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Zeitsoldat aus dem 7. Stützpunkt kämpft im Bestand der IBFs im Donbas

Vor ein paar Tagen annoncierte das internationale Team von InformNapalm im Artikel „Umfangreiche Verlegung der Streitkräfte Russlands aus okkupiertem Abchasien“ die Information über die Anwesenheit russischer Zeitsoldaten aus dem 7. Stützpunkt Russlands (Einheit Nr. 09332, Gudauta, okkupiertes Abchasien, Georgien) in den Reihen der IBFs (Illegale Bewaffnete Formationen) im Donbas.

Nach Ergebnissen der Untersuchung von sozialen Netzwerkprofilen wurde ein russischer Soldat namens Michail Stoljarow entdeckt (Archiv: Profil Archiv: Photoalbum, Archiv: Freundesliste).

Im Laufe der Untersuchung und Identifizierung von seinem Profil, sowie mit Hilfe von Informationsunterstützung des „Myrotworez“-Zentrums, gelang es einige interessante Details aufzudecken. Unter dem Pseudonym von Stoljarow versteckt sich Neberekutja Michail, geb. 06.05.1993 in Stawropol, Russland.

Seit Frühling 2013 ist er ein Soldat der Streitkräfte Russlands und wurde nach seinem Grundwehrdienst in Majkop der Luftabwehrdivision des 7. russischen Okkupationsstützpunktes zugeteilt. Nach einem Dienstjahr unterschrieb M. Neberekutja 2014 einen Vertrag, was die Kommentare zu den Fotos in seinem VK-Profil belegen.

Anmerkung: In den Streitkräften Russlands und insbesondere im 7. Stützpunkt wird die Unterzeichnung eines Vertrags mit den Wehrdienstleistenden praktiziert, normalerweise nach 6-8 Monaten Dienst. Die Vertragslaufzeit wird auf drei Jahre im Bestand eines bestimmten Truppenverbandes beschränkt. Der Lohn eines Zeitsoldaten beträgt im Durchschnitt 45.000 Rubel (ein Wehrdienstleistender in Abchasien bekommt circa 11.000), es gibt auch Zuschüsse, sogenanntes „Feldgeld“ oder „Reisezuschuß“ usw. Die Versetzung in andere Truppenverbände, um so mehr eine Kündigung vor Ablauf des Vertrages geht mit gewissen Problemen einher (unter anderem auch Strafsanktionen). Siehe unser Material vom März 2015 „Fließband der höflichen Menschen für „höfliche“ Armee Russlands“.

InformNapalm stellte mehrmals Material hinsichtlich der Leichtigkeit bereit, mit welcher die russischen Zeitsoldaten sich in „DVR/LVR“-Söldner verwandeln, unter anderem auch am Beispiel der Militärs aus dem 7. Stützpunkt in Abchasien, siehe „Militärangehörige des 7. Stützpunktes der Streitkräfte Russlands übertreiben mit ihrer Verkleidung als „DVR/LVR“-Söldner“.

Michail Neberekutja ist keine Ausnahme: Im Dezember 2014 ist er noch immer ein Militärangehöriger der Streitkräfte Russlands, was die Auszeichnungsurkunde zur Medaille „Für Kampfleistungen“ bescheinigt, die ihm entsprechend der Anordnung des Verteidigungsministers Nr. 809 vom 10. Dezember 2014 mit Unterschrift des Kommandeurs der Einheit Nr. 09332, Oberst Kosobokow, verliehen wurde. Nach einer kurzen Pause sehen wir ab Mai 2015 den russischen Okkupanten M.Neberekutja in Gestalt eines Söldners mit dem Kampfnamen „Belka“ im Bestand der 5. Brigade der „DVR-Streitkräfte“ „Oplot“, später bei irgendeinem „SEK“.

Man sollte ein interessantes Detail erwähnen: „Belka“ hat seine Angaben dem „Myrotworez“-Zentrum selber zugeschickt. Der Junge wollte wohl Ruhm und er wird ihn bekommen. Trotz ein paar Manipulationen im Versuch, seine wahre Identität zu verheimlichen, hat sich „Belka“ wegen seiner Ruhmsucht bloßgestellt. Selbstverständlich werden weder er noch andere russische Trolle ihre Zugehörigkeit zu den Streitkräften Russlands jemals zugeben, aber es ist nun mal Tatsache: Irgendein russischer Zeitsoldat mit dem „dreifachen“ Lohn wird wohl kaum seinen Dienst in der russischen Armee gegen das geldlose Leben eines obdachlosen Banditen in den Reihen der „DVR/LVR“-Bandenformationen tauschen.

Wir erinnern daran, dass es nicht der erste Fall ist, bei dem in den Reihen der IBFs „Neurusslands“ aktive russische Militärangehörige registriert werden. Bei der neuen Praxis, die vom russischen Militärkommando umgesetzt wird, werden Militärfachmänner in den IBF-Bestand eingeschleust – als Koordinatoren, Berater, Instrukteure, Unterkommandeure der Abteilungen (Kommandeure verschiedener Besatzungsmannschaften von Waffensystemen und Kampfmitteln). Das haben wir bereits bei den Militärangehörigen einiger Truppenverbände des Südlichen Militärbezirks und der GRU-Speznas registriert. Somit, während eine taktische Kampfgruppe des 7. Stützpunktes zum „planmäßigen Bereitschaftsdienst“ ins russische Gebiet Rostow verlegt wird, führen seine Militärfachmänner, die bereits im Donbas sind, Erkundung der Gegend durch und bereiten den Boden für mutmaßliche Einführung der Hauptkräfte.

Unter folgenden Links kann man sich mit Fakten der Beteiligung von Militärangehörigen des 7. Stützpunktes der Streitkräfte Russlands am Krieg gegen die Ukraine bekanntmachen:

„Russland verlegt Militärgerät aus dem 7. Stützpunkt ins Gebiet Rostow“, 23. September 2015; (deutsch)

„Umfangreiche Verlegung der Streitkräfte Russlands aus okkupiertem Abchasien“, 22. September 2015; (deutsch)

„Legendenbiographie eines „ehemaligen“ Soldaten des 7. Stützpunktes“, 30. Juli 2015; (deutsch)

„Militärangehörige des 7. Stützpunktes übertreiben mit ihrer Verkleidung als DVR/LVR-Söldner“, 23. Juni 2015; (deutsch)

„Weitere Medaillenträger aus dem 7. Stützpunkt in Abchasien“, 13. Mai 2015; (deutsch)

„Der tapfere „Michos“ – ein Aufklärer des 7. Stützpunktes und ein „Für Tapferkeit“-Medaillenträger“, 18. März 2015; (russisch)

„Russische Medaillenträger und russische Journalisten bestätigen Monate alte Infos von InformNapalm“, 6. März 2015; (deutsch)

„Fliessband der „höflichen Menschen“ für „höfliche“ Armee Russlands“, 2. März 2015; (deutsch)

„Aus dem Mandarinen-Paradies in die ukrainische Hölle: Wie russische Zeitsoldaten freiwillig-obligatorisch gesandt werden, die Ukrainer zu töten“, 4. Februar 2015; (deutsch)

„Raketenartillerie des 7. Stützpunktes aus Abchasien an der Grenze zum Donbas“, 18. Dezember 2014; (deutsch)

„Donezker Express: Identifizierung von russischer Technik und Bewaffnung, die in den Donbas verlegt wird“, 6. Oktober 2014; (russisch)

„Besatzungsmannschaften der SFLs „Akazija“ aus dem 7. Stützpunkt, die in den Wäldern entlang der ukrainischen Grenze „Partisanen“ spielen“, 2. Oktober 2014. (englisch)


Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.

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