
Die ukrainische Marine hat in der Nacht zum 16. August 2026 die Abschussstellungen und den Stationierungsort des russischen Küstenraketensystems Bastion auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen.
Die ukrainische Marine hat auf ihrer offiziellen Facebook-Seite Angaben zu der Operation veröffentlicht. Nach vorläufigen Informationen haben die russischen Streitkräfte erhebliche Verluste an militärischem Gerät und Personal erlitten. Das endgültige Ergebnis des Angriffs steht noch nicht fest.
InformNapalm dokumentierte Bastion auf der Krim bereits 2016
Nach Angaben der ukrainischen Marine ist Bastion ein nur schwer zu ersetzendes und kostspieliges Küstenraketensystem, das die russischen Besatzungstruppen für Angriffe auf die Ukraine einsetzen. Dabei kommen unter anderem Überschallraketen des Typs Oniks und Hyperschallraketen des Typs Zirkon zum Einsatz. Der Angriff auf die Bastion-Stellungen hat auch für die internationale OSINT-Gemeinschaft von InformNapalm eine besondere Bedeutung. Vor zehn Jahren, im August 2016, berichteten Freiwillige der Organisation über die Verlegung russischer Küstenraketensysteme des Typs Bastion auf das Übungsgelände bei Staryj Krym im östlichen Teil der besetzten Halbinsel Krim.
Grundlage der OSINT-Analyse war ein von einem Augenzeugen aufgenommenes Video, das einen Konvoi mit russischem Militärgerät zeigte. Bei der Auswertung des Materials identifizierten die Freiwilligen von InformNapalm mindestens fünf Küstenraketensysteme des Typs Bastion. Die Verlegung fand am 8. August 2016 statt, und das entsprechende Material wurde am folgenden Tag, dem 9. August, auf der Website von InformNapalm veröffentlicht.
Damals waren solche OSINT-Beobachtungen eine Möglichkeit, die Militarisierung der besetzten Halbinsel systematisch zu dokumentieren. Russland verlegte neue Verbände, Raketensysteme, Luftfahrzeuge, Luftverteidigungssysteme und weiteres militärisches Gerät auf die Krim und verwandelte die Halbinsel schrittweise in einen großen Militärstützpunkt. Im Jahr 2016 verfügte die Ukraine noch nicht über die heutigen Möglichkeiten, solche Ziele tief im besetzten Gebiet der Krim systematisch zu bekämpfen. Die Aufgabe ziviler OSINT-Gemeinschaften bestand daher vor allem darin, die russische Militärpräsenz aufzuspüren, zu identifizieren und zu dokumentieren.
Zehn Jahre später ist die Lage eine andere
Die russische militärische Infrastruktur auf der Halbinsel Krim wird inzwischen regelmäßig von den ukrainischen Verteidigungskräften angegriffen. Zu den Zielen gehören Luftverteidigungssysteme, Radarstationen, Depots, Luftwaffenstützpunkte, Gefechtsstände, Schiffe und weitere Bestandteile des russischen militärischen Potenzials auf der Halbinsel. Dazu gehören nun auch die Abschussstellungen und der Stationierungsort des Küstenraketensystems Bastion.
Für die Freiwilligen von InformNapalm haben die Bilder eine besondere symbolische Bedeutung. Im Jahr 2016 wertete die Organisation Aufnahmen einer Fahrzeugkamera aus, identifizierte das russische Militärgerät in dem Konvoi und dokumentierte dessen Bewegung auf der besetzten Krim. Zehn Jahre später zeigt das ukrainische Militär die Ergebnisse von Angriffen auf Waffensysteme jener Typen, deren Präsenz auf der Halbinsel InformNapalm zehn Jahre zuvor dokumentiert hatte. Der Rückblick verdeutlicht, wie stark sich die militärischen Fähigkeiten der Ukraine im Verlauf der Kriegsjahre verändert haben.
Die Krim hat zugleich eine besondere Bedeutung für InformNapalm. Dort entstand die InformNapalm-Gemeinschaft im Jahr 2014. Für einen Teil der Freiwilligen der Organisation ist die Halbinsel bis heute ihre Heimat, die Russland besetzt und in einen militärischen Brückenkopf verwandelt hat.
Die aktuellen Aufnahmen des Angriffs auf Bastion verdeutlichen damit die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre: von der OSINT-Dokumentation der Verlegung russischer Küstenraketensysteme bis hin zur Fähigkeit der Ukraine, diese Systeme aufzuspüren und zu zerstören. In der weiteren Perspektive weist diese Entwicklung auf ein Ende der russischen Besatzung der Halbinsel Krim hin.
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