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Hintergründe des hastigen Abzugs der russischen Speznas-Abteilung aus Luhansk

Aufgrund von Angaben, die von der ukrainischen Spionageabwehr veröffentlicht wurden, sowie von Informationen, die in spezialisierten Foren durchsickerten, sind Einzelheiten des hastigen Abzugs der russischen Speznas-Kämpfer der 3. selbstständigen Speznas-Brigade GRU des Verteidigungsministeriums Russlands (Einheit Nr. 21208, Stadt Toljatti) bekannt geworden.

So wurde die GRU-Abteilung nach der skandalösen Blamage ihrer Diversionsgruppe am 16. Mai 2015 im Gebiet Luhansk und der Gefangennahme von zwei Speznas-Kämpfern der GRU – einem Hauptmann namens Jerofejew und einem Feldwebel namens Alexandrow – von ihrem temporären Stationierungsort auf dem okkupierten ukrainischen Territorium im Eilverfahren abgezogen und vom Flugplatz in Millerowo hastig zu ihrem permanenten Stationierungsort in der Stadt Toljatti verlegt.

Man vermutete, dass ein derartig eiliger Abzug mit einer vollständigen Aufdeckung der Angaben zum Personalbestand, Aufgaben und dem Stationierungsort der russischen Aufklärungsabteilung zusammenhängt, aber die realen Hintergründe sind weitaus komplexer. Diese wurden uns anonym von einer Quelle mitgeteilt, die den Militärangehörigen der 3. selbstständigen Speznas-Brigade GRU nahesteht, und zwar von einem ehemaligen Militärangehörigen dieser Brigade.

Nach einer detaillierten Analyse der eingetroffenen Informationen und ihrer Nachprüfung beschlossen wir, diese Angaben der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Einzelheiten der Niederlage oder die drohende Revolte

Nach der Ankunft zum permanenten Stationierungsort wurden die aus der „ukrainischen Dienstreise“ zurückgekehrten Aufklärer in eine separate Kaserne einquartiert, dabei wurden ihnen fast alle Handys und andere elektronische Gadgets abgenommen, auch wurden sie maximal von der Möglichkeit isoliert, mit anderen Dienstkollegen am Stationierungsort in Kontakt zu treten, vom Kontakt zu ihren Verwandten und Angehörigen ist dabei gar nicht die Rede. Am gleichen Tag sind eine Gruppe der Vertreter des Verteidigungsministeriums Russlands sowie Menschen in Zivil in Toljatti eingetroffen.

Auf der Ebene der gemeinen Soldaten, des Feldwebel- und Offizierskorps wächst die Empörung und das Missfallen über die Tatsache, dass der Staat, insbesondere das Kommando des Verteidigungsministeriums Russlands, ihre Kampfgefährten verleugnet. Die größte Empörung wurde durch die Erklärung hervorgerufen, dass die in der Ukraine gefangengenommenen Speznas-Kämpfer nachträglich gekündigt worden seien, sowie die Tatsache, dass gegen sie eine Diskreditierungskampagne seitens der russischen Behörden begann – unter Einbeziehung ihrer Familienmitglieder.

Der kritische moralisch-psychologische Zustand und die Spaltung unter den Militärangehörigen der Toljatti-Brigade beunruhigte die Verbandsführung sowie die hochrangigen Beamten aus dem Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation aufs Äußerste. Sofort begann die Arbeit zur Aufdeckung der Unzufriedenen und Enttäuschten. Auch gab es Gerüchte über eine mögliche Auflösung der Abteilung, deren Militärangehörige nun in der Ukraine in Gefangenschaft geraten sind.

Das steigende Missfallen unter den Soldaten und Unteroffizieren zwang das Kommando eine andere, viel weichere Variante des weiteren Schicksals der Abteilung zu erläutern. Der restliche Personalbestand der durchgefallenen Aufklärungsgruppe wird auf andere Abteilungen der Brigade verteilt, und diejenigen, die ihren Militärdienst kündigen wollen, bekommen diese Möglichkeit unter Einhaltung bestimmter Bedingungen (Schweigepflicht sowie ein temporäres Verbot der Ausreise ins Ausland). Auch werden „Sanktionen“ gegen diejenigen Kommandeure erwartet, die das Vorgehen der Aufklärungs- und Diversionsgruppen und Trupps vor Ort angeleitet hatten. Als Minimum droht ihnen die Verlegung an weitaus weniger begehrte Dienstorte mit einer Dienstgrad-Herabsetzung und als Maximum ihre Liquidation, was wohl abhängig vom weiteren Geschehen ist.

Die Mehrheit der Militärangehörigen dieser Brigade versteht trotz ihres Missfallens, dass sie gegenüber dem oberen Kommando machtlos sind und ihre Rechte nicht durchsetzen können, denn laut der offiziellen Version der Russischen Föderation gab es sie in der Ukraine gar nicht (obwohl es Namenslisten und Befehle zu ihrer Entsendung auf die „ukrainische Dienstreise“ im Stab der Brigade gibt). Auch sind sie sich bewusst, dass sie verbrecherischen Befehlen und Anordnungen ihres Kommandos nachgingen, während sie sich illegal auf dem Territorium eines anderen Staates befanden.

Nachwort

Wir hoffen, dass Bürgerrechtler und Journalisten bei der Beendigung solch einer schändlichen Erscheinung wie dem unerklärten Krieg gegen einen Nachbarstaat mithelfen, Auch hoffen wir, dass russische Offiziere und Feldwebel mit uns in Kontakt treten. Dieser Krieg hat bereits zu Tausenden sinnlosen Opfern auf beiden Seiten geführt und kann zu noch größeren Verlusten führen.

Wenn russische Militärangehörigen aufhören, verbrecherische Befehle ihres Kommandos auszuführen und massenhaft die Einstellung der Moskau-Affäre im Donbas einfordern, kann sie sehr bald zu Ende sein.

Die Freiwilligen des InformNapalmTeams sind dabei zu einem Kontakt mit russischen Militärangehörigen bereit, die die verbrecherischen Befehle des Kremls der breiten Öffentlichkeit anonym bekanntmachen und dieses absurde und sinnlose Gemetzel schneller beenden wollen. Eine Regierung, die den Befehl zum Krieg gegen die Ukraine gegeben hatte, muss vor ein internationales Tribunal gestellt werden.

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Und ein kleiner Nachtrag:


Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze und Roman Burko nach Angaben eines engen Vertrauten der 3. Speznas-Brigade GRU speziell für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.

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