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    Gekränkter Stolz in Moskau: NAFO und InformNapalm auf russischer Hackerliste

    on 2026-04-28 | 0 Comment | Aktuell | Gesellschaft | Hacker
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    InformNapalm auf russischer Hackerliste

    Das russische Außenministerium hat NAFO und InformNapalm auf eine Liste angeblicher proukrainischer Hackergruppen aufgenommen. Die Behörde hat längst aufgehört, als traditionelles diplomatisches Organ zu fungieren, und tritt in der Praxis als Sprachrohr staatlicher Propaganda auf. In ihrer öffentlichen Kommunikation verbreiten russische Diplomaten systematisch manipulative Botschaften, verzerren Kausalzusammenhänge und versuchen, ein internationales Publikum in die Irre zu führen.

    Am 25. April 2026 veröffentlichte das russische Außenministerium einen Beitrag der russischen Botschaft in Norwegen mit einem Kommentar für das norwegische Portal Kode24 zur Cyberkriegsführung. Die Erklärung wurde anhand archivierter Versionen auf Telegram und X dokumentiert. In dem Kommentar legten russische Diplomaten eine Übersicht über sogenannte proukrainische Hackergruppen vor, die ihren Angaben zufolge im Jahr 2025 Angriffe auf russische Infrastruktur durchgeführt haben.

    Eine chaotische Liste als Instrument der Manipulation

    Die vom russischen Außenministerium veröffentlichte Liste erscheint nicht als Ergebnis analytischer Arbeit, sondern als eine zusammenhanglose Sammlung von Namen. Eine Klassifizierung nach Umfang oder Charakter der Tätigkeit fehlt vollständig.

    In der Liste wurden reale und bekannte proukrainische Hacktivistengruppen mit weniger bekannten oder unbestätigten Gruppen unbekannter Herkunft vermischt. Zudem enthielt die Liste Informations- und Meme-Bewegungen, analytische Gemeinschaften sowie chinesische staatsnahe Cybergruppen.

    NAFO und InformNapalm fälschlich als Hacker klassifiziert

    Besonders bemerkenswert ist, dass russische Diplomaten NAFO unter den Hackergruppen aufführten. Die Bewegung ist vor allem für ihren Widerstand gegen russische Propaganda bekannt. Auch InformNapalm wurde aufgenommen. Seit mehr als zwölf Jahren deckt das Netzwerk in zahlreichen Sprachen Informationen über die russische Kriegsmaschinerie auf.

    NAFO und InformNapalm auf russischer Liste über Hacker

    Keine dieser beiden Gruppierungen entspricht der klassischen Definition einer Hackergruppe. Ihre Tätigkeit liegt in offener Analyse, Informationsarbeit und der Dokumentation von Fakten zur russischen Aggression. Gerade diese Tätigkeit hat über einen langen Zeitraum hinweg deutliche Irritation bei russischen Diplomaten ausgelöst. Dies erscheint als der wahrscheinlichste Grund dafür, dass NAFO und InformNapalm in die Liste aufgenommen wurden.

    Bezeichnend ist zudem, dass Kode24 in seinem Artikel die norwegische Version von InformNapalm erwähnt, nicht als Hackergruppe, sondern als Quelle für Berichte über einzelne Operationen, die von ukrainischen Cybergruppen durchgeführt wurden.

    Die tatsächliche Rolle von InformNapalm

    Über mehr als zwölf Jahre hinweg hat InformNapalm eine prägende Rolle in der Berichterstattung über Cyberoperationen gegen Russland gespielt. Diese Rolle war jedoch überwiegend analytisch und nicht operativ, auch wenn die Gemeinschaft Hacktivisten zeitweise mit Fachwissen unterstützt hat.

    Zu den zentralen Tätigkeitsfeldern gehören OSINT-Analysen und die Systematisierung von Daten, die Verifizierung von Leaks und technischen Artefakten, die Dokumentation von Kriegsverbrechen sowie die mehrsprachige Verbreitung von Untersuchungsergebnissen.

    Diese Arbeit entfaltet internationale Wirkung und macht einzelne Cybervorfälle zu belastbarem Beweismaterial für ein globales Publikum.

    Warum der Kreml das Narrativ vom Cyberkrieg aus dem Westen propagiert

    Die Vermischung von Hackern, Analysten und Meme-Bewegungen auf ein und derselben Liste ist Teil einer gezielten Informationsstrategie aus Moskau.

    Ziel ist es, die Illusion einer zentral gesteuerten Cyberbedrohung zu erzeugen, die These externer Steuerung zu untermauern und zugleich eigene repressive oder offensive Maßnahmen im Cyberraum zu legitimieren.

    Die Realität ist für Russland jedoch deutlich weniger günstig. Der ukrainische Cyberwiderstand gegen Russland beruht weitgehend auf dezentralen, freiwilligen Initiativen, die über kein gemeinsames Führungszentrum verfügen und eigenständig agieren.

    Der Versuch des russischen Außenministeriums, NAFO und InformNapalm als Hackergruppen einzuordnen, ist ein weiteres Beispiel für Informationsmanipulation mit dem Ziel, eine komplexe Realität zu vereinfachen und Narrative durchzusetzen, die dem Kreml nützen.

    Russland überschätzt traditionell die Rolle des sogenannten kollektiven Westens und unterschätzt zugleich systematisch die Bedeutung ukrainischer und internationaler horizontaler Netzwerke.

    Gerade diese Netzwerke, unabhängig, dezentral organisiert und stark motiviert, bilden weiterhin einen der wichtigsten Bestandteile des Widerstands im Informations- und Cyberraum.


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    Tags: CyberkriegHackerHackerlisteInformNapalmKremlNAFONarrativ vom CyberkriegPropaganda

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