r\nNein.\r\n\r\nOder doch, wenn das Wahrheitsministerium von mir angef\u00fchrt wird, und zwar nicht im Format eines Ministeriums oder staatlichen Dienstes. Und ich werde die Propaganda nicht auf Kosten der Staatskasse und nach eigenem Entwurf betreiben. Aber dazu komme ich sp\u00e4ter ausf\u00fchrlicher.\r\n\r\nStaatspropaganda, durchgesetzt von Staatsbeamten auf Staatskosten, ist eine Art Hammer. Und wenn jemand einen Hammer hat, wird alles um ihn herum zu N\u00e4geln. Ich will nicht, dass der Staat mich st\u00e4ndig mit dem Hammer auf den Kopf schl\u00e4gt und mir \u00fcber irrelevante Errungenschaften erz\u00e4hlt, die keine Auswirkungen auf mein Leben haben.\r\n\r\nStaatspropaganda ist schrecklich, sinnlos und ineffizient, weil es dabei um Staatsbeamte, Amtspflichtige und den Staatshaushalt geht. Und deswegen ist die Staatspropaganda nutzlos und wird keine Fr\u00fcchte tragen - es sei denn nat\u00fcrlich, man plant eine Diktatur. Wenn in unserem Land eine Diktatur entsteht, dann habe ich keine Fragen. Ohne vertrauensw\u00fcrdige Sender und ein alternatives Bild kann man hochqualitative Staatspropaganda betreiben. Aber die Staatspropaganda in Form eines Ministeriums oder staatlichen Dienstes ist bei dem Vorhandensein privater Sender mit hohen Einschaltquoten dagegen Nonsens.\r\n\r\nDie westliche Welt bek\u00e4mpfte totalit\u00e4re Systeme und f\u00fchrte dabei nur beschr\u00e4nkte Zensur w\u00e4hrend der Kriege ein. Sie hat gewonnen und dadurch auch die Richtlinien von BBC erarbeitet. Obwohl Journalisten, Funktion\u00e4re, sch\u00f6pferische Menschen und Liberale st\u00e4ndig von den Rechtsgesinnten der Arbeit f\u00fcr die Sowjets beschuldigt wurden. Oft gab es f\u00fcr solche Beschuldigungen triftige Gr\u00fcnde.\r\n\r\n<strong>Nebenschlussfolgerung<\/strong>\r\n\r\nEin Ministerium f\u00fcr Informationspolitik, zu dessen Aufgaben die Gew\u00e4hrleistung der Neutralit\u00e4t der Medien und Schutz der Journalisten vor Kritik und Beschuldigungen der Propaganda geh\u00f6ren, braucht Ukraine gar nicht. Grunds\u00e4tzlich. Die Gr\u00fcnde wurden schon oben beschrieben \u2013 die Neutralit\u00e4t ist keine Ausrede bei Vorw\u00fcrfen der Propagandamacherei. Das einzige, womit sich solches Ministerium besch\u00e4ftigen kann, ist die Kommunikation zwischen der Regierung und der Bev\u00f6lkerung. Es k\u00f6nnte sich um einzelne Pressemitteilungen (oder zusammengesetzte Pressemeldungen staatlicher Dienste und Ministerien), Ver\u00f6ffentlichung \u00f6ffentlicher Informationen in bequemer Form usw. k\u00fcmmern.\r\n\r\nDie heutige T\u00e4tigkeit des Ministeriums f\u00fcr Informationspolitik\u00a0in der Richtung der Kommunikationsverbesserung zwischen dem Staat und B\u00fcrgern ist aussichtslos. Es ist nat\u00fcrlich sch\u00f6n und fein, wenn man Journalisten versammelt und ihnen erz\u00e4hlt, wie sie die Heimat loben sollen. Aber man muss im Kopf behalten, dass die Inhaber bedeutender Medien nicht weniger bedeutende Politiker sind, die sowohl staatsfeindliche Interessen haben k\u00f6nnten als auch daran interessiert sein, die Situation im Land zu verschlechtern (oder sie im schlechten Licht zu pr\u00e4sentieren), um dadurch politische oder Wahlpr\u00e4ferenzen zu gewinnen. In anderen Worten ausgedr\u00fcckt, versammelt man morgens die Journalisten im Ministerium und erz\u00e4hlt ihnen, dass das Leben bald besser wird. Ihr Redaktor erkl\u00e4rt ihnen dagegen, wie sich ihre pers\u00f6nliche Leben verbessern w\u00fcrden, wenn sie dar\u00fcber schreiben, dass alles schlechter geworden ist, und ins kleinste Detail beschreiben, warum sich alles verschlechtert hat. Und die Situation wird sich nicht \u00e4ndern, unabh\u00e4ngig davon, wer im Pr\u00e4sidentensessel sitzt, es ver\u00e4ndert sich nur die Rollenverteilung.\r\n\r\n<strong>Dritte Schlussfolgerung<\/strong>\r\n\r\nWas tun?\r\n\r\nRonald Reagan wurde zum Senator von Kalifornien und sp\u00e4ter zum Pr\u00e4sidenten der USA, nicht weil er ein ber\u00fchmter Schauspieler war. Reagan wurde zum Pr\u00e4sidenten, weil er der Vorsitzende der<em> Screen Actors Guild<\/em> (Schauspielergewerkschaft) und ein aktiver Teilnehmer der antikommunistischen Bewegung war. Reagan f\u00fchrte schwarze Listen ein, bem\u00fchte sich um die Diskriminierung und Entlassungen der Schauspieler, die durch ihre Loyalit\u00e4t zum Kommunismus oder kommunistischen Ideen auffielen. Er verbat den Gewerkschaftsmitgliedern der kommunistischen Partei beizutreten.\r\n\r\nDabei beschr\u00e4nkte sich die Rolle des Staates bei seiner T\u00e4tigkeit auf das Komitee f\u00fcr unamerikanische Umtriebe (ein Investigativkomitee des Kongress) und FBI. Hier, schauen Sie mal, haben wir einen verd\u00e4chtigen Schauspieler, lassen wir das FBI seine Beziehungen mal pr\u00fcfen.\r\n\r\nBei dieser komplizierten Angelegenheit wurde Reagan beispielsweise vom Allerweltsonkel Walt Disney unterst\u00fctzt, der von dem wachsenden Einfluss von Kommunisten und Marxisten auf Hollywood und Fernsehen beunruhigt war. Unter Reagans Verb\u00fcndeten war auch Eric Johnston, der Vorsitzende der <em>Motion Picture Association of America<\/em>. Johnston sagte immer mit sch\u00e4umendem Mund, dass kein Linksgesinnter oder Kommunist jemals einen Job bei einer der\u00a0Filmproduktionsgesellschaften seiner Assoziation bekommen w\u00fcrde.\r\n\r\nDie T\u00e4tigkeit dieser Jungs war nicht immer wolkenfrei. Diejenigen, die unter die Walze der antikommunistischen Kampagne gerieten, begingen zuweilen aufgrund des enormen Drucks einen Selbstmord. Das FBI beobachtete ernsthaft viele Beschuldigte.\r\n\r\nJedoch war die Rolle des Staates in dieser Frage durchaus zweitrangig.\r\n\r\nErstens wurde der Antikommunismus von der Legislativen Gewalt betreut, und nicht von der Exekutiven. Kein Propagandaministerium, sondern ein Investigativkomitee beim Repr\u00e4sentantenhaus (das sich ausschlie\u00dflich mit der Gesetzgebung besch\u00e4ftigt) und ein Subkomitee beim Senat des Kongress (der Staatsbeamte kontrollieren konnte). In unserem Fall w\u00e4ren dies das Parlament und ein Komitee aus nicht gleichg\u00fcltigen Abgeordneten. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass man weder die Mehrheit noch eine Koalition braucht, um ein Ministerium zur Verf\u00fcgung gestellt zu bekommen.\r\n\r\nZweitens lie\u00df sich der Kongress von der Arbeit der professionellen Gemeinschaft leiten (in diesem Fall \u2013 der Gemeinschaft der Schauspieler, Mitarbeiter der Filmstudios und Trickfilmzeichner), und nicht von d\u00e4mlichen Vorschriften der Beamten. Warum? Weil man alles als Propaganda betrachten kann. Ein tr\u00e4ges Beamtenhirn wird hier keine Wirkung zeigen. Hier werden Politparolen Effekt haben.\r\n\r\nEs war Reagan, der Hollywood zum Instrument der weltweit st\u00e4rksten und dabei sich finanziell rentierenden Propaganda gemacht hat. Man fing an, Kriegsfilme nicht nur f\u00fcr Soldaten zu machen. Es war Reagan, der Hollywood auf eine Schiene setzte, die ihn pers\u00f6nlich sp\u00e4ter zum Pr\u00e4sidentensessel f\u00fchren und ihm den Titel des Totengr\u00e4bers des Kommunismus bescheren wird.\r\n\r\nIn der Ukraine gibt es kein Hollywood und keine Voraussetzungen f\u00fcr seine Entstehung. Auch die Zeiten haben sich ver\u00e4ndert.\r\n\r\nAber wir haben Facebook und Medien mit hohem Infiltrationsgrad an pro-russischen und kommunistischen Ideen. Wir haben populistische Abgeordnete im Parlament. Kein Propagandaministerium wird die Arbeit der professionellen Gemeinschaft anstelle dieser Gemeinschaft machen k\u00f6nnen, einfach weil die Beamten nicht verstehen, was zu tun ist und wie es gemacht werden soll.\r\n\r\nIch wei\u00df nicht, was es sein wird \u2013 eine Gewerkschaft von Facebook-Nutzern oder eine unabh\u00e4ngige Gewerkschaft von Journalisten (derma\u00dfen ma\u00dfgebend, dass sie ganze Holdings mit Null multiplizieren wird). Ich wei\u00df nicht, ob wir Minutemen wie zu den Zeiten von McCarthyismus f\u00fcr Feldt\u00e4tigkeiten brauchen werden.\r\n\r\nAber entweder erschaffen ukrainische Medien solche Mechanismen der Selbstregulierung, oder wir verlieren diesen hybriden Krieg, zerrissen durch entflammende innere Auseinandersetzungen.\r\n\r\nDas besagte Israel erleidet eine Niederlage nach der anderen in seinem hybriden Krieg und geriet allm\u00e4hlich in die Isolation. Auf der Suche nach Verb\u00fcndeten wendete Israel seinen Blick sogar nach China, weil die Stellungen der USA zu wackeln anfangen und Europa schon praktisch verloren ist.\r\n\r\nWir sind kein Israel.\r\n\r\nWir werden viel eher fallen.\r\n\r\nWeil ein hybrider Krieg seine eigenen Regeln hat. Ob Sie das wollen oder nicht. Ob es Ihnen bewusst ist oder nicht.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<em><strong>Autor: <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/anton.an.shvets\">Anton Schwez<\/a> f\u00fcr<\/strong> <a href=\"https:\/\/petrimazepa.com\/propagandaagenda.html\">Pjotr&amp;Mazepa<\/a>;<strong>\u00a0<\/strong>\u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/vovan.che\">Volodymyr Cernenko<\/a>; editiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.\u00a0<\/em>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21875","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21875"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21875\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":21929,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/21875\/revisions\/21929"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/21888"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21875"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=21875"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=21875"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}