{"id":5320,"date":"2015-04-14T06:01:07","date_gmt":"2015-04-14T06:01:07","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=5320"},"modified":"2015-04-14T06:09:48","modified_gmt":"2015-04-14T06:09:48","slug":"die-verweise-darauf-dass-donbass-eine-urrussische-region-sei-sind-absolut-unbegruendet-so-ein-historiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-verweise-darauf-dass-donbass-eine-urrussische-region-sei-sind-absolut-unbegruendet-so-ein-historiker\/","title":{"rendered":"Die Verweise darauf, dass Donbass eine urrussische Region sei, sind absolut unbegr\u00fcndet &#8211; so ein Historiker"},"content":{"rendered":"<p><em>Den gr\u00f6\u00dften Teil der heute besetzten Gebiete der Region Luhansk kontrollierten unl\u00e4ngst die sogenannten &#8222;Donkosaken&#8220;, angef\u00fchrt von Nikolai Kosizyn. Nun begann sich die Lage zu Gunsten der &#8222;LVR&#8220; zu \u00e4ndern. Wenn wir das, was heute in Donbass geschieht, insgesamt betrachten, scheint es, als ob wir uns in einer gro\u00dfen Zeitmaschine befinden, die uns immer weiter in die Vergangenheit entf\u00fchrt.<\/em>\u00a0<em>Selbst die Symbole der Separatisten zeigen das deutlich. So z.B. erinnert das &#8222;LVR&#8220;-Wappen sehr an das sowjetische Wappen, und &#8222;DVR&#8220; hat sich den doppelk\u00f6pfigen Adler als Emblem ausgesucht. In einigen Bezirken ist diese Zeitmaschine noch weiter in die Vergangenheit gereist. Dort ist die Lage zu den Zust\u00e4nden der fernen Zeit zur\u00fcckgekehrt, vielleicht noch vor der Herrschaft von Katharina der Gro\u00dfen, als die Kosaken hier die wichtigste politische Kraft waren.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/04\/middle_82128ac851a5340136e6e39d614ebab8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5323 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/04\/middle_82128ac851a5340136e6e39d614ebab8.jpg\" alt=\"middle_82128ac851a5340136e6e39d614ebab8\" width=\"233\" height=\"175\" \/><\/a>Der f\u00fchrende wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts f\u00fcr ukrainische Geschichte an der Akademie der Wissenschaften der Ukraine, Historiker <strong>Taras Tschuchlib<\/strong> erz\u00e4hlte in der Sendung von <a href=\"http:\/\/hromadske.dn.ua\">&#8222;Hromadske TV Donbass&#8220;<\/a>, wer \u00fcber das Territorium von Donbass herrschte, bevor das Moskauer Reich es erobert hat.<\/p>\n<p>Im 17. und 18. Jahrhundert wurde das Territorium von Donbass von den ukrainischen Kosaken besiedelt, angef\u00fchrt vom Saporoger Ataman Semen Saburski. Ihre Siedlungen lagen in der Gegend der heutigen Stadt Slowjansk, die im 17. Jahrhundert &#8222;Tor&#8220; hie\u00df. In der Gegend um Slowjansk gab es seit dem 17. Jahrhundert Kosaken-Geh\u00f6fte und Weiler.<\/p>\n<p>&#8222;Man muss anmerken, dass das Territorium von Donbass, oder genauer gesagt von den Gebieten Donezk und Luhansk, schon immer ein Grenzgebiet war. Wenn wir von der fernen Vergangenheit sprechen, so war dieses Land zu den Zeiten von Skythien von iranischsprachigen St\u00e4mmen besiedelt. Sp\u00e4ter geht dieses Gebiet in den Besitz des kosakischen Patronats \u00fcber. Das Land war von turksprachigen St\u00e4mmen bewohnt &#8211; Kiptschaken und Petschenegen.<\/p>\n<p>Im 14. Jahrhundert kam die Goldene Horde in dieses Land, und die Gebiete geraten in die politische Abh\u00e4ngigkeit vom Krimer Khanat, das seinerseits dem Osmanischen Reich unterstand. Und die Slawen haben dieses Gebiet fl\u00e4chendeckend, wenn man so sagen darf, erst im 17.-18. Jahrhundert kolonisiert&#8220;, &#8211; erg\u00e4nzt der Historiker.<\/p>\n<p>Auf dem Gebiet der heutigen Stadt Mariupol befanden sich ebenfalls gr\u00f6\u00dfere Siedlungen, hier war ein Sitz des Saporoger Heers, der Kalmius-Polanke hie\u00df &#8211; das war ein gro\u00dfer Verwaltungsbezirk der Kosaken.<\/p>\n<p>&#8222;Wir wissen, dass die heutige Stadt Mariupol in dem Gebiet liegt, wo sich die Kalmius-Polanke befand &#8211; das war ein Verwaltungsbezirk der Saporoger Sitsch. Und gegen das Ende des 18. Jahrhunderts gab es hier etwa 500 H\u00f6fe&#8220;, &#8211; erz\u00e4hlt Tschuchlib.<\/p>\n<p>Laut dem Historiker wurden die Donkosaken Mitte des 17. Jahrhunderts die Asowkosaken genannt, da sie zusammen mit den Saporoger Kosaken die Gebiete am Asowschen Meer vom Osmanischen Reich zur\u00fcckeroberten. Er f\u00fcgt hinzu, dass nachdem Katharina II die Griechen von der Krim ausgesiedelt hat, die Bev\u00f6lkerung von Donbass und Asow-Gebiet multiethnischer geworden ist. Die Griechen lebten zusammen mit den Ukrainern.<\/p>\n<p>&#8222;Sp\u00e4ter, als Katharina II die Griechen von der Krim aussiedelte, zogen die Griechen hierhin, sie lebten zusammen mit den Ukrainern, den ukrainischen Kosaken, hier gab es multiethnische Siedlungen. Und wenn wir vom Heer der Donkosaken sprechen, so k\u00f6nnen wir sagen, dass zuerst die Saporoger Kosaken zusammen mit den Donkosaken die Gebiete von den Krimtataren zur\u00fcckeroberten, vom Osmanischen Reich. Zusammen mit den Asowkosaken, wie die Donkasaken damals genannt wurden, eroberten die ukrainischen Kosaken Asow in der Mitte des 17. Jahrhunderts&#8220;, &#8211; erz\u00e4hlt Tschuchlib.<\/p>\n<p>Das Heer der Donkosaken bestand zu 20-30% aus den Saporoger Truppen und den Menschen, die geb\u00fcrtig aus der Zentralukraine kamen. Selbst nachdem Bohdan Chmelnyzkyj dem Moskauer Reich die Treue geschworen hat, weigerte sich das Heer der Donkosaken, sich den Moskauer Zaren unterzuordnen.<\/p>\n<p>&#8222;Donkosaken str\u00e4ubten sich lange dagegen, den Machtanspruch der Moskauer Zaren anzuerkennen. Sie weigerten sich, dem Zaren Aleksej Michajlowitsch die Treue zu schw\u00f6ren, w\u00e4hrend Bohdan Chmelnyzkyj ihm 1654 die Treue geschworen hat, gleichzeitig hat das Heer der Donkosaken den Treueschwur den Moskauer Zaren abgelehnt, dazu ist es erst nach dem Aufstand von Stenka Rasin 1671 gekommen. \u00dcbrigens bestand damals das Heer der Donkosaken zu 20-30% aus den Saporoger Kosaken der Zentralukraine&#8220;, &#8211; erkl\u00e4rt Tschuchlib.<\/p>\n<p>In der Zeit als Petro Tschernischewski Ataman war, wurde das Gebiet des heutigen Donbass von den Kosaken, Bauern und Menschen mit h\u00f6herem sozialen Status besiedelt. Das f\u00fchrte dazu , dass auf diesem Gebiet eine politisch unabh\u00e4ngige Region mit der eigenen unabh\u00e4ngigen Wirtschaft entstanden ist. Aus diesem Grund wurde die Saporoger Sitsch von Katharina II aufgel\u00f6st.<\/p>\n<p>&#8222;Aber nachdem die neue, sogenannte Saporoger Sitsch entstanden ist, nach 1734, zu den Zeiten des Atamans Petro Tschernischewski, wurde dieses Gebiet vollst\u00e4ndig von Bauern, Kosaken und sogar den Vertretern der h\u00f6heren Klassen kolonisiert. Und wir sehen, wie Katharina II mit ihrem Manifest die Saporoger Sitsch aufhebt, die dem Russischen Reich geholfen hat, die Krim vom Osmanischen Reich zur\u00fcckzuerobern. Die Saporoger Sitsch wurde aus dem Grund aufgehoben, dass hier eine politisch unabh\u00e4ngige Region entstanden ist, so stand es in dem Manifest von 1775, und dass es in dieser Region eine unabh\u00e4ngige Wirtschaft existierte&#8220;, &#8211; sagt Tschuchlib.<\/p>\n<p>Nach den russischen Gesetzen gehorchen die modernen Kosakenheere, von denen es 11 gibt, voll und ganz den Befehlen des Staatsoberhaupts, also Wladimir Putin.<\/p>\n<p>&#8222;Heute gibt es in Russland 11 Kosakenheere. Sie existieren nicht einfach so wie z. B. unsere Kosakenverb\u00e4nde, als gemeinn\u00fctzige Organisationen. Sie existieren als staatliche Institutionen, denn jedes Heer, auch das Gro\u00dfe Donkosaken-Heer, muss sich an die Statuten halten, die vom russischen Pr\u00e4sidenten festgelegt werden. Es gibt sogar das Gesetz der Russischen F\u00f6deration f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst der russischen Kosaken&#8220;, &#8211; sagt der Historiker.<\/p>\n<p>Dem Historiker zufolge, testet der Ataman des sogenannten Gro\u00dfen Donkosaken-Heers Nikolai Kosizyn, der einen Teil der Region Luhansk besetzt hat, einfach aus, ob es m\u00f6glich ist, die ideologischen Grundlagen in den besetzten Gebieten zu verbreiten.<\/p>\n<p>&#8222;Kosizyn spielt die gleiche Rolle wie Schirinowski in der russischen Politik, er sondiert das Terrain in den besetzten ukrainischen Gebieten und schaut, wie die Einheimischen und das ukrainische Establishment auf seine Vorst\u00f6\u00dfe reagieren. Wenn wir seinen Lebenslauf ansehen, so hat Kosizyn keine h\u00f6here Bildung, er hat als Wachmann in Gef\u00e4ngnissen gearbeitet, dann ist er irgendwo in Transnistrien aufgetaucht, sp\u00e4ter in Abchasien, dann im ehemaligen Jugoslawien&#8220;, &#8211; erz\u00e4hlt Tschuchlib.<\/p>\n<p>Nach Ansicht des Fachmanns gilt das historische Recht, nach dem angeblich die sogenannten Kosaken einen Teil der Region Luhansk besetzt haben, im Rahmen der heutigen internationalen Beziehungen nicht mehr. Denn nach dem historischen Recht geh\u00f6rten einige Gebiete der Russischen F\u00f6deration fr\u00fcher anderen Staaten, die Russland gegen\u00fcber keine Anspr\u00fcche geltend machen.<\/p>\n<p>&#8222;Ich denke, dass solche wie Kosizyn vor das Haager Tribunal geh\u00f6ren, und so wird es kommen, denn sie besetzen die Gebiete nicht nach dem historischen Recht. Denn die heutige Stadt Wyborg, die vor 1940 zu Finnland geh\u00f6rte, wurde unter Stalin erobert, und Sankt Petersburg wurde auf dem Fundament einer schwedischen Festung erbaut. Also sollten die Russen Sankt Petersburg den Schweden oder Wyborg den Finnen zur\u00fcckgeben.<\/p>\n<p>Viele urspr\u00fcnglich ukrainischen Gebiete geh\u00f6ren heute zur Russischen F\u00f6deration, z. B. das historische Starodubtscheno, wo seit den Zeiten von Bohdan Chmelnyzkyj, seit 1870, das Starodubski Regiment (Bezirk) existierte. Heute liegt die Stadt Starodub in der russischen Region Brjansk. Ukraine stellt keine Gebietsanspr\u00fcche an Russland. Das historische Recht gilt nicht im Rahmen der heutigen internationalen Beziehungen. Teile unseres Landes wurden besetzt, und man versucht, mit Hilfe solcher Kosaken wie Kosizyn die ideologische Basis daf\u00fcr zu schaffen&#8220;,- f\u00fcgt er hinzu.<\/p>\n<p>Dann erz\u00e4hlt der Historiker, dass die Kosaken, die sich weigerten, sich der sowjetischen Macht zu beugen, nach Sibirien ausgesiedelt wurden, ein Teil von ihnen starb in der Zeit des Holodomors (die gro\u00dfe Hungersnot) in 1932-1933. Er f\u00fcgt hinzu, dass 30-40% der Kuban- und Donkosaken im Zweiten Weltkrieg an der Seite von Nazi-Deutschland gek\u00e4mpft haben. F\u00fcr einen der Gener\u00e4le, der einen Trupp der faschistischen Kosaken anf\u00fchrte, wurde in Moskau sogar eine Gedenktafel aufgestellt.<\/p>\n<p>&#8222;Wenn wir vom historischen Recht reden, so ist es uns bekannt, dass die sowjetische Regierung sowohl die Don- wie auch die Kubankosaken bek\u00e4mpften. Die H\u00e4lfte der Kubankosaken, die nicht von den russisch-sowjetischen Truppen vernichtet wurde, wurde zum Teil nach Sibirien ausgesiedelt, zum Teil starb sie in der Zeit der Hungersnot 1932, aber 30-40% der verbliebenen Kuban- und Donkosaken k\u00e4mpften an der Seite von Nazi-Deutschland gegen die Sowjetunion. So wissen wir von General Krasnow, der die Don-Bataillone der 15. SS-Division befehligte. Heute werden f\u00fcr ihn in Russland, in der Region Rostow, Denkm\u00e4ler aufgestellt. Und eine Gedenktafel f\u00fcr General Krasnow, der die Nazi-Kosaken befehligte, steht auf dem Gel\u00e4nde der Allerheiligen-Kirche in Moskau&#8220;, &#8211; sagt Tschuchlib.<\/p>\n<p>&#8222;Die ganzen Verweise darauf, dass diese Gebiete urspr\u00fcnglich mal ur-russisch waren, entbehren jeder Grundlage. Donezk z. B. hie\u00df fr\u00fcher Jusowka und war eine kleine Industriestadt, gegr\u00fcndet auf dem Territorium des Russischen Reiches von John Hughes, der aus Schottland kam und hier seine neue Technologie des Kohlebergbaus einf\u00fchrte. Donezk ist auf dem Gebiet entstanden, wo vorher ukrainische Kosakensiedlungen lagen. Das waren Krutohoriwka, Oleksandriwka, Marjinka, Awdijiwka, ganz zu schweigen vom Norden der Region Luhansk&#8220;, &#8211; f\u00fcgt der Historiker hinzu.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/novosti.dn.ua\/details\/248544\/\">novosti.dn.ua<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/olena.kopnick\">Olena K\u00f6pnick<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den gr\u00f6\u00dften Teil der heute besetzten Gebiete der Region Luhansk kontrollierten unl\u00e4ngst die sogenannten &#8222;Donkosaken&#8220;, angef\u00fchrt von&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":5322,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,131],"tags":[316,9,187,193,156,12,13],"class_list":["post-5320","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-expertenmeinungen","tag-don","tag-donbass","tag-geschichte","tag-kosaken","tag-luhansk","tag-russland","tag-ukraine"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Die Verweise darauf, dass Donbass eine urrussische Region sei, sind absolut unbegr\u00fcndet - so ein Historiker - InformNapalm (Deutsch)<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-verweise-darauf-dass-donbass-eine-urrussische-region-sei-sind-absolut-unbegruendet-so-ein-historiker\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Die Verweise darauf, dass Donbass eine urrussische Region sei, sind absolut unbegr\u00fcndet - so ein Historiker - InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Den gr\u00f6\u00dften Teil der heute besetzten Gebiete der Region Luhansk kontrollierten unl\u00e4ngst die sogenannten &#8222;Donkosaken&#8220;, angef\u00fchrt von...\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-verweise-darauf-dass-donbass-eine-urrussische-region-sei-sind-absolut-unbegruendet-so-ein-historiker\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2015-04-14T06:01:07+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2015-04-14T06:09:48+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/04\/39.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"640\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"512\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Falcon Born\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Falcon Born\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"8\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-verweise-darauf-dass-donbass-eine-urrussische-region-sei-sind-absolut-unbegruendet-so-ein-historiker\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/die-verweise-darauf-dass-donbass-eine-urrussische-region-sei-sind-absolut-unbegruendet-so-ein-historiker\/\"},\"author\":{\"name\":\"Falcon Born\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/0a9c5fc44a7fbf844f57e2c2fa5c4bef\"},\"headline\":\"Die Verweise darauf, dass Donbass eine urrussische Region sei, sind absolut unbegr\u00fcndet &#8211; 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Nun begann sich die Lage zu Gunsten der \"LVR\" zu \u00e4ndern. Wenn wir das, was heute in Donbass geschieht, insgesamt betrachten, scheint es, als ob wir uns in einer gro\u00dfen Zeitmaschine befinden, die uns immer weiter in die Vergangenheit entf\u00fchrt.<\/em>\u00a0<em>Selbst die Symbole der Separatisten zeigen das deutlich. So z.B. erinnert das \"LVR\"-Wappen sehr an das sowjetische Wappen, und \"DVR\" hat sich den doppelk\u00f6pfigen Adler als Emblem ausgesucht. In einigen Bezirken ist diese Zeitmaschine noch weiter in die Vergangenheit gereist. 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Jahrhundert wurde das Territorium von Donbass von den ukrainischen Kosaken besiedelt, angef\u00fchrt vom Saporoger Ataman Semen Saburski. Ihre Siedlungen lagen in der Gegend der heutigen Stadt Slowjansk, die im 17. Jahrhundert \"Tor\" hie\u00df. In der Gegend um Slowjansk gab es seit dem 17. Jahrhundert Kosaken-Geh\u00f6fte und Weiler.\r\n\r\n\"Man muss anmerken, dass das Territorium von Donbass, oder genauer gesagt von den Gebieten Donezk und Luhansk, schon immer ein Grenzgebiet war. Wenn wir von der fernen Vergangenheit sprechen, so war dieses Land zu den Zeiten von Skythien von iranischsprachigen St\u00e4mmen besiedelt. Sp\u00e4ter geht dieses Gebiet in den Besitz des kosakischen Patronats \u00fcber. Das Land war von turksprachigen St\u00e4mmen bewohnt - Kiptschaken und Petschenegen.\r\n\r\nIm 14. Jahrhundert kam die Goldene Horde in dieses Land, und die Gebiete geraten in die politische Abh\u00e4ngigkeit vom Krimer Khanat, das seinerseits dem Osmanischen Reich unterstand. Und die Slawen haben dieses Gebiet fl\u00e4chendeckend, wenn man so sagen darf, erst im 17.-18. Jahrhundert kolonisiert\", - erg\u00e4nzt der Historiker.\r\n\r\nAuf dem Gebiet der heutigen Stadt Mariupol befanden sich ebenfalls gr\u00f6\u00dfere Siedlungen, hier war ein Sitz des Saporoger Heers, der Kalmius-Polanke hie\u00df - das war ein gro\u00dfer Verwaltungsbezirk der Kosaken.\r\n\r\n\"Wir wissen, dass die heutige Stadt Mariupol in dem Gebiet liegt, wo sich die Kalmius-Polanke befand - das war ein Verwaltungsbezirk der Saporoger Sitsch. Und gegen das Ende des 18. Jahrhunderts gab es hier etwa 500 H\u00f6fe\", - erz\u00e4hlt Tschuchlib.\r\n\r\nLaut dem Historiker wurden die Donkosaken Mitte des 17. Jahrhunderts die Asowkosaken genannt, da sie zusammen mit den Saporoger Kosaken die Gebiete am Asowschen Meer vom Osmanischen Reich zur\u00fcckeroberten. Er f\u00fcgt hinzu, dass nachdem Katharina II die Griechen von der Krim ausgesiedelt hat, die Bev\u00f6lkerung von Donbass und Asow-Gebiet multiethnischer geworden ist. Die Griechen lebten zusammen mit den Ukrainern.\r\n\r\n\"Sp\u00e4ter, als Katharina II die Griechen von der Krim aussiedelte, zogen die Griechen hierhin, sie lebten zusammen mit den Ukrainern, den ukrainischen Kosaken, hier gab es multiethnische Siedlungen. Und wenn wir vom Heer der Donkosaken sprechen, so k\u00f6nnen wir sagen, dass zuerst die Saporoger Kosaken zusammen mit den Donkosaken die Gebiete von den Krimtataren zur\u00fcckeroberten, vom Osmanischen Reich. Zusammen mit den Asowkosaken, wie die Donkasaken damals genannt wurden, eroberten die ukrainischen Kosaken Asow in der Mitte des 17. Jahrhunderts\", - erz\u00e4hlt Tschuchlib.\r\n\r\nDas Heer der Donkosaken bestand zu 20-30% aus den Saporoger Truppen und den Menschen, die geb\u00fcrtig aus der Zentralukraine kamen. Selbst nachdem Bohdan Chmelnyzkyj dem Moskauer Reich die Treue geschworen hat, weigerte sich das Heer der Donkosaken, sich den Moskauer Zaren unterzuordnen.\r\n\r\n\"Donkosaken str\u00e4ubten sich lange dagegen, den Machtanspruch der Moskauer Zaren anzuerkennen. Sie weigerten sich, dem Zaren Aleksej Michajlowitsch die Treue zu schw\u00f6ren, w\u00e4hrend Bohdan Chmelnyzkyj ihm 1654 die Treue geschworen hat, gleichzeitig hat das Heer der Donkosaken den Treueschwur den Moskauer Zaren abgelehnt, dazu ist es erst nach dem Aufstand von Stenka Rasin 1671 gekommen. \u00dcbrigens bestand damals das Heer der Donkosaken zu 20-30% aus den Saporoger Kosaken der Zentralukraine\", - erkl\u00e4rt Tschuchlib.\r\n\r\nIn der Zeit als Petro Tschernischewski Ataman war, wurde das Gebiet des heutigen Donbass von den Kosaken, Bauern und Menschen mit h\u00f6herem sozialen Status besiedelt. Das f\u00fchrte dazu , dass auf diesem Gebiet eine politisch unabh\u00e4ngige Region mit der eigenen unabh\u00e4ngigen Wirtschaft entstanden ist. Aus diesem Grund wurde die Saporoger Sitsch von Katharina II aufgel\u00f6st.\r\n\r\n\"Aber nachdem die neue, sogenannte Saporoger Sitsch entstanden ist, nach 1734, zu den Zeiten des Atamans Petro Tschernischewski, wurde dieses Gebiet vollst\u00e4ndig von Bauern, Kosaken und sogar den Vertretern der h\u00f6heren Klassen kolonisiert. Und wir sehen, wie Katharina II mit ihrem Manifest die Saporoger Sitsch aufhebt, die dem Russischen Reich geholfen hat, die Krim vom Osmanischen Reich zur\u00fcckzuerobern. Die Saporoger Sitsch wurde aus dem Grund aufgehoben, dass hier eine politisch unabh\u00e4ngige Region entstanden ist, so stand es in dem Manifest von 1775, und dass es in dieser Region eine unabh\u00e4ngige Wirtschaft existierte\", - sagt Tschuchlib.\r\n\r\nNach den russischen Gesetzen gehorchen die modernen Kosakenheere, von denen es 11 gibt, voll und ganz den Befehlen des Staatsoberhaupts, also Wladimir Putin.\r\n\r\n\"Heute gibt es in Russland 11 Kosakenheere. Sie existieren nicht einfach so wie z. B. unsere Kosakenverb\u00e4nde, als gemeinn\u00fctzige Organisationen. Sie existieren als staatliche Institutionen, denn jedes Heer, auch das Gro\u00dfe Donkosaken-Heer, muss sich an die Statuten halten, die vom russischen Pr\u00e4sidenten festgelegt werden. Es gibt sogar das Gesetz der Russischen F\u00f6deration f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst der russischen Kosaken\", - sagt der Historiker.\r\n\r\nDem Historiker zufolge, testet der Ataman des sogenannten Gro\u00dfen Donkosaken-Heers Nikolai Kosizyn, der einen Teil der Region Luhansk besetzt hat, einfach aus, ob es m\u00f6glich ist, die ideologischen Grundlagen in den besetzten Gebieten zu verbreiten.\r\n\r\n\"Kosizyn spielt die gleiche Rolle wie Schirinowski in der russischen Politik, er sondiert das Terrain in den besetzten ukrainischen Gebieten und schaut, wie die Einheimischen und das ukrainische Establishment auf seine Vorst\u00f6\u00dfe reagieren. Wenn wir seinen Lebenslauf ansehen, so hat Kosizyn keine h\u00f6here Bildung, er hat als Wachmann in Gef\u00e4ngnissen gearbeitet, dann ist er irgendwo in Transnistrien aufgetaucht, sp\u00e4ter in Abchasien, dann im ehemaligen Jugoslawien\", - erz\u00e4hlt Tschuchlib.\r\n\r\nNach Ansicht des Fachmanns gilt das historische Recht, nach dem angeblich die sogenannten Kosaken einen Teil der Region Luhansk besetzt haben, im Rahmen der heutigen internationalen Beziehungen nicht mehr. Denn nach dem historischen Recht geh\u00f6rten einige Gebiete der Russischen F\u00f6deration fr\u00fcher anderen Staaten, die Russland gegen\u00fcber keine Anspr\u00fcche geltend machen.\r\n\r\n\"Ich denke, dass solche wie Kosizyn vor das Haager Tribunal geh\u00f6ren, und so wird es kommen, denn sie besetzen die Gebiete nicht nach dem historischen Recht. Denn die heutige Stadt Wyborg, die vor 1940 zu Finnland geh\u00f6rte, wurde unter Stalin erobert, und Sankt Petersburg wurde auf dem Fundament einer schwedischen Festung erbaut. Also sollten die Russen Sankt Petersburg den Schweden oder Wyborg den Finnen zur\u00fcckgeben.\r\n\r\nViele urspr\u00fcnglich ukrainischen Gebiete geh\u00f6ren heute zur Russischen F\u00f6deration, z. B. das historische Starodubtscheno, wo seit den Zeiten von Bohdan Chmelnyzkyj, seit 1870, das Starodubski Regiment (Bezirk) existierte. Heute liegt die Stadt Starodub in der russischen Region Brjansk. Ukraine stellt keine Gebietsanspr\u00fcche an Russland. Das historische Recht gilt nicht im Rahmen der heutigen internationalen Beziehungen. Teile unseres Landes wurden besetzt, und man versucht, mit Hilfe solcher Kosaken wie Kosizyn die ideologische Basis daf\u00fcr zu schaffen\",- f\u00fcgt er hinzu.\r\n\r\nDann erz\u00e4hlt der Historiker, dass die Kosaken, die sich weigerten, sich der sowjetischen Macht zu beugen, nach Sibirien ausgesiedelt wurden, ein Teil von ihnen starb in der Zeit des Holodomors (die gro\u00dfe Hungersnot) in 1932-1933. Er f\u00fcgt hinzu, dass 30-40% der Kuban- und Donkosaken im Zweiten Weltkrieg an der Seite von Nazi-Deutschland gek\u00e4mpft haben. F\u00fcr einen der Gener\u00e4le, der einen Trupp der faschistischen Kosaken anf\u00fchrte, wurde in Moskau sogar eine Gedenktafel aufgestellt.\r\n\r\n\"Wenn wir vom historischen Recht reden, so ist es uns bekannt, dass die sowjetische Regierung sowohl die Don- wie auch die Kubankosaken bek\u00e4mpften. Die H\u00e4lfte der Kubankosaken, die nicht von den russisch-sowjetischen Truppen vernichtet wurde, wurde zum Teil nach Sibirien ausgesiedelt, zum Teil starb sie in der Zeit der Hungersnot 1932, aber 30-40% der verbliebenen Kuban- und Donkosaken k\u00e4mpften an der Seite von Nazi-Deutschland gegen die Sowjetunion. So wissen wir von General Krasnow, der die Don-Bataillone der 15. SS-Division befehligte. Heute werden f\u00fcr ihn in Russland, in der Region Rostow, Denkm\u00e4ler aufgestellt. Und eine Gedenktafel f\u00fcr General Krasnow, der die Nazi-Kosaken befehligte, steht auf dem Gel\u00e4nde der Allerheiligen-Kirche in Moskau\", - sagt Tschuchlib.\r\n\r\n\"Die ganzen Verweise darauf, dass diese Gebiete urspr\u00fcnglich mal ur-russisch waren, entbehren jeder Grundlage. Donezk z. B. hie\u00df fr\u00fcher Jusowka und war eine kleine Industriestadt, gegr\u00fcndet auf dem Territorium des Russischen Reiches von John Hughes, der aus Schottland kam und hier seine neue Technologie des Kohlebergbaus einf\u00fchrte. Donezk ist auf dem Gebiet entstanden, wo vorher ukrainische Kosakensiedlungen lagen. Das waren Krutohoriwka, Oleksandriwka, Marjinka, Awdijiwka, ganz zu schweigen vom Norden der Region Luhansk\", - f\u00fcgt der Historiker hinzu.\r\n\r\n[embed]https:\/\/youtu.be\/sLf6b7EaQss[\/embed]\r\n\r\n<em>Quelle: <a href=\"http:\/\/novosti.dn.ua\/details\/248544\/\">novosti.dn.ua<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/olena.kopnick\">Olena K\u00f6pnick<\/a><\/em>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5320"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5320\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5324,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5320\/revisions\/5324"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}