{"id":3265,"date":"2015-02-10T16:14:59","date_gmt":"2015-02-10T16:14:59","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=3265"},"modified":"2016-02-14T10:17:44","modified_gmt":"2016-02-14T10:17:44","slug":"die-schlacht-um-den-debalzewe-kessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-schlacht-um-den-debalzewe-kessel\/","title":{"rendered":"Die Schlacht um den Debalzewe-Kessel"},"content":{"rendered":"<p align=\"LEFT\">Die Schlacht um den Kessel bei Debalzewe ist wom\u00f6glich die sch\u00e4rfste und weitreichendste Schlacht des Russland-Ukraine-Kriegs bis heute.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die Schlacht umfasst den vollen Umfang moderner mechanisierter Kr\u00e4fte, das Zusammenspiel von Geheimdienst, Infanterie, Artillerie und gepanzerten Fahrzeugen, Artillerie und intelligenten elektronischen Mitteln. Die ukrainische Armee h\u00e4lt zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Abwehreinsatz an breiter Front und zeigt sich damit volltauglich im Kampf. Nachdem 8 Tage gek\u00e4mpft wurde, schlugen die ukrainischen Truppen erfolgreich den russischen Angriff zur\u00fcck. Die russische S\u00f6ldner-Armee hatte versucht, die ukrainische Verteidigung im Donbass zu zerschlagen und damit radikal den Verlauf des Kriegs zu \u00e4ndern. Dem Feind ist es nicht gelungen, sein Ziel zu erreichen und er erlitt schwere, m\u00f6glicherweise l\u00e4hmende Verluste.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Debalzewe ist ein Stra\u00dfen- und Schienenknotenpunkt mitten im besetzten Gebiet der Ost-Ukraine. Die ukrainischen Truppen hatten diese Stadt kurz nach dem tragischen Abschuss von Flug MH17 durch eine russische Boden-Luft-Rakete eingenommen. Tats\u00e4chlich war diese Buk-M1-Raketen-Batterie auf einem Tieflader durch Debalzewe gefahren, als sie auf dem Weg nach Donezk und danach an einen Ort in der N\u00e4he von Snischne gebracht wurde, von wo der verheerende Raketenschuss abgegeben wurde. Kurz danach nahmen die ukrainischen Truppen Debalzewe ein. Als sie am 28. Juli die Anh\u00f6he von Sawur Mohyla nahe der russischen Grenze einnahmen, hatten sie damit das besetzte Gebiet geteilt und die Stadt Donezk isoliert. Es ben\u00f6tigte eine Invasion von regul\u00e4ren russischen Truppen im Ausma\u00df einer vollen Division am ukrainischen Unabh\u00e4ngigkeitstag (24. August) um den Fortgang der von Putin geplanten Aggression zu sichern. Der Kessel bei Debalzewe ist der Rest dieses Korridors, der von der russischen Invasion zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Debalzewe ist ebenfalls von strategischer Wichtigkeit als m\u00f6gliche Schussstellung f\u00fcr die Einnahme von Horliwka und m\u00f6glicherweise Donezk selbst. In der Zwischenzeit diente es als St\u00fctzpunkt f\u00fcr das Team der Beobachter der OSZE, welches ironischerweise unter anderem auch aus dem russischen General Alexandr Wjaznikow bestand, dem Offizier, der die russische &#8222;Friedenstruppe&#8220; zusammenstellte, die diesen Teil der Ukraine besetzt hat und an den K\u00e4mpfen teilnahm.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><b style=\"font-family: Arial, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">Was passierte in der Schlacht um den Kessel von Debalzewe?<\/b><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das russische Kommando konzentrierte zwei Kampfgruppen an den Flanken der &#8222;Tasche&#8220; und versuchte, den Debalzewe-Kessel an seinem Hals abzuschneiden. Der Kern der sogenannten Horliwka-Gruppe im Westen war die sogenannte 3. Brigade, die Oplot-Brigade und die &#8222;Kalmius-Brigade&#8220;. Der Kern der sogenannten Brjankowska-Gruppe im Osten war die 4. Brigade bekannt als &#8222;Batman&#8220;. Ebenfalls an den K\u00e4mpfen beteiligt waren die Hauptkr\u00e4fte der &#8222;Prizrak&#8220; (Geister) Brigade, die besten Kampfeinheiten der &#8222;LVR&#8220; und &#8222;DVR&#8220;.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">In schweren K\u00e4mpfen am 23.-24. Januar gelang\u00a0es dem Feind, die D\u00f6rfer Troizke und Switlodarsk einzunehmen, wodurch er eine Bedrohung f\u00fcr die Bundesstrasse\u00a0M-103 darstellte. Offensichtlich war das Ziel, die Debalzewe Gruppe komplett zu umzingeln und die Stra\u00dfe einzunehmen. Das ukrainische Kommando war aber auf diese Pl\u00e4ne des Feindes vorbereitet. Ein rechtzeitiger Gegenangriff ukrainischer Panzer erlaubte den Ukrainern, den Feind aus Troizke zu vertreiben und dort einen verl\u00e4sslichen St\u00fctzpunkt zu errichten. Gleichzeitig wurde der Feind aus Switlodarsk geworfen. Tats\u00e4chlich wurde der Feind an der gesamten Verteidigungslinie &#8211; bestehend aus Tschornuchine, Redkodub und Nikishine- zur\u00fcckgeschlagen. Die Schlacht wurde von Anfang an mit beispielloser H\u00e4rte gef\u00fchrt. Dem Angriff der russischen S\u00f6ldner wurde mit schwerem Artilleriefeuer begegnet, einschlie\u00dflich der Anwendung schwerer Haubitzen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Es sollte festgehalten werden, dass die Bem\u00fchungen des russischen Spezialkommandos, S\u00f6ldner mit Kampferfahrung zu rekrutieren, zum Entstehen der Formationen in den besetzten Gebieten f\u00fchrte, die man tats\u00e4chlich als Privatarmeen bezeichnen kann. Aber die dramatisch gestiegene Effektivit\u00e4t im Kampf und der Zusammenhalt dieser S\u00f6ldnereinheiten, sowie ihre Umwandlung in regul\u00e4re Armeeeinheiten ist das Resultat einer Verlegung von gro\u00dfen Teilen der regul\u00e4ren russischen Armee in die Ost-Ukraine (die sogenannten &#8222;Urlauber&#8220;). Deswegen bestanden die Sto\u00dftruppen der russischen F\u00fchrung haupts\u00e4chlich aus S\u00f6ldnern mit Kampferfahrung und das Verh\u00e4ltnis von Russen in solchen professionellen Einheiten, erreichte besonders bei schwerem Ger\u00e4t und Artillerie bis zu 80-90% der Gesamtst\u00e4rke.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Der Schl\u00fcssel zum erfolgreichen Zur\u00fcckschlagen dieser Angriffe war der effektive Einsatz\u00a0der ukrainischen Artillerie. Deren effektives Feuer auf die feindlichen Truppenkonzentrationen sicherte die Stabilit\u00e4t der ukrainischen Verteidigungslinie. Artilleriemunition wurde rund um die Uhr geliefert. Artilleriebeschuss in diesem Ausma\u00df wurde von der ukrainischen Armee zum ersten Mal seit Beginn dieses Krieges durchgef\u00fchrt. Das war offensichtlich eine \u00dcberraschung f\u00fcr den Feind.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das Scheitern ihres ersten Angriffes brachte das russische Kommando nicht dazu, ihren Plan, die Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe zu \u00fcbernehmen, zu verwerfen. Der Feind war flexibel und versuchte, die Kampfkraft seiner Kampfformationen zu erhalten. Organisiertem Widerstand ausgesetzt, zog sich der Feind zur\u00fcck und beschoss die ukrainischen Stellungen\u00a0selbst mit Artillerie, w\u00e4hrend er sich aus Troizke und Switlodarsk zur\u00fcckzog.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/02\/Debaltsevo-pocket-topographic.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-3268 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/02\/Debaltsevo-pocket-topographic.jpg\" alt=\"Debaltsevo-pocket-topographic\" width=\"703\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/02\/Debaltsevo-pocket-topographic.jpg 703w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/02\/Debaltsevo-pocket-topographic-234x300.jpg 234w\" sizes=\"auto, (max-width: 703px) 100vw, 703px\" \/><\/a><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die russische S\u00f6ldner-Brigade gruppierte sich neu und startete einen neuen Angriff. Nach einer Neueinsch\u00e4tzung des Widerstandes am Hals des Debalzewe-Kessels, griff der Feind s\u00fcdlich von Troizke und Switlodarsk an.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ihre Hauptstreitkr\u00e4fte waren an der \u00f6stlichen Linie des Schlachtfelds konzentriert. Der Feind versuchte, die Firsth\u00f6he, die die M103 zwischen Troizke und Debalzewe kontrolliert, einzunehmen. Der Feind besetzte das Dorf Sanschariwka und heftige K\u00e4mpfe fanden an der H\u00fcgelkette &#8222;307.9&#8220; statt, sowie in der Siedlung Krasniy Pachar.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Zus\u00e4tzliche russische Artillerie wurde aufgefahren. Die russische Artillerieaufkl\u00e4rung begann, die Stellungen\u00a0der ukrainischen selbstst\u00e4ndigen Artillerie zu berechnen. Dies f\u00fchrte zu einem klassischen Artillerie-Duell.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Zeitgleich mit der ge\u00e4nderten Angriffsrichtung am \u00f6stlichen Rand des Kessels, f\u00fchrte der Feind ein \u00e4hnliches Man\u00f6ver am westlichen Ende des Kessel-Schlachtfelds durch. Ohne den Besitz ausreichender Reserven schweren Ger\u00e4ts konnte das ukrainische Kommando nicht die Gesamtheit ihrer Verteidigung kontrollieren.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Am 29. Januar wurden sie von einer gro\u00dfen Einheit bei Wuhlehirsk\u00a0angegriffen und dieser Angriff erwies sich f\u00fcr den Feind als erfolgreich. Als Ergebnis der Aufteilung der ukrainischen Truppen, deren Ziel es war,\u00a0die Angriffe der russischen Truppen in anderen Gebieten zur\u00fcckzuschlagen, wurde diese Stadt von einer kleinen Einheit ukrainischer Soldaten aus dem 13. Battalion Tschernihiw\u00a0(fr\u00fcher ein Battalion der Selbstverteidigung) und der Spezialeinheit &#8222;Swityaz&#8220; aus Iwano-Frankiwsk, verteidigt. Bei der Verteidigung des St\u00fctzpunktes am Eingang von Wuhlehirsk\u00a0erwiesen sich die Jungs aus Tschernihiw\u00a0als sehr kompetent. Drei russische Panzer wurden von Minen in die Luft gejagt, aber der Vierte krachte \u00fcber die ukrainischen Stellungen\u00a0und zerst\u00f6rte ihre Gr\u00e4ben. Trotzdem wurde er sofort mitsamt seiner Besatzung von raketengetriebenen Granaten zerst\u00f6rt. Dies wurde sp\u00e4ter tats\u00e4chlich von einem russischen Videobericht best\u00e4tigt.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die \u00fcberm\u00e4chtigen feindlichen Kr\u00e4fte waren in der Lage, den ersten St\u00fctzpunkt und einen Gro\u00dfteil der Stadt einzunehmen. Trotzdem hielt der St\u00fctzpunkt am Stadtrand stand. Die kleine Festung in der Stadt begann als Aussichtspunkt zu funktionieren, um die Artillerie auf den heranr\u00fcckenden Feind auszurichten. Als Ergebnis war die Horliwka Gruppe nicht in der Lage, ihren anf\u00e4nglichen Erfolg weiter auszubauen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">\u00dcbrigens wurde die ukrainische \u201eSwityaz\u201c-Kompanie, entgegen vieler fr\u00fcherer Berichte nicht in Wuhlehirsk umzingelt. Sie blieben zwei Tage am n\u00f6rdlichen Stadtrand unentdeckt und nach dem \u00dcberpr\u00fcfen eines sicheren Fluchtwegs zogen sich die Soldaten in guter milit\u00e4rischer Ordnung zur\u00fcck.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ein ukrainischer Gegenangriff wurde sofort organisiert, welcher Reserve-Einheiten der Nationalgarde einschloss, die, unterst\u00fctzt von Armee-Panzer-Einheiten, den Feind erfolgreich an den \u00f6stlichen Stadtr\u00e4ndern von Wuhlehirsk\u00a0angriff. Ukrainische Kommandeure mussten schnell reagieren. Als die Kontrolle \u00fcber die Stadt verloren war, war es von N\u00f6ten mit Gegenangriffen den Feind einzud\u00e4mmen, da ansonsten die Horliwka-Gruppe eine unberechenbare Gefahr dargestellt h\u00e4tte. Soldaten des Kulchytsky-Nationalgarde-Bataillons und die Panzer griffen sofort an. Es war eine sehr wichtige und rechtzeitige Entscheidung. Zus\u00e4tzlich stellte der Kommandeur des 26. mechanisierten Infanterie-Bataillons \u201eKiewer Rus\u201c seine eigene Kampftruppe f\u00fcr einen Gegenangriff zusammen, als er vom Durchbruch bei Wuhlehirsk\u00a0h\u00f6rte.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Diese Angriffe erlaubten dem ukrainischen Kommando, sich neuaufzustellen und jeden m\u00f6glichen Angriff durch Wuhlehirsk\u00a0nach Debalzewe einzud\u00e4mmen, das\u00a0nur 14 Kilometer entfernt liegt. Die \u00f6stlichen Stadtr\u00e4nder wurden zum Hauptschlachtfeld. Aber ukrainische Aufkl\u00e4rungstruppen griffen den Feind sogar im Stadtzentrum an. Ukrainische Panzer lieferten sich erbitterte Gefechte mit feindlichen Panzern, die versuchten aus Wuhlehirsk\u00a0nach Debalzewe vorzur\u00fccken. Die Geschwindigkeit und Entschlossenheit der ukrainischen Gegenangriffe hielten das russische Vorr\u00fccken auf.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Am 29. Januar, nach massivem Artillerie-Sperrfeuer griff der Feind erneut die ukrainischen Verteidigungslinien an. Es gab Angriffe an allen Positionen entlang des \u00f6stlichen Rands des Debalzewe-Kessels. Nachdem sie durch schweren Artillerie-Beschuss gro\u00dfen Schaden an den feindlichen Befestigungen verursacht hatten, zogen sich die ukrainischen Truppen aus Nikischine zur\u00fcck. Die K\u00e4mpfe in diesem Dorf hatten 4 Monate gedauert und waren teilweise sehr erbittert. Die Entscheidung, sich zur\u00fcckzuziehen war gerechtfertigt, denn die ukrainischen Truppen haben\u00a0somit vorher vorbereitete Stellungen\u00a0weiter hinten eingenommen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Am 2. Februar hatte die Intensit\u00e4t der K\u00e4mpfe abrupt nachgelassen. Die feindliche Offensive auf den Kessel bei Debalzewe war gescheitert. Zum ersten Mal bemerkte das russische Kommando seine Verluste und stellte seine Offensive ein.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><em>Autor:\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/yaroslawsrevenge.authorsxpress.com\">Myroslav Petriw <\/a><\/strong>unter Verwendung\u00a0der Informationen von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/butusov.yuriy?fref=ts\">Yuri Butusow<\/a> als Quelle; \u00fcbersetzt von Oleg Morosow; redaktiert von<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\"> Irina Schlegel<\/a>. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unsere Ressource erforderlich.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schlacht um den Kessel bei Debalzewe ist wom\u00f6glich die sch\u00e4rfste und weitreichendste Schlacht des Russland-Ukraine-Kriegs bis&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":3267,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,78],"tags":[217,9,63],"class_list":["post-3265","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-lagebericht","tag-debalzewe","tag-donbass","tag-terrorismus"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Schlacht um den Debalzewe-Kessel - 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Die ukrainische Armee h\u00e4lt zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen Abwehreinsatz an breiter Front und zeigt sich damit volltauglich im Kampf. Nachdem 8 Tage gek\u00e4mpft wurde, schlugen die ukrainischen Truppen erfolgreich den russischen Angriff zur\u00fcck. Die russische S\u00f6ldner-Armee hatte versucht, die ukrainische Verteidigung im Donbass zu zerschlagen und damit radikal den Verlauf des Kriegs zu \u00e4ndern. Dem Feind ist es nicht gelungen, sein Ziel zu erreichen und er erlitt schwere, m\u00f6glicherweise l\u00e4hmende Verluste.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Debalzewe ist ein Stra\u00dfen- und Schienenknotenpunkt mitten im besetzten Gebiet der Ost-Ukraine. Die ukrainischen Truppen hatten diese Stadt kurz nach dem tragischen Abschuss von Flug MH17 durch eine russische Boden-Luft-Rakete eingenommen. Tats\u00e4chlich war diese Buk-M1-Raketen-Batterie auf einem Tieflader durch Debalzewe gefahren, als sie auf dem Weg nach Donezk und danach an einen Ort in der N\u00e4he von Snischne gebracht wurde, von wo der verheerende Raketenschuss abgegeben wurde. Kurz danach nahmen die ukrainischen Truppen Debalzewe ein. Als sie am 28. Juli die Anh\u00f6he von Sawur Mohyla nahe der russischen Grenze einnahmen, hatten sie damit das besetzte Gebiet geteilt und die Stadt Donezk isoliert. Es ben\u00f6tigte eine Invasion von regul\u00e4ren russischen Truppen im Ausma\u00df einer vollen Division am ukrainischen Unabh\u00e4ngigkeitstag (24. August) um den Fortgang der von Putin geplanten Aggression zu sichern. Der Kessel bei Debalzewe ist der Rest dieses Korridors, der von der russischen Invasion zerst\u00f6rt wurde.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Debalzewe ist ebenfalls von strategischer Wichtigkeit als m\u00f6gliche Schussstellung f\u00fcr die Einnahme von Horliwka und m\u00f6glicherweise Donezk selbst. In der Zwischenzeit diente es als St\u00fctzpunkt f\u00fcr das Team der Beobachter der OSZE, welches ironischerweise unter anderem auch aus dem russischen General Alexandr Wjaznikow bestand, dem Offizier, der die russische \"Friedenstruppe\" zusammenstellte, die diesen Teil der Ukraine besetzt hat und an den K\u00e4mpfen teilnahm.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\"><b style=\"font-family: Arial, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">Was passierte in der Schlacht um den Kessel von Debalzewe?<\/b><\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Das russische Kommando konzentrierte zwei Kampfgruppen an den Flanken der \"Tasche\" und versuchte, den Debalzewe-Kessel an seinem Hals abzuschneiden. Der Kern der sogenannten Horliwka-Gruppe im Westen war die sogenannte 3. Brigade, die Oplot-Brigade und die \"Kalmius-Brigade\". Der Kern der sogenannten Brjankowska-Gruppe im Osten war die 4. Brigade bekannt als \"Batman\". Ebenfalls an den K\u00e4mpfen beteiligt waren die Hauptkr\u00e4fte der \"Prizrak\" (Geister) Brigade, die besten Kampfeinheiten der \"LVR\" und \"DVR\".<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">In schweren K\u00e4mpfen am 23.-24. Januar gelang\u00a0es dem Feind, die D\u00f6rfer Troizke und Switlodarsk einzunehmen, wodurch er eine Bedrohung f\u00fcr die Bundesstrasse\u00a0M-103 darstellte. Offensichtlich war das Ziel, die Debalzewe Gruppe komplett zu umzingeln und die Stra\u00dfe einzunehmen. Das ukrainische Kommando war aber auf diese Pl\u00e4ne des Feindes vorbereitet. Ein rechtzeitiger Gegenangriff ukrainischer Panzer erlaubte den Ukrainern, den Feind aus Troizke zu vertreiben und dort einen verl\u00e4sslichen St\u00fctzpunkt zu errichten. Gleichzeitig wurde der Feind aus Switlodarsk geworfen. Tats\u00e4chlich wurde der Feind an der gesamten Verteidigungslinie - bestehend aus Tschornuchine, Redkodub und Nikishine- zur\u00fcckgeschlagen. Die Schlacht wurde von Anfang an mit beispielloser H\u00e4rte gef\u00fchrt. Dem Angriff der russischen S\u00f6ldner wurde mit schwerem Artilleriefeuer begegnet, einschlie\u00dflich der Anwendung schwerer Haubitzen.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Es sollte festgehalten werden, dass die Bem\u00fchungen des russischen Spezialkommandos, S\u00f6ldner mit Kampferfahrung zu rekrutieren, zum Entstehen der Formationen in den besetzten Gebieten f\u00fchrte, die man tats\u00e4chlich als Privatarmeen bezeichnen kann. Aber die dramatisch gestiegene Effektivit\u00e4t im Kampf und der Zusammenhalt dieser S\u00f6ldnereinheiten, sowie ihre Umwandlung in regul\u00e4re Armeeeinheiten ist das Resultat einer Verlegung von gro\u00dfen Teilen der regul\u00e4ren russischen Armee in die Ost-Ukraine (die sogenannten \"Urlauber\"). Deswegen bestanden die Sto\u00dftruppen der russischen F\u00fchrung haupts\u00e4chlich aus S\u00f6ldnern mit Kampferfahrung und das Verh\u00e4ltnis von Russen in solchen professionellen Einheiten, erreichte besonders bei schwerem Ger\u00e4t und Artillerie bis zu 80-90% der Gesamtst\u00e4rke.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Der Schl\u00fcssel zum erfolgreichen Zur\u00fcckschlagen dieser Angriffe war der effektive Einsatz\u00a0der ukrainischen Artillerie. Deren effektives Feuer auf die feindlichen Truppenkonzentrationen sicherte die Stabilit\u00e4t der ukrainischen Verteidigungslinie. Artilleriemunition wurde rund um die Uhr geliefert. Artilleriebeschuss in diesem Ausma\u00df wurde von der ukrainischen Armee zum ersten Mal seit Beginn dieses Krieges durchgef\u00fchrt. Das war offensichtlich eine \u00dcberraschung f\u00fcr den Feind.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Das Scheitern ihres ersten Angriffes brachte das russische Kommando nicht dazu, ihren Plan, die Kontrolle \u00fcber die Stra\u00dfe zu \u00fcbernehmen, zu verwerfen. Der Feind war flexibel und versuchte, die Kampfkraft seiner Kampfformationen zu erhalten. Organisiertem Widerstand ausgesetzt, zog sich der Feind zur\u00fcck und beschoss die ukrainischen Stellungen\u00a0selbst mit Artillerie, w\u00e4hrend er sich aus Troizke und Switlodarsk zur\u00fcckzog.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/02\/Debaltsevo-pocket-topographic.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-3268 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/02\/Debaltsevo-pocket-topographic.jpg\" alt=\"Debaltsevo-pocket-topographic\" width=\"703\" height=\"900\" \/><\/a><\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Die russische S\u00f6ldner-Brigade gruppierte sich neu und startete einen neuen Angriff. Nach einer Neueinsch\u00e4tzung des Widerstandes am Hals des Debalzewe-Kessels, griff der Feind s\u00fcdlich von Troizke und Switlodarsk an.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Ihre Hauptstreitkr\u00e4fte waren an der \u00f6stlichen Linie des Schlachtfelds konzentriert. Der Feind versuchte, die Firsth\u00f6he, die die M103 zwischen Troizke und Debalzewe kontrolliert, einzunehmen. Der Feind besetzte das Dorf Sanschariwka und heftige K\u00e4mpfe fanden an der H\u00fcgelkette \"307.9\" statt, sowie in der Siedlung Krasniy Pachar.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Zus\u00e4tzliche russische Artillerie wurde aufgefahren. Die russische Artillerieaufkl\u00e4rung begann, die Stellungen\u00a0der ukrainischen selbstst\u00e4ndigen Artillerie zu berechnen. Dies f\u00fchrte zu einem klassischen Artillerie-Duell.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Zeitgleich mit der ge\u00e4nderten Angriffsrichtung am \u00f6stlichen Rand des Kessels, f\u00fchrte der Feind ein \u00e4hnliches Man\u00f6ver am westlichen Ende des Kessel-Schlachtfelds durch. Ohne den Besitz ausreichender Reserven schweren Ger\u00e4ts konnte das ukrainische Kommando nicht die Gesamtheit ihrer Verteidigung kontrollieren.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Am 29. Januar wurden sie von einer gro\u00dfen Einheit bei Wuhlehirsk\u00a0angegriffen und dieser Angriff erwies sich f\u00fcr den Feind als erfolgreich. Als Ergebnis der Aufteilung der ukrainischen Truppen, deren Ziel es war,\u00a0die Angriffe der russischen Truppen in anderen Gebieten zur\u00fcckzuschlagen, wurde diese Stadt von einer kleinen Einheit ukrainischer Soldaten aus dem 13. Battalion Tschernihiw\u00a0(fr\u00fcher ein Battalion der Selbstverteidigung) und der Spezialeinheit \"Swityaz\" aus Iwano-Frankiwsk, verteidigt. Bei der Verteidigung des St\u00fctzpunktes am Eingang von Wuhlehirsk\u00a0erwiesen sich die Jungs aus Tschernihiw\u00a0als sehr kompetent. Drei russische Panzer wurden von Minen in die Luft gejagt, aber der Vierte krachte \u00fcber die ukrainischen Stellungen\u00a0und zerst\u00f6rte ihre Gr\u00e4ben. Trotzdem wurde er sofort mitsamt seiner Besatzung von raketengetriebenen Granaten zerst\u00f6rt. Dies wurde sp\u00e4ter tats\u00e4chlich von einem russischen Videobericht best\u00e4tigt.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Die \u00fcberm\u00e4chtigen feindlichen Kr\u00e4fte waren in der Lage, den ersten St\u00fctzpunkt und einen Gro\u00dfteil der Stadt einzunehmen. Trotzdem hielt der St\u00fctzpunkt am Stadtrand stand. Die kleine Festung in der Stadt begann als Aussichtspunkt zu funktionieren, um die Artillerie auf den heranr\u00fcckenden Feind auszurichten. Als Ergebnis war die Horliwka Gruppe nicht in der Lage, ihren anf\u00e4nglichen Erfolg weiter auszubauen.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">\u00dcbrigens wurde die ukrainische \u201eSwityaz\u201c-Kompanie, entgegen vieler fr\u00fcherer Berichte nicht in Wuhlehirsk umzingelt. Sie blieben zwei Tage am n\u00f6rdlichen Stadtrand unentdeckt und nach dem \u00dcberpr\u00fcfen eines sicheren Fluchtwegs zogen sich die Soldaten in guter milit\u00e4rischer Ordnung zur\u00fcck.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Ein ukrainischer Gegenangriff wurde sofort organisiert, welcher Reserve-Einheiten der Nationalgarde einschloss, die, unterst\u00fctzt von Armee-Panzer-Einheiten, den Feind erfolgreich an den \u00f6stlichen Stadtr\u00e4ndern von Wuhlehirsk\u00a0angriff. Ukrainische Kommandeure mussten schnell reagieren. Als die Kontrolle \u00fcber die Stadt verloren war, war es von N\u00f6ten mit Gegenangriffen den Feind einzud\u00e4mmen, da ansonsten die Horliwka-Gruppe eine unberechenbare Gefahr dargestellt h\u00e4tte. Soldaten des Kulchytsky-Nationalgarde-Bataillons und die Panzer griffen sofort an. Es war eine sehr wichtige und rechtzeitige Entscheidung. Zus\u00e4tzlich stellte der Kommandeur des 26. mechanisierten Infanterie-Bataillons \u201eKiewer Rus\u201c seine eigene Kampftruppe f\u00fcr einen Gegenangriff zusammen, als er vom Durchbruch bei Wuhlehirsk\u00a0h\u00f6rte.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Diese Angriffe erlaubten dem ukrainischen Kommando, sich neuaufzustellen und jeden m\u00f6glichen Angriff durch Wuhlehirsk\u00a0nach Debalzewe einzud\u00e4mmen, das\u00a0nur 14 Kilometer entfernt liegt. Die \u00f6stlichen Stadtr\u00e4nder wurden zum Hauptschlachtfeld. Aber ukrainische Aufkl\u00e4rungstruppen griffen den Feind sogar im Stadtzentrum an. Ukrainische Panzer lieferten sich erbitterte Gefechte mit feindlichen Panzern, die versuchten aus Wuhlehirsk\u00a0nach Debalzewe vorzur\u00fccken. Die Geschwindigkeit und Entschlossenheit der ukrainischen Gegenangriffe hielten das russische Vorr\u00fccken auf.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Am 29. Januar, nach massivem Artillerie-Sperrfeuer griff der Feind erneut die ukrainischen Verteidigungslinien an. Es gab Angriffe an allen Positionen entlang des \u00f6stlichen Rands des Debalzewe-Kessels. Nachdem sie durch schweren Artillerie-Beschuss gro\u00dfen Schaden an den feindlichen Befestigungen verursacht hatten, zogen sich die ukrainischen Truppen aus Nikischine zur\u00fcck. Die K\u00e4mpfe in diesem Dorf hatten 4 Monate gedauert und waren teilweise sehr erbittert. Die Entscheidung, sich zur\u00fcckzuziehen war gerechtfertigt, denn die ukrainischen Truppen haben\u00a0somit vorher vorbereitete Stellungen\u00a0weiter hinten eingenommen.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\">Am 2. Februar hatte die Intensit\u00e4t der K\u00e4mpfe abrupt nachgelassen. Die feindliche Offensive auf den Kessel bei Debalzewe war gescheitert. Zum ersten Mal bemerkte das russische Kommando seine Verluste und stellte seine Offensive ein.<\/p>\r\n<p align=\"LEFT\"><em>Autor:\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/yaroslawsrevenge.authorsxpress.com\">Myroslav Petriw <\/a><\/strong>unter Verwendung\u00a0der Informationen von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/butusov.yuriy?fref=ts\">Yuri Butusow<\/a> als Quelle; \u00fcbersetzt von Oleg Morosow; redaktiert von<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\"> Irina Schlegel<\/a>. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unsere Ressource erforderlich.<\/em><\/p>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3265","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3265"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3265\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15047,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3265\/revisions\/15047"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3267"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3265"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3265"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3265"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}