{"id":6359,"date":"2015-05-25T04:01:32","date_gmt":"2015-05-25T04:01:32","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=6359"},"modified":"2015-05-25T06:38:10","modified_gmt":"2015-05-25T06:38:10","slug":"lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/","title":{"rendered":"Lilija Schewzowa: &#8222;Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><em>Genau das kann Putin aufhalten, findet die ber\u00fchmte russische Politologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Brooking Instituts (USA) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lilija_Fjodorowna_Schewzowa\">Lilija Schewzowa<\/a>.\u00a0Die Politologin beantwortete die Fragen des Hauptredakteurs der wei\u00dfrussischen Ausgabe <a href=\"http:\/\/charter97.org\/be\/news\/2015\/4\/1\/145727\/\">charter97.org<\/a> <strong>Natalja Radina<\/strong>\u00a0w\u00e4hrend der Konferenz \u201eHerausforderungen und Verpflichtungen der modernen Journalistik\u201c in Vilnius.<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #2e2e2e\"> <span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">&#8211; <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><em>Auf der Konferenz traten Sie recht scharf auf, indem Sie die Politik Europas f\u00fcr die unzureichend starke und prinzipielle Politik in Bezug auf das Regime von Putin kritisierten. Das war sehr emotional f\u00fcr eine Analytikerin, denn es ist \u00fcblich, Menschen Ihres Berufs eher f\u00fcr Beobachter am Rand zu halten. K\u00f6nnen Sie nicht mehr beiseite bleiben?<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/135.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" size-medium wp-image-6361 alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/135-230x130.jpg\" alt=\"1\" width=\"230\" height=\"130\" \/><\/a>Wissen Sie, sogar Menschen, die schon lange Zeit als Analytiker arbeiten und eine ziemlich distanzierte, kalte Herangehensweise zu vertreten versuchen, geben ihren Emotionen nach, sobald sie in eine angespannte Situation kommen.<\/p>\n<p>2014 war f\u00fcr Europa und f\u00fcr den ganzen Westen ein Test ihrer Festigkeit und der Treue zu ihren Prinzipien. Sie hatten genug Zeit, die Vergangenheit und das Heute zu bewerten, wie auch die Fehler, die die EU in Bezug auf Russland, die Ukraine und die eigene Aussenpolitik begangen hat. Trotzdem gelang es Europa nicht, diese Zeit f\u00fcr die Ausarbeitung einer neuen Strategie zu nutzen. Obwohl man der Objektivit\u00e4t wegen sagen kann, dass Europa etwas Unvorstellbares, f\u00fcr seine Geschichte g\u00e4nzlich Unerwartetes erreicht hat. 28 Subjekte der EU halten sich noch immer an einen Einheitskurs gegen\u00fcber den Sanktionen gegen Russland, und dabei sind es auch Ungarn mit seinem Premierminister Orban, und Zypern, und Griechenland, und andere Mittelmeerl\u00e4nder, die immer Charakterschw\u00e4che bez\u00fcglich der Prinzipien an den Tag gelegt haben.<\/p>\n<p>Angela Merkel, die man noch vor einem Jahr wohl kaum in Genauigkeit und Folgerichtigkeit ihrer Einstellung gegen\u00fcber Russland und der Ukraine verd\u00e4chtigen k\u00f6nnte, h\u00e4lt nun diese Einigkeit von Europa zusammen. Und das ist zweifellos ein positiver Schritt in Altersreife der EU und dem Austritt aus der intellektuellen und politischen L\u00e4hmung, in der sich die EU die letzten 5-6 Jahre befand.<\/p>\n<p>Andererseits sind Sanktionen nur eine Taktik, und keine Strategie. Die Sanktionen sind darauf gerichtet, das Regime, das die Rote Linie kreuzt, etwas Schlimmeres nicht machen zu lassen. Aber sie f\u00fchrten nicht mal zu einer Deeskalation der Spannung, wenn auch sie bis zu einem gewissen Grad zeigten, dass man die EU durchaus als ein Ganzes wahrnehmen kann.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Sollte man vielleicht st\u00e4rker \u201ezuschlagen\u201c?<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Die Sanktionen des Westens hatten ihre Wirkung in Bezug auf den Apartheid in S\u00fcdafrikanischen Republik, wie auch in Bezug auf das Regime von Lukaschenko in Belarus. Im Grossen und Ganzen k\u00f6nnen sie aber ihre Wirkung nur im Paket mit einer scharfen und ausgewuchteten Politik der liberalen Gemeinschaft zeigen, die eine Reihe Massnahmen strategischer Qualit\u00e4t beinhaltet. Welche? Das hat die EU noch nicht entschieden. Sie konnte sich zu nichts Gr\u00f6sserem entscheiden, konnte den Rahmen der sektoralen Sanktionen nicht verlassen.<\/p>\n<p>Wir sind in eine Sackgasse geraten: die EU und der Westen im Ganzen k\u00f6nnen den Vektor der Vorgehensweise der russischen Regierung nicht \u00e4ndern. Obwohl sie auf die Ver\u00e4nderung der Taktik vom Kreml einwirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Wie kommt man aus dieser Sackgasse raus?<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">&#8211; <\/span><\/span><\/span>Wissen Sie, es gibt einen Punkt, den der Westen nicht ber\u00fccksichtigt. Die Sowjetunion \u00fcberlebte durch die Konfrontation mit dem Westen. Aber das postsowjetische, dann Jelzins und nun Putins Russland \u00fcberlebt durch die Integration mit dem Westen, durch die Herausbildung einer Bereicherungsquelle, einer \u201ef\u00fcnften Kolonne\u201c und einer Einflusszone innerhalb dieses.<\/p>\n<p>Das ist ein g\u00e4nzlich neues Modell des \u00dcberlebens. Den putinischen Kreml zu bezwingen, zur\u00fcckzuhalten und sein Man\u00f6verfeld einzuschr\u00e4nken ist unm\u00f6glich, wenn man Russland nur mit den wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Sanktionen beeinflusst, indem man f\u00fcnf Panzerwagen oder Panzer nach Litauen schickt, oder forces of rapid deployment, Kr\u00e4fte der schnellen Reaktion der NATO und 5 Kommandozentralen im Osteuropa erschafft.<\/p>\n<p>Alles kann man \u00e4ndern, wenn die EU anf\u00e4ngt, das Krebsgeschw\u00fcr in sich selbst zu liquidieren. Nehmen wir zum Beispiel London, den wir nun Londongrad nennen. Auf der Londoner B\u00f6rse werden alle wichtigsten russischen Staatsunternehmen registriert. In London leben circa 500 000 russischer Staatsb\u00fcrger, die ihre Kapitale dort halten. Wenn die Regierung Grossbritanniens und entsprechende Agenturen den Prozess der Aufdeckung von Quellen ihrer Bereicherung starten w\u00fcrden, w\u00fcrde es eine unmittelbare Wirkung zeigen.<\/p>\n<p>Solange der ehemalige Bundeskanzler Deutschlands Gerhard Schr\u00f6der in \u201eGasprom\u201c arbeitet, solange die ehemaligen Wirtschaftsminister der EU-L\u00e4nder und die ehemaligen NATO-Generalsekret\u00e4re im Unterhalt der russischen Staatsunternehmen stehen, werden die Sanktionen zu keinem Erfolg f\u00fchren.<\/p>\n<p>Heute fliesst das Hauptgeld nach Russland aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Niederlande. Das sind russische Kapitalverm\u00f6gen, die sich in offshores in Niederlanden oder auf den Jungferninseln befinden, und nach Russland in irgendeiner Form zur\u00fcckkommen, zum Beispiel in Form der Investitionen. Dieses Geld geht aus Russland von economic rent in den Westen.<\/p>\n<p>Sobald die Nachpr\u00fcfung dieser Geldfl\u00fcsse und der Bereicherungsquellen anf\u00e4ngt, wird das Schicksal des putinschen Regimes besiegelt sein. Indem Europa sich selbst hilft, hilft es uns auch. Man braucht ein anderes Paradigma der Beziehungen zum putinschen Russland, Belarus, Aserbaidschan, Kasachstan, Uzbekistan und anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p><span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">&#8211; <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><em>Kann Europa auf das russische Geld verzichten?<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">&#8211; <\/span><\/span><\/span>Noch offensichtlich nicht. Das braucht eine lange Reinigung. Aber wie bei einem Spr\u00fchregen f\u00e4ngt es doch an zu tropfen, so beginnen auch unter dem Druck des amerikanischen Finanzministeriums die Schweizer Banken das Geheimnis der Einlagen zu enth\u00fcllen &#8211; es geschieht ein \u00dcberlaufen der Kapitale aus der Schweiz in andere L\u00e4nder. Nat\u00fcrlich machen es noch nicht alle L\u00e4nder, \u00d6sterreich hat zum Beispiel noch gar nicht angefangen. Aber solange dieses Problem nicht gel\u00f6st ist, bleibt das Man\u00f6verfeld der kremlischen Politikklasse riesig.<\/p>\n<p>&#8211;<span style=\"color: #000000\"> <em>Die Untersuchung der Herkunft dieser Kapitalverm\u00f6gen wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Russland f\u00fchrt aber schon seit einem Jahr Kriegshandlungen auf dem Territorium der Ukraine. Ende Februar wurde der Oppositionsleader <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s=nemzow&amp;submit=Search\">Boris Nemzow<\/a> get\u00f6tet. Was kann Putin jetzt aufhalten?<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Wissen Sie, auf diese Frage gibt es keine Antwort, wie im Prinzip auch auf die Mehrheit der Fragen, die das jetzige Russland und den jetzigen Westen betreffen. Die Situation ist g\u00e4nzlich neu, man kann sie nicht mit dem Kalten Krieg vergleichen. Damals existierten Regeln, bestimmte \u201erote Linien\u201c wie f\u00fcr die Sowjetunion so auch f\u00fcr den Westen. Und beide Seiten respektierten diese, zumindest nach der Karibischen Krise der 1960-er.<\/p>\n<p>Nun entwickelt sich ein neues Tabu-System. Ich denke nicht, dass die Reaktion des Westens, und noch weniger- die Reaktion der EU, die in Moskau als so eine Art \u201eAltersheim\u201c wahrgenommen wird, in irgendeiner Weise auf de Politik des Kremls einen Einfluss aus\u00fcben kann. Die europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden haben eine Menge Resolutionen bez\u00fcglich Russland eingebracht, aber sie alle haben auf nichts einen Einfluss gehabt.<\/p>\n<p>Kreml ist ein System der personalisierten Macht. Das ist eine Maschine, die sich in der Situation tiefer Degradation befindet, wom\u00f6glich sogar Agonie. Wir wissen nicht, welchen Grad und welches Stadium diese Agonie bereits erreicht hat, aber halt machen kann sie nicht, denn das ist wie der Bobsleigh: du springst in einen Bob und rast durch die Rinne. Du kannst die Geschwindigkeit des Bobs regulieren, aber anhalten kannst du ihn nicht. So funktioniert auch die russische oder russl\u00e4ndische Matrix.<\/p>\n<p>Wir schenken Putin zuviel Aufmerksamkeit, und dabei ist er nur eine Geisel dieses Bobs. Das Wichtigste hier ist die Maschine, und allem Anschein nach kann sich die Reihe der politischen Morde in Russland fortsetzen, denn hier sind mittlerweile Kr\u00e4fte aktiv, die vom Kreml unabh\u00e4ngig sind.<\/p>\n<p>Ich bin gar nicht so sicher, dass den Befehl zum Mord an Nemzow in der Situation der sich verst\u00e4rkenden Isolation und der Wahrscheinlichkeit von neuen Sanktionen der Kreml selbst abgab. Es existieren sehr gewaltige Kr\u00e4fte- \u201eGasprom\u201c, \u201eRosneft\u201c- die Europa bedienen und mit diesem normale Beziehungen aufrechterhalten m\u00fcssen- das ist das Gesetz von economic rent. Sie m\u00fcssen freie Grenzen haben, ihr Geld frei verteilen k\u00f6nnen, Erd\u00f6l und Gas frei verkaufen k\u00f6nnen- sie sind an einer Isolation nicht interessiert. Und pl\u00f6tzlich geschieht dieser Mord an Nemzow. Kreml verfiel aus einer Erkl\u00e4rung in eine andere.<\/p>\n<p>Putin hat die Kontrolle \u00fcber den Bob, die Mordmaschine und seinen Staat verloren, der nach Blut lechzt. Diesen Prozess kann man unm\u00f6glich stoppen, wenn man nicht das ganze System transformiert.<\/p>\n<p>Der Mord an Nemzow ist zweifellos politisch, denn der Staat erschuf eine Atmosph\u00e4re des gegenseitigen Hasses und Verfolgung. Das ist eine Warnung nicht nur f\u00fcr die Opposition, f\u00fcr die dissidierende Minderheit, der ich auch angeh\u00f6re. Das ist eine Warnung an die ganze politische Klasse Russlands: Schritt nach links, Schritt nach rechts- und Sie sind unter Bedrohung.<\/p>\n<p>Ich kann mir vorstellen, mit was f\u00fcr einem Schrecken die Mitglieder der Pr\u00e4sidentenverwaltung, die russischen Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner Awen, Friedmann, Prochorow diesen Mord aufnahmen&#8230;. Alle haben verstanden: man muss loyal sein.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Wenn der Kreml bei den inneren Repressionen nicht anzuhalten beabsichtigt, h\u00e4lt er auch in der Aussenaggression nicht an?<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Schwer zu sagen, welche konkrete Schritte vom Kreml in verschiedene Richtungen unternommen werden. Aber noch vor den Ereignissen in der Ukraine bewilligte der Kreml ein neues Konzept des \u00dcberlebens. Dieses Konzept kristallisierte sich zum Ende 2013 endg\u00fcltig heraus und zum Fehlschlag der westlichen politischen und analytischen Welt wurde die Tatsache, dass sie diesem keine Aufmerksamkeit schenkten. Und die neue aussenpolitische Strategie begann sich 2007 zu formieren- nach dem Auftritt Putins auf der Sicherheitskonferenz in M\u00fcnchen, wo er die USA hart angriff.<\/p>\n<p>Wenn bis 2013 die russische Matrix durch die pers\u00f6nliche Integration im Westen und in die westliche Gesellschaft \u00fcberlebte, durch den Dialog mit Europa, so ist der neue Baublock der \u00dcberlebensstrategie die Eind\u00e4mmung des Westens wie innerhalb so auch ausserhalb Russlands. Die Ukraine wurde zu einem Labor f\u00fcr die Testarbeit dieser Doktrin.<\/p>\n<p>Wie konkret die Eind\u00e4mmung des Westens ablaufen wird, ist noch schwer zu sagen, aber absolut klar ist, dass der Kreml der Ukraine unwahrscheinlich erlauben wird, ein selbstst\u00e4ndiger vollwertiger Staat zu werden. Die Politik der Destabilisierung dieses Landes wird sich fortsetzen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wird sich genauso das \u201eInteresse\u201c an der Situation in Belarus, Moldau fortsetzen &#8211; der sogenannten Staaten der \u201eGrauzone\u201c.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Also, die faktische Sowjetunion.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Nein. Nat\u00fcrlich ist es gut, solche Metapher wie die R\u00fcckkehr in die Sowjetunion anzuwenden. Die Sowjetunion war ein klares, hart integriertes Imperium durch die vollst\u00e4ndige Eingliederung von Belarus, der Ukraine, der baltischen L\u00e4nder in den Rahmen des sowjetischen Systems. Es gab ein gemeinsames Budget und die Loyalit\u00e4t der nationalen Eliten wurde daraus entlohnt.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Ein dem Kreml loyales Regime von Lukaschenko existiert bereits seit \u00fcber 20 Jahren auf Kosten des russischen Budgets.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Ja, aber die Sache ist, dass die Situation nun eine andere ist. Das Eurasientum ist ein komplett neues Modell. Tats\u00e4chlich gibt es ein Element der Entlohnung von Loyalit\u00e4t durch das russische Budget. Aber das russische Budget wird gerade kleiner, da bleibt nur noch sehr wenig Geld. Im russischen nationalen Fonds sind nur noch 400 Milliarden Dollar \u00fcbrig, und davon sind nur 200 \u2013 liquidity cash. Darum ist es unm\u00f6glich, die Loyalit\u00e4t der weissrussischen, ukrainischen, moldauischen, armenischen und zentralasiatischen Eliten g\u00e4nzlich zu erkaufen. Folglich werden andere Methoden eingesetzt, aber nicht auf dem Weg der vollst\u00e4ndigen Eingliederung von Belarus, Moldau, der Ukraine in den Rahmen von Russland.<\/p>\n<p>Schauen Sie doch, wie Moskau die Donezker und Luhansker \u201eRepubliken\u201c behandelt. Der Kreml fordert, dass Kiew die Separatisten in den Rahmen des ukrainischen Staates miteinschliesst. Das ist eine ganz neue Taktik: seine eigene Kolonie innerhalb eines Staates zu haben.<\/p>\n<p>Ich denke, dass der Unterhalt von Lukaschenko nun sehr gek\u00fcrzt wurde. Fr\u00fcher bekam er f\u00fcr jede seine Provokation, f\u00fcr jeden Murks riesiges Geld. Nun gibt es dieses Geld nicht mehr, darum versucht Lukaschenko wie ein anschmiegsames K\u00e4lbchen mehrere M\u00fctter zu saugen &#8211; wendet sich wie an Europa so auch an Russland und hofft, Unterhaltsgeld zu bekommen. Erpresst wie Europa so auch Russland. Eine andere Sache ist, wie der Kreml Lukaschenko und Belarus kontrollieren soll, wenn er ihm kein Geld zahlt? Schwer zu sagen. Auf welche Weise soll Russland auch die Ukraine destabilisieren, wenn es kein Geld f\u00fcr den Unterhalt von Donezk und Luhansk gibt? Das ist eine neue Situation.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Vor kurzem habe ich mich in Warschau mit <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s=felschtinski&amp;submit=Search\">Yuri Felschtinski<\/a> getroffen. Er sagte drei Varianten des Geschehens voraus: Russland okkupiert Belarus mit Einverst\u00e4ndnis von Lukaschenko, ohne sein Einverst\u00e4ndnis oder es wird das \u201eafghanische Szenario\u201c verwirklicht. Welche Variante halten Sie f\u00fcr m\u00f6glich?<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Ich respektiere Felschtinski. Er ist ein mutiger Mann und schreibt interessante B\u00fccher, aber die ersten zwei Szenarios sind absolut unm\u00f6glich und werden nie verwirklicht. Erstens, wegen der Beschr\u00e4nktheit des russischen Budgets. Zweitens, weil Putin doch bestimmte Limits hat wie auch ein Verst\u00e4ndnis der Rationalit\u00e4t. Drittens ist die russische Bev\u00f6lkerung nicht zu einer Erweiterung des \u201eM\u00e4tressen\u201c-Kreises bereit.<\/p>\n<p>Wenn im M\u00e4rz letzten Jahres 65% der russischen Befragten bereit waren, aus ihrem eigenen Portemonnaie f\u00fcr den Unterhalt der Krim zu zahlen, so sind es heute ungef\u00e4hr 30%. In noch einem Monat, wenn die wirtschaftliche Krise die Portemonnaies der Russen unmittelbar betreffen wird, werden sich nur 10-15% tapferer Menschen finden, die bereit sein werden, die Krim zu unterhalten. Das wird n\u00e4mlich circa 20 Miiliarden Dollar im Jahr kosten, die es gar nicht gibt.<\/p>\n<p>Was die Hilfe bei irgendeinem Umsturz in Belarus angeht, so ist das ein Szenario, das man nat\u00fcrlich in Betracht ziehen sollte. Wie in allen Vasallen-Staaten ist es die optimalste Variante der Kontrolle \u00fcber diese. Wenn die weissrussische Gesellschaft bereit ist, es zu dulden. Alle h\u00e4ngt von der Situation in Ihrem Land ab.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Was ist denn die Eurasische Union, wenn nicht die Presswehen die UdSSR wiederzugeb\u00e4ren?<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Es ist nun eine absolut andere Epoche. Es geschieht ein langsames Erl\u00f6schen der russischen Zivilisation, ihre Degradierung, Demoralisierung und ein langsamer Abtritt des russischen Staates von der politischen B\u00fchne. Putin versucht das Leben dieses sterbenden Systems zu verl\u00e4ngern. Aber dieses System kann das, was es in 1960-70-80er herstellte, nicht mehr produzieren. Es kann das, was es in Afghanistan tat, nicht mehr tun. Um so weniger in der Situation der Krise.<\/p>\n<p>Einerseits sind hektische, dramatische, tragische Handlungen m\u00f6glich- solche wie das Absetzen der \u201egr\u00fcnen M\u00e4nnchen\u201c auf der Krim. Aber da waren schon russische Streitkr\u00e4fte- 26 000 Menschen. Ich weiss nicht, wieviele Tausende Milit\u00e4rs sich in den St\u00fctzpunkten in Belarus befinden, aber andererseits sind solche Versuche kurzzeitig und situativ.<\/p>\n<p>In Armenien gibt es auch russische Streitkr\u00e4fte, aber nun gehen die Armenier auf die Strassen mit der Forderung, den russischen St\u00fctzpunkt in Gjumri abzuschaffen. So etwas gab es fr\u00fcher nie. Der Kreml erwartete so etwas auch von den Armeniern wohl kaum. Die Ereignisse entwickeln sich sehr schnell.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Wir sprechen mit Ihnen in Litauen, wo es wegen der Bedrohung der russischen Einmischung die allgemeine Milit\u00e4rdienstpflicht wieder eingef\u00fchrt wurde. Hier auf der Konferenz waren auch Journalisten aus Lettland anwesend, die sagten, dass es die Gefahr der Bildung von \u201e<a style=\"color: #000000\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lettgallen_(Volk)\">Lettgallischer<\/a> Volksrepublik\u201c durch die Russen gibt. Wie real sind die Bedrohungen f\u00fcr die baltischen L\u00e4nder?<\/em><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">&#8211; <\/span><\/span><\/span>Ich bin mit jeglichen Prognosen sehr vorsichtig, besonders in einer Situation, wo die alte Weltordnung gest\u00f6rt wurde. Wir gehen nun einen absolut unbetretenen Pfad, darum k\u00f6nnen wir uns schwer vorstellen, was morgen passieren wird. Kaum jemand von uns vermutete, dass sich Putin im Februar letzten Jahres zur Annexion der Krim entschliessen wird. Obwohl wir alle in Moskau \u00fcber die Existenz verschiedener Pl\u00e4ne auf dem Tisch des Pr\u00e4sidenten wussten. Der Pl\u00e4ne wie der Verteidigung so auch des Angriffs. All diese Pl\u00e4ne sind m\u00f6glich, eine andere Sache ist, ob sie auch tats\u00e4chlich verwirklicht werden- nach der Krim und dem Donbass, nachdem Moskau entdeckte, wie teuer das alles ist. Die Spezifik der russischen Bev\u00f6lkerung ist, dass sie den Anschein eines Sieges und einer Illusion der Einigkeit haben will, aber blutlos. Darum ist \u201eKrimUnser!\u201c ein crescendo des russischen Mythos, das ist ein Sieg ohne Opfer.<\/p>\n<p>Warum werden russische Soldaten und Offiziere, die in Donezk und Luhansk gefallen sind, nachts beerdigt? Weil die Bev\u00f6lkerung keinen Krieg mit Opfern haben will. Das ist eine sehr existenzielle Einschr\u00e4nkung jeglicher milit\u00e4rischer Handlungen des Kremls gegen die Nachbarstaaten.<\/p>\n<p>Wenn es Blut geben wird, wird dieses Regime fr\u00fcher oder sp\u00e4ter fallen. \u201eSoll es nur keinen Krieg geben\u201c- jeder Russe wird damit in seinem Genotyp geboren. Seltsam, es ist wohl die blutr\u00fcnstigste Nation, f\u00fcrchtet sich aber sehr vor dem Blut. Wenn es nur eine Expansion nach Belarus, nach Estland geben k\u00f6nnte, und Weissrussen und Estl\u00e4nder w\u00fcrden dabei mit Blumen herauskommen&#8230;.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Aber es sind doch schon so viele russische Milit\u00e4rs in Donbass gefallen, und davor hatten zwei tschetschenische Kriege so viele Leben genommen&#8230;<\/em><\/span><\/p>\n<p>-Bez\u00fcglich des Donbass erschafft das Fernsehen eine Illusion, dass es ganz blutlos ist, dass das alles Freiwillige sind. Ja, es sind ein paar gestorben, aber sie sind doch freiwillig hingegangen. Gegen den Krieg in Tschetschenien traten die Russen aktiv auf, es wurden Hunderttausende Unterschriften gesammelt.<\/p>\n<p>Der erste tschetschenische Krieg wurde gar nicht angenommen, der Zweite &#8211; teilweise, wegen der TV-L\u00fcge und des putinschen \u201eEldorado\u201c, als die Preise f\u00fcr Erd\u00f6l stetig anstiegen.<\/p>\n<p>&#8211; <span style=\"color: #000000\"><em>Wird es denn den Dritten Weltkrieg geben?<\/em><\/span><\/p>\n<p>&#8211; Nichts sollte man ausschliessen, wenn es keine Regeln gibt. Das ist unser Axiom Nr.1. Ein Regime, das sich an der Macht festklammert, kann wahnsinnige Massnahmen ergreifen.<\/p>\n<p>Aber jeglicher Wahnsinn wird durch das Volk, auch durch ein demoralisiertes, nur in seinem Anfangsstadium unterst\u00fctzt. Nun wollen 62% der Russen, dass die Ukraine unabh\u00e4ngig wird. Also verfliegt die Droge, besonders weil das Volk anstatt Fernsehen zu schauen, in seinen K\u00fchlschrank zu schauen beginnt&#8230;<\/p>\n<p><em>Quelle: <strong>Lilija Schewzowa<\/strong> im Interview mit <strong>Natalja Radina<\/strong> f\u00fcr <a href=\"http:\/\/charter97.org\/be\/news\/2015\/4\/1\/145727\/\">charter97.org<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Lesen Sie noch ein Interview mit Lilija Schewzowa<\/strong><\/em>: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilja-schewzowa-der-russische-capo-del-capi-ist-ratlos-und-desorientiert\/\">&#8222;Der russische capo del capi ist ratlos und desorientiert&#8220;.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genau das kann Putin aufhalten, findet die ber\u00fchmte russische Politologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Brooking Instituts (USA) Lilija&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":121,"featured_media":6362,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,131,3],"tags":[203,176,59,12,373,13],"class_list":["post-6359","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-expertenmeinungen","category-interviews","tag-belarus","tag-kreml","tag-krieg","tag-russland","tag-schewzowa","tag-ukraine"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Lilija Schewzowa: &quot;Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.&quot; - InformNapalm (Deutsch)<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Lilija Schewzowa: &quot;Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.&quot; - InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Genau das kann Putin aufhalten, findet die ber\u00fchmte russische Politologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Brooking Instituts (USA) Lilija...\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"InformNapalm (Deutsch)\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2015-05-25T04:01:32+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2015-05-25T06:38:10+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"700\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"504\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"kaspijka\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"kaspijka\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"15\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/\"},\"author\":{\"name\":\"kaspijka\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87\"},\"headline\":\"Lilija Schewzowa: &#8222;Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.&#8220;\",\"datePublished\":\"2015-05-25T04:01:32+00:00\",\"dateModified\":\"2015-05-25T06:38:10+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/\"},\"wordCount\":3026,\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg\",\"keywords\":[\"Belarus\",\"Kreml\",\"Krieg\",\"Russland\",\"Schewzowa\",\"Ukraine\"],\"articleSection\":[\"Aktuell\",\"Expertenmeinungen\",\"Interviews\/Meinungen\"],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/\",\"name\":\"Lilija Schewzowa: \\\"Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.\\\" - InformNapalm (Deutsch)\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg\",\"datePublished\":\"2015-05-25T04:01:32+00:00\",\"dateModified\":\"2015-05-25T06:38:10+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg\",\"width\":700,\"height\":504},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Lilija Schewzowa: &#8222;Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.&#8220;\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/\",\"name\":\"InformNapalm (Deutsch)\",\"description\":\"OSINT, HUMINT, Analytik\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87\",\"name\":\"kaspijka\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g\",\"caption\":\"kaspijka\"},\"url\":\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/author\/kaspijka\/\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Lilija Schewzowa: \"Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.\" - InformNapalm (Deutsch)","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Lilija Schewzowa: \"Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.\" - InformNapalm (Deutsch)","og_description":"Genau das kann Putin aufhalten, findet die ber\u00fchmte russische Politologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Brooking Instituts (USA) Lilija...","og_url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/","og_site_name":"InformNapalm (Deutsch)","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24","article_published_time":"2015-05-25T04:01:32+00:00","article_modified_time":"2015-05-25T06:38:10+00:00","og_image":[{"width":700,"height":504,"url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"kaspijka","twitter_misc":{"Verfasst von":"kaspijka","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"15\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/"},"author":{"name":"kaspijka","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87"},"headline":"Lilija Schewzowa: &#8222;Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.&#8220;","datePublished":"2015-05-25T04:01:32+00:00","dateModified":"2015-05-25T06:38:10+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/"},"wordCount":3026,"image":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg","keywords":["Belarus","Kreml","Krieg","Russland","Schewzowa","Ukraine"],"articleSection":["Aktuell","Expertenmeinungen","Interviews\/Meinungen"],"inLanguage":"de"},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/","name":"Lilija Schewzowa: \"Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.\" - InformNapalm (Deutsch)","isPartOf":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg","datePublished":"2015-05-25T04:01:32+00:00","dateModified":"2015-05-25T06:38:10+00:00","author":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#primaryimage","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg","contentUrl":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/76525447_3221785_1.jpg","width":700,"height":504},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilija-schewzowa-es-ist-dringend-noetig-der-quellen-der-bereicherung-der-russischen-spitze-nachzuforschen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Lilija Schewzowa: &#8222;Es ist dringend n\u00f6tig, der Quellen der Bereicherung der russischen Spitze nachzuforschen.&#8220;"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#website","url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/","name":"InformNapalm (Deutsch)","description":"OSINT, HUMINT, Analytik","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/1a18fa737cbf9480a979b71b479acb87","name":"kaspijka","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/72af308a9fedfea91400c3b24df379a1f9b25075f50b569c226bec03a4b2ccc6?s=96&d=blank&r=g","caption":"kaspijka"},"url":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/author\/kaspijka\/"}]}},"views":3341,"post_src":"<em>Genau das kann Putin aufhalten, findet die ber\u00fchmte russische Politologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Brooking Instituts (USA) <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lilija_Fjodorowna_Schewzowa\">Lilija Schewzowa<\/a>.\u00a0Die Politologin beantwortete die Fragen des Hauptredakteurs der wei\u00dfrussischen Ausgabe <a href=\"http:\/\/charter97.org\/be\/news\/2015\/4\/1\/145727\/\">charter97.org<\/a> <strong>Natalja Radina<\/strong>\u00a0w\u00e4hrend der Konferenz \u201eHerausforderungen und Verpflichtungen der modernen Journalistik\u201c in Vilnius.<\/em>\r\n\r\n<span style=\"color: #2e2e2e\"> <span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">- <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><em>Auf der Konferenz traten Sie recht scharf auf, indem Sie die Politik Europas f\u00fcr die unzureichend starke und prinzipielle Politik in Bezug auf das Regime von Putin kritisierten. Das war sehr emotional f\u00fcr eine Analytikerin, denn es ist \u00fcblich, Menschen Ihres Berufs eher f\u00fcr Beobachter am Rand zu halten. K\u00f6nnen Sie nicht mehr beiseite bleiben?<\/em><\/span>\r\n\r\n- <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/135.jpg\"><img class=\" size-medium wp-image-6361 alignleft\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/05\/135-230x130.jpg\" alt=\"1\" width=\"230\" height=\"130\" \/><\/a>Wissen Sie, sogar Menschen, die schon lange Zeit als Analytiker arbeiten und eine ziemlich distanzierte, kalte Herangehensweise zu vertreten versuchen, geben ihren Emotionen nach, sobald sie in eine angespannte Situation kommen.\r\n\r\n2014 war f\u00fcr Europa und f\u00fcr den ganzen Westen ein Test ihrer Festigkeit und der Treue zu ihren Prinzipien. Sie hatten genug Zeit, die Vergangenheit und das Heute zu bewerten, wie auch die Fehler, die die EU in Bezug auf Russland, die Ukraine und die eigene Aussenpolitik begangen hat. Trotzdem gelang es Europa nicht, diese Zeit f\u00fcr die Ausarbeitung einer neuen Strategie zu nutzen. Obwohl man der Objektivit\u00e4t wegen sagen kann, dass Europa etwas Unvorstellbares, f\u00fcr seine Geschichte g\u00e4nzlich Unerwartetes erreicht hat. 28 Subjekte der EU halten sich noch immer an einen Einheitskurs gegen\u00fcber den Sanktionen gegen Russland, und dabei sind es auch Ungarn mit seinem Premierminister Orban, und Zypern, und Griechenland, und andere Mittelmeerl\u00e4nder, die immer Charakterschw\u00e4che bez\u00fcglich der Prinzipien an den Tag gelegt haben.\r\n\r\nAngela Merkel, die man noch vor einem Jahr wohl kaum in Genauigkeit und Folgerichtigkeit ihrer Einstellung gegen\u00fcber Russland und der Ukraine verd\u00e4chtigen k\u00f6nnte, h\u00e4lt nun diese Einigkeit von Europa zusammen. Und das ist zweifellos ein positiver Schritt in Altersreife der EU und dem Austritt aus der intellektuellen und politischen L\u00e4hmung, in der sich die EU die letzten 5-6 Jahre befand.\r\n\r\nAndererseits sind Sanktionen nur eine Taktik, und keine Strategie. Die Sanktionen sind darauf gerichtet, das Regime, das die Rote Linie kreuzt, etwas Schlimmeres nicht machen zu lassen. Aber sie f\u00fchrten nicht mal zu einer Deeskalation der Spannung, wenn auch sie bis zu einem gewissen Grad zeigten, dass man die EU durchaus als ein Ganzes wahrnehmen kann.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Sollte man vielleicht st\u00e4rker \u201ezuschlagen\u201c?<\/em><\/span>\r\n\r\n- Die Sanktionen des Westens hatten ihre Wirkung in Bezug auf den Apartheid in S\u00fcdafrikanischen Republik, wie auch in Bezug auf das Regime von Lukaschenko in Belarus. Im Grossen und Ganzen k\u00f6nnen sie aber ihre Wirkung nur im Paket mit einer scharfen und ausgewuchteten Politik der liberalen Gemeinschaft zeigen, die eine Reihe Massnahmen strategischer Qualit\u00e4t beinhaltet. Welche? Das hat die EU noch nicht entschieden. Sie konnte sich zu nichts Gr\u00f6sserem entscheiden, konnte den Rahmen der sektoralen Sanktionen nicht verlassen.\r\n\r\nWir sind in eine Sackgasse geraten: die EU und der Westen im Ganzen k\u00f6nnen den Vektor der Vorgehensweise der russischen Regierung nicht \u00e4ndern. Obwohl sie auf die Ver\u00e4nderung der Taktik vom Kreml einwirken k\u00f6nnen.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Wie kommt man aus dieser Sackgasse raus?<\/em><\/span>\r\n\r\n<span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">- <\/span><\/span><\/span>Wissen Sie, es gibt einen Punkt, den der Westen nicht ber\u00fccksichtigt. Die Sowjetunion \u00fcberlebte durch die Konfrontation mit dem Westen. Aber das postsowjetische, dann Jelzins und nun Putins Russland \u00fcberlebt durch die Integration mit dem Westen, durch die Herausbildung einer Bereicherungsquelle, einer \u201ef\u00fcnften Kolonne\u201c und einer Einflusszone innerhalb dieses.\r\n\r\nDas ist ein g\u00e4nzlich neues Modell des \u00dcberlebens. Den putinischen Kreml zu bezwingen, zur\u00fcckzuhalten und sein Man\u00f6verfeld einzuschr\u00e4nken ist unm\u00f6glich, wenn man Russland nur mit den wirtschaftlichen und milit\u00e4rischen Sanktionen beeinflusst, indem man f\u00fcnf Panzerwagen oder Panzer nach Litauen schickt, oder forces of rapid deployment, Kr\u00e4fte der schnellen Reaktion der NATO und 5 Kommandozentralen im Osteuropa erschafft.\r\n\r\nAlles kann man \u00e4ndern, wenn die EU anf\u00e4ngt, das Krebsgeschw\u00fcr in sich selbst zu liquidieren. Nehmen wir zum Beispiel London, den wir nun Londongrad nennen. Auf der Londoner B\u00f6rse werden alle wichtigsten russischen Staatsunternehmen registriert. In London leben circa 500 000 russischer Staatsb\u00fcrger, die ihre Kapitale dort halten. Wenn die Regierung Grossbritanniens und entsprechende Agenturen den Prozess der Aufdeckung von Quellen ihrer Bereicherung starten w\u00fcrden, w\u00fcrde es eine unmittelbare Wirkung zeigen.\r\n\r\nSolange der ehemalige Bundeskanzler Deutschlands Gerhard Schr\u00f6der in \u201eGasprom\u201c arbeitet, solange die ehemaligen Wirtschaftsminister der EU-L\u00e4nder und die ehemaligen NATO-Generalsekret\u00e4re im Unterhalt der russischen Staatsunternehmen stehen, werden die Sanktionen zu keinem Erfolg f\u00fchren.\r\n\r\nHeute fliesst das Hauptgeld nach Russland aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Niederlande. Das sind russische Kapitalverm\u00f6gen, die sich in offshores in Niederlanden oder auf den Jungferninseln befinden, und nach Russland in irgendeiner Form zur\u00fcckkommen, zum Beispiel in Form der Investitionen. Dieses Geld geht aus Russland von economic rent in den Westen.\r\n\r\nSobald die Nachpr\u00fcfung dieser Geldfl\u00fcsse und der Bereicherungsquellen anf\u00e4ngt, wird das Schicksal des putinschen Regimes besiegelt sein. Indem Europa sich selbst hilft, hilft es uns auch. Man braucht ein anderes Paradigma der Beziehungen zum putinschen Russland, Belarus, Aserbaidschan, Kasachstan, Uzbekistan und anderen L\u00e4ndern.\r\n\r\n<span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">- <\/span><\/span><\/span><span style=\"color: #000000\"><em>Kann Europa auf das russische Geld verzichten?<\/em><\/span>\r\n\r\n<span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">- <\/span><\/span><\/span>Noch offensichtlich nicht. Das braucht eine lange Reinigung. Aber wie bei einem Spr\u00fchregen f\u00e4ngt es doch an zu tropfen, so beginnen auch unter dem Druck des amerikanischen Finanzministeriums die Schweizer Banken das Geheimnis der Einlagen zu enth\u00fcllen - es geschieht ein \u00dcberlaufen der Kapitale aus der Schweiz in andere L\u00e4nder. Nat\u00fcrlich machen es noch nicht alle L\u00e4nder, \u00d6sterreich hat zum Beispiel noch gar nicht angefangen. Aber solange dieses Problem nicht gel\u00f6st ist, bleibt das Man\u00f6verfeld der kremlischen Politikklasse riesig.\r\n\r\n-<span style=\"color: #000000\"> <em>Die Untersuchung der Herkunft dieser Kapitalverm\u00f6gen wird viel Zeit in Anspruch nehmen. Russland f\u00fchrt aber schon seit einem Jahr Kriegshandlungen auf dem Territorium der Ukraine. Ende Februar wurde der Oppositionsleader <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s=nemzow&amp;submit=Search\">Boris Nemzow<\/a> get\u00f6tet. Was kann Putin jetzt aufhalten?<\/em><\/span>\r\n\r\n- Wissen Sie, auf diese Frage gibt es keine Antwort, wie im Prinzip auch auf die Mehrheit der Fragen, die das jetzige Russland und den jetzigen Westen betreffen. Die Situation ist g\u00e4nzlich neu, man kann sie nicht mit dem Kalten Krieg vergleichen. Damals existierten Regeln, bestimmte \u201erote Linien\u201c wie f\u00fcr die Sowjetunion so auch f\u00fcr den Westen. Und beide Seiten respektierten diese, zumindest nach der Karibischen Krise der 1960-er.\r\n\r\nNun entwickelt sich ein neues Tabu-System. Ich denke nicht, dass die Reaktion des Westens, und noch weniger- die Reaktion der EU, die in Moskau als so eine Art \u201eAltersheim\u201c wahrgenommen wird, in irgendeiner Weise auf de Politik des Kremls einen Einfluss aus\u00fcben kann. Die europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden haben eine Menge Resolutionen bez\u00fcglich Russland eingebracht, aber sie alle haben auf nichts einen Einfluss gehabt.\r\n\r\nKreml ist ein System der personalisierten Macht. Das ist eine Maschine, die sich in der Situation tiefer Degradation befindet, wom\u00f6glich sogar Agonie. Wir wissen nicht, welchen Grad und welches Stadium diese Agonie bereits erreicht hat, aber halt machen kann sie nicht, denn das ist wie der Bobsleigh: du springst in einen Bob und rast durch die Rinne. Du kannst die Geschwindigkeit des Bobs regulieren, aber anhalten kannst du ihn nicht. So funktioniert auch die russische oder russl\u00e4ndische Matrix.\r\n\r\nWir schenken Putin zuviel Aufmerksamkeit, und dabei ist er nur eine Geisel dieses Bobs. Das Wichtigste hier ist die Maschine, und allem Anschein nach kann sich die Reihe der politischen Morde in Russland fortsetzen, denn hier sind mittlerweile Kr\u00e4fte aktiv, die vom Kreml unabh\u00e4ngig sind.\r\n\r\nIch bin gar nicht so sicher, dass den Befehl zum Mord an Nemzow in der Situation der sich verst\u00e4rkenden Isolation und der Wahrscheinlichkeit von neuen Sanktionen der Kreml selbst abgab. Es existieren sehr gewaltige Kr\u00e4fte- \u201eGasprom\u201c, \u201eRosneft\u201c- die Europa bedienen und mit diesem normale Beziehungen aufrechterhalten m\u00fcssen- das ist das Gesetz von economic rent. Sie m\u00fcssen freie Grenzen haben, ihr Geld frei verteilen k\u00f6nnen, Erd\u00f6l und Gas frei verkaufen k\u00f6nnen- sie sind an einer Isolation nicht interessiert. Und pl\u00f6tzlich geschieht dieser Mord an Nemzow. Kreml verfiel aus einer Erkl\u00e4rung in eine andere.\r\n\r\nPutin hat die Kontrolle \u00fcber den Bob, die Mordmaschine und seinen Staat verloren, der nach Blut lechzt. Diesen Prozess kann man unm\u00f6glich stoppen, wenn man nicht das ganze System transformiert.\r\n\r\nDer Mord an Nemzow ist zweifellos politisch, denn der Staat erschuf eine Atmosph\u00e4re des gegenseitigen Hasses und Verfolgung. Das ist eine Warnung nicht nur f\u00fcr die Opposition, f\u00fcr die dissidierende Minderheit, der ich auch angeh\u00f6re. Das ist eine Warnung an die ganze politische Klasse Russlands: Schritt nach links, Schritt nach rechts- und Sie sind unter Bedrohung.\r\n\r\nIch kann mir vorstellen, mit was f\u00fcr einem Schrecken die Mitglieder der Pr\u00e4sidentenverwaltung, die russischen Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner Awen, Friedmann, Prochorow diesen Mord aufnahmen.... Alle haben verstanden: man muss loyal sein.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Wenn der Kreml bei den inneren Repressionen nicht anzuhalten beabsichtigt, h\u00e4lt er auch in der Aussenaggression nicht an?<\/em><\/span>\r\n\r\n- Schwer zu sagen, welche konkrete Schritte vom Kreml in verschiedene Richtungen unternommen werden. Aber noch vor den Ereignissen in der Ukraine bewilligte der Kreml ein neues Konzept des \u00dcberlebens. Dieses Konzept kristallisierte sich zum Ende 2013 endg\u00fcltig heraus und zum Fehlschlag der westlichen politischen und analytischen Welt wurde die Tatsache, dass sie diesem keine Aufmerksamkeit schenkten. Und die neue aussenpolitische Strategie begann sich 2007 zu formieren- nach dem Auftritt Putins auf der Sicherheitskonferenz in M\u00fcnchen, wo er die USA hart angriff.\r\n\r\nWenn bis 2013 die russische Matrix durch die pers\u00f6nliche Integration im Westen und in die westliche Gesellschaft \u00fcberlebte, durch den Dialog mit Europa, so ist der neue Baublock der \u00dcberlebensstrategie die Eind\u00e4mmung des Westens wie innerhalb so auch ausserhalb Russlands. Die Ukraine wurde zu einem Labor f\u00fcr die Testarbeit dieser Doktrin.\r\n\r\nWie konkret die Eind\u00e4mmung des Westens ablaufen wird, ist noch schwer zu sagen, aber absolut klar ist, dass der Kreml der Ukraine unwahrscheinlich erlauben wird, ein selbstst\u00e4ndiger vollwertiger Staat zu werden. Die Politik der Destabilisierung dieses Landes wird sich fortsetzen.\r\n\r\nNat\u00fcrlich wird sich genauso das \u201eInteresse\u201c an der Situation in Belarus, Moldau fortsetzen - der sogenannten Staaten der \u201eGrauzone\u201c.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Also, die faktische Sowjetunion.<\/em><\/span>\r\n\r\n- Nein. Nat\u00fcrlich ist es gut, solche Metapher wie die R\u00fcckkehr in die Sowjetunion anzuwenden. Die Sowjetunion war ein klares, hart integriertes Imperium durch die vollst\u00e4ndige Eingliederung von Belarus, der Ukraine, der baltischen L\u00e4nder in den Rahmen des sowjetischen Systems. Es gab ein gemeinsames Budget und die Loyalit\u00e4t der nationalen Eliten wurde daraus entlohnt.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Ein dem Kreml loyales Regime von Lukaschenko existiert bereits seit \u00fcber 20 Jahren auf Kosten des russischen Budgets.<\/em><\/span>\r\n\r\n- Ja, aber die Sache ist, dass die Situation nun eine andere ist. Das Eurasientum ist ein komplett neues Modell. Tats\u00e4chlich gibt es ein Element der Entlohnung von Loyalit\u00e4t durch das russische Budget. Aber das russische Budget wird gerade kleiner, da bleibt nur noch sehr wenig Geld. Im russischen nationalen Fonds sind nur noch 400 Milliarden Dollar \u00fcbrig, und davon sind nur 200 \u2013 liquidity cash. Darum ist es unm\u00f6glich, die Loyalit\u00e4t der weissrussischen, ukrainischen, moldauischen, armenischen und zentralasiatischen Eliten g\u00e4nzlich zu erkaufen. Folglich werden andere Methoden eingesetzt, aber nicht auf dem Weg der vollst\u00e4ndigen Eingliederung von Belarus, Moldau, der Ukraine in den Rahmen von Russland.\r\n\r\nSchauen Sie doch, wie Moskau die Donezker und Luhansker \u201eRepubliken\u201c behandelt. Der Kreml fordert, dass Kiew die Separatisten in den Rahmen des ukrainischen Staates miteinschliesst. Das ist eine ganz neue Taktik: seine eigene Kolonie innerhalb eines Staates zu haben.\r\n\r\nIch denke, dass der Unterhalt von Lukaschenko nun sehr gek\u00fcrzt wurde. Fr\u00fcher bekam er f\u00fcr jede seine Provokation, f\u00fcr jeden Murks riesiges Geld. Nun gibt es dieses Geld nicht mehr, darum versucht Lukaschenko wie ein anschmiegsames K\u00e4lbchen mehrere M\u00fctter zu saugen - wendet sich wie an Europa so auch an Russland und hofft, Unterhaltsgeld zu bekommen. Erpresst wie Europa so auch Russland. Eine andere Sache ist, wie der Kreml Lukaschenko und Belarus kontrollieren soll, wenn er ihm kein Geld zahlt? Schwer zu sagen. Auf welche Weise soll Russland auch die Ukraine destabilisieren, wenn es kein Geld f\u00fcr den Unterhalt von Donezk und Luhansk gibt? Das ist eine neue Situation.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Vor kurzem habe ich mich in Warschau mit <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?s=felschtinski&amp;submit=Search\">Yuri Felschtinski<\/a> getroffen. Er sagte drei Varianten des Geschehens voraus: Russland okkupiert Belarus mit Einverst\u00e4ndnis von Lukaschenko, ohne sein Einverst\u00e4ndnis oder es wird das \u201eafghanische Szenario\u201c verwirklicht. Welche Variante halten Sie f\u00fcr m\u00f6glich?<\/em><\/span>\r\n\r\n- Ich respektiere Felschtinski. Er ist ein mutiger Mann und schreibt interessante B\u00fccher, aber die ersten zwei Szenarios sind absolut unm\u00f6glich und werden nie verwirklicht. Erstens, wegen der Beschr\u00e4nktheit des russischen Budgets. Zweitens, weil Putin doch bestimmte Limits hat wie auch ein Verst\u00e4ndnis der Rationalit\u00e4t. Drittens ist die russische Bev\u00f6lkerung nicht zu einer Erweiterung des \u201eM\u00e4tressen\u201c-Kreises bereit.\r\n\r\nWenn im M\u00e4rz letzten Jahres 65% der russischen Befragten bereit waren, aus ihrem eigenen Portemonnaie f\u00fcr den Unterhalt der Krim zu zahlen, so sind es heute ungef\u00e4hr 30%. In noch einem Monat, wenn die wirtschaftliche Krise die Portemonnaies der Russen unmittelbar betreffen wird, werden sich nur 10-15% tapferer Menschen finden, die bereit sein werden, die Krim zu unterhalten. Das wird n\u00e4mlich circa 20 Miiliarden Dollar im Jahr kosten, die es gar nicht gibt.\r\n\r\nWas die Hilfe bei irgendeinem Umsturz in Belarus angeht, so ist das ein Szenario, das man nat\u00fcrlich in Betracht ziehen sollte. Wie in allen Vasallen-Staaten ist es die optimalste Variante der Kontrolle \u00fcber diese. Wenn die weissrussische Gesellschaft bereit ist, es zu dulden. Alle h\u00e4ngt von der Situation in Ihrem Land ab.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Was ist denn die Eurasische Union, wenn nicht die Presswehen die UdSSR wiederzugeb\u00e4ren?<\/em><\/span>\r\n\r\n- Es ist nun eine absolut andere Epoche. Es geschieht ein langsames Erl\u00f6schen der russischen Zivilisation, ihre Degradierung, Demoralisierung und ein langsamer Abtritt des russischen Staates von der politischen B\u00fchne. Putin versucht das Leben dieses sterbenden Systems zu verl\u00e4ngern. Aber dieses System kann das, was es in 1960-70-80er herstellte, nicht mehr produzieren. Es kann das, was es in Afghanistan tat, nicht mehr tun. Um so weniger in der Situation der Krise.\r\n\r\nEinerseits sind hektische, dramatische, tragische Handlungen m\u00f6glich- solche wie das Absetzen der \u201egr\u00fcnen M\u00e4nnchen\u201c auf der Krim. Aber da waren schon russische Streitkr\u00e4fte- 26 000 Menschen. Ich weiss nicht, wieviele Tausende Milit\u00e4rs sich in den St\u00fctzpunkten in Belarus befinden, aber andererseits sind solche Versuche kurzzeitig und situativ.\r\n\r\nIn Armenien gibt es auch russische Streitkr\u00e4fte, aber nun gehen die Armenier auf die Strassen mit der Forderung, den russischen St\u00fctzpunkt in Gjumri abzuschaffen. So etwas gab es fr\u00fcher nie. Der Kreml erwartete so etwas auch von den Armeniern wohl kaum. Die Ereignisse entwickeln sich sehr schnell.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Wir sprechen mit Ihnen in Litauen, wo es wegen der Bedrohung der russischen Einmischung die allgemeine Milit\u00e4rdienstpflicht wieder eingef\u00fchrt wurde. Hier auf der Konferenz waren auch Journalisten aus Lettland anwesend, die sagten, dass es die Gefahr der Bildung von \u201e<a style=\"color: #000000\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lettgallen_(Volk)\">Lettgallischer<\/a> Volksrepublik\u201c durch die Russen gibt. Wie real sind die Bedrohungen f\u00fcr die baltischen L\u00e4nder?<\/em><\/span>\r\n\r\n<span style=\"color: #2e2e2e\"><span style=\"font-family: ArialMT, sans-serif\"><span style=\"font-size: medium\">- <\/span><\/span><\/span>Ich bin mit jeglichen Prognosen sehr vorsichtig, besonders in einer Situation, wo die alte Weltordnung gest\u00f6rt wurde. Wir gehen nun einen absolut unbetretenen Pfad, darum k\u00f6nnen wir uns schwer vorstellen, was morgen passieren wird. Kaum jemand von uns vermutete, dass sich Putin im Februar letzten Jahres zur Annexion der Krim entschliessen wird. Obwohl wir alle in Moskau \u00fcber die Existenz verschiedener Pl\u00e4ne auf dem Tisch des Pr\u00e4sidenten wussten. Der Pl\u00e4ne wie der Verteidigung so auch des Angriffs. All diese Pl\u00e4ne sind m\u00f6glich, eine andere Sache ist, ob sie auch tats\u00e4chlich verwirklicht werden- nach der Krim und dem Donbass, nachdem Moskau entdeckte, wie teuer das alles ist. Die Spezifik der russischen Bev\u00f6lkerung ist, dass sie den Anschein eines Sieges und einer Illusion der Einigkeit haben will, aber blutlos. Darum ist \u201eKrimUnser!\u201c ein crescendo des russischen Mythos, das ist ein Sieg ohne Opfer.\r\n\r\nWarum werden russische Soldaten und Offiziere, die in Donezk und Luhansk gefallen sind, nachts beerdigt? Weil die Bev\u00f6lkerung keinen Krieg mit Opfern haben will. Das ist eine sehr existenzielle Einschr\u00e4nkung jeglicher milit\u00e4rischer Handlungen des Kremls gegen die Nachbarstaaten.\r\n\r\nWenn es Blut geben wird, wird dieses Regime fr\u00fcher oder sp\u00e4ter fallen. \u201eSoll es nur keinen Krieg geben\u201c- jeder Russe wird damit in seinem Genotyp geboren. Seltsam, es ist wohl die blutr\u00fcnstigste Nation, f\u00fcrchtet sich aber sehr vor dem Blut. Wenn es nur eine Expansion nach Belarus, nach Estland geben k\u00f6nnte, und Weissrussen und Estl\u00e4nder w\u00fcrden dabei mit Blumen herauskommen....\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Aber es sind doch schon so viele russische Milit\u00e4rs in Donbass gefallen, und davor hatten zwei tschetschenische Kriege so viele Leben genommen...<\/em><\/span>\r\n\r\n-Bez\u00fcglich des Donbass erschafft das Fernsehen eine Illusion, dass es ganz blutlos ist, dass das alles Freiwillige sind. Ja, es sind ein paar gestorben, aber sie sind doch freiwillig hingegangen. Gegen den Krieg in Tschetschenien traten die Russen aktiv auf, es wurden Hunderttausende Unterschriften gesammelt.\r\n\r\nDer erste tschetschenische Krieg wurde gar nicht angenommen, der Zweite - teilweise, wegen der TV-L\u00fcge und des putinschen \u201eEldorado\u201c, als die Preise f\u00fcr Erd\u00f6l stetig anstiegen.\r\n\r\n- <span style=\"color: #000000\"><em>Wird es denn den Dritten Weltkrieg geben?<\/em><\/span>\r\n\r\n- Nichts sollte man ausschliessen, wenn es keine Regeln gibt. Das ist unser Axiom Nr.1. Ein Regime, das sich an der Macht festklammert, kann wahnsinnige Massnahmen ergreifen.\r\n\r\nAber jeglicher Wahnsinn wird durch das Volk, auch durch ein demoralisiertes, nur in seinem Anfangsstadium unterst\u00fctzt. Nun wollen 62% der Russen, dass die Ukraine unabh\u00e4ngig wird. Also verfliegt die Droge, besonders weil das Volk anstatt Fernsehen zu schauen, in seinen K\u00fchlschrank zu schauen beginnt...\r\n\r\n<em>Quelle: <strong>Lilija Schewzowa<\/strong> im Interview mit <strong>Natalja Radina<\/strong> f\u00fcr <a href=\"http:\/\/charter97.org\/be\/news\/2015\/4\/1\/145727\/\">charter97.org<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.\u00a0<\/em>\r\n\r\n<em><strong>Lesen Sie noch ein Interview mit Lilija Schewzowa<\/strong><\/em>: <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/lilja-schewzowa-der-russische-capo-del-capi-ist-ratlos-und-desorientiert\/\">\"Der russische capo del capi ist ratlos und desorientiert\".<\/a>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6359","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/121"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6359"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6359\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6370,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6359\/revisions\/6370"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/6362"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6359"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6359"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6359"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}