von Irina Schlegel
Bei der Bevölkerung in den temporär besetzten Territorien im Donbas wächst offenbar der Unmut über die Anwesenheit und Aktivitäten der russischen Besatzungstruppen. Darüber berichtet der Militärnachrichtendienst des Verteidigungsministeriums der Ukraine in seinem täglichen Bericht zur Lage in der ATO-Zone.
Nach Angaben der ukrainischen Aufklärung schoss ein Stabsoffizier des „1. Armeekorps“ und Major der Streitkräfte Russlands namens Alexey Tschirwa im betrunkenen Zustand in einem Park von Donezk um sich. Er wurde von einer Gruppe Bürger der Stadt abgefangen und später mit zahlreichen Verletzungen ins lokale Krankenhaus eingeliefert. Kürzlich gab es einen ähnlichen Vorfall in Nowoasowsk, bei dem sich die Einwohner der Stadt an einem „DVR“-Marineinfanteristen für seine Willkür gerächt haben: Sie schlugen ihn halbtot und verbrannten sein Auto.
Das ist wohl auch der Grund für die Bildung der „Rosgarde“ in Russland, die nun Befugnisse besitzt, „Kampfaufgaben außerhalb der Landesgrenzen auszuführen, darunter auch in den okkupierten Territorien der Ukraine. Darüber berichten Quellen, die sich mit der Situation auskennen,“ berichtet Kommersant.
Wobei es an der Stelle fraglich ist, ob die FSB-Mitarbeiter das Territorium Russlands nie verlassen haben. Wir haben da ganz andere Informationen, die immer wieder in unseren Untersuchungen zur Sprache gebracht werden. Zum Beispiel die Tatsache, dass der FSB im Grunde all die Tätigkeit der Anführer der sogenannten „D/LVR“ kontrolliert.
Die Entscheidung des russischen Präsidenten sieht die Teilnahme der „Rosgarde“-Soldaten an der „Tätigkeit zur Unterstützung und Wiederherstellung vom internationalen Frieden und Sicherheit“ vor. Das seit 1996 in Russland geltende Gesetz „Über die Innentruppen“ hatte die Ausführung von Aufgaben außerhalb der Landesgrenzen durch die Innentruppen nämlich nicht vorgesehen.
„Die Schüler haben nun Beschäftigung: sie bereiten Referate vor, über die prominenten Persönlichkeiten unserer Region, über die Volkswehr,“ teilte stolz die Leiterin der Schule Nr.3 in Kirowske (Donezker Gebiet) Swetlana Sibirewa in einer „Offenen Stunde“ am 18. April mit.
Die russische Journalistin Marina Achmedowa gab kürzlich zu, dass russische Medien zielgerichtet Heldenbilder aus bestimmten Terroristen kreiert haben, die am Krieg im Donbas beteiligt sind.
„Gerade die russischen Journalisten haben wahlweise aus manchen „Volkswehr“-Mitgliedern Helden kreiert. Sie blieben ununterbrochen bei ihnen, fuhren mit ihnen zusammen an die vorderste Linie, führten Live-Übertragungen ihres Kriegs- und Alltagslebens… Diese aktiv lobgepriesenen Taten haben aus diesen Menschen Helden gemacht,“ schrieb sie.
„Die Lebensmittelbetriebe arbeiten mit wechselndem Erfolg. Das betrifft „Herkules“, „Winter“, die Milchfabrik Nr.2, die Süßwaren-Fabriken „Konti“ und „AWK“, die nun die Namen „Tor“ und „Lakond“ tragen. Sie haben Probleme mal mit Rohstoffen mal mit dem Absatz. Zum Beispiel produzierte „Konti“ vor dem Krieg 500 Tonnen Süßigkeiten und nun bloß 300-350 Tonnen im Monat,“ berichtete er.
Seinen Worten nach hat man den Betrieb „Nord“, der Kühlschränke produziert, umbenannt, aber der neue Name hat nicht geholfen, die Arbeit zu regulieren. „Nord“, nun „Intertechnika“ lebte im Februar kurz auf, seit April wurde die Produktion aber eingestellt, zumindest bis Mitte Mai,“ erzählte Belajew.
Das ist wohl das, was die „Russische Welt“ jenen bringt, die sie gerufen hatten. Willkür, Drogen- und Waffenschmuggel, Zerstörung der Psyche von Kindern, Verlust der Arbeitsplätze, Armut und Anarchie. Was anderes hat diese Welt nach den zwei Jahren nicht vorzuweisen.
Dieses Material wurde von Irina Schlegel exklusiv für InformNapalm vorbereitet. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.
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