{"id":2606,"date":"2015-01-31T14:04:50","date_gmt":"2015-01-31T14:04:50","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=2606"},"modified":"2015-02-15T02:56:58","modified_gmt":"2015-02-15T02:56:58","slug":"anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/","title":{"rendered":"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls"},"content":{"rendered":"<p><em>&#8222;Ein Land, das seine eigenen politischen Analytiker nicht ern\u00e4hren will, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die fremden ern\u00e4hren m\u00fcssen.&#8220;\u00a0<\/em>A. Kurtow &#8211; Chefredakteur der Zeitschrift &#8222;Probleme der nationalen Strategie&#8220;, f\u00fchrender Experte von RISS<\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5\">ein Artikel von <strong>A.Sytin<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"line-height: 1.5\">Die Tatsache, dass die Ereignisse in der Ukraine f\u00fcr Russland eine \u00dcberraschung waren, ist nichts Besonderes. Revolutionen, insbesondere in den Nachbarl\u00e4ndern, passieren immer pl\u00f6tzlich. Wichtig ist, dass diese Ereignisse f\u00fcr das putinsche Russland zum Ausl\u00f6ser einer tiefen Krise, wenn nicht gar einer Katastrophe, wurden. Ich wage es nicht, ihre wahren Formen, Ausma\u00dfe und vor allem Dauer vorherzusagen, aber wenn ich im Fr\u00fchjahr und Sommer letzten Jahres noch von der Krise des &#8222;Regimes&#8220; sprach, so kann man heute vom \u00dcbergang dieser Krise in die globale Talfahrt, die in eine Katastrophe f\u00fchren kann, reden.<\/span><\/p>\n<p>Zur Grundlage dieses Prozesses wurde die Kette aus fehlerhaften, t\u00f6dlichen, verh\u00e4ngnisvollen Entscheidungen des &#8222;Regimes&#8220;, vor allem im Bereich der Au\u00dfenpolitik. Angefangen bei den Vorbereitungen zum Gipfeltreffen der &#8222;\u00d6stlichen Partnerschaft&#8220; in Vilnius im Herbst 2013 hat sich die Situation nach der Logik des Zugzwanges entwickelt. Diese Ereignisse sind wohlbekannt, und teilweise werden wir im Laufe des Gespr\u00e4chs darauf zur\u00fcckkommen. Aber zuerst m\u00f6chte ich etwas anderes ansprechen.<\/p>\n<p>Berechtigt ist die Frage, wie es m\u00f6glich war, solche Entwicklungen zuzulassen, ohne ihren Verlauf und insbesondere ihre Folgen vorherzusehen. Man kann das nat\u00fcrlich auf den Massenwahn schieben, auf den Einfluss der Medien, die Verdummung und die Gehirnw\u00e4sche. Wir m\u00f6chten aber im Rahmen der rationalen Logik bleiben, denn solche Postulate werden uns nicht zufriedenstellen.<\/p>\n<p>In jedem Land existiert das sogenannte politische Expertenumfeld. Man kann die eine oder andere Meinung \u00fcber dieses Umfeld und seine einzelnen Vertreter haben, aber man muss zugeben, dass sie in der modernen Gesellschaft und Politik eine gewichtige Rolle spielen. Ihre Berufung ist nicht nur die aktuellen Ereignisse zu verfolgen, sie zu analysieren und die vielf\u00e4ltigen, machmal widerspr\u00fcchlichen Informationen zu verarbeiten, sondern sie auch den Machthabern und Entscheidungstr\u00e4gern zu pr\u00e4sentieren. Die Experten m\u00fcssen begr\u00fcndete Empfehlungen aussprechen, m\u00f6gliche Entwicklungsszenarien berechnen, und letztendlich ununterbrochen mit ihren ausl\u00e4ndischen Kollegen kommunizieren, denn im Rahmen der Expertenkommunikation, Konferenzen, Meinungsaustauschs in den Fachkreisen \u00e4u\u00dfert man solche Meinungen, die sich weder Diplomaten noch Geheimdienstler erlauben k\u00f6nnen. Durch das Expertenmilieu k\u00f6nnen politische Kr\u00e4fte verschiedener Seiten der internationalen Beziehungen dem jeweiligen Kontrahenten leichter ihre inoffizielle Sicht der Dinge kommunizieren, die noch nicht die Form der diplomatischen Noten und misslungen-katastrophalen Reden der Pr\u00e4sidenten und Au\u00dfenminister angenommen hat.<\/p>\n<p>So m\u00fcsste es sein. Aber in der Praxis ist es immer ein bisschen anders. Unter den russischen Bedingungen mischt sich immer der ber\u00fcchtigte menschliche Faktor ein. Idealerweiser muss ein Experte das sagen und schreiben, was er denkt. Wenn er beginnt, das zu sagen und zu schreiben, was man von ihm h\u00f6ren will, und seine analytischen F\u00e4higkeiten daf\u00fcr einsetzt, dem Standpunkt der F\u00fchrungsspitzen zu entsprechen und in den Trend zu passen, so ist er kein Experte mehr. Seine Hauptfunktion erf\u00fcllt er nicht. Au\u00dferdem beginnt die Spirale der L\u00fcgen und T\u00e4uschung sich zu drehen &#8211; die F\u00fchrung liest das, was ihr gef\u00e4llt, und glaubt (ich wei\u00df nicht, wie aufrichtig), dass ihre Sicht der Dinge durch die Meinung der Experten unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Eine der wichtigsten Expertenplattformen ist das der \u00d6ffentlichkeit wenig bekannte Russische Institut der Strategischen Studien (RISS), in dem der Autor dieser Zeilen \u00fcber 10 Jahre gearbeitet hat. Versteckt in den Tiefen des Schlafbezirks im Dreieck aus Flotskaja, Festivalnaja und Onezhskaja Stra\u00dfen in Moskau, geh\u00f6rte dieses Institut bis 2009 zum russischen Auslandsnachrichtendienst (SWR). Seine Aufgabe war Erforschung und Analyse der \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen \u00fcber die russische Au\u00dfenpolitik und internationale Beziehungen. Jegliche Anfl\u00fcge von geopolitischen Fantasien, Ideologie, freien Interpretationen und Deutungen waren in dieser Situation ausgeschlossen. Nur Fakten, Zusammenfassungen, Schlussfolgerungen, in seltenen, speziell besprochenen F\u00e4llen Empfehlungen, die ganz allgemein gehalten wurden.<\/p>\n<p>Alles \u00e4ndert sich, als im Fr\u00fchjahr 2009 RISS aus dem SWR ausgegliedert und zu einer Struktur umformatiert wurde, deren Gr\u00fcnder und Hauptkunde die russische Pr\u00e4sidialverwaltung war. In den Dokumenten, die die Ziele der Institution bestimmen, tauchte eine Erg\u00e4nzung auf &#8211; zu der informativ-analytischen Unterst\u00fctzung der Arbeit der entsprechenden Regierungsbeh\u00f6rden kam die ideologisch-propagandistische dazu. Diese so scheinbar unbedeutende Tatsache hatte schwerwiegende Folgen. Die Institutsf\u00fchrung wurde ausgetauscht. Als Institutsdirektor wurde ein pensionierter Generalleutnant des SWR eingesetzt, der fr\u00fcher die Informationsanalytische Abteilung geleitet, und noch fr\u00fcher den Balkan-Zweig des Auslandsnachrichtendienstes unter sich gehabt hat (Bulgarien, das ehemalige Jugoslawien, Griechenland) &#8211; Leonid Reschetnikow.<\/p>\n<p>Die Ernennung schien logisch und begr\u00fcndet. Aber L. Reschetnikow brachte nicht die typische, milit\u00e4risch genaue Organisation der informationsanalytischen Arbeit, sondern ganz andere Prinzipien. Schon w\u00e4hrend seiner Arbeit auf dem Balkan wurde er &#8222;gl\u00e4ubig&#8220;. Diese Ver\u00e4nderung, die bei einem alternden und sehr kr\u00e4nklichen Menschen im allgemeinen verst\u00e4ndlich ist, verlief bei ihm fast klinisch. Bei dem ehemaligen General des Ersten Direktorats des KGB und Kommunisten L. Reschetnikow hat sie die extreme Form der Begeisterung f\u00fcr Wei\u00dfe Bewegung, Wei\u00dfe orthodoxe Idee, geistliche und territoriale Auferstehung des Imperiums angenommen. Seine Hauptaufgabe im Leben wurde die Errichtung eines Pantheons f\u00fcr die Wei\u00dfgardisten, die von der Krim geflohen sind und ihr Lager auf der griechischen Insel Lemnos aufgeschlagen haben, wo sie infolge des Hungers und schlechter Lebensbedingungen fast vollst\u00e4ndig ausgestorben sind. Die unschuldige Leidenschaft eines \u00e4ltlichen Rentners f\u00fcr die Geschichte der Wei\u00dfen Garde wurde zu einer Ursache f\u00fcr das gro\u00dfe analytische Fiasko.<\/p>\n<p>Allm\u00e4hlich tauchten im Institut neue Leute auf, die sich die B\u00e4rte wachsen lie\u00dfen und sorgf\u00e4ltig versuchten, Manieren der Offizieren-Wei\u00dfgardisten zu kopieren, die sie den alten Sowjetischen Filmen, wie &#8222;Der Adjutant seiner Exzellenz&#8220;, abgeguckt haben; die ihre orthodoxe Gl\u00e4ubigkeit dadurch \u00f6ffentlich demonstrierten, dass sie Ikonen \u00fcber ihrem Arbeits-PC aufh\u00e4ngten und sich in der Institutskantine \u00fcber ihrem Teller Suppe eifrig bekreuzigten. Diejenigen, die schon l\u00e4nger dort arbeiteten, \u00fcbernahmen diese Attit\u00fcden, und auf meinen Spott anworteten sie, dass sie &#8222;beim alten Regime&#8220; ihre orthodox-imperialistisch-wei\u00dfgardistischen Ansichten sorgf\u00e4ltig verborgen gehalten haben. F\u00fcr die &#8222;Erforschung&#8220; der Fragen der Wei\u00dfen Bewegung und das \u00dcberwinden der &#8222;F\u00e4lschung der russischen Geschichte&#8220; gr\u00fcndete man (auf Kosten der Pr\u00e4sidialverwaltung, also aus der Staatskasse) das Zentrum der geisteswissenschaftlichen Forschungen. Geleitet wurde es von einem Kenner der Werke von Lew Tichomirow, Michail Smolin und Petr Multatuli &#8211; einem Nachkommen des Kochs der Zarenfamilie, der mit ihr zusammen im Hause des Ingenieurs Ipatjew im Sommer 1918 erschossen wurde. Nachdem er in den Zeiten des &#8222;Gangster-Petersburg&#8220; Anfang der 90-er als Fahnder bei der Sankt-Petersburger Polizei gearbeitet hat, wurde er zu einem Experten f\u00fcr die Geschichte der Regierungszeit von Nikolai II, als er seine Bestimmung darin gefunden hat, das heilige Andenken an den M\u00e4rtyrer-Zaren unter den breiten Massen wiederzubeleben. Parallel dazu startete das Institut rege Aktivit\u00e4ten im Bereich Verlagswesen, Fernsehen und Internet mit einer orthodox-monarchistischen Ausrichtung. P. Multatuli wurde zum offiziellen Favoriten und Redenschreiber des Institutsdirektors. Zusammen mit L. Reschetnikow, M. Smolin, A. Bochanow und K. Malofejew unterzeichnete er ein Schreiben an den Pr\u00e4sidenten mit dem Appel, die besondere Rolle der Orthodoxie in der Verfassung zu verankern. Bei einem Institutsbankett erkl\u00e4rte L. Reschetnikow: &#8222;Multatuli ist ein Heiliger! Ich sehe seinen Heiligenschein. Ihr k\u00f6nnt den nicht sehen, weil ihr S\u00fcnder und nicht genug gl\u00e4ubig seid, aber ich kann ihn sehen.&#8220; Der an einer schweren Nierenerkrankung leidende L. Reschetnikow hat niemals mehr als 1-2 Gl\u00e4ser getrunken, also kann man die traditionellen russischen Erkl\u00e4rungen dazu in diesem Fall nicht anwenden.<\/p>\n<p>Bei den Konferenzen, auch bei den internationalen, tauchten immer \u00f6fter Menschen in Kirchengew\u00e4ndern auf, und bei der Firmenfeier anl\u00e4sslich des Jahrestages der Institutsgr\u00fcndung traten ein M\u00f6nch- oder Kasakenchor und ein Balalaika-Duo auf. Zum Ziel aller Karrieristen des Instituts wurde die Aufnahme in den Kreis, der sich mit der Neubelebung der Nekropole auf der Insel Lemnos besch\u00e4ftigt hat, und die Teilnahme an den Russischen Tagen auf Lemnos. Das war ein Beweis der Gunst des Direktors und wurde als eine starke Motivation zur Loyalit\u00e4t verstanden. Die auf der Insel gestorbenen Wei\u00dfgardisten wurden zu den Kultfiguren des Instituts.<\/p>\n<p>An die Spitze des Forschungszentrums f\u00fcr Probleme der Staaten des nahen Auslands, in dem der Autor dieser Zeilen an den Problemen der baltischen Staaten (Lettland, Litauen, Estland) arbeitete, wurde die &#8222;Russlands f\u00fchrende Fachfrau f\u00fcr Ukrainistik&#8220;- Tamara Gusenkowa &#8211; eingesetzt. Im Gegensatz zu M. Smolin und P. Multatuli, die es nur zum Titel &#8222;Kandidat der historischen Wissenschaften&#8220; gebracht haben, empfing T. Gusenkowa die neuen Tendenzen mit einem Doktordiplom in der Tasche. Die unglaubliche Dreistigkeit, Agressivit\u00e4t, Energie und Egoismus gepaart mit dem Pathos einer alternden Primadonna eines drittklassigen provinziellen Theaters bildeten die Grundlage der Erfolgsstrategie ihres Lebens. Die Tochter eines pensionierten alkoholkranken Offiziers der sowjetischen Streitkr\u00e4fte, die ihre Kindheit und Jugend in einer Milit\u00e4rsiedlung irgendwo in der N\u00e4he von Winnitza oder Poltawa verbracht hat, versuchte T. Gusenkowa ihr Gl\u00fcck in der Ehe mit dem bekannten sowjetischen Ethnologen, Spezialisten f\u00fcr finno-ugrischen V\u00f6lker A. Pimenow. Im Institut f\u00fcr Ethnologie der Russischen Akademie der Wissenschaften arbeitete sie unter seinem Protektorat \u00fcber 10 Jahre lang, schrieb ihre Kandidatenarbeit und mehrere Werke \u00fcber die Ethnologie der Tschuwaschen. Im Jahre 1998 (nach anderen Angaben 1999) kam sie nach RISS. Der damalige Direktor E. Kozhokin, den sie von der Moskauer Universit\u00e4t kannte, hatte Mitleid mit ihr und nahm sie im Institut auf, um an der ukrainischen Problematik zu arbeiten. Zu dem Zeitpunkt besa\u00df T. Gusenkowa auf dem Gebiet keine Kenntnisse, au\u00dfer der ukrainischen Sprache. Sie hat die Tschuwaschen aufgegeben und ein paar Dutzend stereotypische politologisch-propagandistische Phrasen schnell gelernt, deren k\u00fcnstlerische Komposition zusammen mit Dreistigkeit und Frechheit ihr eine gewisse Anerkennung eingebracht haben. Wegen dieser Dreistigkeit und der etwas sp\u00e4ter zum Vorschein gekommenen Bosheit und Rachsucht wurde sie von Anderen verachtet und manchmal gef\u00fcrchtet und gemieden. In ihren Augen war das ein Ausdruck der r\u00fcckgratlosen Intelligenz, die sie vom ganzen Herzen verachtete.<\/p>\n<p>Ihre Doktorarbeit zum Thema &#8222;Werchowna Rada in den Jahren 1991 &#8211; 2001. Die historische Entwicklung des modernen Parlamentarismus in der Ukraine&#8220; konnte sie nur mit M\u00fche verteidigen. Nur durch Bem\u00fchungen und Beziehungen von E. Kozhokin erreichte sie die Approbation nach der erneuten Verteidigung vor der H\u00f6chsten Akkreditierungskommission &#8211; ein beispiellos seltener Vorfall, vor allem im Bereich der Geisteswissenschaften. T. Gusenkowa trat in einen \u00e4hnlichen Krieg mit J. Timoschenko ein, indem sie ein Buch \u00fcber diese schrieb, das man nur als ein politisches Pamphlet bezeichnen kann. Die Kombination aus historischer Unwissenheit, sowjetisch-imperialistischer Arroganz und Anspr\u00fcchen auf die Rolle von Meinungsherrschern und &#8222;Machern von politischen Bedeutungen&#8220; f\u00fcr die Machthaber haben der RISS-F\u00fchrung einen b\u00f6sen Scherz gespielt. Der ukrainische Leser w\u00fcrde die Bedeutung des Satzes verstehen: L. Reschetnikow und T. Gusenkowa wurden in der russischen Expertengemeinschaft zur Verk\u00f6rperung der schlimmsten Merkmale des Regimes von Janukowitsch.<\/p>\n<p>Der orthodoxe Spion, Absolvent der Universit\u00e4t von Charkiw, und die unwissende, zickige, hysterische, aber unwahrscheinlich energische Dame jenseits der mittleren Jahren wurden zu einem untrennbaren Tandem, in dessen Bewusstsein f\u00fcr die Idee von Existenz der ukrainischen Staatlichkeit \u00fcberhaupt kein Platz war. Dieses P\u00e4rchen, mit Unterst\u00fctzung der von ihnen abh\u00e4ngigen und ihnen unterstellten Forschungsmitarbeiter, konnte nichts anderes bringen, als Behauptungen &#8222;Es gibt keine Ukraine &#8211; nur Kleinrussland&#8220;, &#8222;ukrainische Staatlichkeit ist ein Bluff und &#8222;failed state&#8220;, &#8222;das Ergebnis krimineller Zerst\u00f6rung des Russischen Imperiums durch Bolschewiken&#8220;, &#8222;ukrainische Sprache wurde k\u00fcnstlich von \u00d6sterreichern und Polen erschaffen, mit dem Ziel, die russische Einheit zu zerst\u00f6ren&#8220;, &#8222;Konsolidierung auf dem postsowjetischen Raum auf der Grundlage der territorialen und geistlichen Erneuerung&#8220; usw. Im Grunde verk\u00f6rperten sie den extremen Antiukrainismus, dessen Kernpunkt nicht darin bestand, dass in der Ukraine das russische kulturelle Umfeld existieren durfte und der Gebrauch der russischen Sprache erlaubt w\u00e4re, sonder darin, alles ukrainische auszutilgen, au\u00dfer vielleicht in den Gebieten von Lwiw und Ternopol.<\/p>\n<p>Diese Position wurde mit einer extremen und sehr emotionalen antiwestlichen Einstellung kombiniert. Die Grundlage dazu wurde die These \u00fcber die gegens\u00e4tzlichen historischen Missionen von der europ\u00e4ischen und der russischen Zivilisationen: die europ\u00e4ische stellt in die Mitte ihres Wertesystems den Menschen, und die Russische &#8211; \u00a0den Gott. Eine zus\u00e4tzliche emotionale F\u00e4rbung gaben dieser These der extreme Antisemitismus und Homophobie. Manchmal hatte man den Eindruck, dass die antiwestlichen Tendenzen in erster Linie durch die Erw\u00e4gungen der m\u00e4nnlichen sexuellen Selbsterhaltung und der weiblichen Eifersucht diktiert wurden. Laut einer Erkl\u00e4rung von L. Reschetnikow bei einer Konferenz, w\u00fcrde das Volk von Irak, in j\u00fcngster Vergangenheit das von Serbien, und nun das von DVR\/LVR daf\u00fcr k\u00e4mpfen und sterben, dass sie nicht nach homosexuellen (mild ausgedr\u00fcckt) westlichen Standarts und Ma\u00dfen leben.<\/p>\n<p>Zum Beginn der dritten Amtszeit von W. Putin formte sich im Institut endg\u00fcltig der orthodox-imperialistische herrschende Block von L. Reschetnikow, T. Gusenkowa und M. Smolin. Eine informations-propagandistische Unterst\u00fctzung des Projekts f\u00fcr eurasische Integration wurde gestartet. Die Institutsf\u00fchrung hat es als Eigenmarke verwendet. Das Eurasische Forum von RISS wurde gegr\u00fcndet, inklusive regelm\u00e4\u00dfige teure internationale Konferenzen. Die Ereignisse in der Ukraine r\u00fcckten heran.<\/p>\n<p>Die Wurzeln des heutigen russisch-ukrainischen Konflikts liegen in der inkonsequenten und feigen Politik von W. Janukowitsch. Russische Regierung, die eine Menge Geld &#8222;in den Wahlkampf investiert&#8220; hat, sah den ukrainischen Pr\u00e4sidenten als ihren Vasallen oder Statthalter, der alles machen musste, was der Kreml ihm befahl. Die &#8222;Regierungszeit&#8220; von W. Janukowitsch wurde zum goldenen Zeitalter von P. Reschetnikow, T. Gusenkowa, M. Smolin und ihren Handlanger. Einmal in der Teerunde unter Kollegen habe ich absch\u00e4tzig \u00fcber Janukowitsch gesprochen, der als junger Mann Pelzm\u00fctzen gestohlen haben soll. Ein Chor von jungen Menschen widersprach mir gleich mit der damals gel\u00e4ufigen Phrase von T. Gusenkowa: &#8222;Janukowitsch ist nat\u00fcrlich ein Hurensohn, aber er ist UNSER Hurensohn&#8220;. Zum pers\u00f6nlichen Triumph von T. Gusenkowa wurde der Arrest von Julia Timoschenko. Jetzt konnte sie die auf Ukraine-Reisen gekauften Kleider stolz tragen, in der Gewissheit, dass Timoschenko jetzt nichts weiter braucht als Anstaltskleidung und ein Krankenhaushemd&#8230;<\/p>\n<p>In 2013 bildet sich endg\u00fcltig ein Netzwerk der prorussischen ukrainischen Experten heraus. Da m\u00f6chte ich einen Namen nennen: den &#8222;am meisten gef\u00f6rderten&#8220; R. Ischenko. Diese Experten bekamen f\u00fcr ihre &#8222;analytische Arbeiten&#8220; Honorare, die nach den damaligen ukrainischen, und selbst russischen, Ma\u00dfst\u00e4ben, recht hoch waren. Um &#8222;die ukrainischen Kameraden nicht in Verlegenheit zu bringen&#8220; und keine unn\u00f6tigen Steuern auf die Geh\u00e4lter der Ausl\u00e4nder zahlen zu m\u00fcssen, wurden die Vertr\u00e4ge auf Strohm\u00e4nner abgeschlossen. Die Mittel f\u00fcr die Bezahlung der prorussischen Experten hat T. Gusenkowa praktisch alleine verwaltet. Wenn man ihren extremen Autoritarismus und die unglaubliche Gier bedenkt, wird einem klar, dass nur das geschrieben wurde, was sie verlangte.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t dieser Werke, selbst unabh\u00e4ngig von ihrer analytischen Bedeutung, lie\u00df zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Ich und vor allem mein Freund, der sich mit der ukrainischen Problematik befasste, mussten \u00f6fters die Arbeiten korrigieren, und zwar nicht nur aus der stilistisch-grammatischen Sicht, sondern auch teilweise inhaltlich, um wenigstens die auff\u00e4lligsten Absurdit\u00e4ten zu streichen.<\/p>\n<p>Dieses Wespennest wurde aufgescheucht, als im Herbst 2013 Janukowitsch, unter dem Druck des pro-europ\u00e4ischen Teils der ukrainischen Gesellschaft, zwischen den europ\u00e4ischen und eurasischen Integrationsprojekten zu man\u00f6vrieren anfing. Alle Experten und Geldmittel wurden eingesetzt, um die These zu beweisen, dass der europ\u00e4ische Weg f\u00fcr die Ukarine t\u00f6dlich ist, sowohl wirtschaftlich, wie auch im kulturellen, spirituellen und religi\u00f6sen Sinne (wie k\u00f6nnte man ohne den auskommen!). Da ausgerechnet Litauen in der zweiten H\u00e4lfte des Jahres 2013 den Vorsitz im EU-Rat hatte und das Gipfeltreffen der &#8222;\u00d6stlichen Partnerschaft&#8220; in Vilnius organisierte, musste ich unter Zeitnot Artikel \u00fcber postsowjetische Aspekte ihrer Au\u00dfenpolitik schreiben. Die recht vorsichtigen Empfehlungen \u00fcber die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer gewissen Handlungsfreiheit, die man der Janukowitsch-Regime zugestehen k\u00f6nnte, wurden von der F\u00fchrung sofort gestrichen.<\/p>\n<p>In der Zeit des &#8222;Handelskriegs&#8220; zwischen Russland und Ukraine vor dem Gipfeltreffen in Vilnius bekam die Pr\u00e4sidialverwaltung Notizen und Abrisse, in denen behauptet wurde, dass das ukrainische Volk seit den Zeiten des Vertrags von Perejaslaw stets russlandtreu war, dass die &#8222;unbedeutenden westlichen Trends&#8220; marginale Erscheinungen sind und provoziert werden von einem Gr\u00fcppchen Pro-Faschisten aus der Westukraine &#8211; den Gebieten, die fr\u00fcher zu \u00d6sterreich-Ungarn geh\u00f6rt haben; Menschen mit dem f\u00fcr die Mehrheit untypischen soziokulturellen Code. Die absolute Mehrheit der Ukrainer aber bewahrt die Erinnerung an eine gemeinsame Geschichte und den Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg, tr\u00e4umt von der Auferstehung des Imperiums als einen gemeinsamen Staates\/Sowjetunion. Alles, was auf die eine oder andere Art das Gegenteil bewies, wurde den Aktivit\u00e4ten der Nichtregierungsorganisationen zugeschrieben, die vom US-Au\u00dfenministerium, Br\u00fcssel, Warschau und Vilnius finanziert werden. In den Notizen, die von T. Gusenkowa geschrieben oder editiert wurden, ert\u00f6nten die Aufrufe, den Druck auf Janukowitsch durch Erpressung in den Bereichen Brennstoffe, Energie und Handel maximal zu erh\u00f6hen, um ihn von der Unterzeichnung der Vertr\u00e4ge in Vilnius abzuhalten und die eurasische Integration der Ukraine zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Es ist schwierig mit Sicherheit zu sagen, ob diese Notizen das Konzept des Kremls in Sachen Ukraine geformt oder es nur gest\u00e4rkt haben, passend zum System der bereits gef\u00e4llten Entscheidungen. Offensichtlich ist nur die fast vollst\u00e4ndige \u00dcbereinstimmung der Inhalte der Materialien von RISS mit den realen Schritten der russischen Staatsf\u00fchrung im Bereich der Au\u00dfenpolitik. Nat\u00fcrlich hat keiner von der F\u00fchrung des Instituts die Entstehung des Maidans vorhergesehen, vielmehr haben sie sich M\u00fche gegeben, sich selbst und ihre Auftraggeber\/Zielgruppe davon zu \u00fcberzeugen, dass ein solches Szenario prinzipiell unm\u00f6glich sei. Es hei\u00dft, dass die Kunst eines Analytikers, wie auch eines Diplomaten, darin besteht, den Lauf der Dinge vorherzusagen, und dann zu erkl\u00e4ren, warum alles genau umgekehrt gelaufen ist. Die russischen Analytiker haben zwei universelle, immer funktionierende Erkl\u00e4rungen, die nicht ganz zueinander passen &#8211; die Machenschaften der Faschisten und die Intrigen des US-Au\u00dfenministeriums\/CIA\/westliche Strippenzieher. Da es die &#8222;unbekannten Strippenzieher&#8220; sind, kann man sie nicht zur Rechenschaft ziehen, denn man wei\u00df nichts sicher \u00fcber sie, nicht mal die Tatsache ihrer Existenz. Genau diese Erkl\u00e4rungen wurden zur Grundlage der Einsch\u00e4tzung des Rechten Sektor (Faschismus) und des beispiellosen nationalen Aufschwungs, zu dem Maidan (die westlichen Strippenzieher) nur den Auftakt gegeben hat.<\/p>\n<p>Parallel bekam die Pr\u00e4sidialverwaltung Notizen dar\u00fcber, wie gerne das Volk von Krim der Russischen F\u00f6deration beitreten m\u00f6chte, wie sehr es sich vor der Ukrainisation, dem Verbot der russischen Sprache und der Verdr\u00e4ngung der russischen Orthodoxie durch Uniaten f\u00fcrchtet. Es ist offensichtlich, dass die Ergebnisse des Referendums auf der Krim durch den hohen Anteil der Rentner bestimmt wurden, deren Rente sich im Falle eines Russland-Beitritts pl\u00f6tzlich verdoppeln und verdreifachen sollte, und durch das Beispiel der selbst f\u00fcr russische Verh\u00e4ltnisse exorbitanten Geh\u00e4lter von Milit\u00e4rs der Schwarzmeerflotte. Es ist klar, dass jede alternative Bewegung (Krimtataren) oder der Widerstand der ukrainischen Polizei und Armee leicht durch die Truppen blockiert werden kann, die in Sewastopol auf dem St\u00fctzpunkt der Schwarzmeerflotte stationiert sind. Diese Behauptungen sind nicht meine Analysen post factum, sondern eine Darstellung des allgemeinen Tenors der wahrhaftig riesigen Anzahl von Notizen, die von RISS an alle staatlichen Beh\u00f6rden Russland vor der Annexion der Krim verschickt wurden. T. Gusenkowa hat erkl\u00e4rt, dass das Institut in das Kriegsmodus wechselt und die &#8222;Produktion&#8220; deutlich erh\u00f6ht werden sollte. Das einzige, was sie und ihre Mitarbeiter vor dem Burnout bewahrt hat, war die gleichbleibende Auswahl an Ideen. Man musste nur die Namen der Adressaten auf den Anschreiben erg\u00e4nzen. Da jede Arbeit in Russland nicht nach Effektivit\u00e4t, sondern nach der Intensit\u00e4t des &#8222;Schwitzens&#8220; und den Arbeitsstunden bewertet wird, sind die Aktien von T. Gusenkowa bei dem Institutsdirektor, wie auch bei der oberen F\u00fchrung, enorm gestiegen. Solange die &#8222;Experten-Bimbos&#8220; die Notizen vorbereiteten, trat sie im Fernsehen und vor dem F\u00f6derationsrat, der Pr\u00e4sidialverwaltung, der Gesellschaftlichen Kammer, dem Auslandsnachrichtendienst, dem Generalstab und dem Gortschakow-Fond auf &#8211; praktisch \u00fcberall ist sie im ersten und zum Anfang des zweiten Quartals 2014 gewesen. Zusammen mit den Produktionsmengen stieg auch das Ansehen des RISS.<\/p>\n<p>Die Annexion der Krim, die demonstrative &#8222;Einstimmigkeit&#8220; des Referendums, die Selbstprokamation von DVR\/LVR, der Beginn der ATO, die Ereignisse vom Mai in Odessa &#8211; alles schien die Verl\u00e4sslichkeit des Instituts als Experten zu untermauern. Man hat eine Spendenaktion f\u00fcr den k\u00e4mpfenden Donbass organisiert, bei RISS hat der aus der Ukraine geflohene Wladimir Rogow Zuflucht gefunden. Der Mitarbeiter des Instituts E. Popow, der vom Institutsdirektor trotz seiner v\u00f6lligen Inkompetenz wegen seiner orthodox-nationalistischen Ansichten behalten wurde, hat in Rostow am Don eine breite Palette von Aktivit\u00e4ten gestartet, als Hilfe f\u00fcr die &#8222;Donezker Aufst\u00e4ndischen und K\u00e4mpfer gegen Faschismus, die f\u00fcr die russische Welt k\u00e4mpfen und sterben&#8220;. Der Institut selbst hat, wenn auch im Verborgenen, an den Projelkten &#8222;Slawische Garde&#8220;, &#8222;Der Russische Sektor&#8220; und &#8222;Der Russische Vektor&#8220; teilgenommen.<br \/>\nIm Fr\u00fchling wird der Ton der ausgehenden Korrespondenz zunehmend angrifflustiger und verwegen-propagandistisch. Der analytische Bestandteil wurde durch die Bem\u00fchungen von T. Gusenkowa und L. Reschetnikow, der sie unterst\u00fctzte, praktisch auf Null gefahren. Daf\u00fcr kamen Dutzende Notizen \u00fcber die Notwendigkeit, im ukrainischen Hinterland eine militante pro-russische Untergrundbewegung aufzubauen, Kommandotrupps dorthin zu schicken, einen Vorsto\u00df in s\u00fcdliche Richtung Mariupol &#8211; Mykolayiw &#8211; Odessa vorzubereiten und das Gro\u00dfe Neurussland zu gr\u00fcnden, das zusammen mit Transnistrien und Krim mit Russland wiedervereint werden sollte. Daf\u00fcr wurde kann Wort \u00fcber einen m\u00f6glichen Widerstand der Ukraine, Mobilisierung der Armee und freiwilligen Trupps geschrieben, und m\u00f6gliche Sanktionen, ihre Folgen, Reaktion der USA und der europ\u00e4ischen NATO-Mitgliedstaaten wurden nicht einmal diskutiert. Ende Oktober wurde Girkin (Strelkow) ein h\u00e4ufiger Gast bei den Veranstaltungen des Instituts, von L. Reschetnikow wurde er mehrmals \u00f6ffentlich als sein Freund bezeichnet. Als das Projekt &#8222;Neurussland&#8220; sich zunehmend als lebensunf\u00e4hig und unkontrollierbar gezeigt hat, und Kreml zu signalisieren begann, dass er nicht bereit sei, in einen offenen Krieg mit der Ukraine zu treten und einen Vorsto\u00df \u00fcber Mariupol nach Transnistrien zu starten, das f\u00fcr die RISS-F\u00fchrung eine unergr\u00fcdliche heilige Bedeutung hat, wurde die Experten-Mitschuld des Instituts offensichtlich, das an den Entscheidungen beteiligt war (bzw. sie unterst\u00fctzt hat), die Russland in eine gravierende wirtschaftliche und au\u00dfenpolitische Krise gebracht haben.<\/p>\n<p>Unter anderem auf Initiative des RISS wurde der Pr\u00e4sidialverwaltung, also auch dem Pr\u00e4sidenten, der Gedanke eingefl\u00f6\u00dft, dass:<br \/>\n&#8211; die Staaten im postowjetischen Raum sind keine vollwertigen Subjekte der internationalen Beziehungen. Die Tatsache, dass sie auf der politischen Weltkarte aufgetaucht sind und immer noch existieren, ist nur eine Folge der russischen Katastrophen von 1917 und 1991, die von Russlands Feinden, allen voran die USA, eingef\u00e4delt wurden. Ihre Souver\u00e4nit\u00e4t ist ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen, das nicht ernst genommen werden darf, eine Art historisches Missverst\u00e4ndnis, das durch die Auferstehung des Imperiums korrigiert werden soll, was schon oft erw\u00e4hnt wurde;<br \/>\n&#8211; der Westen ist schwach, feige, gierig und bereit, f\u00fcr Gas und Erd\u00f6l die Annexion der Krim und den Krieg im Donbass zu akzeptieren, wie er bereits im Jahre 2008 die Kriegshandlungen in Abchasien und S\u00fcdossetien akzeptiert hat;<br \/>\n&#8211; die allgemeine Stimmung im Osten, einschlie\u00dflich Charkiw und Mariupol, ist auf die Wiedervereinigung mit Russland ausgerichtet. Solch eine Fehleinsch\u00e4tzung vonseiten der Experten zeigt zumindest eine mangelnde Professionalit\u00e4t, und auf jeden Fall den Wunsch, das Handeln der russischen Staatsf\u00fchrung in eine Richtung zu beeinflussen, die von bestimmten sowjetisch-imperialistischen Gruppen angestrebt wird, in der Hoffnung, die staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t von Ukraine, Wei\u00dfrussland, Kasachstan und m\u00f6glicherweise Moldawien zu schw\u00e4chen oder gar annihilieren (s. Punkt 1)<br \/>\n&#8211; durch die Bildung einer alternativen Lehrmeinung und Unterst\u00fctzung vonseiten des ukrainischen Geheimdienstes (und jetzt auch des wei\u00dfrussischen, denn Wei\u00dfrussland ist f\u00fcr die russischen Integratoren auf jeden Fall als n\u00e4chstes dran) kann man eine starke pro-russische Bewegung schaffen, die nicht nur die \u00f6ffentliche Meinung beeinflussen kann, sondern auch die Politik und die F\u00fchrung dieser Staaten in die von Russland gew\u00fcnschte Richtung steuern kann.<br \/>\n&#8211; die Ukraine ist ein &#8222;Unterstaat&#8220; und die Ukrainer ein &#8222;Untervolk&#8220;, die unf\u00e4hig sind, eine historisch-politische Rolle zu spielen. Nur die Russen sind das einzige staatsbildende Volk im postsowjetischen Raum, also ist die einzige Form der politischen Existenz dieses Raumes das Russische Imperium. Jeder Gedanke, dass der innerukrainische wie auch der russisch-ukrainische Koflikt im Grunde eine Art B\u00fcrgerkrieg zwischen den Anh\u00e4ngern und Gegnern der Wiederbelebung der russischen imperialistischen Staatlichkeit (Sowjetunion) sind, wurde von vornherein abgelehnt.<br \/>\n&#8211; die Krim kann wunderbar und wirtschaftlich schmerzlos in die Russische F\u00f6deration aufgenommen werden. Was au\u00dfer Acht gelassen wurde, waren die soziale Zusammensetzung der Bev\u00f6lkerung, die Struktur des Finanzhaushaltes der Region, seine Abh\u00e4ngigkeit von der ukrainischen Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Finanzen, Strom- und Wasserversorgung. Kurz gesagt: auf dem Papier sah alles glatt aus, im Leben kam man nicht aus dem Stolpern raus.<br \/>\n&#8211; der Gas-\u00d6l-Hahn, zusammen mit dem Atomknopf und der besonderen orthodoxen Spiritualit\u00e4t, wird Russland ewig (oder zumindest sehr lange) einen Platz in der Welt garantieren, der es erlaubt, die Position des globalen Machtzentrums erfolgreich zu erk\u00e4mpfen und den USA in diesem Kampf zu widerstehen. Unter anderem, von der Insuffizienz des Schiefergas-Projekts als Alternative zum russischen Brennstoff-Monopol schrieb viel J. Gluschenko.<\/p>\n<p>Die Folgen solcher fachpolitischen Fehleinsch\u00e4tzungen sind wohl bekannt und von mir in meinen fr\u00fcheren Internetpublikationen analysiert worden, insbesondere was Wei\u00dfrussland betrifft. Ich m\u00f6chte nur hinzuf\u00fcgen, dass im Laufe meiner Entlassung mir wiederholt klargemacht wurde, dass au\u00dfer der Tatsache, dass ich f\u00fcr T. Gusenkowa Konkurrenz durch meine alternative Meinungen darstelle, mussten einfach einige K\u00f6pfe rollen, um das offensichtliche Scheitern vor der Pr\u00e4sidialverwaltung zu rechtfertigen. Da im September und Oktober viele entlassen wurden, die gesamte F\u00fchrung von RISS aber in ihren Positionen bleibt, kann man daraus schlie\u00dfen, dass die Pr\u00e4sidialverwaltung sich mit den dargebrachten Opfern zufriedengegeben hat. Die Frage ist nur, welche Heldentaten in Sachen Expertenanalyse und Propaganda wir vom Russischen Institut f\u00fcr Strategische Studien im Jahre 2015 erwarten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Alexander Nikolaewitsch Sytin,<\/strong> Doktor der Geschichtswissenschaften, Mitglied der russisch-lettischen Historikerkommission, ehemaliger Forschungsleiter am Russischen Institut f\u00fcr Strategische Studien (Moskau)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Quelle:<span style=\"color: #000080\">\u00a0<a style=\"color: #000080\" href=\"http:\/\/www.bramaby.com\/ls\/blog\/rus\/1841.html\">bramaby.com<\/a><\/span>\u00a0; \u00fcbersetzt von <span style=\"color: #003366\"><a style=\"color: #003366\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/olena.kopnick?fref=ts\">Olena K\u00f6pnick<\/a><\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Ein Land, das seine eigenen politischen Analytiker nicht ern\u00e4hren will, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die fremden ern\u00e4hren&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3007,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,131,3],"tags":[206,59,12,13],"class_list":["post-2606","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-expertenmeinungen","category-interviews","tag-aussenpolitik","tag-krieg","tag-russland","tag-ukraine"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls - InformNapalm (Deutsch)<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls - InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"&#8222;Ein Land, das seine eigenen politischen Analytiker nicht ern\u00e4hren will, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die fremden ern\u00e4hren...\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2015-01-31T14:04:50+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2015-02-15T02:56:58+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"590\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"800\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Falcon Born\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Falcon Born\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"22\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/\"},\"author\":{\"name\":\"Falcon Born\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/0a9c5fc44a7fbf844f57e2c2fa5c4bef\"},\"headline\":\"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls\",\"datePublished\":\"2015-01-31T14:04:50+00:00\",\"dateModified\":\"2015-02-15T02:56:58+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/\"},\"wordCount\":4422,\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg\",\"keywords\":[\"Aussenpolitik\",\"Krieg\",\"Russland\",\"Ukraine\"],\"articleSection\":[\"Aktuell\",\"Expertenmeinungen\",\"Interviews\/Meinungen\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/\",\"name\":\"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls - InformNapalm (Deutsch)\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg\",\"datePublished\":\"2015-01-31T14:04:50+00:00\",\"dateModified\":\"2015-02-15T02:56:58+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/0a9c5fc44a7fbf844f57e2c2fa5c4bef\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg\",\"width\":590,\"height\":800},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/\",\"name\":\"InformNapalm (Deutsch)\",\"description\":\"OSINT, HUMINT, Analytik\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/0a9c5fc44a7fbf844f57e2c2fa5c4bef\",\"name\":\"Falcon Born\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/2ab3370fab9c246db359190da7fc69ece9dd5c0538f0fa255b77632480af62e6?s=96&d=blank&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/2ab3370fab9c246db359190da7fc69ece9dd5c0538f0fa255b77632480af62e6?s=96&d=blank&r=g\",\"caption\":\"Falcon Born\"},\"sameAs\":[\"https:\/\/informnapalm.org\"],\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/author\/roman\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls - InformNapalm (Deutsch)","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls - InformNapalm (Deutsch)","og_description":"&#8222;Ein Land, das seine eigenen politischen Analytiker nicht ern\u00e4hren will, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die fremden ern\u00e4hren...","og_url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/","og_site_name":"InformNapalm (Deutsch)","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24","article_published_time":"2015-01-31T14:04:50+00:00","article_modified_time":"2015-02-15T02:56:58+00:00","og_image":[{"width":590,"height":800,"url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Falcon Born","twitter_misc":{"Verfasst von":"Falcon Born","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"22\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/"},"author":{"name":"Falcon Born","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/0a9c5fc44a7fbf844f57e2c2fa5c4bef"},"headline":"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls","datePublished":"2015-01-31T14:04:50+00:00","dateModified":"2015-02-15T02:56:58+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/"},"wordCount":4422,"image":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg","keywords":["Aussenpolitik","Krieg","Russland","Ukraine"],"articleSection":["Aktuell","Expertenmeinungen","Interviews\/Meinungen"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/","name":"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls - InformNapalm (Deutsch)","isPartOf":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg","datePublished":"2015-01-31T14:04:50+00:00","dateModified":"2015-02-15T02:56:58+00:00","author":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/0a9c5fc44a7fbf844f57e2c2fa5c4bef"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#primaryimage","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg","contentUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/01\/zar.jpg","width":590,"height":800},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/anatomie-einer-niederlage-ueber-den-mechanismus-der-aussenpolitischen-beschlussfassung-des-kremls\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Anatomie einer Niederlage: \u00fcber den Mechanismus der aussenpolitischen Beschlussfassung des Kremls"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/","name":"InformNapalm (Deutsch)","description":"OSINT, HUMINT, Analytik","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/0a9c5fc44a7fbf844f57e2c2fa5c4bef","name":"Falcon Born","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/2ab3370fab9c246db359190da7fc69ece9dd5c0538f0fa255b77632480af62e6?s=96&d=blank&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/2ab3370fab9c246db359190da7fc69ece9dd5c0538f0fa255b77632480af62e6?s=96&d=blank&r=g","caption":"Falcon Born"},"sameAs":["https:\/\/informnapalm.org"],"url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/author\/roman\/"}]}},"views":2729,"post_src":"<em>\"Ein Land, das seine eigenen politischen Analytiker nicht ern\u00e4hren will, wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter die fremden ern\u00e4hren m\u00fcssen.\"\u00a0<\/em>A. Kurtow - Chefredakteur der Zeitschrift \"Probleme der nationalen Strategie\", f\u00fchrender Experte von RISS\r\n\r\n<span style=\"line-height: 1.5\">ein Artikel von <strong>A.Sytin<\/strong><\/span>\r\n\r\n<span style=\"line-height: 1.5\">Die Tatsache, dass die Ereignisse in der Ukraine f\u00fcr Russland eine \u00dcberraschung waren, ist nichts Besonderes. Revolutionen, insbesondere in den Nachbarl\u00e4ndern, passieren immer pl\u00f6tzlich. Wichtig ist, dass diese Ereignisse f\u00fcr das putinsche Russland zum Ausl\u00f6ser einer tiefen Krise, wenn nicht gar einer Katastrophe, wurden. Ich wage es nicht, ihre wahren Formen, Ausma\u00dfe und vor allem Dauer vorherzusagen, aber wenn ich im Fr\u00fchjahr und Sommer letzten Jahres noch von der Krise des \"Regimes\" sprach, so kann man heute vom \u00dcbergang dieser Krise in die globale Talfahrt, die in eine Katastrophe f\u00fchren kann, reden.<\/span>\r\n\r\nZur Grundlage dieses Prozesses wurde die Kette aus fehlerhaften, t\u00f6dlichen, verh\u00e4ngnisvollen Entscheidungen des \"Regimes\", vor allem im Bereich der Au\u00dfenpolitik. Angefangen bei den Vorbereitungen zum Gipfeltreffen der \"\u00d6stlichen Partnerschaft\" in Vilnius im Herbst 2013 hat sich die Situation nach der Logik des Zugzwanges entwickelt. Diese Ereignisse sind wohlbekannt, und teilweise werden wir im Laufe des Gespr\u00e4chs darauf zur\u00fcckkommen. Aber zuerst m\u00f6chte ich etwas anderes ansprechen.\r\n\r\nBerechtigt ist die Frage, wie es m\u00f6glich war, solche Entwicklungen zuzulassen, ohne ihren Verlauf und insbesondere ihre Folgen vorherzusehen. Man kann das nat\u00fcrlich auf den Massenwahn schieben, auf den Einfluss der Medien, die Verdummung und die Gehirnw\u00e4sche. Wir m\u00f6chten aber im Rahmen der rationalen Logik bleiben, denn solche Postulate werden uns nicht zufriedenstellen.\r\n\r\nIn jedem Land existiert das sogenannte politische Expertenumfeld. Man kann die eine oder andere Meinung \u00fcber dieses Umfeld und seine einzelnen Vertreter haben, aber man muss zugeben, dass sie in der modernen Gesellschaft und Politik eine gewichtige Rolle spielen. Ihre Berufung ist nicht nur die aktuellen Ereignisse zu verfolgen, sie zu analysieren und die vielf\u00e4ltigen, machmal widerspr\u00fcchlichen Informationen zu verarbeiten, sondern sie auch den Machthabern und Entscheidungstr\u00e4gern zu pr\u00e4sentieren. Die Experten m\u00fcssen begr\u00fcndete Empfehlungen aussprechen, m\u00f6gliche Entwicklungsszenarien berechnen, und letztendlich ununterbrochen mit ihren ausl\u00e4ndischen Kollegen kommunizieren, denn im Rahmen der Expertenkommunikation, Konferenzen, Meinungsaustauschs in den Fachkreisen \u00e4u\u00dfert man solche Meinungen, die sich weder Diplomaten noch Geheimdienstler erlauben k\u00f6nnen. Durch das Expertenmilieu k\u00f6nnen politische Kr\u00e4fte verschiedener Seiten der internationalen Beziehungen dem jeweiligen Kontrahenten leichter ihre inoffizielle Sicht der Dinge kommunizieren, die noch nicht die Form der diplomatischen Noten und misslungen-katastrophalen Reden der Pr\u00e4sidenten und Au\u00dfenminister angenommen hat.\r\n\r\nSo m\u00fcsste es sein. Aber in der Praxis ist es immer ein bisschen anders. Unter den russischen Bedingungen mischt sich immer der ber\u00fcchtigte menschliche Faktor ein. Idealerweiser muss ein Experte das sagen und schreiben, was er denkt. Wenn er beginnt, das zu sagen und zu schreiben, was man von ihm h\u00f6ren will, und seine analytischen F\u00e4higkeiten daf\u00fcr einsetzt, dem Standpunkt der F\u00fchrungsspitzen zu entsprechen und in den Trend zu passen, so ist er kein Experte mehr. Seine Hauptfunktion erf\u00fcllt er nicht. Au\u00dferdem beginnt die Spirale der L\u00fcgen und T\u00e4uschung sich zu drehen - die F\u00fchrung liest das, was ihr gef\u00e4llt, und glaubt (ich wei\u00df nicht, wie aufrichtig), dass ihre Sicht der Dinge durch die Meinung der Experten unterst\u00fctzt wird.\r\n\r\nEine der wichtigsten Expertenplattformen ist das der \u00d6ffentlichkeit wenig bekannte Russische Institut der Strategischen Studien (RISS), in dem der Autor dieser Zeilen \u00fcber 10 Jahre gearbeitet hat. Versteckt in den Tiefen des Schlafbezirks im Dreieck aus Flotskaja, Festivalnaja und Onezhskaja Stra\u00dfen in Moskau, geh\u00f6rte dieses Institut bis 2009 zum russischen Auslandsnachrichtendienst (SWR). Seine Aufgabe war Erforschung und Analyse der \u00f6ffentlich verf\u00fcgbaren Informationen \u00fcber die russische Au\u00dfenpolitik und internationale Beziehungen. Jegliche Anfl\u00fcge von geopolitischen Fantasien, Ideologie, freien Interpretationen und Deutungen waren in dieser Situation ausgeschlossen. Nur Fakten, Zusammenfassungen, Schlussfolgerungen, in seltenen, speziell besprochenen F\u00e4llen Empfehlungen, die ganz allgemein gehalten wurden.\r\n\r\nAlles \u00e4ndert sich, als im Fr\u00fchjahr 2009 RISS aus dem SWR ausgegliedert und zu einer Struktur umformatiert wurde, deren Gr\u00fcnder und Hauptkunde die russische Pr\u00e4sidialverwaltung war. In den Dokumenten, die die Ziele der Institution bestimmen, tauchte eine Erg\u00e4nzung auf - zu der informativ-analytischen Unterst\u00fctzung der Arbeit der entsprechenden Regierungsbeh\u00f6rden kam die ideologisch-propagandistische dazu. Diese so scheinbar unbedeutende Tatsache hatte schwerwiegende Folgen. Die Institutsf\u00fchrung wurde ausgetauscht. Als Institutsdirektor wurde ein pensionierter Generalleutnant des SWR eingesetzt, der fr\u00fcher die Informationsanalytische Abteilung geleitet, und noch fr\u00fcher den Balkan-Zweig des Auslandsnachrichtendienstes unter sich gehabt hat (Bulgarien, das ehemalige Jugoslawien, Griechenland) - Leonid Reschetnikow.\r\n\r\nDie Ernennung schien logisch und begr\u00fcndet. Aber L. Reschetnikow brachte nicht die typische, milit\u00e4risch genaue Organisation der informationsanalytischen Arbeit, sondern ganz andere Prinzipien. Schon w\u00e4hrend seiner Arbeit auf dem Balkan wurde er \"gl\u00e4ubig\". Diese Ver\u00e4nderung, die bei einem alternden und sehr kr\u00e4nklichen Menschen im allgemeinen verst\u00e4ndlich ist, verlief bei ihm fast klinisch. Bei dem ehemaligen General des Ersten Direktorats des KGB und Kommunisten L. Reschetnikow hat sie die extreme Form der Begeisterung f\u00fcr Wei\u00dfe Bewegung, Wei\u00dfe orthodoxe Idee, geistliche und territoriale Auferstehung des Imperiums angenommen. Seine Hauptaufgabe im Leben wurde die Errichtung eines Pantheons f\u00fcr die Wei\u00dfgardisten, die von der Krim geflohen sind und ihr Lager auf der griechischen Insel Lemnos aufgeschlagen haben, wo sie infolge des Hungers und schlechter Lebensbedingungen fast vollst\u00e4ndig ausgestorben sind. Die unschuldige Leidenschaft eines \u00e4ltlichen Rentners f\u00fcr die Geschichte der Wei\u00dfen Garde wurde zu einer Ursache f\u00fcr das gro\u00dfe analytische Fiasko.\r\n\r\nAllm\u00e4hlich tauchten im Institut neue Leute auf, die sich die B\u00e4rte wachsen lie\u00dfen und sorgf\u00e4ltig versuchten, Manieren der Offizieren-Wei\u00dfgardisten zu kopieren, die sie den alten Sowjetischen Filmen, wie \"Der Adjutant seiner Exzellenz\", abgeguckt haben; die ihre orthodoxe Gl\u00e4ubigkeit dadurch \u00f6ffentlich demonstrierten, dass sie Ikonen \u00fcber ihrem Arbeits-PC aufh\u00e4ngten und sich in der Institutskantine \u00fcber ihrem Teller Suppe eifrig bekreuzigten. Diejenigen, die schon l\u00e4nger dort arbeiteten, \u00fcbernahmen diese Attit\u00fcden, und auf meinen Spott anworteten sie, dass sie \"beim alten Regime\" ihre orthodox-imperialistisch-wei\u00dfgardistischen Ansichten sorgf\u00e4ltig verborgen gehalten haben. F\u00fcr die \"Erforschung\" der Fragen der Wei\u00dfen Bewegung und das \u00dcberwinden der \"F\u00e4lschung der russischen Geschichte\" gr\u00fcndete man (auf Kosten der Pr\u00e4sidialverwaltung, also aus der Staatskasse) das Zentrum der geisteswissenschaftlichen Forschungen. Geleitet wurde es von einem Kenner der Werke von Lew Tichomirow, Michail Smolin und Petr Multatuli - einem Nachkommen des Kochs der Zarenfamilie, der mit ihr zusammen im Hause des Ingenieurs Ipatjew im Sommer 1918 erschossen wurde. Nachdem er in den Zeiten des \"Gangster-Petersburg\" Anfang der 90-er als Fahnder bei der Sankt-Petersburger Polizei gearbeitet hat, wurde er zu einem Experten f\u00fcr die Geschichte der Regierungszeit von Nikolai II, als er seine Bestimmung darin gefunden hat, das heilige Andenken an den M\u00e4rtyrer-Zaren unter den breiten Massen wiederzubeleben. Parallel dazu startete das Institut rege Aktivit\u00e4ten im Bereich Verlagswesen, Fernsehen und Internet mit einer orthodox-monarchistischen Ausrichtung. P. Multatuli wurde zum offiziellen Favoriten und Redenschreiber des Institutsdirektors. Zusammen mit L. Reschetnikow, M. Smolin, A. Bochanow und K. Malofejew unterzeichnete er ein Schreiben an den Pr\u00e4sidenten mit dem Appel, die besondere Rolle der Orthodoxie in der Verfassung zu verankern. Bei einem Institutsbankett erkl\u00e4rte L. Reschetnikow: \"Multatuli ist ein Heiliger! Ich sehe seinen Heiligenschein. Ihr k\u00f6nnt den nicht sehen, weil ihr S\u00fcnder und nicht genug gl\u00e4ubig seid, aber ich kann ihn sehen.\" Der an einer schweren Nierenerkrankung leidende L. Reschetnikow hat niemals mehr als 1-2 Gl\u00e4ser getrunken, also kann man die traditionellen russischen Erkl\u00e4rungen dazu in diesem Fall nicht anwenden.\r\n\r\nBei den Konferenzen, auch bei den internationalen, tauchten immer \u00f6fter Menschen in Kirchengew\u00e4ndern auf, und bei der Firmenfeier anl\u00e4sslich des Jahrestages der Institutsgr\u00fcndung traten ein M\u00f6nch- oder Kasakenchor und ein Balalaika-Duo auf. Zum Ziel aller Karrieristen des Instituts wurde die Aufnahme in den Kreis, der sich mit der Neubelebung der Nekropole auf der Insel Lemnos besch\u00e4ftigt hat, und die Teilnahme an den Russischen Tagen auf Lemnos. Das war ein Beweis der Gunst des Direktors und wurde als eine starke Motivation zur Loyalit\u00e4t verstanden. Die auf der Insel gestorbenen Wei\u00dfgardisten wurden zu den Kultfiguren des Instituts.\r\n\r\nAn die Spitze des Forschungszentrums f\u00fcr Probleme der Staaten des nahen Auslands, in dem der Autor dieser Zeilen an den Problemen der baltischen Staaten (Lettland, Litauen, Estland) arbeitete, wurde die \"Russlands f\u00fchrende Fachfrau f\u00fcr Ukrainistik\"- Tamara Gusenkowa - eingesetzt. Im Gegensatz zu M. Smolin und P. Multatuli, die es nur zum Titel \"Kandidat der historischen Wissenschaften\" gebracht haben, empfing T. Gusenkowa die neuen Tendenzen mit einem Doktordiplom in der Tasche. Die unglaubliche Dreistigkeit, Agressivit\u00e4t, Energie und Egoismus gepaart mit dem Pathos einer alternden Primadonna eines drittklassigen provinziellen Theaters bildeten die Grundlage der Erfolgsstrategie ihres Lebens. Die Tochter eines pensionierten alkoholkranken Offiziers der sowjetischen Streitkr\u00e4fte, die ihre Kindheit und Jugend in einer Milit\u00e4rsiedlung irgendwo in der N\u00e4he von Winnitza oder Poltawa verbracht hat, versuchte T. Gusenkowa ihr Gl\u00fcck in der Ehe mit dem bekannten sowjetischen Ethnologen, Spezialisten f\u00fcr finno-ugrischen V\u00f6lker A. Pimenow. Im Institut f\u00fcr Ethnologie der Russischen Akademie der Wissenschaften arbeitete sie unter seinem Protektorat \u00fcber 10 Jahre lang, schrieb ihre Kandidatenarbeit und mehrere Werke \u00fcber die Ethnologie der Tschuwaschen. Im Jahre 1998 (nach anderen Angaben 1999) kam sie nach RISS. Der damalige Direktor E. Kozhokin, den sie von der Moskauer Universit\u00e4t kannte, hatte Mitleid mit ihr und nahm sie im Institut auf, um an der ukrainischen Problematik zu arbeiten. Zu dem Zeitpunkt besa\u00df T. Gusenkowa auf dem Gebiet keine Kenntnisse, au\u00dfer der ukrainischen Sprache. Sie hat die Tschuwaschen aufgegeben und ein paar Dutzend stereotypische politologisch-propagandistische Phrasen schnell gelernt, deren k\u00fcnstlerische Komposition zusammen mit Dreistigkeit und Frechheit ihr eine gewisse Anerkennung eingebracht haben. Wegen dieser Dreistigkeit und der etwas sp\u00e4ter zum Vorschein gekommenen Bosheit und Rachsucht wurde sie von Anderen verachtet und manchmal gef\u00fcrchtet und gemieden. In ihren Augen war das ein Ausdruck der r\u00fcckgratlosen Intelligenz, die sie vom ganzen Herzen verachtete.\r\n\r\nIhre Doktorarbeit zum Thema \"Werchowna Rada in den Jahren 1991 - 2001. Die historische Entwicklung des modernen Parlamentarismus in der Ukraine\" konnte sie nur mit M\u00fche verteidigen. Nur durch Bem\u00fchungen und Beziehungen von E. Kozhokin erreichte sie die Approbation nach der erneuten Verteidigung vor der H\u00f6chsten Akkreditierungskommission - ein beispiellos seltener Vorfall, vor allem im Bereich der Geisteswissenschaften. T. Gusenkowa trat in einen \u00e4hnlichen Krieg mit J. Timoschenko ein, indem sie ein Buch \u00fcber diese schrieb, das man nur als ein politisches Pamphlet bezeichnen kann. Die Kombination aus historischer Unwissenheit, sowjetisch-imperialistischer Arroganz und Anspr\u00fcchen auf die Rolle von Meinungsherrschern und \"Machern von politischen Bedeutungen\" f\u00fcr die Machthaber haben der RISS-F\u00fchrung einen b\u00f6sen Scherz gespielt. Der ukrainische Leser w\u00fcrde die Bedeutung des Satzes verstehen: L. Reschetnikow und T. Gusenkowa wurden in der russischen Expertengemeinschaft zur Verk\u00f6rperung der schlimmsten Merkmale des Regimes von Janukowitsch.\r\n\r\nDer orthodoxe Spion, Absolvent der Universit\u00e4t von Charkiw, und die unwissende, zickige, hysterische, aber unwahrscheinlich energische Dame jenseits der mittleren Jahren wurden zu einem untrennbaren Tandem, in dessen Bewusstsein f\u00fcr die Idee von Existenz der ukrainischen Staatlichkeit \u00fcberhaupt kein Platz war. Dieses P\u00e4rchen, mit Unterst\u00fctzung der von ihnen abh\u00e4ngigen und ihnen unterstellten Forschungsmitarbeiter, konnte nichts anderes bringen, als Behauptungen \"Es gibt keine Ukraine - nur Kleinrussland\", \"ukrainische Staatlichkeit ist ein Bluff und \"failed state\", \"das Ergebnis krimineller Zerst\u00f6rung des Russischen Imperiums durch Bolschewiken\", \"ukrainische Sprache wurde k\u00fcnstlich von \u00d6sterreichern und Polen erschaffen, mit dem Ziel, die russische Einheit zu zerst\u00f6ren\", \"Konsolidierung auf dem postsowjetischen Raum auf der Grundlage der territorialen und geistlichen Erneuerung\" usw. Im Grunde verk\u00f6rperten sie den extremen Antiukrainismus, dessen Kernpunkt nicht darin bestand, dass in der Ukraine das russische kulturelle Umfeld existieren durfte und der Gebrauch der russischen Sprache erlaubt w\u00e4re, sonder darin, alles ukrainische auszutilgen, au\u00dfer vielleicht in den Gebieten von Lwiw und Ternopol.\r\n\r\nDiese Position wurde mit einer extremen und sehr emotionalen antiwestlichen Einstellung kombiniert. Die Grundlage dazu wurde die These \u00fcber die gegens\u00e4tzlichen historischen Missionen von der europ\u00e4ischen und der russischen Zivilisationen: die europ\u00e4ische stellt in die Mitte ihres Wertesystems den Menschen, und die Russische - \u00a0den Gott. Eine zus\u00e4tzliche emotionale F\u00e4rbung gaben dieser These der extreme Antisemitismus und Homophobie. Manchmal hatte man den Eindruck, dass die antiwestlichen Tendenzen in erster Linie durch die Erw\u00e4gungen der m\u00e4nnlichen sexuellen Selbsterhaltung und der weiblichen Eifersucht diktiert wurden. Laut einer Erkl\u00e4rung von L. Reschetnikow bei einer Konferenz, w\u00fcrde das Volk von Irak, in j\u00fcngster Vergangenheit das von Serbien, und nun das von DVR\/LVR daf\u00fcr k\u00e4mpfen und sterben, dass sie nicht nach homosexuellen (mild ausgedr\u00fcckt) westlichen Standarts und Ma\u00dfen leben.\r\n\r\nZum Beginn der dritten Amtszeit von W. Putin formte sich im Institut endg\u00fcltig der orthodox-imperialistische herrschende Block von L. Reschetnikow, T. Gusenkowa und M. Smolin. Eine informations-propagandistische Unterst\u00fctzung des Projekts f\u00fcr eurasische Integration wurde gestartet. Die Institutsf\u00fchrung hat es als Eigenmarke verwendet. Das Eurasische Forum von RISS wurde gegr\u00fcndet, inklusive regelm\u00e4\u00dfige teure internationale Konferenzen. Die Ereignisse in der Ukraine r\u00fcckten heran.\r\n\r\nDie Wurzeln des heutigen russisch-ukrainischen Konflikts liegen in der inkonsequenten und feigen Politik von W. Janukowitsch. Russische Regierung, die eine Menge Geld \"in den Wahlkampf investiert\" hat, sah den ukrainischen Pr\u00e4sidenten als ihren Vasallen oder Statthalter, der alles machen musste, was der Kreml ihm befahl. Die \"Regierungszeit\" von W. Janukowitsch wurde zum goldenen Zeitalter von P. Reschetnikow, T. Gusenkowa, M. Smolin und ihren Handlanger. Einmal in der Teerunde unter Kollegen habe ich absch\u00e4tzig \u00fcber Janukowitsch gesprochen, der als junger Mann Pelzm\u00fctzen gestohlen haben soll. Ein Chor von jungen Menschen widersprach mir gleich mit der damals gel\u00e4ufigen Phrase von T. Gusenkowa: \"Janukowitsch ist nat\u00fcrlich ein Hurensohn, aber er ist UNSER Hurensohn\". Zum pers\u00f6nlichen Triumph von T. Gusenkowa wurde der Arrest von Julia Timoschenko. Jetzt konnte sie die auf Ukraine-Reisen gekauften Kleider stolz tragen, in der Gewissheit, dass Timoschenko jetzt nichts weiter braucht als Anstaltskleidung und ein Krankenhaushemd...\r\n\r\nIn 2013 bildet sich endg\u00fcltig ein Netzwerk der prorussischen ukrainischen Experten heraus. Da m\u00f6chte ich einen Namen nennen: den \"am meisten gef\u00f6rderten\" R. Ischenko. Diese Experten bekamen f\u00fcr ihre \"analytische Arbeiten\" Honorare, die nach den damaligen ukrainischen, und selbst russischen, Ma\u00dfst\u00e4ben, recht hoch waren. Um \"die ukrainischen Kameraden nicht in Verlegenheit zu bringen\" und keine unn\u00f6tigen Steuern auf die Geh\u00e4lter der Ausl\u00e4nder zahlen zu m\u00fcssen, wurden die Vertr\u00e4ge auf Strohm\u00e4nner abgeschlossen. Die Mittel f\u00fcr die Bezahlung der prorussischen Experten hat T. Gusenkowa praktisch alleine verwaltet. Wenn man ihren extremen Autoritarismus und die unglaubliche Gier bedenkt, wird einem klar, dass nur das geschrieben wurde, was sie verlangte.\r\n\r\nDie Qualit\u00e4t dieser Werke, selbst unabh\u00e4ngig von ihrer analytischen Bedeutung, lie\u00df zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Ich und vor allem mein Freund, der sich mit der ukrainischen Problematik befasste, mussten \u00f6fters die Arbeiten korrigieren, und zwar nicht nur aus der stilistisch-grammatischen Sicht, sondern auch teilweise inhaltlich, um wenigstens die auff\u00e4lligsten Absurdit\u00e4ten zu streichen.\r\n\r\nDieses Wespennest wurde aufgescheucht, als im Herbst 2013 Janukowitsch, unter dem Druck des pro-europ\u00e4ischen Teils der ukrainischen Gesellschaft, zwischen den europ\u00e4ischen und eurasischen Integrationsprojekten zu man\u00f6vrieren anfing. Alle Experten und Geldmittel wurden eingesetzt, um die These zu beweisen, dass der europ\u00e4ische Weg f\u00fcr die Ukarine t\u00f6dlich ist, sowohl wirtschaftlich, wie auch im kulturellen, spirituellen und religi\u00f6sen Sinne (wie k\u00f6nnte man ohne den auskommen!). Da ausgerechnet Litauen in der zweiten H\u00e4lfte des Jahres 2013 den Vorsitz im EU-Rat hatte und das Gipfeltreffen der \"\u00d6stlichen Partnerschaft\" in Vilnius organisierte, musste ich unter Zeitnot Artikel \u00fcber postsowjetische Aspekte ihrer Au\u00dfenpolitik schreiben. Die recht vorsichtigen Empfehlungen \u00fcber die Zweckm\u00e4\u00dfigkeit einer gewissen Handlungsfreiheit, die man der Janukowitsch-Regime zugestehen k\u00f6nnte, wurden von der F\u00fchrung sofort gestrichen.\r\n\r\nIn der Zeit des \"Handelskriegs\" zwischen Russland und Ukraine vor dem Gipfeltreffen in Vilnius bekam die Pr\u00e4sidialverwaltung Notizen und Abrisse, in denen behauptet wurde, dass das ukrainische Volk seit den Zeiten des Vertrags von Perejaslaw stets russlandtreu war, dass die \"unbedeutenden westlichen Trends\" marginale Erscheinungen sind und provoziert werden von einem Gr\u00fcppchen Pro-Faschisten aus der Westukraine - den Gebieten, die fr\u00fcher zu \u00d6sterreich-Ungarn geh\u00f6rt haben; Menschen mit dem f\u00fcr die Mehrheit untypischen soziokulturellen Code. Die absolute Mehrheit der Ukrainer aber bewahrt die Erinnerung an eine gemeinsame Geschichte und den Gro\u00dfen Vaterl\u00e4ndischen Krieg, tr\u00e4umt von der Auferstehung des Imperiums als einen gemeinsamen Staates\/Sowjetunion. Alles, was auf die eine oder andere Art das Gegenteil bewies, wurde den Aktivit\u00e4ten der Nichtregierungsorganisationen zugeschrieben, die vom US-Au\u00dfenministerium, Br\u00fcssel, Warschau und Vilnius finanziert werden. In den Notizen, die von T. Gusenkowa geschrieben oder editiert wurden, ert\u00f6nten die Aufrufe, den Druck auf Janukowitsch durch Erpressung in den Bereichen Brennstoffe, Energie und Handel maximal zu erh\u00f6hen, um ihn von der Unterzeichnung der Vertr\u00e4ge in Vilnius abzuhalten und die eurasische Integration der Ukraine zu gew\u00e4hrleisten.\r\n\r\nEs ist schwierig mit Sicherheit zu sagen, ob diese Notizen das Konzept des Kremls in Sachen Ukraine geformt oder es nur gest\u00e4rkt haben, passend zum System der bereits gef\u00e4llten Entscheidungen. Offensichtlich ist nur die fast vollst\u00e4ndige \u00dcbereinstimmung der Inhalte der Materialien von RISS mit den realen Schritten der russischen Staatsf\u00fchrung im Bereich der Au\u00dfenpolitik. Nat\u00fcrlich hat keiner von der F\u00fchrung des Instituts die Entstehung des Maidans vorhergesehen, vielmehr haben sie sich M\u00fche gegeben, sich selbst und ihre Auftraggeber\/Zielgruppe davon zu \u00fcberzeugen, dass ein solches Szenario prinzipiell unm\u00f6glich sei. Es hei\u00dft, dass die Kunst eines Analytikers, wie auch eines Diplomaten, darin besteht, den Lauf der Dinge vorherzusagen, und dann zu erkl\u00e4ren, warum alles genau umgekehrt gelaufen ist. Die russischen Analytiker haben zwei universelle, immer funktionierende Erkl\u00e4rungen, die nicht ganz zueinander passen - die Machenschaften der Faschisten und die Intrigen des US-Au\u00dfenministeriums\/CIA\/westliche Strippenzieher. Da es die \"unbekannten Strippenzieher\" sind, kann man sie nicht zur Rechenschaft ziehen, denn man wei\u00df nichts sicher \u00fcber sie, nicht mal die Tatsache ihrer Existenz. Genau diese Erkl\u00e4rungen wurden zur Grundlage der Einsch\u00e4tzung des Rechten Sektor (Faschismus) und des beispiellosen nationalen Aufschwungs, zu dem Maidan (die westlichen Strippenzieher) nur den Auftakt gegeben hat.\r\n\r\nParallel bekam die Pr\u00e4sidialverwaltung Notizen dar\u00fcber, wie gerne das Volk von Krim der Russischen F\u00f6deration beitreten m\u00f6chte, wie sehr es sich vor der Ukrainisation, dem Verbot der russischen Sprache und der Verdr\u00e4ngung der russischen Orthodoxie durch Uniaten f\u00fcrchtet. Es ist offensichtlich, dass die Ergebnisse des Referendums auf der Krim durch den hohen Anteil der Rentner bestimmt wurden, deren Rente sich im Falle eines Russland-Beitritts pl\u00f6tzlich verdoppeln und verdreifachen sollte, und durch das Beispiel der selbst f\u00fcr russische Verh\u00e4ltnisse exorbitanten Geh\u00e4lter von Milit\u00e4rs der Schwarzmeerflotte. Es ist klar, dass jede alternative Bewegung (Krimtataren) oder der Widerstand der ukrainischen Polizei und Armee leicht durch die Truppen blockiert werden kann, die in Sewastopol auf dem St\u00fctzpunkt der Schwarzmeerflotte stationiert sind. Diese Behauptungen sind nicht meine Analysen post factum, sondern eine Darstellung des allgemeinen Tenors der wahrhaftig riesigen Anzahl von Notizen, die von RISS an alle staatlichen Beh\u00f6rden Russland vor der Annexion der Krim verschickt wurden. T. Gusenkowa hat erkl\u00e4rt, dass das Institut in das Kriegsmodus wechselt und die \"Produktion\" deutlich erh\u00f6ht werden sollte. Das einzige, was sie und ihre Mitarbeiter vor dem Burnout bewahrt hat, war die gleichbleibende Auswahl an Ideen. Man musste nur die Namen der Adressaten auf den Anschreiben erg\u00e4nzen. Da jede Arbeit in Russland nicht nach Effektivit\u00e4t, sondern nach der Intensit\u00e4t des \"Schwitzens\" und den Arbeitsstunden bewertet wird, sind die Aktien von T. Gusenkowa bei dem Institutsdirektor, wie auch bei der oberen F\u00fchrung, enorm gestiegen. Solange die \"Experten-Bimbos\" die Notizen vorbereiteten, trat sie im Fernsehen und vor dem F\u00f6derationsrat, der Pr\u00e4sidialverwaltung, der Gesellschaftlichen Kammer, dem Auslandsnachrichtendienst, dem Generalstab und dem Gortschakow-Fond auf - praktisch \u00fcberall ist sie im ersten und zum Anfang des zweiten Quartals 2014 gewesen. Zusammen mit den Produktionsmengen stieg auch das Ansehen des RISS.\r\n\r\nDie Annexion der Krim, die demonstrative \"Einstimmigkeit\" des Referendums, die Selbstprokamation von DVR\/LVR, der Beginn der ATO, die Ereignisse vom Mai in Odessa - alles schien die Verl\u00e4sslichkeit des Instituts als Experten zu untermauern. Man hat eine Spendenaktion f\u00fcr den k\u00e4mpfenden Donbass organisiert, bei RISS hat der aus der Ukraine geflohene Wladimir Rogow Zuflucht gefunden. Der Mitarbeiter des Instituts E. Popow, der vom Institutsdirektor trotz seiner v\u00f6lligen Inkompetenz wegen seiner orthodox-nationalistischen Ansichten behalten wurde, hat in Rostow am Don eine breite Palette von Aktivit\u00e4ten gestartet, als Hilfe f\u00fcr die \"Donezker Aufst\u00e4ndischen und K\u00e4mpfer gegen Faschismus, die f\u00fcr die russische Welt k\u00e4mpfen und sterben\". Der Institut selbst hat, wenn auch im Verborgenen, an den Projelkten \"Slawische Garde\", \"Der Russische Sektor\" und \"Der Russische Vektor\" teilgenommen.\r\nIm Fr\u00fchling wird der Ton der ausgehenden Korrespondenz zunehmend angrifflustiger und verwegen-propagandistisch. Der analytische Bestandteil wurde durch die Bem\u00fchungen von T. Gusenkowa und L. Reschetnikow, der sie unterst\u00fctzte, praktisch auf Null gefahren. Daf\u00fcr kamen Dutzende Notizen \u00fcber die Notwendigkeit, im ukrainischen Hinterland eine militante pro-russische Untergrundbewegung aufzubauen, Kommandotrupps dorthin zu schicken, einen Vorsto\u00df in s\u00fcdliche Richtung Mariupol - Mykolayiw - Odessa vorzubereiten und das Gro\u00dfe Neurussland zu gr\u00fcnden, das zusammen mit Transnistrien und Krim mit Russland wiedervereint werden sollte. Daf\u00fcr wurde kann Wort \u00fcber einen m\u00f6glichen Widerstand der Ukraine, Mobilisierung der Armee und freiwilligen Trupps geschrieben, und m\u00f6gliche Sanktionen, ihre Folgen, Reaktion der USA und der europ\u00e4ischen NATO-Mitgliedstaaten wurden nicht einmal diskutiert. Ende Oktober wurde Girkin (Strelkow) ein h\u00e4ufiger Gast bei den Veranstaltungen des Instituts, von L. Reschetnikow wurde er mehrmals \u00f6ffentlich als sein Freund bezeichnet. Als das Projekt \"Neurussland\" sich zunehmend als lebensunf\u00e4hig und unkontrollierbar gezeigt hat, und Kreml zu signalisieren begann, dass er nicht bereit sei, in einen offenen Krieg mit der Ukraine zu treten und einen Vorsto\u00df \u00fcber Mariupol nach Transnistrien zu starten, das f\u00fcr die RISS-F\u00fchrung eine unergr\u00fcdliche heilige Bedeutung hat, wurde die Experten-Mitschuld des Instituts offensichtlich, das an den Entscheidungen beteiligt war (bzw. sie unterst\u00fctzt hat), die Russland in eine gravierende wirtschaftliche und au\u00dfenpolitische Krise gebracht haben.\r\n\r\nUnter anderem auf Initiative des RISS wurde der Pr\u00e4sidialverwaltung, also auch dem Pr\u00e4sidenten, der Gedanke eingefl\u00f6\u00dft, dass:\r\n- die Staaten im postowjetischen Raum sind keine vollwertigen Subjekte der internationalen Beziehungen. Die Tatsache, dass sie auf der politischen Weltkarte aufgetaucht sind und immer noch existieren, ist nur eine Folge der russischen Katastrophen von 1917 und 1991, die von Russlands Feinden, allen voran die USA, eingef\u00e4delt wurden. Ihre Souver\u00e4nit\u00e4t ist ein vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen, das nicht ernst genommen werden darf, eine Art historisches Missverst\u00e4ndnis, das durch die Auferstehung des Imperiums korrigiert werden soll, was schon oft erw\u00e4hnt wurde;\r\n- der Westen ist schwach, feige, gierig und bereit, f\u00fcr Gas und Erd\u00f6l die Annexion der Krim und den Krieg im Donbass zu akzeptieren, wie er bereits im Jahre 2008 die Kriegshandlungen in Abchasien und S\u00fcdossetien akzeptiert hat;\r\n- die allgemeine Stimmung im Osten, einschlie\u00dflich Charkiw und Mariupol, ist auf die Wiedervereinigung mit Russland ausgerichtet. Solch eine Fehleinsch\u00e4tzung vonseiten der Experten zeigt zumindest eine mangelnde Professionalit\u00e4t, und auf jeden Fall den Wunsch, das Handeln der russischen Staatsf\u00fchrung in eine Richtung zu beeinflussen, die von bestimmten sowjetisch-imperialistischen Gruppen angestrebt wird, in der Hoffnung, die staatliche Souver\u00e4nit\u00e4t von Ukraine, Wei\u00dfrussland, Kasachstan und m\u00f6glicherweise Moldawien zu schw\u00e4chen oder gar annihilieren (s. Punkt 1)\r\n- durch die Bildung einer alternativen Lehrmeinung und Unterst\u00fctzung vonseiten des ukrainischen Geheimdienstes (und jetzt auch des wei\u00dfrussischen, denn Wei\u00dfrussland ist f\u00fcr die russischen Integratoren auf jeden Fall als n\u00e4chstes dran) kann man eine starke pro-russische Bewegung schaffen, die nicht nur die \u00f6ffentliche Meinung beeinflussen kann, sondern auch die Politik und die F\u00fchrung dieser Staaten in die von Russland gew\u00fcnschte Richtung steuern kann.\r\n- die Ukraine ist ein \"Unterstaat\" und die Ukrainer ein \"Untervolk\", die unf\u00e4hig sind, eine historisch-politische Rolle zu spielen. Nur die Russen sind das einzige staatsbildende Volk im postsowjetischen Raum, also ist die einzige Form der politischen Existenz dieses Raumes das Russische Imperium. Jeder Gedanke, dass der innerukrainische wie auch der russisch-ukrainische Koflikt im Grunde eine Art B\u00fcrgerkrieg zwischen den Anh\u00e4ngern und Gegnern der Wiederbelebung der russischen imperialistischen Staatlichkeit (Sowjetunion) sind, wurde von vornherein abgelehnt.\r\n- die Krim kann wunderbar und wirtschaftlich schmerzlos in die Russische F\u00f6deration aufgenommen werden. Was au\u00dfer Acht gelassen wurde, waren die soziale Zusammensetzung der Bev\u00f6lkerung, die Struktur des Finanzhaushaltes der Region, seine Abh\u00e4ngigkeit von der ukrainischen Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Finanzen, Strom- und Wasserversorgung. Kurz gesagt: auf dem Papier sah alles glatt aus, im Leben kam man nicht aus dem Stolpern raus.\r\n- der Gas-\u00d6l-Hahn, zusammen mit dem Atomknopf und der besonderen orthodoxen Spiritualit\u00e4t, wird Russland ewig (oder zumindest sehr lange) einen Platz in der Welt garantieren, der es erlaubt, die Position des globalen Machtzentrums erfolgreich zu erk\u00e4mpfen und den USA in diesem Kampf zu widerstehen. Unter anderem, von der Insuffizienz des Schiefergas-Projekts als Alternative zum russischen Brennstoff-Monopol schrieb viel J. Gluschenko.\r\n\r\nDie Folgen solcher fachpolitischen Fehleinsch\u00e4tzungen sind wohl bekannt und von mir in meinen fr\u00fcheren Internetpublikationen analysiert worden, insbesondere was Wei\u00dfrussland betrifft. Ich m\u00f6chte nur hinzuf\u00fcgen, dass im Laufe meiner Entlassung mir wiederholt klargemacht wurde, dass au\u00dfer der Tatsache, dass ich f\u00fcr T. Gusenkowa Konkurrenz durch meine alternative Meinungen darstelle, mussten einfach einige K\u00f6pfe rollen, um das offensichtliche Scheitern vor der Pr\u00e4sidialverwaltung zu rechtfertigen. Da im September und Oktober viele entlassen wurden, die gesamte F\u00fchrung von RISS aber in ihren Positionen bleibt, kann man daraus schlie\u00dfen, dass die Pr\u00e4sidialverwaltung sich mit den dargebrachten Opfern zufriedengegeben hat. Die Frage ist nur, welche Heldentaten in Sachen Expertenanalyse und Propaganda wir vom Russischen Institut f\u00fcr Strategische Studien im Jahre 2015 erwarten d\u00fcrfen.\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<em><strong>Alexander Nikolaewitsch Sytin,<\/strong> Doktor der Geschichtswissenschaften, Mitglied der russisch-lettischen Historikerkommission, ehemaliger Forschungsleiter am Russischen Institut f\u00fcr Strategische Studien (Moskau)<\/em>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n<em>Quelle:<span style=\"color: #000080\">\u00a0<a style=\"color: #000080\" href=\"http:\/\/www.bramaby.com\/ls\/blog\/rus\/1841.html\">bramaby.com<\/a><\/span>\u00a0; \u00fcbersetzt von <span style=\"color: #003366\"><a style=\"color: #003366\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/olena.kopnick?fref=ts\">Olena K\u00f6pnick<\/a><\/span><\/em>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2606","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2606"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2606\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3118,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2606\/revisions\/3118"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3007"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}