{"id":8269,"date":"2015-08-08T15:57:48","date_gmt":"2015-08-08T15:57:48","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=8269"},"modified":"2019-08-08T04:54:01","modified_gmt":"2019-08-08T04:54:01","slug":"08-08-08-zum-jahrestag-des-beginns-des-russischen-revanchismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/08-08-08-zum-jahrestag-des-beginns-des-russischen-revanchismus\/","title":{"rendered":"08.08.08: Zum Jahrestag des Beginns des russischen Revanchismus"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><em><strong>Es\u00a0sind genau 7 Jahre seit dem Beginn der russischen Aggression gegen Georgien vergangen. Der Kreml hat gezeigt, dass sich seit Moskaus Gr\u00fcndung durch Andrei Bogolubski 1169 das Wesen der Au\u00dfenpolitik \u00a0Moskowiens\/ des Russischen Imperiums\/ der UdSSR\/ der Russischen F\u00f6deration nicht ver\u00e4ndert hat: Druck, Erpressung, Versuche zu destabilisieren, zu zerr\u00fctten, inneren Zwist zu s\u00e4en, andere gegeneinander auszuspielen bleiben der Grundstein der kremlischen\u00a0Politik in Bezug auf seine Nachbarn. <a href=\"http:\/\/ukranews.com\/ru\/article\/2015\/08\/08\/782\">\u201eUkrainische News\u201c<\/a> erinnert sich heute, wie es damals, im hei\u00dfen August 2008, war&#8230;<\/strong><\/em><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><strong>Historischer Kontext<\/strong><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Zerfall der Sowjetunion war von einer Reihe der von Moskau inspirierten milit\u00e4rischen Konflikten begleitet. Das Gemetzel zwischen Armeniern und Aserbaidschanern im Karabach, bei dem die Sympathie und stillschweigende Unterst\u00fctzung des Kremls ausschlie\u00dflich\u00a0auf der Seite des offiziellen Jerewans war. Der Krieg in Transnistrien, in dem sich die Moldauer irgendwelchen \u201eKosaken\u201c und \u201eFreiwilligen\u201c widersetzen mussten (selbstverst\u00e4ndlich unter absoluter \u201eNeutralit\u00e4t\u201c der in dieser Region stationierten 14. Armee Russlands).<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Und schlie\u00dflich ersch\u00fctterten\u00a0Anfang der 1990er ganze zwei ethnische Konflikte Georgien, die vom Nationalisten-Dissidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Swiad_Gamsachurdia\">Swiad Gamsachurdia<\/a> angef\u00fchrt wurden. 1992 begannen\u00a0abchasische Separatisten einen Krieg gegen das offizielle Tiflis. Man sollte anmerken, dass Georgien zu dem Zeitpunkt gar keine Armee besa\u00df und die Regierung oftmals irgendwelche irregul\u00e4ren Formationen in den Kampf warf, zum Beispiel die von niemandem kontrollierte Gruppe \u201eMchedrioni\u201c von Dschabo Ioseliani. Zu irgendeinem Moment gab der neue Pr\u00e4sident des Landes, Eduard Schewardnadse, den Befehl zur tempor\u00e4ren Feuereinstellung aus. Die Abchasen und die sie unterst\u00fctzenden nordkaukasischen Terroristen aus dem Trupp von Schamil Bassajew, sowie allgegenw\u00e4rtige russische \u201eFreiwillige\u201c und \u201eKosaken\u201c nutzten diese Pause f\u00fcr eine Rotation, wonach sie die Schl\u00fcsselst\u00e4dte des Landes einnahmen\u00a0und allumfassende ethnische S\u00e4uberungen veranstalteten, bei denen sie 200.000 Georgier aus Abchasien vertrieben. Seit der Zeit und bis 2008 existierte Abchasien als ein von niemandem anerkannter Quasi-Marionettenstaat, der g\u00e4nzlich von russischer Hilfe und russischen Touristen abh\u00e4ngig war.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In der anderen georgischen Provinz \u2013 S\u00fcdossetien &#8211; fand 1991-1992 ebenfalls ein z\u00e4her, aber deswegen nicht weniger grausamer ethnischer Konflikt statt, dessen Folge die faktische Unabh\u00e4ngigkeit von Zchinwali und der von Osseten bewohnten D\u00f6rfer der Region geworden war. Zur gleichen Zeit blieben die verstreut liegenden georgischen D\u00f6rfer unter Kontrolle des offiziellen Tiflis. Im Gro\u00dfen und Ganzen, ungeachtet der Wunden eines B\u00fcrgerkrieges, blieben aber die Beziehungen zwischen den Georgiern und den Osseten nicht schlecht, mit v\u00f6lliger Bewegungsfreiheit, und die Vertreter des organisierten Verbrechens verstanden\u00a0sich untereinander gar ausgezeichnet, was die Zusammenarbeit beim Schmuggel, Menschenhandel und der \u00dcberf\u00fchrung gestohlener Autos anging.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Situation begann sich nach der \u201eRosen-Revolution\u201c in Georgien 2003 zu \u00e4ndern. Der Machtantritt von Saakaschwili und seiner Mannschaft und der Beginn von allumfassenden Transformationen wurde vom Kreml als eine pers\u00f6nliche Herausforderung wahrgenommen. Zumindest ab 2005 begann Russland seine Vorbereitung zum Krieg. Insbesondere wurde die Infrastruktur f\u00fcr eine Invasion methodisch ausgebaut. So wurde \u00a0die Eisenbahn in Abchasien\u00a0wiederhergestellt sowie ein paar neue moderne russische Milit\u00e4rbasen gebaut. In S\u00fcdossetien wurde\u00a0eine gro\u00dfe Milit\u00e4rbasis in Dschawe errichtet. In Russland selbst wurde\u00a0im Schnelltempo die milit\u00e4rische Infrastruktur am Nordkaukasus ausgebaut: es wurden Basen errichtet, Bergstra\u00dfen repariert, neue Br\u00fccken gebaut und alte befestigt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">In Georgien selbst verloren die Beh\u00f6rden aber die Hoffnung nicht, die abgespaltenen Territorien zur\u00fcckzubekommen. Noch 2004 hatten georgische Einheiten versucht, Zchinwali einzunehmen, erlitten aber eine Niederlage. Nachdem erfolgreiche wirtschaftliche Reformen erlaubt haben, die Staatskasse aufzuf\u00fcllen, begann\u00a0Michail Saakaschwili mit der\u00a0Schaffung einer modernen Armee, die von amerikanischen Instrukteuren trainiert wurde. Auch hatte Saakaschwili den kompletten Schmuggel aus S\u00fcdossetien im Rahmen des Antikorruptionskampfes\u00a0unterbunden, der die Hauptquelle f\u00fcr die Existenz dieser Enklave war, und Zchinwali somit endg\u00fcltig in die Arme von Moskau geworfen. Ab nun war das russische Geld die einzige Quelle der \u201eBudget\u201c-Auff\u00fcllung in der Region, und die einzige Verdienstm\u00f6glichkeit war der Dienst in der sogenannten \u201eVolkswehr\u201c.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><b style=\"font-family: HelveticaNeue;color: #535353;line-height: 1.5\">Eskalation<\/b><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Anscheinend war die russische Aggression f\u00fcr den Anfang Mai 2008 geplant, und beginnen sollte sie in Abchasien&#8230; Den ganzen April lang wurde die nicht anerkannte Republik mit Streitkr\u00e4ften und Technik aufgepumpt. Die Georgier l\u00e4uten die Sturmglocke und appellieren an die Weltgemeinschaft. Vertreter der UNO, OSZE und EU kommen in die potentiell explosive Region, inklusive Javier Solana. Parallel geben die georgischen Milit\u00e4rs die potentiellen Pl\u00e4ne ihres Generalstabs der Presse bekannt: Im Falle eines Angriffes seitens Abchasen auf das obere Kodori (eine Region, die haupts\u00e4chlich von Swanen bewohnt ist &#8211; einem den Georgiern verwandten Volk), werden die georgischen Streitkr\u00e4fte den Fluss Inguri forcieren und Suchumi angreifen. Das ist ein deutliches Signal: Eine Aggression gegen Georgien vom Territorium Abchasiens aus wird f\u00fcr die Abchasen selbst nicht ungestraft bleiben. Am Ende tr\u00e4gt der diplomatische Druck seine Fr\u00fcchte: Saakaschwili trifft sich mit Medwedew und die Situation entspannt sich f\u00fcr eine gewisse Zeit wieder.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 15. Juni wirft\u00a0das s\u00fcdossetische Regime Tiflis einen\u00a0M\u00f6rserbeschuss von Zchinwali vor. Ab diesem Moment beginnt der Schusswechsel in S\u00fcdossetien anzusteigen. Parallel kommen \u00fcber den russischen Nordkaukasus den ganzen Juli lang ununterbrochen \u201eFreiwillige\u201c aller Arten\u00a0in die nicht anerkannte Republik an, darunter auch Donsker, Kubansker und sogar Irkutsker Kosaken, tschetschenische S\u00f6ldner und weitere \u201eVolkswehr\u201c-K\u00e4mpfer. Das Regime von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eduard_Dschabejewitsch_Kokoity\">Kokoity<\/a> beginnt eine allumfassende Kampagne zum Thema: \u201eDie Georgier beabsichtigen uns anzugreifen! Aber wir werden nicht nur genug Kr\u00e4fte haben, diesen Angriff abzuwehren &#8211; wir werden bis nach Tiflis kommen!\u201c Zur gleichen Zeit h\u00e4lt\u00a0die russische 58. Armee den ganzen Juli lang allumfassende Man\u00f6ver an der Grenze zu Georgien ab.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Ab dem 1. August wird das Kaliber der im Schusswechsel verwendeten Waffen gr\u00f6\u00dfer: erst 120 mm, dann bis zu 122 mm. Das Komitee f\u00fcr Presse und Information der \u201eRepublik S\u00fcdossetien\u201c sendet panische Mitteilungen: Georgische Scharfsch\u00fctzen vernichten Zivilisten! Zu dieser Information wird ein Foto beigelegt: Auf einem Verbandstisch liegt ein junger Mann in Camouflage.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 6. August berichtet Interfax, dass die \u201eossetinische Volkswehr\u201c zwei georgische Panzerwagen angeschossen und die Georgier von einer H\u00f6he nahe des Dorfs Nuli abgedr\u00e4ngt h\u00e4tte. \u201eEs geschieht eine stille Annexion des Territoriums S\u00fcdossetiens\u201c, kommentiert der \u201ePr\u00e4sident\u201c Kokoity diese Ereignisse.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 3-4. August beginnt Pr\u00e4sident Kokoity mit der Evakuation. Nach Aussagen der Augenzeugen war die Stadt zum 8. August faktisch menschenleer.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><b style=\"font-family: HelveticaNeue;color: #535353;line-height: 1.5\">Krieg<\/b><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 5. August kommt der Staatsminister Georgiens zu Fragen der Reintegration, Timur Jakobaschwili,\u00a0nach Zchinwali. Kokoity verweigert ein Treffen mit ihm, Jakobaschwili trifft sich mit dem Befehlshaber der russischen \u201eFriedensstifter\u201c, Marat Kulachmetow. Am 7. August kommt Jakobaschwili erneut. Er soll gemeinsam mit dem russischen Botschafter Popow kommen, aber der russische Botschafter richtet ihm aus, dass ihm in Gori ein Autoreifen platt gegangen sei. \u201eIch sagte ihm, dass er doch das Rad wechseln kann, aber er antwortete mir, dass auch sein Ersatzrad platt sei,\u201c sagt Jakobaschwili.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Jakobaschwili trifft sich wieder mit Kulachmetow und er erkl\u00e4rt ihm, dass Kokoity au\u00dfer Kontrolle geraten ist. Er, Kulachmetow, k\u00f6nne kein Treffen mit Kokoity organisieren. Das Einzige, was Kulachmetow raten k\u00f6nne, sei die einseitige Feuereinstellung. Dabei bittet Kulachmetow: Was auch immer passiert, solle man kein Feuer er\u00f6ffnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_8271\" style=\"width: 356px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/caf6a1834266e40745d5e2760879a30c.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8271\" class=\"wp-image-8271 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/caf6a1834266e40745d5e2760879a30c.jpg\" alt=\"A column of Russian armored vehicles, heading towards the breakaway Georgian province of South Ossetia, are seen in North Ossetia, Russia, Friday, Aug. 8, 2008. A surprise military offensive by Georgia, a staunch U.S. ally, to retake the breakaway province of South Ossetia reportedly killed hundreds of people Friday, triggering a ferocious counterattack from Russia that threatened to plunge the region into full-scale war. (AP Photo\/Musa Sadulayev)\" width=\"346\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/caf6a1834266e40745d5e2760879a30c.jpg 800w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/caf6a1834266e40745d5e2760879a30c-300x202.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/caf6a1834266e40745d5e2760879a30c-768x517.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-8271\" class=\"wp-caption-text\">Eine Kolonne der 58. Armee auf dem Vormarsch nach Zchinwali (AP Photo\/Musa Sadulayev)<\/p>\n<\/div>\n<p>Am selben Tag, den 7. August 2008, um circa 20:30 Uhr, erst\u00fcrmen ossetinische Formationen ein georgisches Dorf: Nuli. Zur gleichen Zeit, abends, r\u00fccken georgische Panzerfahrzeuge Richtung Zchinwali aus. Um 23:00 Uhr er\u00f6ffnet die 152 mm Artillerie, die bis zu dem Zeitpunkt\u00a0in diesem Konflikt nicht verwendet wurde, das Feuer auf das Dorf Tamarascheni, das direkt an Zchinwali angrenzt &#8211; also auf eine georgische Enklave, die sich entlang der Transkaukasischen Magistrale befindet.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sa\u00dfen im B\u00fcro,\u201c f\u00fchrt die russische Publizistin Julia Latynina die Worte Timur Jakobaschwilis an, \u201eals die Nachricht \u00fcber den Beschuss von Tamarascheni kam. Der Pr\u00e4sident sagte: \u201eNicht antworten\u201c. Dann wird er angerufen &#8211; er nimmt den H\u00f6rer ab und wird ganz wei\u00df. Ich frage ihn: \u201eWas ist los?\u201c Und er antwortet: \u201eEine Kolonne aus 150 Panzerfahrzeugen bewegt sich zum Roksker Tunnel\u201c.<\/p>\n<p>In dem Moment erkannte Saakaschwili, dass die russische Invasion begonnen hat, und gibt den Befehl zur Erst\u00fcrmung von Zchinwali aus. Nach einer kurzen Artillerievorbereitung f\u00e4hrt der georgische Speznas auf \u201eHummern\u201c faktisch widerstandslos in die Stadt ein. Sp\u00e4ter kommen die Panzer. Gleichzeitig nehmen die Georgier die restlichen ossetischen D\u00f6rfer um die Stadt herum unter ihre Kontrolle, und die Hauptkr\u00e4fte beginnen, sich in Richtung der gr\u00f6\u00dften Milit\u00e4rbasis in Dschawe zu bewegen, mit dem Ziel diese einzunehmen und die Grenze zur Russischen F\u00f6deration im Raum des Roksker Tunnels zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<div id=\"attachment_8272\" style=\"width: 359px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8272\" class=\"wp-image-8272 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy.jpg\" alt=\"Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy\" width=\"349\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy.jpg 610w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy-300x179.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 349px) 100vw, 349px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-8272\" class=\"wp-caption-text\">Kolonne russischer Panzerfahrzeuge\u00a0in S\u00fcdossetien.<\/p>\n<\/div>\n<p>Am fr\u00fchen Morgen des 8. August beginnt russische Luftwaffe Bomben auf die georgischen Stellungen zu werfen. Unter diese Luftangriffe\u00a0geraten unter anderem auch Einheiten, die sich auf dem Weg nach Dschawe befinden, und werden zerstreut. Um 15 Uhr erkl\u00e4rt die russische F\u00fchrung offiziell den Beginn einer milit\u00e4rischen Operation gegen Georgien, womit sie das Faktum der Invasion quasi anerkennt. Um 17 Uhr erkl\u00e4ren die Russen die Wiederherstellung der Kontrolle \u00fcber Zchinwali, was zu dem Zeitpunkt eine offensichtliche L\u00fcge ist.<\/p>\n<p>Aber was man gesagt hatte, musste man wahrmachen, also bricht die 58. Armee drei Tage lang entlang der einzigen Stra\u00dfe &#8211; der Transkaukasischen Magistrale, die entlang des georgischen befestigten Raumes\u00a0verl\u00e4uft &#8211; zur Stadt durch. Gleichzeitig versucht die russische Luftwaffe und die Artillerie die Georgier mit Fl\u00e4chenangriffen aus der Stadt abzudr\u00e4ngen. Zur gleichen Zeit beginnt die Luftwaffe Russlands das ganze Territorium Georgiens zu bomben. Am 10. August befiehlt Saakaschwili den georgischen Einheiten zur\u00fcckzutreten. Am gleichen Tag fahren russische Einheiten und die \u201eVolkswehr\u201c in die zerbombte Stadt hinein.<\/p>\n<p>Am 11-13. August 2008 \u00fcberqueren die Besatzer die administrative Grenze S\u00fcdossetiens und Abchasiens und ziehen in die St\u00e4dte Gori und Sugdidi ein, besetzen\u00a0den Bezirk Achalgorijski in S\u00fcdossetien, kapern und sprengen georgische K\u00fcstenschutzboote in Poti. Parallel veranstaltet die \u201eVolkswehr\u201c und Kosaken ethnische S\u00e4uberungen in den besetzten georgischen D\u00f6rfern in S\u00fcdossetien.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter best\u00e4tigt auch Kokoity\u00a0das Faktum der S\u00e4uberungen. \u201eWir haben dort (auf den besetzten Territorien) alles glatt gemacht,\u201c prahlt die Kremlmarionette.<\/p>\n<p>Die Einheiten der Streitkr\u00e4fte Georgiens leisten keinen Widerstand und bereiten sich auf die Verteidigung von Tiflis vor. Die Pr\u00e4sidenten der Ukraine, Polen und der Baltikum-Staaten reisen\u00a0nach Georgien ab, wo sie an einer Antikriegs-Massenkundgebung teilnehmen, wobei sie sich im Grunde im Visier der Russen befinden (die Streitkr\u00e4fte der Okkupanten standen damals 40 Kilometer von Tiflis entfernt). Schlie\u00dflich unterzeichnen Saakaschwili am 15. August 2008 und Medwedew am 16. den sogenannten \u201eSarkozy-Plan\u201c aus folgenden Punkten:<\/p>\n<p>&#8211; Verzicht auf Gewaltanwendung;<\/p>\n<p>&#8211; Endg\u00fcltige Beendigung aller Kriegshandlungen;<\/p>\n<p>&#8211; Freier Zugang zu humanit\u00e4rer Hilfe;<\/p>\n<p>&#8211; R\u00fcckkehr der Streitkr\u00e4fte Georgiens zu ihren permanenten Stationierungsorten;<\/p>\n<p>&#8211; Abzug der Streitkr\u00e4fte Russlands auf die Linie, auf der sie sich vor dem Beginn der Kampfhandlungen befanden;<\/p>\n<p>&#8211; Beginn der internationalen Diskussion \u00fcber den zuk\u00fcnftigen Status von S\u00fcdossetien und Abchasien und \u00fcber die Wege zu ihrer stabilen Sicherheit.<\/p>\n<p>Die Georgier hatten ihren Teil des Plans unverz\u00fcglich erf\u00fcllt. Was die Russen angeht, so zogen sie die Erf\u00fcllung ihres Teils des Friedensplans\u00a0immer weiter hinaus. Schlie\u00dflich erkannte Russland\u00a0am 26. August die \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c seiner Marionetten Abchasien und S\u00fcdossetien an und verweigerte auf diese Weise die Erf\u00fcllung der Punkte 5 und 6.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><b style=\"font-family: HelveticaNeue;color: #535353;line-height: 1.5\">Der Au\u00dfenaspekt<\/b><\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Gehen wir ein paar Monate zur\u00fcck. Im April 2008 hatte in der Hauptstadt Rum\u00e4niens ein weiterer Gipfel auf der h\u00f6chsten Ebene der NATO-L\u00e4nder stattgefunden. Die Pr\u00e4sidenten der Ukraine und Georgiens, Juschtschenko und Saakaschwili, setzten besondere Hoffnungen auf diesen Gipfel: Sie wollten f\u00fcr ihre L\u00e4nder den sogenannten <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Enlargement_of_NATO#Membership_Action_Plan\">Membership Action Plan<\/a>. Formell: Eine ausf\u00fchrliche Liste der notwendigen Schritte, ohne genaue Zeitangaben, nach deren Erf\u00fcllung die Frage \u00fcber die Mitgliedschaft ihres Landes in der NATO verhandelt werden sollte. Informell: Die Anerkennung einer realen Perspektive ihres Landes auf die Mitgliedschaft in der Allianz.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Membership Action Plan f\u00fcr die Ukraine und Georgien wurde von US-Pr\u00e4sident Bush, den Anf\u00fchrern Polens, der Baltikum-Staaten und einer Reihe anderer Osteuropa-Staaten eindeutig unterst\u00fctzt. Kategorisch dagegen traten jedoch die Staatsoberh\u00e4upter Deutschlands und Frankreichs, Angela Merkel und Francois Sarkozy, auf. Es wurden verschiedene Vorw\u00e4nde angef\u00fchrt, der reale Grund aber &#8211; der Unwille, den Kreml zu reizen &#8211; wurde versch\u00e4mt verschwiegen. Am Ende wurde die Entscheidung \u00fcber die Bereitstellung des Membership Action Plans blockiert (in der NATO werden alle Entscheidungen durch Konsens getroffen &#8211; es bedarf nur einer Stimme dagegen, um jegliche Entscheidung zu verhindern). Viele nehmen an, dass die Entscheidung \u00fcber die Nichtgew\u00e4hrung des Plans zu genau jenem Anlass wurde, der Moskau die Aggression auszuf\u00fchren erlaubte.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">W\u00e4hrend des Krieges und direkt danach wurden\u00a0viele Erkl\u00e4rungen abgegeben, im Besonderen von der damaligen Regierung in Washington, denen zufolge \u201eRussland mit seiner Aggression gegen Georgien nicht davon kommen werde\u201c. In Wirklichkeit sind die europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte sehr schnell zur B<em>usiness-as-usual-<\/em>Politik zur\u00fcckgekehrt. Was die USA angeht, so wurde das Team von George Bush im gleichen Jahr von den Demokraten abgel\u00f6st, und der \u201eFriedenspr\u00e4sident\u201c Barak Obama initiierte eine Politik des \u201eReloads\u201c, deren Ziel die Einregulierung der Beziehungen zum Kreml war.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Nur ein Fauler kann nun Winston Churchills Aussage \u00fcber die Wahl zwischen dem Krieg und der Entehrung nicht zitieren. Die andauernde Politik der Beschwichtigung des Kreml, die faktisch beim Bukarester NATO-Gipfel begann und bis zum heutigen Tag fortgesetzt wird, die geopolitische Feigheit, die so sehr an M\u00fcnchen 1938 erinnert, der Unwille, f\u00fcr seine Verb\u00fcndeten und seine eigenen Werte zu k\u00e4mpfen, der Unwille, seinen Freunden mit realen Taten und realer Bewaffnung zu helfen &#8211; damit\u00a0zogen die westlichen Anf\u00fchrer all diese Jahre lang ein revanchistisches Monster gro\u00df, das jedes Zugest\u00e4ndnis (ich f\u00fcrchte sogar begr\u00fcndet) als ein Zeichen der Schw\u00e4che wahrnimmt.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Indem die Weltanf\u00fchrer ihre Augen vor Russlands\u00a0Aggression 2008 verschlossen, hatten sie einen Pr\u00e4zedenzfall erschaffen, der Russland daran glauben lie\u00df, dass seine H\u00e4nde im postsowjetischen Raum frei sind. Und am Ende m\u00fcndete dies in der Krim-Annexion und der\u00a0Donbas-Invasion. Damals, im Jahre 2008, hatte\u00a0der Westen die Entehrung gew\u00e4hlt. Und hat einen zweiten Krieg bekommen.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Quelle:\u00a0<strong>Maxim Wikulow<\/strong> in <a href=\"http:\/\/ukranews.com\/ru\/article\/2015\/08\/08\/782\">ukranews.com<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">CC BY 4.0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es\u00a0sind genau 7 Jahre seit dem Beginn der russischen Aggression gegen Georgien vergangen. 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Der Kreml hat gezeigt, dass sich seit Moskaus Gr\u00fcndung durch Andrei Bogolubski 1169 das Wesen der Au\u00dfenpolitik \u00a0Moskowiens\/ des Russischen Imperiums\/ der UdSSR\/ der Russischen F\u00f6deration nicht ver\u00e4ndert hat: Druck, Erpressung, Versuche zu destabilisieren, zu zerr\u00fctten, inneren Zwist zu s\u00e4en, andere gegeneinander auszuspielen bleiben der Grundstein der kremlischen\u00a0Politik in Bezug auf seine Nachbarn. <a href=\"http:\/\/ukranews.com\/ru\/article\/2015\/08\/08\/782\">\u201eUkrainische News\u201c<\/a> erinnert sich heute, wie es damals, im hei\u00dfen August 2008, war...<\/strong><\/em><\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><strong>Historischer Kontext<\/strong><\/h2>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Zerfall der Sowjetunion war von einer Reihe der von Moskau inspirierten milit\u00e4rischen Konflikten begleitet. Das Gemetzel zwischen Armeniern und Aserbaidschanern im Karabach, bei dem die Sympathie und stillschweigende Unterst\u00fctzung des Kremls ausschlie\u00dflich\u00a0auf der Seite des offiziellen Jerewans war. Der Krieg in Transnistrien, in dem sich die Moldauer irgendwelchen \u201eKosaken\u201c und \u201eFreiwilligen\u201c widersetzen mussten (selbstverst\u00e4ndlich unter absoluter \u201eNeutralit\u00e4t\u201c der in dieser Region stationierten 14. Armee Russlands).<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Und schlie\u00dflich ersch\u00fctterten\u00a0Anfang der 1990er ganze zwei ethnische Konflikte Georgien, die vom Nationalisten-Dissidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Swiad_Gamsachurdia\">Swiad Gamsachurdia<\/a> angef\u00fchrt wurden. 1992 begannen\u00a0abchasische Separatisten einen Krieg gegen das offizielle Tiflis. Man sollte anmerken, dass Georgien zu dem Zeitpunkt gar keine Armee besa\u00df und die Regierung oftmals irgendwelche irregul\u00e4ren Formationen in den Kampf warf, zum Beispiel die von niemandem kontrollierte Gruppe \u201eMchedrioni\u201c von Dschabo Ioseliani. Zu irgendeinem Moment gab der neue Pr\u00e4sident des Landes, Eduard Schewardnadse, den Befehl zur tempor\u00e4ren Feuereinstellung aus. Die Abchasen und die sie unterst\u00fctzenden nordkaukasischen Terroristen aus dem Trupp von Schamil Bassajew, sowie allgegenw\u00e4rtige russische \u201eFreiwillige\u201c und \u201eKosaken\u201c nutzten diese Pause f\u00fcr eine Rotation, wonach sie die Schl\u00fcsselst\u00e4dte des Landes einnahmen\u00a0und allumfassende ethnische S\u00e4uberungen veranstalteten, bei denen sie 200.000 Georgier aus Abchasien vertrieben. Seit der Zeit und bis 2008 existierte Abchasien als ein von niemandem anerkannter Quasi-Marionettenstaat, der g\u00e4nzlich von russischer Hilfe und russischen Touristen abh\u00e4ngig war.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">In der anderen georgischen Provinz \u2013 S\u00fcdossetien - fand 1991-1992 ebenfalls ein z\u00e4her, aber deswegen nicht weniger grausamer ethnischer Konflikt statt, dessen Folge die faktische Unabh\u00e4ngigkeit von Zchinwali und der von Osseten bewohnten D\u00f6rfer der Region geworden war. Zur gleichen Zeit blieben die verstreut liegenden georgischen D\u00f6rfer unter Kontrolle des offiziellen Tiflis. Im Gro\u00dfen und Ganzen, ungeachtet der Wunden eines B\u00fcrgerkrieges, blieben aber die Beziehungen zwischen den Georgiern und den Osseten nicht schlecht, mit v\u00f6lliger Bewegungsfreiheit, und die Vertreter des organisierten Verbrechens verstanden\u00a0sich untereinander gar ausgezeichnet, was die Zusammenarbeit beim Schmuggel, Menschenhandel und der \u00dcberf\u00fchrung gestohlener Autos anging.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Situation begann sich nach der \u201eRosen-Revolution\u201c in Georgien 2003 zu \u00e4ndern. Der Machtantritt von Saakaschwili und seiner Mannschaft und der Beginn von allumfassenden Transformationen wurde vom Kreml als eine pers\u00f6nliche Herausforderung wahrgenommen. Zumindest ab 2005 begann Russland seine Vorbereitung zum Krieg. Insbesondere wurde die Infrastruktur f\u00fcr eine Invasion methodisch ausgebaut. So wurde \u00a0die Eisenbahn in Abchasien\u00a0wiederhergestellt sowie ein paar neue moderne russische Milit\u00e4rbasen gebaut. In S\u00fcdossetien wurde\u00a0eine gro\u00dfe Milit\u00e4rbasis in Dschawe errichtet. In Russland selbst wurde\u00a0im Schnelltempo die milit\u00e4rische Infrastruktur am Nordkaukasus ausgebaut: es wurden Basen errichtet, Bergstra\u00dfen repariert, neue Br\u00fccken gebaut und alte befestigt.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">In Georgien selbst verloren die Beh\u00f6rden aber die Hoffnung nicht, die abgespaltenen Territorien zur\u00fcckzubekommen. Noch 2004 hatten georgische Einheiten versucht, Zchinwali einzunehmen, erlitten aber eine Niederlage. Nachdem erfolgreiche wirtschaftliche Reformen erlaubt haben, die Staatskasse aufzuf\u00fcllen, begann\u00a0Michail Saakaschwili mit der\u00a0Schaffung einer modernen Armee, die von amerikanischen Instrukteuren trainiert wurde. Auch hatte Saakaschwili den kompletten Schmuggel aus S\u00fcdossetien im Rahmen des Antikorruptionskampfes\u00a0unterbunden, der die Hauptquelle f\u00fcr die Existenz dieser Enklave war, und Zchinwali somit endg\u00fcltig in die Arme von Moskau geworfen. Ab nun war das russische Geld die einzige Quelle der \u201eBudget\u201c-Auff\u00fcllung in der Region, und die einzige Verdienstm\u00f6glichkeit war der Dienst in der sogenannten \u201eVolkswehr\u201c.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><b style=\"font-family: HelveticaNeue;color: #535353;line-height: 1.5\">Eskalation<\/b><\/h2>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Anscheinend war die russische Aggression f\u00fcr den Anfang Mai 2008 geplant, und beginnen sollte sie in Abchasien... Den ganzen April lang wurde die nicht anerkannte Republik mit Streitkr\u00e4ften und Technik aufgepumpt. Die Georgier l\u00e4uten die Sturmglocke und appellieren an die Weltgemeinschaft. Vertreter der UNO, OSZE und EU kommen in die potentiell explosive Region, inklusive Javier Solana. Parallel geben die georgischen Milit\u00e4rs die potentiellen Pl\u00e4ne ihres Generalstabs der Presse bekannt: Im Falle eines Angriffes seitens Abchasen auf das obere Kodori (eine Region, die haupts\u00e4chlich von Swanen bewohnt ist - einem den Georgiern verwandten Volk), werden die georgischen Streitkr\u00e4fte den Fluss Inguri forcieren und Suchumi angreifen. Das ist ein deutliches Signal: Eine Aggression gegen Georgien vom Territorium Abchasiens aus wird f\u00fcr die Abchasen selbst nicht ungestraft bleiben. Am Ende tr\u00e4gt der diplomatische Druck seine Fr\u00fcchte: Saakaschwili trifft sich mit Medwedew und die Situation entspannt sich f\u00fcr eine gewisse Zeit wieder.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 15. Juni wirft\u00a0das s\u00fcdossetische Regime Tiflis einen\u00a0M\u00f6rserbeschuss von Zchinwali vor. Ab diesem Moment beginnt der Schusswechsel in S\u00fcdossetien anzusteigen. Parallel kommen \u00fcber den russischen Nordkaukasus den ganzen Juli lang ununterbrochen \u201eFreiwillige\u201c aller Arten\u00a0in die nicht anerkannte Republik an, darunter auch Donsker, Kubansker und sogar Irkutsker Kosaken, tschetschenische S\u00f6ldner und weitere \u201eVolkswehr\u201c-K\u00e4mpfer. Das Regime von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eduard_Dschabejewitsch_Kokoity\">Kokoity<\/a> beginnt eine allumfassende Kampagne zum Thema: \u201eDie Georgier beabsichtigen uns anzugreifen! Aber wir werden nicht nur genug Kr\u00e4fte haben, diesen Angriff abzuwehren - wir werden bis nach Tiflis kommen!\u201c Zur gleichen Zeit h\u00e4lt\u00a0die russische 58. Armee den ganzen Juli lang allumfassende Man\u00f6ver an der Grenze zu Georgien ab.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Ab dem 1. August wird das Kaliber der im Schusswechsel verwendeten Waffen gr\u00f6\u00dfer: erst 120 mm, dann bis zu 122 mm. Das Komitee f\u00fcr Presse und Information der \u201eRepublik S\u00fcdossetien\u201c sendet panische Mitteilungen: Georgische Scharfsch\u00fctzen vernichten Zivilisten! Zu dieser Information wird ein Foto beigelegt: Auf einem Verbandstisch liegt ein junger Mann in Camouflage.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 6. August berichtet Interfax, dass die \u201eossetinische Volkswehr\u201c zwei georgische Panzerwagen angeschossen und die Georgier von einer H\u00f6he nahe des Dorfs Nuli abgedr\u00e4ngt h\u00e4tte. \u201eEs geschieht eine stille Annexion des Territoriums S\u00fcdossetiens\u201c, kommentiert der \u201ePr\u00e4sident\u201c Kokoity diese Ereignisse.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 3-4. August beginnt Pr\u00e4sident Kokoity mit der Evakuation. Nach Aussagen der Augenzeugen war die Stadt zum 8. August faktisch menschenleer.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><b style=\"font-family: HelveticaNeue;color: #535353;line-height: 1.5\">Krieg<\/b><\/h2>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Am 5. August kommt der Staatsminister Georgiens zu Fragen der Reintegration, Timur Jakobaschwili,\u00a0nach Zchinwali. Kokoity verweigert ein Treffen mit ihm, Jakobaschwili trifft sich mit dem Befehlshaber der russischen \u201eFriedensstifter\u201c, Marat Kulachmetow. Am 7. August kommt Jakobaschwili erneut. Er soll gemeinsam mit dem russischen Botschafter Popow kommen, aber der russische Botschafter richtet ihm aus, dass ihm in Gori ein Autoreifen platt gegangen sei. \u201eIch sagte ihm, dass er doch das Rad wechseln kann, aber er antwortete mir, dass auch sein Ersatzrad platt sei,\u201c sagt Jakobaschwili.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Jakobaschwili trifft sich wieder mit Kulachmetow und er erkl\u00e4rt ihm, dass Kokoity au\u00dfer Kontrolle geraten ist. Er, Kulachmetow, k\u00f6nne kein Treffen mit Kokoity organisieren. Das Einzige, was Kulachmetow raten k\u00f6nne, sei die einseitige Feuereinstellung. Dabei bittet Kulachmetow: Was auch immer passiert, solle man kein Feuer er\u00f6ffnen.<\/p>\r\n\r\n\r\n[caption id=\"attachment_8271\" align=\"alignright\" width=\"346\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/caf6a1834266e40745d5e2760879a30c.jpg\"><img class=\"wp-image-8271 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/caf6a1834266e40745d5e2760879a30c.jpg\" alt=\"A column of Russian armored vehicles, heading towards the breakaway Georgian province of South Ossetia, are seen in North Ossetia, Russia, Friday, Aug. 8, 2008. A surprise military offensive by Georgia, a staunch U.S. ally, to retake the breakaway province of South Ossetia reportedly killed hundreds of people Friday, triggering a ferocious counterattack from Russia that threatened to plunge the region into full-scale war. (AP Photo\/Musa Sadulayev)\" width=\"346\" height=\"233\" \/><\/a> Eine Kolonne der 58. Armee auf dem Vormarsch nach Zchinwali (AP Photo\/Musa Sadulayev)[\/caption]\r\n\r\nAm selben Tag, den 7. August 2008, um circa 20:30 Uhr, erst\u00fcrmen ossetinische Formationen ein georgisches Dorf: Nuli. Zur gleichen Zeit, abends, r\u00fccken georgische Panzerfahrzeuge Richtung Zchinwali aus. Um 23:00 Uhr er\u00f6ffnet die 152 mm Artillerie, die bis zu dem Zeitpunkt\u00a0in diesem Konflikt nicht verwendet wurde, das Feuer auf das Dorf Tamarascheni, das direkt an Zchinwali angrenzt - also auf eine georgische Enklave, die sich entlang der Transkaukasischen Magistrale befindet.\r\n\r\n\"Wir sa\u00dfen im B\u00fcro,\u201c f\u00fchrt die russische Publizistin Julia Latynina die Worte Timur Jakobaschwilis an, \u201eals die Nachricht \u00fcber den Beschuss von Tamarascheni kam. Der Pr\u00e4sident sagte: \u201eNicht antworten\u201c. Dann wird er angerufen - er nimmt den H\u00f6rer ab und wird ganz wei\u00df. Ich frage ihn: \u201eWas ist los?\u201c Und er antwortet: \u201eEine Kolonne aus 150 Panzerfahrzeugen bewegt sich zum Roksker Tunnel\u201c.\r\n\r\nIn dem Moment erkannte Saakaschwili, dass die russische Invasion begonnen hat, und gibt den Befehl zur Erst\u00fcrmung von Zchinwali aus. Nach einer kurzen Artillerievorbereitung f\u00e4hrt der georgische Speznas auf \u201eHummern\u201c faktisch widerstandslos in die Stadt ein. Sp\u00e4ter kommen die Panzer. Gleichzeitig nehmen die Georgier die restlichen ossetischen D\u00f6rfer um die Stadt herum unter ihre Kontrolle, und die Hauptkr\u00e4fte beginnen, sich in Richtung der gr\u00f6\u00dften Milit\u00e4rbasis in Dschawe zu bewegen, mit dem Ziel diese einzunehmen und die Grenze zur Russischen F\u00f6deration im Raum des Roksker Tunnels zu schlie\u00dfen.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_8272\" align=\"alignright\" width=\"349\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy.jpg\"><img class=\"wp-image-8272 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy.jpg\" alt=\"Kolona-rossyjskoj-bronetehnyky-v-YUzhnoj-Osetyy\" width=\"349\" height=\"208\" \/><\/a> Kolonne russischer Panzerfahrzeuge\u00a0in S\u00fcdossetien.[\/caption]\r\n\r\nAm fr\u00fchen Morgen des 8. August beginnt russische Luftwaffe Bomben auf die georgischen Stellungen zu werfen. Unter diese Luftangriffe\u00a0geraten unter anderem auch Einheiten, die sich auf dem Weg nach Dschawe befinden, und werden zerstreut. Um 15 Uhr erkl\u00e4rt die russische F\u00fchrung offiziell den Beginn einer milit\u00e4rischen Operation gegen Georgien, womit sie das Faktum der Invasion quasi anerkennt. Um 17 Uhr erkl\u00e4ren die Russen die Wiederherstellung der Kontrolle \u00fcber Zchinwali, was zu dem Zeitpunkt eine offensichtliche L\u00fcge ist.\r\n\r\nAber was man gesagt hatte, musste man wahrmachen, also bricht die 58. Armee drei Tage lang entlang der einzigen Stra\u00dfe - der Transkaukasischen Magistrale, die entlang des georgischen befestigten Raumes\u00a0verl\u00e4uft - zur Stadt durch. Gleichzeitig versucht die russische Luftwaffe und die Artillerie die Georgier mit Fl\u00e4chenangriffen aus der Stadt abzudr\u00e4ngen. Zur gleichen Zeit beginnt die Luftwaffe Russlands das ganze Territorium Georgiens zu bomben. Am 10. August befiehlt Saakaschwili den georgischen Einheiten zur\u00fcckzutreten. Am gleichen Tag fahren russische Einheiten und die \u201eVolkswehr\u201c in die zerbombte Stadt hinein.\r\n\r\nAm 11-13. August 2008 \u00fcberqueren die Besatzer die administrative Grenze S\u00fcdossetiens und Abchasiens und ziehen in die St\u00e4dte Gori und Sugdidi ein, besetzen\u00a0den Bezirk Achalgorijski in S\u00fcdossetien, kapern und sprengen georgische K\u00fcstenschutzboote in Poti. Parallel veranstaltet die \u201eVolkswehr\u201c und Kosaken ethnische S\u00e4uberungen in den besetzten georgischen D\u00f6rfern in S\u00fcdossetien.\r\n\r\nSp\u00e4ter best\u00e4tigt auch Kokoity\u00a0das Faktum der S\u00e4uberungen. \u201eWir haben dort (auf den besetzten Territorien) alles glatt gemacht,\u201c prahlt die Kremlmarionette.\r\n\r\nDie Einheiten der Streitkr\u00e4fte Georgiens leisten keinen Widerstand und bereiten sich auf die Verteidigung von Tiflis vor. Die Pr\u00e4sidenten der Ukraine, Polen und der Baltikum-Staaten reisen\u00a0nach Georgien ab, wo sie an einer Antikriegs-Massenkundgebung teilnehmen, wobei sie sich im Grunde im Visier der Russen befinden (die Streitkr\u00e4fte der Okkupanten standen damals 40 Kilometer von Tiflis entfernt). Schlie\u00dflich unterzeichnen Saakaschwili am 15. August 2008 und Medwedew am 16. den sogenannten \u201eSarkozy-Plan\u201c aus folgenden Punkten:\r\n\r\n- Verzicht auf Gewaltanwendung;\r\n\r\n- Endg\u00fcltige Beendigung aller Kriegshandlungen;\r\n\r\n- Freier Zugang zu humanit\u00e4rer Hilfe;\r\n\r\n- R\u00fcckkehr der Streitkr\u00e4fte Georgiens zu ihren permanenten Stationierungsorten;\r\n\r\n- Abzug der Streitkr\u00e4fte Russlands auf die Linie, auf der sie sich vor dem Beginn der Kampfhandlungen befanden;\r\n\r\n- Beginn der internationalen Diskussion \u00fcber den zuk\u00fcnftigen Status von S\u00fcdossetien und Abchasien und \u00fcber die Wege zu ihrer stabilen Sicherheit.\r\n\r\nDie Georgier hatten ihren Teil des Plans unverz\u00fcglich erf\u00fcllt. Was die Russen angeht, so zogen sie die Erf\u00fcllung ihres Teils des Friedensplans\u00a0immer weiter hinaus. Schlie\u00dflich erkannte Russland\u00a0am 26. August die \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c seiner Marionetten Abchasien und S\u00fcdossetien an und verweigerte auf diese Weise die Erf\u00fcllung der Punkte 5 und 6.\r\n<h2 style=\"text-align: center\" align=\"JUSTIFY\"><b style=\"font-family: HelveticaNeue;color: #535353;line-height: 1.5\">Der Au\u00dfenaspekt<\/b><\/h2>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Gehen wir ein paar Monate zur\u00fcck. Im April 2008 hatte in der Hauptstadt Rum\u00e4niens ein weiterer Gipfel auf der h\u00f6chsten Ebene der NATO-L\u00e4nder stattgefunden. Die Pr\u00e4sidenten der Ukraine und Georgiens, Juschtschenko und Saakaschwili, setzten besondere Hoffnungen auf diesen Gipfel: Sie wollten f\u00fcr ihre L\u00e4nder den sogenannten <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Enlargement_of_NATO#Membership_Action_Plan\">Membership Action Plan<\/a>. Formell: Eine ausf\u00fchrliche Liste der notwendigen Schritte, ohne genaue Zeitangaben, nach deren Erf\u00fcllung die Frage \u00fcber die Mitgliedschaft ihres Landes in der NATO verhandelt werden sollte. Informell: Die Anerkennung einer realen Perspektive ihres Landes auf die Mitgliedschaft in der Allianz.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Der Membership Action Plan f\u00fcr die Ukraine und Georgien wurde von US-Pr\u00e4sident Bush, den Anf\u00fchrern Polens, der Baltikum-Staaten und einer Reihe anderer Osteuropa-Staaten eindeutig unterst\u00fctzt. Kategorisch dagegen traten jedoch die Staatsoberh\u00e4upter Deutschlands und Frankreichs, Angela Merkel und Francois Sarkozy, auf. Es wurden verschiedene Vorw\u00e4nde angef\u00fchrt, der reale Grund aber - der Unwille, den Kreml zu reizen - wurde versch\u00e4mt verschwiegen. Am Ende wurde die Entscheidung \u00fcber die Bereitstellung des Membership Action Plans blockiert (in der NATO werden alle Entscheidungen durch Konsens getroffen - es bedarf nur einer Stimme dagegen, um jegliche Entscheidung zu verhindern). Viele nehmen an, dass die Entscheidung \u00fcber die Nichtgew\u00e4hrung des Plans zu genau jenem Anlass wurde, der Moskau die Aggression auszuf\u00fchren erlaubte.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">W\u00e4hrend des Krieges und direkt danach wurden\u00a0viele Erkl\u00e4rungen abgegeben, im Besonderen von der damaligen Regierung in Washington, denen zufolge \u201eRussland mit seiner Aggression gegen Georgien nicht davon kommen werde\u201c. In Wirklichkeit sind die europ\u00e4ischen Gro\u00dfm\u00e4chte sehr schnell zur B<em>usiness-as-usual-<\/em>Politik zur\u00fcckgekehrt. Was die USA angeht, so wurde das Team von George Bush im gleichen Jahr von den Demokraten abgel\u00f6st, und der \u201eFriedenspr\u00e4sident\u201c Barak Obama initiierte eine Politik des \u201eReloads\u201c, deren Ziel die Einregulierung der Beziehungen zum Kreml war.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">Nur ein Fauler kann nun Winston Churchills Aussage \u00fcber die Wahl zwischen dem Krieg und der Entehrung nicht zitieren. Die andauernde Politik der Beschwichtigung des Kreml, die faktisch beim Bukarester NATO-Gipfel begann und bis zum heutigen Tag fortgesetzt wird, die geopolitische Feigheit, die so sehr an M\u00fcnchen 1938 erinnert, der Unwille, f\u00fcr seine Verb\u00fcndeten und seine eigenen Werte zu k\u00e4mpfen, der Unwille, seinen Freunden mit realen Taten und realer Bewaffnung zu helfen - damit\u00a0zogen die westlichen Anf\u00fchrer all diese Jahre lang ein revanchistisches Monster gro\u00df, das jedes Zugest\u00e4ndnis (ich f\u00fcrchte sogar begr\u00fcndet) als ein Zeichen der Schw\u00e4che wahrnimmt.<\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\"><strong>Indem die Weltanf\u00fchrer ihre Augen vor Russlands\u00a0Aggression 2008 verschlossen, hatten sie einen Pr\u00e4zedenzfall erschaffen, der Russland daran glauben lie\u00df, dass seine H\u00e4nde im postsowjetischen Raum frei sind. Und am Ende m\u00fcndete dies in der Krim-Annexion und der\u00a0Donbas-Invasion. Damals, im Jahre 2008, hatte\u00a0der Westen die Entehrung gew\u00e4hlt. Und hat einen zweiten Krieg bekommen.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n<hr \/>\r\n<p align=\"JUSTIFY\"><em>Quelle:\u00a0<strong>Maxim Wikulow<\/strong> in <a href=\"http:\/\/ukranews.com\/ru\/article\/2015\/08\/08\/782\">ukranews.com<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a>.<\/em><\/p>\r\n<p align=\"JUSTIFY\">CC BY 4.0<\/p>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8269","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/121"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8269"}],"version-history":[{"count":37,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8269\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29880,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8269\/revisions\/29880"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8273"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8269"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8269"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8269"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}