{"id":2190,"date":"2015-01-05T05:17:55","date_gmt":"2015-01-05T05:17:55","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=2190"},"modified":"2019-01-28T08:41:36","modified_gmt":"2019-01-28T08:41:36","slug":"15-jahre-geheimkrieg-putins-gegen-die-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/15-jahre-geheimkrieg-putins-gegen-die-ukraine\/","title":{"rendered":"15 Jahre Geheimkrieg Putins gegen die Ukraine"},"content":{"rendered":"<p>Vor 15 Jahren, am 31. Dezember 1999, sagte der russische Pr\u00e4sident Boris Jelzin statt der \u00fcblichen Neujahrsansprache unerwartet zu seinem Volk: \u201eIch gehe!\u201c Und die Russen erfuhren, dass sie nun einen neuen Zar haben: einen kurzen Blonden mit w\u00e4ssrigen Augen.<\/p>\n<p>Damals, im neunten Jahr der ukrainischen Unabh\u00e4ngigkeit, schien uns, als ob diese ausschlie\u00dflich russische Geschichte keinerlei Bezug\u00a0zu den Ereignissen in unserem Land h\u00e4tte. Wie es sich herausstellte, hatte sie das sehr wohl. Und sogar mehr, als wir es uns vorstellen k\u00f6nnen. Denn gerade mit dem Machtantritt des kremlischen Zwergs begannen\u00a0bei uns Sachen zu passieren, f\u00fcr welche wir sehr lange keine Erkl\u00e4rung\u00a0finden konnten. Erst jetzt verstehen wir: Das Auge des Gro\u00dfen Bruders hat uns all die 24 Jahre unseres von ihm getrennten Lebens wachsam und hassend\u00a0beobachtet. Und uns geschadet, wo es nur konnte.<\/p>\n<p>All das verdient einer tiefgehenden Untersuchung, und vielleicht sogar eines Buches. Der Autor dieser Zeilen versucht nur ein paar chronologische Koinzidenzen gegen\u00fcberzustellen und sich ein paar rhetorische Fragen zu stellen.<\/p>\n<p>Also, kehren\u00a0wir zur\u00fcck zu\u00a0Russland.<\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>\u00ab<\/b><b>Ein Torheitsakt!&#8220;<\/b><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Was Jelzin bewegte zur\u00fcckzutreten, ist bis heute unbekannt. Sein behandelnder Arzt beteuerte\u00a0nach dem Tod von Boris Nikolajewitsch in zahlreichen Interviews, er habe sich \u00fcber seine Gesundheit nie beklagt und h\u00e4tte noch mehrere Jahre produktiv arbeiten k\u00f6nnen. Die wirtschaftliche und politische Situation war nicht so kritisch, dass Jelzins Team nicht damit h\u00e4tte klarkommen k\u00f6nnen. Es gab schon schlimmere Zeiten. Heute ist klar: Nicht Jelzin hatte\u00a0einen Nachfolger f\u00fcr sich vorbereitet. Der alte Liberale wurde ganz einfach dreist vom Platz gedr\u00e4ngt, um diesen Platz f\u00fcr einen gew\u00fcnschten Menschen freizumachen. Auf das Ende seiner Amtszeit zu warten hatte man keine Zeit: Das Imperium, das sein Versailles durchlebte, forderte eine Revanche.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Wann ist der Vektorwechsel in den russischen F\u00fchrungsetagen passiert?<\/p>\n<p>Noch im Mai bestand am\u00a0liberal-demokratischen Kurs von Jelzin keinerlei Zweifel.\u00a0Sergej Stepaschin wurde\u00a0Oberhaupt der russischen Regierung, ein altgedienter Demokrat, der dadurch ber\u00fchmt geworden war, dass er die Ermittlungskommission leitete, die die KGB-Verbrechen untersuchte. Genau ihn hatte die russische politische Szene f\u00fcr die Rolle des Nachfolgers ausersehen. Und pl\u00f6tzlich wird Stepaschin im August aus dem Dienst entfernt\u00a0\u2013 Sergej Wadimowitsch erf\u00e4hrt dar\u00fcber faktisch als Letzter und ist \u00fcber diese Nachricht schockiert.<\/p>\n<p>Der neue Premier, ein etatm\u00e4\u00dfiger FSBler namens Putin, ein Mensch aus jenem System, dessen Verbrechen Stepaschin untersuchte, wird mit Abscheu wahrgenommen. \u201eDie dichte Absurdit\u00e4t der Obrigkeit!\u201c, sagte dazu Juri Luschkow. \u201eEin Torheitsakt!\u201c, pflichtete dem \u00a0Hauptstadtb\u00fcrgermeister Boris Nemzow bei, \u201eKlinik!\u201c, merkte Gennady Sjuganow an. Das schreibt Alexander Kostin\u00a0in seinem Buch \u201ePutins Schleife\u201c.<\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><strong>B<\/strong><strong>ujnaksk, Moskau, Wolgodonsk und &#8230;<\/strong>\u00a0&#8222;<b>Jaroschs Visitenkarte&#8220;<\/b><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/terakt-300x215.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-2196 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/terakt-300x215-300x215.jpg\" alt=\"terakt-300x215\" width=\"300\" height=\"215\" \/><\/a>Aber das \u201eunscheinbare M\u00e4nnlein\u201c zeigt sehr schnell seine Kraft. Nach nur einem halben Monat, in der ersten Septemberh\u00e4lfte, wird Russland durch eine Reihe von Explosionen in Wohnh\u00e4usern ersch\u00fcttert: in Bujnaksk, Moskau und Wolgodonsk. Die Gesamtzahl der Opfer bel\u00e4uft sich auf 307 Menschen. Putin zeigt auf die Schuldigen &#8211; tschetschenische Separatisten. Die Best\u00e4tigung wurde, nach seinen Worten, in einem der LKWs mit Sprengstoff gefunden: ein Personalausweis eines der\u00a0tschetschenischen Anf\u00fchrer. So eine Art \u201eJaroschs Visitenkarte\u201c.<\/p>\n<p>Viele vern\u00fcnftige Menschen in Russland waren damals wie heute \u00fcberzeugt: Der FSB hatte bei dieser Sache seine H\u00e4nde im Spiel. Der Publizist Andrei Piontkowski und der Rechtsanwalt Michail Trepaschin, die sich mit der Untersuchung von jenen Explosionen besch\u00e4ftigten, sind \u00fcberzeugt: der neue H\u00f6fling habe die menschlichen Opfer gebraucht, um eine Vollmacht f\u00fcr die\u00a0Grausamkeiten in Tschetschenien zu erhalten\u00a0und seine Unersetzbarkeit bei den dreckigsten Gesch\u00e4ften zu zeigen.<\/p>\n<p>Heute versucht man sich in Russland gar nicht daran zu erinnern, dass es viel mehr Opfer h\u00e4tte geben k\u00f6nnen. Am 22. September wurden FSB-Mitarbeiter in Rjasan dabei erwischt, wie sie eine weitere Ladung\u00a0Sprengstoff in den Keller eines Wohnhochhauses brachten. Der durch die \u00d6ffentlichkeit an die Wand gedr\u00fcckte FSB versuchte\u00a0erst ein paar Tage sp\u00e4ter murmelnd zu erkl\u00e4ren, dass es sich angeblich um \u201e\u00dcbungen\u201c gehandelt habe. Terrorakte gab es aber danach nicht mehr&#8230;<\/p>\n<p>Das war die erste Feuerprobe Putins. Sp\u00e4ter kamen dann viel besser ausgekl\u00fcgelte Operationen: Beslan, \u201eNord-Ost\u201c, der Magnitsky-Fall&#8230; Der Retter des Vaterlandes vor der \u201egrausamen tschetschenischen Aggression\u201c wird im Mai 2000 wie erwartet zum vollwertigen Pr\u00e4sidenten Russlands gew\u00e4hlt und befreit sich mit Erleichterung vom unangenehmen Pr\u00e4fix \u201ei.V.\u201c. Und wie es scheint, macht er sich genau in dem Moment\u00a0ernsthaft an die Ukraine.<\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>Der Mord, der Europa f\u00fcr uns verschlossen hat<\/b><\/h2>\n<p>\u2026Im November 1999, als Putin auf die Macht\u00fcbernahme in Moskau vorbereitet wurde, wird Leonid Kutschma\u00a0in Kyjiw f\u00fcr seine zweite Amtszeit ausgew\u00e4hlt. \u201eSie werden einen neuen Pr\u00e4sidenten sehen!\u201c, sagt er optimistisch in seiner Antrittsrede. Das \u201eNeue\u201c in Kutschma hat sich in zwei Dingen\u00a0offenbart.<\/p>\n<p>Er erl\u00e4uterte\u00a0zum ersten Mal in seiner Karriere einen Kurs auf einen EU-Beitritt und fand in dieser Angelegenheit Verb\u00fcndete bei\u00a0ukrainischen Patrioten.<\/p>\n<p>An die Spitze der Regierung kam Juschtschenko, Vizepremier f\u00fcr Energiewirtschaft wurde Timoschenko. Den Sitz des Parlamentspr\u00e4sidenten\u00a0\u00a0besetzte Pljuschtsch. Die prorussischen Kr\u00e4fte wurden langsam aus der Regierung gedr\u00e4ngt. Mit dieser\u00a0Politik versuchte das Kutschma-Team in seinem dritten Feldzug zur\u00a0Pr\u00e4sidentschaft die Unterst\u00fctzung des Landes und des Westens zu bekommen.<\/p>\n<p>Die Idee einer dritten Amtszeit von Kutschma nahm das Volk schlecht auf. Und das wurde von Putin ausgenutzt, der das Abdriften der Ukraine in Richtung\u00a0Westen nerv\u00f6s beobachtete.<\/p>\n<p>Kutschma wusste nicht, dass seine Kabinettsgespr\u00e4che bereits aufgenommen wurden. Dass das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kassetten-Skandal\">\u201edigitale Diktierger\u00e4t von Melnitschenko\u201c<\/a>\u00a0das Image von Kutschma als einem Europa-Integrierer bereits abschreibt. Der Major verschweigt, wann er das Diktierger\u00e4t zum ersten Mal unter das Pr\u00e4sidenten-Sofa legte. Auf allen Aufnahmen, die die\u00a0Amerikaner erhalten hatten, haben sie zu ihrer Verwunderung nur ein Datum entdeckt: Mitternacht des 1. Januar 1999. Die Experten, die diese Aufnahmen auswerteten, benennen als m\u00f6glichen Zeitpunkt der fr\u00fchesten Aufnahme den August 1998. Putin war noch nicht Ministerpr\u00e4sident, leitete\u00a0aber schon seit einem Monat den FSB Russlands.<\/p>\n<p>Im September 2000, nach vier Monaten seines vollwertigen\u00a0Pr\u00e4sidentenamts, war Putin, dessen wichtigster Tagesordnungspunkt die Verhinderung der Eurointegration der Ukraine war, bereit zu handeln.<\/p>\n<p>In dem Moment\u00a0begannen in Kyjiw auch bestimmte\u00a0Ereignisse. Zun\u00e4chst wurde der Journalist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heorhij_Gongadse\">Heorhij Gongadse<\/a> entf\u00fchrt und ermordet. Im November wurden die Aufnahmen von Melnitschenko ver\u00f6ffentlicht. Das Land wurde durch\u00a0Massenunruhen ersch\u00fcttert, die das Ende der Kutschma-Regierung faktisch vorbestimmt hatten. Die Stimme auf den Aufnahmen, die\u00a0die Mitwirkung des Pr\u00e4sidenten am Mord an dem Journalisten best\u00e4tigte, hatte die Nationaldemokraten dazu bewegt, sich von ihm abzuwenden.<\/p>\n<p>Diese Stimme, die angeblich den Verkauf von ukrainischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Koltschuga\">\u201eKoltschugas\u201c<\/a> <em>(Funkmess-\u00dcberwachungssystemen)<\/em> an Husseins\u00a0Irak guthie\u00df, hatte Kutschma zu jemandem gemacht, dem man im Westen keine Hand gibt. Man kann das alles eine Verschw\u00f6rungstheorie nennen. Tats\u00e4chlich, Beweise gibt es daf\u00fcr nicht. Aber die Frage: \u201eCui bono?\u201c stellt alles an seinen Platz. Wenn es diese Aufnahmen und einen auf sie abgestimmten Mord nicht gegeben h\u00e4tte, h\u00e4tte die Ukraine l\u00e4ngst eine Fahrkarte f\u00fcr den NATO-Beitritt bekommen und w\u00e4re l\u00e4ngst mit einem Bein in der EU gewesen.<\/p>\n<p>Putin wiederum hatte damals den von ihm so begehrten Aufschub um 15 Jahre bekommen.<\/p>\n<p>Den Schlussstrich f\u00fcr die\u00a0proeurop\u00e4ische Politik Kutschmas zog der von der Werchnowna Rada initiierte R\u00fccktritt Juschtschenkos. Angef\u00fchrt\u00a0wurde dieser Prozess von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiktor_Medwedtschuk\">Wiktor Medwedtschuk<\/a>,\u00a0Vizesprecher der Werchowna Rada und Freund\u00a0Putins.<\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>Der Vetter und die Verfassung<\/b><\/h2>\n<p>Wo und wann genau Medwedtschuk Putin kennenlernte, was genau zur Basis ihrer engen Freundschaft wurde &#8211; das ist eins der\u00a0Geheimnisse heimischer Politik.<\/p>\n<p>Bekannt ist nur, dass Putin Medwedtschuk\u00a0auf der Beerdigung des Patriarchen Alexij II. als engen Freund bezeichnete und Putin\u00a02004 Pate von Medwedtschuks Tochter wurde. Wer war damals Medwedtschuk und wer &#8211; Putin? Was hat diese Menschen eines unvergleichbaren politischen Gewichts vereint? Vielleicht liegt es daran, dass sie beide\u00a0auf die eine oder andere Art\u00a0mit dem KGB in Verbindung gebracht werden?<\/p>\n<p>Noch ein Detail: Wiktor Wladimirowitsch Medwedtschuk kam, ungeachtet seiner N\u00e4he zu Kutschma, praktisch nicht auf den Aufnahmen von Melnitschenko vor. Und der ehemalige Major selbst \u00e4u\u00dferte\u00a0sich nur ungern zum Thema Medwedtschuk.<\/p>\n<p>Ich denke, von Putins Seite war es, mit den Worten eines bekannten Filmhelden ausgedr\u00fcckt, \u201eLiebe auf Rechnung\u201c. Sein Hauptopfer war schon immer die Ukraine, und Medwedtschuk war nur ein weiterer Zusatzschl\u00fcssel zu der fremden Schatzkammer.<\/p>\n<p>Nach 2004 galt Medwedtschuk als \u201eabgearbeitetes Material\u201c. \u00dcber die \u00c4ngste vor seiner d\u00e4monenhaften Rolle im Schicksal der Ukraine lachte\u00a0man. Und irgendwie wurde vergessen, dass das Land bis zu Janukowytschs Zeiten nach einer Verfassung lebte, an\u00a0deren Ausarbeitung\u00a0Medwedtschuk seine Hand angelegt hatte &#8211; und eigentlich leben wir auch jetzt noch nach dieser! <em>\u201eMedwedtschuk wird zu Recht als der Autor der Verfassungsreform bezeichnet,\u201c-<\/em>\u00a0schreibt sein ehemaliger Gef\u00e4hrte von der SDPU <em>(Sozialdemokratische Partei der Ukraine),<\/em>\u00a0Juri Sagorodniy, und f\u00fcgt noch hinzu, dass Medwedtschuk bereits 2002 anfing, diese Idee voranzutreiben.<\/p>\n<p>Wie kommt das Oberhaupt der Pr\u00e4sidentschaftsverwaltung unter einem gesunden und auf seine dritte Amtszeit vorbereitenden Pr\u00e4sidenten dazu, auf einer Einschr\u00e4nkung\u00a0der Pr\u00e4sidentenbefugnisse zu bestehen? Das Puzzle setzt sich zusammen, wenn man davon ausgeht, dass Putin und Medwedtschuk ihre eigenen Vorstellungen von einem kraftvollen\u00a0Ministerpr\u00e4sidenten hatten.<\/p>\n<p>Manche Einzelheiten\u00a0des politischen Lebens jener Zeit weisen direkt darauf hin. Im Sommer 2004, als die Zeit gekommen war, einen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten seitens\u00a0der Regierung anstelle von Kutschma vorzuschlagen, wunderten sich alle \u00fcber die seltsame\u00a0Apathie in den Reihen der \u201ePartei der Regionen\u201c. Sie wollten mit Sicherheit\u00a0keinen Janukowytsch. Und viele f\u00fchrten offene Verhandlungen\u00a0mit der Partei \u201eUnsere Ukraine\u201c. Kutschma beeilte sich auch nicht: Offensichtlich kannte er den \u201eberuflichen Werdegang\u201c des \u201eH\u00e4ftlings\u201c und wollte einen ganz anderen Nachfolger sehen &#8211; Tihipko, der seiner Familie nahestand.<\/p>\n<p>Medwedtschuk hatte es eilig, die Br\u00fccken hinter sich zu verbrennen.\u00a0Als Initiator der offiziellen Pr\u00e4sidentschaftskandidatur von Janukowytsch trat gar nicht die \u201ePartei der Regionen\u201c auf, was man h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen, sondern die SDPU <em>(Sozialdemokratische Partei)<\/em> in Person von Leonid Krawtschuk. Sp\u00e4ter rechtfertigte sich Leonid Makarowitsch, angeblich sei er\u00a0&#8222;hinters Licht&#8220;\u00a0gef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>Tihipko wurde als Konkurrent recht schnell beseitigt, indem ihm der Posten des Ministerpr\u00e4sidenten unter Janukowytsch versprochen wurde. Wobei\u00a0dieses Versprechen keinerlei Wert hatte, denn nach Informationen des Autors dieser Zeilen waren die \u00c4mter\u00a0in der zuk\u00fcnftigen Regierung zu dem Zeitpunkt schon verteilt: Janukowytsch &#8211; Pr\u00e4sident, Medwedtschuk &#8211; Ministerpr\u00e4sident. Tihipko und sein Team wurden dagegen wie kleine Kinder vorgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Aber gehen wir nochmal zur\u00fcck.<\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\">\u201e<b>Faschismus\u201c. Eine Granate ohne Z\u00fcnder<\/b><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kuchma-300x193.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-2194 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kuchma-300x193-300x193.jpg\" alt=\"kuchma-300x193\" width=\"300\" height=\"193\" \/><\/a>Im Dezember 2000, nach der Ver\u00f6ffentlichung von Melnitschenko-Aufnahmen startete die Aktion <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ukraine_without_Kuchma\">\u201eUkraine ohne Kutschma\u201c<\/a>, die seltsamerweise die Kommunisten von Simonenko, die Sozialisten von Moros und die UNA-UNSO (nationalistische Partei), die ihrerzeit von Dmitry Kortschinsky erschaffen worden war, vereinte. Wie man die Kommunisten kennt, die auch gar nicht verheimlichten, dass sie von Russland finanzielle Unterst\u00fctzung beziehen (wenn nicht direkt von Putin, so doch von ihm \u00fcber\u00a0Sjuganow), kann man frei heraus behaupten, dass sie ein Teil der Verschw\u00f6rung gegen den europ\u00e4ischen Vektor der Ukraine waren.<\/p>\n<p>Im Februar 2001 unterschreibt Ministerpr\u00e4sident Wiktor Juschtschenko den in der Pr\u00e4sidentenverwaltung angefertigten \u201eBrief der Drei\u201c, in dem die Teilnehmer des Protestes als \u201eFaschisten\u201c bezeichnet werden. Ohne es selbst zu wissen besiegelte der unter Anspruchslosigkeit leidende Wiktor Juschtschenko mit seiner Unterschrift den Plan Putins zur Aufteilung der Ukraine auf \u201eFaschisten\u201c im Westen und \u201eAntifaschisten\u201c im Osten. In all den 10 Jahren der Unabh\u00e4ngigkeit wurde die Frage kein einziges Mal auf diese Art und Weise gestellt: Der politische Kampf lief bis dahin zwischen Linken und Liberalen ab.<\/p>\n<p>Es war nicht viel Zeit vergangen, und schon wurde Juschtschenko selbst auf den Werbetafeln im Donbas in einer SS-Uniform dargestellt, und in der Kyjiwer U-Bahn tauchten (nicht ohne die Mitwirkung, wie man glaubt, der\u00a0russischen Polittechnologen Pawlowski und Gelmann von der SDPU) anonyme Flugbl\u00e4tter mit einer Ukraine-Karte auf, die wie ein zu schlachtendes Schwein in drei G\u00fcteklassen\u00a0aufgeteilt war.<\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz 2001 gelangte\u00a0die Protestaktion der UBK <em>(Ukraine ohne Kutschma-Bewegung)<\/em> an die T\u00fcren der Pr\u00e4sidentenverwaltung in der Bankow-Stra\u00dfe, und \u201eunbekannte Personen\u201c begannen die Erst\u00fcrmung des\u00a0Geb\u00e4udes. In den ersten Reihen erblickte\u00a0man die Nationalisten von der UNA-UNSO. Das TV-BIld erinnerte sehr stark an jenes, welches das russische Fernsehen 12 Jahre sp\u00e4ter, am 1.Dezember 2013, aus derselben Bankow-Stra\u00dfe senden wird.<\/p>\n<p>Die &#8222;Berkut&#8220; waren genauso vorzeitig in Bereitschaft gesetzt\u00a0und schlugen den Widerstand recht schnell nieder, viele Menschen wurden verhaftet und bekamen langj\u00e4hrige Haftstrafen. \u201eDas Toben des Faschismus und Nationalismus\u201c wurde durch zahlreiche Fackelm\u00e4rsche der \u201eerneuerten\u201c UNSO auf\u00a0dem Chreschtschatyk <em>(Hauptstra\u00dfe im Zentrum Kyjiws)<\/em> dokumentiert, die \u00fcbrigens von den Beh\u00f6rden\u00a0auch wohlgef\u00e4llig genehmigt worden\u00a0waren.<\/p>\n<p>Die Granate, deren Z\u00fcnder bereits 2002 gezogen wurde, ist jetzt\u00a0im Krieg im Osten der Ukraine explodiert.<\/p>\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>Das abgeschossene Flugzeug: Die Kremlhandschrift<\/b><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/flugzeug.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-2193 alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/flugzeug-300x284.jpg\" alt=\"flugzeug\" width=\"300\" height=\"284\" \/><\/a>Aber in den letzten Jahren der Regierungszeit von Kutschma fanden\u00a0mindestens zwei weitere ernsthafte Krisen statt, die indirekt oder direkt mit Putin im Zusammenhang stehen. Beide bleiben bis heute in vielem ein Geheimnis.<\/p>\n<p>Am 4. Oktober 2001 explodierte\u00a0das Flugzeug TU-154\u00a0im Himmel \u00fcber dem Schwarzen Meer, die Flugroute verlief\u00a0von Tel-Aviv nach Nowosibirsk. Alle 66 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder starben. Nach dem Urteil\u00a0der internationalen Luftfahrtkommission\u00a0wurde das Flugzeug w\u00e4hrend der gemeinsamen Man\u00f6ver\u00a0mit der russischen Armee\u00a0durch eine ukrainische Rakete von der Krim aus abgeschossen. Kaum jemand hatte damals der Information Beachtung geschenkt, dass parallel zum ukrainischen Milit\u00e4r auch Russen Raketen abgeschossen hatten, nur von einem anderen Truppen\u00fcbungsplatz. Zu jenen Zeiten wollte das Land einen einzigen Schuldigen sehen, n\u00e4mlich &#8211; Kutschma. Erst 2011 kamen\u00a0Experten des Kyjiwer Instituts f\u00fcr Gerichtsgutachten zu folgendem Schluss gekommen: Die TU-154 konnte nicht durch eine ukrainische Rakete abgeschossen worden sein. Darum wurden\u00a0auch alle Klagen der Fluggesellschaft \u201eSibirj\u201c von den Gerichten abgelehnt. Russland hatte keine Einw\u00e4nde: Die Sache war erledigt &#8211; an der Macht war der loyale Janukowytsch.<\/p>\n<p>Im fernen 2001 mochte\u00a0die Version, dass das russische Milit\u00e4r sein eigenes Flugzeug selbst abgeschossen habe, total grotesk erscheinen. Die Trag\u00f6die mit der malaysischen Boeing brachte uns alle dazu, die Ereignisse der Vergangenheit von einem neuen Standpunkt aus zu betrachten. Ziel der Provokation von 2001 konnte ganz einfach sein: Die Gefahr des Vorhandenseins von\u00a0moderner Milit\u00e4rtechnik in H\u00e4nden der \u201eunterentwickelten\u201c Ukrainer aufzuzeigen und den Westen von der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit der Abr\u00fcstung\u00a0solch einer wenig steuerbaren Armee zu \u00fcberzeugen&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tuzla-2-300x223.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-2197 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tuzla-2-300x223-300x223.jpg\" alt=\"tuzla-2-300x223\" width=\"300\" height=\"223\" \/><\/a>Im September 2003 wurde die Landenge von Tusla ber\u00fchmt. Pl\u00f6tzlich begann\u00a0man von der Seite der russischen Siedlung Tamanj in Richtung der ukrainischen Insel einen Sanddamm aufzusch\u00fctten, um Tusla mit dem Territorium Russlands zu verbinden. Das war ein Erstes, der allererste putinsche Versuch eines \u00dcbergriffs auf ukrainisches Territorium.\u00a0Viele Politologen r\u00e4tselten\u00a0damals \u00fcber das Ziel dieser sinnlosen Provokation. Wiktor Neboschenko vermutete, dass Putin die Reaktion der Ukrainer beobachtete &#8211; ob viele von ihnen Russlands Aktionen unterst\u00fctzten. Solche fanden sich jedoch in der Ukraine, selbst\u00a0im Osten, faktisch \u00fcberhaupt\u00a0nicht.<\/p>\n<p>Wieviel Geld musste denn der russische Diktator in den Informationskrieg gegen die Ukraine investieren, um am Ende die Einwohner der Krim und des Donbas zum Verrat zu verleiten!<\/p>\n<p>Der Krieg in Georgien und die Unterst\u00fctzung des neuen Feldzugs von Janukowytsch zur\u00a0Macht, der Zerfall der ukrainischen Armee, die Erschie\u00dfungen auf dem Maidan und die Rettung des Diktators &#8211; all das geschah vor unseren Augen und mit direkter Einwirkung von Putin. Geblendet vom Glauben an den Frieden mit Russland auf Jahrhunderte hinaus\u00a0\u00fcbersahen\u00a0wir den zunehmenden\u00a0Krieg gegen uns, und als\u00a0wir seine Anzeichen gesehen haben, wollten wir uns das Erkannte\u00a0nicht eingestehen.<\/p>\n<p>Wof\u00fcr wurde denn eigentlich Putin in den Kreml geholt? Wirklich nur um Krieg gegen die Ukraine zu f\u00fchren?<\/p>\n<p>Sieht aus, als ob das so w\u00e4re. Transnistrien, S\u00fcdossetien, sogar die Krim &#8211; das sind alles Kleinigkeiten, die einem halbverfaulten Imperium nicht erlauben, an seine Wiedergeburt zu glauben. Wenn es aber das von der Fl\u00e4che her zweitgr\u00f6\u00dfte Land in Europa besiegt, wird diese Tatsache allen die M\u00f6glichkeiten des Kremls zeigen. Die Losl\u00f6sung der baltischen Staaten, der Balkanl\u00e4nder, Ungarns und der Slowakei von der westlichen Welt, ganz zu schweigen von der blutlosen Annexion von Kasachstan und Belarus ist nur eine Frage der Zeit. Putin wird von der ganzen Welt verflucht werden? Ach, kommen Sie. Russland wird sich \u201ereinigen\u201c, indem es den Tyrannen t\u00f6tet. Die \u201eEroberungen\u201c bleiben aber. Und zu ihrer Erweiterung\u00a0wird man einen neuen heimt\u00fcckischen Zwerg finden.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen diese schwere Zeiten durchstehen. Wir d\u00fcrfen keine Niederlage erleiden. Wenn wir standhalten, geht Putin die Luft aus, er wird nicht mehr gef\u00fcrchtet und eines Tages wird er mit seinem Sonntagstee Gift trinken.<\/p>\n<p>Leider wird Russland bleiben&#8230;<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Autor:<strong><a href=\"http:\/\/espreso.tv\/author\/yakunov_yevhen\"> Eugen Jakunow<\/a><\/strong>; Quelle: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/4296-15-let-tajnoj-vojny-kremlya-s-ukraynoj\">InformNapalm<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>CC BY 4.0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 15 Jahren, am 31. 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Dezember 1999, sagte der russische Pr\u00e4sident Boris Jelzin statt der \u00fcblichen Neujahrsansprache unerwartet zu seinem Volk: \u201eIch gehe!\u201c Und die Russen erfuhren, dass sie nun einen neuen Zar haben: einen kurzen Blonden mit w\u00e4ssrigen Augen.\r\n\r\nDamals, im neunten Jahr der ukrainischen Unabh\u00e4ngigkeit, schien uns, als ob diese ausschlie\u00dflich russische Geschichte keinerlei Bezug\u00a0zu den Ereignissen in unserem Land h\u00e4tte. Wie es sich herausstellte, hatte sie das sehr wohl. Und sogar mehr, als wir es uns vorstellen k\u00f6nnen. Denn gerade mit dem Machtantritt des kremlischen Zwergs begannen\u00a0bei uns Sachen zu passieren, f\u00fcr welche wir sehr lange keine Erkl\u00e4rung\u00a0finden konnten. Erst jetzt verstehen wir: Das Auge des Gro\u00dfen Bruders hat uns all die 24 Jahre unseres von ihm getrennten Lebens wachsam und hassend\u00a0beobachtet. Und uns geschadet, wo es nur konnte.\r\n\r\nAll das verdient einer tiefgehenden Untersuchung, und vielleicht sogar eines Buches. Der Autor dieser Zeilen versucht nur ein paar chronologische Koinzidenzen gegen\u00fcberzustellen und sich ein paar rhetorische Fragen zu stellen.\r\n\r\nAlso, kehren\u00a0wir zur\u00fcck zu\u00a0Russland.\r\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>\u00ab<\/b><b>Ein Torheitsakt!\"<\/b><\/h2>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Was Jelzin bewegte zur\u00fcckzutreten, ist bis heute unbekannt. Sein behandelnder Arzt beteuerte\u00a0nach dem Tod von Boris Nikolajewitsch in zahlreichen Interviews, er habe sich \u00fcber seine Gesundheit nie beklagt und h\u00e4tte noch mehrere Jahre produktiv arbeiten k\u00f6nnen. Die wirtschaftliche und politische Situation war nicht so kritisch, dass Jelzins Team nicht damit h\u00e4tte klarkommen k\u00f6nnen. Es gab schon schlimmere Zeiten. Heute ist klar: Nicht Jelzin hatte\u00a0einen Nachfolger f\u00fcr sich vorbereitet. Der alte Liberale wurde ganz einfach dreist vom Platz gedr\u00e4ngt, um diesen Platz f\u00fcr einen gew\u00fcnschten Menschen freizumachen. Auf das Ende seiner Amtszeit zu warten hatte man keine Zeit: Das Imperium, das sein Versailles durchlebte, forderte eine Revanche.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Wann ist der Vektorwechsel in den russischen F\u00fchrungsetagen passiert?<\/p>\r\nNoch im Mai bestand am\u00a0liberal-demokratischen Kurs von Jelzin keinerlei Zweifel.\u00a0Sergej Stepaschin wurde\u00a0Oberhaupt der russischen Regierung, ein altgedienter Demokrat, der dadurch ber\u00fchmt geworden war, dass er die Ermittlungskommission leitete, die die KGB-Verbrechen untersuchte. Genau ihn hatte die russische politische Szene f\u00fcr die Rolle des Nachfolgers ausersehen. Und pl\u00f6tzlich wird Stepaschin im August aus dem Dienst entfernt\u00a0\u2013 Sergej Wadimowitsch erf\u00e4hrt dar\u00fcber faktisch als Letzter und ist \u00fcber diese Nachricht schockiert.\r\n\r\nDer neue Premier, ein etatm\u00e4\u00dfiger FSBler namens Putin, ein Mensch aus jenem System, dessen Verbrechen Stepaschin untersuchte, wird mit Abscheu wahrgenommen. \u201eDie dichte Absurdit\u00e4t der Obrigkeit!\u201c, sagte dazu Juri Luschkow. \u201eEin Torheitsakt!\u201c, pflichtete dem \u00a0Hauptstadtb\u00fcrgermeister Boris Nemzow bei, \u201eKlinik!\u201c, merkte Gennady Sjuganow an. 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Die Best\u00e4tigung wurde, nach seinen Worten, in einem der LKWs mit Sprengstoff gefunden: ein Personalausweis eines der\u00a0tschetschenischen Anf\u00fchrer. So eine Art \u201eJaroschs Visitenkarte\u201c.\r\n\r\nViele vern\u00fcnftige Menschen in Russland waren damals wie heute \u00fcberzeugt: Der FSB hatte bei dieser Sache seine H\u00e4nde im Spiel. Der Publizist Andrei Piontkowski und der Rechtsanwalt Michail Trepaschin, die sich mit der Untersuchung von jenen Explosionen besch\u00e4ftigten, sind \u00fcberzeugt: der neue H\u00f6fling habe die menschlichen Opfer gebraucht, um eine Vollmacht f\u00fcr die\u00a0Grausamkeiten in Tschetschenien zu erhalten\u00a0und seine Unersetzbarkeit bei den dreckigsten Gesch\u00e4ften zu zeigen.\r\n\r\nHeute versucht man sich in Russland gar nicht daran zu erinnern, dass es viel mehr Opfer h\u00e4tte geben k\u00f6nnen. Am 22. September wurden FSB-Mitarbeiter in Rjasan dabei erwischt, wie sie eine weitere Ladung\u00a0Sprengstoff in den Keller eines Wohnhochhauses brachten. Der durch die \u00d6ffentlichkeit an die Wand gedr\u00fcckte FSB versuchte\u00a0erst ein paar Tage sp\u00e4ter murmelnd zu erkl\u00e4ren, dass es sich angeblich um \u201e\u00dcbungen\u201c gehandelt habe. Terrorakte gab es aber danach nicht mehr...\r\n\r\nDas war die erste Feuerprobe Putins. Sp\u00e4ter kamen dann viel besser ausgekl\u00fcgelte Operationen: Beslan, \u201eNord-Ost\u201c, der Magnitsky-Fall... Der Retter des Vaterlandes vor der \u201egrausamen tschetschenischen Aggression\u201c wird im Mai 2000 wie erwartet zum vollwertigen Pr\u00e4sidenten Russlands gew\u00e4hlt und befreit sich mit Erleichterung vom unangenehmen Pr\u00e4fix \u201ei.V.\u201c. Und wie es scheint, macht er sich genau in dem Moment\u00a0ernsthaft an die Ukraine.\r\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>Der Mord, der Europa f\u00fcr uns verschlossen hat<\/b><\/h2>\r\n\u2026Im November 1999, als Putin auf die Macht\u00fcbernahme in Moskau vorbereitet wurde, wird Leonid Kutschma\u00a0in Kyjiw f\u00fcr seine zweite Amtszeit ausgew\u00e4hlt. \u201eSie werden einen neuen Pr\u00e4sidenten sehen!\u201c, sagt er optimistisch in seiner Antrittsrede. Das \u201eNeue\u201c in Kutschma hat sich in zwei Dingen\u00a0offenbart.\r\n\r\nEr erl\u00e4uterte\u00a0zum ersten Mal in seiner Karriere einen Kurs auf einen EU-Beitritt und fand in dieser Angelegenheit Verb\u00fcndete bei\u00a0ukrainischen Patrioten.\r\n\r\nAn die Spitze der Regierung kam Juschtschenko, Vizepremier f\u00fcr Energiewirtschaft wurde Timoschenko. Den Sitz des Parlamentspr\u00e4sidenten\u00a0\u00a0besetzte Pljuschtsch. Die prorussischen Kr\u00e4fte wurden langsam aus der Regierung gedr\u00e4ngt. Mit dieser\u00a0Politik versuchte das Kutschma-Team in seinem dritten Feldzug zur\u00a0Pr\u00e4sidentschaft die Unterst\u00fctzung des Landes und des Westens zu bekommen.\r\n\r\nDie Idee einer dritten Amtszeit von Kutschma nahm das Volk schlecht auf. Und das wurde von Putin ausgenutzt, der das Abdriften der Ukraine in Richtung\u00a0Westen nerv\u00f6s beobachtete.\r\n\r\nKutschma wusste nicht, dass seine Kabinettsgespr\u00e4che bereits aufgenommen wurden. Dass das <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kassetten-Skandal\">\u201edigitale Diktierger\u00e4t von Melnitschenko\u201c<\/a>\u00a0das Image von Kutschma als einem Europa-Integrierer bereits abschreibt. Der Major verschweigt, wann er das Diktierger\u00e4t zum ersten Mal unter das Pr\u00e4sidenten-Sofa legte. Auf allen Aufnahmen, die die\u00a0Amerikaner erhalten hatten, haben sie zu ihrer Verwunderung nur ein Datum entdeckt: Mitternacht des 1. Januar 1999. Die Experten, die diese Aufnahmen auswerteten, benennen als m\u00f6glichen Zeitpunkt der fr\u00fchesten Aufnahme den August 1998. Putin war noch nicht Ministerpr\u00e4sident, leitete\u00a0aber schon seit einem Monat den FSB Russlands.\r\n\r\nIm September 2000, nach vier Monaten seines vollwertigen\u00a0Pr\u00e4sidentenamts, war Putin, dessen wichtigster Tagesordnungspunkt die Verhinderung der Eurointegration der Ukraine war, bereit zu handeln.\r\n\r\nIn dem Moment\u00a0begannen in Kyjiw auch bestimmte\u00a0Ereignisse. Zun\u00e4chst wurde der Journalist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heorhij_Gongadse\">Heorhij Gongadse<\/a> entf\u00fchrt und ermordet. Im November wurden die Aufnahmen von Melnitschenko ver\u00f6ffentlicht. Das Land wurde durch\u00a0Massenunruhen ersch\u00fcttert, die das Ende der Kutschma-Regierung faktisch vorbestimmt hatten. Die Stimme auf den Aufnahmen, die\u00a0die Mitwirkung des Pr\u00e4sidenten am Mord an dem Journalisten best\u00e4tigte, hatte die Nationaldemokraten dazu bewegt, sich von ihm abzuwenden.\r\n\r\nDiese Stimme, die angeblich den Verkauf von ukrainischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Koltschuga\">\u201eKoltschugas\u201c<\/a> <em>(Funkmess-\u00dcberwachungssystemen)<\/em> an Husseins\u00a0Irak guthie\u00df, hatte Kutschma zu jemandem gemacht, dem man im Westen keine Hand gibt. Man kann das alles eine Verschw\u00f6rungstheorie nennen. Tats\u00e4chlich, Beweise gibt es daf\u00fcr nicht. Aber die Frage: \u201eCui bono?\u201c stellt alles an seinen Platz. Wenn es diese Aufnahmen und einen auf sie abgestimmten Mord nicht gegeben h\u00e4tte, h\u00e4tte die Ukraine l\u00e4ngst eine Fahrkarte f\u00fcr den NATO-Beitritt bekommen und w\u00e4re l\u00e4ngst mit einem Bein in der EU gewesen.\r\n\r\nPutin wiederum hatte damals den von ihm so begehrten Aufschub um 15 Jahre bekommen.\r\n\r\nDen Schlussstrich f\u00fcr die\u00a0proeurop\u00e4ische Politik Kutschmas zog der von der Werchnowna Rada initiierte R\u00fccktritt Juschtschenkos. Angef\u00fchrt\u00a0wurde dieser Prozess von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wiktor_Medwedtschuk\">Wiktor Medwedtschuk<\/a>,\u00a0Vizesprecher der Werchowna Rada und Freund\u00a0Putins.\r\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>Der Vetter und die Verfassung<\/b><\/h2>\r\nWo und wann genau Medwedtschuk Putin kennenlernte, was genau zur Basis ihrer engen Freundschaft wurde - das ist eins der\u00a0Geheimnisse heimischer Politik.\r\n\r\nBekannt ist nur, dass Putin Medwedtschuk\u00a0auf der Beerdigung des Patriarchen Alexij II. als engen Freund bezeichnete und Putin\u00a02004 Pate von Medwedtschuks Tochter wurde. Wer war damals Medwedtschuk und wer - Putin? Was hat diese Menschen eines unvergleichbaren politischen Gewichts vereint? Vielleicht liegt es daran, dass sie beide\u00a0auf die eine oder andere Art\u00a0mit dem KGB in Verbindung gebracht werden?\r\n\r\nNoch ein Detail: Wiktor Wladimirowitsch Medwedtschuk kam, ungeachtet seiner N\u00e4he zu Kutschma, praktisch nicht auf den Aufnahmen von Melnitschenko vor. Und der ehemalige Major selbst \u00e4u\u00dferte\u00a0sich nur ungern zum Thema Medwedtschuk.\r\n\r\nIch denke, von Putins Seite war es, mit den Worten eines bekannten Filmhelden ausgedr\u00fcckt, \u201eLiebe auf Rechnung\u201c. Sein Hauptopfer war schon immer die Ukraine, und Medwedtschuk war nur ein weiterer Zusatzschl\u00fcssel zu der fremden Schatzkammer.\r\n\r\nNach 2004 galt Medwedtschuk als \u201eabgearbeitetes Material\u201c. \u00dcber die \u00c4ngste vor seiner d\u00e4monenhaften Rolle im Schicksal der Ukraine lachte\u00a0man. Und irgendwie wurde vergessen, dass das Land bis zu Janukowytschs Zeiten nach einer Verfassung lebte, an\u00a0deren Ausarbeitung\u00a0Medwedtschuk seine Hand angelegt hatte - und eigentlich leben wir auch jetzt noch nach dieser! <em>\u201eMedwedtschuk wird zu Recht als der Autor der Verfassungsreform bezeichnet,\u201c-<\/em>\u00a0schreibt sein ehemaliger Gef\u00e4hrte von der SDPU <em>(Sozialdemokratische Partei der Ukraine),<\/em>\u00a0Juri Sagorodniy, und f\u00fcgt noch hinzu, dass Medwedtschuk bereits 2002 anfing, diese Idee voranzutreiben.\r\n\r\nWie kommt das Oberhaupt der Pr\u00e4sidentschaftsverwaltung unter einem gesunden und auf seine dritte Amtszeit vorbereitenden Pr\u00e4sidenten dazu, auf einer Einschr\u00e4nkung\u00a0der Pr\u00e4sidentenbefugnisse zu bestehen? Das Puzzle setzt sich zusammen, wenn man davon ausgeht, dass Putin und Medwedtschuk ihre eigenen Vorstellungen von einem kraftvollen\u00a0Ministerpr\u00e4sidenten hatten.\r\n\r\nManche Einzelheiten\u00a0des politischen Lebens jener Zeit weisen direkt darauf hin. Im Sommer 2004, als die Zeit gekommen war, einen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten seitens\u00a0der Regierung anstelle von Kutschma vorzuschlagen, wunderten sich alle \u00fcber die seltsame\u00a0Apathie in den Reihen der \u201ePartei der Regionen\u201c. Sie wollten mit Sicherheit\u00a0keinen Janukowytsch. Und viele f\u00fchrten offene Verhandlungen\u00a0mit der Partei \u201eUnsere Ukraine\u201c. Kutschma beeilte sich auch nicht: Offensichtlich kannte er den \u201eberuflichen Werdegang\u201c des \u201eH\u00e4ftlings\u201c und wollte einen ganz anderen Nachfolger sehen - Tihipko, der seiner Familie nahestand.\r\n\r\nMedwedtschuk hatte es eilig, die Br\u00fccken hinter sich zu verbrennen.\u00a0Als Initiator der offiziellen Pr\u00e4sidentschaftskandidatur von Janukowytsch trat gar nicht die \u201ePartei der Regionen\u201c auf, was man h\u00e4tte erwarten k\u00f6nnen, sondern die SDPU <em>(Sozialdemokratische Partei)<\/em> in Person von Leonid Krawtschuk. Sp\u00e4ter rechtfertigte sich Leonid Makarowitsch, angeblich sei er\u00a0\"hinters Licht\"\u00a0gef\u00fchrt worden.\r\n\r\nTihipko wurde als Konkurrent recht schnell beseitigt, indem ihm der Posten des Ministerpr\u00e4sidenten unter Janukowytsch versprochen wurde. Wobei\u00a0dieses Versprechen keinerlei Wert hatte, denn nach Informationen des Autors dieser Zeilen waren die \u00c4mter\u00a0in der zuk\u00fcnftigen Regierung zu dem Zeitpunkt schon verteilt: Janukowytsch - Pr\u00e4sident, Medwedtschuk - Ministerpr\u00e4sident. Tihipko und sein Team wurden dagegen wie kleine Kinder vorgef\u00fchrt.\r\n\r\nAber gehen wir nochmal zur\u00fcck.\r\n<h2 align=\"JUSTIFY\">\u201e<b>Faschismus\u201c. Eine Granate ohne Z\u00fcnder<\/b><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kuchma-300x193.jpg\"><img class=\" size-medium wp-image-2194 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kuchma-300x193-300x193.jpg\" alt=\"kuchma-300x193\" width=\"300\" height=\"193\" \/><\/a>Im Dezember 2000, nach der Ver\u00f6ffentlichung von Melnitschenko-Aufnahmen startete die Aktion <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Ukraine_without_Kuchma\">\u201eUkraine ohne Kutschma\u201c<\/a>, die seltsamerweise die Kommunisten von Simonenko, die Sozialisten von Moros und die UNA-UNSO (nationalistische Partei), die ihrerzeit von Dmitry Kortschinsky erschaffen worden war, vereinte. Wie man die Kommunisten kennt, die auch gar nicht verheimlichten, dass sie von Russland finanzielle Unterst\u00fctzung beziehen (wenn nicht direkt von Putin, so doch von ihm \u00fcber\u00a0Sjuganow), kann man frei heraus behaupten, dass sie ein Teil der Verschw\u00f6rung gegen den europ\u00e4ischen Vektor der Ukraine waren.\r\n\r\nIm Februar 2001 unterschreibt Ministerpr\u00e4sident Wiktor Juschtschenko den in der Pr\u00e4sidentenverwaltung angefertigten \u201eBrief der Drei\u201c, in dem die Teilnehmer des Protestes als \u201eFaschisten\u201c bezeichnet werden. Ohne es selbst zu wissen besiegelte der unter Anspruchslosigkeit leidende Wiktor Juschtschenko mit seiner Unterschrift den Plan Putins zur Aufteilung der Ukraine auf \u201eFaschisten\u201c im Westen und \u201eAntifaschisten\u201c im Osten. In all den 10 Jahren der Unabh\u00e4ngigkeit wurde die Frage kein einziges Mal auf diese Art und Weise gestellt: Der politische Kampf lief bis dahin zwischen Linken und Liberalen ab.\r\n\r\nEs war nicht viel Zeit vergangen, und schon wurde Juschtschenko selbst auf den Werbetafeln im Donbas in einer SS-Uniform dargestellt, und in der Kyjiwer U-Bahn tauchten (nicht ohne die Mitwirkung, wie man glaubt, der\u00a0russischen Polittechnologen Pawlowski und Gelmann von der SDPU) anonyme Flugbl\u00e4tter mit einer Ukraine-Karte auf, die wie ein zu schlachtendes Schwein in drei G\u00fcteklassen\u00a0aufgeteilt war.\r\n\r\nAm 8. M\u00e4rz 2001 gelangte\u00a0die Protestaktion der UBK <em>(Ukraine ohne Kutschma-Bewegung)<\/em> an die T\u00fcren der Pr\u00e4sidentenverwaltung in der Bankow-Stra\u00dfe, und \u201eunbekannte Personen\u201c begannen die Erst\u00fcrmung des\u00a0Geb\u00e4udes. In den ersten Reihen erblickte\u00a0man die Nationalisten von der UNA-UNSO. Das TV-BIld erinnerte sehr stark an jenes, welches das russische Fernsehen 12 Jahre sp\u00e4ter, am 1.Dezember 2013, aus derselben Bankow-Stra\u00dfe senden wird.\r\n\r\nDie \"Berkut\" waren genauso vorzeitig in Bereitschaft gesetzt\u00a0und schlugen den Widerstand recht schnell nieder, viele Menschen wurden verhaftet und bekamen langj\u00e4hrige Haftstrafen. \u201eDas Toben des Faschismus und Nationalismus\u201c wurde durch zahlreiche Fackelm\u00e4rsche der \u201eerneuerten\u201c UNSO auf\u00a0dem Chreschtschatyk <em>(Hauptstra\u00dfe im Zentrum Kyjiws)<\/em> dokumentiert, die \u00fcbrigens von den Beh\u00f6rden\u00a0auch wohlgef\u00e4llig genehmigt worden\u00a0waren.\r\n\r\nDie Granate, deren Z\u00fcnder bereits 2002 gezogen wurde, ist jetzt\u00a0im Krieg im Osten der Ukraine explodiert.\r\n<h2 align=\"JUSTIFY\"><b>Das abgeschossene Flugzeug: Die Kremlhandschrift<\/b><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/flugzeug.jpg\"><img class=\" size-medium wp-image-2193 alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/flugzeug-300x284.jpg\" alt=\"flugzeug\" width=\"300\" height=\"284\" \/><\/a>Aber in den letzten Jahren der Regierungszeit von Kutschma fanden\u00a0mindestens zwei weitere ernsthafte Krisen statt, die indirekt oder direkt mit Putin im Zusammenhang stehen. Beide bleiben bis heute in vielem ein Geheimnis.\r\n\r\nAm 4. Oktober 2001 explodierte\u00a0das Flugzeug TU-154\u00a0im Himmel \u00fcber dem Schwarzen Meer, die Flugroute verlief\u00a0von Tel-Aviv nach Nowosibirsk. Alle 66 Passagiere und 12 Besatzungsmitglieder starben. Nach dem Urteil\u00a0der internationalen Luftfahrtkommission\u00a0wurde das Flugzeug w\u00e4hrend der gemeinsamen Man\u00f6ver\u00a0mit der russischen Armee\u00a0durch eine ukrainische Rakete von der Krim aus abgeschossen. Kaum jemand hatte damals der Information Beachtung geschenkt, dass parallel zum ukrainischen Milit\u00e4r auch Russen Raketen abgeschossen hatten, nur von einem anderen Truppen\u00fcbungsplatz. Zu jenen Zeiten wollte das Land einen einzigen Schuldigen sehen, n\u00e4mlich - Kutschma. Erst 2011 kamen\u00a0Experten des Kyjiwer Instituts f\u00fcr Gerichtsgutachten zu folgendem Schluss gekommen: Die TU-154 konnte nicht durch eine ukrainische Rakete abgeschossen worden sein. Darum wurden\u00a0auch alle Klagen der Fluggesellschaft \u201eSibirj\u201c von den Gerichten abgelehnt. Russland hatte keine Einw\u00e4nde: Die Sache war erledigt - an der Macht war der loyale Janukowytsch.\r\n\r\nIm fernen 2001 mochte\u00a0die Version, dass das russische Milit\u00e4r sein eigenes Flugzeug selbst abgeschossen habe, total grotesk erscheinen. Die Trag\u00f6die mit der malaysischen Boeing brachte uns alle dazu, die Ereignisse der Vergangenheit von einem neuen Standpunkt aus zu betrachten. Ziel der Provokation von 2001 konnte ganz einfach sein: Die Gefahr des Vorhandenseins von\u00a0moderner Milit\u00e4rtechnik in H\u00e4nden der \u201eunterentwickelten\u201c Ukrainer aufzuzeigen und den Westen von der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit der Abr\u00fcstung\u00a0solch einer wenig steuerbaren Armee zu \u00fcberzeugen...\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tuzla-2-300x223.jpg\"><img class=\" size-medium wp-image-2197 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tuzla-2-300x223-300x223.jpg\" alt=\"tuzla-2-300x223\" width=\"300\" height=\"223\" \/><\/a>Im September 2003 wurde die Landenge von Tusla ber\u00fchmt. Pl\u00f6tzlich begann\u00a0man von der Seite der russischen Siedlung Tamanj in Richtung der ukrainischen Insel einen Sanddamm aufzusch\u00fctten, um Tusla mit dem Territorium Russlands zu verbinden. Das war ein Erstes, der allererste putinsche Versuch eines \u00dcbergriffs auf ukrainisches Territorium.\u00a0Viele Politologen r\u00e4tselten\u00a0damals \u00fcber das Ziel dieser sinnlosen Provokation. Wiktor Neboschenko vermutete, dass Putin die Reaktion der Ukrainer beobachtete - ob viele von ihnen Russlands Aktionen unterst\u00fctzten. Solche fanden sich jedoch in der Ukraine, selbst\u00a0im Osten, faktisch \u00fcberhaupt\u00a0nicht.\r\n\r\nWieviel Geld musste denn der russische Diktator in den Informationskrieg gegen die Ukraine investieren, um am Ende die Einwohner der Krim und des Donbas zum Verrat zu verleiten!\r\n\r\nDer Krieg in Georgien und die Unterst\u00fctzung des neuen Feldzugs von Janukowytsch zur\u00a0Macht, der Zerfall der ukrainischen Armee, die Erschie\u00dfungen auf dem Maidan und die Rettung des Diktators - all das geschah vor unseren Augen und mit direkter Einwirkung von Putin. Geblendet vom Glauben an den Frieden mit Russland auf Jahrhunderte hinaus\u00a0\u00fcbersahen\u00a0wir den zunehmenden\u00a0Krieg gegen uns, und als\u00a0wir seine Anzeichen gesehen haben, wollten wir uns das Erkannte\u00a0nicht eingestehen.\r\n\r\nWof\u00fcr wurde denn eigentlich Putin in den Kreml geholt? Wirklich nur um Krieg gegen die Ukraine zu f\u00fchren?\r\n\r\nSieht aus, als ob das so w\u00e4re. Transnistrien, S\u00fcdossetien, sogar die Krim - das sind alles Kleinigkeiten, die einem halbverfaulten Imperium nicht erlauben, an seine Wiedergeburt zu glauben. Wenn es aber das von der Fl\u00e4che her zweitgr\u00f6\u00dfte Land in Europa besiegt, wird diese Tatsache allen die M\u00f6glichkeiten des Kremls zeigen. Die Losl\u00f6sung der baltischen Staaten, der Balkanl\u00e4nder, Ungarns und der Slowakei von der westlichen Welt, ganz zu schweigen von der blutlosen Annexion von Kasachstan und Belarus ist nur eine Frage der Zeit. Putin wird von der ganzen Welt verflucht werden? Ach, kommen Sie. Russland wird sich \u201ereinigen\u201c, indem es den Tyrannen t\u00f6tet. Die \u201eEroberungen\u201c bleiben aber. Und zu ihrer Erweiterung\u00a0wird man einen neuen heimt\u00fcckischen Zwerg finden.\r\n\r\nWir m\u00fcssen diese schwere Zeiten durchstehen. Wir d\u00fcrfen keine Niederlage erleiden. Wenn wir standhalten, geht Putin die Luft aus, er wird nicht mehr gef\u00fcrchtet und eines Tages wird er mit seinem Sonntagstee Gift trinken.\r\n\r\nLeider wird Russland bleiben...\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<em>Autor:<strong><a href=\"http:\/\/espreso.tv\/author\/yakunov_yevhen\"> Eugen Jakunow<\/a><\/strong>; Quelle: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/4296-15-let-tajnoj-vojny-kremlya-s-ukraynoj\">InformNapalm<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em>\r\n\r\nCC BY 4.0","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/121"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2190"}],"version-history":[{"count":50,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2190\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29369,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2190\/revisions\/29369"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}