{"id":9088,"date":"2015-08-29T15:59:09","date_gmt":"2015-08-29T15:59:09","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=9088"},"modified":"2018-04-09T10:37:28","modified_gmt":"2018-04-09T10:37:28","slug":"juden-in-der-upa-enthuellung-einer-weiteren-bolschewistischen-luege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/juden-in-der-upa-enthuellung-einer-weiteren-bolschewistischen-luege\/","title":{"rendered":"Juden in der UPA. Enth\u00fcllung einer weiteren bolschewistischen L\u00fcge"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right\">von \u00a0<em><strong><a href=\"http:\/\/grimnir74.livejournal.com\/5258806.html\">Alexej S. Schelesnow<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Unser ganzes Leben lang wurde uns eingetrichtert, dass die ber\u00fchmten Banderowzy und allgemein die ukrainischen Nationalisten mit den Nazis gleichzusetzen sind,\u00a0wenn es den Genozid an den Juden angeht.\u00a0Wie auch alles andere, was uns von den Bolschewiken mal aufgedr\u00e4ngt wurde, stellte sich\u00a0auch das als eine L\u00fcge heraus: Die ukrainischen Nationalisten waren verschiedener Gesinnung, und die roten Partisanen waren in ihrer Mehrzahl Antisemiten und Juden-M\u00f6rder. Wei\u00df und Schwarz h\u00f6rte auf zu existieren. Es wurde immer schwieriger. Es ist\u00a0immer einfacher, alle mit einer\u00a0Farbe einzuschmieren, Rot \u2013 \u00a0die Juden-Retter, Blau-Gelb (oder rot-schwarz) \u2013 die M\u00f6rder.<\/strong><\/p>\n<p>In Wirklichkeit gab es die einen und die anderen auf beiden Seiten. \u00dcber die Roten habe ich bereits erz\u00e4hlt. Lasst uns jetzt \u00fcber die ukrainischen Nationalisten sprechen. Ich schreibe vorrangig f\u00fcr die Juden. Die Ukrainer wissen inzwischen viel dar\u00fcber, unter den Juden\u00a0in meiner Generation und \u00e4lter gibt es dagegen noch sehr viele Stereotypen. Und jegliche\u00a0Versuche sie zu dementieren rufen sehr oft feindselige Reaktion hervor und man wird der Rechtfertigung\u00a0der M\u00f6rder beschuldigt. Tats\u00e4chlich ist das hier aber ein Versuch, sich damit auseinanderzusetzen, wer M\u00f6rder war und wer nicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_9113\" style=\"width: 351px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3560812_900.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9113\" class=\"wp-image-9113\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3560812_900.jpg\" alt=\"3560812_900\" width=\"341\" height=\"453\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3560812_900.jpg 484w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3560812_900-226x300.jpg 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-9113\" class=\"wp-caption-text\">Sowjetische Karikatur auf ukrainische Rebellen und Juden<\/p>\n<\/div>\n<p><em>&#8222;Der Hass auf die Sowjetmacht wurde zu einer gemeinsamen Plattform f\u00fcr Zionisten und ukrainische Bourgeoisie-Nationalisten!\u201c<\/em> schrieb die Zeitung \u201eRadianska Ukraina\u201c <em>(\u201eSowjetische Ukraine\u201c)<\/em> im August 1971. Der Artikel hie\u00df \u201eDie Verschw\u00f6rung der Verdammten\u201c. Die Seiten der damaligen ukrainisch-sowjetischen Zeitschriftenpresse sind mit Titeln und Rubriken wie \u201eFakten gegen Zionisten\u201c, \u201eDie unheimlichen Lichter des blau-wei\u00dfen Sterns\u201c, \u201eDas provokative Getue der Zionisten\u201c \u00fcbers\u00e4t. In den 70ern waren die Beziehungen zwischen der UdSSR und Tel-Aviv kritisch. Offensichtlich haben die Propagandisten die \u201esowjetischen B\u00fcrger\u201c nicht nur mithilfe der in Br\u00fcssel am 23. Februar 1971 abgehaltenen \u201eWeltkonferenz f\u00fcr den Schutz der sowjetischen Juden\u201c einer Gehirnw\u00e4sche\u00a0unterzogen. Ende der 60er Anfang &#8211; der 70er waren in den sowjetischen Konzentrationslagern viele junge Dissidenten aus der Ukraine, darunter auch viele Juden.<\/p>\n<p>Genau diese, die mit den sowjetischen Lehrb\u00fcchern und Familiensagen \u00fcber den Krieg gro\u00dfgewachsen sind, gaben nun mit allen m\u00f6glichen Mitteln Informationen \u00fcber die zu 25 Jahren verurteilten Soldaten der ukrainischen Armee an den Westen weiter. &#8222;Normalerweise&#8220;\u00a0h\u00e4tten sie sich wahrscheinlich nie kennengelernt. Und hier nannte Michail Heifetz in seinem Buch \u201eUkrainische Silhouetten\u201c diese alten ukrainischen Soldaten die \u201eheiligen Alten\u201c. Es kam n\u00e4mlich manchmal vor, dass ein junger Dissident der 60er zu einem Juden in\u00a0die Zelle\u00a0kam, der dort 20 Jahre Haft f\u00fcr \u201eukrainischen Bourgeoise-Nationalismus\u201c absa\u00df. Und erst jetzt k\u00f6nnen wir \u00fcber die Trag\u00f6die und den Kampf, der hinter diesem \u00e4u\u00dferst seltsamen Urteil standen, etwas erfahren.<\/p>\n<h2><strong>\u00c4rzte und Sch\u00fctzen<\/strong><\/h2>\n<p><em>&#8222;Bis ich die entsprechenden Dokumente in die H\u00e4nde bekam, dachte ich, dass die UPA mit den Faschisten zusammen gearbeitet habe,\u201c<\/em> sagt der israelische Historiker Aaron Weiss, dessen Familie mit ihm von Ukrainern gerettet wurde. <em>\u201eViele, die 1942 aus den Ghettos der westlichen Regionen der Ukraine geflohen sind, haben auf die eine oder andere Art ukrainische Aufst\u00e4ndische getroffen. Das ist kein einfaches Bild, im gr\u00f6\u00dften Teil positiv gezeichnet,&#8220;<\/em> betont Professor Doctor Felix Lewitas: <em>&#8222;Ich habe pers\u00f6nlich mit Dokumenten gearbeitet, aus denen hervorgeht, dass viele Juden sich selbst Waffen angeschafft und den ukrainischen Aufst\u00e4ndischen angeschlossen haben. Aber die Einheiten waren unterschiedlich, die Feldkommandeure waren unterschiedlich.&#8220;<\/em> Felix Lewitas besitzt eine der gr\u00f6\u00dften Bibliotheken in der Ukraine zum Thema Faschismus und Hitlerismus, die er 20 Jahre lang gesammelt hat. Seine Dissertation\u00a0zum Thema \u201eDie Juden in der Ukraine w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs\u201c verteidigte er 1997.<\/p>\n<p>In den Archiven des Sorbonne-Professoren Wladimir Kosik gibt es Dokumente dar\u00fcber, auf welche Weise die Juden in den W\u00e4ldern aufgetaucht sind. Die UPA organisierte massenhafte Aktionen zur Flucht von j\u00fcdischen \u00c4rzten aus den Ghettos. Ein Teil der Aufst\u00e4ndischen befand sich im schweren Zustand, es fehlte an Waffen und Proviant, und &#8211; nach den Materialien von Kosik &#8211; gab es viele aufst\u00e4ndische Einheiten, die f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge Lager f\u00fcr Zivilisten organisierten. Diese Lagerbewohner halfen den Aufst\u00e4ndischen, und im Gegenzug besch\u00fctzten die Aufst\u00e4ndischen die Lager. Aus den Lagern suchte man \u00c4rzte und junge kampfbereite Leute f\u00fcr die Kampfeinheiten aus. <em>\u201eDie Juden haben tapfer in UPA-Einheiten gek\u00e4mpft, wir kennen keinen einzigen Fall von unehrenhaftem Verhalten von ihnen.\u201c<\/em> schreibt der ber\u00fchmte Historiker Jaroslaw Daschkewytsch.<\/p>\n<p><em>&#8222;Sie alle haben ehrenhaft ihre Pflicht erf\u00fcllt, sie haben nicht nur Soldaten geholfen, sondern allen Bewohnern, ohne dabei die Kampftruppen zu verlassen, auch dann nicht, wenn sie die M\u00f6glichkeit hatten, zu den Roten \u00fcberzulaufen. Viele von ihnen sind heldenhaft bei der Verteidigung\u00a0von denselben Idealen gefallen, f\u00fcr die auch das ukrainische Volk k\u00e4mpfte.\u201c<\/em> &#8211; Mit diesen Worten bewertete der UPA-Befehlshaber Mykola Lebid in der vielb\u00e4ndigen Geschichte der UPA die Teilnahme von Juden in der ukrainischen Armee.<\/p>\n<p>In mehreren verschiedenen Quellen wird Stella Krenzbach aus Roschnjatiw erw\u00e4hnt, die in ihren Erinnerungen schrieb: \u201eIch verdanke der UPA meinen Leben\u201c. Ein Teil ihrer Erinnerungen wurde von \u201eNew York Times\u201c ver\u00f6ffentlicht. Als sie Angestellte des Au\u00dfenministeriums Israels wurde, \u00fcberzeugte sie die Diplomaten, dass \u201eder freie ukrainische Staat zu einer Garantie und einem Beweis des gerechten Friedens auf der Welt werden wird\u201c. Stella Krenzbach schilderte, wie sie nach der R\u00fcckkehr der Sowjets durch ein Urteil des \u00f6rtlichen NKWD zum Tode verurteilt wurde. Sie sa\u00df mit weiteren 42 Menschen in der Todeszelle. <em>\u201eWir beteten die ganze Nacht und flehten zu Gott um ein Wunder. Morgens ist das Wunder tats\u00e4chlich geschehen: Die T\u00fcr ging laut auf \u2013 und wie sahen die bewaffneten Rebellen. Damals war die Kleinstadt Roschnjatiw vier Tage lang in den H\u00e4nden der UPA. Ab dem Moment ging ich in den Untergrund, und mein Leben hat sich auf engste Weise\u00a0mit dem Leben der Rebellen verflochten. Ich ging mit ihnen von einem Ort zum anderen, und so gelangte ich in die Karpaten, in ein Rebellen-Lazarett\u00a0f\u00fcr Verwundete\u201c.<\/em> In ihrer Gruppe waren 12 Juden, acht davon \u00c4rzte.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die deutsche Propaganda hat den Moment der ukrainisch-j\u00fcdischen Einigung sehr genau erkannt und versuchte diese zu zerst\u00f6ren,&#8220;<\/em> erz\u00e4hlt Felix Lewitas: <em>&#8222;In den Archiven gibt es zwei deutsche Flugbl\u00e4tter. Im ersten hei\u00dft es: \u201eH\u00f6re, ukrainisches Volk! Moskau erteilt geheime Befehle an die OUN. Aus den geheimen Befehlen, die wir in die H\u00e4nde bekommen haben, sieht man, dass die Kreml-Juden in einer engen Beziehung zur OUN stehen, die angeblich gegen die Bolschewiken k\u00e4mpft. In der OUN-F\u00fchrung sitzen Agenten, die die Befehle des blutr\u00fcnstigen Stalin und seiner j\u00fcdischen Helfer ausf\u00fchren\u201c. Im zweiten steht: \u201eWas will die sogenannte UPA? Bewohner, denkt daran &#8211; die UPA beraubt das ukrainische Volk, mordet und entw\u00fcrdigt es. Und wer ist der Anf\u00fchrer dieser Armee? Das sind Lemberger Juden und deren Helfer in Kreml!\u201c<\/em><\/p>\n<h2><strong>\u201eT\u00f6te nicht!\u201c<\/strong><\/h2>\n<p>&#8222;Die Nazipropaganda hatte einen gewissen Einfluss auf einen bestimmten Teil der Gesellschaft,&#8220; meint Felix Lewitas: <em>&#8222;Die ukrainischen Politiker hatten keinen gemeinsamen Standpunkt in Bezug\u00a0auf die \u201ej\u00fcdische Frage\u201c. In den westlichen Regionen der Ukraine wandten sich die OUN-Mitglieder wie der Autor und Publizist Jurij Lipa, der Redakteur und \u00d6konom Lew Lukaschewitsch und der ber\u00fchmte Dichter Jewhen Malaniuk entschieden gegen die Methoden und Provokationen Hitlers. Aus den Dokumente geht hervor, dass ein gewisser Anteil der OUN-Mitglieder unsicher war, ein anderer Teil meinte, dass man dem deutschen Weg folgen sollte<\/em>\u201c. Unterdessen reagierten die Nazis auf den Akt der Wiederherstellung des Ukrainischen Staates vom 30. Juni 1941 mit Massenrepressionen, Konzentrationslager, und genauer gesagt Auschwitz. Die OUN-Mitglieder, die nach Auschwitz kamen, geh\u00f6rten zu den Ersten, die die Wahrheit \u00fcber die Massenhinrichtungen j\u00fcdischer Bev\u00f6lkerung berichteten, unter anderem auch \u00fcber die Vernichtung in den Gaskammern.<\/p>\n<p>Neue Untersuchungen werfen ein Licht auf die Frage, warum die Armee von Borowez-Bulba aufgel\u00f6st wurde. SS-Vertreter hatten die Einheit \u201ePolesische Sitsch\u201c aufgefordert, sich an den Strafaktionen gegen die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung zu beteiligen. Die meisten Kosaken haben dies abgelehnt. Daraufhin entstand ein Konflikt mit der SS. Die Geschichtswissenschaftlerin Schanna Kowba forscht seit Jahren \u00fcber die ukrainisch-j\u00fcdischen Beziehungen in Galizien. Sie pr\u00e4sentiert eine Zeugenaussage von Iwan Charyw aus der Gegend von Sambir, der im August-Oktober 1941 vier j\u00fcdischen Frauen und einem Mann Essen in ein Versteck in den W\u00e4ldern brachte. Dorfbewohner haben heimlich Lebensmittel f\u00fcr sie gesammelt. Sp\u00e4ter erfuhr Iwan aus den Erz\u00e4hlungen seines Vaters, dass das Versteck von einem Kollaborateur aus dem Nachbardorf verraten wurde. Der Kollaborateur\u00a0diente bei der deutschen Polizei und wurde 1943 von der UPA get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Die Einstellung der einheimischen Bev\u00f6lkerung kann man aus den damaligen Hitler treuen Zeitungen erkennen. Die \u201eSambirska Gazeta\u201c <em>(&#8222;Sambirer Zeitung&#8220;)<\/em> aus dem Gebiet Lwiw berichtete am 1. M\u00e4rz 1944: <em>\u201eWegen Verstecken und Beistand von Juden wurden folgende Personen hingerichtet: Kryschowska Maria, Dmytrowska Sofia, Suchorutsch Stepan, Kortschmar Maria, Maslar Hanna, Nazar Maria, Kuliak Mykola, Kowaltschuk Mychailo, Suschtsch Nastja, Ukrainer\u201c<\/em>.<\/p>\n<p><em>\u201eDiese Zeitungen bieten viel Material f\u00fcr die Forscher, die dadurch erkennen werden, dass sich die einheimische Bev\u00f6lkerung dem Genozid an den Juden widersetzte,\u201c<\/em> sagt Felix Lewitas.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559575_900.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9110 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559575_900.jpg\" alt=\"3559575_900\" width=\"367\" height=\"456\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559575_900.jpg 280w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559575_900-241x300.jpg 241w\" sizes=\"auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px\" \/><\/a>Metropolit Andrej Scheptyzkyj lebte die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung durch seine eigene Liebe vor. Bereits\u00a01913 hatte er sich gegen den Prozess &#8222;Beilis-Aff\u00e4re&#8220; ausgesprochen, der in Kyjiw durch die Organisation der Schwarzen Hundertschaft fabriziert worden war. 1939 sagte er in einem Interview f\u00fcr die zionistische Organisation Galiziens, dass er schon immer ein Bef\u00fcrworter der Wiederbelebung\u00a0des j\u00fcdischen Volkes und des Wiederaufbaus des j\u00fcdischen Staates war. Unter dem Einfluss des Oberhaupts der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche wurden in den Kirchen und Kl\u00f6stern Hunderte von Juden von Galiziern gerettet. Unter der pers\u00f6nlichen Obhut von Scheptyzkyj haben 15 Rabbiner \u00fcberlebt (Dawid Kagan, der von Scheptyzkyj gerettet wurde, war in den 70ern Oberrabbiner von Tel Aviv). Im November 1942 ver\u00f6ffentlichte Scheptyzkyj seinen Brief \u201eT\u00f6te nicht!\u201c. In dem Brief rief er die Ukrainer dazu auf, die deutschen Nazi-Provokationen nicht zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<h2><strong>Verbrecher und Friedensmacher der Geschichte<\/strong><\/h2>\n<p>Antij\u00fcdische Agitation in der Ukraine wurde\u00a0sowohl von den\u00a0Nazis als auch von den Bolschewiken betrieben. \u201e<em>Die Nazis brachten\u00a0eine m\u00e4chtige Propaganda-Maschine mit sich, die meisterhaft mit den komplizierten ukrainisch-j\u00fcdischen Beziehungen, die im Laufe der Geschichte entstanden waren, spielte,&#8220;<\/em> erz\u00e4hlt der Historiker Felix Lewitas.<\/p>\n<p>Nachdem sie Lemberg besetzt hatten, f\u00fchrten\u00a0die Nazis unvorstellbare Provokationen aus. Sie \u00f6ffneten die T\u00fcren des Lemberger Gef\u00e4ngnisses, wo der NKWD am Tag zuvor Massenhinrichtungen begangen hatte, und behaupteten, dies sei das \u201eHandwerk der Juden\u201c gewesen. Es hie\u00df, alle Juden seien NKWD-Mitarbeiter, die gnadenlos das ukrainische Volk vernichteten.\u00a0Den Dokumenten der Nazis zufolge, reagierte\u00a0die Mehrheit der einheimischen Bev\u00f6lkerung auf diese Provokation nicht. Ausgenommen die Kollaborateure in der deutschen Polizei. Obwohl NKWD-Angeh\u00f6rige die Gesichter der Erschossenen mit Chlor und S\u00e4ure \u00fcbergossen haben, konnte man unter den Toten im Hof des Lemberger Gef\u00e4ngnisses mehrere Rabbiner und Mitglieder j\u00fcdischer Parteien sowie gesellschaftlicher Organisationen erkennen.<\/p>\n<p><strong> <a href=\"http:\/\/www.rubezh.eu\/Zeitung\/2007\/04\/07.htm\">Jaroslawa Musytschenko<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Im Laufe des Kampfes gegen die Bolschewiken haben die Banderowzy\u00a0die radikalsten Ideen des totalit\u00e4ren Nationalismus aufgegeben und \u00e4nderten das Motto \u201eDie Ukraine f\u00fcr die Ukrainer\u201c in ein anderes: \u201eFreiheit f\u00fcr die V\u00f6lker \u2013 Freiheit f\u00fcr den Menschen!\u201c<\/p>\n<p>Im Februar-M\u00e4rz 1943 haben Nationalisten im griechisch-orthodoxen Wolhynien die UPA gegr\u00fcndet. Die aufst\u00e4ndische Armee nahm mehrere Tausende Ukrainer sowie Vertreter anderer Nationen in ihre Reihen auf: Tataren, Georgier, Aserbaidschaner, Armenier, Usbeken und Russen. Ende 1943 z\u00e4hlte sie etwa 15.000 Rebellen, die sich auf eine verzweigte Struktur des Bandera-Untergrundes sowie die breite Unterst\u00fctzung des Volkes st\u00fctzten.<\/p>\n<p>In dieser Phase der ukrainischen Freiheitsbewegung wurden Eins\u00e4tze von Juden dokumentarisch festgehalten.\u00a0<span style=\"line-height: 1.5\">So beschreibt der Vorsitzende der OUN von 1941-1943 Mykola Lebid den Einsatz von Juden im ukrainischen Widerstand: <em>\u201eDie Mehrheit der \u00c4rzte bei der UPA waren Juden, die die UPA vor den Nazis gerettet hat. Die j\u00fcdischen \u00c4rzte wurden als gleichberechtigte B\u00fcrger der Ukraine und Befehlshaber der ukrainischen Armee angesehen. Hier sollte man betonen, dass sie alle ehrlich ihre schwere Pflichten erf\u00fcllten. Sie halfen\u00a0nicht nur den Soldaten, sondern der ganzen Bev\u00f6lkerung, sie bereisten verschiedene\u00a0Gebiete, organisierten Feldlazarette und Kliniken in den Ortschaften. In den schwersten Situationen verlie\u00dfen sie die Kampfreihen nicht, auch wenn sie die M\u00f6glichkeit hatten, zu den Roten \u00fcberzulaufen. Viele von ihnen sind heldenhaft im Kampf f\u00fcr dieselben Ideale gefallen, f\u00fcr die das ganze restliche ukrainische Volk k\u00e4mpfte.\u201c<\/em><\/span><\/p>\n<p>In einem Funkspruch an das \u201eZentrum\u201c <em>(NKWD)<\/em> vom 30. Oktober 1943 berichten Begma und Timofejew &#8211; die Befehlshaber einer\u00a0kommunistischen Partisaneneinheit: <em>\u201eIn Dubrowyzja haben die Nationalisten alle Schneider f\u00fcr die Herstellung warmer Winterkleidung mobilisiert. Anhand der letzten Anordnung aus dem Hauptquartier nehmen die Nationalisten zurzeit alle au\u00dfer Polen bei sich auf. Momentan gibt es unter den Nationalisten viele Juden, haupts\u00e4chlich \u00c4rzte\u201c.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_9111\" style=\"width: 369px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559757_900.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9111\" class=\"wp-image-9111\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559757_900.jpg\" alt=\"3559757_900\" width=\"359\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559757_900.jpg 900w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559757_900-300x186.jpg 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559757_900-768x477.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 359px) 100vw, 359px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-9111\" class=\"wp-caption-text\">Dobrowski L.I.<\/p>\n<\/div>\n<p>Die sowjetischen repressiven Organe haben ebenfalls den Einsatz von Juden in der UPA erw\u00e4hnt. In einer Sonderdienstmeldung des\u00a0Leiters f\u00fcr Spionageabwehr \u201eSmersch\u201c der 1. Ukrainischen Front, Generalmajor Osjotrow, an den Sekret\u00e4r des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Ukraine, Nikita Chruschtschow, wird von der Festnahme eines \u201eaktiven Mitglieds der OUN, eines Juden&#8220; namens Lejba Iosifowitsch Dobrowski (Pseudonym \u201eWaleri\u201c) am 1. Februar 1944 berichtet. Aus dem Text folgt, dass er 1910 in der Ortschaft Olschanizja, in der N\u00e4he von Rokytne bei Kyjiw, geboren wurde und zwischen 1929 und 1941 ein Mitglied der Kommunistischen Partei (WKP) war&#8220;. Er studierte Rechtswissenschaften an Kyjiwer Universit\u00e4t. <span style=\"line-height: 1.5\">Am Anfang des deutsch-sowjetischen Krieges wurde er in die Rote Armee einberufen. 1941 wurde er im Kampf verwundet und geriet in deutsche Gefangenschaft. Weil er seinen Namen und die Nationalit\u00e4t aber auf einen Ukrainer namens Leonid Panfilowitsch Dobrowskij ge\u00e4ndert hatte, gelang ihm die Flucht aus der Nazi-Gefangenschaft. Er setzte sich in der Stadt Riwne ab und nahm Ende 1941 Verbindung zur Organisation der Ukrainischen Nationalisten auf. Mit Beginn des bewaffneten Widerstands in 1943 wurde er Mitarbeiter der politischen Abteilung der Ukrainischen Aufst\u00e4ndischen Armee. Hier sollte man betonen, dass es sich dabei um die h\u00f6chste politische Struktur der UPA handelte.\u00a0<\/span><span style=\"line-height: 1.5\">W\u00e4hrend der Arbeit in der Politabteilung, schrieb Leiba Dobrowski eine Reihe \u201ekonterrevolution\u00e4re nationalistische Flugbl\u00e4tter, Brosch\u00fcren und Aufrufe\u201c, in denen er die \u201eSowjetunion verleumdete\u201c und verk\u00fcndete, \u201edass Moskau die nichtrussischen V\u00f6lker unterdr\u00fccke\u201c, zudem rief er die unterdr\u00fcckten V\u00f6lker \u201ezum bewaffneten Kampf gegen den sowjetischen Staat\u201c auf. Unter den von ihm vorbereiteten Materialien gibt es Aufrufe an das usbekische, tadschikische, armenische und andere V\u00f6lker. Im August 1943 schrieb der Angeklagte eine Brosch\u00fcre \u201eWie der Moskauer Zarismus die V\u00f6lker unterdr\u00fcckte\u201c&#8220;.<\/span><\/p>\n<p>Interessant ist, dass gem\u00e4\u00df diesem Dokument nicht die Nationalisten ihn in die OUN hineingezogen haben, sondern er selbst \u201edie Verbindung zu den Banderowzy aufnahm&#8220; (unter einem Schlagstock kann man wohl kaum feurige Aufrufe und Brosch\u00fcren schreiben). \u00dcbrigens, \u00fcber \u00e4hnliche Initiativen von anderen Juden zeugt ein Ausschnitt aus dem Bericht eines\u00a0Hinterland-Leiters\u00a0eines\u00a0UPA-Wehrkreises \u201eSarewo\u201c<em> (dt. \u201eMorgenr\u00f6te\u201c)<\/em>, der die Situation in der N\u00e4he der Stadt Kostopil nahe Rowno im August 1943 beschreibt: <em>\u201eEs gibt in diesen drei Regionen keine Volksminderheiten, ausgenommen ein paar Juden, die vor kurzem\u00a0freiwillig zu uns zum Arbeiten kamen&#8230;\u201c<\/em> .<\/p>\n<p>Einer der besten \u00c4rzte in einem UPA-Trupp, der den Namen Iwan Bohun trug und in der s\u00fcdlichen Region von Wolhynien stationiert war, war Ader Wanderarzt Schaja Dawydowitsch Warma (Pseudonym \u201eGeigenspieler\u201c). Wenn man dem Protokoll des Verh\u00f6rs nach seiner Festnahme durch den NKWD im August 1944 folgt, ist er 1909 in Warschau geboren. Ein Jahr studierte er in Frankreich, 1937 beendete er sein Medizinstudium in Warschau, seine Frau hie\u00df Bronislawa. Bis 1939 arbeitete er in einem j\u00fcdischen Hospital in Warschau. Sp\u00e4ter, w\u00e4hrend des deutsch-polnischen Krieges, fl\u00fcchtete er vor den Nazis in das St\u00e4dtchen Wolodymyr-Wolynskyj in der Westukraine. Dort arbeitete er als Epidemiologe und wurde sp\u00e4ter Arzt einer Ambulanz in einem kleinen Dorf, in dem er auch w\u00e4hrend der deutschen Besatzung arbeitete.\u00a0<span style=\"line-height: 1.5\">Im Mai 1943 wurde er in die UPA aufgenommen und blieb dort bis August 1944. Dabei behandelte er, nach seinen eigenen Angaben w\u00e4hrend des Verh\u00f6rs, 200 ukrainische Rebellen.<\/span><\/p>\n<p>Uns liegen die Erinnerungen der ehemaligen UPA-Aufkl\u00e4rerin Halyna Ostrowezka (Pseudonym \u201eKochanska\u201c) \u00fcber Schaja Warma vor: <em>\u201eWarma war ein guter Arzt, der unter Bunker-Bedingungen komplizierte Eingriffe durchf\u00fchrte, er konnte wunderbar Geige spielen, von der er sich niemals trennte. Er hat sogar das Pseudonym \u201eGeigenspieler\u201c bekommen. Wenn es eine freie Minute gab, versammelten sich die Aufst\u00e4ndischen auf einer Waldlichtung und haben Warma gebeten, f\u00fcr sie zu spielen. Alle haben ihn geliebt und sorgten sich um ihn\u201c<\/em>. Nach der Aussage von Halyna Ostrowezka, wurde Schaja Warma wegen seiner T\u00e4tigkeit in der\u00a0UPA zu 20 Jahren Konzentrationslager verurteilt.<\/p>\n<p>Den Erinnerungen des Kommandeurs einer UPA-Hundertschaft W.Ninowski zufolge, der im n\u00f6rdlichen dicht bewaldeten Teil des Gebiets Riwne k\u00e4mpfte, hatte er in seinem Bataillon einen Juden mit dem Pseudonym \u201eTschornyj\u201c <em>(\u201eSchwarzer\u201c)<\/em> als Arzt. Der Autor erz\u00e4hlte, dass Doktor \u201eTschornyj\u201c, wenn es viele Verwundete gab, au\u00dfer der UPA regelm\u00e4\u00dfig auch andere Sanit\u00e4tsstellen besuchte, um Dorfbewohnern Hilfe zu leisten, da es sonst keine anderen \u00c4rzte in dieser Region gab.<\/p>\n<p><strong>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.shorashim.narod.ru\/\">\u201eKorni\u201c<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Die Ehefrau von Roman Schuchewytsch, Nataliya, versteckte bei sich vom September 1942 bis Februar 1943 ein j\u00fcdisches M\u00e4dchen aus der Nachbarschaft namens Irina Reichenberg.\u00a0Schuchewytsch hat bei der Anfertigung\u00a0neuer Papiere f\u00fcr das M\u00e4dchen geholfen, nach welchen\u00a0sie dann den ukrainischen Namen Iryna Ryschko trug und Tochter eines\u00a0gefallenen Offiziers der Roten Armee war. <span style=\"line-height: 1.5\">Nachdem Nataliya Schuchewytsch von der Gestapo verhaftet worden war, brachte Roman Schuchewyytsch das M\u00e4dchen in ein Waisenhaus beim griechisch-katholischen Bassilianerkloster im Ort Pylypiw nahe Kulykiw, 30 km von Lwiw entfernt. Diese Information ist erst 2008 bekannt geworden, nachdem der SBU die Archive publik gemacht hatte.<\/span><\/p>\n<p><em>&#8222;Die ukrainische Nationalistenbewegung war nicht antisemitisch. Anf\u00fchrer der Bandera-Bewegung\u00a0retteten Juden in den Jahren des Holo\u0441aust und k\u00e4mpften mit ihnen zusammen in den Reihen der Ukrainischen Aufst\u00e4ndischen Armee (UPA),\u201c<\/em> sagt der Historiker Wiatrowytsch, basierend auf den ver\u00f6ffentlichten KGB-Archiven.<\/p>\n<h2><strong>Zusammenfassung:<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>In der Ukraine gab es Antisemitismus, aber dessen Organisatoren und Inspiratoren waren zun\u00e4chst Zaren-Russland und sp\u00e4ter Hitler-Deutschland.<\/li>\n<li>Bis 1941 hob\u00a0die OUN die Juden in ihrem Kampf\u00a0in keinster Weise\u00a0hervor<\/li>\n<li>1941 wurden die Juden hervorgehoben. Es gab Aufrufe, sie als Helfer der Bolschewiken zu bek\u00e4mpfen, wobei auf die\u00a0Sinnlosigkeit von Pogromen hingewiesen wurde, da diese als Moskaus Waffe wahrgenommen wurden,\u00a0den Zorn des Volkes von sich auf jemand anderen umzulenken.<\/li>\n<li>Stepan Bandera selbst befand sich von 1941 bis 1944 in deutscher Haft und war an der Entstehung der UPA nicht beteiligt, ist aber eine ihrer Symbolfiguren.<\/li>\n<li>Nach der Befreiung der Ukraine von den deutschen Nazis wurde als erster von der OUN verabschiedeter Akt 1944 beschlossen,\u00a0sich an keinerlei K\u00e4mpfen gegen die Juden zu beteiligen. Die Juden wurden auf die gleiche Ebene mit allen anderen Nationalit\u00e4ten gestellt, denen Kultur- und Glaubensfreiheit garantiert wurde.<\/li>\n<li>Alle Dokumente, die die Beteiligung von Mitgliedern der OUN-UPA am Genozid der Juden\u00a0belegen sollten, wurden in den N\u00fcrnberger Prozessen und sp\u00e4ter auch vom\u00a0amerikanischen Kongress in seiner Sitzung bez\u00fcglich der Naziverbrechen abgewiesen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Schluss wiederhole ich das am Anfang Gesagte: Es gab unter den ukrainischen Aufst\u00e4ndischen Verbrecher, M\u00f6rder und Antisemiten \u2013 genauso wie es sie unter den Roten Partisanen gab. Unsere Aufgabe ist die ganze Wahrheit zu erfahren, anstatt sich nur einzelne St\u00fcckchen davon herauszufischen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><i>Autor:\u00a0<\/i><em><strong><a href=\"http:\/\/grimnir74.livejournal.com\/5258806.html\"><span style=\"color: #1b8be0\">Alexej<\/span>\u00a0Schelesnow<\/a><\/strong><\/em><i>; \u00fcbersetzt von <\/i><a style=\"font-style: italic\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/solomija.gehtdichnichtsan?fref=ts\">Zoya Schoriwna<\/a><i>\/ <\/i><a style=\"font-style: italic\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a><i>. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unsere Quelle erforderlich.\u00a0<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von \u00a0Alexej S. 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Schelesnow<\/a><\/strong><\/em><\/p>\r\n<strong>Unser ganzes Leben lang wurde uns eingetrichtert, dass die ber\u00fchmten Banderowzy und allgemein die ukrainischen Nationalisten mit den Nazis gleichzusetzen sind,\u00a0wenn es den Genozid an den Juden angeht.\u00a0Wie auch alles andere, was uns von den Bolschewiken mal aufgedr\u00e4ngt wurde, stellte sich\u00a0auch das als eine L\u00fcge heraus: Die ukrainischen Nationalisten waren verschiedener Gesinnung, und die roten Partisanen waren in ihrer Mehrzahl Antisemiten und Juden-M\u00f6rder. Wei\u00df und Schwarz h\u00f6rte auf zu existieren. Es wurde immer schwieriger. Es ist\u00a0immer einfacher, alle mit einer\u00a0Farbe einzuschmieren, Rot \u2013 \u00a0die Juden-Retter, Blau-Gelb (oder rot-schwarz) \u2013 die M\u00f6rder.<\/strong>\r\n\r\nIn Wirklichkeit gab es die einen und die anderen auf beiden Seiten. \u00dcber die Roten habe ich bereits erz\u00e4hlt. Lasst uns jetzt \u00fcber die ukrainischen Nationalisten sprechen. Ich schreibe vorrangig f\u00fcr die Juden. Die Ukrainer wissen inzwischen viel dar\u00fcber, unter den Juden\u00a0in meiner Generation und \u00e4lter gibt es dagegen noch sehr viele Stereotypen. Und jegliche\u00a0Versuche sie zu dementieren rufen sehr oft feindselige Reaktion hervor und man wird der Rechtfertigung\u00a0der M\u00f6rder beschuldigt. Tats\u00e4chlich ist das hier aber ein Versuch, sich damit auseinanderzusetzen, wer M\u00f6rder war und wer nicht.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_9113\" align=\"alignleft\" width=\"341\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3560812_900.jpg\"><img class=\"wp-image-9113\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3560812_900.jpg\" alt=\"3560812_900\" width=\"341\" height=\"453\" \/><\/a> Sowjetische Karikatur auf ukrainische Rebellen und Juden[\/caption]\r\n\r\n<em>\"Der Hass auf die Sowjetmacht wurde zu einer gemeinsamen Plattform f\u00fcr Zionisten und ukrainische Bourgeoisie-Nationalisten!\u201c<\/em> schrieb die Zeitung \u201eRadianska Ukraina\u201c <em>(\u201eSowjetische Ukraine\u201c)<\/em> im August 1971. Der Artikel hie\u00df \u201eDie Verschw\u00f6rung der Verdammten\u201c. Die Seiten der damaligen ukrainisch-sowjetischen Zeitschriftenpresse sind mit Titeln und Rubriken wie \u201eFakten gegen Zionisten\u201c, \u201eDie unheimlichen Lichter des blau-wei\u00dfen Sterns\u201c, \u201eDas provokative Getue der Zionisten\u201c \u00fcbers\u00e4t. In den 70ern waren die Beziehungen zwischen der UdSSR und Tel-Aviv kritisch. Offensichtlich haben die Propagandisten die \u201esowjetischen B\u00fcrger\u201c nicht nur mithilfe der in Br\u00fcssel am 23. Februar 1971 abgehaltenen \u201eWeltkonferenz f\u00fcr den Schutz der sowjetischen Juden\u201c einer Gehirnw\u00e4sche\u00a0unterzogen. Ende der 60er Anfang - der 70er waren in den sowjetischen Konzentrationslagern viele junge Dissidenten aus der Ukraine, darunter auch viele Juden.\r\n\r\nGenau diese, die mit den sowjetischen Lehrb\u00fcchern und Familiensagen \u00fcber den Krieg gro\u00dfgewachsen sind, gaben nun mit allen m\u00f6glichen Mitteln Informationen \u00fcber die zu 25 Jahren verurteilten Soldaten der ukrainischen Armee an den Westen weiter. \"Normalerweise\"\u00a0h\u00e4tten sie sich wahrscheinlich nie kennengelernt. Und hier nannte Michail Heifetz in seinem Buch \u201eUkrainische Silhouetten\u201c diese alten ukrainischen Soldaten die \u201eheiligen Alten\u201c. Es kam n\u00e4mlich manchmal vor, dass ein junger Dissident der 60er zu einem Juden in\u00a0die Zelle\u00a0kam, der dort 20 Jahre Haft f\u00fcr \u201eukrainischen Bourgeoise-Nationalismus\u201c absa\u00df. Und erst jetzt k\u00f6nnen wir \u00fcber die Trag\u00f6die und den Kampf, der hinter diesem \u00e4u\u00dferst seltsamen Urteil standen, etwas erfahren.\r\n<h2><strong>\u00c4rzte und Sch\u00fctzen<\/strong><\/h2>\r\n<em>\"Bis ich die entsprechenden Dokumente in die H\u00e4nde bekam, dachte ich, dass die UPA mit den Faschisten zusammen gearbeitet habe,\u201c<\/em> sagt der israelische Historiker Aaron Weiss, dessen Familie mit ihm von Ukrainern gerettet wurde. <em>\u201eViele, die 1942 aus den Ghettos der westlichen Regionen der Ukraine geflohen sind, haben auf die eine oder andere Art ukrainische Aufst\u00e4ndische getroffen. Das ist kein einfaches Bild, im gr\u00f6\u00dften Teil positiv gezeichnet,\"<\/em> betont Professor Doctor Felix Lewitas: <em>\"Ich habe pers\u00f6nlich mit Dokumenten gearbeitet, aus denen hervorgeht, dass viele Juden sich selbst Waffen angeschafft und den ukrainischen Aufst\u00e4ndischen angeschlossen haben. Aber die Einheiten waren unterschiedlich, die Feldkommandeure waren unterschiedlich.\"<\/em> Felix Lewitas besitzt eine der gr\u00f6\u00dften Bibliotheken in der Ukraine zum Thema Faschismus und Hitlerismus, die er 20 Jahre lang gesammelt hat. Seine Dissertation\u00a0zum Thema \u201eDie Juden in der Ukraine w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs\u201c verteidigte er 1997.\r\n\r\nIn den Archiven des Sorbonne-Professoren Wladimir Kosik gibt es Dokumente dar\u00fcber, auf welche Weise die Juden in den W\u00e4ldern aufgetaucht sind. Die UPA organisierte massenhafte Aktionen zur Flucht von j\u00fcdischen \u00c4rzten aus den Ghettos. Ein Teil der Aufst\u00e4ndischen befand sich im schweren Zustand, es fehlte an Waffen und Proviant, und - nach den Materialien von Kosik - gab es viele aufst\u00e4ndische Einheiten, die f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge Lager f\u00fcr Zivilisten organisierten. Diese Lagerbewohner halfen den Aufst\u00e4ndischen, und im Gegenzug besch\u00fctzten die Aufst\u00e4ndischen die Lager. Aus den Lagern suchte man \u00c4rzte und junge kampfbereite Leute f\u00fcr die Kampfeinheiten aus. <em>\u201eDie Juden haben tapfer in UPA-Einheiten gek\u00e4mpft, wir kennen keinen einzigen Fall von unehrenhaftem Verhalten von ihnen.\u201c<\/em> schreibt der ber\u00fchmte Historiker Jaroslaw Daschkewytsch.\r\n\r\n<em>\"Sie alle haben ehrenhaft ihre Pflicht erf\u00fcllt, sie haben nicht nur Soldaten geholfen, sondern allen Bewohnern, ohne dabei die Kampftruppen zu verlassen, auch dann nicht, wenn sie die M\u00f6glichkeit hatten, zu den Roten \u00fcberzulaufen. Viele von ihnen sind heldenhaft bei der Verteidigung\u00a0von denselben Idealen gefallen, f\u00fcr die auch das ukrainische Volk k\u00e4mpfte.\u201c<\/em> - Mit diesen Worten bewertete der UPA-Befehlshaber Mykola Lebid in der vielb\u00e4ndigen Geschichte der UPA die Teilnahme von Juden in der ukrainischen Armee.\r\n\r\nIn mehreren verschiedenen Quellen wird Stella Krenzbach aus Roschnjatiw erw\u00e4hnt, die in ihren Erinnerungen schrieb: \u201eIch verdanke der UPA meinen Leben\u201c. Ein Teil ihrer Erinnerungen wurde von \u201eNew York Times\u201c ver\u00f6ffentlicht. Als sie Angestellte des Au\u00dfenministeriums Israels wurde, \u00fcberzeugte sie die Diplomaten, dass \u201eder freie ukrainische Staat zu einer Garantie und einem Beweis des gerechten Friedens auf der Welt werden wird\u201c. Stella Krenzbach schilderte, wie sie nach der R\u00fcckkehr der Sowjets durch ein Urteil des \u00f6rtlichen NKWD zum Tode verurteilt wurde. Sie sa\u00df mit weiteren 42 Menschen in der Todeszelle. <em>\u201eWir beteten die ganze Nacht und flehten zu Gott um ein Wunder. Morgens ist das Wunder tats\u00e4chlich geschehen: Die T\u00fcr ging laut auf \u2013 und wie sahen die bewaffneten Rebellen. Damals war die Kleinstadt Roschnjatiw vier Tage lang in den H\u00e4nden der UPA. Ab dem Moment ging ich in den Untergrund, und mein Leben hat sich auf engste Weise\u00a0mit dem Leben der Rebellen verflochten. Ich ging mit ihnen von einem Ort zum anderen, und so gelangte ich in die Karpaten, in ein Rebellen-Lazarett\u00a0f\u00fcr Verwundete\u201c.<\/em> In ihrer Gruppe waren 12 Juden, acht davon \u00c4rzte.\r\n\r\n<em>\"Die deutsche Propaganda hat den Moment der ukrainisch-j\u00fcdischen Einigung sehr genau erkannt und versuchte diese zu zerst\u00f6ren,\"<\/em> erz\u00e4hlt Felix Lewitas: <em>\"In den Archiven gibt es zwei deutsche Flugbl\u00e4tter. Im ersten hei\u00dft es: \u201eH\u00f6re, ukrainisches Volk! Moskau erteilt geheime Befehle an die OUN. Aus den geheimen Befehlen, die wir in die H\u00e4nde bekommen haben, sieht man, dass die Kreml-Juden in einer engen Beziehung zur OUN stehen, die angeblich gegen die Bolschewiken k\u00e4mpft. In der OUN-F\u00fchrung sitzen Agenten, die die Befehle des blutr\u00fcnstigen Stalin und seiner j\u00fcdischen Helfer ausf\u00fchren\u201c. Im zweiten steht: \u201eWas will die sogenannte UPA? Bewohner, denkt daran - die UPA beraubt das ukrainische Volk, mordet und entw\u00fcrdigt es. Und wer ist der Anf\u00fchrer dieser Armee? Das sind Lemberger Juden und deren Helfer in Kreml!\u201c<\/em>\r\n<h2><strong>\u201eT\u00f6te nicht!\u201c<\/strong><\/h2>\r\n\"Die Nazipropaganda hatte einen gewissen Einfluss auf einen bestimmten Teil der Gesellschaft,\" meint Felix Lewitas: <em>\"Die ukrainischen Politiker hatten keinen gemeinsamen Standpunkt in Bezug\u00a0auf die \u201ej\u00fcdische Frage\u201c. In den westlichen Regionen der Ukraine wandten sich die OUN-Mitglieder wie der Autor und Publizist Jurij Lipa, der Redakteur und \u00d6konom Lew Lukaschewitsch und der ber\u00fchmte Dichter Jewhen Malaniuk entschieden gegen die Methoden und Provokationen Hitlers. Aus den Dokumente geht hervor, dass ein gewisser Anteil der OUN-Mitglieder unsicher war, ein anderer Teil meinte, dass man dem deutschen Weg folgen sollte<\/em>\u201c. Unterdessen reagierten die Nazis auf den Akt der Wiederherstellung des Ukrainischen Staates vom 30. Juni 1941 mit Massenrepressionen, Konzentrationslager, und genauer gesagt Auschwitz. Die OUN-Mitglieder, die nach Auschwitz kamen, geh\u00f6rten zu den Ersten, die die Wahrheit \u00fcber die Massenhinrichtungen j\u00fcdischer Bev\u00f6lkerung berichteten, unter anderem auch \u00fcber die Vernichtung in den Gaskammern.\r\n\r\nNeue Untersuchungen werfen ein Licht auf die Frage, warum die Armee von Borowez-Bulba aufgel\u00f6st wurde. SS-Vertreter hatten die Einheit \u201ePolesische Sitsch\u201c aufgefordert, sich an den Strafaktionen gegen die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung zu beteiligen. Die meisten Kosaken haben dies abgelehnt. Daraufhin entstand ein Konflikt mit der SS. Die Geschichtswissenschaftlerin Schanna Kowba forscht seit Jahren \u00fcber die ukrainisch-j\u00fcdischen Beziehungen in Galizien. Sie pr\u00e4sentiert eine Zeugenaussage von Iwan Charyw aus der Gegend von Sambir, der im August-Oktober 1941 vier j\u00fcdischen Frauen und einem Mann Essen in ein Versteck in den W\u00e4ldern brachte. Dorfbewohner haben heimlich Lebensmittel f\u00fcr sie gesammelt. Sp\u00e4ter erfuhr Iwan aus den Erz\u00e4hlungen seines Vaters, dass das Versteck von einem Kollaborateur aus dem Nachbardorf verraten wurde. Der Kollaborateur\u00a0diente bei der deutschen Polizei und wurde 1943 von der UPA get\u00f6tet.\r\n\r\nDie Einstellung der einheimischen Bev\u00f6lkerung kann man aus den damaligen Hitler treuen Zeitungen erkennen. Die \u201eSambirska Gazeta\u201c <em>(\"Sambirer Zeitung\")<\/em> aus dem Gebiet Lwiw berichtete am 1. M\u00e4rz 1944: <em>\u201eWegen Verstecken und Beistand von Juden wurden folgende Personen hingerichtet: Kryschowska Maria, Dmytrowska Sofia, Suchorutsch Stepan, Kortschmar Maria, Maslar Hanna, Nazar Maria, Kuliak Mykola, Kowaltschuk Mychailo, Suschtsch Nastja, Ukrainer\u201c<\/em>.\r\n\r\n<em>\u201eDiese Zeitungen bieten viel Material f\u00fcr die Forscher, die dadurch erkennen werden, dass sich die einheimische Bev\u00f6lkerung dem Genozid an den Juden widersetzte,\u201c<\/em> sagt Felix Lewitas.\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559575_900.jpg\"><img class=\"alignleft wp-image-9110 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559575_900.jpg\" alt=\"3559575_900\" width=\"367\" height=\"456\" \/><\/a>Metropolit Andrej Scheptyzkyj lebte die V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung durch seine eigene Liebe vor. Bereits\u00a01913 hatte er sich gegen den Prozess \"Beilis-Aff\u00e4re\" ausgesprochen, der in Kyjiw durch die Organisation der Schwarzen Hundertschaft fabriziert worden war. 1939 sagte er in einem Interview f\u00fcr die zionistische Organisation Galiziens, dass er schon immer ein Bef\u00fcrworter der Wiederbelebung\u00a0des j\u00fcdischen Volkes und des Wiederaufbaus des j\u00fcdischen Staates war. Unter dem Einfluss des Oberhaupts der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche wurden in den Kirchen und Kl\u00f6stern Hunderte von Juden von Galiziern gerettet. Unter der pers\u00f6nlichen Obhut von Scheptyzkyj haben 15 Rabbiner \u00fcberlebt (Dawid Kagan, der von Scheptyzkyj gerettet wurde, war in den 70ern Oberrabbiner von Tel Aviv). Im November 1942 ver\u00f6ffentlichte Scheptyzkyj seinen Brief \u201eT\u00f6te nicht!\u201c. In dem Brief rief er die Ukrainer dazu auf, die deutschen Nazi-Provokationen nicht zu unterst\u00fctzen.\r\n<h2><strong>Verbrecher und Friedensmacher der Geschichte<\/strong><\/h2>\r\nAntij\u00fcdische Agitation in der Ukraine wurde\u00a0sowohl von den\u00a0Nazis als auch von den Bolschewiken betrieben. \u201e<em>Die Nazis brachten\u00a0eine m\u00e4chtige Propaganda-Maschine mit sich, die meisterhaft mit den komplizierten ukrainisch-j\u00fcdischen Beziehungen, die im Laufe der Geschichte entstanden waren, spielte,\"<\/em> erz\u00e4hlt der Historiker Felix Lewitas.\r\n\r\nNachdem sie Lemberg besetzt hatten, f\u00fchrten\u00a0die Nazis unvorstellbare Provokationen aus. Sie \u00f6ffneten die T\u00fcren des Lemberger Gef\u00e4ngnisses, wo der NKWD am Tag zuvor Massenhinrichtungen begangen hatte, und behaupteten, dies sei das \u201eHandwerk der Juden\u201c gewesen. Es hie\u00df, alle Juden seien NKWD-Mitarbeiter, die gnadenlos das ukrainische Volk vernichteten.\u00a0Den Dokumenten der Nazis zufolge, reagierte\u00a0die Mehrheit der einheimischen Bev\u00f6lkerung auf diese Provokation nicht. Ausgenommen die Kollaborateure in der deutschen Polizei. Obwohl NKWD-Angeh\u00f6rige die Gesichter der Erschossenen mit Chlor und S\u00e4ure \u00fcbergossen haben, konnte man unter den Toten im Hof des Lemberger Gef\u00e4ngnisses mehrere Rabbiner und Mitglieder j\u00fcdischer Parteien sowie gesellschaftlicher Organisationen erkennen.\r\n\r\n<strong> <a href=\"http:\/\/www.rubezh.eu\/Zeitung\/2007\/04\/07.htm\">Jaroslawa Musytschenko<\/a><\/strong>\r\n\r\nIm Laufe des Kampfes gegen die Bolschewiken haben die Banderowzy\u00a0die radikalsten Ideen des totalit\u00e4ren Nationalismus aufgegeben und \u00e4nderten das Motto \u201eDie Ukraine f\u00fcr die Ukrainer\u201c in ein anderes: \u201eFreiheit f\u00fcr die V\u00f6lker \u2013 Freiheit f\u00fcr den Menschen!\u201c\r\n\r\nIm Februar-M\u00e4rz 1943 haben Nationalisten im griechisch-orthodoxen Wolhynien die UPA gegr\u00fcndet. Die aufst\u00e4ndische Armee nahm mehrere Tausende Ukrainer sowie Vertreter anderer Nationen in ihre Reihen auf: Tataren, Georgier, Aserbaidschaner, Armenier, Usbeken und Russen. Ende 1943 z\u00e4hlte sie etwa 15.000 Rebellen, die sich auf eine verzweigte Struktur des Bandera-Untergrundes sowie die breite Unterst\u00fctzung des Volkes st\u00fctzten.\r\n\r\nIn dieser Phase der ukrainischen Freiheitsbewegung wurden Eins\u00e4tze von Juden dokumentarisch festgehalten.\u00a0<span style=\"line-height: 1.5\">So beschreibt der Vorsitzende der OUN von 1941-1943 Mykola Lebid den Einsatz von Juden im ukrainischen Widerstand: <em>\u201eDie Mehrheit der \u00c4rzte bei der UPA waren Juden, die die UPA vor den Nazis gerettet hat. Die j\u00fcdischen \u00c4rzte wurden als gleichberechtigte B\u00fcrger der Ukraine und Befehlshaber der ukrainischen Armee angesehen. Hier sollte man betonen, dass sie alle ehrlich ihre schwere Pflichten erf\u00fcllten. Sie halfen\u00a0nicht nur den Soldaten, sondern der ganzen Bev\u00f6lkerung, sie bereisten verschiedene\u00a0Gebiete, organisierten Feldlazarette und Kliniken in den Ortschaften. In den schwersten Situationen verlie\u00dfen sie die Kampfreihen nicht, auch wenn sie die M\u00f6glichkeit hatten, zu den Roten \u00fcberzulaufen. Viele von ihnen sind heldenhaft im Kampf f\u00fcr dieselben Ideale gefallen, f\u00fcr die das ganze restliche ukrainische Volk k\u00e4mpfte.\u201c<\/em><\/span>\r\n\r\nIn einem Funkspruch an das \u201eZentrum\u201c <em>(NKWD)<\/em> vom 30. Oktober 1943 berichten Begma und Timofejew - die Befehlshaber einer\u00a0kommunistischen Partisaneneinheit: <em>\u201eIn Dubrowyzja haben die Nationalisten alle Schneider f\u00fcr die Herstellung warmer Winterkleidung mobilisiert. Anhand der letzten Anordnung aus dem Hauptquartier nehmen die Nationalisten zurzeit alle au\u00dfer Polen bei sich auf. Momentan gibt es unter den Nationalisten viele Juden, haupts\u00e4chlich \u00c4rzte\u201c.<\/em>\r\n\r\n[caption id=\"attachment_9111\" align=\"alignleft\" width=\"359\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559757_900.jpg\"><img class=\"wp-image-9111\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/08\/3559757_900.jpg\" alt=\"3559757_900\" width=\"359\" height=\"223\" \/><\/a> Dobrowski L.I.[\/caption]\r\n\r\nDie sowjetischen repressiven Organe haben ebenfalls den Einsatz von Juden in der UPA erw\u00e4hnt. In einer Sonderdienstmeldung des\u00a0Leiters f\u00fcr Spionageabwehr \u201eSmersch\u201c der 1. Ukrainischen Front, Generalmajor Osjotrow, an den Sekret\u00e4r des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Ukraine, Nikita Chruschtschow, wird von der Festnahme eines \u201eaktiven Mitglieds der OUN, eines Juden\" namens Lejba Iosifowitsch Dobrowski (Pseudonym \u201eWaleri\u201c) am 1. Februar 1944 berichtet. Aus dem Text folgt, dass er 1910 in der Ortschaft Olschanizja, in der N\u00e4he von Rokytne bei Kyjiw, geboren wurde und zwischen 1929 und 1941 ein Mitglied der Kommunistischen Partei (WKP) war\". Er studierte Rechtswissenschaften an Kyjiwer Universit\u00e4t. <span style=\"line-height: 1.5\">Am Anfang des deutsch-sowjetischen Krieges wurde er in die Rote Armee einberufen. 1941 wurde er im Kampf verwundet und geriet in deutsche Gefangenschaft. Weil er seinen Namen und die Nationalit\u00e4t aber auf einen Ukrainer namens Leonid Panfilowitsch Dobrowskij ge\u00e4ndert hatte, gelang ihm die Flucht aus der Nazi-Gefangenschaft. Er setzte sich in der Stadt Riwne ab und nahm Ende 1941 Verbindung zur Organisation der Ukrainischen Nationalisten auf. Mit Beginn des bewaffneten Widerstands in 1943 wurde er Mitarbeiter der politischen Abteilung der Ukrainischen Aufst\u00e4ndischen Armee. Hier sollte man betonen, dass es sich dabei um die h\u00f6chste politische Struktur der UPA handelte.\u00a0<\/span><span style=\"line-height: 1.5\">W\u00e4hrend der Arbeit in der Politabteilung, schrieb Leiba Dobrowski eine Reihe \u201ekonterrevolution\u00e4re nationalistische Flugbl\u00e4tter, Brosch\u00fcren und Aufrufe\u201c, in denen er die \u201eSowjetunion verleumdete\u201c und verk\u00fcndete, \u201edass Moskau die nichtrussischen V\u00f6lker unterdr\u00fccke\u201c, zudem rief er die unterdr\u00fcckten V\u00f6lker \u201ezum bewaffneten Kampf gegen den sowjetischen Staat\u201c auf. Unter den von ihm vorbereiteten Materialien gibt es Aufrufe an das usbekische, tadschikische, armenische und andere V\u00f6lker. Im August 1943 schrieb der Angeklagte eine Brosch\u00fcre \u201eWie der Moskauer Zarismus die V\u00f6lker unterdr\u00fcckte\u201c\".<\/span>\r\n\r\nInteressant ist, dass gem\u00e4\u00df diesem Dokument nicht die Nationalisten ihn in die OUN hineingezogen haben, sondern er selbst \u201edie Verbindung zu den Banderowzy aufnahm\" (unter einem Schlagstock kann man wohl kaum feurige Aufrufe und Brosch\u00fcren schreiben). \u00dcbrigens, \u00fcber \u00e4hnliche Initiativen von anderen Juden zeugt ein Ausschnitt aus dem Bericht eines\u00a0Hinterland-Leiters\u00a0eines\u00a0UPA-Wehrkreises \u201eSarewo\u201c<em> (dt. \u201eMorgenr\u00f6te\u201c)<\/em>, der die Situation in der N\u00e4he der Stadt Kostopil nahe Rowno im August 1943 beschreibt: <em>\u201eEs gibt in diesen drei Regionen keine Volksminderheiten, ausgenommen ein paar Juden, die vor kurzem\u00a0freiwillig zu uns zum Arbeiten kamen...\u201c<\/em> .\r\n\r\nEiner der besten \u00c4rzte in einem UPA-Trupp, der den Namen Iwan Bohun trug und in der s\u00fcdlichen Region von Wolhynien stationiert war, war Ader Wanderarzt Schaja Dawydowitsch Warma (Pseudonym \u201eGeigenspieler\u201c). Wenn man dem Protokoll des Verh\u00f6rs nach seiner Festnahme durch den NKWD im August 1944 folgt, ist er 1909 in Warschau geboren. Ein Jahr studierte er in Frankreich, 1937 beendete er sein Medizinstudium in Warschau, seine Frau hie\u00df Bronislawa. Bis 1939 arbeitete er in einem j\u00fcdischen Hospital in Warschau. Sp\u00e4ter, w\u00e4hrend des deutsch-polnischen Krieges, fl\u00fcchtete er vor den Nazis in das St\u00e4dtchen Wolodymyr-Wolynskyj in der Westukraine. Dort arbeitete er als Epidemiologe und wurde sp\u00e4ter Arzt einer Ambulanz in einem kleinen Dorf, in dem er auch w\u00e4hrend der deutschen Besatzung arbeitete.\u00a0<span style=\"line-height: 1.5\">Im Mai 1943 wurde er in die UPA aufgenommen und blieb dort bis August 1944. Dabei behandelte er, nach seinen eigenen Angaben w\u00e4hrend des Verh\u00f6rs, 200 ukrainische Rebellen.<\/span>\r\n\r\nUns liegen die Erinnerungen der ehemaligen UPA-Aufkl\u00e4rerin Halyna Ostrowezka (Pseudonym \u201eKochanska\u201c) \u00fcber Schaja Warma vor: <em>\u201eWarma war ein guter Arzt, der unter Bunker-Bedingungen komplizierte Eingriffe durchf\u00fchrte, er konnte wunderbar Geige spielen, von der er sich niemals trennte. Er hat sogar das Pseudonym \u201eGeigenspieler\u201c bekommen. Wenn es eine freie Minute gab, versammelten sich die Aufst\u00e4ndischen auf einer Waldlichtung und haben Warma gebeten, f\u00fcr sie zu spielen. Alle haben ihn geliebt und sorgten sich um ihn\u201c<\/em>. Nach der Aussage von Halyna Ostrowezka, wurde Schaja Warma wegen seiner T\u00e4tigkeit in der\u00a0UPA zu 20 Jahren Konzentrationslager verurteilt.\r\n\r\nDen Erinnerungen des Kommandeurs einer UPA-Hundertschaft W.Ninowski zufolge, der im n\u00f6rdlichen dicht bewaldeten Teil des Gebiets Riwne k\u00e4mpfte, hatte er in seinem Bataillon einen Juden mit dem Pseudonym \u201eTschornyj\u201c <em>(\u201eSchwarzer\u201c)<\/em> als Arzt. Der Autor erz\u00e4hlte, dass Doktor \u201eTschornyj\u201c, wenn es viele Verwundete gab, au\u00dfer der UPA regelm\u00e4\u00dfig auch andere Sanit\u00e4tsstellen besuchte, um Dorfbewohnern Hilfe zu leisten, da es sonst keine anderen \u00c4rzte in dieser Region gab.\r\n\r\n<strong>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.shorashim.narod.ru\/\">\u201eKorni\u201c<\/a><\/strong>\r\n\r\nDie Ehefrau von Roman Schuchewytsch, Nataliya, versteckte bei sich vom September 1942 bis Februar 1943 ein j\u00fcdisches M\u00e4dchen aus der Nachbarschaft namens Irina Reichenberg.\u00a0Schuchewytsch hat bei der Anfertigung\u00a0neuer Papiere f\u00fcr das M\u00e4dchen geholfen, nach welchen\u00a0sie dann den ukrainischen Namen Iryna Ryschko trug und Tochter eines\u00a0gefallenen Offiziers der Roten Armee war. <span style=\"line-height: 1.5\">Nachdem Nataliya Schuchewytsch von der Gestapo verhaftet worden war, brachte Roman Schuchewyytsch das M\u00e4dchen in ein Waisenhaus beim griechisch-katholischen Bassilianerkloster im Ort Pylypiw nahe Kulykiw, 30 km von Lwiw entfernt. Diese Information ist erst 2008 bekannt geworden, nachdem der SBU die Archive publik gemacht hatte.<\/span>\r\n\r\n<em>\"Die ukrainische Nationalistenbewegung war nicht antisemitisch. Anf\u00fchrer der Bandera-Bewegung\u00a0retteten Juden in den Jahren des Holo\u0441aust und k\u00e4mpften mit ihnen zusammen in den Reihen der Ukrainischen Aufst\u00e4ndischen Armee (UPA),\u201c<\/em> sagt der Historiker Wiatrowytsch, basierend auf den ver\u00f6ffentlichten KGB-Archiven.\r\n<h2><strong>Zusammenfassung:<\/strong><\/h2>\r\n<ul>\r\n \t<li>In der Ukraine gab es Antisemitismus, aber dessen Organisatoren und Inspiratoren waren zun\u00e4chst Zaren-Russland und sp\u00e4ter Hitler-Deutschland.<\/li>\r\n \t<li>Bis 1941 hob\u00a0die OUN die Juden in ihrem Kampf\u00a0in keinster Weise\u00a0hervor<\/li>\r\n \t<li>1941 wurden die Juden hervorgehoben. Es gab Aufrufe, sie als Helfer der Bolschewiken zu bek\u00e4mpfen, wobei auf die\u00a0Sinnlosigkeit von Pogromen hingewiesen wurde, da diese als Moskaus Waffe wahrgenommen wurden,\u00a0den Zorn des Volkes von sich auf jemand anderen umzulenken.<\/li>\r\n \t<li>Stepan Bandera selbst befand sich von 1941 bis 1944 in deutscher Haft und war an der Entstehung der UPA nicht beteiligt, ist aber eine ihrer Symbolfiguren.<\/li>\r\n \t<li>Nach der Befreiung der Ukraine von den deutschen Nazis wurde als erster von der OUN verabschiedeter Akt 1944 beschlossen,\u00a0sich an keinerlei K\u00e4mpfen gegen die Juden zu beteiligen. Die Juden wurden auf die gleiche Ebene mit allen anderen Nationalit\u00e4ten gestellt, denen Kultur- und Glaubensfreiheit garantiert wurde.<\/li>\r\n \t<li>Alle Dokumente, die die Beteiligung von Mitgliedern der OUN-UPA am Genozid der Juden\u00a0belegen sollten, wurden in den N\u00fcrnberger Prozessen und sp\u00e4ter auch vom\u00a0amerikanischen Kongress in seiner Sitzung bez\u00fcglich der Naziverbrechen abgewiesen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\nZum Schluss wiederhole ich das am Anfang Gesagte: Es gab unter den ukrainischen Aufst\u00e4ndischen Verbrecher, M\u00f6rder und Antisemiten \u2013 genauso wie es sie unter den Roten Partisanen gab. Unsere Aufgabe ist die ganze Wahrheit zu erfahren, anstatt sich nur einzelne St\u00fcckchen davon herauszufischen.\r\n\r\n<hr \/>\r\n\r\n<i>Autor:\u00a0<\/i><em><strong><a href=\"http:\/\/grimnir74.livejournal.com\/5258806.html\"><span style=\"color: #1b8be0\">Alexej<\/span>\u00a0Schelesnow<\/a><\/strong><\/em><i>; \u00fcbersetzt von <\/i><a style=\"font-style: italic\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/solomija.gehtdichnichtsan?fref=ts\">Zoya Schoriwna<\/a><i>\/ <\/i><a style=\"font-style: italic\" href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel<\/a><i>. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unsere Quelle erforderlich.\u00a0<\/i>","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9088","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9088"}],"version-history":[{"count":22,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9088\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27531,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9088\/revisions\/27531"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9112"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9088"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9088"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9088"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}