{"id":2258,"date":"2015-01-10T16:49:25","date_gmt":"2015-01-10T16:49:25","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=2258"},"modified":"2019-03-11T14:27:47","modified_gmt":"2019-03-11T14:27:47","slug":"antisowjetische-malerei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/antisowjetische-malerei\/","title":{"rendered":"Antisowjetische Malerei"},"content":{"rendered":"<p><em>Wir m\u00f6chten Ihnen hiermit eine Auswahl an antisowjetischer Malerei aus verschiedenen Jahren pr\u00e4sentieren. Einige dieser Bilder stammen aus der UdSSR-Zeit, sie wurden heimlich &#8222;in die Schublade&#8220; gemalt, das Publikum bekam sie erst nach dem Fall des Sowjetregimes zu sehen. Der zweite Teil der Bilder stammt aus den 1990er und sp\u00e4teren Jahren, als die Zensur und Lubjanka (KGB-Zentrale) die K\u00fcnstler nicht mehr bedrohten. Beide Teile sind auf ihre Weise interessant, vor allem heute, da die Rehabilitierung des Sowjet-Regimes in der Russischen F\u00f6deration in vollem Gange ist und die Sehnsucht nach alten Zeiten gezielt geweckt wird. Es gibt einiges, was man \u00fcber das Sowjetregime wissen sollte.<\/em><\/p>\n<p><em>Lasst uns doch mit diesem hier beginnen:<\/em><\/p>\n<h2><strong>\u00a01 Juri Kugatsch. &#8222;Dem Gro\u00dfen Stalin &#8211; Ruhm!&#8220;, 1950<\/strong><\/h2>\n<p>Der Autor dieser Unterw\u00fcrfigkeit hei\u00dft Juri Kugatsch, ein ber\u00fchmter Meister des sozialistischen Realismus. Er hat eine Menge Bilder dieser Art gemalt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/yurikugatsch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2264 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/yurikugatsch.jpg\" alt=\"yurikugatsch\" width=\"700\" height=\"455\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/yurikugatsch.jpg 700w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/yurikugatsch-300x195.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><b>2. Juri Kugatsch. &#8222;1. Mai&#8220;, 1952<\/b><\/h2>\n<p>Alle sind einfach nur gl\u00fccklich, Sonne, Fr\u00fchling, Lieder und T\u00e4nze.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/1.mai_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2261 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/1.mai_.jpg\" alt=\"1.mai\" width=\"750\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/1.mai_.jpg 750w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/1.mai_-300x195.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber wer h\u00e4tte gedacht, dass Kugatsch seit den 1960er Jahren in der Stille seines Ateliers 30 Jahre lang an diesem Bild hier arbeitete. Die Arbeit hat er kurz und b\u00fcndig &#8222;Aus der j\u00fcngsten Vergangenheit&#8220; genannt.<\/p>\n<h2><strong>3. Juri Kugatsch. &#8222;Aus der j\u00fcngsten Vergangenheit&#8220;, 1960-1990<\/strong><\/h2>\n<p>Enteignung: Ein Bauer mit schwieligen H\u00e4nden und Tschekisten (NKWD-Mitarbeiter), die seine Familie aus dem Dorf vertreiben. Weiter hinten &#8211; eine Reihe offener Kutschen mit anderen Familien. Hier sieht man keine Freude, niemand tanzt.<\/p>\n<p>Juri Kugatsch trug den Titel &#8222;Volksk\u00fcnstler der UdSSR&#8220;, genoss die Gunst der sowjetischen Regierung, trotzdem malte er alle m\u00f6glichen Gemeinheiten \u00fcber sie (heimlich). Viele konnten sich nicht mal das erlauben. Sie schwiegen nur und warteten auf ihre Stunde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergangen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2263 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergangen.jpg\" alt=\"vergangen\" width=\"960\" height=\"669\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergangen.jpg 960w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergangen-300x209.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergangen-768x535.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Egil Weidemanis<\/strong> (1924-2004), ein sowjetischer Maler, Sohn eines lettischen Sch\u00fctzen, der nach 1917 in Russland geblieben war. Egil Weidemanis lebte sein ganzes Leben lang in Moskau, \u00fcber diese Stadt malte er eine Menge ziemlich guter Gem\u00e4lde.<\/p>\n<p>Dieses zum Beispiel:<\/p>\n<h2><strong>4. Egil Weidemanis. &#8222;Winterabend in Samoskworetschje&#8220;, 1968<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/samoskvortschje.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2262 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/samoskvortschje.jpg\" alt=\"samoskvortschje\" width=\"600\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/samoskvortschje.jpg 600w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/samoskvortschje-300x167.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber als die Zeit reif wurde, stellte sich heraus, dass es in Moskau, au\u00dfer dem Kreml und Samoskworetschje auch noch Butowo, Truppen\u00fcbungsplatz, gibt. Ein Ort, wo Tschekisten von 1937 bis 1938 ca. 20.000 Menschen erschossen und in die Gruben kippten, unter ihnen war auch der Vater des K\u00fcnstlers. Nach dem B\u00fcrgerkrieg (1917-1922) arbeitete er n\u00e4mlich am lettischen Theater &#8222;Skatuve&#8220; in Moskau, dessen Truppe sp\u00e4ter fast vollst\u00e4ndig erschossen wurde.<\/p>\n<h2><strong>5. Egil Weidemanis. &#8222;Butowo. Erschie\u00dfungspolygon des NKWD&#8220;, 1999 &#8211; 2003<\/strong><\/h2>\n<p>Die Menschen, die in Butowo erschossen wurden, waren zwischen 14 und 82 Jahre alt, Menschen aller Nationalit\u00e4ten und sozialer Schichten, darunter auch 100 K\u00fcnstler und mehr als 900 Priester. Die Methode der Ausf\u00fchrung der Erschie\u00dfungen ist auf dem Bild nicht ganz historisch korrekt dargestellt. Auf diese Weise &#8211; &#8222;auf R\u00e4dern&#8220; &#8211; wurden n\u00e4mlich die Polen in Katyn durch den NKWD erschossen: Sie wurden aus den Autos in den Wald getrieben und erschossen. In Butowo war alles ein wenig anders: Hier gab es spezielle Baracken, zu denen Menschen etwa gegen ein Uhr morgens hingebracht wurden (400-500 Menschen pro Nacht). Sie wurden in die Baracken hineingef\u00fchrt, angeblich wegen der Desinfizierung (dieselbe Vorgehensweise wie bei den deutschen Nazis in ihren Konzentrationslagern). Dort hat man ihre Personalien \u00fcberpr\u00fcft, die Menschen wurden entkleidet und ihnen wurden die Urteile vorgelesen. Das Erschie\u00dfungskommando sa\u00df w\u00e4hrenddessen in einem separaten Haus und trank Wodka. Erst danach wurden die Gefangenen einzeln herausgef\u00fchrt und einer nach dem anderen erschossen. Zum Abschluss w\u00e4lzte man am Morgen danach die Grube mit einem Bulldozer glatt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/butowo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2266 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/butowo.jpg\" alt=\"butowo\" width=\"500\" height=\"402\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/butowo.jpg 500w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/butowo-300x241.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>6. Sergej Nikiforow. &#8222;Linden am Ort der Erschie\u00dfungen (Butowo &#8211; Polygon)&#8220;, 2002<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/linden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2269 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/linden.jpg\" alt=\"linden\" width=\"999\" height=\"693\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/linden.jpg 999w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/linden-300x208.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/linden-768x533.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 999px) 100vw, 999px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Desinfizierungen in den Baracken von Butowo waren nicht effektiv genug. Daher wendeten &#8222;effektive Manager&#8220; der UdSSR <em>(so werden Stalin und seine Henker im heutigen Russland genannt)<\/em> effizientere Methoden der Massenvernichtung an. Zum Beispiel, Hunger. In diesem Zusammenhang m\u00f6chten wir Ihnen die \u201eWohlverdiente K\u00fcnstlerin der Ukrainischen SSR\u201c (das ist der offizielle Titel der K\u00fcnstlerin) <strong>Nina Martschenko<\/strong> vorstellen. Auf dem H\u00f6hepunkt der UdSSR malte sie solche optimistischen Bilder:<\/p>\n<h2><strong>7. Nina Martschenko. &#8222;Die R\u00fcckkehr der Kindheit&#8220;, 1965<\/strong><\/h2>\n<p>Ein sowjetischer Soldat befreit Kinder aus einem deutschen Konzentrationslager. Dieses Bild (Diplom-Arbeit) widmete die K\u00fcnstlerin den Kindern von Buchenwald. Buchenwald wurde zwar durch die US-Truppen befreit, aber na ja.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kinder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2267 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kinder.jpg\" alt=\"kinder\" width=\"573\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kinder.jpg 573w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kinder-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Oder dieses Gem\u00e4lde:<\/p>\n<h2><strong>8. Nina Martschenko. &#8222;Zwillinge&#8220;, 1972<\/strong><\/h2>\n<p>Das Gem\u00e4lde zeigt ein ukrainisches Dorf, gl\u00fcckliche Gro\u00dfmutter, Kinder, Handt\u00fccher.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zwillinge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2271 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zwillinge.jpg\" alt=\"zwillinge\" width=\"745\" height=\"594\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zwillinge.jpg 745w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zwillinge-300x239.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 745px) 100vw, 745px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Seit Mitte der 1980er begann Nina Martschenko das zu malen, was tats\u00e4chlich in den ukrainischen D\u00f6rfern w\u00e4hrend der Stalin-Zeit geschah.<\/p>\n<h2><strong>9. Nina Martschenko. &#8222;Einschreibung in die Kolchose&#8220;, 1985<\/strong><\/h2>\n<p>Der w\u00fctende Kommunist mit<span style=\"color: #003300\"><a style=\"color: #003300\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Budjonowka\"> Budjonowka<\/a><\/span> auf dem Kopf <em>(typische Kopfbedeckung der Bolschewiken)<\/em> treibt einen Bauer in die Kolchose.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolchose.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2268 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolchose.jpg\" alt=\"kolchose\" width=\"820\" height=\"692\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolchose.jpg 820w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolchose-300x253.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolchose-768x648.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 820px) 100vw, 820px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nachdem man die Menschen in die Kolchosen getrieben hatte, hat man ihnen ihr Brot weggenommen und in den Westen verkauft, um Gelder f\u00fcr die Industrialisierung zu erhalten. In den kornreichen Gebieten des Landes brach 1932-1933 eine Hungersnot aus, in erster Linie in der Ukraine <span style=\"color: #003366\">(<a style=\"color: #003366\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holodomor\">Holodomor<\/a>)<\/span>.<\/p>\n<h2><strong>10. Nina Martschenko. &#8222;Der Weg der Trauer&#8220;, 1998 bis 2000<\/strong><\/h2>\n<p>Die Idee, Millionen von Menschen zur Industrief\u00f6rderung verhungern zu lassen, ist nicht neu. Zum ersten Mal wandten es die britischen Kolonialherren in Bengalen Ende des 18. Jahrhunderts an. Sie belasteten die Inder mit derart hohen Steuern, dass sie ihnen alles wegnahmen und nach England ausf\u00fchrten, wo zu jener Zeit die industrielle Revolution voranschritt. Deswegen verhungerten zwischen 1769 und 1773\u00a0ca. 7 Millionen Menschen in Bengalen. Die Ukraine, das russische Wolga-Gebiet, sowie das Kuban-Gebiet wurden zum inneren Bengalen der Sowjetunion.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/trauerweg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2270 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/trauerweg.jpg\" alt=\"trauerweg\" width=\"800\" height=\"574\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/trauerweg.jpg 800w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/trauerweg-300x215.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/trauerweg-768x551.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>11. Nina Martschenko. &#8222;Mutter 1933&#8220;, 2000<\/strong><\/h2>\n<p>Nach sehr vorsichtigen Sch\u00e4tzungen verhungerten zwischen 1932 und 1933 in der UdSSR mindestens 3 Millionen Menschen. Sie wurden im Grunde gegen eine Produktionslinie \u201eFORD\u201c f\u00fcr das Autowerk in Gorki (GAZ) und die Turbinen von Siemens f\u00fcrs Dnipro-Wasserkraftwerk eingetauscht. War das gut so? Welchen Wert hat das Leben eines durchschnittlichen Bengalen? Und die Turbinen? Die Turbinen kann man drehen lassen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mutter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2277 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mutter.jpg\" alt=\"mutter\" width=\"941\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mutter.jpg 941w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mutter-300x255.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mutter-768x653.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 941px) 100vw, 941px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>12. Nina Martschenko. \u201eDer letzte Weg\u201c, 1998-2000<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/letzter-weg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2273 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/letzter-weg-1024x553.jpg\" alt=\"letzter weg\" width=\"1024\" height=\"553\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/letzter-weg-1024x553.jpg 1024w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/letzter-weg-300x162.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/letzter-weg-768x415.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00c4hnlich\u00a0wie die Industrialisierung f\u00fchrte\u00a0die UdSSR auch den Krieg gegen die Deutschen im 2. Weltkrieg (<em>gemeint ist die truppenverheizende Kriegstaktik der Roten Armee-F\u00fchrung).<\/em> Das hat der K\u00fcnstler Sergej Scherstjuk aus Moskau mit seinen Gem\u00e4lden aus dem Jahr 1985 versucht zu verdeutlichen. Scherstjuks Vater war ein Kriegsveteran, General der Roten Armee.<\/p>\n<h2><strong>13. Sergej Scherstjuk. &#8222;M\u00e4nner einer Familie. 1941&#8220;<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2274 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-1024x864.jpg\" alt=\"m\u00e4nner\" width=\"1024\" height=\"864\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-1024x864.jpg 1024w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-300x253.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-768x648.jpg 768w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner.jpg 1640w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>14. Sergej Scherstjuk. &#8222;M\u00e4nner einer Familie. 1945&#8220;<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2275 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2-1024x857.jpg\" alt=\"m\u00e4nner 2\" width=\"1024\" height=\"857\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2-1024x857.jpg 1024w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2-300x251.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2-768x643.jpg 768w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Den Todessto\u00df versetzte dem m\u00e4nnlichen Teil der Bev\u00f6lkerung des Landes die Nachkriegsalkoholisierung der UdSSR. Der K\u00fcnstler <strong>Wasilij Kolotew<\/strong> erfasste das sehr expressiv in seinen Arbeiten aus den 1970er und 1980-er Jahren. Kolotew war ein Nonkonformist, arbeitete nicht mit den Beh\u00f6rden zusammen, war nicht auf der Suche nach Titeln, Auszeichnungen oder Ausstellungen. Als Mechaniker in einer Fabrik wohnte er in einer armseligen Moskauer Gemeinschaftswohnung &#8222;(<em>Kommunalka&#8220; \u2013 im Grunde genommen eine gew\u00f6hnliche Wohnung, deren einzelne Zimmer von je einer Familie bewohnt waren- sprich&#8216;: WG<\/em>) und malte &#8222;f\u00fcr die Schublade&#8220;.<\/p>\n<h2><strong>15. Wasilij Kolotew. &#8222;Der rote Kalendertag&#8220;, 1985<\/strong><\/h2>\n<p>Die betrunkenen sowjetischen Proletarier feiern den 1. Mai. In der UdSSR gab es keine Arbeitslosen, die Demos wurden von staatlichen Betriebsgewerkschaften organisiert, die Teilnahme war obligatorisch. F\u00fcr Stimmung sorgten die Betriebsgewerkschaften mit Wodka.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2276 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner3.jpg\" alt=\"m\u00e4nner3\" width=\"500\" height=\"385\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner3.jpg 500w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner3-300x231.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>16. Wasilij Kolotew. &#8222;&#8230; Und das Schiff f\u00e4hrt. Bierstube&#8220;, 1979<\/strong><\/h2>\n<p>Die staatsbildende Nation der UdSSR zu sp\u00e4ten Breschnew &#8211; Zeiten&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2279 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol.jpg\" alt=\"alkohol\" width=\"450\" height=\"358\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol-300x239.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>17. Wasilij Kolotew. &#8222;Pappelbl\u00e4tter fallen von einer Esche&#8220;, 1984<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2280 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol2.jpg\" alt=\"alkohol2\" width=\"450\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol2.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol2-300x237.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>18. Wasilij Kolotew. &#8222;Szene auf dem Boulevard&#8220;, 1984<\/strong><\/h2>\n<p>1984 &#8222;Andropowka&#8220; <em>(billiger Wodka f\u00fcr 4,70 Rubel)<\/em>. Nun, auf die ber\u00fchmte russische Geistlichkeit!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/boulevrad.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2281 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/boulevrad.jpg\" alt=\"boulevrad\" width=\"450\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/boulevrad.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/boulevrad-300x207.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>19. Wasilij Kolotew. &#8222;Sonntag&#8220;, 1984<\/strong><\/h2>\n<p>\u201eRusskij Mir\u201c (zu dt. &#8222;Russische Welt&#8220;):<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sonnatg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2282 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sonnatg.jpg\" alt=\"sonnatg\" width=\"450\" height=\"382\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sonnatg.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sonnatg-300x255.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>20. Wasilij Kolotew. &#8222;Im Treppenhaus&#8220;, 1983<\/strong><\/h2>\n<p>Das Dritte Rom.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/treppenglur.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2283 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/treppenglur.jpg\" alt=\"treppenglur\" width=\"347\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/treppenglur.jpg 347w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/treppenglur-231x300.jpg 231w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>21. Wasilij Kolotew. &#8222;Rush-hour&#8220;, 1986<\/strong><\/h2>\n<p>Und seine R\u00f6mer.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/rushhour.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2287 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/rushhour.jpg\" alt=\"rushhour\" width=\"450\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/rushhour.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/rushhour-300x222.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>22. Wasilij Kolotew. &#8222;Morgen der Nachbarin&#8220;, 1984<\/strong><\/h2>\n<p>Sowjetische Gemeinschaftswohnung (Kommunalka). Dreck, Armut, Supermacht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/morgen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2286 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/morgen.jpg\" alt=\"morgen\" width=\"450\" height=\"322\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/morgen.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/morgen-300x215.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>23. Wasilij Kolotew. &#8222;Die neunte Welle&#8220;, 1979<\/strong><\/h2>\n<p>Eine sowjetische Familie. Die Frau ist wahrscheinlich ebenfalls alkoholisiert. Und die Zigarettenstummel auf dem Boden&#8230; Rauchen vor den Kindern?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/9.welle_.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2285 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/9.welle_.jpg\" alt=\"9.welle\" width=\"450\" height=\"354\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/9.welle_.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/9.welle_-300x236.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Sowjetische Gesch\u00e4fte<\/strong>. Die Sowjetunion war ein Land der Warteschlangen. Kaum etwas gab es ohne Warteschlangen zu kaufen. Von Wurst bis Toilettenpapier. Toilettenpapier gab es dabei nur in gro\u00dfen St\u00e4dten zu kaufen. Der Begriff \u201eDefizit\u201c war allt\u00e4glich \u2013 so wurden Waren genannt, die es nur selten und nicht \u00fcberall zu kaufen gab.<\/p>\n<h2><strong>24. Wasilij Kolotew. &#8222;Warteschlange&#8220;, 1985<\/strong><\/h2>\n<p>Die ber\u00fchmten sowjetischen Warteschlangen waren ein integrierender Bestandteil der Planwirtschaft. Diese Warteschlangen inspirierten viele K\u00fcnstler.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schlange.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2288 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schlange.jpg\" alt=\"schlange\" width=\"450\" height=\"371\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schlange.jpg 450w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schlange-300x247.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>25. Alexej Sundukow. &#8222;Warteschlange&#8220;, 1986<\/strong><\/h2>\n<p>Warteschlangen f\u00fcr Lebensmittel. Identisch\u00a0und elendig gekleidete Frauen dieser Warteschlangen wirkten sehr deprimierend. Sie strahlten Verzweiflung aus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2292 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten.jpg\" alt=\"warten\" width=\"615\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten.jpg 615w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten-300x234.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 615px) 100vw, 615px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>26. Wladimir Korkodym. &#8222;Warten auf die Waren&#8220;, 1989<\/strong><\/h2>\n<p>Warteschlange in einem Dorfladen. Niedergeschlagenheit und Gef\u00fcgigkeit. Durch Despotismus gebrochene Menschen. Es ist jedoch nicht \u00fcberraschend. Menschen wurden lange und grausam gebrochen. Sie wurden auch noch zombiert und belogen. Bei der \u00e4lteren Generation, die unter Stalin gelebt hatte, sa\u00df die Angst sehr tief und auf ewig: die Angst und die gleichzeitige Angewohnheit, der\u00a0Propaganda\u00a0blind zu vertrauen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2293 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten2.jpg\" alt=\"warten2\" width=\"750\" height=\"503\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten2.jpg 750w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten2-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Befreiung von all dem dauerte Jahre, zwar nicht bei allen, aber die Metamorphosen, die dabei herauskamen, waren manchmal sehr verbl\u00fcffend. Ein markantes Beispiel &#8211;<strong> Igor Obrosow<\/strong>, Volksk\u00fcnstler (1983), Meister des Sozialistischen Realismus, arbeitete im sogenannten &#8222;Strengen Stil&#8220;, der in den 1960-80-er Jahren popul\u00e4r war. Er stand ziemlich loyal zur sowjetischen Regierung, besa\u00df Auszeichnungen, wurde mehrmals ausgestellt,\u00a0auch im Ausland.<\/p>\n<p>Das Gem\u00e4lde war von\u00a0Arkadi Gaidars M\u00e4rchen &#8222;\u00dcber ein Kriegsgeheimnis, Maltschisch-Kibaltschisch und sein Festes Ehrenwort&#8220; inspiriert. Propaganda begann n\u00e4mlich in der Sowjetunion schon im Windelalter, auch dank der M\u00fche solcher Menschen wie Arkadij Gaidar und Igor\u00a0Obrosow.<\/p>\n<h2><strong>27. Igor Obrosow. &#8222;Maltschisch-Kibaltschisch&#8220; (Der kleine Revolution\u00e4r), 1963<\/strong><\/h2>\n<p>Aber das ist nicht nur Propaganda. Das ist ein allegorisches Bild, mit einem Doppelboden. Der kleine Junge in Budjonowka (<em>typische Kopfbedeckung der roten Armee in den 1920ern<\/em>) streckt seine H\u00e4nde nach dem rauen Rotarmist aus, der den Jungen verl\u00e4sst. Der abgehende Mann ist in der Tat der Vater des K\u00fcnstlers, ein ber\u00fchmter Chirurg (und Revolution\u00e4r-Kommunist) Pawel Obrosow, der 1938 erschossen wurde. Ende der 1980er begann unter Gorbatschow die Aufkl\u00e4rungskampagne zu Stalins Verbrechen. Igor Obrosow malt in dieser Zeit eine Reihe von Gem\u00e4lden, die er &#8222;Widmung dem Vater&#8220; nennt (1986-1988). So wird auch klar, wer auf seinem Gem\u00e4lde aus dem Jahr 1963 zu sehen ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2294 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater.jpg\" alt=\"vater\" width=\"600\" height=\"594\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater.jpg 600w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater-150x150.jpg 150w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater-300x297.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater-50x50.jpg 50w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater-125x125.jpg 125w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>28. Igor Obrosow. &#8222;Mutter und Vater. Warten. 1937&#8220;, 1986-1988<\/strong><\/h2>\n<p>Hier sind derselbe Rotarmist und die auf ihn im Hof wartende \u201eSchwarze Kr\u00e4he\u201c<em> (so nannte man das\u00a0Auto, mit dem NKWD-Mitarbeiter Menschen nachts aus ihren Wohnungen abf\u00fchrten<\/em>) zu sehen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/eltern.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2290 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/eltern.jpg\" alt=\"eltern\" width=\"636\" height=\"700\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/eltern.jpg 636w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/eltern-273x300.jpg 273w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>29. Igor Obrosow. &#8222;Ohne Recht auf Korrespondenz&#8220;, 1986-1988<\/strong><\/h2>\n<p>Tschekisten (NKWD-Mitarbeiter) f\u00fchren einen Verhafteten ab. Das Standardurteil &#8222;10 Jahre ohne Recht auf Korrespondenz&#8220; lie\u00df die Verwandten in Ungewissheit \u00fcber das Schicksal ihrer Angeh\u00f6rigen. Es konnte tats\u00e4chlich 10 Jahre Arbeitslager oder auch eine Erschie\u00dfung bedeuten, \u00fcber die niemand informiert wurde. Im Falle von Igor Obrosows Vater war es das Zweite.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/abf-hren.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2289 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/abf-hren.jpg\" alt=\"abf\u00fchren\" width=\"518\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/abf-hren.jpg 518w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/abf-hren-300x278.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter setzte Igor Obrosow seine Arbeit zu diesem von ihm aufgegriffenen Thema fort. 2008 wurden seine Bilder\u00a0auf der Solo-Ausstellung<strong> \u201eTragische Vergangenheit (Opfer der Stalin-Repressionen)\u201c<\/strong> pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<h2><strong>30. Igor Obrosow. &#8222;Das Opfer des GULAG&#8220;, 2000er<\/strong><\/h2>\n<p>Tschekisten vergewaltigen eine Gefangene.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergewaltigung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2291 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergewaltigung.jpg\" alt=\"vergewaltigung\" width=\"558\" height=\"573\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergewaltigung.jpg 556w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergewaltigung-292x300.jpg 292w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergewaltigung-50x50.jpg 50w\" sizes=\"auto, (max-width: 558px) 100vw, 558px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwei Gem\u00e4lde eines K\u00fcnstlers in einem Zeitabstand von 40 Jahren:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2295 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40-1024x537.jpg\" alt=\"40\" width=\"1024\" height=\"537\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40-1024x537.jpg 1024w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40-300x157.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40-768x403.jpg 768w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40-500x261.jpg 500w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40-642x336.jpg 642w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40.jpg 1190w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mehr Gem\u00e4lde des sp\u00e4ten Obrosow:<\/p>\n<div id=\"attachment_2260\" style=\"width: 578px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2260\" class=\"wp-image-2260 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/11.jpg\" alt=\"Igor Obrosow\" width=\"568\" height=\"542\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/11.jpg 746w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/11-300x286.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-2260\" class=\"wp-caption-text\">Igor Obrosow<\/p>\n<\/div>\n<h2><strong>31. Igor Obrosow. &#8222;Zombies des GULAG&#8220;, 2000er<\/strong><\/h2>\n<p>Stalins Konzentrationslager. Zwei Tschekisten schleppen die Leiche eines ausgemergelten Gefangenen weg.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2297 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche.jpg\" alt=\"leiche\" width=\"705\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche.jpg 705w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche-300x157.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche-500x261.jpg 500w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche-642x336.jpg 642w\" sizes=\"auto, (max-width: 705px) 100vw, 705px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das letzte Bild erinnert an Grafikzeichnungen von <strong>David Oehler<\/strong> \u00fcber Auschwitz, nur geht es in diesem Fall um ein sowjetisches Konzentrationslager. Oehler war ein Gefangener in Auschwitz, der im Krematorium arbeiten musste und \u00fcberlebte. Nach dem Krieg fertigte er eine Reihe von Zeichnungen \u00fcber das Lagerleben an.<\/p>\n<h2><strong>32. David Oehler. &#8222;Hin\u00fcberschleppen der Leichen aus der Gaskammer des Krematoriums III zum Aufzug&#8220;, 1946<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kager.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2296 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kager.gif\" alt=\"kager\" width=\"900\" height=\"664\" \/><\/a><\/p>\n<p>Obrosow selbst sa\u00df im Gegensatz zu David Oehler nie in einem Konzentrationslager. Er hat nur dar\u00fcber gemalt.<\/p>\n<p>Aber in der UdSSR gab es einige K\u00fcnstler, die Stalins GULAG pers\u00f6nlich erlebt hatten und aus dem Ged\u00e4chtnis das malten, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen hatten. Zum Beispiel<strong> Georgij Tscherkassow<\/strong> (1910-1973): Dreimal wurde er f\u00fcr antisowjetische Agitation verurteilt und kam erst nach Stalins Tod frei.<\/p>\n<h2><strong>33. Georgij Tchserkassow. &#8222;Nordlichter. UhtpetschLAG, Ende der 1930er Jahre&#8220;, 1960er\u00a0<\/strong><span style=\"color: #4f81bd\"><span style=\"color: #00000a\"><span style=\"font-size: small\"><b><span style=\"font-size: small\">(<em>Uchto-Petschorskij Arbeitslager, eine Abteilung des GULAG)<\/em><\/span><\/b><\/span><\/span><\/span><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/polarlichter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2298 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/polarlichter.jpg\" alt=\"polarlichter\" width=\"400\" height=\"575\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/polarlichter.jpg 400w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/polarlichter-209x300.jpg 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>34. Georgij Tscherkassow. &#8222;Auf dem letzten Weg. UhtpetschLAG 1938&#8220;, 1960er<\/strong><\/h2>\n<p>Dies ist ein Lager in Workuta, wo 1938 die sog.&#8220;Kaschketin-Hinrichtungen&#8220; <em>(nach dem Namen des Tschekisten, der sie organisierte, benannt -Jefim Kashketin)<\/em> ausgef\u00fchrt wurden. Das Gem\u00e4lde zeigt, wie eine Gruppe von Gefangenen zur Erschie\u00dfung abgef\u00fchrt wird. Links im Bild fesseln zwei kollaborierende Gefangene einem Priester<em> (das ist eine reale Person: der Priester Jegor, ein Mith\u00e4ftling von Tscherkassow)<\/em> die H\u00e4nde, damit die Menschen vor der Hinrichtung keine Kommunion empfangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tscherkassow.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2300 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tscherkassow.jpg\" alt=\"tscherkassow\" width=\"700\" height=\"334\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tscherkassow.jpg 700w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tscherkassow-300x143.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein weiterer beeindruckender K\u00fcnstler, auch ein GULAG-Insasse, ist\u00a0<strong>Nikolaj Getman<\/strong>. Der in Charkiw geborene K\u00fcnstler ist 1945 wegen &#8222;antisowjetischer Agitation und Propaganda&#8220; ins GULAG gekommen. Er war im Tajshet-Lager (das mit dem Bau der Bajkal-Amur Magistrale beauftragt war) und am Fluss Kolyma. Nach der Freilassung arbeitete er ein halbes Jahrhundert (1953-2004) an seiner Bilderreihe\u00a0&#8222;GULAG mit den Augen eines K\u00fcnstlers&#8220;.<\/p>\n<h2><strong>35. Nikolaj Getman. &#8222;Per Schub bef\u00f6rdert\u201c, 1954<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sch-blinge.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2299 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sch-blinge.jpg\" alt=\"sch\u00fcblinge\" width=\"374\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sch-blinge.jpg 374w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sch-blinge-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>36. Nikolaj Getman. &#8222;Lagerstelle Oberer Debin. Kolyma&#8220;, 1985<\/strong><\/h2>\n<p>Es ist ein Bergwerk, wo der K\u00fcnstler an Goldgewinnung arbeiten musste. (Rund 400 km von Magadan entlang der Kolyma-Stra\u00dfe entfernt).<\/p>\n<p><em>&#8222;Im Bergwerk Debin (Kolyma) wurde 1951 einer Gruppe von Gefangenen erlaubt, Beeren zu pfl\u00fccken. Drei verliefen sich. Zeit vergeht &#8211; sie sind nicht da. Der Lagerkommandant Oberleutnant Peter Lomaga schickte Folterer nach ihnen los. Als sie sie gefunden haben,\u00a0lie\u00dfen sie ihre Hunde auf die drei Schlafenden los, dann erschossen sie sie, dann zertr\u00fcmmerten\u00a0sie den Dreien ihre Sch\u00e4del mit den Gewehrkolben, ihre K\u00f6pfe zu Brei verwandelnd, so dass ihr Hirn heraushing &#8211; und in dem Zustand brachten sie die Leichen in einer offenen Pferdekutsche zum Lager zur\u00fcck. Hier ersetzten sie die Pferde durch vier H\u00e4ftlinge und lie\u00dfen diese die Kutsche durch das Lager an den in Reihen aufgestellten H\u00e4ftlingen vorbeiziehen. &#8222;Das wird jedem passieren!&#8220; verk\u00fcndete Lomaga.&#8220;<\/em> (Alexander Solschenizyn, &#8222;Der Archipel GULAG&#8220;).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolyma.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2303 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolyma.jpg\" alt=\"kolyma\" width=\"700\" height=\"601\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolyma.jpg 700w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolyma-300x258.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>37. Nikolaj Getman. &#8222;Mittag. Balanda ist da&#8220;, 1991 <\/strong><span style=\"color: #00000a;font-size: small\">(<\/span><span style=\"color: #00000a;font-size: small\"><em>&#8222;Balanda&#8220; ist eine Pampe, eine ungenie\u00dfbare widerliche Suppe).<\/em><\/span><\/h2>\n<p>Wie in den Nazi-Konzentrationslagern wurden H\u00e4ftlinge im sowjetischen GULAG st\u00e4ndig in Hunger gehalten. So wurde der Wille zum Widerstand gebrochen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mittagessen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2304 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mittagessen.jpg\" alt=\"mittagessen\" width=\"400\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mittagessen.jpg 400w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mittagessen-250x300.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>38. Nikolaj Getman. &#8222;Docht&#8220;, 1987<\/strong><\/h2>\n<p>Als &#8222;Docht&#8220; wurde ein Str\u00e4fling bezeichnet, der kaum noch am Leben war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/fitil.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2302 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/fitil.jpg\" alt=\"fitil\" width=\"462\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/fitil.jpg 462w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/fitil-277x300.jpg 277w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>39. Nikolaj Getman. &#8222;Brotration f\u00fcr Dubar&#8220;, 1989 (&#8222;Dubar&#8220; ist ein toter H\u00e4ftling)<\/strong><\/h2>\n<p>In der unteren rechten Bildecke liegt auf dem Boden ein H\u00e4ftling im Sterben. Wenn es seinen Baracken-Nachbarn gelingt, seinen Tod einige Zeit zu verbergen, dann gibt es f\u00fcr sie eine zus\u00e4tzliche Ration Brot, 800 Gramm pro Tag.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/brot.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2301 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/brot.jpg\" alt=\"brot\" width=\"448\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/brot.jpg 448w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/brot-269x300.jpg 269w\" sizes=\"auto, (max-width: 448px) 100vw, 448px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>40. Nikolaj Getman. &#8222;Leichenhaus der GULAG-H\u00e4ftlinge&#8220;, 1980<\/strong><\/h2>\n<p>Im Bild der H\u00e4ftling Ivan Pawlowskij, ein russischer Ingenieur, der mit Getman im gleichen Lager war. Seine Aufgabe war es, Leichen zum Begr\u00e4bnis vorzubereiten. Aus Konservendosen hat er Schildchen angefertigt, die er mit einem Draht an der Leiche befestigte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schilder.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2309 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schilder.jpg\" alt=\"schilder\" width=\"400\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schilder.jpg 400w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schilder-250x300.jpg 250w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>41. Nikolaj Getman. &#8222;Stechm\u00fccken&#8220;, 1990<\/strong><\/h2>\n<p>Die im Bild gezeigte Foltermethode wurde bereits im Sonderlager auf den Solowezki-Inseln praktiziert. H\u00e4ftlinge wurden w\u00e4hrend der M\u00fcckensaison an einen Baum gebunden, in einigen Lagern wurden sie in eine Grube geworfen. In maximal einer Stunde verlor der H\u00e4ftling so viel Blut, dass er qualvoll starb.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-cken.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2307 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-cken.jpg\" alt=\"m\u00fccken\" width=\"344\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-cken.jpg 344w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-cken-206x300.jpg 206w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><strong>42. Nikolaj Getman. &#8222;In Erwartung der Erschie\u00dfung&#8220;, 1987<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/erschiessung.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2306 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/erschiessung.jpg\" alt=\"erschiessung\" width=\"541\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/erschiessung.jpg 541w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/erschiessung-300x277.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 541px) 100vw, 541px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wird wohl reichen f\u00fcrs erste Mal. Wer sich noch immer nach Sowjetunion zur\u00fccksehnt, kann ja nach Nordkorea ausreisen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/nordkorea.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2308 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/nordkorea.jpg\" alt=\"nordkorea\" width=\"800\" height=\"512\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/nordkorea.jpg 800w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/nordkorea-300x192.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/nordkorea-768x492.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/uglich-jj.livejournal.com\/83563.html\">Uglich\/Livejournal<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/andrij.topchan?fref=ts\">Andrij Topchan<\/a>, editiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir m\u00f6chten Ihnen hiermit eine Auswahl an antisowjetischer Malerei aus verschiedenen Jahren pr\u00e4sentieren. 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Einige dieser Bilder stammen aus der UdSSR-Zeit, sie wurden heimlich \"in die Schublade\" gemalt, das Publikum bekam sie erst nach dem Fall des Sowjetregimes zu sehen. Der zweite Teil der Bilder stammt aus den 1990er und sp\u00e4teren Jahren, als die Zensur und Lubjanka (KGB-Zentrale) die K\u00fcnstler nicht mehr bedrohten. Beide Teile sind auf ihre Weise interessant, vor allem heute, da die Rehabilitierung des Sowjet-Regimes in der Russischen F\u00f6deration in vollem Gange ist und die Sehnsucht nach alten Zeiten gezielt geweckt wird. Es gibt einiges, was man \u00fcber das Sowjetregime wissen sollte.<\/em>\r\n\r\n<em>Lasst uns doch mit diesem hier beginnen:<\/em>\r\n<h2><strong>\u00a01 Juri Kugatsch. \"Dem Gro\u00dfen Stalin - Ruhm!\", 1950<\/strong><\/h2>\r\nDer Autor dieser Unterw\u00fcrfigkeit hei\u00dft Juri Kugatsch, ein ber\u00fchmter Meister des sozialistischen Realismus. Er hat eine Menge Bilder dieser Art gemalt.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/yurikugatsch.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2264 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/yurikugatsch.jpg\" alt=\"yurikugatsch\" width=\"700\" height=\"455\" \/><\/a>\r\n<h2><b>2. Juri Kugatsch. \"1. Mai\", 1952<\/b><\/h2>\r\nAlle sind einfach nur gl\u00fccklich, Sonne, Fr\u00fchling, Lieder und T\u00e4nze.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/1.mai_.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2261 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/1.mai_.jpg\" alt=\"1.mai\" width=\"750\" height=\"488\" \/><\/a>\r\n\r\nAber wer h\u00e4tte gedacht, dass Kugatsch seit den 1960er Jahren in der Stille seines Ateliers 30 Jahre lang an diesem Bild hier arbeitete. Die Arbeit hat er kurz und b\u00fcndig \"Aus der j\u00fcngsten Vergangenheit\" genannt.\r\n<h2><strong>3. Juri Kugatsch. \"Aus der j\u00fcngsten Vergangenheit\", 1960-1990<\/strong><\/h2>\r\nEnteignung: Ein Bauer mit schwieligen H\u00e4nden und Tschekisten (NKWD-Mitarbeiter), die seine Familie aus dem Dorf vertreiben. Weiter hinten - eine Reihe offener Kutschen mit anderen Familien. Hier sieht man keine Freude, niemand tanzt.\r\n\r\nJuri Kugatsch trug den Titel \"Volksk\u00fcnstler der UdSSR\", genoss die Gunst der sowjetischen Regierung, trotzdem malte er alle m\u00f6glichen Gemeinheiten \u00fcber sie (heimlich). Viele konnten sich nicht mal das erlauben. Sie schwiegen nur und warteten auf ihre Stunde.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergangen.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2263 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergangen.jpg\" alt=\"vergangen\" width=\"960\" height=\"669\" \/><\/a>\r\n\r\n<strong>Egil Weidemanis<\/strong> (1924-2004), ein sowjetischer Maler, Sohn eines lettischen Sch\u00fctzen, der nach 1917 in Russland geblieben war. Egil Weidemanis lebte sein ganzes Leben lang in Moskau, \u00fcber diese Stadt malte er eine Menge ziemlich guter Gem\u00e4lde.\r\n\r\nDieses zum Beispiel:\r\n<h2><strong>4. Egil Weidemanis. \"Winterabend in Samoskworetschje\", 1968<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/samoskvortschje.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2262 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/samoskvortschje.jpg\" alt=\"samoskvortschje\" width=\"600\" height=\"333\" \/><\/a>\r\n\r\nAber als die Zeit reif wurde, stellte sich heraus, dass es in Moskau, au\u00dfer dem Kreml und Samoskworetschje auch noch Butowo, Truppen\u00fcbungsplatz, gibt. Ein Ort, wo Tschekisten von 1937 bis 1938 ca. 20.000 Menschen erschossen und in die Gruben kippten, unter ihnen war auch der Vater des K\u00fcnstlers. Nach dem B\u00fcrgerkrieg (1917-1922) arbeitete er n\u00e4mlich am lettischen Theater \"Skatuve\" in Moskau, dessen Truppe sp\u00e4ter fast vollst\u00e4ndig erschossen wurde.\r\n<h2><strong>5. Egil Weidemanis. \"Butowo. Erschie\u00dfungspolygon des NKWD\", 1999 - 2003<\/strong><\/h2>\r\nDie Menschen, die in Butowo erschossen wurden, waren zwischen 14 und 82 Jahre alt, Menschen aller Nationalit\u00e4ten und sozialer Schichten, darunter auch 100 K\u00fcnstler und mehr als 900 Priester. Die Methode der Ausf\u00fchrung der Erschie\u00dfungen ist auf dem Bild nicht ganz historisch korrekt dargestellt. Auf diese Weise - \"auf R\u00e4dern\" - wurden n\u00e4mlich die Polen in Katyn durch den NKWD erschossen: Sie wurden aus den Autos in den Wald getrieben und erschossen. In Butowo war alles ein wenig anders: Hier gab es spezielle Baracken, zu denen Menschen etwa gegen ein Uhr morgens hingebracht wurden (400-500 Menschen pro Nacht). Sie wurden in die Baracken hineingef\u00fchrt, angeblich wegen der Desinfizierung (dieselbe Vorgehensweise wie bei den deutschen Nazis in ihren Konzentrationslagern). Dort hat man ihre Personalien \u00fcberpr\u00fcft, die Menschen wurden entkleidet und ihnen wurden die Urteile vorgelesen. Das Erschie\u00dfungskommando sa\u00df w\u00e4hrenddessen in einem separaten Haus und trank Wodka. Erst danach wurden die Gefangenen einzeln herausgef\u00fchrt und einer nach dem anderen erschossen. Zum Abschluss w\u00e4lzte man am Morgen danach die Grube mit einem Bulldozer glatt.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/butowo.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2266 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/butowo.jpg\" alt=\"butowo\" width=\"500\" height=\"402\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>6. Sergej Nikiforow. \"Linden am Ort der Erschie\u00dfungen (Butowo - Polygon)\", 2002<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/linden.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2269 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/linden.jpg\" alt=\"linden\" width=\"999\" height=\"693\" \/><\/a>\r\n\r\nDie Desinfizierungen in den Baracken von Butowo waren nicht effektiv genug. Daher wendeten \"effektive Manager\" der UdSSR <em>(so werden Stalin und seine Henker im heutigen Russland genannt)<\/em> effizientere Methoden der Massenvernichtung an. Zum Beispiel, Hunger. In diesem Zusammenhang m\u00f6chten wir Ihnen die \u201eWohlverdiente K\u00fcnstlerin der Ukrainischen SSR\u201c (das ist der offizielle Titel der K\u00fcnstlerin) <strong>Nina Martschenko<\/strong> vorstellen. Auf dem H\u00f6hepunkt der UdSSR malte sie solche optimistischen Bilder:\r\n<h2><strong>7. Nina Martschenko. \"Die R\u00fcckkehr der Kindheit\", 1965<\/strong><\/h2>\r\nEin sowjetischer Soldat befreit Kinder aus einem deutschen Konzentrationslager. Dieses Bild (Diplom-Arbeit) widmete die K\u00fcnstlerin den Kindern von Buchenwald. Buchenwald wurde zwar durch die US-Truppen befreit, aber na ja.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kinder.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2267 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kinder.jpg\" alt=\"kinder\" width=\"573\" height=\"800\" \/><\/a>\r\n\r\nOder dieses Gem\u00e4lde:\r\n<h2><strong>8. Nina Martschenko. \"Zwillinge\", 1972<\/strong><\/h2>\r\nDas Gem\u00e4lde zeigt ein ukrainisches Dorf, gl\u00fcckliche Gro\u00dfmutter, Kinder, Handt\u00fccher.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zwillinge.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2271 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zwillinge.jpg\" alt=\"zwillinge\" width=\"745\" height=\"594\" \/><\/a>\r\n\r\nSeit Mitte der 1980er begann Nina Martschenko das zu malen, was tats\u00e4chlich in den ukrainischen D\u00f6rfern w\u00e4hrend der Stalin-Zeit geschah.\r\n<h2><strong>9. Nina Martschenko. \"Einschreibung in die Kolchose\", 1985<\/strong><\/h2>\r\nDer w\u00fctende Kommunist mit<span style=\"color: #003300\"><a style=\"color: #003300\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Budjonowka\"> Budjonowka<\/a><\/span> auf dem Kopf <em>(typische Kopfbedeckung der Bolschewiken)<\/em> treibt einen Bauer in die Kolchose.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolchose.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2268 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolchose.jpg\" alt=\"kolchose\" width=\"820\" height=\"692\" \/><\/a>\r\n\r\nNachdem man die Menschen in die Kolchosen getrieben hatte, hat man ihnen ihr Brot weggenommen und in den Westen verkauft, um Gelder f\u00fcr die Industrialisierung zu erhalten. In den kornreichen Gebieten des Landes brach 1932-1933 eine Hungersnot aus, in erster Linie in der Ukraine <span style=\"color: #003366\">(<a style=\"color: #003366\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holodomor\">Holodomor<\/a>)<\/span>.\r\n<h2><strong>10. Nina Martschenko. \"Der Weg der Trauer\", 1998 bis 2000<\/strong><\/h2>\r\nDie Idee, Millionen von Menschen zur Industrief\u00f6rderung verhungern zu lassen, ist nicht neu. Zum ersten Mal wandten es die britischen Kolonialherren in Bengalen Ende des 18. Jahrhunderts an. Sie belasteten die Inder mit derart hohen Steuern, dass sie ihnen alles wegnahmen und nach England ausf\u00fchrten, wo zu jener Zeit die industrielle Revolution voranschritt. Deswegen verhungerten zwischen 1769 und 1773\u00a0ca. 7 Millionen Menschen in Bengalen. Die Ukraine, das russische Wolga-Gebiet, sowie das Kuban-Gebiet wurden zum inneren Bengalen der Sowjetunion.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/trauerweg.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2270 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/trauerweg.jpg\" alt=\"trauerweg\" width=\"800\" height=\"574\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>11. Nina Martschenko. \"Mutter 1933\", 2000<\/strong><\/h2>\r\nNach sehr vorsichtigen Sch\u00e4tzungen verhungerten zwischen 1932 und 1933 in der UdSSR mindestens 3 Millionen Menschen. Sie wurden im Grunde gegen eine Produktionslinie \u201eFORD\u201c f\u00fcr das Autowerk in Gorki (GAZ) und die Turbinen von Siemens f\u00fcrs Dnipro-Wasserkraftwerk eingetauscht. War das gut so? Welchen Wert hat das Leben eines durchschnittlichen Bengalen? Und die Turbinen? Die Turbinen kann man drehen lassen.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mutter.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2277 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mutter.jpg\" alt=\"mutter\" width=\"941\" height=\"800\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>12. Nina Martschenko. \u201eDer letzte Weg\u201c, 1998-2000<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/letzter-weg.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2273 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/letzter-weg-1024x553.jpg\" alt=\"letzter weg\" width=\"1024\" height=\"553\" \/><\/a>\r\n\r\n\u00c4hnlich\u00a0wie die Industrialisierung f\u00fchrte\u00a0die UdSSR auch den Krieg gegen die Deutschen im 2. Weltkrieg (<em>gemeint ist die truppenverheizende Kriegstaktik der Roten Armee-F\u00fchrung).<\/em> Das hat der K\u00fcnstler Sergej Scherstjuk aus Moskau mit seinen Gem\u00e4lden aus dem Jahr 1985 versucht zu verdeutlichen. Scherstjuks Vater war ein Kriegsveteran, General der Roten Armee.\r\n<h2><strong>13. Sergej Scherstjuk. \"M\u00e4nner einer Familie. 1941\"<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2274 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-1024x864.jpg\" alt=\"m\u00e4nner\" width=\"1024\" height=\"864\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>14. Sergej Scherstjuk. \"M\u00e4nner einer Familie. 1945\"<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2275 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner-2-1024x857.jpg\" alt=\"m\u00e4nner 2\" width=\"1024\" height=\"857\" \/><\/a>\r\n\r\nDen Todessto\u00df versetzte dem m\u00e4nnlichen Teil der Bev\u00f6lkerung des Landes die Nachkriegsalkoholisierung der UdSSR. Der K\u00fcnstler <strong>Wasilij Kolotew<\/strong> erfasste das sehr expressiv in seinen Arbeiten aus den 1970er und 1980-er Jahren. Kolotew war ein Nonkonformist, arbeitete nicht mit den Beh\u00f6rden zusammen, war nicht auf der Suche nach Titeln, Auszeichnungen oder Ausstellungen. Als Mechaniker in einer Fabrik wohnte er in einer armseligen Moskauer Gemeinschaftswohnung \"(<em>Kommunalka\" \u2013 im Grunde genommen eine gew\u00f6hnliche Wohnung, deren einzelne Zimmer von je einer Familie bewohnt waren- sprich': WG<\/em>) und malte \"f\u00fcr die Schublade\".\r\n<h2><strong>15. Wasilij Kolotew. \"Der rote Kalendertag\", 1985<\/strong><\/h2>\r\nDie betrunkenen sowjetischen Proletarier feiern den 1. Mai. In der UdSSR gab es keine Arbeitslosen, die Demos wurden von staatlichen Betriebsgewerkschaften organisiert, die Teilnahme war obligatorisch. F\u00fcr Stimmung sorgten die Betriebsgewerkschaften mit Wodka.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner3.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2276 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-nner3.jpg\" alt=\"m\u00e4nner3\" width=\"500\" height=\"385\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>16. Wasilij Kolotew. \"... Und das Schiff f\u00e4hrt. Bierstube\", 1979<\/strong><\/h2>\r\nDie staatsbildende Nation der UdSSR zu sp\u00e4ten Breschnew - Zeiten...\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2279 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol.jpg\" alt=\"alkohol\" width=\"450\" height=\"358\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>17. Wasilij Kolotew. \"Pappelbl\u00e4tter fallen von einer Esche\", 1984<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol2.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2280 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/alkohol2.jpg\" alt=\"alkohol2\" width=\"450\" height=\"355\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>18. Wasilij Kolotew. \"Szene auf dem Boulevard\", 1984<\/strong><\/h2>\r\n1984 \"Andropowka\" <em>(billiger Wodka f\u00fcr 4,70 Rubel)<\/em>. Nun, auf die ber\u00fchmte russische Geistlichkeit!\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/boulevrad.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2281 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/boulevrad.jpg\" alt=\"boulevrad\" width=\"450\" height=\"311\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>19. Wasilij Kolotew. \"Sonntag\", 1984<\/strong><\/h2>\r\n\u201eRusskij Mir\u201c (zu dt. \"Russische Welt\"):\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sonnatg.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2282 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sonnatg.jpg\" alt=\"sonnatg\" width=\"450\" height=\"382\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>20. Wasilij Kolotew. \"Im Treppenhaus\", 1983<\/strong><\/h2>\r\nDas Dritte Rom.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/treppenglur.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2283 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/treppenglur.jpg\" alt=\"treppenglur\" width=\"347\" height=\"450\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>21. Wasilij Kolotew. \"Rush-hour\", 1986<\/strong><\/h2>\r\nUnd seine R\u00f6mer.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/rushhour.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2287 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/rushhour.jpg\" alt=\"rushhour\" width=\"450\" height=\"333\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>22. Wasilij Kolotew. \"Morgen der Nachbarin\", 1984<\/strong><\/h2>\r\nSowjetische Gemeinschaftswohnung (Kommunalka). Dreck, Armut, Supermacht.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/morgen.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2286 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/morgen.jpg\" alt=\"morgen\" width=\"450\" height=\"322\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>23. Wasilij Kolotew. \"Die neunte Welle\", 1979<\/strong><\/h2>\r\nEine sowjetische Familie. Die Frau ist wahrscheinlich ebenfalls alkoholisiert. Und die Zigarettenstummel auf dem Boden... Rauchen vor den Kindern?\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/9.welle_.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2285 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/9.welle_.jpg\" alt=\"9.welle\" width=\"450\" height=\"354\" \/><\/a>\r\n\r\n<strong>Sowjetische Gesch\u00e4fte<\/strong>. Die Sowjetunion war ein Land der Warteschlangen. Kaum etwas gab es ohne Warteschlangen zu kaufen. Von Wurst bis Toilettenpapier. Toilettenpapier gab es dabei nur in gro\u00dfen St\u00e4dten zu kaufen. Der Begriff \u201eDefizit\u201c war allt\u00e4glich \u2013 so wurden Waren genannt, die es nur selten und nicht \u00fcberall zu kaufen gab.\r\n<h2><strong>24. Wasilij Kolotew. \"Warteschlange\", 1985<\/strong><\/h2>\r\nDie ber\u00fchmten sowjetischen Warteschlangen waren ein integrierender Bestandteil der Planwirtschaft. Diese Warteschlangen inspirierten viele K\u00fcnstler.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schlange.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2288 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schlange.jpg\" alt=\"schlange\" width=\"450\" height=\"371\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>25. Alexej Sundukow. \"Warteschlange\", 1986<\/strong><\/h2>\r\nWarteschlangen f\u00fcr Lebensmittel. Identisch\u00a0und elendig gekleidete Frauen dieser Warteschlangen wirkten sehr deprimierend. Sie strahlten Verzweiflung aus.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2292 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten.jpg\" alt=\"warten\" width=\"615\" height=\"480\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>26. Wladimir Korkodym. \"Warten auf die Waren\", 1989<\/strong><\/h2>\r\nWarteschlange in einem Dorfladen. Niedergeschlagenheit und Gef\u00fcgigkeit. Durch Despotismus gebrochene Menschen. Es ist jedoch nicht \u00fcberraschend. Menschen wurden lange und grausam gebrochen. Sie wurden auch noch zombiert und belogen. Bei der \u00e4lteren Generation, die unter Stalin gelebt hatte, sa\u00df die Angst sehr tief und auf ewig: die Angst und die gleichzeitige Angewohnheit, der\u00a0Propaganda\u00a0blind zu vertrauen.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten2.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2293 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/warten2.jpg\" alt=\"warten2\" width=\"750\" height=\"503\" \/><\/a>\r\n\r\nDie Befreiung von all dem dauerte Jahre, zwar nicht bei allen, aber die Metamorphosen, die dabei herauskamen, waren manchmal sehr verbl\u00fcffend. Ein markantes Beispiel -<strong> Igor Obrosow<\/strong>, Volksk\u00fcnstler (1983), Meister des Sozialistischen Realismus, arbeitete im sogenannten \"Strengen Stil\", der in den 1960-80-er Jahren popul\u00e4r war. Er stand ziemlich loyal zur sowjetischen Regierung, besa\u00df Auszeichnungen, wurde mehrmals ausgestellt,\u00a0auch im Ausland.\r\n\r\nDas Gem\u00e4lde war von\u00a0Arkadi Gaidars M\u00e4rchen \"\u00dcber ein Kriegsgeheimnis, Maltschisch-Kibaltschisch und sein Festes Ehrenwort\" inspiriert. Propaganda begann n\u00e4mlich in der Sowjetunion schon im Windelalter, auch dank der M\u00fche solcher Menschen wie Arkadij Gaidar und Igor\u00a0Obrosow.\r\n<h2><strong>27. Igor Obrosow. \"Maltschisch-Kibaltschisch\" (Der kleine Revolution\u00e4r), 1963<\/strong><\/h2>\r\nAber das ist nicht nur Propaganda. Das ist ein allegorisches Bild, mit einem Doppelboden. Der kleine Junge in Budjonowka (<em>typische Kopfbedeckung der roten Armee in den 1920ern<\/em>) streckt seine H\u00e4nde nach dem rauen Rotarmist aus, der den Jungen verl\u00e4sst. Der abgehende Mann ist in der Tat der Vater des K\u00fcnstlers, ein ber\u00fchmter Chirurg (und Revolution\u00e4r-Kommunist) Pawel Obrosow, der 1938 erschossen wurde. Ende der 1980er begann unter Gorbatschow die Aufkl\u00e4rungskampagne zu Stalins Verbrechen. Igor Obrosow malt in dieser Zeit eine Reihe von Gem\u00e4lden, die er \"Widmung dem Vater\" nennt (1986-1988). So wird auch klar, wer auf seinem Gem\u00e4lde aus dem Jahr 1963 zu sehen ist.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2294 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vater.jpg\" alt=\"vater\" width=\"600\" height=\"594\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>28. Igor Obrosow. \"Mutter und Vater. Warten. 1937\", 1986-1988<\/strong><\/h2>\r\nHier sind derselbe Rotarmist und die auf ihn im Hof wartende \u201eSchwarze Kr\u00e4he\u201c<em> (so nannte man das\u00a0Auto, mit dem NKWD-Mitarbeiter Menschen nachts aus ihren Wohnungen abf\u00fchrten<\/em>) zu sehen.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/eltern.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2290 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/eltern.jpg\" alt=\"eltern\" width=\"636\" height=\"700\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>29. Igor Obrosow. \"Ohne Recht auf Korrespondenz\", 1986-1988<\/strong><\/h2>\r\nTschekisten (NKWD-Mitarbeiter) f\u00fchren einen Verhafteten ab. Das Standardurteil \"10 Jahre ohne Recht auf Korrespondenz\" lie\u00df die Verwandten in Ungewissheit \u00fcber das Schicksal ihrer Angeh\u00f6rigen. Es konnte tats\u00e4chlich 10 Jahre Arbeitslager oder auch eine Erschie\u00dfung bedeuten, \u00fcber die niemand informiert wurde. Im Falle von Igor Obrosows Vater war es das Zweite.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/abf-hren.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2289 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/abf-hren.jpg\" alt=\"abf\u00fchren\" width=\"518\" height=\"480\" \/><\/a>\r\n\r\nSp\u00e4ter setzte Igor Obrosow seine Arbeit zu diesem von ihm aufgegriffenen Thema fort. 2008 wurden seine Bilder\u00a0auf der Solo-Ausstellung<strong> \u201eTragische Vergangenheit (Opfer der Stalin-Repressionen)\u201c<\/strong> pr\u00e4sentiert.\r\n<h2><strong>30. Igor Obrosow. \"Das Opfer des GULAG\", 2000er<\/strong><\/h2>\r\nTschekisten vergewaltigen eine Gefangene.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergewaltigung.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2291 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/vergewaltigung.jpg\" alt=\"vergewaltigung\" width=\"558\" height=\"573\" \/><\/a>\r\n\r\nZwei Gem\u00e4lde eines K\u00fcnstlers in einem Zeitabstand von 40 Jahren:\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2295 size-large\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/40-1024x537.jpg\" alt=\"40\" width=\"1024\" height=\"537\" \/><\/a>\r\n\r\nMehr Gem\u00e4lde des sp\u00e4ten Obrosow:\r\n\r\n[caption id=\"attachment_2260\" align=\"aligncenter\" width=\"568\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/11.jpg\"><img class=\"wp-image-2260 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/11.jpg\" alt=\"Igor Obrosow\" width=\"568\" height=\"542\" \/><\/a> Igor Obrosow[\/caption]\r\n<h2><strong>31. Igor Obrosow. \"Zombies des GULAG\", 2000er<\/strong><\/h2>\r\nStalins Konzentrationslager. Zwei Tschekisten schleppen die Leiche eines ausgemergelten Gefangenen weg.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2297 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/leiche.jpg\" alt=\"leiche\" width=\"705\" height=\"368\" \/><\/a>\r\n\r\nDas letzte Bild erinnert an Grafikzeichnungen von <strong>David Oehler<\/strong> \u00fcber Auschwitz, nur geht es in diesem Fall um ein sowjetisches Konzentrationslager. Oehler war ein Gefangener in Auschwitz, der im Krematorium arbeiten musste und \u00fcberlebte. Nach dem Krieg fertigte er eine Reihe von Zeichnungen \u00fcber das Lagerleben an.\r\n<h2><strong>32. David Oehler. \"Hin\u00fcberschleppen der Leichen aus der Gaskammer des Krematoriums III zum Aufzug\", 1946<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kager.gif\"><img class=\"aligncenter wp-image-2296 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kager.gif\" alt=\"kager\" width=\"900\" height=\"664\" \/><\/a>\r\n\r\nObrosow selbst sa\u00df im Gegensatz zu David Oehler nie in einem Konzentrationslager. Er hat nur dar\u00fcber gemalt.\r\n\r\nAber in der UdSSR gab es einige K\u00fcnstler, die Stalins GULAG pers\u00f6nlich erlebt hatten und aus dem Ged\u00e4chtnis das malten, was sie mit ihren eigenen Augen gesehen hatten. Zum Beispiel<strong> Georgij Tscherkassow<\/strong> (1910-1973): Dreimal wurde er f\u00fcr antisowjetische Agitation verurteilt und kam erst nach Stalins Tod frei.\r\n<h2><strong>33. Georgij Tchserkassow. \"Nordlichter. UhtpetschLAG, Ende der 1930er Jahre\", 1960er\u00a0<\/strong><span style=\"color: #4f81bd\"><span style=\"color: #00000a\"><span style=\"font-size: small\"><b><span style=\"font-size: small\">(<em>Uchto-Petschorskij Arbeitslager, eine Abteilung des GULAG)<\/em><\/span><\/b><\/span><\/span><\/span><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/polarlichter.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2298 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/polarlichter.jpg\" alt=\"polarlichter\" width=\"400\" height=\"575\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>34. Georgij Tscherkassow. \"Auf dem letzten Weg. UhtpetschLAG 1938\", 1960er<\/strong><\/h2>\r\nDies ist ein Lager in Workuta, wo 1938 die sog.\"Kaschketin-Hinrichtungen\" <em>(nach dem Namen des Tschekisten, der sie organisierte, benannt -Jefim Kashketin)<\/em> ausgef\u00fchrt wurden. Das Gem\u00e4lde zeigt, wie eine Gruppe von Gefangenen zur Erschie\u00dfung abgef\u00fchrt wird. Links im Bild fesseln zwei kollaborierende Gefangene einem Priester<em> (das ist eine reale Person: der Priester Jegor, ein Mith\u00e4ftling von Tscherkassow)<\/em> die H\u00e4nde, damit die Menschen vor der Hinrichtung keine Kommunion empfangen k\u00f6nnen.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tscherkassow.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2300 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/tscherkassow.jpg\" alt=\"tscherkassow\" width=\"700\" height=\"334\" \/><\/a>\r\n\r\nEin weiterer beeindruckender K\u00fcnstler, auch ein GULAG-Insasse, ist\u00a0<strong>Nikolaj Getman<\/strong>. Der in Charkiw geborene K\u00fcnstler ist 1945 wegen \"antisowjetischer Agitation und Propaganda\" ins GULAG gekommen. Er war im Tajshet-Lager (das mit dem Bau der Bajkal-Amur Magistrale beauftragt war) und am Fluss Kolyma. Nach der Freilassung arbeitete er ein halbes Jahrhundert (1953-2004) an seiner Bilderreihe\u00a0\"GULAG mit den Augen eines K\u00fcnstlers\".\r\n<h2><strong>35. Nikolaj Getman. \"Per Schub bef\u00f6rdert\u201c, 1954<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sch-blinge.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2299 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/sch-blinge.jpg\" alt=\"sch\u00fcblinge\" width=\"374\" height=\"480\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>36. Nikolaj Getman. \"Lagerstelle Oberer Debin. Kolyma\", 1985<\/strong><\/h2>\r\nEs ist ein Bergwerk, wo der K\u00fcnstler an Goldgewinnung arbeiten musste. (Rund 400 km von Magadan entlang der Kolyma-Stra\u00dfe entfernt).\r\n\r\n<em>\"Im Bergwerk Debin (Kolyma) wurde 1951 einer Gruppe von Gefangenen erlaubt, Beeren zu pfl\u00fccken. Drei verliefen sich. Zeit vergeht - sie sind nicht da. Der Lagerkommandant Oberleutnant Peter Lomaga schickte Folterer nach ihnen los. Als sie sie gefunden haben,\u00a0lie\u00dfen sie ihre Hunde auf die drei Schlafenden los, dann erschossen sie sie, dann zertr\u00fcmmerten\u00a0sie den Dreien ihre Sch\u00e4del mit den Gewehrkolben, ihre K\u00f6pfe zu Brei verwandelnd, so dass ihr Hirn heraushing - und in dem Zustand brachten sie die Leichen in einer offenen Pferdekutsche zum Lager zur\u00fcck. Hier ersetzten sie die Pferde durch vier H\u00e4ftlinge und lie\u00dfen diese die Kutsche durch das Lager an den in Reihen aufgestellten H\u00e4ftlingen vorbeiziehen. \"Das wird jedem passieren!\" verk\u00fcndete Lomaga.\"<\/em> (Alexander Solschenizyn, \"Der Archipel GULAG\").\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolyma.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2303 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/kolyma.jpg\" alt=\"kolyma\" width=\"700\" height=\"601\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>37. Nikolaj Getman. \"Mittag. Balanda ist da\", 1991 <\/strong><span style=\"color: #00000a;font-size: small\">(<\/span><span style=\"color: #00000a;font-size: small\"><em>\"Balanda\" ist eine Pampe, eine ungenie\u00dfbare widerliche Suppe).<\/em><\/span><\/h2>\r\nWie in den Nazi-Konzentrationslagern wurden H\u00e4ftlinge im sowjetischen GULAG st\u00e4ndig in Hunger gehalten. So wurde der Wille zum Widerstand gebrochen.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mittagessen.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2304 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/mittagessen.jpg\" alt=\"mittagessen\" width=\"400\" height=\"480\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>38. Nikolaj Getman. \"Docht\", 1987<\/strong><\/h2>\r\nAls \"Docht\" wurde ein Str\u00e4fling bezeichnet, der kaum noch am Leben war.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/fitil.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2302 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/fitil.jpg\" alt=\"fitil\" width=\"462\" height=\"500\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>39. Nikolaj Getman. \"Brotration f\u00fcr Dubar\", 1989 (\"Dubar\" ist ein toter H\u00e4ftling)<\/strong><\/h2>\r\nIn der unteren rechten Bildecke liegt auf dem Boden ein H\u00e4ftling im Sterben. Wenn es seinen Baracken-Nachbarn gelingt, seinen Tod einige Zeit zu verbergen, dann gibt es f\u00fcr sie eine zus\u00e4tzliche Ration Brot, 800 Gramm pro Tag.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/brot.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2301 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/brot.jpg\" alt=\"brot\" width=\"448\" height=\"500\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>40. Nikolaj Getman. \"Leichenhaus der GULAG-H\u00e4ftlinge\", 1980<\/strong><\/h2>\r\nIm Bild der H\u00e4ftling Ivan Pawlowskij, ein russischer Ingenieur, der mit Getman im gleichen Lager war. Seine Aufgabe war es, Leichen zum Begr\u00e4bnis vorzubereiten. Aus Konservendosen hat er Schildchen angefertigt, die er mit einem Draht an der Leiche befestigte.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schilder.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2309 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/schilder.jpg\" alt=\"schilder\" width=\"400\" height=\"480\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>41. Nikolaj Getman. \"Stechm\u00fccken\", 1990<\/strong><\/h2>\r\nDie im Bild gezeigte Foltermethode wurde bereits im Sonderlager auf den Solowezki-Inseln praktiziert. H\u00e4ftlinge wurden w\u00e4hrend der M\u00fcckensaison an einen Baum gebunden, in einigen Lagern wurden sie in eine Grube geworfen. In maximal einer Stunde verlor der H\u00e4ftling so viel Blut, dass er qualvoll starb.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-cken.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2307 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/m-cken.jpg\" alt=\"m\u00fccken\" width=\"344\" height=\"500\" \/><\/a>\r\n<h2><strong>42. Nikolaj Getman. \"In Erwartung der Erschie\u00dfung\", 1987<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/erschiessung.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2306 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/erschiessung.jpg\" alt=\"erschiessung\" width=\"541\" height=\"500\" \/><\/a>\r\n\r\nWird wohl reichen f\u00fcrs erste Mal. Wer sich noch immer nach Sowjetunion zur\u00fccksehnt, kann ja nach Nordkorea ausreisen:\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/nordkorea.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-2308 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/nordkorea.jpg\" alt=\"nordkorea\" width=\"800\" height=\"512\" \/><\/a>\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<strong><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/uglich-jj.livejournal.com\/83563.html\">Uglich\/Livejournal<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/andrij.topchan?fref=ts\">Andrij Topchan<\/a>, editiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a><\/em><\/strong>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2258","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2258"}],"version-history":[{"count":28,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2258\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29467,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2258\/revisions\/29467"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2300"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2258"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2258"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2258"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}