{"id":27571,"date":"2018-04-20T09:39:22","date_gmt":"2018-04-20T09:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=27571"},"modified":"2019-01-21T09:56:26","modified_gmt":"2019-01-21T09:56:26","slug":"die-kunst-im-krieg-ausschnitte-aus-einem-roman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-kunst-im-krieg-ausschnitte-aus-einem-roman\/","title":{"rendered":"Die Kunst im Krieg: Ausschnitte aus einem Roman"},"content":{"rendered":"<p>Die Kunst war schon immer eine T\u00e4tigkeit, mit deren Hilfe ein Mensch versuchte, seine emotionalen Erlebnisse zu verarbeiten und f\u00fcr die Nachfahren festzuhalten. Die Kunst war und bleibt eine Begleiterscheinung eines jeden emotional geladenen Prozesses in unserem Leben. Und da Krieg eins der st\u00e4rksten emotionalen Erlebnisse im Leben eines jeden Menschen ist, der damit konfrontiert wurde, war er schon immer ein Thema der Kunst und wird es wohl bleiben&#8230;<\/p>\n<p>Der heutige russisch-ukrainische Krieg ist nat\u00fcrlich auch ein Thema der modernen ukrainischen Kunst, und bei dem einen oder anderen brachte er unerwartet sogar Talente zum Vorschein, die ihm vorher selbst unbekannt waren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/zapekawl\"><strong>Vitaly Sapeka<\/strong><\/a> ist ein ukrainischer Fotograf, der wegen seines Alters keine Verpflichtung hatte, an die Front zu gehen, dessen innere Pflicht eines B\u00fcrgers ihn aber zwang, sich Anfang 2015 dem Freiwilligenbataillon &#8222;Poltawa&#8220; anzuschlie\u00dfen und in den Krieg zu ziehen. Seine Fotoarbeiten liegen im Staatsarchiv unter dem Stichwort &#8222;Ewig aufbewahren&#8220; und werden in drei weiteren Museen aufbewahrt &#8211; im Krieg legte er aber unerwartet f\u00fcr sich selbst\u00a0seine Kamera zur Seite und begann zu schreiben.<\/p>\n<p>Seine Erz\u00e4hlungen, voller Humor und Leichtigkeit, ver\u00f6ffentlichte er seit 2015 fortlaufend auf Facebook. Der Leser wird dort wohl kaum Superhelden finden, die mit blo\u00dfen H\u00e4nden feindliche Panzer aufhalten, oder Gener\u00e4le, die Seite an Seite mit der Infanterie k\u00e4mpfen. Dort gibt es auch keine zweimetergro\u00dfen Recken, die mit &#8222;der Flagge in der Hand und einem L\u00e4cheln auf den Lippen&#8220; eines heldenhaften Todes sterben, und seine Soldaten f\u00fchren die Befehle ihrer Kommandeure auch nicht haargenau aus. Seine Helden sind genauso wie er: einfache Menschen, die in ihrem vorigen Leben Buchhalter, Lehrer, Bauarbeiter und Taxifahrer waren, die widerwillig dazu gen\u00f6tigt wurden, das Schie\u00dfen zu lernen, um ihr Leben vor den Barbaren zu sch\u00fctzen, die dieses zu vernichten gekommen sind. Sie weinen manchmal, manchmal machen sie derbe Witze und schaffen es auch nicht beim ersten Mal eine Granate zu werfen. Sie tr\u00e4umen von hei\u00dfem Kaffee, s\u00fc\u00dfen Bonbons und einem warmen weiblichen K\u00f6rper. Und das alles st\u00f6rt sie nicht dabei, Helden zu sein &#8211; einfache, aber echte. Sie sind M\u00e4nner, deren kleine menschliche Schw\u00e4chen sie nicht dabei gest\u00f6rt haben, eines Tages aus dem Haus zu gehen und ihrer Angst entgegenzutreten, aus der ewigen Pflicht und Bestimmung eines Mannes heraus &#8211; zu verteidigen.<\/p>\n<p>Lew Tolstoi schrieb, der Krieg sei nur Dreck, Angst, Schei\u00dfe, Blut und Gewalt. Eben deshalb ist es so wertvoll, wenn jemand f\u00e4hig ist, etwas zartes und helles, weiches und menschliches in dieser Finsternis zu sehen. Das, was Menschen im Krieg rettet: Freundschaft, Lachen, Bruderschaft, Treue, Vertrauen&#8230; Ein Krieg fegt alles Angeschwemmte und von der Gesellschaft Aufgedr\u00e4ngte weg, er kristallisiert einen Menschen heraus, bringt sein Wesen an die Oberfl\u00e4che &#8211; und eben dort, im Dreck und Blut, werden das einfache menschliche Lachen, eine Tasse hei\u00dfen Tee in den H\u00e4nden und zwei zus\u00e4tzliche Stunden Schlaf so wichtig&#8230;<\/p>\n<p>Die Kunst von Vitaly Sapeka handelt genau davon: Von der durch Geschosse zerrissenen Erde, bet\u00e4ubt durch Sausen der Panzer und dr\u00f6hnend vom Getrampel der F\u00fc\u00dfe, auf der jemand pl\u00f6tzlich eine kleine Kornblume sieht, die unbegreiflicherweise in der H\u00f6lle weiter bl\u00fcht. Jeder seiner Helden ist genau dieses in der finstersten Dunkelheit eingefangene St\u00fcckchen Leben &#8211; so wie es ist, mit all seinen M\u00e4ngeln und Schw\u00e4chen, aber Leben.<\/p>\n<p>Man kann die Erz\u00e4hlungen von Vitaly Sapeka in seiner Chronik seit 2015 auf Facebook lesen, in dieser Zeit hat er aber noch drei Romane geschrieben: drei intellektuelle und einen \u00fcber den Krieg. Mit einem Ausschnitt aus seinem Kriegsroman m\u00f6chten wir Sie heute bekanntmachen.<\/p>\n<p>Wom\u00f6glich wird sich der eine oder andere Verleger daf\u00fcr interessieren, diesen Roman in Deutschland herauszugeben, um die Menschen mit der Wahrheit \u00fcber diesen russisch-ukrainischen Krieg bekannt zu machen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/zapekawl\">Vitaly Sapeka<\/a>, &#8222;Helden und sonstige Lichtgestalten&#8220;<\/h2>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">KAPITEL 6<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u00a0\u00a0 \u00a0 Die ersten 24 Stunden im Krieg verliefen f\u00fcr Schramko wie ein Augenblick. Er befand sich im Stresszustand wegen des Erlebten und Gesehenen und sprach darum kaum, was seiner Natur widersprach. Am Abend dachte man sich f\u00fcr ihn einen Kampfnamen aus: &#8222;Buch&#8220;. Ob das von der Abk\u00fcrzung von &#8222;Buchhalter&#8220; oder wegen seines nicht allzu gro\u00dfen Erlebnisberichts (in seinem Verst\u00e4ndnis) \u00fcber seine einstigen Bes\u00e4ufnisse mit ein paar Steuerm\u00e4nnern an seine neuen Kameraden kam, war nicht klar.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Ihre Stellung wurde bis zum Abend nicht mehr beschossen. Die Kanonade beachtete Schramko nicht mehr. Im Gegenteil, wenn ein weitentferntes oder nahes Artilleriefeuer pl\u00f6tzlich eingestellt wurde, hob er verwundert den Kopf: Was ist das jetzt, was f\u00fcr Ungl\u00fcck?<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Am Abend hat Schramko sogar eine Handgranate geworfen. Der \u00c4lteste auf der Stellung, der die erlernten Fertigkeiten seines Untergebenen bei der AGA gut im Kopf behalten hatte, rief ihn zu sich, um ihm was beizubringen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Schau mal, Schramko, Du ziehst den Splint gerade, h\u00e4ltst hier mit der Hand fest, und wenn du den Ring herausziehst &#8211; lass ja nicht los. Schaust erstmal, wohin, und wirfst erst danach. In etwa drei Sekunden explodiert sie. Haste&#8217;s dir gemerkt?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko nickte, er war sehr aufgeregt und war in solchen F\u00e4llen nicht sonderlich gespr\u00e4chig.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Nun siehst du hinter dem Sch\u00fctzengraben die Reste unseres Scharfsch\u00fctzengewehrs? Man m\u00fcsste daneben eine Handgranate werfen. Aber nicht zu nah.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Wozu?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Setzen wir es als eine Geschossexplosion ab. Man muss die Reste mit den Splittern h\u00e4ckseln. Aber wirf nicht direkt auf die Splitter &#8211; wir werden uns abrackern m\u00fcssen, sie dann aufzusammeln.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko hielt den Atem an, richtete den Split gerade, wie Wiktorowitsch ihm beigebracht hatte, umfasste die Handgranate mit der Hand, und zog mit der Linken den Ring heraus.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Super,&#8220; der \u00c4lteste behielt ihn fest in Augen: &#8222;Nun wirf&#8216;.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Kann nicht.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Was hei\u00dft &#8222;kann nicht&#8220;?&#8220; Wiktorowitsch wurde blass.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Kann die Hand nicht aufmachen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Machst du Witze?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Nein.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ruhig, S\u00f6hnchen,&#8220; Wiktorowitsch umfasste seine Hand mit seiner. &#8222;S\u00f6hnchen&#8220; war zwar etwa zehn Jahre \u00e4lter als der &#8222;Papa&#8220; &#8211; das machte aber niemanden stutzig: &#8222;Wind! Zu mir!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der auf den Zuruf angerannte Wind checkte die Situation sofort.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Schlecht. Schneiden wir die Hand ab und werfen sie zusammen mit der Granate.&#8220; Mit diesen Worten zog er sein Messer aus: &#8222;Kommandeur, bereit?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko beobachtete mit Schrecken das robuste Messer in Winds Hand. Machte er wirklich keinen Spa\u00df? Sie werden ihm die Hand abschneiden und zusammen mit der Granate wegwerfen! Er wollte widersprechen, aufschreien, aber sein Hals wurde trocken, und der K\u00f6rper erstarrte noch mehr. Seinen Lippen entfuhr ein dumpfes R\u00f6cheln statt Worten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Bereit!&#8220; h\u00f6rte Schramko die Stimme des Kommandeurs.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Mit diesen Worten schwang Wind das Messer. Schramko schloss die Augen vor Angst. Die Messerspitze stach in seinen Arsch. Schramko zuckte und \u00f6ffnete die Hand. Die Handgranate rutschte in die Hand des Kommandeurs, dabei ert\u00f6nte ein Klatschen. Wiktorowitsch holte aus und warf die Handgranate aus dem Sch\u00fctzengraben raus. Drau\u00dfen erschallte eine Explosion.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Uffff&#8230;&#8220; atmete Wiktorowitsch aus.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko rieb seinen Arsch, aber es gab kein Blut &#8211; Wind hatte ihn nur ein ganz klein wenig gestochen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Mach&#8216; dir keine Sorgen, Buch,&#8220; Wind klatschte Schramko auf die Schulter: &#8222;Das passiert, dass es bei einem klemmt. Du bist nicht der erste. Komm&#8216;, gehen wir schauen, was mit dem Gewehr ist &#8211; wenn es nicht von den Splittern zerkratzt ist, m\u00fcssen wir noch eine werfen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Er wird mir heute aber trotzdem eine Handgranate werfen,&#8220; Wiktorowitsch ging zur Kiste und \u00f6ffnete sie. Drin lagen um die zehn Handgranaten: &#8222;Selbst wenn du seinen Arsch zu einer britischen Flagge schnippelst.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko rieb erschrocken wieder mal seinen f\u00fcnften Punkt. Wind hatte ihn vorsichtig gestochen, sogar die Hose war nicht aufgeschnitten. Aber er wollte sowas nicht mehr sp\u00fcren.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ich habe einen Hund,&#8220; sagte Schramko zu niemandem konkret: &#8222;Deutscher Spitz. Teuer, die Sau&#8230; Und schrecklich verspielt.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Wozu sagst du das?&#8220; wunderte sich Wind.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Zur Frage ihrer Verspieltheit. Sie liebt es \u00fcberaus, hinter einem Ball herzulaufen. Wenn du ihr einen wirfst \u2014 l\u00e4uft sie, bringt ihn zur\u00fcck, damit du wieder wirfst. Und dann tupft sie dir diesen Ball in die Hand &#8211; ihren Rachen aufzumachen hat sie aber keinen Willen zu. Sie ist wahnsinnig danach, ihn wieder holen zu rennen, ber\u00fchrt mit diesem Ball in ihrem Rachen deine H\u00e4nde und spreizt aber ihre Z\u00e4hne nicht auf. Und schaut dich so unschuldig an, von wegen &#8222;Herrchen, du bist klug, denk&#8216; dir was aus, den Ball gebe ich nicht her, m\u00f6chte ihm aber hinterherlaufen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Und?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ich erinnere mich selbst sehr an meine Toscha gerade.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Alle lachten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Na gut, lasst mal nicht ablenken. Krabbelt mal hin und schaut, was der Feind mit unserem Gewehr gemacht hat.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Zusammen mit Wind krochen sie vorsichtig aus dem Sch\u00fctzengraben raus, sammelten die Reste des Gewehrs auf und kamen genauso kriechend zur\u00fcck. Zu dritt beschauten sie die Reste.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Passt, wir haben beim ersten Mal schon die n\u00f6tigen Kratzer gemacht.&#8220; Der \u00c4lteste war zufrieden. Er drehte sich zu Schramko: &#8222;Hast du die Kiste gesehen? Nimm&#8216; dort Handgranaten und wirf&#8216;. So lange du keine geworfen hast, gehst du nicht schlafen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko nickte. Der Kommandeur drehte sich zu Wind.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Gebt Ihr Max keinen Wodka mehr?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Nein. Wie denn. Er h\u00e4lt&#8217;s schon aus.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Richtig. Nachts wird er ins Krankenhaus abgeholt. Soll er mal durchhalten. Verwechsle nicht die Schutzweste. Ja gut, ich gehe mal den SBU anrufen &#8211; so ein Pech haben wir hier, so ein teures Gewehr durch ein Geschoss besch\u00e4digt. Vielleicht geben sie uns jetzt ein normales, mit Patronen&#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Mit diesen Worten ging der Kommandeur zu sich in den Unterstand.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Soll ich dir helfen oder machst du&#8217;s selber?&#8220; Wind schaute Schramko an.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Bleib&#8216; mal hier&#8230; Und&#8230; \u00e4hm&#8230; hol&#8216; mal das Messer raus&#8230; soll es griffbereit sein.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Keine Frage. Aber du bist mir was schuldig.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Bin ich,&#8220; seufzte Schramko.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Diesmal ging aber alles glimpflich ab. Schramko holte eine Handgranate aus der Kiste. Wie der Kommandeur ihm beigebracht hatte, zog er den Splint gerade, riss den Ring heraus und warf sie soweit er konnte. In der N\u00e4he erschallte eine Explosion.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Wind versteckte das Messer:<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Passt, dich klemmt&#8217;s nicht mehr. Bl\u00e4ffst morgen noch was.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Entkr\u00e4ftet setzte sich Schramko auf den Boden des Sch\u00fctzengrabens.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Wenn man&#8217;s sich richtig \u00fcberlegt,&#8220; sagte er zu sich selbst: &#8222;War ich gerade viel cooler als mein Hund. Toscha w\u00e4re stolz auf mich.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">KAPITEL 7<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">In ein paar Tagen lebte sich Schramko ein. Als ob es das fr\u00fchere Leben nie gegeben h\u00e4tte. Er harrte seine Stunden auf seinem Wachposten aus und lernte, bei der erstbesten Gelegenheit einzuschlafen. Dabei ist es ihm egal geworden, ob es Tag oder Nacht war, ob der Beschuss nah war oder irgendwo in der Weite donnerte. Sie wurden nun selten beschossen, schlaff &#8211; nur damit sie sich nicht entspannen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Seine Kasernenuniform trug sich durch das Sch\u00fctzengrabenleben ab, es gab aber keine M\u00f6glichkeit zu waschen. Zum trinken und essen gab es zwar genug Wasser, aber zum sich-rasieren und waschen nicht mehr. Die Zufahrt des N\u00f6tigsten wurde immer gef\u00e4hrlicher. Darum tauchte der Minivan mit dem N\u00f6tigsten immer seltener auf. Und h\u00f6rte bald g\u00e4nzlich auf zu kommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Nachrichten, die die K\u00e4mpfer der Abteilung erreichten, waren \u00e4u\u00dferst unheimlich. Nachts krochen sie manchmal aus ihren Sch\u00fctzengr\u00e4ben raus, versteckten sich hinter Betonbl\u00f6cken und versuchten etwas im Internet zu lesen. Wo es h\u00f6her war, dort war die Verbindung ein wenig besser. Aber auf diesem allweltlichen Informationsm\u00fcllhaufen wurden unterschiedlichste Meldungen ver\u00f6ffentlicht. Von bravour\u00f6sen &#8222;Die Russen sind schon au\u00dfer Atem, wir gehen bald zur Offensive \u00fcber und erobern unser Land bis zur Grenze zur\u00fcck&#8220; bis hin zu &#8222;Alles im Eimer&#8220;. Die offiziellen Lageberichte des ATO-Pressestabs las keiner &#8211; alle wussten, was f\u00fcr eine L\u00fcgentasche Lysenko ist. Aber wegen des Fehlens von objektiver Informationen gingen unangenehme Ger\u00fcchte in der Abteilung herum. Alle waren in niedergedr\u00fcckter Stimmung.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der Koch Kolywan ging allen sehr auf die Nerven. Alle, die an seinem Kessel Essen holten, packte er mit der Hand am \u00c4rmel und widerte: &#8222;Verstehst du, dass wir am Arsch sind?&#8220;. Niemand antwortete ihm, und jeder versuchte, dann zum Kessel zu gehen, wenn Kolywan sich vor Besch\u00fcssen im Unterstand versteckte.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">An einem Abend rief der Kommandeur Schramko zu sich. Er setzte ihn gastfreundlich ihm gegen\u00fcber an den Tisch. Er bot ihm aber weder Tee noch Kaffee an &#8211; es gab keinen. Wiktorowitsch nahm den Teekocher vom Kanonenoffen herunter.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u201eWillst du Kochwasser?\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u201eMit Zucker?\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u201cVerw\u00f6hnt bist du, Schramko. Kaffee, Tee und kochendes Wasser trinkt man nur ohne Zucker, damit der Geschmack und der Duft nicht verloren gehen.\u201d<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Merke ich mir,&#8220; nickte Schramko schl\u00e4frig.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Zucker war schon vor Schramkos Ankunft auf der Stellung alle. Er wusste es, aber fragte f\u00fcr alle F\u00e4lle &#8211; vielleicht hatte der Kommandeur ja ein geheimes Ersparnis.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Taschenlampe des \u00c4ltesten beleuchtete Schramkos Uniform, schlug mit einem hellen Flecken auf seine M\u00fctze mit der Aufschrift &#8222;Adidas&#8220;, die zwar &#8222;illegal&#8220; war, aber viel w\u00e4rmer als die vom Staat. Das Licht fuhr \u00fcber seine dreckige Uniform dar\u00fcber und blieb auf seinen Kampfstiefeln stehen, die lange keine Schuhcreme gesehen hatten. Daf\u00fcr hatte Schramko aber nicht die gelben vorschriftsm\u00e4\u00dfigen sondern die schwarzen von den Freiwilligen. Sie waren besser als die vom Staat ausgeh\u00e4ndigten, wurden aber auch lange nicht mehr gepflegt. Schramko war n\u00e4mlich bei seiner Abfahrt zur Stellung gl\u00fccklicherweise an ein paar Freiwillige geraten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Naja&#8230;&#8220; Wiktorowitsch verzog das Gesicht.\u00a0<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er ging zu seiner Liegebank und st\u00f6berte in einer Kartonbox mit der Aufschrift &#8222;Den Helden von Poltawa&#8220;: &#8222;Ah ja, hier&#8230; Nimm&#8216;, Schramko. Wollte es f\u00fcr mich behalten, aber f\u00fcr dich ist es mir nicht zu schade.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Was ist das?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;NATO-Uniform, Multicam. Von den Freiwilligen. Gebrauchte, aber in bestem Zustand, dazu auch noch sauber. Und was f\u00fcr Stoff! Nicht wie unser Dreck. In so einer m\u00f6chte man dienen und Heldentaten vollbringen.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko nahm die Uniform entgegen und betastete sie. Der Stoff war tats\u00e4chlich wunderbar, nicht wie seine steuerfinanzierte Uniform, in der es &#8222;im Sommer zu hei\u00df, im Winter zu kalt&#8220; war.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Zieh&#8216; die mal an, zieh&#8216; an,&#8220; war der Kommandeur verd\u00e4chtig nett zu Schramko: &#8222;Zieh&#8216; sie jetzt an, wenn es nicht deine Gr\u00f6\u00dfe ist, dann schaue ich noch was.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko zog sich um. In der Dunkelheit war es schwer, sich selbst zu sehen, aber bei Taschenlampenlicht war erkennbar, dass die Uniform zumindest wesentlich sauberer war, als seine. Und der K\u00f6rper f\u00fchlte sich besser, wohler an.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ein Held! Einfach nur ein Held. In so einer Uniform kann man nur noch Heldentaten vollbringen! Hier, nimm&#8216; noch die Fleece-Windjacke drunter &#8211; da hast du ein vollkommenes Feng Shui. Wird w\u00e4rmer als unsere Matrosenjacken sein.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko machte die Gutm\u00fctigkeit der Obrigkeit hellh\u00f6rig. Er wollte die Chevrone umsetzen und seine Dokumente mit dem restlichen Schrott aus den Taschen seiner alten Uniform umlegen, aber Wiktorowitsch hielt ihn auf.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Machst du sp\u00e4ter, Schramko. Setz&#8216; dich mal mir gegen\u00fcber hin und h\u00f6r&#8216; zu. Ich habe eine Aufgabe f\u00fcr so einen braven Kerl wie du.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko kam vorsichtig an den Tisch, an den der Kommandeur sich schon zu setzen geschafft hatte. Dieser breitete vor sich eine Karte aus. Eine Zeit lang schaute er mal sie, mal Schramko an. Nahm einen Schluck Hei\u00dfwasser. Schramko wollte unbedingt vieles fragen, aber schwieg in schlechter Vorahnung &#8211; er versuchte zu verstehen, welchen Abschluss eine derartige Gutm\u00fctigkeit des Kommandeurs f\u00fcr ihn wohl findet.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;H\u00f6r&#8216; mal genau zu, Buch,&#8220; der \u00c4lteste beleuchtete die Karte mit der Taschenlampe: &#8222;Um uns herum passiert irgendein Schei\u00df. Mit den Unseren haben wir Verbindung nur \u00fcbers Handy, und selbst sie wird von den Russen nach Lust und Laune abgeh\u00f6rt. Man kann nicht viel sagen, und h\u00f6ren tut man auch nicht viel. Das Funkger\u00e4t sollte man lieber gar nicht anmachen. Dort h\u00f6rt man nur &#8222;Hochols, ergebt euch!&#8220;. Was bei uns passiert, erfahren wir aus dem Internet. Wo da die Wahrheit und wo nur Stuss ist, versteht man nicht. Von dem Kommando kommt kein Laut, schon seit Tagen nicht. Mein Bauchgef\u00fchl sagt mir, es l\u00e4uft was Schei\u00dfe. Es wird sehr brenzlich.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der \u00c4lteste verstummte. Schramko verstand, dass die Uniform und die Gutm\u00fctigkeit des Kommandeurs nicht umsonst waren. Sein schlechtes Gef\u00fchl hatte ihn nicht betrogen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Schau mal her, Schramko. Hier sind wir, und hier ist die Stellung unserer Nachbarn. Ich glaube, die Nationalgarde, vielleicht aber auch nicht&#8230; Wei\u00df nicht&#8230; Hier sind sie, bei der Erdstra\u00dfe. Geh&#8216; mal hin, nimm&#8216; die Handynummer von deren Kommandeur, dann werden wir uns wenigstens mit jemandem in Verbindung setzen k\u00f6nnen, wenn was ist. Und frag&#8216; sie mal aus, was sie wissen, was f\u00fcr Nachrichten es gibt. Wonach riecht es, kurz gesagt.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko starrte bl\u00f6d auf die Karte von der gegenseitige Seite &#8211; so aufmerksam er aber auch dem Finger des Kommandeurs folgte, verstand er darin nichts.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ich entschuldige mich&#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Musst du nicht, Schramko. Ich kann keinen erfahrenen K\u00e4mpfer schicken &#8211; falls was passiert, ich kann sie alle an den Fingern einer Hand z\u00e4hlen. Entschuldige f\u00fcr die Offenheit. Und du musst nur spazierengehen. Falls ein Beschuss kommt &#8211; falle auf den Boden und harre aus. Aber eine Stunde vor dem Morgengrauen musst du wieder hier sein.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Eigentlich habe ich&#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ah! So lange ich es nicht vergesse!&#8220; Unterbrach ihn der Kommandeur erneut: &#8222;Hol&#8216; bei denen mal Klebeband, unsere Farbe ist bei uns alle. F\u00fcr deine neue Uniform brauchst du auch eins.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ich entschuldige mich tierisch&#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Deine Gedankenfolge ist richtig, Schramko! Nun gibt dir Wind zwei Flaschen Wodka mit. Man darf ja nicht zur Bekanntschaft mit leeren H\u00e4nden gehen. Zumal du auch noch um Klebeband bitten musst. Gut, dass du mich daran erinnert hast. Jetzt geh&#8216;. Sei vorsichtig. Und so.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der Kommandeur versank in der Karte und schaute Schramko nicht mehr an. Als Schramko verstanden hatte, dass die Einweisung zu Ende war, nahm er seine alte Uniform und ging raus.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der ungl\u00fcckselige zuk\u00fcnftige Held sch\u00e4mte sich einzugestehen, dass er auf der Karte nichts verstanden hatte. Er hat ja so eine verantwortungsvolle Aufgabe bekommen, und versteht das Elementarste nicht. Das ist dir kein Ausharren in dem Sch\u00fctzengraben nachts und wach bleiben, ob die kommen oder nicht kommen. Hier k\u00f6nnte ihm ja sogar eine Medaille verliehen werden, wenn er lebendig zur\u00fcckkommt und die gestellte Aufgabe erf\u00fcllt, nat\u00fcrlich. Wenn er nur w\u00fcsste, wohin er gehen soll.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Bis Schramko bei Wind ankam, war er schon total in Tr\u00e4umen versunken: &#8222;Ich werde im Fernsehen gezeigt, die Gener\u00e4le werden mir die Hand dr\u00fccken&#8230;&#8220; In seinen Gedanken z\u00f6gerte er bei der Wahl der eventuellen Auszeichnung f\u00fcr seine zuk\u00fcnftige Heldentat, darum vergass er Wind zu fragen, in welcher Richtung denn genau die Nachbarstellung liegt. Er nahm schweigend die Flaschen Wodka entgegen, stopfte sie in die Taschen seiner Neuanschaffung, zumal die NATO-Uniform f\u00fcr derartige Zwecke sehr bequem war. Er gab Wind seine alte Uniform ab und kroch mit seinem Gewehr auf dem R\u00fccken aus dem Sch\u00fctzengraben.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Als er sich ein Paar Schritte von ihrer Stellung entfernt hatte, zwang sich Schramko seine Tr\u00e4ume \u00fcber eine Medaille zu verscheuchen. &#8222;Zuerst die Aufgabe, dann die Auszeichnungen,&#8220; wies er sich selbst in die Schranken und zwang sich \u00fcber die Arbeit nachzudenken.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er schaute sich um. Es war schon dunkel, die Wolken zogen in zerfetzten St\u00fccken \u00fcber den Himmel, und lie\u00dfen die Sterne mal offen mal zugedeckt. Der abnehmende Mond leuchtete durch die Wolkenschicht kaum durch, und nur ab und zu beleuchtete er in den L\u00fccken zwischen den Wolken die Erdfl\u00e4che.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko ging noch ein paar Schritte. Er konnte sich immernoch nicht ausmalen, auf welche Seite er gehen sollte. Er versuchte sich an die Bewegung des Kommandeurfingers auf der Karte zu erinnern. &#8222;Links oder rechts?&#8220; z\u00f6gerte er.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der Mond kam wieder zwischen den Wolken raus, es wurde heller. Schramko beschloss, dass es Stellungen der Unseren sowohl links als auch rechts geben muss. Darum w\u00e4hlte er die Richtung, wohin der abnehmende Mond seiner Meinung nach besser leuchtete. &#8222;Ja, ich glaube, dahin,&#8220; erinnerte er sich an die Fingerbewegung des \u00c4ltesten: &#8222;Wenn er mit dem Finger dahin zeigt, dann ist es von meiner Seite aus gesehen umgekehrt. Interessant. Kartografie &#8211; ist es eine Wissenschaft oder nur so&#8230;&#8220; Schramko machte noch ein paar Schritte, pl\u00f6tzlich wurde es aber wieder dunkel, er stolperte und fiel fast hin. Rechtzeitig schaffte er sich am Boden mit der Hand aufzust\u00fctzen. Das Gewehr schlug ihm empfindlich auf den R\u00fccken.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Verdammte Dunkelheit!&#8220; fluchte Schramko fl\u00fcsternd.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er pr\u00fcfte den Wodka. Zum Gl\u00fcck waren die Flaschen beide ganz und keine war aus den Taschen gefallen. Schramko erfreute sich seines Gl\u00fccks, richtete das Gewehr gerade und bewegte sich weiter. Seine \u00dcberlegungen \u00fcber die Kartografie wurden unterbrochen &#8211; er zwang sich erneut zur Konzentration auf die Aufgabe. Er versuchte gleichzeitig zu den Seiten zu schauen und unter die Beine, es war sehr schwer die Richtung zu finden. Die Wolkenfetzen ver\u00e4nderten permanent die Beleuchtung des Bodens. Der Mond und die Sterne leuchteten mal st\u00e4rker, mal wurde ihr Licht schw\u00e4cher, was Schramko durcheinanderbrachte.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Ein pl\u00f6tzlicher Gedanke hielt ihn auf: Der Kommandeur hatte ihm kein Passwort gesagt. Er kommt dann bei den Unseren an: &#8222;Hallo, gebt mal Klebeband.&#8220; So einer in Multicam und ohne Chevrone. Die Separs laufen auch in so einer Uniform herum, die ist eh besser als deren russische. Sollte man sich nicht wundern, wenn die Nationalgarde ihn ohne das Passwort an die Wand stellt, zur Erschie\u00dfung oder wohin da, wenn es keine Wand dort gibt&#8230; Erschie\u00dfung? Er drehte sich in die Richtung, wie er glaubte, seiner Stellung: Soll er zur\u00fcckgehen und fragen? Sehr gelegen kamen Wiktorowitschs Worte ins Ged\u00e4chtnis, dass es keine Verbindung mit dem Kommando gibt und somit auch keine Passw\u00f6rter f\u00fcr diese Stunden geben kann. Zumindest wurden ihm die letzten Tage weder Passw\u00f6rter noch Antworten vor seinem Wachdienst gegeben.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Vielleicht erschie\u00dfen mich ja die Unseren nicht, sondern nehmen mich einfach gefangen? Schicken mich ins Hinterland &#8211; dort wird ja eh alles gekl\u00e4rt, und dann bringen sie mich in die Sauna, geben mir Hei\u00dfwasser mit Tee oder Kaffee. Vielleicht sogar mit Zucker&#8230; Auch keine schlechte Variante&#8230; Zun\u00e4chst wird man nat\u00fcrlich an meinem Lebensmark zehren. Aber zur Sauna bringen sie mich dann unbedingt. Und das Essen ist im Hinterland besser, Brot mit Zucker gibt es bestimmt.&#8220; Mit diesem hellen Gedanken drehte er sich wieder in die vermutliche Richtung seiner Reise.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Vorsichtig schreitend vergn\u00fcgte er sich noch eine Weile mit vermeintlichen Gerichten, die ihm im Hinterland bestimmt serviert werden. Es gab viele Varianten, aber bei jeder gab es todsicher einen Tee-Kaffee mit Zucker und frisches Brot. Von diesen Gedanken wurde er fr\u00f6hlicher. Er begann sogar zu denken, so zum Spa\u00df auf die Nachbarstellung zu kommen und sich dort f\u00fcr einen Russen auszugeben, der wertvolle Informationen hat. Dann wird er bestimmt nicht erschossen sondern ins Hinterland geschickt. Zu dem Tee, dem Kaffee und dem Zucker. Und dem Brot. In so einer Uniform, wie Wiktorowitsch ihm gegeben hat, k\u00e4mpft man gerade sowohl auf unserer Seite als auch auf der anderen gegen uns. Man kann sich nur am Klebeband und den Chevronen erkennen. Und an den dreisten Fressen. Klebeband hat er nicht &#8211; er geht es ja gerade schnorren, und die Chevrone hat er auf seiner alten Uniform gelassen &#8211; hatte es nicht geschafft, sie umzuziehen. Naja, und die Fresse und ihre Dreistigkeit&#8230;. pfff, ein Mensch, der sein ganzes Leben lang gegen die Steuerinspekteure k\u00e4mpfte&#8230; Hier kann so einer wie Schramko eben was gegen halten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Aber dann sch\u00e4mte er sich seiner Gedanken. Er hat doch eine Aufgabe, seine Kameraden hoffen auf ihn, und er denkt hier an irgendeinen Quatsch, an Fra\u00df mit Kaffee-Zucker. Und \u00fcberhaupt &#8211; er ist ein Freiwilliger, kein einberufener &#8222;Mussstudent&#8220;. Er ist von alleine gegangen seine Heimat zu verteidigen. Erstmal werden sie Russen vertreiben, dann kommt auch schon Hei\u00dfwasser mit Tee und sogar mit Zucker. Besch\u00e4mt von sich selbst begann er schneller zu schreiten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Und stolperte wieder. Diesmal schaffte er aber nicht, sich auf den Beinen zu halten und steckte seine Nase in die Erde. Es tat nicht sonderlich weh, war eher unangenehm. &#8222;So kann man sich ja den Kopf zerschlagen, nicht nur den Wodka.&#8220; Er stand auf, pr\u00fcfte die Flaschen &#8211; sie waren ganz. Er sch\u00fcttelte seine neue Uniform ab &#8211; schade, sie so direkt dreckig zu machen. Er beschloss auf die Dazwischenkunft des Mondes zu warten, um sich wenigstens ein bi\u00dfchen \u00fcber seine Wegrichtung klar zu werden. Sich den Kopf zu zerschlagen, den Wodka oder noch schlimmer seine Neuerschaffung zu zerrei\u00dfen wollte er gar nicht.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er musste mehrere Minuten warten. Der Wind schlug die Wolken zur Seite und selbst des Lichts des abnehmenden Mondes reichte, dass Schramko einen Erdweg in der N\u00e4he zu sehen schaffte. &#8222;Da ist es! Das ist der Erdweg, den Wiktorowitsch auf der Karte zeigte!&#8220; freute er sich. Er ging schneller, um den Weg zu erreichen, solange die Beleuchtung etwas besser war. &#8222;Die Kartografie ist eine Wissenschaft,&#8220; beschloss er: &#8222;Das ist eine unwiderlegbare Tatsache. So, wie ich hier auf dem wissenschaftlichen Wege die richtige Richtung gefunden habe. Das ist dir kein Pappenstil hier. Uhu. Und der Kommandeur meinte noch, dass ich ihm nicht leid tue, da ich zu nichts zu gebrauchen sei. Und wie ich ein K\u00e4mpfer bin! Ich beweis es denen noch!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er hatte wieder Gl\u00fcck &#8211; er schaffte es, auf den Erdweg herauszukommen bevor der Himmel wieder von Wolken vollst\u00e4ndig zugedeckt war. Auf dem Erdweg, selbst bei schwachem Sternenlicht ist es einfacher zu gehen. Selbst wenn dieser Erdweg auch kein Geschenk war &#8211; voll mit Schlagl\u00f6chern, Trichtern und Rinnen &#8211; kann man aber mit unwegsamen Gel\u00e4nde nicht vergleichen. Schramko wurde fr\u00f6hlicher und schritt schneller.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Stellung der Nachbarn war gar nicht so weit. Bereits nach zehn Minuten konnte Schramko Betonbl\u00f6cke und Sands\u00e4cke erkennen. Beim n\u00e4chsten Auftauchen des Mondes hinter den Wolken sah er die Stellung deutlich. &#8222;Wieso habe ich sie tags\u00fcber noch nie gesehen? Das ist doch ganz nah an uns,&#8220; wunderte er sich. Wobei, tags\u00fcber kann man seinen Kopf nicht sonderlich aus dem Sch\u00fctzengraben hochstrecken. Geschweige denn sich umschauen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Nicht schie\u00dfen! Freunde!&#8220; schrie er aus der Ferne.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Stellung war schon ganz nah, aber vielleicht war dort auch so ein Neuling wie er selbst &#8211; schie\u00dft erstmal und fragt erst dann nach einem Passwort.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Nenn&#8216; das Passwort,&#8220; h\u00f6rte man von der Stellung: &#8222;Wer bist du?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Na, da kommt&#8217;s,&#8220; dachte Schramko: &#8222;Passwort wollen die. Woher soll ich es kennen. Selbst der Kommandeur wei\u00df es nicht.&#8220; Man musste antworten &#8211; deutlich erh\u00f6rte er das Ger\u00e4usch der durchladenden Waffen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Wer ist da, wer ist da!&#8220; \u00e4ffte er die unsichtbare Stimme nach: &#8222;Zwei Flaschen Wodka! Falls du schie\u00dft und sie triffst &#8211; rei\u00df ich dir den Kopf ab und sage, dass es schon vorher so gewesen ist!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Du&#8230;\u00e4hh&#8230;Du&#8230;Die Waffe&#8230; Zeig&#8216; deine H\u00e4nde!&#8220; Die Taschenlampe blendete Schramko, er verdeckte die Augen mit der Hand, n\u00e4herte sich aber weiterhin, setzte nur seinen Schritt ein wenig ab.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Auf dem R\u00fccken ist mein Gewehr, mach&#8216; dir keine Sorgen!&#8220; Schramko versuchte fr\u00f6hlich und sorgenlos zu wirken.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Und in deinen Taschen ist was? Handgranaten?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Bist du doof? Oder schlimmer?&#8220; Wunderte sich Schramko: &#8222;Ich sag&#8217;s dir doch: zwei Flaschen Wodka! Von unserer Stellung an eure.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Du bist von den Nachbarn also!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Na klar. Doch nicht von der NATO.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Auf der anderen Seite der Deckung lachte man auf Schramkos trockenen Witz.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Komm&#8216; n\u00e4her.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Taschenlampe blendete ihn noch immer. Schramko sah gar nichts, er lief auf die Stimme zu. Irgendjemandes H\u00e4nde krallten sich an ihn fest, klammerten sein Maschinengewehr um, betasteten die Taschen.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Jungens! Schaut her! Wodka!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Es gibt Sachen, \u00fcber die man Witze machen kann, und andere, \u00fcber die nicht. Ein Kumpel von mir rief mal sein Weib an, wollte gesittet die Zeit verbringen. Fragte sie, was er kaufen soll. Und die meinte: &#8222;Nichts, alles ist da, komm&#8216; einfach.&#8220; Und der Idiot glaubte ihr. Kommt er da an, und sie hat kein Gramm Schnaps zu Hause. Und er meinte: &#8222;Was l\u00fcgst mich denn so an? Meintest doch, es gibt alles, ich h\u00e4tte auf dem Weg bei einem Kiosk vorbeischauen k\u00f6nnen.\u201d Und diese Kuh: &#8222;Ich hab doch an Kondoms gedacht, was du fragst.&#8220; Weiber&#8230; haben nur das Eine im Sinn.\u201d<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Und dann? Hat er sie nicht gefickt?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Doch klar. Aber du verstehst doch, war nicht sonderlich romantisch. Hat ihm doch das Weib die ganze Nacht versaut.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Alle lachten.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Ist der Wodka gut? Kein gepanschter?&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Willst du mich beleidigen. Einen gepanschten zur Bekanntschaft mit den Nachbarn bringen &#8211; sich selbst nicht respektieren. Habe ich selber im Laden gekauft!&#8220; L\u00fcgte Schramko aus irgendeinem Grund: &#8222;Ich wurde geschickt, bei Euch Klebeband zu leihen &#8211; bei uns ist die n\u00f6tige Farbe alle. Und was \u00fcber die Lage herauszufinden.&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Wow!&#8220; Derjenige, der ihm Fragen stellte, beleuchtete mit der Taschenlampe eine der Flaschen: &#8222;Du bist aber cool! Bist ja ein Diversant!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Was ist&#8217;n da, Irbis?&#8220; H\u00f6rte man eine Stimme von der Seite.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Der Wodka ist ukrainisch! Fiskalisch! Respekt, Bruder! Diversionen betreiben und bei den Hochols auch noch die L\u00e4den abklopfen!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">In der Stimme des unsichtbaren Gespr\u00e4chspartners sp\u00fcrte man Respekt. Fremde H\u00e4nde lie\u00dfen von Schramko los. Das Gewehr hing wieder an seinem R\u00fccken. Schramko musste es nur noch zurechtr\u00fccken. Davon wurde es ihm aber nicht leichter: Das von seinem unsichtbaren Gegen\u00fcber Gesagte schlug ihn vor den Kopf. &#8222;Bei den Hochols die L\u00e4den abklopfen!&#8220; Wohin hat es ihn verschlagen? In seinem Kopf glimmte noch die Hoffnung, dass er sein Gegen\u00fcber falsch verstanden hatte.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Wieso? Habt Ihr keinen ukrainischen Wodka?&#8220; fragte er vorsichtig.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Woher? Die Russen schicken ihren eigenen. Seltener Dreck!&#8220;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Pech,&#8220; sagte Schramko sich selbst.<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">&#8222;Pech,&#8220; wurde ihm zugestimmt: &#8222;Wie kann man ihn denn trinken?&#8220;&#8230;&#8220;<\/span><\/p>\n<p>Vitaly Sapeka, 2017<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lust auf Fortsetzung? Bei Interesse bitte <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalmdeutsch\/\">unsere Redaktion<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a> auf Facebook anschreiben.<\/p>\n<hr \/>\n<div class=\"Body\">\n<p><em><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/12\/InformNapalm_logo_05.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-26385 alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"\" width=\"123\" height=\"54\" \/><\/a>Dieser Artikel wurde von<strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a> <\/strong>exklusiv f\u00fcr\u00a0<strong>InformNapalmDeutsch<\/strong>\u00a0verfasst; korrigiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/khwalter\">Klaus H. Walter<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein aktiver\u00a0Link zu unserer Ressource erforderlich\u00a0<\/em><em>( <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\">Creative Commons \u2014 Attribution 4.0 International \u2014\u00a0CC BY 4.0<\/a>\u00a0)<\/em><\/p>\n<p><em>Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der \u00d6ffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tats\u00e4chlich brechen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center\"><strong>Besuchen Sie uns auf Facebook:<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalmdeutsch\/\"> InformNapalmDeutsch<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunst war schon immer eine T\u00e4tigkeit, mit deren Hilfe ein Mensch versuchte, seine emotionalen Erlebnisse zu&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":27585,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,707,228,3,15726],"tags":[59,180,11619,11618,13],"class_list":["post-27571","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-gesellschaft","category-informnapalm-eilmeldungen","category-interviews","category-irina-schlegel-aktuell","tag-krieg","tag-kunst","tag-literatur","tag-sapeka","tag-ukraine"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - 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Die Kunst war und bleibt eine Begleiterscheinung eines jeden emotional geladenen Prozesses in unserem Leben. Und da Krieg eins der st\u00e4rksten emotionalen Erlebnisse im Leben eines jeden Menschen ist, der damit konfrontiert wurde, war er schon immer ein Thema der Kunst und wird es wohl bleiben...\r\n\r\nDer heutige russisch-ukrainische Krieg ist nat\u00fcrlich auch ein Thema der modernen ukrainischen Kunst, und bei dem einen oder anderen brachte er unerwartet sogar Talente zum Vorschein, die ihm vorher selbst unbekannt waren.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/zapekawl\"><strong>Vitaly Sapeka<\/strong><\/a> ist ein ukrainischer Fotograf, der wegen seines Alters keine Verpflichtung hatte, an die Front zu gehen, dessen innere Pflicht eines B\u00fcrgers ihn aber zwang, sich Anfang 2015 dem Freiwilligenbataillon \"Poltawa\" anzuschlie\u00dfen und in den Krieg zu ziehen. Seine Fotoarbeiten liegen im Staatsarchiv unter dem Stichwort \"Ewig aufbewahren\" und werden in drei weiteren Museen aufbewahrt - im Krieg legte er aber unerwartet f\u00fcr sich selbst\u00a0seine Kamera zur Seite und begann zu schreiben.\r\n\r\nSeine Erz\u00e4hlungen, voller Humor und Leichtigkeit, ver\u00f6ffentlichte er seit 2015 fortlaufend auf Facebook. Der Leser wird dort wohl kaum Superhelden finden, die mit blo\u00dfen H\u00e4nden feindliche Panzer aufhalten, oder Gener\u00e4le, die Seite an Seite mit der Infanterie k\u00e4mpfen. Dort gibt es auch keine zweimetergro\u00dfen Recken, die mit \"der Flagge in der Hand und einem L\u00e4cheln auf den Lippen\" eines heldenhaften Todes sterben, und seine Soldaten f\u00fchren die Befehle ihrer Kommandeure auch nicht haargenau aus. Seine Helden sind genauso wie er: einfache Menschen, die in ihrem vorigen Leben Buchhalter, Lehrer, Bauarbeiter und Taxifahrer waren, die widerwillig dazu gen\u00f6tigt wurden, das Schie\u00dfen zu lernen, um ihr Leben vor den Barbaren zu sch\u00fctzen, die dieses zu vernichten gekommen sind. Sie weinen manchmal, manchmal machen sie derbe Witze und schaffen es auch nicht beim ersten Mal eine Granate zu werfen. Sie tr\u00e4umen von hei\u00dfem Kaffee, s\u00fc\u00dfen Bonbons und einem warmen weiblichen K\u00f6rper. Und das alles st\u00f6rt sie nicht dabei, Helden zu sein - einfache, aber echte. Sie sind M\u00e4nner, deren kleine menschliche Schw\u00e4chen sie nicht dabei gest\u00f6rt haben, eines Tages aus dem Haus zu gehen und ihrer Angst entgegenzutreten, aus der ewigen Pflicht und Bestimmung eines Mannes heraus - zu verteidigen.\r\n\r\nLew Tolstoi schrieb, der Krieg sei nur Dreck, Angst, Schei\u00dfe, Blut und Gewalt. Eben deshalb ist es so wertvoll, wenn jemand f\u00e4hig ist, etwas zartes und helles, weiches und menschliches in dieser Finsternis zu sehen. Das, was Menschen im Krieg rettet: Freundschaft, Lachen, Bruderschaft, Treue, Vertrauen... Ein Krieg fegt alles Angeschwemmte und von der Gesellschaft Aufgedr\u00e4ngte weg, er kristallisiert einen Menschen heraus, bringt sein Wesen an die Oberfl\u00e4che - und eben dort, im Dreck und Blut, werden das einfache menschliche Lachen, eine Tasse hei\u00dfen Tee in den H\u00e4nden und zwei zus\u00e4tzliche Stunden Schlaf so wichtig...\r\n\r\nDie Kunst von Vitaly Sapeka handelt genau davon: Von der durch Geschosse zerrissenen Erde, bet\u00e4ubt durch Sausen der Panzer und dr\u00f6hnend vom Getrampel der F\u00fc\u00dfe, auf der jemand pl\u00f6tzlich eine kleine Kornblume sieht, die unbegreiflicherweise in der H\u00f6lle weiter bl\u00fcht. Jeder seiner Helden ist genau dieses in der finstersten Dunkelheit eingefangene St\u00fcckchen Leben - so wie es ist, mit all seinen M\u00e4ngeln und Schw\u00e4chen, aber Leben.\r\n\r\nMan kann die Erz\u00e4hlungen von Vitaly Sapeka in seiner Chronik seit 2015 auf Facebook lesen, in dieser Zeit hat er aber noch drei Romane geschrieben: drei intellektuelle und einen \u00fcber den Krieg. Mit einem Ausschnitt aus seinem Kriegsroman m\u00f6chten wir Sie heute bekanntmachen.\r\n\r\nWom\u00f6glich wird sich der eine oder andere Verleger daf\u00fcr interessieren, diesen Roman in Deutschland herauszugeben, um die Menschen mit der Wahrheit \u00fcber diesen russisch-ukrainischen Krieg bekannt zu machen.\r\n<h2 style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/zapekawl\">Vitaly Sapeka<\/a>, \"Helden und sonstige Lichtgestalten\"<\/h2>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">KAPITEL 6<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u00a0\u00a0 \u00a0 Die ersten 24 Stunden im Krieg verliefen f\u00fcr Schramko wie ein Augenblick. Er befand sich im Stresszustand wegen des Erlebten und Gesehenen und sprach darum kaum, was seiner Natur widersprach. Am Abend dachte man sich f\u00fcr ihn einen Kampfnamen aus: \"Buch\". Ob das von der Abk\u00fcrzung von \"Buchhalter\" oder wegen seines nicht allzu gro\u00dfen Erlebnisberichts (in seinem Verst\u00e4ndnis) \u00fcber seine einstigen Bes\u00e4ufnisse mit ein paar Steuerm\u00e4nnern an seine neuen Kameraden kam, war nicht klar.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Ihre Stellung wurde bis zum Abend nicht mehr beschossen. Die Kanonade beachtete Schramko nicht mehr. Im Gegenteil, wenn ein weitentferntes oder nahes Artilleriefeuer pl\u00f6tzlich eingestellt wurde, hob er verwundert den Kopf: Was ist das jetzt, was f\u00fcr Ungl\u00fcck?<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Am Abend hat Schramko sogar eine Handgranate geworfen. Der \u00c4lteste auf der Stellung, der die erlernten Fertigkeiten seines Untergebenen bei der AGA gut im Kopf behalten hatte, rief ihn zu sich, um ihm was beizubringen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Schau mal, Schramko, Du ziehst den Splint gerade, h\u00e4ltst hier mit der Hand fest, und wenn du den Ring herausziehst - lass ja nicht los. Schaust erstmal, wohin, und wirfst erst danach. In etwa drei Sekunden explodiert sie. Haste's dir gemerkt?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko nickte, er war sehr aufgeregt und war in solchen F\u00e4llen nicht sonderlich gespr\u00e4chig.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Nun siehst du hinter dem Sch\u00fctzengraben die Reste unseres Scharfsch\u00fctzengewehrs? Man m\u00fcsste daneben eine Handgranate werfen. Aber nicht zu nah.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Wozu?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Setzen wir es als eine Geschossexplosion ab. Man muss die Reste mit den Splittern h\u00e4ckseln. Aber wirf nicht direkt auf die Splitter - wir werden uns abrackern m\u00fcssen, sie dann aufzusammeln.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko hielt den Atem an, richtete den Split gerade, wie Wiktorowitsch ihm beigebracht hatte, umfasste die Handgranate mit der Hand, und zog mit der Linken den Ring heraus.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Super,\" der \u00c4lteste behielt ihn fest in Augen: \"Nun wirf'.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Kann nicht.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Was hei\u00dft \"kann nicht\"?\" Wiktorowitsch wurde blass.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Kann die Hand nicht aufmachen.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Machst du Witze?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Nein.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ruhig, S\u00f6hnchen,\" Wiktorowitsch umfasste seine Hand mit seiner. \"S\u00f6hnchen\" war zwar etwa zehn Jahre \u00e4lter als der \"Papa\" - das machte aber niemanden stutzig: \"Wind! Zu mir!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der auf den Zuruf angerannte Wind checkte die Situation sofort.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Schlecht. Schneiden wir die Hand ab und werfen sie zusammen mit der Granate.\" Mit diesen Worten zog er sein Messer aus: \"Kommandeur, bereit?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko beobachtete mit Schrecken das robuste Messer in Winds Hand. Machte er wirklich keinen Spa\u00df? Sie werden ihm die Hand abschneiden und zusammen mit der Granate wegwerfen! Er wollte widersprechen, aufschreien, aber sein Hals wurde trocken, und der K\u00f6rper erstarrte noch mehr. Seinen Lippen entfuhr ein dumpfes R\u00f6cheln statt Worten.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Bereit!\" h\u00f6rte Schramko die Stimme des Kommandeurs.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Mit diesen Worten schwang Wind das Messer. Schramko schloss die Augen vor Angst. Die Messerspitze stach in seinen Arsch. Schramko zuckte und \u00f6ffnete die Hand. Die Handgranate rutschte in die Hand des Kommandeurs, dabei ert\u00f6nte ein Klatschen. Wiktorowitsch holte aus und warf die Handgranate aus dem Sch\u00fctzengraben raus. Drau\u00dfen erschallte eine Explosion.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Uffff...\" atmete Wiktorowitsch aus.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko rieb seinen Arsch, aber es gab kein Blut - Wind hatte ihn nur ein ganz klein wenig gestochen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Mach' dir keine Sorgen, Buch,\" Wind klatschte Schramko auf die Schulter: \"Das passiert, dass es bei einem klemmt. Du bist nicht der erste. Komm', gehen wir schauen, was mit dem Gewehr ist - wenn es nicht von den Splittern zerkratzt ist, m\u00fcssen wir noch eine werfen.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Er wird mir heute aber trotzdem eine Handgranate werfen,\" Wiktorowitsch ging zur Kiste und \u00f6ffnete sie. Drin lagen um die zehn Handgranaten: \"Selbst wenn du seinen Arsch zu einer britischen Flagge schnippelst.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko rieb erschrocken wieder mal seinen f\u00fcnften Punkt. Wind hatte ihn vorsichtig gestochen, sogar die Hose war nicht aufgeschnitten. Aber er wollte sowas nicht mehr sp\u00fcren.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ich habe einen Hund,\" sagte Schramko zu niemandem konkret: \"Deutscher Spitz. Teuer, die Sau... Und schrecklich verspielt.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Wozu sagst du das?\" wunderte sich Wind.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Zur Frage ihrer Verspieltheit. Sie liebt es \u00fcberaus, hinter einem Ball herzulaufen. Wenn du ihr einen wirfst \u2014 l\u00e4uft sie, bringt ihn zur\u00fcck, damit du wieder wirfst. Und dann tupft sie dir diesen Ball in die Hand - ihren Rachen aufzumachen hat sie aber keinen Willen zu. Sie ist wahnsinnig danach, ihn wieder holen zu rennen, ber\u00fchrt mit diesem Ball in ihrem Rachen deine H\u00e4nde und spreizt aber ihre Z\u00e4hne nicht auf. Und schaut dich so unschuldig an, von wegen \"Herrchen, du bist klug, denk' dir was aus, den Ball gebe ich nicht her, m\u00f6chte ihm aber hinterherlaufen.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Und?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ich erinnere mich selbst sehr an meine Toscha gerade.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Alle lachten.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Na gut, lasst mal nicht ablenken. Krabbelt mal hin und schaut, was der Feind mit unserem Gewehr gemacht hat.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Zusammen mit Wind krochen sie vorsichtig aus dem Sch\u00fctzengraben raus, sammelten die Reste des Gewehrs auf und kamen genauso kriechend zur\u00fcck. Zu dritt beschauten sie die Reste.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Passt, wir haben beim ersten Mal schon die n\u00f6tigen Kratzer gemacht.\" Der \u00c4lteste war zufrieden. Er drehte sich zu Schramko: \"Hast du die Kiste gesehen? Nimm' dort Handgranaten und wirf'. So lange du keine geworfen hast, gehst du nicht schlafen.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko nickte. Der Kommandeur drehte sich zu Wind.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Gebt Ihr Max keinen Wodka mehr?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Nein. Wie denn. Er h\u00e4lt's schon aus.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Richtig. Nachts wird er ins Krankenhaus abgeholt. Soll er mal durchhalten. Verwechsle nicht die Schutzweste. Ja gut, ich gehe mal den SBU anrufen - so ein Pech haben wir hier, so ein teures Gewehr durch ein Geschoss besch\u00e4digt. Vielleicht geben sie uns jetzt ein normales, mit Patronen...\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Mit diesen Worten ging der Kommandeur zu sich in den Unterstand.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Soll ich dir helfen oder machst du's selber?\" Wind schaute Schramko an.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Bleib' mal hier... Und... \u00e4hm... hol' mal das Messer raus... soll es griffbereit sein.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Keine Frage. Aber du bist mir was schuldig.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Bin ich,\" seufzte Schramko.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Diesmal ging aber alles glimpflich ab. Schramko holte eine Handgranate aus der Kiste. Wie der Kommandeur ihm beigebracht hatte, zog er den Splint gerade, riss den Ring heraus und warf sie soweit er konnte. In der N\u00e4he erschallte eine Explosion.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Wind versteckte das Messer:<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Passt, dich klemmt's nicht mehr. Bl\u00e4ffst morgen noch was.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Entkr\u00e4ftet setzte sich Schramko auf den Boden des Sch\u00fctzengrabens.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Wenn man's sich richtig \u00fcberlegt,\" sagte er zu sich selbst: \"War ich gerade viel cooler als mein Hund. Toscha w\u00e4re stolz auf mich.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">KAPITEL 7<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">In ein paar Tagen lebte sich Schramko ein. Als ob es das fr\u00fchere Leben nie gegeben h\u00e4tte. Er harrte seine Stunden auf seinem Wachposten aus und lernte, bei der erstbesten Gelegenheit einzuschlafen. Dabei ist es ihm egal geworden, ob es Tag oder Nacht war, ob der Beschuss nah war oder irgendwo in der Weite donnerte. Sie wurden nun selten beschossen, schlaff - nur damit sie sich nicht entspannen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Seine Kasernenuniform trug sich durch das Sch\u00fctzengrabenleben ab, es gab aber keine M\u00f6glichkeit zu waschen. Zum trinken und essen gab es zwar genug Wasser, aber zum sich-rasieren und waschen nicht mehr. Die Zufahrt des N\u00f6tigsten wurde immer gef\u00e4hrlicher. Darum tauchte der Minivan mit dem N\u00f6tigsten immer seltener auf. Und h\u00f6rte bald g\u00e4nzlich auf zu kommen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Nachrichten, die die K\u00e4mpfer der Abteilung erreichten, waren \u00e4u\u00dferst unheimlich. Nachts krochen sie manchmal aus ihren Sch\u00fctzengr\u00e4ben raus, versteckten sich hinter Betonbl\u00f6cken und versuchten etwas im Internet zu lesen. Wo es h\u00f6her war, dort war die Verbindung ein wenig besser. Aber auf diesem allweltlichen Informationsm\u00fcllhaufen wurden unterschiedlichste Meldungen ver\u00f6ffentlicht. Von bravour\u00f6sen \"Die Russen sind schon au\u00dfer Atem, wir gehen bald zur Offensive \u00fcber und erobern unser Land bis zur Grenze zur\u00fcck\" bis hin zu \"Alles im Eimer\". Die offiziellen Lageberichte des ATO-Pressestabs las keiner - alle wussten, was f\u00fcr eine L\u00fcgentasche Lysenko ist. Aber wegen des Fehlens von objektiver Informationen gingen unangenehme Ger\u00fcchte in der Abteilung herum. Alle waren in niedergedr\u00fcckter Stimmung.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der Koch Kolywan ging allen sehr auf die Nerven. Alle, die an seinem Kessel Essen holten, packte er mit der Hand am \u00c4rmel und widerte: \"Verstehst du, dass wir am Arsch sind?\". Niemand antwortete ihm, und jeder versuchte, dann zum Kessel zu gehen, wenn Kolywan sich vor Besch\u00fcssen im Unterstand versteckte.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">An einem Abend rief der Kommandeur Schramko zu sich. Er setzte ihn gastfreundlich ihm gegen\u00fcber an den Tisch. Er bot ihm aber weder Tee noch Kaffee an - es gab keinen. Wiktorowitsch nahm den Teekocher vom Kanonenoffen herunter.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u201eWillst du Kochwasser?\u201c<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u201eMit Zucker?\u201c<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\u201cVerw\u00f6hnt bist du, Schramko. Kaffee, Tee und kochendes Wasser trinkt man nur ohne Zucker, damit der Geschmack und der Duft nicht verloren gehen.\u201d<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Merke ich mir,\" nickte Schramko schl\u00e4frig.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Zucker war schon vor Schramkos Ankunft auf der Stellung alle. Er wusste es, aber fragte f\u00fcr alle F\u00e4lle - vielleicht hatte der Kommandeur ja ein geheimes Ersparnis.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Taschenlampe des \u00c4ltesten beleuchtete Schramkos Uniform, schlug mit einem hellen Flecken auf seine M\u00fctze mit der Aufschrift \"Adidas\", die zwar \"illegal\" war, aber viel w\u00e4rmer als die vom Staat. Das Licht fuhr \u00fcber seine dreckige Uniform dar\u00fcber und blieb auf seinen Kampfstiefeln stehen, die lange keine Schuhcreme gesehen hatten. Daf\u00fcr hatte Schramko aber nicht die gelben vorschriftsm\u00e4\u00dfigen sondern die schwarzen von den Freiwilligen. Sie waren besser als die vom Staat ausgeh\u00e4ndigten, wurden aber auch lange nicht mehr gepflegt. Schramko war n\u00e4mlich bei seiner Abfahrt zur Stellung gl\u00fccklicherweise an ein paar Freiwillige geraten.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Naja...\" Wiktorowitsch verzog das Gesicht.\u00a0<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er ging zu seiner Liegebank und st\u00f6berte in einer Kartonbox mit der Aufschrift \"Den Helden von Poltawa\": \"Ah ja, hier... Nimm', Schramko. Wollte es f\u00fcr mich behalten, aber f\u00fcr dich ist es mir nicht zu schade.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Was ist das?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"NATO-Uniform, Multicam. Von den Freiwilligen. Gebrauchte, aber in bestem Zustand, dazu auch noch sauber. Und was f\u00fcr Stoff! Nicht wie unser Dreck. In so einer m\u00f6chte man dienen und Heldentaten vollbringen.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko nahm die Uniform entgegen und betastete sie. Der Stoff war tats\u00e4chlich wunderbar, nicht wie seine steuerfinanzierte Uniform, in der es \"im Sommer zu hei\u00df, im Winter zu kalt\" war.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Zieh' die mal an, zieh' an,\" war der Kommandeur verd\u00e4chtig nett zu Schramko: \"Zieh' sie jetzt an, wenn es nicht deine Gr\u00f6\u00dfe ist, dann schaue ich noch was.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko zog sich um. In der Dunkelheit war es schwer, sich selbst zu sehen, aber bei Taschenlampenlicht war erkennbar, dass die Uniform zumindest wesentlich sauberer war, als seine. Und der K\u00f6rper f\u00fchlte sich besser, wohler an.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ein Held! Einfach nur ein Held. In so einer Uniform kann man nur noch Heldentaten vollbringen! Hier, nimm' noch die Fleece-Windjacke drunter - da hast du ein vollkommenes Feng Shui. Wird w\u00e4rmer als unsere Matrosenjacken sein.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko machte die Gutm\u00fctigkeit der Obrigkeit hellh\u00f6rig. Er wollte die Chevrone umsetzen und seine Dokumente mit dem restlichen Schrott aus den Taschen seiner alten Uniform umlegen, aber Wiktorowitsch hielt ihn auf.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Machst du sp\u00e4ter, Schramko. Setz' dich mal mir gegen\u00fcber hin und h\u00f6r' zu. Ich habe eine Aufgabe f\u00fcr so einen braven Kerl wie du.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko kam vorsichtig an den Tisch, an den der Kommandeur sich schon zu setzen geschafft hatte. Dieser breitete vor sich eine Karte aus. Eine Zeit lang schaute er mal sie, mal Schramko an. Nahm einen Schluck Hei\u00dfwasser. Schramko wollte unbedingt vieles fragen, aber schwieg in schlechter Vorahnung - er versuchte zu verstehen, welchen Abschluss eine derartige Gutm\u00fctigkeit des Kommandeurs f\u00fcr ihn wohl findet.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"H\u00f6r' mal genau zu, Buch,\" der \u00c4lteste beleuchtete die Karte mit der Taschenlampe: \"Um uns herum passiert irgendein Schei\u00df. Mit den Unseren haben wir Verbindung nur \u00fcbers Handy, und selbst sie wird von den Russen nach Lust und Laune abgeh\u00f6rt. Man kann nicht viel sagen, und h\u00f6ren tut man auch nicht viel. Das Funkger\u00e4t sollte man lieber gar nicht anmachen. Dort h\u00f6rt man nur \"Hochols, ergebt euch!\". Was bei uns passiert, erfahren wir aus dem Internet. Wo da die Wahrheit und wo nur Stuss ist, versteht man nicht. Von dem Kommando kommt kein Laut, schon seit Tagen nicht. Mein Bauchgef\u00fchl sagt mir, es l\u00e4uft was Schei\u00dfe. Es wird sehr brenzlich.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der \u00c4lteste verstummte. Schramko verstand, dass die Uniform und die Gutm\u00fctigkeit des Kommandeurs nicht umsonst waren. Sein schlechtes Gef\u00fchl hatte ihn nicht betrogen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Schau mal her, Schramko. Hier sind wir, und hier ist die Stellung unserer Nachbarn. Ich glaube, die Nationalgarde, vielleicht aber auch nicht... Wei\u00df nicht... Hier sind sie, bei der Erdstra\u00dfe. Geh' mal hin, nimm' die Handynummer von deren Kommandeur, dann werden wir uns wenigstens mit jemandem in Verbindung setzen k\u00f6nnen, wenn was ist. Und frag' sie mal aus, was sie wissen, was f\u00fcr Nachrichten es gibt. Wonach riecht es, kurz gesagt.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko starrte bl\u00f6d auf die Karte von der gegenseitige Seite - so aufmerksam er aber auch dem Finger des Kommandeurs folgte, verstand er darin nichts.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ich entschuldige mich...\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Musst du nicht, Schramko. Ich kann keinen erfahrenen K\u00e4mpfer schicken - falls was passiert, ich kann sie alle an den Fingern einer Hand z\u00e4hlen. Entschuldige f\u00fcr die Offenheit. Und du musst nur spazierengehen. Falls ein Beschuss kommt - falle auf den Boden und harre aus. Aber eine Stunde vor dem Morgengrauen musst du wieder hier sein.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Eigentlich habe ich...\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ah! So lange ich es nicht vergesse!\" Unterbrach ihn der Kommandeur erneut: \"Hol' bei denen mal Klebeband, unsere Farbe ist bei uns alle. F\u00fcr deine neue Uniform brauchst du auch eins.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ich entschuldige mich tierisch...\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Deine Gedankenfolge ist richtig, Schramko! Nun gibt dir Wind zwei Flaschen Wodka mit. Man darf ja nicht zur Bekanntschaft mit leeren H\u00e4nden gehen. Zumal du auch noch um Klebeband bitten musst. Gut, dass du mich daran erinnert hast. Jetzt geh'. Sei vorsichtig. Und so.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der Kommandeur versank in der Karte und schaute Schramko nicht mehr an. Als Schramko verstanden hatte, dass die Einweisung zu Ende war, nahm er seine alte Uniform und ging raus.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der ungl\u00fcckselige zuk\u00fcnftige Held sch\u00e4mte sich einzugestehen, dass er auf der Karte nichts verstanden hatte. Er hat ja so eine verantwortungsvolle Aufgabe bekommen, und versteht das Elementarste nicht. Das ist dir kein Ausharren in dem Sch\u00fctzengraben nachts und wach bleiben, ob die kommen oder nicht kommen. Hier k\u00f6nnte ihm ja sogar eine Medaille verliehen werden, wenn er lebendig zur\u00fcckkommt und die gestellte Aufgabe erf\u00fcllt, nat\u00fcrlich. Wenn er nur w\u00fcsste, wohin er gehen soll.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Bis Schramko bei Wind ankam, war er schon total in Tr\u00e4umen versunken: \"Ich werde im Fernsehen gezeigt, die Gener\u00e4le werden mir die Hand dr\u00fccken...\" In seinen Gedanken z\u00f6gerte er bei der Wahl der eventuellen Auszeichnung f\u00fcr seine zuk\u00fcnftige Heldentat, darum vergass er Wind zu fragen, in welcher Richtung denn genau die Nachbarstellung liegt. Er nahm schweigend die Flaschen Wodka entgegen, stopfte sie in die Taschen seiner Neuanschaffung, zumal die NATO-Uniform f\u00fcr derartige Zwecke sehr bequem war. Er gab Wind seine alte Uniform ab und kroch mit seinem Gewehr auf dem R\u00fccken aus dem Sch\u00fctzengraben.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Als er sich ein Paar Schritte von ihrer Stellung entfernt hatte, zwang sich Schramko seine Tr\u00e4ume \u00fcber eine Medaille zu verscheuchen. \"Zuerst die Aufgabe, dann die Auszeichnungen,\" wies er sich selbst in die Schranken und zwang sich \u00fcber die Arbeit nachzudenken.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er schaute sich um. Es war schon dunkel, die Wolken zogen in zerfetzten St\u00fccken \u00fcber den Himmel, und lie\u00dfen die Sterne mal offen mal zugedeckt. Der abnehmende Mond leuchtete durch die Wolkenschicht kaum durch, und nur ab und zu beleuchtete er in den L\u00fccken zwischen den Wolken die Erdfl\u00e4che.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Schramko ging noch ein paar Schritte. Er konnte sich immernoch nicht ausmalen, auf welche Seite er gehen sollte. Er versuchte sich an die Bewegung des Kommandeurfingers auf der Karte zu erinnern. \"Links oder rechts?\" z\u00f6gerte er.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Der Mond kam wieder zwischen den Wolken raus, es wurde heller. Schramko beschloss, dass es Stellungen der Unseren sowohl links als auch rechts geben muss. Darum w\u00e4hlte er die Richtung, wohin der abnehmende Mond seiner Meinung nach besser leuchtete. \"Ja, ich glaube, dahin,\" erinnerte er sich an die Fingerbewegung des \u00c4ltesten: \"Wenn er mit dem Finger dahin zeigt, dann ist es von meiner Seite aus gesehen umgekehrt. Interessant. Kartografie - ist es eine Wissenschaft oder nur so...\" Schramko machte noch ein paar Schritte, pl\u00f6tzlich wurde es aber wieder dunkel, er stolperte und fiel fast hin. Rechtzeitig schaffte er sich am Boden mit der Hand aufzust\u00fctzen. Das Gewehr schlug ihm empfindlich auf den R\u00fccken.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Verdammte Dunkelheit!\" fluchte Schramko fl\u00fcsternd.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er pr\u00fcfte den Wodka. Zum Gl\u00fcck waren die Flaschen beide ganz und keine war aus den Taschen gefallen. Schramko erfreute sich seines Gl\u00fccks, richtete das Gewehr gerade und bewegte sich weiter. Seine \u00dcberlegungen \u00fcber die Kartografie wurden unterbrochen - er zwang sich erneut zur Konzentration auf die Aufgabe. Er versuchte gleichzeitig zu den Seiten zu schauen und unter die Beine, es war sehr schwer die Richtung zu finden. Die Wolkenfetzen ver\u00e4nderten permanent die Beleuchtung des Bodens. Der Mond und die Sterne leuchteten mal st\u00e4rker, mal wurde ihr Licht schw\u00e4cher, was Schramko durcheinanderbrachte.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Ein pl\u00f6tzlicher Gedanke hielt ihn auf: Der Kommandeur hatte ihm kein Passwort gesagt. Er kommt dann bei den Unseren an: \"Hallo, gebt mal Klebeband.\" So einer in Multicam und ohne Chevrone. Die Separs laufen auch in so einer Uniform herum, die ist eh besser als deren russische. Sollte man sich nicht wundern, wenn die Nationalgarde ihn ohne das Passwort an die Wand stellt, zur Erschie\u00dfung oder wohin da, wenn es keine Wand dort gibt... Erschie\u00dfung? Er drehte sich in die Richtung, wie er glaubte, seiner Stellung: Soll er zur\u00fcckgehen und fragen? Sehr gelegen kamen Wiktorowitschs Worte ins Ged\u00e4chtnis, dass es keine Verbindung mit dem Kommando gibt und somit auch keine Passw\u00f6rter f\u00fcr diese Stunden geben kann. Zumindest wurden ihm die letzten Tage weder Passw\u00f6rter noch Antworten vor seinem Wachdienst gegeben.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Vielleicht erschie\u00dfen mich ja die Unseren nicht, sondern nehmen mich einfach gefangen? Schicken mich ins Hinterland - dort wird ja eh alles gekl\u00e4rt, und dann bringen sie mich in die Sauna, geben mir Hei\u00dfwasser mit Tee oder Kaffee. Vielleicht sogar mit Zucker... Auch keine schlechte Variante... Zun\u00e4chst wird man nat\u00fcrlich an meinem Lebensmark zehren. Aber zur Sauna bringen sie mich dann unbedingt. Und das Essen ist im Hinterland besser, Brot mit Zucker gibt es bestimmt.\" Mit diesem hellen Gedanken drehte er sich wieder in die vermutliche Richtung seiner Reise.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Vorsichtig schreitend vergn\u00fcgte er sich noch eine Weile mit vermeintlichen Gerichten, die ihm im Hinterland bestimmt serviert werden. Es gab viele Varianten, aber bei jeder gab es todsicher einen Tee-Kaffee mit Zucker und frisches Brot. Von diesen Gedanken wurde er fr\u00f6hlicher. Er begann sogar zu denken, so zum Spa\u00df auf die Nachbarstellung zu kommen und sich dort f\u00fcr einen Russen auszugeben, der wertvolle Informationen hat. Dann wird er bestimmt nicht erschossen sondern ins Hinterland geschickt. Zu dem Tee, dem Kaffee und dem Zucker. Und dem Brot. In so einer Uniform, wie Wiktorowitsch ihm gegeben hat, k\u00e4mpft man gerade sowohl auf unserer Seite als auch auf der anderen gegen uns. Man kann sich nur am Klebeband und den Chevronen erkennen. Und an den dreisten Fressen. Klebeband hat er nicht - er geht es ja gerade schnorren, und die Chevrone hat er auf seiner alten Uniform gelassen - hatte es nicht geschafft, sie umzuziehen. Naja, und die Fresse und ihre Dreistigkeit.... pfff, ein Mensch, der sein ganzes Leben lang gegen die Steuerinspekteure k\u00e4mpfte... Hier kann so einer wie Schramko eben was gegen halten.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Aber dann sch\u00e4mte er sich seiner Gedanken. Er hat doch eine Aufgabe, seine Kameraden hoffen auf ihn, und er denkt hier an irgendeinen Quatsch, an Fra\u00df mit Kaffee-Zucker. Und \u00fcberhaupt - er ist ein Freiwilliger, kein einberufener \"Mussstudent\". Er ist von alleine gegangen seine Heimat zu verteidigen. Erstmal werden sie Russen vertreiben, dann kommt auch schon Hei\u00dfwasser mit Tee und sogar mit Zucker. Besch\u00e4mt von sich selbst begann er schneller zu schreiten.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Und stolperte wieder. Diesmal schaffte er aber nicht, sich auf den Beinen zu halten und steckte seine Nase in die Erde. Es tat nicht sonderlich weh, war eher unangenehm. \"So kann man sich ja den Kopf zerschlagen, nicht nur den Wodka.\" Er stand auf, pr\u00fcfte die Flaschen - sie waren ganz. Er sch\u00fcttelte seine neue Uniform ab - schade, sie so direkt dreckig zu machen. Er beschloss auf die Dazwischenkunft des Mondes zu warten, um sich wenigstens ein bi\u00dfchen \u00fcber seine Wegrichtung klar zu werden. Sich den Kopf zu zerschlagen, den Wodka oder noch schlimmer seine Neuerschaffung zu zerrei\u00dfen wollte er gar nicht.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er musste mehrere Minuten warten. Der Wind schlug die Wolken zur Seite und selbst des Lichts des abnehmenden Mondes reichte, dass Schramko einen Erdweg in der N\u00e4he zu sehen schaffte. \"Da ist es! Das ist der Erdweg, den Wiktorowitsch auf der Karte zeigte!\" freute er sich. Er ging schneller, um den Weg zu erreichen, solange die Beleuchtung etwas besser war. \"Die Kartografie ist eine Wissenschaft,\" beschloss er: \"Das ist eine unwiderlegbare Tatsache. So, wie ich hier auf dem wissenschaftlichen Wege die richtige Richtung gefunden habe. Das ist dir kein Pappenstil hier. Uhu. Und der Kommandeur meinte noch, dass ich ihm nicht leid tue, da ich zu nichts zu gebrauchen sei. Und wie ich ein K\u00e4mpfer bin! Ich beweis es denen noch!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Er hatte wieder Gl\u00fcck - er schaffte es, auf den Erdweg herauszukommen bevor der Himmel wieder von Wolken vollst\u00e4ndig zugedeckt war. Auf dem Erdweg, selbst bei schwachem Sternenlicht ist es einfacher zu gehen. Selbst wenn dieser Erdweg auch kein Geschenk war - voll mit Schlagl\u00f6chern, Trichtern und Rinnen - kann man aber mit unwegsamen Gel\u00e4nde nicht vergleichen. Schramko wurde fr\u00f6hlicher und schritt schneller.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Stellung der Nachbarn war gar nicht so weit. Bereits nach zehn Minuten konnte Schramko Betonbl\u00f6cke und Sands\u00e4cke erkennen. Beim n\u00e4chsten Auftauchen des Mondes hinter den Wolken sah er die Stellung deutlich. \"Wieso habe ich sie tags\u00fcber noch nie gesehen? Das ist doch ganz nah an uns,\" wunderte er sich. Wobei, tags\u00fcber kann man seinen Kopf nicht sonderlich aus dem Sch\u00fctzengraben hochstrecken. Geschweige denn sich umschauen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Nicht schie\u00dfen! Freunde!\" schrie er aus der Ferne.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Stellung war schon ganz nah, aber vielleicht war dort auch so ein Neuling wie er selbst - schie\u00dft erstmal und fragt erst dann nach einem Passwort.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Nenn' das Passwort,\" h\u00f6rte man von der Stellung: \"Wer bist du?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Na, da kommt's,\" dachte Schramko: \"Passwort wollen die. Woher soll ich es kennen. Selbst der Kommandeur wei\u00df es nicht.\" Man musste antworten - deutlich erh\u00f6rte er das Ger\u00e4usch der durchladenden Waffen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Wer ist da, wer ist da!\" \u00e4ffte er die unsichtbare Stimme nach: \"Zwei Flaschen Wodka! Falls du schie\u00dft und sie triffst - rei\u00df ich dir den Kopf ab und sage, dass es schon vorher so gewesen ist!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Du...\u00e4hh...Du...Die Waffe... Zeig' deine H\u00e4nde!\" Die Taschenlampe blendete Schramko, er verdeckte die Augen mit der Hand, n\u00e4herte sich aber weiterhin, setzte nur seinen Schritt ein wenig ab.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Auf dem R\u00fccken ist mein Gewehr, mach' dir keine Sorgen!\" Schramko versuchte fr\u00f6hlich und sorgenlos zu wirken.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Und in deinen Taschen ist was? Handgranaten?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Bist du doof? Oder schlimmer?\" Wunderte sich Schramko: \"Ich sag's dir doch: zwei Flaschen Wodka! Von unserer Stellung an eure.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Du bist von den Nachbarn also!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Na klar. Doch nicht von der NATO.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Auf der anderen Seite der Deckung lachte man auf Schramkos trockenen Witz.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Komm' n\u00e4her.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Die Taschenlampe blendete ihn noch immer. Schramko sah gar nichts, er lief auf die Stimme zu. Irgendjemandes H\u00e4nde krallten sich an ihn fest, klammerten sein Maschinengewehr um, betasteten die Taschen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Jungens! Schaut her! Wodka!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Es gibt Sachen, \u00fcber die man Witze machen kann, und andere, \u00fcber die nicht. Ein Kumpel von mir rief mal sein Weib an, wollte gesittet die Zeit verbringen. Fragte sie, was er kaufen soll. Und die meinte: \"Nichts, alles ist da, komm' einfach.\" Und der Idiot glaubte ihr. Kommt er da an, und sie hat kein Gramm Schnaps zu Hause. Und er meinte: \"Was l\u00fcgst mich denn so an? Meintest doch, es gibt alles, ich h\u00e4tte auf dem Weg bei einem Kiosk vorbeischauen k\u00f6nnen.\u201d Und diese Kuh: \"Ich hab doch an Kondoms gedacht, was du fragst.\" Weiber... haben nur das Eine im Sinn.\u201d<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Und dann? Hat er sie nicht gefickt?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Doch klar. Aber du verstehst doch, war nicht sonderlich romantisch. Hat ihm doch das Weib die ganze Nacht versaut.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">Alle lachten.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Ist der Wodka gut? Kein gepanschter?\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Willst du mich beleidigen. Einen gepanschten zur Bekanntschaft mit den Nachbarn bringen - sich selbst nicht respektieren. Habe ich selber im Laden gekauft!\" L\u00fcgte Schramko aus irgendeinem Grund: \"Ich wurde geschickt, bei Euch Klebeband zu leihen - bei uns ist die n\u00f6tige Farbe alle. Und was \u00fcber die Lage herauszufinden.\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Wow!\" Derjenige, der ihm Fragen stellte, beleuchtete mit der Taschenlampe eine der Flaschen: \"Du bist aber cool! Bist ja ein Diversant!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Was ist'n da, Irbis?\" H\u00f6rte man eine Stimme von der Seite.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Der Wodka ist ukrainisch! Fiskalisch! Respekt, Bruder! Diversionen betreiben und bei den Hochols auch noch die L\u00e4den abklopfen!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">In der Stimme des unsichtbaren Gespr\u00e4chspartners sp\u00fcrte man Respekt. Fremde H\u00e4nde lie\u00dfen von Schramko los. Das Gewehr hing wieder an seinem R\u00fccken. Schramko musste es nur noch zurechtr\u00fccken. Davon wurde es ihm aber nicht leichter: Das von seinem unsichtbaren Gegen\u00fcber Gesagte schlug ihn vor den Kopf. \"Bei den Hochols die L\u00e4den abklopfen!\" Wohin hat es ihn verschlagen? In seinem Kopf glimmte noch die Hoffnung, dass er sein Gegen\u00fcber falsch verstanden hatte.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Wieso? Habt Ihr keinen ukrainischen Wodka?\" fragte er vorsichtig.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Woher? Die Russen schicken ihren eigenen. Seltener Dreck!\"<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Pech,\" sagte Schramko sich selbst.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"padding-left: 30px\"><span style=\"color: #000000\">\"Pech,\" wurde ihm zugestimmt: \"Wie kann man ihn denn trinken?\"...\"<\/span><\/p>\r\nVitaly Sapeka, 2017\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\nLust auf Fortsetzung? Bei Interesse bitte <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalmdeutsch\/\">unsere Redaktion<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a> auf Facebook anschreiben.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<div class=\"Body\">\r\n\r\n<em><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/12\/InformNapalm_logo_05.png\"><img class=\" wp-image-26385 alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2017\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"\" width=\"123\" height=\"54\" \/><\/a>Dieser Artikel wurde von<strong>\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a> <\/strong>exklusiv f\u00fcr\u00a0<strong>InformNapalmDeutsch<\/strong>\u00a0verfasst; korrigiert von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/khwalter\">Klaus H. Walter<\/a>.<\/em>\r\n\r\n<em>Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein aktiver\u00a0Link zu unserer Ressource erforderlich\u00a0<\/em><em>( <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\">Creative Commons \u2014 Attribution 4.0 International \u2014\u00a0CC BY 4.0<\/a>\u00a0)<\/em>\r\n\r\n<em>Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. 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