{"id":9867,"date":"2015-09-21T18:25:34","date_gmt":"2015-09-21T18:25:34","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/?p=9867"},"modified":"2016-01-03T21:03:20","modified_gmt":"2016-01-03T21:03:20","slug":"flughafen-latakia-namens-w-putin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/flughafen-latakia-namens-w-putin\/","title":{"rendered":"Flughafen Latakia namens W. Putin"},"content":{"rendered":"<p>von <a href=\"http:\/\/www.svoboda.org\/author\/762.html\">Mark Krutow<\/a><\/p>\n<p>Das Verteidigungsministerium Russlands l\u00e4sst die M\u00f6glichkeit der Erschaffung einer permanenten Milit\u00e4rbasis in Syrien zu &#8211; diese Schlussfolgerung kann man aus der Aussage des stellvertretenden Leiters des Generalstabs russischer Streitkr\u00e4fte Nikolai Bogdanowski ziehen, die er <a href=\"http:\/\/www.militarynews.ru\/Story.asp?rid=1&amp;nid=389305\">am Mittwoch gegen\u00fcber den Journalisten in Nowosibirsk<\/a> gemacht hat. In Wirklichkeit baut Russland eine vollwertige Milit\u00e4rbasis an der K\u00fcste des Mittelmeers bereits seit ein paar Wochen. Dies geschieht in der syrischen Stadt Latakia, nur 400 Kilometer entfernt von Tel-Aviv und 200 \u2013 von der syrischen Hauptstadt Damaskus. Die Basis wird von den modernen russischen Panzern T-90 und Artillerie bewacht, neben der Start- und Landebahn tauchte ein neuer Tower auf und es wurden vor\u00fcbergehende Unterk\u00fcnfte f\u00fcrs Personal gebaut- das bezeugen die frischen Satellitenbilder, die in den westlichen Medien ver\u00f6ffentlicht wurden. Premierminister Israels, dessen n\u00f6rdliche Grenze sich nur ein paar Hundert Kilometer entfernt von dieser Basis befindet, eilt nach Moskau, um Wladimir Putin die Gef\u00e4hrlichkeit der Waffenlieferungen nach Syrien f\u00fcr sein Land zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Russland streitet die milit\u00e4rische Hilfe f\u00fcr Syrien zwar nicht ab, behauptet aber noch immer, dass diese im gew\u00f6hnlichen Rahmen stattfindet und den vor Jahren abgeschlossenen Vertr\u00e4gen entspricht. Aber reale Ausmassen dieser Hilfe im Zeitalter von Satellitenbildern und sozialer Netzwerke zu verheimlichen ist schwierig. Die englischsprachige Ausgabe <em>Foreign Policy<\/em> erhielt <a href=\"http:\/\/foreignpolicy.com\/2015\/09\/14\/this-satellite-image-leaves-no-doubt-that-russia-is-throwing-troops-and-aircraft-into-syria-latakia-airport-construction\/\">frische Aufnahmen<\/a> der Luftwaffenbasis nahe Latakia, die sich nahe des zivilen Flughafens der Stadt (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bassel_Al-Assad_International_Airport\">LTK<\/a>) befindet, der zu Ehren des \u00e4lteren Bruders von Baschar al-Assad Basil benannt wurde.<\/p>\n<p>Vergleicht man diese Photos mit den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Satellitenbildern von Google, so sieht man, dass in den letzten Monaten die Luftwaffenbasis ernsthafter Rekonstruktion und Modernisierung unterzogen wurde: es werden Hubschrauberflugpl\u00e4tze und ein neuer Tower errichtet wie auch vor\u00fcbergehende Unterk\u00fcnfte gebaut. Die Quellen der russischen Zeitung \u201eWedomosti\u201c im Verteidigungsministerium Russlands <a href=\"http:\/\/www.vedomosti.ru\/politics\/articles\/2015\/09\/15\/608680-rossiiskie-voennie-pomogut-otremontirovat-v-sirii\">erkl\u00e4rten<\/a> diese Fakten mit der \u201eReparatur der Startbahn\u201c, aber auf den Bildern sieht man, dass gerade an der Start- und Landebahn nichts gemacht wurde. \u00c4hnliche Aufnahmen wurden auf der Website und Twitter des amerikanischen Forschungs- und Analysezentrums <em>Stratfor<\/em> ver\u00f6ffentlicht:<\/p>\n<p>Die Hilfe f\u00fcr Assad kommt\u00a0in erster Linie per See. <a href=\"http:\/\/www.svoboda.org\/content\/article\/27226921.html\">Russische und ausl\u00e4ndische Blogger<\/a> haben bereits \u00dcbung darin, die Bewegungen der russischen Landungsschiffe durch den Bosporus nachzuverfolgen. Es gibt sogar <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/bosphorus\">eine Karte mit Webkameras<\/a> entlang des Golfes, mit deren Hilfe jeder die \u00fcber Istanbul laufenden Schiffe beobachten kann. Nach Angaben der Website <a href=\"http:\/\/turkishnavy.net\/\">Bosphorus Naval News<\/a>, die sich darauf spezialisiert, laufen letzte Zeit russische Schiffe wie \u201eNikolai Filtschenkow\u201c aus Sewastopol und Noworossijsk immer \u00f6fter den syrischen Tartus an.\u00a0Dort befindet sich der Logistik-St\u00fctzpunkt der Marine Russlands, dessen Personal noch vor kurzem, in 2011, gerade mal <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marinebasis_Tartus\">aus 4 Menschen bestand<\/a>. Moskau versuchte hastig, den tats\u00e4chlichen Zielort zu \u201everheimlichen\u201c: russische Kriegsschiffe deklarieren bei der Durchfahrt von Bosporus gegen\u00fcber den t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden den \u00e4gyptischen Hafen Port Said als ihr offizielles Ziel und wenden dann \u201ezuf\u00e4llig\u201c in andere Richtung, <a href=\"http:\/\/foreignpolicy.com\/2015\/09\/14\/this-satellite-image-leaves-no-doubt-that-russia-is-throwing-troops-and-aircraft-into-syria-latakia-airport-construction\/?wp_login_redirect=0\">schreibt<\/a> Foreign Policy. Von leichter Hand der Blogger wurden die Schiffe bereits als \u201eMilit\u00e4rhandeltransport\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Die offiziellen US-Vertreter, <a href=\"http:\/\/www.svoboda.org\/content\/obama-syria-russia\/27243026.html\">inklusive US-Pr\u00e4sident Barak Obama<\/a>, haben die Einmischung Russlands in den syrischen Konflikt bereits verurteilt. Sie f\u00fcrchten, dass Moskau Assad nicht nur (und nicht mal) im Kampf gegen den IS unterst\u00fctzen wird, sondern in der Konfrontation mit der syrischen Opposition.\u00a0Bislang werden diese Bef\u00fcrchtungen mit den Blogger-Funden im Internet gest\u00fctzt: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IK0m9a6JJ80\">das Video des Kampfes<\/a>, in welchem man den neuesten russischen BTR-82A sieht und mutmasslich russische Sprache h\u00f6rt, wurde ausgerechnet nord\u00f6stlich von Latakia aufgenommen, wo es den IS \u00fcberhaupt noch nicht gibt.\u00a0In einem Twitter-Account der \u201eSyrischen Aufst\u00e4ndischen Armee\u201c wurden Angaben zu <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NorthernStork\/status\/643656241059749888\">zwei weiteren\u00a0Orten<\/a> ver\u00f6ffentlicht, wo vermutlich russische Streitkr\u00e4fte stationiert sind: ausser Latakia und Tartus ist es der Marinest\u00fctzpunkt Syriens al-Baida, der sich auf halbem Wege zwischen den beiden befindet, wie auch das Dorf ad-Dakkak. Die n\u00e4chstliegenden Ortschaften, die unter der Kontrolle vom IS stehen, befinden sich Hunderte Kilometer davon entfernt.<\/p>\n<div id=\"attachment_9869\" style=\"width: 278px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/B376F454-2714-47F1-8689-F5501890D4C4_w268.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9869\" class=\"wp-image-9869 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/B376F454-2714-47F1-8689-F5501890D4C4_w268.jpg\" alt=\"B376F454-2714-47F1-8689-F5501890D4C4_w268\" width=\"268\" height=\"151\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-9869\" class=\"wp-caption-text\">Russische Panzer T-80 auf dem Roten Platz; Probe der Siegesparade, 2010<\/p>\n<\/div>\n<p>Die Reuters-Agentur <a href=\"http:\/\/mobile.reuters.com\/article\/idUSKCN0RE1LH20150914?feedType=RSS&amp;feedName=topNews&amp;utm_source=twitter\">berichtete<\/a> am Montag, den 14. September 2015, mit einem Verweis auf die Quellen im Pentagon, dass Russland nach Latakia bereits 7 T-90 Panzer geliefert habe (stehen im Dienst seit 1992), wie auch Artillerie, 200 Infanteristen und moderne Luftabwehrmittel &#8211; <a href=\"http:\/\/www.businessinsider.com\/russia-is-sending-advanced-air-defenses-to-syria-2015-9\">die Fla-Raketenkomplexe CA-22.<\/a><\/p>\n<p>Wobei, wenn man sich auf die Quellen der Bloomberg-Agentur verl\u00e4sst, gibt es<a href=\"http:\/\/www.bloombergview.com\/articles\/2015-09-10\/russia-s-syrian-air-base-has-u-s-scrambling-for-a-plan\"> in der Obama-Verwaltung keine Einigkeit <\/a>bez\u00fcglich der Verst\u00e4rkung russischer Pr\u00e4senz in Syrien. Jemand findet, dass wenn auch Russland den USA im Kampf gegen den IS helfen wird, es gleichzusetzen mit einer Anerkennung der Niederlage im Kampf um die Absetzung von Baschar al-Assad ist, der nach Washingtons Meinung f\u00fcr die Eskalation und Entfesselung des B\u00fcrgerkrieges in seinem Land verantwortlich ist. Andere sagen wiederum, dass Moskaus Hilfe durchaus n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte. Dabei berichtet die Ausgabe von geheimen Verhandlungen zwischen Russland, USA und Saudi Arabien \u00fcber die Option eines \u201esanften\u201c Abgangs von Assad von seinem Posten.<\/p>\n<p><em><b style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">Dislozierungsorte der russischen Milit\u00e4rbasen in Syrien und die Karte der Kampfhandlungen nach Auffassung der deutschen Zeitung Bild:<\/b><\/em><\/p>\n<p>Wie sich die Sache in Wirklichkeit auch verh\u00e4lt, gerade die Unterst\u00fctzung Russlands erlaubte Baschar al-Assad und ihm unterstehenden Kr\u00e4ften in den letzten 5 Jahren gleichzeitig gegen mehrere Gegner zu k\u00e4mpfen: gegen syrische Aufst\u00e4ndische, moderate Islamisten, syrische Kurden und den IS &#8211; und dabei keine vollst\u00e4ndige Niederlage zu erleiden. Dieser Meinung ist zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/anton.pavlushko?fref=ts\">Anton Pawluschko<\/a>, einer der Aktivisten des Freiwilligenprojekts<span style=\"color: #003366\"><strong> InformNapalm<\/strong><\/span>, dessen Ziel es ist, Beweise f\u00fcr die russische milit\u00e4rische Aggression in der Ukraine, Syrien und anderen L\u00e4ndern der Welt in den offenen Quellen aufzudecken und \u00f6ffentlich bekannt zu machen. Nach Worten von Pawluschko vergr\u00f6sserte Moskau den Umfang an Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr Damaskus in letzter Zeit pl\u00f6tzlich: darauf kann man aufgrund der Statistik der Durchfahrten von grossen russischen Landungsschiffen durch den Bosporus in den letzten Jahren wie auch ihrer Auslastung schliessen:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9712 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE.png\" alt=\"InformNapalm_Syria_02_DE\" width=\"698\" height=\"494\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE.png 3507w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE-300x212.png 300w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE-768x543.png 768w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE-1024x724.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Wir nutzten die t\u00fcrkische Website Bosphorus Naval News. Dort fotografieren die Fans von Kriegsschiffen ihre Durchfahrten durch den Bosporus aus allen Blickwinkeln, posten Nachrichten dar\u00fcber, wo die einen oder anderen Man\u00f6ver stattfinden werden, analysieren diese. In den letzten Jahren wurden dort Tabellen mit allen Kriegsschiffen gesammelt, die den Bosporus in Richtung des Schwarzen oder des Mittelmeers durchfuhren. Wir haben einfach diese Tabellen genommen und zusammengefasst. Haben uns genau angesehen, welche russische Schiffe in diesem Zeitraum in Bosporus waren, welcher Flotte sie angeh\u00f6ren, und dann haben wir \u00fcber die russischen sozialen Netzwerke und \u00fcber die russischen Nachrichten versucht herauszufinden, wohin sie denn eigentlich laufen. Klar, dass die meisten Schiffe der Schwarzmeerflotte angeh\u00f6ren. Und dann haben wir gesehen, dass \u00fcber 70% des russischen Schiffsverkehrs durch den Bosporus die Durchfahrten der grossen Landungsschiffe sind. Seltsames Bild, denn es gibt doch genug andere Schiffe &#8211; die grossen Landungsschiffe sind nur ein kleiner Teil russischer Flotte. Am Ende hatten wir eine Tabelle, wo man sieht, dass die Schiffe oft paarweise auslaufen, den Bosporus in Richtung des Mittelmeeres durchfahren und 8 bis 11 Tage sp\u00e4ter zur\u00fcckkommen. Wir haben circa 200 Gruppen im VK-Netzwerk durchgeschaut, und \u00fcber Ehefrauen, Freunde und Seem\u00e4nner selbst haben wir erfahren, dass diese Schiffe nach Syrien fahren. Man sollte anmerken, dass besonders aktiv sie seit dem Jahr 2012 wurden, denn davor, in den 1990ern und am Anfang der 2000er war der St\u00fctzpunkt in Tartus ein Jammerbild: ein paar Bauten, ein paar Hangars &#8211; das war&#8217;s. Und irgendwie ist es so gekommen, dass mit dem Beginn des syrischen Krieges die grossen russischen Landungsschiffe anfingen, sehr aktiv Syrien anzulaufen. Russland bestreitet nicht, dass es Syrien Waffen liefert, aber nennt es \u201emilit\u00e4risch-technische Zusammenarbeit\u201c. Das ist aber nur ausserhalb dieses Kontextes richtig, in Wirklichkeit sehen wir, wie all diese Zeit in Syrien der Krieg l\u00e4uft, es sterben Hunderttausende Menschen, es kann gar nicht mehr einer sagen, wieviele dort eigentlich gestorben sind. Die Anzahl der Fl\u00fcchtlinge wird auch mal auf 7 bis 10, mal auf 3 Millionen gesch\u00e4tzt, aber alle verstehen, dass es eine riesige Anzahl der Fl\u00fcchtlinge ist und Hunderttausende Tode. Und all diese Zeit liefern russische Schiffe Waffen dorthin.<\/p>\n<p><i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">&#8211; Und hat man in Europa, wo Sie gerade leben, fr\u00fcher keine Aufmerksamkeit diesen Lieferungen geschenkt? Oder geht es darum, dass diese Lieferungen in den letzten Wochen pl\u00f6tzlich in die Puschen kamen?<\/i><\/p>\n<p>&#8211; Ja, man kann sagen, dass diese Lieferungen h\u00e4ufiger geworden sind, denn in 2013 haben wir circa 25-30 Fahrten empirisch aufdecken k\u00f6nnen, in 2014 waren es bereits 40-45 Fahrten, und in den 9 Monaten dieses Jahres haben wir die Anzahl der vorj\u00e4hrigen Fahrten bereits erreicht, also circa 45. Es kommt darauf hinaus, dass zum Ende des Jahres wir auf eine Anzahl von 60-65 Fahrten herauskommen werden. Das sind 25-30% mehr als im letzten Jahr. Dieser Tabelle kann man entnehmen, dass wenn fr\u00fcher russische Landungsschiffe durch den Bosporus normalerweise im Zeitabstand von 11-13 Tagen zur\u00fcckkamen, so betr\u00e4gt diese Periode nun 8 Tage. Es waren die Schiffe \u201eNikolai Filtschenkow\u201c, \u201eCaesar Kunnikow\u201c, \u201eNowotscherkassk\u201c, und \u201eKaliningrad\u201c ist gar der Meister in Bosporus-Durchfahrten. Ja, es wird gewisse Aktivit\u00e4t beobachtet. Sieht aus, als ob an der Front etwas geschehen ist. Zus\u00e4tzlich sehen wir, dass russische Lieferungen nach Syrien per Luft blockiert werden, mal schliesst Bulgarien seinen Luftraum, mal Griechenland, darum bleibt der Seeweg der einzige \u201eLebensweg\u201c f\u00fcr das Regime von Baschar al-Assad.<\/p>\n<p><i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">&#8211; Wie wurde vom juristischen Standpunkt aus die Durchfahrt der Kriegsschiffe durch den Bosporus organisiert? Warum kann die T\u00fcrkei oder die USA keinen Einfluss auf die Durchfahrt russischer Schiffe nehmen?<\/i><\/p>\n<p>&#8211; Im Prinzip k\u00f6nnte man so eine \u201eschwarze Variante\u201c einrichten, wo eben ein Trockenfrachtschiff genommen, mit Waffen beladen wird und unter sagen wir mal einer Panama-Flagge nach Syrien l\u00e4uft. Wahrscheinlich wird es ein paar Mal durchgehen, aber fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird so ein ziviles Schiff kontrolliert und es wird einen Skandal ausl\u00f6sen. Darum wurde anscheinend bereits 2010-2011, als die Schiffe aktiv nach Syrien zu laufen begannen, die Entscheidung getroffen, Kriegsschiffe einzusetzen. Grosse Fracht wird in der Flotte eben mit Landungsschiffen transportiert. Und sie d\u00fcrfen nicht \u00fcberpr\u00fcft werden. Die Durchfahrt durch den Bosporus wird durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_von_Montreux\">Vertrag von Montreaux 1936<\/a> geregelt. Man braucht niemandem zu sagen, was f\u00fcr eine Fracht man transportiert, oder wohin man l\u00e4uft &#8211; man muss nur die t\u00fcrkische Seite \u00fcber eine bevorstehende Durchfahrt benachrichtigen. Also ist es im Grunde ein unkontrollierter Verkehr. Wir wissen nicht, was diese Schiffe transportieren. Zu seiner Zeit begann auch die Karibische Krise ungef\u00e4hr so: jemand transportierte etwas irgendwohin, und dann stellte sich heraus, dass es Atomwaffen waren.<\/p>\n<p><i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">&#8211; Kann man anhand der Photos von den Schiffen irgendwelche Annahmen dar\u00fcber machen, inwieweit sie beladen sind?<\/i><\/p>\n<p>&#8211; Man kann es am Ladetiefgang erkennen. Schauen Sie auf die Wasserlinie. Zum Beispiel die letzte Durchfahrt von \u201eNikolai Filtschenkow\u201c: man hat bei ihm deutlich eine Kr\u00e4ngung hinten gesehen- es wurde dort wohl mehr draufgeladen als vorne. Was war das f\u00fcr eine Fracht? Wom\u00f6glich, etwas sperriges. Sie haben zum Beispiel ein Jagdflugzeug auseinandergenommen und so dahin gelegt.\u00a0Das Schlimme daran ist, dass wir eben nicht sagen k\u00f6nnen, was da transportiert wird. Wenn es morgen auf einmal irgendwelche russische Raketen in Syrien gibt und es wieder zu so einem Trumpf der russischen Aussenpolitik wird &#8211; hoffen wir, dass es da nicht zu sp\u00e4t sein wird. Zumal wir in nicht vollen drei Jahren circa 120 solcher Hin- und R\u00fcckfahrten gez\u00e4hlt haben.<\/p>\n<div id=\"attachment_9870\" style=\"width: 336px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/fylya.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9870\" class=\"wp-image-9870 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/fylya.jpg\" alt=\"fylya\" width=\"326\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/fylya.jpg 638w, https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/fylya-300x228.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 326px) 100vw, 326px\" \/><\/a><\/p>\n<p id=\"caption-attachment-9870\" class=\"wp-caption-text\">Grosses Landungsschiff \u201eNikolai Filtschenkow\u201c mit Milit\u00e4rtechnik am Deck im Bosporus. Anfang September 2015.<\/p>\n<\/div>\n<p><i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">&#8211; Die grossen Landungsschiffe in der russischen Flotte sind nicht wirklich neu. Wenn es keine Sanktionen g\u00e4be und Russland die \u201eMistrale\u201c bei Frankreich gekauft h\u00e4tte, so k\u00f6nnten sie nun auch durch den Bosporus laufen?<\/i><\/p>\n<p>&#8211; Sie sind nicht einfach nur \u201enicht neu\u201c &#8211; das ist eine alte Flotte. All diese Schiffe wurden noch zu Zeiten der Sowjetunion gebaut, viele an den polnischen Werften. Baujahre 1964, 1970, es gibt die 1980er und die 90er. Insgesamt gibt es in der russischen Flotte 18 Landungsschiffe, davon stehen 7 im Dienst der Schwarzmeerflotte. Manche sind in der Reparatur, andere sind einfach im schlechten Zustand, daher laufen in der Schwarzmeerflotte gleichzeitig nur 4-5. Darum wird nun auch die Baltische Flotte hinzugezogen. Es ist nicht klar, ob es ein Zufall ist, aber die Verhandlungen \u00fcber die \u201eMistrale\u201c fingen ungef\u00e4hr zur gleichen Zeit wie der Krieg in Syrien an. \u201eMistral\u201c ist eine Klasse h\u00f6her, die Wasserverdr\u00e4ngung ist um einiges gr\u00f6sser. Gott sei Dank, wurden ihnen die \u201eMistrale\u201c nicht geliefert, sonst w\u00fcrden wir jetzt noch mehr Fahrten beobachten, und sie k\u00f6nnen um einiges mehr transportieren, als die heutigen russischen Schiffe. Es g\u00e4be wohl noch mehr Fl\u00fcchtlinge und noch mehr Tote&#8230; Mir scheint, dass Russland sich ein sehr konkretes Ziel gesetzt hat: dass Assad siegt. Wenn wir uns die heutige Karte anschauen: wo genau sich die S\u00f6ldner befinden und was von Assad kontrolliert wird, so wird es klar, dass man f\u00fcr einen Sieg den momentanen Kriegsverlauf \u00e4ndern muss, und daf\u00fcr reichen die Schiffe nicht. Darum habe ich das Gef\u00fchl, dass Russland das ganz einfach f\u00fcr die Erzeugung einer allgemeinen Instabilit\u00e4t in der Region tut, zwecks Erschaffung eigener aussenpolitischer Tr\u00fcmpfe, die es sp\u00e4ter auf irgendwelchen Verhandlungen ausspielen kann.<\/p>\n<p><i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">&#8211; So wie es im Fall von Donbass auch war&#8230;<\/i><\/p>\n<p>&#8211; Ich w\u00fcrde anders sagen. Nach dem Maidan sagte man, dass Putin auf die Krim einbrach, damit man mit ihm \u00fcber die Maidan-Resultate verhandelt. Dann brach Putin in den Donbass ein, damit man mit ihm \u00fcber die Krim verhandelt. Und nun sagt man: Putin bricht nach Syrien ein, damit man anf\u00e4ngt, mit ihm \u00fcber den Donbass, Krim, Maidan und alles andere zu verhandeln. Das ist einfach nur noch l\u00e4cherlich. Sie beginnen noch einen Krieg, und hier ist es wie mit Afghanistan: der Eintritt kostet ein Rubel und der Austritt wird aber zwei kosten <em>(Anm.d.Red. Ist ein alter sowjetischer Witz \u00fcber den Afghanistan-Krieg)<\/em>. Darein wird er ja schaffen, aber was wird er denn nachher mit diesem St\u00fctzpunkt machen, wie wird er die Raketen da wieder herausbringen? Und was ist, wenn die S\u00f6ldner morgen den Hafen von Tartus angreifen und ihn mitsamt der ganzen Fracht einnehmen? Und wir wissen ja nicht mal, was es f\u00fcr eine Fracht ist. Was ist, wenn es chemische Waffen sind? Oder irgendwelche Raketen, die auf Israel oder sagen wir mal Saudi Arabien abgeschossen werden k\u00f6nnen? Diese Ungewissheit im 21. Jahrhundert ist erschreckend (Anm.d.Red. von Radio Svoboda: Am Mittwoch wurde bekannt, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu n\u00e4chste Woche Russland besuchen wird, um, nach Angaben von Reuters, \u201e\u00fcber die Bedrohung f\u00fcr Israel zu sprechen, die infoge des anwachsenden Waffenflusses nach Syrien entstehen kann, wenn diese in die H\u00e4nde von Hisbollah und anderen terroristischen Gruppierungen geraten sollten\u201c) .<\/p>\n<p><em><b style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">In Syrien wurde die gleiche russische Technik gesehen, die im Donbass eingesetzt wurde, zum Beispiel der SPW R-149BMR (oder der ihm \u00e4hnliche R-166-0,5):<\/b><\/em><\/p>\n<p>Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin bezeichnete am Dienstag am Gipfel \u201eOrganisation des Vertrags zur kollektiven Sicherheit\u201c (ODKB) in Duschanbe die Situation in Syrien als <a href=\"http:\/\/www.interfax.ru\/russia\/466835\">\u201esehr ernst\u201c<\/a>, rief die Weltgemeinschaft dazu auf, \u201edie Bem\u00fchungen im Kampf gegen den Terrorismus zu vereinen\u201c, \u201egeopolitische Ambitionen zur Seite zu legen\u201c und \u201eauf die Politik der direkten oder indirekten Ausnutzung einzelner terroristischer Gruppierungen f\u00fcr die Erreichung eigener Konjunkturziele zu verzichten\u201c.\u00a0Unter den \u201eterroristischen Gruppierungen\u201c soll man in diesem Schema wohl die syrische Opposition verstehen, deren K\u00e4mpfer <a href=\"http:\/\/www.stoletie.ru\/lenta\/ssha_i_turcija_budut_trenirovat_sirijskuju_oppoziciju_855.htm\">seit M\u00e4rz Ausbildung<\/a> unter der Leitung amerikanischer Instrukteure in der nachbarschaftlichen T\u00fcrkei machen.<\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend sich politische Diskussionen rund um die Situation in Syrien bereits auf der Ebene der Staatsoberh\u00e4upter fortsetzen, schicken Russland und Iran Hilfe f\u00fcr Assad nicht nur per See, sondern auch per Luft. Nach einigen Angaben, bel\u00e4uft sich die Anzahl der milit\u00e4rischen Transportflugzeuge aus Moskau nach Syrien mittlerweile auf zwei pro Tag, Beobachter registrieren auch Anfl\u00fcge von Damaskus aus Teheran.\u00a0Das Verteidigungsministerium Russlands besteht darauf, dass in den russischen Flugzeugen nur humanit\u00e4re Hilfe und zivile Fracht sei. Die Fotos des Flugzeugs AN-24 mit humanit\u00e4rer Hilfe aus Russland wurden sogar auf der Website des Ministeriums gepostet, aber wie einer der Blogger, der sich mit der Untersuchung von Fl\u00fcgen der russischen Fliegerkr\u00e4fte nach Syrien besch\u00e4ftigt, uns mitteilte, gab es nur zwei solcher Fl\u00fcge, die anderen- und es waren viel mehr- flogen von Mosdok, Rjasan und Iwanowo aus, also von den St\u00e4dten aus, wo die Fallschirmj\u00e4gereinheiten stationiert sind. Faktisch alle Fl\u00fcge kann man \u00fcber den Service Flightradar24 nachverfolgen. Jetzt sind die russischen Flieger gezwungen, nach Syrien \u00fcber Irak und Iran zu fliegen, nachdem Bulgarien und Griechenland ihren Luftraum f\u00fcr sie geschlossen haben.<\/p>\n<p>Interessant, dass <a href=\"http:\/\/www.vesti.ru\/doc.html?id=2662345\">noch am 9. September<\/a> Bulgariens Beh\u00f6rden Russland einen Durchflug seiner Flugzeuge erlaubte, aber unter der Bedingung ihrer Landung und einer Frachtkontrolle auf bulgarischem Boden. Russland antwortete auf diesen Vorschlag mit Schweigen. Einen von den \u201eMosdok\u201c-Fl\u00fcgen lie\u00df auch Irak Anfang September nicht durch (ehemaliger stellvertretender CIA-Leiter Michael Morell <a href=\"http:\/\/www.cbsnews.com\/news\/how-can-us-respond-to-russia-increased-military-presence-in-syria\/\">vermutete<\/a> in einem Interview an den amerikanischen Sender CBS, dass die USA versuchen w\u00fcrden, Irakische Beh\u00f6rden dazu zu bewegen, den \u201eSchlagbaum\u201c f\u00fcr die russischen AN-24 und IL-76 zu schliessen), aber seitdem finden die Durchfl\u00fcge russischer Flugzeuge \u00fcber dem Territorium von Irak, das der Kontrolle der irakischen Regierung untersteht, ohne Hindernisse statt.<\/p>\n<p>Nach einer Version versucht Putin mithilfe der syrischen Operation Assad nicht nur die Erhaltung der obersten Macht zu garantieren, sondern schaltet auch die Aufmerksamkeit der russischen Gesellschaft von dem abklingenden Konflikt im Donbass auf einen neuen Krieg um. Aber auch wenn ein Teil der Sanktionen, die von den USA und der EU gegen Russland f\u00fcr die Krim-Annexion und die Beteiligung am Krieg im Osten der Ukraine eingef\u00fchrt wurden, abgeschafft wird, k\u00f6nnen ihren Platz die Sanktionen f\u00fcr \u201eSyrien\u201c einnehmen, wie der Vertreter des Weissen Hauses Josh Ernest bei<a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/the-press-office\/2015\/09\/15\/press-gaggle-press-secretary-josh-earnest-en-route-des-moines-ia-91415\">\u00a0einem kurzen Briefing<\/a> f\u00fcr die Presse am pr\u00e4sidialen Bord Nr. 1 einr\u00e4umte: <em>\u201eWenn russische Beh\u00f6rden die Unterst\u00fctzung des heutigen Pr\u00e4sidenten Syriens Baschar al-Assad fortsetzen sollten, wird sie das von der internationalen Weltgemeinschaft noch mehr isolieren.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/anton.pavlushko?fref=ts\">Anton Pawluschko<\/a> in einem Interview mit <strong>Mark Krutow<\/strong> f\u00fcr\u00a0<a href=\"http:\/\/www.svoboda.org\/content\/article\/27250012.html\">svoboda.org<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel.<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Mark Krutow Das Verteidigungsministerium Russlands l\u00e4sst die M\u00f6glichkeit der Erschaffung einer permanenten Milit\u00e4rbasis in Syrien zu&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9871,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"footnotes":""},"categories":[98,3],"tags":[516,525,12,437],"class_list":["post-9867","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aktuell","category-interviews","tag-assad","tag-landungsschiffe","tag-russland","tag-syrien"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Flughafen Latakia namens W. 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In Wirklichkeit baut Russland eine vollwertige Milit\u00e4rbasis an der K\u00fcste des Mittelmeers bereits seit ein paar Wochen. Dies geschieht in der syrischen Stadt Latakia, nur 400 Kilometer entfernt von Tel-Aviv und 200 \u2013 von der syrischen Hauptstadt Damaskus. Die Basis wird von den modernen russischen Panzern T-90 und Artillerie bewacht, neben der Start- und Landebahn tauchte ein neuer Tower auf und es wurden vor\u00fcbergehende Unterk\u00fcnfte f\u00fcrs Personal gebaut- das bezeugen die frischen Satellitenbilder, die in den westlichen Medien ver\u00f6ffentlicht wurden. Premierminister Israels, dessen n\u00f6rdliche Grenze sich nur ein paar Hundert Kilometer entfernt von dieser Basis befindet, eilt nach Moskau, um Wladimir Putin die Gef\u00e4hrlichkeit der Waffenlieferungen nach Syrien f\u00fcr sein Land zu erkl\u00e4ren.\r\n\r\nRussland streitet die milit\u00e4rische Hilfe f\u00fcr Syrien zwar nicht ab, behauptet aber noch immer, dass diese im gew\u00f6hnlichen Rahmen stattfindet und den vor Jahren abgeschlossenen Vertr\u00e4gen entspricht. Aber reale Ausmassen dieser Hilfe im Zeitalter von Satellitenbildern und sozialer Netzwerke zu verheimlichen ist schwierig. Die englischsprachige Ausgabe <em>Foreign Policy<\/em> erhielt <a href=\"http:\/\/foreignpolicy.com\/2015\/09\/14\/this-satellite-image-leaves-no-doubt-that-russia-is-throwing-troops-and-aircraft-into-syria-latakia-airport-construction\/\">frische Aufnahmen<\/a> der Luftwaffenbasis nahe Latakia, die sich nahe des zivilen Flughafens der Stadt (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Bassel_Al-Assad_International_Airport\">LTK<\/a>) befindet, der zu Ehren des \u00e4lteren Bruders von Baschar al-Assad Basil benannt wurde.\r\n\r\n[embed]https:\/\/twitter.com\/shashj\/status\/643683233733939200\/photo\/1?ref_src=twsrc%5Etfw[\/embed]\r\n\r\nVergleicht man diese Photos mit den \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Satellitenbildern von Google, so sieht man, dass in den letzten Monaten die Luftwaffenbasis ernsthafter Rekonstruktion und Modernisierung unterzogen wurde: es werden Hubschrauberflugpl\u00e4tze und ein neuer Tower errichtet wie auch vor\u00fcbergehende Unterk\u00fcnfte gebaut. Die Quellen der russischen Zeitung \u201eWedomosti\u201c im Verteidigungsministerium Russlands <a href=\"http:\/\/www.vedomosti.ru\/politics\/articles\/2015\/09\/15\/608680-rossiiskie-voennie-pomogut-otremontirovat-v-sirii\">erkl\u00e4rten<\/a> diese Fakten mit der \u201eReparatur der Startbahn\u201c, aber auf den Bildern sieht man, dass gerade an der Start- und Landebahn nichts gemacht wurde. \u00c4hnliche Aufnahmen wurden auf der Website und Twitter des amerikanischen Forschungs- und Analysezentrums <em>Stratfor<\/em> ver\u00f6ffentlicht:\r\n\r\n[embed]https:\/\/twitter.com\/Stratfor\/status\/642433841760763904\/photo\/1?ref_src=twsrc%5Etfw[\/embed]\r\n\r\nDie Hilfe f\u00fcr Assad kommt\u00a0in erster Linie per See. <a href=\"http:\/\/www.svoboda.org\/content\/article\/27226921.html\">Russische und ausl\u00e4ndische Blogger<\/a> haben bereits \u00dcbung darin, die Bewegungen der russischen Landungsschiffe durch den Bosporus nachzuverfolgen. Es gibt sogar <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/bosphorus\">eine Karte mit Webkameras<\/a> entlang des Golfes, mit deren Hilfe jeder die \u00fcber Istanbul laufenden Schiffe beobachten kann. Nach Angaben der Website <a href=\"http:\/\/turkishnavy.net\/\">Bosphorus Naval News<\/a>, die sich darauf spezialisiert, laufen letzte Zeit russische Schiffe wie \u201eNikolai Filtschenkow\u201c aus Sewastopol und Noworossijsk immer \u00f6fter den syrischen Tartus an.\u00a0Dort befindet sich der Logistik-St\u00fctzpunkt der Marine Russlands, dessen Personal noch vor kurzem, in 2011, gerade mal <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marinebasis_Tartus\">aus 4 Menschen bestand<\/a>. Moskau versuchte hastig, den tats\u00e4chlichen Zielort zu \u201everheimlichen\u201c: russische Kriegsschiffe deklarieren bei der Durchfahrt von Bosporus gegen\u00fcber den t\u00fcrkischen Beh\u00f6rden den \u00e4gyptischen Hafen Port Said als ihr offizielles Ziel und wenden dann \u201ezuf\u00e4llig\u201c in andere Richtung, <a href=\"http:\/\/foreignpolicy.com\/2015\/09\/14\/this-satellite-image-leaves-no-doubt-that-russia-is-throwing-troops-and-aircraft-into-syria-latakia-airport-construction\/?wp_login_redirect=0\">schreibt<\/a> Foreign Policy. Von leichter Hand der Blogger wurden die Schiffe bereits als \u201eMilit\u00e4rhandeltransport\u201c bezeichnet.\r\n\r\nDie offiziellen US-Vertreter, <a href=\"http:\/\/www.svoboda.org\/content\/obama-syria-russia\/27243026.html\">inklusive US-Pr\u00e4sident Barak Obama<\/a>, haben die Einmischung Russlands in den syrischen Konflikt bereits verurteilt. Sie f\u00fcrchten, dass Moskau Assad nicht nur (und nicht mal) im Kampf gegen den IS unterst\u00fctzen wird, sondern in der Konfrontation mit der syrischen Opposition.\u00a0Bislang werden diese Bef\u00fcrchtungen mit den Blogger-Funden im Internet gest\u00fctzt: <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=IK0m9a6JJ80\">das Video des Kampfes<\/a>, in welchem man den neuesten russischen BTR-82A sieht und mutmasslich russische Sprache h\u00f6rt, wurde ausgerechnet nord\u00f6stlich von Latakia aufgenommen, wo es den IS \u00fcberhaupt noch nicht gibt.\u00a0In einem Twitter-Account der \u201eSyrischen Aufst\u00e4ndischen Armee\u201c wurden Angaben zu <a href=\"https:\/\/twitter.com\/NorthernStork\/status\/643656241059749888\">zwei weiteren\u00a0Orten<\/a> ver\u00f6ffentlicht, wo vermutlich russische Streitkr\u00e4fte stationiert sind: ausser Latakia und Tartus ist es der Marinest\u00fctzpunkt Syriens al-Baida, der sich auf halbem Wege zwischen den beiden befindet, wie auch das Dorf ad-Dakkak. Die n\u00e4chstliegenden Ortschaften, die unter der Kontrolle vom IS stehen, befinden sich Hunderte Kilometer davon entfernt.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_9869\" align=\"alignleft\" width=\"268\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/B376F454-2714-47F1-8689-F5501890D4C4_w268.jpg\"><img class=\"wp-image-9869 size-full\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/B376F454-2714-47F1-8689-F5501890D4C4_w268.jpg\" alt=\"B376F454-2714-47F1-8689-F5501890D4C4_w268\" width=\"268\" height=\"151\" \/><\/a> Russische Panzer T-80 auf dem Roten Platz; Probe der Siegesparade, 2010[\/caption]\r\n\r\nDie Reuters-Agentur <a href=\"http:\/\/mobile.reuters.com\/article\/idUSKCN0RE1LH20150914?feedType=RSS&amp;feedName=topNews&amp;utm_source=twitter\">berichtete<\/a> am Montag, den 14. September 2015, mit einem Verweis auf die Quellen im Pentagon, dass Russland nach Latakia bereits 7 T-90 Panzer geliefert habe (stehen im Dienst seit 1992), wie auch Artillerie, 200 Infanteristen und moderne Luftabwehrmittel - <a href=\"http:\/\/www.businessinsider.com\/russia-is-sending-advanced-air-defenses-to-syria-2015-9\">die Fla-Raketenkomplexe CA-22.<\/a>\r\n\r\nWobei, wenn man sich auf die Quellen der Bloomberg-Agentur verl\u00e4sst, gibt es<a href=\"http:\/\/www.bloombergview.com\/articles\/2015-09-10\/russia-s-syrian-air-base-has-u-s-scrambling-for-a-plan\"> in der Obama-Verwaltung keine Einigkeit <\/a>bez\u00fcglich der Verst\u00e4rkung russischer Pr\u00e4senz in Syrien. Jemand findet, dass wenn auch Russland den USA im Kampf gegen den IS helfen wird, es gleichzusetzen mit einer Anerkennung der Niederlage im Kampf um die Absetzung von Baschar al-Assad ist, der nach Washingtons Meinung f\u00fcr die Eskalation und Entfesselung des B\u00fcrgerkrieges in seinem Land verantwortlich ist. Andere sagen wiederum, dass Moskaus Hilfe durchaus n\u00fctzlich sein k\u00f6nnte. Dabei berichtet die Ausgabe von geheimen Verhandlungen zwischen Russland, USA und Saudi Arabien \u00fcber die Option eines \u201esanften\u201c Abgangs von Assad von seinem Posten.\r\n\r\n<em><b style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">Dislozierungsorte der russischen Milit\u00e4rbasen in Syrien und die Karte der Kampfhandlungen nach Auffassung der deutschen Zeitung Bild:<\/b><\/em>\r\n\r\n[embed]https:\/\/twitter.com\/infoBILD\/status\/644148562318786560\/photo\/1?ref_src=twsrc%5Etfw[\/embed]\r\n\r\nWie sich die Sache in Wirklichkeit auch verh\u00e4lt, gerade die Unterst\u00fctzung Russlands erlaubte Baschar al-Assad und ihm unterstehenden Kr\u00e4ften in den letzten 5 Jahren gleichzeitig gegen mehrere Gegner zu k\u00e4mpfen: gegen syrische Aufst\u00e4ndische, moderate Islamisten, syrische Kurden und den IS - und dabei keine vollst\u00e4ndige Niederlage zu erleiden. Dieser Meinung ist zum Beispiel <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/anton.pavlushko?fref=ts\">Anton Pawluschko<\/a>, einer der Aktivisten des Freiwilligenprojekts<span style=\"color: #003366\"><strong> InformNapalm<\/strong><\/span>, dessen Ziel es ist, Beweise f\u00fcr die russische milit\u00e4rische Aggression in der Ukraine, Syrien und anderen L\u00e4ndern der Welt in den offenen Quellen aufzudecken und \u00f6ffentlich bekannt zu machen. Nach Worten von Pawluschko vergr\u00f6sserte Moskau den Umfang an Milit\u00e4rhilfe f\u00fcr Damaskus in letzter Zeit pl\u00f6tzlich: darauf kann man aufgrund der Statistik der Durchfahrten von grossen russischen Landungsschiffen durch den Bosporus in den letzten Jahren wie auch ihrer Auslastung schliessen:\r\n\r\n<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE.png\"><img class=\"aligncenter wp-image-9712 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/InformNapalm_Syria_02_DE.png\" alt=\"InformNapalm_Syria_02_DE\" width=\"698\" height=\"494\" \/><\/a>\r\n\r\n&nbsp;\r\n\r\n- Wir nutzten die t\u00fcrkische Website Bosphorus Naval News. Dort fotografieren die Fans von Kriegsschiffen ihre Durchfahrten durch den Bosporus aus allen Blickwinkeln, posten Nachrichten dar\u00fcber, wo die einen oder anderen Man\u00f6ver stattfinden werden, analysieren diese. In den letzten Jahren wurden dort Tabellen mit allen Kriegsschiffen gesammelt, die den Bosporus in Richtung des Schwarzen oder des Mittelmeers durchfuhren. Wir haben einfach diese Tabellen genommen und zusammengefasst. Haben uns genau angesehen, welche russische Schiffe in diesem Zeitraum in Bosporus waren, welcher Flotte sie angeh\u00f6ren, und dann haben wir \u00fcber die russischen sozialen Netzwerke und \u00fcber die russischen Nachrichten versucht herauszufinden, wohin sie denn eigentlich laufen. Klar, dass die meisten Schiffe der Schwarzmeerflotte angeh\u00f6ren. Und dann haben wir gesehen, dass \u00fcber 70% des russischen Schiffsverkehrs durch den Bosporus die Durchfahrten der grossen Landungsschiffe sind. Seltsames Bild, denn es gibt doch genug andere Schiffe - die grossen Landungsschiffe sind nur ein kleiner Teil russischer Flotte. Am Ende hatten wir eine Tabelle, wo man sieht, dass die Schiffe oft paarweise auslaufen, den Bosporus in Richtung des Mittelmeeres durchfahren und 8 bis 11 Tage sp\u00e4ter zur\u00fcckkommen. Wir haben circa 200 Gruppen im VK-Netzwerk durchgeschaut, und \u00fcber Ehefrauen, Freunde und Seem\u00e4nner selbst haben wir erfahren, dass diese Schiffe nach Syrien fahren. Man sollte anmerken, dass besonders aktiv sie seit dem Jahr 2012 wurden, denn davor, in den 1990ern und am Anfang der 2000er war der St\u00fctzpunkt in Tartus ein Jammerbild: ein paar Bauten, ein paar Hangars - das war's. Und irgendwie ist es so gekommen, dass mit dem Beginn des syrischen Krieges die grossen russischen Landungsschiffe anfingen, sehr aktiv Syrien anzulaufen. Russland bestreitet nicht, dass es Syrien Waffen liefert, aber nennt es \u201emilit\u00e4risch-technische Zusammenarbeit\u201c. Das ist aber nur ausserhalb dieses Kontextes richtig, in Wirklichkeit sehen wir, wie all diese Zeit in Syrien der Krieg l\u00e4uft, es sterben Hunderttausende Menschen, es kann gar nicht mehr einer sagen, wieviele dort eigentlich gestorben sind. Die Anzahl der Fl\u00fcchtlinge wird auch mal auf 7 bis 10, mal auf 3 Millionen gesch\u00e4tzt, aber alle verstehen, dass es eine riesige Anzahl der Fl\u00fcchtlinge ist und Hunderttausende Tode. Und all diese Zeit liefern russische Schiffe Waffen dorthin.\r\n\r\n<i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">- Und hat man in Europa, wo Sie gerade leben, fr\u00fcher keine Aufmerksamkeit diesen Lieferungen geschenkt? Oder geht es darum, dass diese Lieferungen in den letzten Wochen pl\u00f6tzlich in die Puschen kamen?<\/i>\r\n\r\n- Ja, man kann sagen, dass diese Lieferungen h\u00e4ufiger geworden sind, denn in 2013 haben wir circa 25-30 Fahrten empirisch aufdecken k\u00f6nnen, in 2014 waren es bereits 40-45 Fahrten, und in den 9 Monaten dieses Jahres haben wir die Anzahl der vorj\u00e4hrigen Fahrten bereits erreicht, also circa 45. Es kommt darauf hinaus, dass zum Ende des Jahres wir auf eine Anzahl von 60-65 Fahrten herauskommen werden. Das sind 25-30% mehr als im letzten Jahr. Dieser Tabelle kann man entnehmen, dass wenn fr\u00fcher russische Landungsschiffe durch den Bosporus normalerweise im Zeitabstand von 11-13 Tagen zur\u00fcckkamen, so betr\u00e4gt diese Periode nun 8 Tage. Es waren die Schiffe \u201eNikolai Filtschenkow\u201c, \u201eCaesar Kunnikow\u201c, \u201eNowotscherkassk\u201c, und \u201eKaliningrad\u201c ist gar der Meister in Bosporus-Durchfahrten. Ja, es wird gewisse Aktivit\u00e4t beobachtet. Sieht aus, als ob an der Front etwas geschehen ist. Zus\u00e4tzlich sehen wir, dass russische Lieferungen nach Syrien per Luft blockiert werden, mal schliesst Bulgarien seinen Luftraum, mal Griechenland, darum bleibt der Seeweg der einzige \u201eLebensweg\u201c f\u00fcr das Regime von Baschar al-Assad.\r\n\r\n<i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">- Wie wurde vom juristischen Standpunkt aus die Durchfahrt der Kriegsschiffe durch den Bosporus organisiert? Warum kann die T\u00fcrkei oder die USA keinen Einfluss auf die Durchfahrt russischer Schiffe nehmen?<\/i>\r\n\r\n- Im Prinzip k\u00f6nnte man so eine \u201eschwarze Variante\u201c einrichten, wo eben ein Trockenfrachtschiff genommen, mit Waffen beladen wird und unter sagen wir mal einer Panama-Flagge nach Syrien l\u00e4uft. Wahrscheinlich wird es ein paar Mal durchgehen, aber fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wird so ein ziviles Schiff kontrolliert und es wird einen Skandal ausl\u00f6sen. Darum wurde anscheinend bereits 2010-2011, als die Schiffe aktiv nach Syrien zu laufen begannen, die Entscheidung getroffen, Kriegsschiffe einzusetzen. Grosse Fracht wird in der Flotte eben mit Landungsschiffen transportiert. Und sie d\u00fcrfen nicht \u00fcberpr\u00fcft werden. Die Durchfahrt durch den Bosporus wird durch den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vertrag_von_Montreux\">Vertrag von Montreaux 1936<\/a> geregelt. Man braucht niemandem zu sagen, was f\u00fcr eine Fracht man transportiert, oder wohin man l\u00e4uft - man muss nur die t\u00fcrkische Seite \u00fcber eine bevorstehende Durchfahrt benachrichtigen. Also ist es im Grunde ein unkontrollierter Verkehr. Wir wissen nicht, was diese Schiffe transportieren. Zu seiner Zeit begann auch die Karibische Krise ungef\u00e4hr so: jemand transportierte etwas irgendwohin, und dann stellte sich heraus, dass es Atomwaffen waren.\r\n\r\n<i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">- Kann man anhand der Photos von den Schiffen irgendwelche Annahmen dar\u00fcber machen, inwieweit sie beladen sind?<\/i>\r\n\r\n- Man kann es am Ladetiefgang erkennen. Schauen Sie auf die Wasserlinie. Zum Beispiel die letzte Durchfahrt von \u201eNikolai Filtschenkow\u201c: man hat bei ihm deutlich eine Kr\u00e4ngung hinten gesehen- es wurde dort wohl mehr draufgeladen als vorne. Was war das f\u00fcr eine Fracht? Wom\u00f6glich, etwas sperriges. Sie haben zum Beispiel ein Jagdflugzeug auseinandergenommen und so dahin gelegt.\u00a0Das Schlimme daran ist, dass wir eben nicht sagen k\u00f6nnen, was da transportiert wird. Wenn es morgen auf einmal irgendwelche russische Raketen in Syrien gibt und es wieder zu so einem Trumpf der russischen Aussenpolitik wird - hoffen wir, dass es da nicht zu sp\u00e4t sein wird. Zumal wir in nicht vollen drei Jahren circa 120 solcher Hin- und R\u00fcckfahrten gez\u00e4hlt haben.\r\n\r\n[caption id=\"attachment_9870\" align=\"alignleft\" width=\"326\"]<a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/fylya.jpg\"><img class=\"wp-image-9870 \" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2015\/09\/fylya.jpg\" alt=\"fylya\" width=\"326\" height=\"247\" \/><\/a> Grosses Landungsschiff \u201eNikolai Filtschenkow\u201c mit Milit\u00e4rtechnik am Deck im Bosporus. Anfang September 2015.[\/caption]\r\n\r\n<i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">- Die grossen Landungsschiffe in der russischen Flotte sind nicht wirklich neu. Wenn es keine Sanktionen g\u00e4be und Russland die \u201eMistrale\u201c bei Frankreich gekauft h\u00e4tte, so k\u00f6nnten sie nun auch durch den Bosporus laufen?<\/i>\r\n\r\n- Sie sind nicht einfach nur \u201enicht neu\u201c - das ist eine alte Flotte. All diese Schiffe wurden noch zu Zeiten der Sowjetunion gebaut, viele an den polnischen Werften. Baujahre 1964, 1970, es gibt die 1980er und die 90er. Insgesamt gibt es in der russischen Flotte 18 Landungsschiffe, davon stehen 7 im Dienst der Schwarzmeerflotte. Manche sind in der Reparatur, andere sind einfach im schlechten Zustand, daher laufen in der Schwarzmeerflotte gleichzeitig nur 4-5. Darum wird nun auch die Baltische Flotte hinzugezogen. Es ist nicht klar, ob es ein Zufall ist, aber die Verhandlungen \u00fcber die \u201eMistrale\u201c fingen ungef\u00e4hr zur gleichen Zeit wie der Krieg in Syrien an. \u201eMistral\u201c ist eine Klasse h\u00f6her, die Wasserverdr\u00e4ngung ist um einiges gr\u00f6sser. Gott sei Dank, wurden ihnen die \u201eMistrale\u201c nicht geliefert, sonst w\u00fcrden wir jetzt noch mehr Fahrten beobachten, und sie k\u00f6nnen um einiges mehr transportieren, als die heutigen russischen Schiffe. Es g\u00e4be wohl noch mehr Fl\u00fcchtlinge und noch mehr Tote... Mir scheint, dass Russland sich ein sehr konkretes Ziel gesetzt hat: dass Assad siegt. Wenn wir uns die heutige Karte anschauen: wo genau sich die S\u00f6ldner befinden und was von Assad kontrolliert wird, so wird es klar, dass man f\u00fcr einen Sieg den momentanen Kriegsverlauf \u00e4ndern muss, und daf\u00fcr reichen die Schiffe nicht. Darum habe ich das Gef\u00fchl, dass Russland das ganz einfach f\u00fcr die Erzeugung einer allgemeinen Instabilit\u00e4t in der Region tut, zwecks Erschaffung eigener aussenpolitischer Tr\u00fcmpfe, die es sp\u00e4ter auf irgendwelchen Verhandlungen ausspielen kann.\r\n\r\n<i style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">- So wie es im Fall von Donbass auch war...<\/i>\r\n\r\n- Ich w\u00fcrde anders sagen. Nach dem Maidan sagte man, dass Putin auf die Krim einbrach, damit man mit ihm \u00fcber die Maidan-Resultate verhandelt. Dann brach Putin in den Donbass ein, damit man mit ihm \u00fcber die Krim verhandelt. Und nun sagt man: Putin bricht nach Syrien ein, damit man anf\u00e4ngt, mit ihm \u00fcber den Donbass, Krim, Maidan und alles andere zu verhandeln. Das ist einfach nur noch l\u00e4cherlich. Sie beginnen noch einen Krieg, und hier ist es wie mit Afghanistan: der Eintritt kostet ein Rubel und der Austritt wird aber zwei kosten <em>(Anm.d.Red. Ist ein alter sowjetischer Witz \u00fcber den Afghanistan-Krieg)<\/em>. Darein wird er ja schaffen, aber was wird er denn nachher mit diesem St\u00fctzpunkt machen, wie wird er die Raketen da wieder herausbringen? Und was ist, wenn die S\u00f6ldner morgen den Hafen von Tartus angreifen und ihn mitsamt der ganzen Fracht einnehmen? Und wir wissen ja nicht mal, was es f\u00fcr eine Fracht ist. Was ist, wenn es chemische Waffen sind? Oder irgendwelche Raketen, die auf Israel oder sagen wir mal Saudi Arabien abgeschossen werden k\u00f6nnen? Diese Ungewissheit im 21. Jahrhundert ist erschreckend (Anm.d.Red. von Radio Svoboda: Am Mittwoch wurde bekannt, dass Israels Premierminister Benjamin Netanjahu n\u00e4chste Woche Russland besuchen wird, um, nach Angaben von Reuters, \u201e\u00fcber die Bedrohung f\u00fcr Israel zu sprechen, die infoge des anwachsenden Waffenflusses nach Syrien entstehen kann, wenn diese in die H\u00e4nde von Hisbollah und anderen terroristischen Gruppierungen geraten sollten\u201c) .\r\n\r\n<em><b style=\"font-family: ArialMT, sans-serif;color: #000000;line-height: 1.5\">In Syrien wurde die gleiche russische Technik gesehen, die im Donbass eingesetzt wurde, zum Beispiel der SPW R-149BMR (oder der ihm \u00e4hnliche R-166-0,5):<\/b><\/em>\r\n\r\n[embed]https:\/\/twitter.com\/ReggaeMortis1\/status\/643888496952930305\/photo\/1?ref_src=twsrc%5Etfw[\/embed]\r\n\r\nRusslands Pr\u00e4sident Wladimir Putin bezeichnete am Dienstag am Gipfel \u201eOrganisation des Vertrags zur kollektiven Sicherheit\u201c (ODKB) in Duschanbe die Situation in Syrien als <a href=\"http:\/\/www.interfax.ru\/russia\/466835\">\u201esehr ernst\u201c<\/a>, rief die Weltgemeinschaft dazu auf, \u201edie Bem\u00fchungen im Kampf gegen den Terrorismus zu vereinen\u201c, \u201egeopolitische Ambitionen zur Seite zu legen\u201c und \u201eauf die Politik der direkten oder indirekten Ausnutzung einzelner terroristischer Gruppierungen f\u00fcr die Erreichung eigener Konjunkturziele zu verzichten\u201c.\u00a0Unter den \u201eterroristischen Gruppierungen\u201c soll man in diesem Schema wohl die syrische Opposition verstehen, deren K\u00e4mpfer <a href=\"http:\/\/www.stoletie.ru\/lenta\/ssha_i_turcija_budut_trenirovat_sirijskuju_oppoziciju_855.htm\">seit M\u00e4rz Ausbildung<\/a> unter der Leitung amerikanischer Instrukteure in der nachbarschaftlichen T\u00fcrkei machen.\r\n\r\nUnd w\u00e4hrend sich politische Diskussionen rund um die Situation in Syrien bereits auf der Ebene der Staatsoberh\u00e4upter fortsetzen, schicken Russland und Iran Hilfe f\u00fcr Assad nicht nur per See, sondern auch per Luft. Nach einigen Angaben, bel\u00e4uft sich die Anzahl der milit\u00e4rischen Transportflugzeuge aus Moskau nach Syrien mittlerweile auf zwei pro Tag, Beobachter registrieren auch Anfl\u00fcge von Damaskus aus Teheran.\u00a0Das Verteidigungsministerium Russlands besteht darauf, dass in den russischen Flugzeugen nur humanit\u00e4re Hilfe und zivile Fracht sei. Die Fotos des Flugzeugs AN-24 mit humanit\u00e4rer Hilfe aus Russland wurden sogar auf der Website des Ministeriums gepostet, aber wie einer der Blogger, der sich mit der Untersuchung von Fl\u00fcgen der russischen Fliegerkr\u00e4fte nach Syrien besch\u00e4ftigt, uns mitteilte, gab es nur zwei solcher Fl\u00fcge, die anderen- und es waren viel mehr- flogen von Mosdok, Rjasan und Iwanowo aus, also von den St\u00e4dten aus, wo die Fallschirmj\u00e4gereinheiten stationiert sind. Faktisch alle Fl\u00fcge kann man \u00fcber den Service Flightradar24 nachverfolgen. Jetzt sind die russischen Flieger gezwungen, nach Syrien \u00fcber Irak und Iran zu fliegen, nachdem Bulgarien und Griechenland ihren Luftraum f\u00fcr sie geschlossen haben.\r\n\r\n[embed]https:\/\/twitter.com\/mod_russia\/status\/642690053374898176\/photo\/1?ref_src=twsrc%5Etfw[\/embed]\r\n\r\nInteressant, dass <a href=\"http:\/\/www.vesti.ru\/doc.html?id=2662345\">noch am 9. September<\/a> Bulgariens Beh\u00f6rden Russland einen Durchflug seiner Flugzeuge erlaubte, aber unter der Bedingung ihrer Landung und einer Frachtkontrolle auf bulgarischem Boden. Russland antwortete auf diesen Vorschlag mit Schweigen. Einen von den \u201eMosdok\u201c-Fl\u00fcgen lie\u00df auch Irak Anfang September nicht durch (ehemaliger stellvertretender CIA-Leiter Michael Morell <a href=\"http:\/\/www.cbsnews.com\/news\/how-can-us-respond-to-russia-increased-military-presence-in-syria\/\">vermutete<\/a> in einem Interview an den amerikanischen Sender CBS, dass die USA versuchen w\u00fcrden, Irakische Beh\u00f6rden dazu zu bewegen, den \u201eSchlagbaum\u201c f\u00fcr die russischen AN-24 und IL-76 zu schliessen), aber seitdem finden die Durchfl\u00fcge russischer Flugzeuge \u00fcber dem Territorium von Irak, das der Kontrolle der irakischen Regierung untersteht, ohne Hindernisse statt.\r\n\r\nNach einer Version versucht Putin mithilfe der syrischen Operation Assad nicht nur die Erhaltung der obersten Macht zu garantieren, sondern schaltet auch die Aufmerksamkeit der russischen Gesellschaft von dem abklingenden Konflikt im Donbass auf einen neuen Krieg um. Aber auch wenn ein Teil der Sanktionen, die von den USA und der EU gegen Russland f\u00fcr die Krim-Annexion und die Beteiligung am Krieg im Osten der Ukraine eingef\u00fchrt wurden, abgeschafft wird, k\u00f6nnen ihren Platz die Sanktionen f\u00fcr \u201eSyrien\u201c einnehmen, wie der Vertreter des Weissen Hauses Josh Ernest bei<a href=\"https:\/\/www.whitehouse.gov\/the-press-office\/2015\/09\/15\/press-gaggle-press-secretary-josh-earnest-en-route-des-moines-ia-91415\">\u00a0einem kurzen Briefing<\/a> f\u00fcr die Presse am pr\u00e4sidialen Bord Nr. 1 einr\u00e4umte: <em>\u201eWenn russische Beh\u00f6rden die Unterst\u00fctzung des heutigen Pr\u00e4sidenten Syriens Baschar al-Assad fortsetzen sollten, wird sie das von der internationalen Weltgemeinschaft noch mehr isolieren.\u201c<\/em>\r\n\r\n<em>Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/anton.pavlushko?fref=ts\">Anton Pawluschko<\/a> in einem Interview mit <strong>Mark Krutow<\/strong> f\u00fcr\u00a0<a href=\"http:\/\/www.svoboda.org\/content\/article\/27250012.html\">svoboda.org<\/a>; \u00fcbersetzt von <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Kaspijka\">Irina Schlegel.<\/a><\/em>\r\n\r\n&nbsp;","amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9867","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9867"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9867\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9921,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9867\/revisions\/9921"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9871"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9867"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9867"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/informnapalm.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9867"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}