{"id":2321,"date":"2015-01-11T00:52:41","date_gmt":"2015-01-11T00:52:41","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=2321"},"modified":"2019-01-13T10:00:14","modified_gmt":"2019-01-13T10:00:14","slug":"die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/","title":{"rendered":"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\"><em>von\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/glavcom.ua\/articles\/25580.html\">Maxim Pobokin<\/a><\/strong>, einem Politologen<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr die Ukraine wie auch f\u00fcr die restliche zivilisierte Welt wurde das Verhalten Russlands auf der Krim zum wichtigsten au\u00dfenpolitischen Schockerlebnis 2014.<\/p>\n<p>Faktisch gleich nach Janukowytschs Flucht aus der Ukraine begannen\u00a0&#8222;unbekannte&#8220; S\u00f6ldner ukrainische Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte einzunehmen.\u00a0Und lasst uns nicht wieder dar\u00fcber reden, dass Anlass dieses Handelns angeblich die Abschaffung des Gesetzes \u00fcber den Status der russischen und anderen regionalen Sprachen gewesen sei. Wenn das ukrainische Parlament dies nicht getan h\u00e4tte, w\u00e4re der Aggressor gezwungen gewesen, sich einen anderen Anlass f\u00fcr die Okkupation auszudenken (zum Beispiel irgendeinen Terrorakt, f\u00fcr den die Krimtataren oder der &#8222;Rechte Sektor&#8220;, dessen Vertreter es \u00fcbrigens nie auf der Krim gab, beschuldigt worden w\u00e4ren). Solche Operationen werden nicht als Improvisation ausgef\u00fchrt. Faktisch kann man sagen, dass man sich auf diese Aktion nicht weniger als drei Jahre vorbereitet hat. Zumindest berichteten manche Quellen im SBU, dass es unter Janukowytsch eine Absprache mit Putin \u00fcber ein gegenseitiges Moratorium\u00a0der Aufkl\u00e4rungsarbeit zwischen dem SBU und FSB gab. Blo\u00df,\u00a0wie wir sehen, wurde es nur von der ukrainischen Seite eingehalten, was die Arbeit der russischen Geheimdienste auf der Krim erheblich erleichterte.<\/p>\n<p>Andere Faktoren, wie die Auff\u00fcllung\u00a0der ukrainischen St\u00fctzpunkte mit prorussischen lokalen Einwohnern, allgemeine Desorganisation der Armeef\u00fchrung etc. haben auch ihre Rolle gespielt.\u00a0Und die damalige Ukraine h\u00e4tte bei all ihrem Wunschdenken die Krim vor der Okkupation durch Russland nicht sch\u00fctzen k\u00f6nnen &#8211; es gab einfach nicht genug ihrem Schwur treue Einheiten, und die internationale Gemeinschaft realisierte damals noch nicht, was denn eigentlich passiert war und wer da gegen wen Krieg f\u00fchrt. Denn die &#8222;gr\u00fcnen M\u00e4nnchen&#8220; haben weder Schulterklappen noch Abzeichen getragen.\u00a0Allem Anschein nach hatte Wladimir Putin w\u00e4hrend der Krim-Annexion zwei Hauptmotive: die Ukraine nicht in die NATO zu lassen (formal kann ein Land mit solchen territorialen Problemen nicht Mitglied der Allianz werden) und in der Geschichte als ein Mensch zu bleiben, der die Wiederauferstehung Russlands in den Grenzen des Russischen Imperiums begonnen hat.<\/p>\n<h2><strong>Russland: Die Krim ist unser, der Donbas ist Euer, aber wir haben damit nichts zu tun.\u00a0<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/20141018_krym_t.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-full wp-image-2333 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/20141018_krym_t.jpg\" alt=\"20141018_krym_t\" width=\"250\" height=\"180\" \/><\/a>Nach einem \u00e4hnlichen Szenario und mit \u00e4hnlichen Motiven verlief auch die Entfaltung des angeblichen Separatismus im Donbas.<br \/>\nVor dem Auftauchen von russischen S\u00f6ldnern auf dem Festland der Ukraine h\u00e4tte man sich mit den Anf\u00fchrern der Separatisten (Purgin, Puschilin etc.) noch irgendwie einigen k\u00f6nnen.\u00a0Denn sie waren wenigstens lokale Einwohner und wollten nur Autonomie (sprich&#8216;: unkontrolliertes &#8222;Zers\u00e4gen&#8220; des Budgets und die Abwesenheit jeglichen Kampfes gegen Korruption im Donbas).\u00a0Im Grunde war es in der ersten Phase ein Aufstand der lokalen Elite, die sich um den Verlust der warmen Pl\u00e4tzchen auf den Finanzfl\u00fcssen f\u00fcrchtete.\u00a0Zum Beispiel war der erste Anf\u00fchrer der &#8222;LVR&#8220;, Bolotow, die rechte Hand des ber\u00fchmten Luhansker &#8222;Regionalf\u00fchrers&#8220; Jefremow.\u00a0Aber nach dem Auftauchen der Gruppe von Igor Girkin, des kaukasischen Bataillons &#8222;Osten&#8220; (&#8222;Wostok&#8220;) oder der sogenannten &#8222;Donsker Kosaken&#8220; ist es unm\u00f6glich geworden, \u00fcber einen &#8222;lokalen Charakter&#8220; der Ereignisse zu sprechen.\u00a0Genau das nennt man auch hybriden Krieg: Wenn die Geheimdienste eines anderen Staates die auf unser Territorium eingeschleusten terroristischen Banden anleiten und die \u00f6rtlichen Gesetzesvertreter diese Leute als &#8222;eigene&#8220; unterst\u00fctzen.\u00a0Wie es scheint, wurde der Plan &#8222;Neurussland&#8220; auch nicht erst seit einem Jahr vorbereitet &#8211; zumindest haben der FSB und GRU genug Agenten unter den lokalen Gesetzesvertretern rekrutieren k\u00f6nnen.\u00a0Und dass es sich nur auf die Krim und Teile der Luhansker und Donezker Gebiete beschr\u00e4nkte, ist ein gro\u00dfes Gl\u00fcck f\u00fcr die ukrainische Regierung. Es h\u00e4tte auch schlimmer kommen k\u00f6nnen &#8211; wenn wir zum Beispiel die Bildung einer &#8222;Charkiwer Volksrepublik&#8220; zugelassen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Und nun, nachdem Russland den \u00f6stlichen Teil des Donbas mit S\u00f6ldnern (von denen ein bedeutender Teil regul\u00e4re russische Milit\u00e4rs sind) und Waffen geflutet hat, nachdem es die Infrastruktur der Region zerst\u00f6rt hat (hier geht es sowohl um\u00a0Verluste infolge der Kriegshandlungen als auch darum, wie ganze Betriebshallen und sogar ganze Fabriken abtransportiert wurden) &#8211; nun m\u00f6chte Russland, dass die Ukraine diese Region wie fr\u00fcher unterh\u00e4lt. Also Renten, L\u00f6hne, Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Fabriken zahlt, die Kohle f\u00fcr den Preis einkauft, der von den S\u00f6ldnern vorgegeben wird, Reparaturen von Geb\u00e4uden in den besetzten Territorien bezahlt. Im Gro\u00dfen und Ganzen\u00a0schlie\u00dft das alles jener &#8222;Plan Surkows&#8220; mit ein, \u00fcber den &#8222;Glavkom&#8220; schon mal geschrieben hat: Die Wirtschaft der Ukraine mithilfe Korruption, Manipulationen mit Energieressourcen und\u00a0N\u00f6tigung\u00a0zur Finanzierung der okkupierten Territorien zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wobei der Druck der Sanktionen und\u00a0der Absturz der internationalen Erd\u00f6lpreise darauf hoffen l\u00e4sst, dass Russland selbst bald ganz andere Sorgen hat, als die Ukraine &#8222;zum Unterhalt des Donbas zu n\u00f6tigen&#8220;. Abgesehen von der Krim, die Russland nun selbst zu versorgen hat. Alles in allem ist Russland, indem es einen Teil der Ukraine okkupiert hat, in eine geopolitische Falle getreten. Aus der es faktisch nur herauskommen kann, wenn es die Krim zur\u00fcckgibt, sich dem Vorgehen\u00a0der Ukraine hinsichtlich\u00a0der Wiederherstellung von Verfassungsordnung im Donbas nicht widersetzt und Reparationen\u00a0an die Ukraine f\u00fcr den zerst\u00f6rten Donbas zahlt. Aber f\u00fcr das Regime von Wladimir Putin stellt dies einen Selbstmord dar, der mit dem Zerfall des Landes droht. Die Zeit ist offensichtlich auch nicht auf Russlands Seite, das wegen der Sanktionen immer mehr Geld verliert. Eine Fortf\u00fchrung der Offensive mit den Kr\u00e4ften von Separatisten und der regul\u00e4ren Armee , die sich zurzeit im Donbas befinden, f\u00fchrt aber ebenso zu einem Selbstmord: Wenn Russland den milit\u00e4rischen Druck erh\u00f6ht, werden die USA ins Spiel kommen, die die Ukraine als Priorit\u00e4tsverb\u00fcndete au\u00dferhalb der NATO-Struktur anerkannt haben.<\/p>\n<h2><strong>UNO: &#8222;Der Zerfall der St\u00fctzen&#8216;<\/strong><\/h2>\n<p>Im letzten Jahr ist klar geworden, dass das System der internationalen Weltsicherheit, das nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erschaffen wurde, seine Aufgaben nicht mehr bew\u00e4ltigen kann.\u00a0Obwohl es ein &#8222;erstes Klingeln&#8220; schon in den 1990er Jahren gab (im Konflikt auf dem Balkan), ist es jetzt klar geworden, dass die UNO auf direkte Art und Weise nur dort effektiv eingreifen kann, wo permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrats nicht in den Konflikt involviert sind.\u00a0Also irgendwo an der Peripherie der Welt (zum Beispiel in Sierra-Leone).\u00a0Der Hauptgrund f\u00fcr eine derartige Schwerf\u00e4lligkeit ist das extrem sperrige\u00a0System der Beschlussfassung und der Missbrauch des Vetorechts durch st\u00e4ndige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats (speziell Russland) sowie das Fehlen von festen\u00a0Friedenskr\u00e4ften, die der UNO unmittelbar unterstellt sind.\u00a0Mehr noch, in der UNO als Organisation, die zur Unterst\u00fctzung des Weltsicherheitssystems bestimmt ist, war nicht miteingerechnet, dass eines der st\u00e4ndigen Mitglieder des Sicherheitsrats dieses System durch seine Handlungen\u00a0unterminieren wird.\u00a0Das Resultat: Alle sehen alles, k\u00f6nnen aber gegen ein Aggressorland, das \u00fcber Atomwaffen verf\u00fcgt, nichts tun.\u00a0Nichts, au\u00dfer verurteilenden Resolutionen und dem Ausdruck ihrer Besorgnis\u00a0kann diese Organisation den Opfern einer Aggression\u00a0anbieten.<\/p>\n<p>Darum wird die UNO entweder gezwungen, radikale Schritte wie einen Entzug des Vetorechts von den st\u00e4ndigen Mitgliedern des Sicherheitsrats vorzunehmen, oder sie wird endg\u00fcltig beerdigt &#8211; als Organisation, die keinerlei Einfluss auf die Weltprozesse hat. An ihrer Stelle\u00a0werden solche regionale Strukturen und Milit\u00e4rb\u00fcndnisse an Kraft gewinnen, die entsprechende Ressourcen haben (und zwar vereinigte Streitkr\u00e4fte) und die f\u00e4hig sind, Entscheidungen weitaus operativer zu treffen.<\/p>\n<h2><strong>Die USA und die NATO: Das Erwachen aus dem Traum<\/strong><\/h2>\n<p>In den letzten Jahren sind die NATO-Kr\u00e4fte in Europa nur kleiner geworden: Erstens, wegen der Politik der Kostenverringerung f\u00fcr die Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und zweitens, weil die Wahrscheinlichkeit eines gro\u00dfangelegten milit\u00e4rischen Konflikts in Europa nach der L\u00f6sung der Balkan-Krise mit jedem Jahr geringer wurde. Der Krieg in Georgien 2008 wurde \u00e4u\u00dferst unseri\u00f6s wahrgenommen: Erstens, wegen seiner Peripherit\u00e4t, zweitens weil damals die russische Sicht\u00a0sogar in den unabh\u00e4ngigen Medien \u00fcberhand genommen hat (faktisch sah die Welt den &#8222;Krieg 08.08.08&#8220; mit Russlands Augen an und niemand wollte die Beziehungen zum Kreml vereiteln). Die Aufmerksamkeit der NATO wurde auf den Nahen Osten gelenkt &#8211; Irak, Lybien, Syrien. Und Russland galt eher als berechenbarer Partner (unter anderem auch als Partner, mit dem man sich bez\u00fcglich der\u00a0Konflikte im Nahen Osten einigen kann) und nicht als m\u00f6glicher Gegner &#8211; und von diesem Standpunkt aus machte es keinen Sinn, so viele Kr\u00e4fte in Europa zu halten. Zum Beispiel wurden die Panzerkr\u00e4fte stark reduziert, speziell in Deutschland sind mehrere Einheiten\u00a0aufgel\u00f6st worden.<\/p>\n<p>Nun sind die USA aber wieder gezwungen, motorisierte\u00a0und gepanzerte Einheiten in Europa zu stationieren (zus\u00e4tzlich zu den lokalen Armeekr\u00e4ften), im Rahmen der gemeinsamen\u00a0milit\u00e4rischen NATO-Politik. Als man den Konflikt im Donbas analysierte, ist das NATO-Kommando zu dem Schluss gekommen, dass &#8211; einfach ausgedr\u00fcckt- dieser Krieg kein Krieg ist, in dem man nur mit Luftwaffe, Raketentruppen und hochpr\u00e4ziser Infanteriewaffe\u00a0auskommen kann. Wenn man von einem hypothetischen Konflikt zum Beispiel im Baltikum spricht, so gab es da au\u00dfer infanteristischen\u00a0Panzerabwehrmtteln bis vor kurzem gar nichts, was russische Panzer h\u00e4tte stoppen k\u00f6nnen, geschweige denn irgendeinen Gegenangriff zu unternehmen. Darum werden jetzt auch &#8222;schwere&#8220; NATO-Einheiten nicht nur in Westeuropa, sondern auch in Osteuropa entfaltet; es werden Seeman\u00f6ver\u00a0im Schwarzen Meer abgehalten. Um so mehr, weil ausgerechnet die NATO nach der neuen russischen Milit\u00e4rdoktrin der wichtigste wahrscheinliche Gegner ist.<\/p>\n<p>Ob die NATO sich in den russisch-ukrainischen Konflikt einmischen wird? Bei der jetzigen Dynamik wird es eine direkte Einmischung wohl nicht geben. Wenn aber Russland anf\u00e4ngt, sich einen &#8222;Korridor&#8220; auf die Krim durchzuschlagen, parallel in Richtung Charkiw und Tschernihiw vorsto\u00dfen&#8230; Dann ist eine Einmischung an zwei Fronten gleichzeitig nicht ausgeschlossen: der eigentlichen europ\u00e4ischen (die Ukraine und baltische Staaten) und der asiatischen (Ferner Osten). Analog wird man im Falle von bewaffneten Provokationen seitens Russlands im Baltikum vorgehen, falls Russland sich zu so einem Schritt entschlie\u00dfen sollte (Zumindest begann man im Herbst genau dort neue motorisierte und gepanzerte NATO-Abteilungen aufzustellen und einen Teil der Luftwaffe dorthin zu verlegen). Die einzige Frage ist: Was macht man mit der M\u00f6glichkeit eines Atomschlages (rein theoretisch wird man mit dem ersten Raketenschlag die oberiridischen St\u00fctzpunkte zerst\u00f6ren k\u00f6nnen, aber es bleiben U-Boote zum Beispiel), wenn die Verl\u00e4sslichkeit der Raketenabwehrsysteme noch immer nicht vollst\u00e4ndig\u00a0gepr\u00fcft wurde? Darum, als eine Variante, wird der Krieg an den Grenzen jener Staaten stocken, in die es Russland schafft einzudringen &#8211; einen gro\u00dfangelegten Gegenangriff auf das Territorium Russlands wird es aber nicht geben. Stattdessen ist eine See- und Luftblockade (mit Kr\u00e4ften der Schiffsluftabwehr) der Krim durch die NATO (ein Teil der 6. Flotte der USA, Flotte der T\u00fcrkei) m\u00f6glich. Parallel zu wachsenden Sanktionen kann es Russland zu Konzessionen gegen\u00fcber der Ukraine und Transnistrien zwingen, darunter auch zu einem Verzicht auf die Krim. Der Blitzkrieg seitens der NATO ist dagegen viel unwahrscheinlicher, denn die Risiken einer unvollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung vom Atomwaffenpotential und dementsprechend das Risiko eines Gegenanschlags bleiben bestehen (obwohl viele russische Milit\u00e4rexperten die amerikanischen und europ\u00e4ischen Raketenabwehrsysteme als hocheffektiv einstufen). Den meisten Einsch\u00e4tzungen zufolge, wenn man den Atomwaffenfaktor au\u00dfer Acht l\u00e4sst, kann die regul\u00e4re US-Armee die russische Armee im Alleingang in 1-2 Monaten besiegen, wobei der gr\u00f6\u00dfte Schaden bereits\u00a0in der ersten Woche zugef\u00fcgt sein wird.<\/p>\n<p>Was die USA selbst angeht, so haben gerade sie damit gerechnet, dass &#8211; solange Russland auf der Krim und im Donbas stecken bleibt und sich wie ein Aggressor verh\u00e4lt &#8211; sie immer weitere Sanktionen gegen dieses verh\u00e4ngen k\u00f6nnen, Paket f\u00fcr Paket. Um Russland soweit zu schw\u00e4chen, dass ein erforderliches milit\u00e4risches Eingreifen in die L\u00f6sung der &#8222;ukrainischen Frage&#8220; minimal wird. Ein Geb\u00e4ude muss man sehr sorgf\u00e4ltig zerst\u00f6ren, um selber durch seinen Tr\u00fcmmerschutt keinen Schaden zu nehmen. Wenn man Russland vom Feld des geopolitischen Spiels r\u00e4umt, muss man gleichzeitig alle seine m\u00f6glichen Verb\u00fcndeten auf die eigene Seite ziehen. Sogar solche wie Iran oder Kuba: Nicht umsonst ist dieses Jahr die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba passiert, und Iran wurde von den Einschr\u00e4nkungen auf den Erd\u00f6l-Export befreit. Ja, Barak Obama ist von seiner Rhetorik her sehr friedfertig und vermeidet Invektive in Russlands Richtung, aber wozu soll man sich beeilen, wenn man zuerst ein &#8222;Netz&#8220; an Verb\u00fcndeten spinnen und sich auf gemeinsame Handlungen einigen muss, und erst dann den Gegner allm\u00e4hlich kaputtmacht? Darum wurde auch der Algorithmus einer langsamen Erstickung mithilfe der Sanktionen beschlossen\u00a0(wobei Russland die Chance gegeben wird, auf ihre Ausgangspositionen, was die Krim und den Donbas betrifft, zur\u00fcckzukehren). Wenn es nicht wirkt, f\u00fchren wir st\u00e4rkere Sanktionen ein. Hilft nicht? Helfen wir der Ukraine mit Waffen und Wehrexperten. Hilft immernoch nicht? Veranstalten wir eine Seeblockade der Krim usw. Au\u00dferdem, wenn die USA jetzt ernsthaft die Islamisten-Stellungen des IS angreifen, gibt es die Wahrscheinlichkeit, dass diese ihre Aufmerksamkeit auf den Kaukasus als eine viel bequemere und sicherere Gegend f\u00fcr ihre Stationierung lenken, als Syrien oder Irak es sind. Also, aus einem Feind werden sie zu einem Instrument f\u00fcr die Destabilisierung der Situation in Russland.<\/p>\n<h2><strong> EU: Unerwartete Entschlossenheit<\/strong><\/h2>\n<div id=\"attachment_318\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-318\" class=\"wp-image-318 size-medium\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n-300x300.jpg\" alt=\"10300983_764271026938404_5097280918011551073_n\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n-300x300.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n-150x150.jpg 150w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n-50x50.jpg 50w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n-125x125.jpg 125w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-318\" class=\"wp-caption-text\">Karikatur von Jolkin<\/p>\n<\/div>\n<p>Im Fr\u00fchling 2014 meinte die Mehrheit der Experten, dass die Einmischung der EU in den russisch-ukrainischen Konflikt nur verbal\u00a0sein wird.\u00a0Es wurde erwartet, dass die EU-L\u00e4nder ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen nicht \u00fcberschreiten k\u00f6nnen und Russland erlauben werden, mit der Ukraine machen zu d\u00fcrfen, was auch immer es sich w\u00fcnscht.\u00a0Aber so war das nicht. Es geht nicht mal um Prinzipien des internationalen Rechts, sondern um eine elementare Fehlkalkulation der Risiken.\u00a0Denn Instabilit\u00e4t in einem europ\u00e4ischen Land, selbst wenn es an der Peripherie liegt und gerade erst begonnen hat, sich in die Wirtschaft der EU zu integrieren (gemeint ist nat\u00fcrlich die Unterzeichnung des Abkommens Ukraine-EU), wird sich auf andere L\u00e4nder auswirken: in Form von Fl\u00fcchtlingen, organisiertem Verbrechen, Drogenhandel usw.\u00a0Aus dem Konflikt am Balkan wurden entsprechende Schl\u00fcsse gezogen: Einen Krieg auf dem europ\u00e4ischen Territorium braucht keiner.\u00a0Besonders wenn man davon spricht, dass alle europ\u00e4ischen Schl\u00fcsselpolitiker schon im Sommer wussten, dass Russland\u00a0hinter der sogenannten &#8222;Volkswehr&#8220; im Donbas steht.\u00a0Verst\u00e4rkt wurde diese Gewissheit durch die Katastrophe mit der Boeing MH-17: So sehr Russland auch versucht hat, die Ukraine deswegen zu beschuldigen, wies die Mehrheit der Indizien doch auf eine russische &#8222;BUK&#8220; hin, die der &#8222;Volkswehr&#8220; \u00fcbergeben worden war.\u00a0Selbstverst\u00e4ndlich ist dann ein Verzicht auf die Einf\u00fchrung von Sanktionen gegen ein Land, das den Terroristen auch Atomwaffen zu liefern f\u00e4hig ist, ein Selbstmord, fehlender Selbstrespekt, und \u00fcberhaupt: Wie kann man jemandem trauen, der dich zu t\u00f6ten beabsichtigt?<\/p>\n<p>Und eine solche Wahrscheinlichkeit gab es durchaus und sie besteht sogar noch immer, zumindest kann man eine Konfliktversch\u00e4rfung nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Moldau, Lettland, Litauen und Estland erwarten. Unter dem Risiko einer Invasion stehen auch Finnland, Rum\u00e4nien und Polen. Ganz zu schweigen davon, dass\u00a0die Verbindungen der ultrarechten europ\u00e4ischen Extremisten zu russischen Geheimdiensten allen lokalen\u00a0Sicherheitsdiensten bekannt sind. Darum ist die EU in Bezug auf die Ukraine so prinzipiell vorgegangen: Sie hat zum Beispiel auf den &#8222;S\u00fcdstrom&#8220; verzichtet, f\u00fchrt immer neuere Sanktionspakete gegen Russland faktisch im Einklang mit den USA ein. Besonders erstaunlich war hier die Wendung von Deutschland: Aus einem Verb\u00fcndeten und dem gr\u00f6\u00dften Handelspartner Russlands ist es zu einem seiner konsequentesten Opponenten in der ukrainischen Frage geworden. Und die Angebote an die EU zur Zerteilung der Ukraine (nach dem Schema von Jugoslawien oder Nachkriegsdeutschland) wurden als Irrsinn wahrgenommen, denn da drau\u00dfen ist l\u00e4ngst kein XX. Jahrhundert mehr. Wor\u00fcber soll man hier reden, wenn ein Land, das provisorisch gesagt als die &#8222;Tankstelle&#8220; galt, nun versucht, seine Bedingungen bez\u00fcglich einer EU-Erweiterung aufzuzwingen und sogar die Karte Europas ein weiteres Mal neuzuzuschneiden?<\/p>\n<h2><strong>China: Wem fallen die Gewinne zu?<\/strong><\/h2>\n<p>Eine bedeutende Schw\u00e4chung der Positionen Russlands infolge des Krieges und der Sanktionen ist besonders f\u00fcr China sehr vorteilhaft. Sowohl vom Standpunkt der Geopolitik, als auch vom banalen Standpunkt der Wirtschaft aus. Der erste Faktor: Das billigere russische Erd\u00f6l und Gas, die au\u00dfer China in diesem Umfang niemand kaufen wird (Russland hat \u00fcbrigens schon im Sommer einen Vertrag f\u00fcr den Bau einer weiteren Gaspipeline nach China unterschrieben, aber bauen wird es diese haupts\u00e4chlich von eigenem Geld). Und dabei kann der weltweit niedrige Erd\u00f6lpreis das Tempo des BIP-Zuwachses von China indirekt beschleunigen. Der zweite Faktor: Nach den Sanktionen wird der russische Binnenmarkt, wenn es nicht um ein Vollembargo auf bestimmte Waren geht, gerade f\u00fcr Waren aus China offen sein, die in diesem Fall faktisch eine alternativlose Wahl werden. Der dritte Faktor sind die Kredite, um die Russland bei China ersuchen wird. Und dementsprechend &#8211; ein Zugang zu russischen Aktiva im Austausch f\u00fcr diese Kredite (der erste solche Kredit in H\u00f6he von\u00a0etwa 10 Milliarden Dollar wurde Russland schon versprochen). Als Resultat: Russlands Wirtschaft (oder was davon im Falle eines Zerfalls \u00fcbrig bleibt) wird unter Chinas Kontrolle stehen, sowohl unter der Kontrolle staatlicher als auch privater Banken.<\/p>\n<p>Was die Geopolitik angeht, so bekommt China auf die eine oder andere Weise Zugang nach S\u00fcdsibirien: Wie im Falle eines hypothetischen Besatzungskrieges, so auch im Falle einer wirtschaftlichen Expansion unter Bedingungen der Krise in Russland selbst (zum Beispiel bekommt es Landst\u00fccke als Begleichung f\u00fcr die Kredite). Zumindest wurden die Szenarien einer Sibirien-Besatzung schon durchgearbeitet, und das nicht blo\u00df einmal. Wenn zu Zeiten der UdSSR der Konflikt um die Insel Damanski (<em>chin. Zhenbao Dao<\/em>) mit einem milit\u00e4rischen Sieg der Sowjetunion endete (wobei nach dem Friedensvertrag die Grenze trotzdem nochmal revidiert werden musste), so kann es nun umgekehrt sein: Russland besitzt nicht ausreichend kampff\u00e4hige und hochmobile Einheiten in Richtung China, und die Atomwaffen anzuwenden wird Russland nicht riskieren, wenn man nach der Dynamik jener Szenarien urteilt. Dieses Problem ist schon seit den 1990ern bekannt. Und wenn man noch die illegale Immigration von Chinesen in die Region Primorje und nach S\u00fcdsibirien in Betracht zieht, so ist das Szenario, das aus Spa\u00df &#8222;Sibirnasch&#8220; (<em>&#8222;Sibirien Unser&#8220;)<\/em> genannt wurde, nur eine Frage der Zeit. Das hei\u00dft, diese Ereignisverlauf-Variante, begonnen\u00a0als ein ethnischer Konflikt in Form vom &#8222;Schutz der Rechte der chinesischen Bev\u00f6lkerung&#8220; kann in einer Okkupation von Sibirien m\u00fcnden, und zwar von der russisch-kasachischen Grenze bis nach Wladiwostok. Wobei die wirtschaftliche Expansion doch wahrscheinlicher ist. Und es gibt noch Zentralasien, in dem Russland seinen Einfluss auch an China abtritt, zum Beispiel in Kirgisistan (geschweige denn davon, dass China Russland aus Afrika faktisch abgedr\u00e4ngt hat). Also ist der gr\u00f6\u00dfte Gewinner der jetzigen geopolitischen Situation gerade China.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Autor: <strong>Maxim Pobokin<\/strong>; Quelle:<a href=\"http:\/\/glavcom.ua\/articles\/25580.html\"> glavcom.ua<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>CC BY 4.0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von\u00a0Maxim Pobokin, einem Politologen F\u00fcr die Ukraine wie auch f\u00fcr die restliche zivilisierte Welt wurde das Verhalten&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":121,"featured_media":2335,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,131,3],"tags":[378,183,73,519,59,81,128,12,13],"class_list":["post-2321","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-expertenmeinungen","category-interviews","tag-china","tag-eu","tag-europa","tag-hybrider-krieg","tag-krieg","tag-krim","tag-nato","tag-russland","tag-ukraine"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime? - InformNapalm (Deutsch)<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime? - InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"von\u00a0Maxim Pobokin, einem Politologen F\u00fcr die Ukraine wie auch f\u00fcr die restliche zivilisierte Welt wurde das Verhalten...\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2015-01-11T00:52:41+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2019-01-13T10:00:14+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"730\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"525\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"kaspijka\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"kaspijka\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"16\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/\"},\"author\":{\"name\":\"kaspijka\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87\"},\"headline\":\"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime?\",\"datePublished\":\"2015-01-11T00:52:41+00:00\",\"dateModified\":\"2019-01-13T10:00:14+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/\"},\"wordCount\":3157,\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg\",\"keywords\":[\"China\",\"EU\",\"Europa\",\"Hybrider Krieg\",\"Krieg\",\"Krim\",\"NATO\",\"Russland\",\"Ukraine\"],\"articleSection\":[\"Aktuell\",\"Expertenmeinungen\",\"Interviews\/Meinungen\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/\",\"name\":\"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime? - InformNapalm (Deutsch)\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg\",\"datePublished\":\"2015-01-11T00:52:41+00:00\",\"dateModified\":\"2019-01-13T10:00:14+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg\",\"width\":730,\"height\":525},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime?\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/\",\"name\":\"InformNapalm (Deutsch)\",\"description\":\"OSINT, HUMINT, Analytik\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87\",\"name\":\"kaspijka\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g\",\"caption\":\"kaspijka\"},\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/author\/kaspijka\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime? - InformNapalm (Deutsch)","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime? - InformNapalm (Deutsch)","og_description":"von\u00a0Maxim Pobokin, einem Politologen F\u00fcr die Ukraine wie auch f\u00fcr die restliche zivilisierte Welt wurde das Verhalten...","og_url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/","og_site_name":"InformNapalm (Deutsch)","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24","article_published_time":"2015-01-11T00:52:41+00:00","article_modified_time":"2019-01-13T10:00:14+00:00","og_image":[{"width":730,"height":525,"url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"kaspijka","twitter_misc":{"Verfasst von":"kaspijka","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"16\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/"},"author":{"name":"kaspijka","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87"},"headline":"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime?","datePublished":"2015-01-11T00:52:41+00:00","dateModified":"2019-01-13T10:00:14+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/"},"wordCount":3157,"image":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg","keywords":["China","EU","Europa","Hybrider Krieg","Krieg","Krim","NATO","Russland","Ukraine"],"articleSection":["Aktuell","Expertenmeinungen","Interviews\/Meinungen"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/","name":"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime? - InformNapalm (Deutsch)","isPartOf":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg","datePublished":"2015-01-11T00:52:41+00:00","dateModified":"2019-01-13T10:00:14+00:00","author":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#primaryimage","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg","contentUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/lfk.jpg","width":730,"height":525},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-krim-wird-man-zurueckgeben-muessen-wozu-verdammte-sich-das-regime-von-putin\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Die Krim wird man zur\u00fcckgeben m\u00fcssen. Wozu verdammte sich Putins Regime?"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/","name":"InformNapalm (Deutsch)","description":"OSINT, HUMINT, Analytik","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87","name":"kaspijka","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g","caption":"kaspijka"},"url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/author\/kaspijka\/"}]}},"views":5034,"post_src":"<p style=\"text-align: right\"><em>von\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/glavcom.ua\/articles\/25580.html\">Maxim Pobokin<\/a><\/strong>, einem Politologen<\/em><\/p>\r\nF\u00fcr die Ukraine wie auch f\u00fcr die restliche zivilisierte Welt wurde das Verhalten Russlands auf der Krim zum wichtigsten au\u00dfenpolitischen Schockerlebnis 2014.\r\n\r\nFaktisch gleich nach Janukowytschs Flucht aus der Ukraine begannen\u00a0\"unbekannte\" S\u00f6ldner ukrainische Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte einzunehmen.\u00a0Und lasst uns nicht wieder dar\u00fcber reden, dass Anlass dieses Handelns angeblich die Abschaffung des Gesetzes \u00fcber den Status der russischen und anderen regionalen Sprachen gewesen sei. Wenn das ukrainische Parlament dies nicht getan h\u00e4tte, w\u00e4re der Aggressor gezwungen gewesen, sich einen anderen Anlass f\u00fcr die Okkupation auszudenken (zum Beispiel irgendeinen Terrorakt, f\u00fcr den die Krimtataren oder der \"Rechte Sektor\", dessen Vertreter es \u00fcbrigens nie auf der Krim gab, beschuldigt worden w\u00e4ren). Solche Operationen werden nicht als Improvisation ausgef\u00fchrt. Faktisch kann man sagen, dass man sich auf diese Aktion nicht weniger als drei Jahre vorbereitet hat. Zumindest berichteten manche Quellen im SBU, dass es unter Janukowytsch eine Absprache mit Putin \u00fcber ein gegenseitiges Moratorium\u00a0der Aufkl\u00e4rungsarbeit zwischen dem SBU und FSB gab. Blo\u00df,\u00a0wie wir sehen, wurde es nur von der ukrainischen Seite eingehalten, was die Arbeit der russischen Geheimdienste auf der Krim erheblich erleichterte.\r\n\r\nAndere Faktoren, wie die Auff\u00fcllung\u00a0der ukrainischen St\u00fctzpunkte mit prorussischen lokalen Einwohnern, allgemeine Desorganisation der Armeef\u00fchrung etc. haben auch ihre Rolle gespielt.\u00a0Und die damalige Ukraine h\u00e4tte bei all ihrem Wunschdenken die Krim vor der Okkupation durch Russland nicht sch\u00fctzen k\u00f6nnen - es gab einfach nicht genug ihrem Schwur treue Einheiten, und die internationale Gemeinschaft realisierte damals noch nicht, was denn eigentlich passiert war und wer da gegen wen Krieg f\u00fchrt. Denn die \"gr\u00fcnen M\u00e4nnchen\" haben weder Schulterklappen noch Abzeichen getragen.\u00a0Allem Anschein nach hatte Wladimir Putin w\u00e4hrend der Krim-Annexion zwei Hauptmotive: die Ukraine nicht in die NATO zu lassen (formal kann ein Land mit solchen territorialen Problemen nicht Mitglied der Allianz werden) und in der Geschichte als ein Mensch zu bleiben, der die Wiederauferstehung Russlands in den Grenzen des Russischen Imperiums begonnen hat.\r\n<h2><strong>Russland: Die Krim ist unser, der Donbas ist Euer, aber wir haben damit nichts zu tun.\u00a0<\/strong><\/h2>\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/20141018_krym_t.jpg\"><img class=\" size-full wp-image-2333 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/20141018_krym_t.jpg\" alt=\"20141018_krym_t\" width=\"250\" height=\"180\" \/><\/a>Nach einem \u00e4hnlichen Szenario und mit \u00e4hnlichen Motiven verlief auch die Entfaltung des angeblichen Separatismus im Donbas.\r\nVor dem Auftauchen von russischen S\u00f6ldnern auf dem Festland der Ukraine h\u00e4tte man sich mit den Anf\u00fchrern der Separatisten (Purgin, Puschilin etc.) noch irgendwie einigen k\u00f6nnen.\u00a0Denn sie waren wenigstens lokale Einwohner und wollten nur Autonomie (sprich': unkontrolliertes \"Zers\u00e4gen\" des Budgets und die Abwesenheit jeglichen Kampfes gegen Korruption im Donbas).\u00a0Im Grunde war es in der ersten Phase ein Aufstand der lokalen Elite, die sich um den Verlust der warmen Pl\u00e4tzchen auf den Finanzfl\u00fcssen f\u00fcrchtete.\u00a0Zum Beispiel war der erste Anf\u00fchrer der \"LVR\", Bolotow, die rechte Hand des ber\u00fchmten Luhansker \"Regionalf\u00fchrers\" Jefremow.\u00a0Aber nach dem Auftauchen der Gruppe von Igor Girkin, des kaukasischen Bataillons \"Osten\" (\"Wostok\") oder der sogenannten \"Donsker Kosaken\" ist es unm\u00f6glich geworden, \u00fcber einen \"lokalen Charakter\" der Ereignisse zu sprechen.\u00a0Genau das nennt man auch hybriden Krieg: Wenn die Geheimdienste eines anderen Staates die auf unser Territorium eingeschleusten terroristischen Banden anleiten und die \u00f6rtlichen Gesetzesvertreter diese Leute als \"eigene\" unterst\u00fctzen.\u00a0Wie es scheint, wurde der Plan \"Neurussland\" auch nicht erst seit einem Jahr vorbereitet - zumindest haben der FSB und GRU genug Agenten unter den lokalen Gesetzesvertretern rekrutieren k\u00f6nnen.\u00a0Und dass es sich nur auf die Krim und Teile der Luhansker und Donezker Gebiete beschr\u00e4nkte, ist ein gro\u00dfes Gl\u00fcck f\u00fcr die ukrainische Regierung. Es h\u00e4tte auch schlimmer kommen k\u00f6nnen - wenn wir zum Beispiel die Bildung einer \"Charkiwer Volksrepublik\" zugelassen h\u00e4tten.\r\n\r\nUnd nun, nachdem Russland den \u00f6stlichen Teil des Donbas mit S\u00f6ldnern (von denen ein bedeutender Teil regul\u00e4re russische Milit\u00e4rs sind) und Waffen geflutet hat, nachdem es die Infrastruktur der Region zerst\u00f6rt hat (hier geht es sowohl um\u00a0Verluste infolge der Kriegshandlungen als auch darum, wie ganze Betriebshallen und sogar ganze Fabriken abtransportiert wurden) - nun m\u00f6chte Russland, dass die Ukraine diese Region wie fr\u00fcher unterh\u00e4lt. Also Renten, L\u00f6hne, Zusch\u00fcsse f\u00fcr die Fabriken zahlt, die Kohle f\u00fcr den Preis einkauft, der von den S\u00f6ldnern vorgegeben wird, Reparaturen von Geb\u00e4uden in den besetzten Territorien bezahlt. Im Gro\u00dfen und Ganzen\u00a0schlie\u00dft das alles jener \"Plan Surkows\" mit ein, \u00fcber den \"Glavkom\" schon mal geschrieben hat: Die Wirtschaft der Ukraine mithilfe Korruption, Manipulationen mit Energieressourcen und\u00a0N\u00f6tigung\u00a0zur Finanzierung der okkupierten Territorien zu zerst\u00f6ren.\r\n\r\nWobei der Druck der Sanktionen und\u00a0der Absturz der internationalen Erd\u00f6lpreise darauf hoffen l\u00e4sst, dass Russland selbst bald ganz andere Sorgen hat, als die Ukraine \"zum Unterhalt des Donbas zu n\u00f6tigen\". Abgesehen von der Krim, die Russland nun selbst zu versorgen hat. Alles in allem ist Russland, indem es einen Teil der Ukraine okkupiert hat, in eine geopolitische Falle getreten. Aus der es faktisch nur herauskommen kann, wenn es die Krim zur\u00fcckgibt, sich dem Vorgehen\u00a0der Ukraine hinsichtlich\u00a0der Wiederherstellung von Verfassungsordnung im Donbas nicht widersetzt und Reparationen\u00a0an die Ukraine f\u00fcr den zerst\u00f6rten Donbas zahlt. Aber f\u00fcr das Regime von Wladimir Putin stellt dies einen Selbstmord dar, der mit dem Zerfall des Landes droht. Die Zeit ist offensichtlich auch nicht auf Russlands Seite, das wegen der Sanktionen immer mehr Geld verliert. Eine Fortf\u00fchrung der Offensive mit den Kr\u00e4ften von Separatisten und der regul\u00e4ren Armee , die sich zurzeit im Donbas befinden, f\u00fchrt aber ebenso zu einem Selbstmord: Wenn Russland den milit\u00e4rischen Druck erh\u00f6ht, werden die USA ins Spiel kommen, die die Ukraine als Priorit\u00e4tsverb\u00fcndete au\u00dferhalb der NATO-Struktur anerkannt haben.\r\n<h2><strong>UNO: \"Der Zerfall der St\u00fctzen'<\/strong><\/h2>\r\nIm letzten Jahr ist klar geworden, dass das System der internationalen Weltsicherheit, das nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erschaffen wurde, seine Aufgaben nicht mehr bew\u00e4ltigen kann.\u00a0Obwohl es ein \"erstes Klingeln\" schon in den 1990er Jahren gab (im Konflikt auf dem Balkan), ist es jetzt klar geworden, dass die UNO auf direkte Art und Weise nur dort effektiv eingreifen kann, wo permanente Mitglieder des UN-Sicherheitsrats nicht in den Konflikt involviert sind.\u00a0Also irgendwo an der Peripherie der Welt (zum Beispiel in Sierra-Leone).\u00a0Der Hauptgrund f\u00fcr eine derartige Schwerf\u00e4lligkeit ist das extrem sperrige\u00a0System der Beschlussfassung und der Missbrauch des Vetorechts durch st\u00e4ndige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats (speziell Russland) sowie das Fehlen von festen\u00a0Friedenskr\u00e4ften, die der UNO unmittelbar unterstellt sind.\u00a0Mehr noch, in der UNO als Organisation, die zur Unterst\u00fctzung des Weltsicherheitssystems bestimmt ist, war nicht miteingerechnet, dass eines der st\u00e4ndigen Mitglieder des Sicherheitsrats dieses System durch seine Handlungen\u00a0unterminieren wird.\u00a0Das Resultat: Alle sehen alles, k\u00f6nnen aber gegen ein Aggressorland, das \u00fcber Atomwaffen verf\u00fcgt, nichts tun.\u00a0Nichts, au\u00dfer verurteilenden Resolutionen und dem Ausdruck ihrer Besorgnis\u00a0kann diese Organisation den Opfern einer Aggression\u00a0anbieten.\r\n\r\nDarum wird die UNO entweder gezwungen, radikale Schritte wie einen Entzug des Vetorechts von den st\u00e4ndigen Mitgliedern des Sicherheitsrats vorzunehmen, oder sie wird endg\u00fcltig beerdigt - als Organisation, die keinerlei Einfluss auf die Weltprozesse hat. An ihrer Stelle\u00a0werden solche regionale Strukturen und Milit\u00e4rb\u00fcndnisse an Kraft gewinnen, die entsprechende Ressourcen haben (und zwar vereinigte Streitkr\u00e4fte) und die f\u00e4hig sind, Entscheidungen weitaus operativer zu treffen.\r\n<h2><strong>Die USA und die NATO: Das Erwachen aus dem Traum<\/strong><\/h2>\r\nIn den letzten Jahren sind die NATO-Kr\u00e4fte in Europa nur kleiner geworden: Erstens, wegen der Politik der Kostenverringerung f\u00fcr die Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte und zweitens, weil die Wahrscheinlichkeit eines gro\u00dfangelegten milit\u00e4rischen Konflikts in Europa nach der L\u00f6sung der Balkan-Krise mit jedem Jahr geringer wurde. Der Krieg in Georgien 2008 wurde \u00e4u\u00dferst unseri\u00f6s wahrgenommen: Erstens, wegen seiner Peripherit\u00e4t, zweitens weil damals die russische Sicht\u00a0sogar in den unabh\u00e4ngigen Medien \u00fcberhand genommen hat (faktisch sah die Welt den \"Krieg 08.08.08\" mit Russlands Augen an und niemand wollte die Beziehungen zum Kreml vereiteln). Die Aufmerksamkeit der NATO wurde auf den Nahen Osten gelenkt - Irak, Lybien, Syrien. Und Russland galt eher als berechenbarer Partner (unter anderem auch als Partner, mit dem man sich bez\u00fcglich der\u00a0Konflikte im Nahen Osten einigen kann) und nicht als m\u00f6glicher Gegner - und von diesem Standpunkt aus machte es keinen Sinn, so viele Kr\u00e4fte in Europa zu halten. Zum Beispiel wurden die Panzerkr\u00e4fte stark reduziert, speziell in Deutschland sind mehrere Einheiten\u00a0aufgel\u00f6st worden.\r\n\r\nNun sind die USA aber wieder gezwungen, motorisierte\u00a0und gepanzerte Einheiten in Europa zu stationieren (zus\u00e4tzlich zu den lokalen Armeekr\u00e4ften), im Rahmen der gemeinsamen\u00a0milit\u00e4rischen NATO-Politik. Als man den Konflikt im Donbas analysierte, ist das NATO-Kommando zu dem Schluss gekommen, dass - einfach ausgedr\u00fcckt- dieser Krieg kein Krieg ist, in dem man nur mit Luftwaffe, Raketentruppen und hochpr\u00e4ziser Infanteriewaffe\u00a0auskommen kann. Wenn man von einem hypothetischen Konflikt zum Beispiel im Baltikum spricht, so gab es da au\u00dfer infanteristischen\u00a0Panzerabwehrmtteln bis vor kurzem gar nichts, was russische Panzer h\u00e4tte stoppen k\u00f6nnen, geschweige denn irgendeinen Gegenangriff zu unternehmen. Darum werden jetzt auch \"schwere\" NATO-Einheiten nicht nur in Westeuropa, sondern auch in Osteuropa entfaltet; es werden Seeman\u00f6ver\u00a0im Schwarzen Meer abgehalten. Um so mehr, weil ausgerechnet die NATO nach der neuen russischen Milit\u00e4rdoktrin der wichtigste wahrscheinliche Gegner ist.\r\n\r\nOb die NATO sich in den russisch-ukrainischen Konflikt einmischen wird? Bei der jetzigen Dynamik wird es eine direkte Einmischung wohl nicht geben. Wenn aber Russland anf\u00e4ngt, sich einen \"Korridor\" auf die Krim durchzuschlagen, parallel in Richtung Charkiw und Tschernihiw vorsto\u00dfen... Dann ist eine Einmischung an zwei Fronten gleichzeitig nicht ausgeschlossen: der eigentlichen europ\u00e4ischen (die Ukraine und baltische Staaten) und der asiatischen (Ferner Osten). Analog wird man im Falle von bewaffneten Provokationen seitens Russlands im Baltikum vorgehen, falls Russland sich zu so einem Schritt entschlie\u00dfen sollte (Zumindest begann man im Herbst genau dort neue motorisierte und gepanzerte NATO-Abteilungen aufzustellen und einen Teil der Luftwaffe dorthin zu verlegen). Die einzige Frage ist: Was macht man mit der M\u00f6glichkeit eines Atomschlages (rein theoretisch wird man mit dem ersten Raketenschlag die oberiridischen St\u00fctzpunkte zerst\u00f6ren k\u00f6nnen, aber es bleiben U-Boote zum Beispiel), wenn die Verl\u00e4sslichkeit der Raketenabwehrsysteme noch immer nicht vollst\u00e4ndig\u00a0gepr\u00fcft wurde? Darum, als eine Variante, wird der Krieg an den Grenzen jener Staaten stocken, in die es Russland schafft einzudringen - einen gro\u00dfangelegten Gegenangriff auf das Territorium Russlands wird es aber nicht geben. Stattdessen ist eine See- und Luftblockade (mit Kr\u00e4ften der Schiffsluftabwehr) der Krim durch die NATO (ein Teil der 6. Flotte der USA, Flotte der T\u00fcrkei) m\u00f6glich. Parallel zu wachsenden Sanktionen kann es Russland zu Konzessionen gegen\u00fcber der Ukraine und Transnistrien zwingen, darunter auch zu einem Verzicht auf die Krim. Der Blitzkrieg seitens der NATO ist dagegen viel unwahrscheinlicher, denn die Risiken einer unvollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung vom Atomwaffenpotential und dementsprechend das Risiko eines Gegenanschlags bleiben bestehen (obwohl viele russische Milit\u00e4rexperten die amerikanischen und europ\u00e4ischen Raketenabwehrsysteme als hocheffektiv einstufen). Den meisten Einsch\u00e4tzungen zufolge, wenn man den Atomwaffenfaktor au\u00dfer Acht l\u00e4sst, kann die regul\u00e4re US-Armee die russische Armee im Alleingang in 1-2 Monaten besiegen, wobei der gr\u00f6\u00dfte Schaden bereits\u00a0in der ersten Woche zugef\u00fcgt sein wird.\r\n\r\nWas die USA selbst angeht, so haben gerade sie damit gerechnet, dass - solange Russland auf der Krim und im Donbas stecken bleibt und sich wie ein Aggressor verh\u00e4lt - sie immer weitere Sanktionen gegen dieses verh\u00e4ngen k\u00f6nnen, Paket f\u00fcr Paket. Um Russland soweit zu schw\u00e4chen, dass ein erforderliches milit\u00e4risches Eingreifen in die L\u00f6sung der \"ukrainischen Frage\" minimal wird. Ein Geb\u00e4ude muss man sehr sorgf\u00e4ltig zerst\u00f6ren, um selber durch seinen Tr\u00fcmmerschutt keinen Schaden zu nehmen. Wenn man Russland vom Feld des geopolitischen Spiels r\u00e4umt, muss man gleichzeitig alle seine m\u00f6glichen Verb\u00fcndeten auf die eigene Seite ziehen. Sogar solche wie Iran oder Kuba: Nicht umsonst ist dieses Jahr die Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Kuba passiert, und Iran wurde von den Einschr\u00e4nkungen auf den Erd\u00f6l-Export befreit. Ja, Barak Obama ist von seiner Rhetorik her sehr friedfertig und vermeidet Invektive in Russlands Richtung, aber wozu soll man sich beeilen, wenn man zuerst ein \"Netz\" an Verb\u00fcndeten spinnen und sich auf gemeinsame Handlungen einigen muss, und erst dann den Gegner allm\u00e4hlich kaputtmacht? Darum wurde auch der Algorithmus einer langsamen Erstickung mithilfe der Sanktionen beschlossen\u00a0(wobei Russland die Chance gegeben wird, auf ihre Ausgangspositionen, was die Krim und den Donbas betrifft, zur\u00fcckzukehren). Wenn es nicht wirkt, f\u00fchren wir st\u00e4rkere Sanktionen ein. Hilft nicht? Helfen wir der Ukraine mit Waffen und Wehrexperten. Hilft immernoch nicht? Veranstalten wir eine Seeblockade der Krim usw. Au\u00dferdem, wenn die USA jetzt ernsthaft die Islamisten-Stellungen des IS angreifen, gibt es die Wahrscheinlichkeit, dass diese ihre Aufmerksamkeit auf den Kaukasus als eine viel bequemere und sicherere Gegend f\u00fcr ihre Stationierung lenken, als Syrien oder Irak es sind. Also, aus einem Feind werden sie zu einem Instrument f\u00fcr die Destabilisierung der Situation in Russland.\r\n<h2><strong> EU: Unerwartete Entschlossenheit<\/strong><\/h2>\r\n[caption id=\"attachment_318\" align=\"alignright\" width=\"300\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n.jpg\"><img class=\"wp-image-318 size-medium\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/09\/10300983_764271026938404_5097280918011551073_n-300x300.jpg\" alt=\"10300983_764271026938404_5097280918011551073_n\" width=\"300\" height=\"300\" \/><\/a> Karikatur von Jolkin[\/caption]\r\n\r\nIm Fr\u00fchling 2014 meinte die Mehrheit der Experten, dass die Einmischung der EU in den russisch-ukrainischen Konflikt nur verbal\u00a0sein wird.\u00a0Es wurde erwartet, dass die EU-L\u00e4nder ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen nicht \u00fcberschreiten k\u00f6nnen und Russland erlauben werden, mit der Ukraine machen zu d\u00fcrfen, was auch immer es sich w\u00fcnscht.\u00a0Aber so war das nicht. Es geht nicht mal um Prinzipien des internationalen Rechts, sondern um eine elementare Fehlkalkulation der Risiken.\u00a0Denn Instabilit\u00e4t in einem europ\u00e4ischen Land, selbst wenn es an der Peripherie liegt und gerade erst begonnen hat, sich in die Wirtschaft der EU zu integrieren (gemeint ist nat\u00fcrlich die Unterzeichnung des Abkommens Ukraine-EU), wird sich auf andere L\u00e4nder auswirken: in Form von Fl\u00fcchtlingen, organisiertem Verbrechen, Drogenhandel usw.\u00a0Aus dem Konflikt am Balkan wurden entsprechende Schl\u00fcsse gezogen: Einen Krieg auf dem europ\u00e4ischen Territorium braucht keiner.\u00a0Besonders wenn man davon spricht, dass alle europ\u00e4ischen Schl\u00fcsselpolitiker schon im Sommer wussten, dass Russland\u00a0hinter der sogenannten \"Volkswehr\" im Donbas steht.\u00a0Verst\u00e4rkt wurde diese Gewissheit durch die Katastrophe mit der Boeing MH-17: So sehr Russland auch versucht hat, die Ukraine deswegen zu beschuldigen, wies die Mehrheit der Indizien doch auf eine russische \"BUK\" hin, die der \"Volkswehr\" \u00fcbergeben worden war.\u00a0Selbstverst\u00e4ndlich ist dann ein Verzicht auf die Einf\u00fchrung von Sanktionen gegen ein Land, das den Terroristen auch Atomwaffen zu liefern f\u00e4hig ist, ein Selbstmord, fehlender Selbstrespekt, und \u00fcberhaupt: Wie kann man jemandem trauen, der dich zu t\u00f6ten beabsichtigt?\r\n\r\nUnd eine solche Wahrscheinlichkeit gab es durchaus und sie besteht sogar noch immer, zumindest kann man eine Konfliktversch\u00e4rfung nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Moldau, Lettland, Litauen und Estland erwarten. Unter dem Risiko einer Invasion stehen auch Finnland, Rum\u00e4nien und Polen. Ganz zu schweigen davon, dass\u00a0die Verbindungen der ultrarechten europ\u00e4ischen Extremisten zu russischen Geheimdiensten allen lokalen\u00a0Sicherheitsdiensten bekannt sind. Darum ist die EU in Bezug auf die Ukraine so prinzipiell vorgegangen: Sie hat zum Beispiel auf den \"S\u00fcdstrom\" verzichtet, f\u00fchrt immer neuere Sanktionspakete gegen Russland faktisch im Einklang mit den USA ein. Besonders erstaunlich war hier die Wendung von Deutschland: Aus einem Verb\u00fcndeten und dem gr\u00f6\u00dften Handelspartner Russlands ist es zu einem seiner konsequentesten Opponenten in der ukrainischen Frage geworden. Und die Angebote an die EU zur Zerteilung der Ukraine (nach dem Schema von Jugoslawien oder Nachkriegsdeutschland) wurden als Irrsinn wahrgenommen, denn da drau\u00dfen ist l\u00e4ngst kein XX. Jahrhundert mehr. Wor\u00fcber soll man hier reden, wenn ein Land, das provisorisch gesagt als die \"Tankstelle\" galt, nun versucht, seine Bedingungen bez\u00fcglich einer EU-Erweiterung aufzuzwingen und sogar die Karte Europas ein weiteres Mal neuzuzuschneiden?\r\n<h2><strong>China: Wem fallen die Gewinne zu?<\/strong><\/h2>\r\nEine bedeutende Schw\u00e4chung der Positionen Russlands infolge des Krieges und der Sanktionen ist besonders f\u00fcr China sehr vorteilhaft. Sowohl vom Standpunkt der Geopolitik, als auch vom banalen Standpunkt der Wirtschaft aus. Der erste Faktor: Das billigere russische Erd\u00f6l und Gas, die au\u00dfer China in diesem Umfang niemand kaufen wird (Russland hat \u00fcbrigens schon im Sommer einen Vertrag f\u00fcr den Bau einer weiteren Gaspipeline nach China unterschrieben, aber bauen wird es diese haupts\u00e4chlich von eigenem Geld). Und dabei kann der weltweit niedrige Erd\u00f6lpreis das Tempo des BIP-Zuwachses von China indirekt beschleunigen. Der zweite Faktor: Nach den Sanktionen wird der russische Binnenmarkt, wenn es nicht um ein Vollembargo auf bestimmte Waren geht, gerade f\u00fcr Waren aus China offen sein, die in diesem Fall faktisch eine alternativlose Wahl werden. Der dritte Faktor sind die Kredite, um die Russland bei China ersuchen wird. Und dementsprechend - ein Zugang zu russischen Aktiva im Austausch f\u00fcr diese Kredite (der erste solche Kredit in H\u00f6he von\u00a0etwa 10 Milliarden Dollar wurde Russland schon versprochen). Als Resultat: Russlands Wirtschaft (oder was davon im Falle eines Zerfalls \u00fcbrig bleibt) wird unter Chinas Kontrolle stehen, sowohl unter der Kontrolle staatlicher als auch privater Banken.\r\n\r\nWas die Geopolitik angeht, so bekommt China auf die eine oder andere Weise Zugang nach S\u00fcdsibirien: Wie im Falle eines hypothetischen Besatzungskrieges, so auch im Falle einer wirtschaftlichen Expansion unter Bedingungen der Krise in Russland selbst (zum Beispiel bekommt es Landst\u00fccke als Begleichung f\u00fcr die Kredite). Zumindest wurden die Szenarien einer Sibirien-Besatzung schon durchgearbeitet, und das nicht blo\u00df einmal. Wenn zu Zeiten der UdSSR der Konflikt um die Insel Damanski (<em>chin. Zhenbao Dao<\/em>) mit einem milit\u00e4rischen Sieg der Sowjetunion endete (wobei nach dem Friedensvertrag die Grenze trotzdem nochmal revidiert werden musste), so kann es nun umgekehrt sein: Russland besitzt nicht ausreichend kampff\u00e4hige und hochmobile Einheiten in Richtung China, und die Atomwaffen anzuwenden wird Russland nicht riskieren, wenn man nach der Dynamik jener Szenarien urteilt. Dieses Problem ist schon seit den 1990ern bekannt. Und wenn man noch die illegale Immigration von Chinesen in die Region Primorje und nach S\u00fcdsibirien in Betracht zieht, so ist das Szenario, das aus Spa\u00df \"Sibirnasch\" (<em>\"Sibirien Unser\")<\/em> genannt wurde, nur eine Frage der Zeit. Das hei\u00dft, diese Ereignisverlauf-Variante, begonnen\u00a0als ein ethnischer Konflikt in Form vom \"Schutz der Rechte der chinesischen Bev\u00f6lkerung\" kann in einer Okkupation von Sibirien m\u00fcnden, und zwar von der russisch-kasachischen Grenze bis nach Wladiwostok. Wobei die wirtschaftliche Expansion doch wahrscheinlicher ist. Und es gibt noch Zentralasien, in dem Russland seinen Einfluss auch an China abtritt, zum Beispiel in Kirgisistan (geschweige denn davon, dass China Russland aus Afrika faktisch abgedr\u00e4ngt hat). Also ist der gr\u00f6\u00dfte Gewinner der jetzigen geopolitischen Situation gerade China.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<em>Autor: <strong>Maxim Pobokin<\/strong>; Quelle:<a href=\"http:\/\/glavcom.ua\/articles\/25580.html\"> glavcom.ua<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em>\r\n\r\nCC BY 4.0","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/121"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2321"}],"version-history":[{"count":37,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2321\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29236,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2321\/revisions\/29236"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2335"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}