{"id":602,"date":"2014-10-04T15:08:01","date_gmt":"2014-10-04T15:08:01","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=602"},"modified":"2017-06-18T22:16:56","modified_gmt":"2017-06-18T22:16:56","slug":"andrej-subow-die-krim-ist-unser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/andrej-subow-die-krim-ist-unser\/","title":{"rendered":"Andrej Subow: Die Krim ist unser?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Andrei_Borissowitsch_Subow\">Andrej Subow<\/a>, ein russischer Historiker.<\/p>\n<p>Als Trag\u00f6dienanfang im S\u00fcdosten der Ukraine diente die Krim, die von Russland blutlos eingenommen wurde. Anfang M\u00e4rz jubelte die russische Gesellschaft und das Krimer Volk, w\u00e4hrend der Pr\u00e4sident Wladimir Putin schw\u00fclstige Worte \u00fcber das Krimer Schiff sagte, das nun in den russischen Hafen endlich und f\u00fcr immer zur\u00fcckgekehrt sei. \u201eDie Krim war immer und ist nun wieder russisch,\u201c- diese Worte wurden wie ein Zauberspruch wiederholt.<\/p>\n<p>Aber der Anschluss einer fremden Provinz verl\u00e4uft auch unter den schicklichsten Vorw\u00e4nden nie ganz still und ruhig. Zwischen dem Besatzer und dem Gesch\u00e4digten entsteht ein Konflikt, der manchmal Jahrzehnte andauert und Millionen das Leben kostet. Erinnern wir uns doch an den Streit zwischen Deutschland und Frankreich wegen Elsass, zwischen \u00d6sterreich und Serbien wegen Bosnien. Donbass ist eine direkte Fortsetzung der russischen Krimpolitik, nur ist das Resultat viel blutiger. Aber musste man denn \u00fcberhaupt mit der Krim anfangen?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-604 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432-300x200.jpg\" alt=\"\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432-300x200.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432-768x512.jpg 768w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Wenn die Krim immer unser, russisch, war, und uns wie ein \u201eKartoffelsack\u201c hinterh\u00e4ltig von der Ukraine geklaut wurde, dann ist die Sache klar &#8211; eine Ungerechtigkeit sollte man berichtigen. Aber man h\u00e4tte ohne das Spiel in h\u00f6fliche gr\u00fcne M\u00e4nnchen auskommen m\u00fcssen, man h\u00e4tte sich die Gerechtigkeitswiederherstellung in den internationalen Instanzen verschaffen sollen. Die Krim h\u00e4tte die Frage \u00fcber den Austritt aus der Ukraine stellen k\u00f6nnen, wie es Schottland \u00fcber den Austritt aus Gro\u00dfbritannien gestellt hat, und Katalonien &#8211; aus Spanien. Das ist ein langer Prozess, das Resultat ist nicht vorausbestimmt, aber ohne die langen und langweiligen internationalen Verfahren wird kein Territorium im 21. Jahrhundert neuverteilt. Es ist un\u00fcblich: Die Welt hat wegen den \u201eschnellen Entscheidungen\u201c der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts zu viel gelitten.<\/p>\n<p>Ja, wenn auf der Krim tats\u00e4chlich ein Genozid am\u00a0russischen Volk stattgefunden h\u00e4tte, dann w\u00fcrde die UN-Resolution 2625 von 1970 in Kraft treten, \u00fcber das Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker unter den lebensbedrohlichen Bedingungen. Aber auf der Krim, solange es ein Teil der Ukraine war, gab es keinen Genozid. Niemand hat Russen auf der Krim get\u00f6tet, niemand hat sie in zum Leben ungeeignete Gegenden umgesiedelt, niemand hat den Familienerhalt und die Geburt der Kinder verhindert. Es gab ein paar Probleme mit der russischen Sprache im offiziellen Bereich. Zwischen einer weichen linguistischen Diskriminierung und einem Genozid ist ein gewaltiger Abstand.<br \/>\nWenn man die Abtrennung der Krim von der Ukraine und den Anschluss an Russland mit einem Genozid nicht erkl\u00e4ren kann, so k\u00f6nnte es sein, dass es bedingungslose historische Argumente gibt? Man nennt drei Argumente: 1) Die Krim war immer russisch, 2) Die Krim wurde mit russischem Blut begossen, in vielen Kriegen 3) Die Krim wurde an die Ukraine widerrechtlich \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Versuchen wir es doch auszuwerten.<\/p>\n<p>Im Altertum und im Mittelalter beherrschten viele verschiedene Staaten die Krimer Halbinsel, auf ihrem Territorium wechselten sich viele V\u00f6lker ab. Russland gab es noch gar nicht, und Rusen und Slawen tauchten auf der Krim in sehr kleiner Anzahl auf. Im 11. Jahrhundert existierte in Taman (Kuban) das F\u00fcrstentum Tmutarakan, das von Rurikiden regiert wurde. Dieses besa\u00df\u00a0wohl irgendeinen Teil der \u00f6stlichen Krim und befand sich in einer Art Vasallenabh\u00e4ngigkeit von Konstantinopel. Eine tiefere Besch\u00e4ftigung mit dem Altertum spricht aber eher f\u00fcr Kyjiws Rechte als Moskaus. Denn Moskau gab es damals gar nicht, und Kyjiw war \u201edie Mutter aller russischen St\u00e4dte\u201c, genau dort war der Thron von Rurikiden<\/p>\n<p>Danach beherrschten Byzanz, die Mongolen und die Goldene Horde die Krim. Die Krimer S\u00fcdk\u00fcste \u00fcbergab Konstantinopel in der zweiten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts an Genua, die Genuesen gr\u00fcndeten auch das F\u00fcrstentum Theodoro. Im Sommer 1475 eroberte\u00a0das Osmanische Imperium die Krim. Im Steppengebiet der Halbinsel und im Priazowje behielten\u00a0die Osmanen Khanat der Krim als Vasallenstaat, die S\u00fcdk\u00fcste nahmen sie unmittelbar in Besitz. Die Bev\u00f6lkerung der Krim war damals kunterbunt: es blieben noch immer viele Griechen, Italiener, Armenier, Juden, Slawen. Die Steppenbev\u00f6lkerung war zum gr\u00f6\u00dften Teil mongolischer Abstammung, die Berg- und Seebev\u00f6lkerung \u2013 europ\u00e4isch. Krimtatarisch war allm\u00e4hlich zur gemeinsamen Sprache der zwischennationalen Kommunikation geworden. Auf der Halbinsel lebten Moslems, Christen verschiedener Bekenntnisse und Juden Schulter an Schulter. Aber russisch war diese wunderbare Welt bis zum April 1783 definitiv nicht.<\/p>\n<p>Genau dann wurde die Krim an das Russische Imperium angeschlossen. Die Besatzung des Krimer Khanats war blutr\u00fcnstig. Krimer Urbev\u00f6lkerung schrumpfte wegen der Emigration in die monotheistische T\u00fcrkei und der Grausamkeiten der neuen Obrigkeit zum Ende des 18. Jahrhunderts auf ein F\u00fcnftel. Die Krimer Christen siedelte F\u00fcrst Potemkin gewaltsam ins nordische Pritschernomorje (Steppen im Norden des Schwarzen Meeres) um. So hatte er das von Russland nach dem Friede von K\u00fc\u00e7\u00fck Kaynarca 1774 erhaltene Recht auf Schutz der Krimer Monotheisten verstanden. Viele von ihnen konvertierten\u00a0zum Islam, um die Deportation zu vermeiden. Noch in den 1930ern gab es in vielen krimtatarischen Siedlungen zwei Friedh\u00f6fe: einen aktiven moslemischen und einen geschlossenen christlichen, und die Alten erkl\u00e4rten\u00a0den Jungen: k\u00fcmmern muss man sich um beide, denn auf dem christlichen sind unsere Vorfahren begraben.<\/p>\n<p>Die russische Regierung auf der Krim war keine Wohltat f\u00fcr die Urbev\u00f6lkerung. Die moslemischen Gemeinden verloren ihr Wasser- und Landeigentum, das an den russischen Adel oder den Staat \u00fcbergegangen war. Von Landbesitzern wurden\u00a0die Ureinwohner zu P\u00e4chtern. In 100 Jahren russischer Obrigkeit, von Katharina II. bis zu Alexander II. einschliesslich, verlie\u00dfen ca. 900.000 Moslems die Krim. An ihrer Stelle kamen Christen des Osmanischen Imperiums: Griechen, Bulgaren, Armenier. Aus Russland, Deutschland und \u00d6sterreich kamen\u00a0deutsche Kolonisten. Die Gutsherren siedelten ukrainische Ackerbauern und gro\u00dfrussische Bauern in\u00a0die verlassenen Territorien.<\/p>\n<p>\u00c4hnliche Situation gab es in Abchasien und an der kaukasischen K\u00fcste Russlands: im 19. Jahrhundert verliess die moslemische Bev\u00f6lkerung massenhaft das Land, unter dem Joch und der Unfreiheit leidend, und siedelte nach Osmanisches Imperium um. Ersetzt wurde sie durch Christen verschiedener St\u00e4mme (aus Anatolien und Balkan, damals noch t\u00fcrkisch, oder aus anderen Provinzen des Russischen Imperiums).<\/p>\n<p>Auf der Krim betrug der tatarische Bev\u00f6lkerungsanteil 87,6% in 1795, 35,6% in 1897, 25% in 1925, und in 1939 &#8211; 19,4%.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem muss man sich immer vor Augen halten, dass das Russische Imperium des 18.-19. Jahrhunderts und das jetzige Russland nicht ein- und derselbe Staat sind. Denn zum Imperium geh\u00f6rte nicht nur das Territorium des jetzigen Russlands, sondern auch ein gro\u00dfer Teil der Ukraine, Belarus, Kasachstan, der Kaukasus, die baltischen Staaten, sogar ein Teil Polens und Finnlands. Und alle V\u00f6lker erschlossen die\u00a0Krimer Erde, begossen\u00a0es mit ihrem Schwei\u00df und Blut. Gab es denn w\u00e4hrend des Krim-Krieges 1853-1856 keine Ukrainer, Belarussen, Georgier, Ostseedeutschen, Polen in der russischen Armee?<\/p>\n<p>Das russische Imperium war ein Land vieler V\u00f6lker, und das jetzige Russland kann wohl kaum einen Anspruch auf irgendwelche Territorien nur aufgrund dessen erheben, dass diese mal ein Teil des Romanow Imperiums waren. Die Bolschewiken legten den Nachlass des Russischen Imperiums ab und erkl\u00e4rten, dass sie einen neuen Staat der Arbeiter und Bauer aufbauen, sie zerteilten\u00a0den von ihnen eroberten Raum in mehrere formal unabh\u00e4ngige Staaten, die sich zu einer angeblich freiwilligen Union zusammenschlossen.<\/p>\n<p>Die Grenzen zwischen diesen Staaten wurden von ihnen mehrfach ge\u00e4ndert. Russland stellte\u00a0aus seiner Zusammensetzung Kasachstan und Kyrgistan frei, sp\u00e4ter Karelo-Finnische SSR, gab\u00a0an Belarus\u00a0das Witebskaja und Mogiljewskaja Gebiet ab. Dann nahm Russland Karelia wieder in seine Zusammensetzung auf, und die Krim wurde in 1954 an die Ukraine \u00fcbergeben. Die \u00dcbergabe der Krim an die Ukraine ist nicht mehr oder weniger legitim, als alle anderen Handlungen der Bolschewiken auf dem Territorium des von ihnen eroberten Landes.<\/p>\n<p>Wichtig ist etwas anderes: Die Grenzen, so provisorisch wie sie in der UdSSR auch waren, wurden nach dem Zerfall der UdSSR durch internationale Vertr\u00e4ge genauso best\u00e4tigt, wie die Verk\u00fcndung der Unabh\u00e4ngigkeit Russlands selbst. Das von der ganzen Welt anerkannte Beloweschskoje Abkommen und der Gro\u00dfe Vertrag Russlands mit der Ukraine von 1997 legten die Grenzen fest und die Krim wurde der Ukraine \u00fcberlassen. Was die formale Jahresanzahl des Besitzes angeht, so war das Russische Imperium, sowie das Osmanische eine andere Welt. Und sogar in jener Welt besa\u00df das Osmanische Imperium die Krim drei Jahrhunderte lang, und das Russische \u2013 134 Jahre. Die russische Sowjetrepublik, zu deren Nachfolger sich das heutige Russland erkl\u00e4rte, besa\u00df\u00a0die Krim von 1920 bis 1954, also 34 Jahre. Und die ukrainische Sowjetrepublik und die heutige Ukraine \u2013 60 Jahre lang (von 1954 bis 2014).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u043a\u0440\u044b\u043c2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-612 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u043a\u0440\u044b\u043c2.jpg\" alt=\"\u043a\u0440\u044b\u043c2\" width=\"925\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u043a\u0440\u044b\u043c2.jpg 925w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u043a\u0440\u044b\u043c2-300x243.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u043a\u0440\u044b\u043c2-768x623.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 925px) 100vw, 925px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zu sowjetischen Zeiten wurden mehrere Verbrechen gegen die Urbev\u00f6lkerung der Krim begangen, gegen die Krimtataren wie auch gegen alle anderen Urv\u00f6lker der Halbinsel, inklusive Russen selbst. Als die Bolschewiken im November 1920 die Krim einnahmen, veranstalteten\u00a0sie ein Gemetzel aller Weissgardisten, die Wrangel nicht hinterher gegangen waren, und aller Zivilisten, die ihnen sympathisierten. Damals sind um die 60 000 Menschen ermordet worden. Der von den Bolschewiken provozierte Hunger 1921-1922 kostete das Leben von weiteren 80 000 Menschen, zum gr\u00f6ssten Teil &#8211; von Krimtataren.<\/p>\n<p>Die Kollektivisierung f\u00fchrte\u00a0zum Tod und der gewaltsamen Deportation von weiteren\u00a0dutzenden Tausenden Menschen aller Nationalit\u00e4ten. Im August 1941 wurden aus der Krim gewaltsam 63 000 Deutsche deportiert, im Januar-Februar 1942 &#8211; 700 Italiener, entfernter Nachfahren der mittelalterlichen Genuesen. Im Mai-August 1944 wurden aus der Krim alle Krimtataren (191 000), Griechen (15 040), Bulgaren (12 242), Armenier (9600), T\u00fcrken und Perser (3650) deportiert. Viele sind auf dem Weg gestorben, andere starben an ihren neuen Lebensorten wegen den schweren Lebensbedingungen.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung der Krim schrumpfte auf ein Drittel. In 1939 lebten\u00a0auf der Halbinsel 1 126 000 Menschen, und im September 1944 &#8211; 379 000. Dann wurde die Krim wieder besiedelt. In leere H\u00e4user wurden\u00a0Kriegsveteranen, demobilisierte Offiziere der sowjetischen Armee, NKWD-Mitarbeiter, Parteimitglieder einquartiert. Die Zusammensetzung der Krimer Bev\u00f6lkerung hat sich dramatisch ver\u00e4ndert. All seine ethnischen Gruppen waren verschwunden. Erst in den 1980ern begann\u00a0die R\u00fcckkehr der \u00fcberlebten Vertriebenen, ihrer Kinder und Enkelkinder. Aber ihr Landbesitz und ihre H\u00e4user waren von anderen Menschen besetzt. Zwischen den Angesiedelten und den Zur\u00fcckgekehrten fanden grausame Konflikte statt.<\/p>\n<p>Und jetzt ist die \u201eKrim unser\u201c. Deswegen wird ein Krieg in der Ukraine gef\u00fchrt, und Russland verwandelt sich rapide in einen Pariastaat. Gibt es einen Ausgang? Ja.<\/p>\n<p>Aber aus unserer Sicht erfordert es die Aufgabe aller Anspr\u00fcche\u00a0auf den Besitz dieses Territoriums und die Achtung des\u00a0Willens der Menschen, die dort leben, deren Wille auch das Schicksal dieses Territoriums entscheiden muss.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Quelle: <strong>Andrei Subow<\/strong> in\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vedomosti.ru\/opinion\/news\/34155281\/krym-nash#ixzz3F0QSgmLQ\">vedomosti.ru<\/a>;\u00a0\u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel\u00a0<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andrej Subow, ein russischer Historiker. 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Anfang M\u00e4rz jubelte die russische Gesellschaft und das Krimer Volk, w\u00e4hrend der Pr\u00e4sident Wladimir Putin schw\u00fclstige Worte \u00fcber das Krimer Schiff sagte, das nun in den russischen Hafen endlich und f\u00fcr immer zur\u00fcckgekehrt sei. \u201eDie Krim war immer und ist nun wieder russisch,\u201c- diese Worte wurden wie ein Zauberspruch wiederholt.\r\n\r\nAber der Anschluss einer fremden Provinz verl\u00e4uft auch unter den schicklichsten Vorw\u00e4nden nie ganz still und ruhig. Zwischen dem Besatzer und dem Gesch\u00e4digten entsteht ein Konflikt, der manchmal Jahrzehnte andauert und Millionen das Leben kostet. Erinnern wir uns doch an den Streit zwischen Deutschland und Frankreich wegen Elsass, zwischen \u00d6sterreich und Serbien wegen Bosnien. Donbass ist eine direkte Fortsetzung der russischen Krimpolitik, nur ist das Resultat viel blutiger. Aber musste man denn \u00fcberhaupt mit der Krim anfangen?\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432.jpg\"><img class=\" size-medium wp-image-604 alignright\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432-300x200.jpg\" alt=\"\u0437\u0443\u0431\u043e\u0432\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a>Wenn die Krim immer unser, russisch, war, und uns wie ein \u201eKartoffelsack\u201c hinterh\u00e4ltig von der Ukraine geklaut wurde, dann ist die Sache klar - eine Ungerechtigkeit sollte man berichtigen. Aber man h\u00e4tte ohne das Spiel in h\u00f6fliche gr\u00fcne M\u00e4nnchen auskommen m\u00fcssen, man h\u00e4tte sich die Gerechtigkeitswiederherstellung in den internationalen Instanzen verschaffen sollen. Die Krim h\u00e4tte die Frage \u00fcber den Austritt aus der Ukraine stellen k\u00f6nnen, wie es Schottland \u00fcber den Austritt aus Gro\u00dfbritannien gestellt hat, und Katalonien - aus Spanien. Das ist ein langer Prozess, das Resultat ist nicht vorausbestimmt, aber ohne die langen und langweiligen internationalen Verfahren wird kein Territorium im 21. Jahrhundert neuverteilt. Es ist un\u00fcblich: Die Welt hat wegen den \u201eschnellen Entscheidungen\u201c der ersten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts zu viel gelitten.\r\n\r\nJa, wenn auf der Krim tats\u00e4chlich ein Genozid am\u00a0russischen Volk stattgefunden h\u00e4tte, dann w\u00fcrde die UN-Resolution 2625 von 1970 in Kraft treten, \u00fcber das Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker unter den lebensbedrohlichen Bedingungen. Aber auf der Krim, solange es ein Teil der Ukraine war, gab es keinen Genozid. Niemand hat Russen auf der Krim get\u00f6tet, niemand hat sie in zum Leben ungeeignete Gegenden umgesiedelt, niemand hat den Familienerhalt und die Geburt der Kinder verhindert. Es gab ein paar Probleme mit der russischen Sprache im offiziellen Bereich. Zwischen einer weichen linguistischen Diskriminierung und einem Genozid ist ein gewaltiger Abstand.\r\nWenn man die Abtrennung der Krim von der Ukraine und den Anschluss an Russland mit einem Genozid nicht erkl\u00e4ren kann, so k\u00f6nnte es sein, dass es bedingungslose historische Argumente gibt? Man nennt drei Argumente: 1) Die Krim war immer russisch, 2) Die Krim wurde mit russischem Blut begossen, in vielen Kriegen 3) Die Krim wurde an die Ukraine widerrechtlich \u00fcbergeben.\r\n\r\nVersuchen wir es doch auszuwerten.\r\n\r\nIm Altertum und im Mittelalter beherrschten viele verschiedene Staaten die Krimer Halbinsel, auf ihrem Territorium wechselten sich viele V\u00f6lker ab. Russland gab es noch gar nicht, und Rusen und Slawen tauchten auf der Krim in sehr kleiner Anzahl auf. Im 11. Jahrhundert existierte in Taman (Kuban) das F\u00fcrstentum Tmutarakan, das von Rurikiden regiert wurde. Dieses besa\u00df\u00a0wohl irgendeinen Teil der \u00f6stlichen Krim und befand sich in einer Art Vasallenabh\u00e4ngigkeit von Konstantinopel. Eine tiefere Besch\u00e4ftigung mit dem Altertum spricht aber eher f\u00fcr Kyjiws Rechte als Moskaus. Denn Moskau gab es damals gar nicht, und Kyjiw war \u201edie Mutter aller russischen St\u00e4dte\u201c, genau dort war der Thron von Rurikiden\r\n\r\nDanach beherrschten Byzanz, die Mongolen und die Goldene Horde die Krim. Die Krimer S\u00fcdk\u00fcste \u00fcbergab Konstantinopel in der zweiten H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts an Genua, die Genuesen gr\u00fcndeten auch das F\u00fcrstentum Theodoro. Im Sommer 1475 eroberte\u00a0das Osmanische Imperium die Krim. Im Steppengebiet der Halbinsel und im Priazowje behielten\u00a0die Osmanen Khanat der Krim als Vasallenstaat, die S\u00fcdk\u00fcste nahmen sie unmittelbar in Besitz. Die Bev\u00f6lkerung der Krim war damals kunterbunt: es blieben noch immer viele Griechen, Italiener, Armenier, Juden, Slawen. Die Steppenbev\u00f6lkerung war zum gr\u00f6\u00dften Teil mongolischer Abstammung, die Berg- und Seebev\u00f6lkerung \u2013 europ\u00e4isch. Krimtatarisch war allm\u00e4hlich zur gemeinsamen Sprache der zwischennationalen Kommunikation geworden. Auf der Halbinsel lebten Moslems, Christen verschiedener Bekenntnisse und Juden Schulter an Schulter. Aber russisch war diese wunderbare Welt bis zum April 1783 definitiv nicht.\r\n\r\nGenau dann wurde die Krim an das Russische Imperium angeschlossen. Die Besatzung des Krimer Khanats war blutr\u00fcnstig. Krimer Urbev\u00f6lkerung schrumpfte wegen der Emigration in die monotheistische T\u00fcrkei und der Grausamkeiten der neuen Obrigkeit zum Ende des 18. Jahrhunderts auf ein F\u00fcnftel. Die Krimer Christen siedelte F\u00fcrst Potemkin gewaltsam ins nordische Pritschernomorje (Steppen im Norden des Schwarzen Meeres) um. So hatte er das von Russland nach dem Friede von K\u00fc\u00e7\u00fck Kaynarca 1774 erhaltene Recht auf Schutz der Krimer Monotheisten verstanden. Viele von ihnen konvertierten\u00a0zum Islam, um die Deportation zu vermeiden. Noch in den 1930ern gab es in vielen krimtatarischen Siedlungen zwei Friedh\u00f6fe: einen aktiven moslemischen und einen geschlossenen christlichen, und die Alten erkl\u00e4rten\u00a0den Jungen: k\u00fcmmern muss man sich um beide, denn auf dem christlichen sind unsere Vorfahren begraben.\r\n\r\nDie russische Regierung auf der Krim war keine Wohltat f\u00fcr die Urbev\u00f6lkerung. Die moslemischen Gemeinden verloren ihr Wasser- und Landeigentum, das an den russischen Adel oder den Staat \u00fcbergegangen war. Von Landbesitzern wurden\u00a0die Ureinwohner zu P\u00e4chtern. In 100 Jahren russischer Obrigkeit, von Katharina II. bis zu Alexander II. einschliesslich, verlie\u00dfen ca. 900.000 Moslems die Krim. An ihrer Stelle kamen Christen des Osmanischen Imperiums: Griechen, Bulgaren, Armenier. Aus Russland, Deutschland und \u00d6sterreich kamen\u00a0deutsche Kolonisten. Die Gutsherren siedelten ukrainische Ackerbauern und gro\u00dfrussische Bauern in\u00a0die verlassenen Territorien.\r\n\r\n\u00c4hnliche Situation gab es in Abchasien und an der kaukasischen K\u00fcste Russlands: im 19. Jahrhundert verliess die moslemische Bev\u00f6lkerung massenhaft das Land, unter dem Joch und der Unfreiheit leidend, und siedelte nach Osmanisches Imperium um. Ersetzt wurde sie durch Christen verschiedener St\u00e4mme (aus Anatolien und Balkan, damals noch t\u00fcrkisch, oder aus anderen Provinzen des Russischen Imperiums).\r\n\r\nAuf der Krim betrug der tatarische Bev\u00f6lkerungsanteil 87,6% in 1795, 35,6% in 1897, 25% in 1925, und in 1939 - 19,4%.\r\n\r\nAu\u00dferdem muss man sich immer vor Augen halten, dass das Russische Imperium des 18.-19. Jahrhunderts und das jetzige Russland nicht ein- und derselbe Staat sind. Denn zum Imperium geh\u00f6rte nicht nur das Territorium des jetzigen Russlands, sondern auch ein gro\u00dfer Teil der Ukraine, Belarus, Kasachstan, der Kaukasus, die baltischen Staaten, sogar ein Teil Polens und Finnlands. Und alle V\u00f6lker erschlossen die\u00a0Krimer Erde, begossen\u00a0es mit ihrem Schwei\u00df und Blut. Gab es denn w\u00e4hrend des Krim-Krieges 1853-1856 keine Ukrainer, Belarussen, Georgier, Ostseedeutschen, Polen in der russischen Armee?\r\n\r\nDas russische Imperium war ein Land vieler V\u00f6lker, und das jetzige Russland kann wohl kaum einen Anspruch auf irgendwelche Territorien nur aufgrund dessen erheben, dass diese mal ein Teil des Romanow Imperiums waren. Die Bolschewiken legten den Nachlass des Russischen Imperiums ab und erkl\u00e4rten, dass sie einen neuen Staat der Arbeiter und Bauer aufbauen, sie zerteilten\u00a0den von ihnen eroberten Raum in mehrere formal unabh\u00e4ngige Staaten, die sich zu einer angeblich freiwilligen Union zusammenschlossen.\r\n\r\nDie Grenzen zwischen diesen Staaten wurden von ihnen mehrfach ge\u00e4ndert. Russland stellte\u00a0aus seiner Zusammensetzung Kasachstan und Kyrgistan frei, sp\u00e4ter Karelo-Finnische SSR, gab\u00a0an Belarus\u00a0das Witebskaja und Mogiljewskaja Gebiet ab. Dann nahm Russland Karelia wieder in seine Zusammensetzung auf, und die Krim wurde in 1954 an die Ukraine \u00fcbergeben. Die \u00dcbergabe der Krim an die Ukraine ist nicht mehr oder weniger legitim, als alle anderen Handlungen der Bolschewiken auf dem Territorium des von ihnen eroberten Landes.\r\n\r\nWichtig ist etwas anderes: Die Grenzen, so provisorisch wie sie in der UdSSR auch waren, wurden nach dem Zerfall der UdSSR durch internationale Vertr\u00e4ge genauso best\u00e4tigt, wie die Verk\u00fcndung der Unabh\u00e4ngigkeit Russlands selbst. Das von der ganzen Welt anerkannte Beloweschskoje Abkommen und der Gro\u00dfe Vertrag Russlands mit der Ukraine von 1997 legten die Grenzen fest und die Krim wurde der Ukraine \u00fcberlassen. Was die formale Jahresanzahl des Besitzes angeht, so war das Russische Imperium, sowie das Osmanische eine andere Welt. Und sogar in jener Welt besa\u00df das Osmanische Imperium die Krim drei Jahrhunderte lang, und das Russische \u2013 134 Jahre. Die russische Sowjetrepublik, zu deren Nachfolger sich das heutige Russland erkl\u00e4rte, besa\u00df\u00a0die Krim von 1920 bis 1954, also 34 Jahre. Und die ukrainische Sowjetrepublik und die heutige Ukraine \u2013 60 Jahre lang (von 1954 bis 2014).\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u043a\u0440\u044b\u043c2.jpg\"><img class=\"aligncenter wp-image-612 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2014\/10\/\u043a\u0440\u044b\u043c2.jpg\" alt=\"\u043a\u0440\u044b\u043c2\" width=\"925\" height=\"750\" \/><\/a>\r\n\r\nZu sowjetischen Zeiten wurden mehrere Verbrechen gegen die Urbev\u00f6lkerung der Krim begangen, gegen die Krimtataren wie auch gegen alle anderen Urv\u00f6lker der Halbinsel, inklusive Russen selbst. Als die Bolschewiken im November 1920 die Krim einnahmen, veranstalteten\u00a0sie ein Gemetzel aller Weissgardisten, die Wrangel nicht hinterher gegangen waren, und aller Zivilisten, die ihnen sympathisierten. Damals sind um die 60 000 Menschen ermordet worden. Der von den Bolschewiken provozierte Hunger 1921-1922 kostete das Leben von weiteren 80 000 Menschen, zum gr\u00f6ssten Teil - von Krimtataren.\r\n\r\nDie Kollektivisierung f\u00fchrte\u00a0zum Tod und der gewaltsamen Deportation von weiteren\u00a0dutzenden Tausenden Menschen aller Nationalit\u00e4ten. Im August 1941 wurden aus der Krim gewaltsam 63 000 Deutsche deportiert, im Januar-Februar 1942 - 700 Italiener, entfernter Nachfahren der mittelalterlichen Genuesen. Im Mai-August 1944 wurden aus der Krim alle Krimtataren (191 000), Griechen (15 040), Bulgaren (12 242), Armenier (9600), T\u00fcrken und Perser (3650) deportiert. Viele sind auf dem Weg gestorben, andere starben an ihren neuen Lebensorten wegen den schweren Lebensbedingungen.\r\n\r\nDie Bev\u00f6lkerung der Krim schrumpfte auf ein Drittel. In 1939 lebten\u00a0auf der Halbinsel 1 126 000 Menschen, und im September 1944 - 379 000. Dann wurde die Krim wieder besiedelt. In leere H\u00e4user wurden\u00a0Kriegsveteranen, demobilisierte Offiziere der sowjetischen Armee, NKWD-Mitarbeiter, Parteimitglieder einquartiert. Die Zusammensetzung der Krimer Bev\u00f6lkerung hat sich dramatisch ver\u00e4ndert. All seine ethnischen Gruppen waren verschwunden. Erst in den 1980ern begann\u00a0die R\u00fcckkehr der \u00fcberlebten Vertriebenen, ihrer Kinder und Enkelkinder. Aber ihr Landbesitz und ihre H\u00e4user waren von anderen Menschen besetzt. Zwischen den Angesiedelten und den Zur\u00fcckgekehrten fanden grausame Konflikte statt.\r\n\r\nUnd jetzt ist die \u201eKrim unser\u201c. Deswegen wird ein Krieg in der Ukraine gef\u00fchrt, und Russland verwandelt sich rapide in einen Pariastaat. Gibt es einen Ausgang? Ja.\r\n\r\nAber aus unserer Sicht erfordert es die Aufgabe aller Anspr\u00fcche\u00a0auf den Besitz dieses Territoriums und die Achtung des\u00a0Willens der Menschen, die dort leben, deren Wille auch das Schicksal dieses Territoriums entscheiden muss.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\nQuelle: <strong>Andrei Subow<\/strong> in\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vedomosti.ru\/opinion\/news\/34155281\/krym-nash#ixzz3F0QSgmLQ\">vedomosti.ru<\/a>;\u00a0\u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel\u00a0<\/a>\r\n\r\n&nbsp;","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=602"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24470,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602\/revisions\/24470"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=602"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=602"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}