
US-Präsident Donald Trump und seine engsten Mitarbeiter könnten den Druck auf Kuba noch vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November 2026 erheblich verstärken. Denkbar wären eine militärische Machtdemonstration, ein begrenzter Militäreinsatz oder die Androhung militärischer Gewalt, um die kubanische Führung zu politischen Zugeständnissen zu bewegen.
Hinter einer möglichen Eskalation könnte die Absicht stehen, kurzfristig einen außenpolitischen Erfolg zu erzielen, den die Republikaner in den letzten Tagen des Wahlkampfs für sich nutzen könnten. Zugleich geben mehrere Äußerungen und Signale von US-Behörden Anlass, die jüngsten Entwicklungen genauer zu untersuchen. Öffentliche Belege dafür, dass eine militärische Intervention bereits beschlossen wurde, liegen allerdings nicht vor.
Zum Autor und zur Analyse
Der unabhängige Investigativjournalist Andrij Lutschkow beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit US-Politik, Geopolitik und den militärpolitischen Strategien der Vereinigten Staaten. Besonderes Augenmerk legt er auf Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen (Open Source Intelligence, OSINT), die frühzeitig Hinweise auf bedeutende außenpolitische Entscheidungen liefern können.
Lutschkow hat bereits die Entwicklungen rund um den Iran und Venezuela untersucht, darunter auch die Möglichkeit direkter amerikanischer Militäreinsätze. In einem Artikel vom September 2025 erörterte er verschiedene Szenarien, die durch die US-Militäroperation in Venezuela am 3. Jänner 2026 erneut an Aktualität gewannen.
Die folgende Analyse befasst sich mit den Signalen im Zusammenhang mit Kuba und den Maßnahmen, die die Trump-Regierung im Vorfeld der Kongresszwischenwahlen in Betracht ziehen könnte.
Kuba und die Gefahr einer US-Militäroperation
Eine Eskalation gegenüber Kuba könnte der Trump-Regierung die Möglichkeit bieten, die außenpolitische Agenda innerhalb kurzer Zeit grundlegend zu verändern. Für Außenminister Marco Rubio, der kubanische Wurzeln hat, könnte ein politischer Umbruch in Havanna als historischer Erfolg gelten. Zugleich böte sich ihm die Gelegenheit, seine eigene Position im Hinblick auf mögliche künftige Präsidentschaftsambitionen zu stärken. Trump bliebe jedoch der entscheidende politische Akteur. Er könnte sich einen Erfolg zuschreiben, müsste im Fall eines Scheiterns aber auch die Hauptverantwortung tragen.
Die Vereinigten Staaten verfolgen seit Jahrzehnten einen konfrontativen Kurs gegenüber der kommunistischen Führung Kubas. Ob die jüngsten Entwicklungen über die bekannte amerikanische Rhetorik hinausgehen, lässt sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen. Äußerungen, militärische Planungen und diplomatische Kontakte müssen deshalb in ihrem zeitlichen Zusammenhang betrachtet werden.
September: Militärische Planungen zur Unterstützung von SOUTHCOM
Am 25. und 26. September berichtete CBS News über eine interne Anfrage des Reservekommandos der US-Armee. Darin wurde die Einsatzbereitschaft von sechs Kategorien militärischer Einheiten abgefragt, die gegebenenfalls das US-Südkommando SOUTHCOM unterstützen könnten. Dazu gehörten unter anderem Militärpolizei, medizinisches Personal, Militärärzte mit chirurgischer Ausbildung, Pioniereinheiten und Logistikkräfte. Der mögliche Bereitschaftszeitraum wurde mit 90 bis 120 Tagen angegeben.
Bemerkenswert ist, dass Kuba in dem Dokument nicht ausdrücklich genannt wurde. Mehrere US-Regierungsvertreter erklärten gegenüber CBS News jedoch, die Anfrage stehe im Zusammenhang mit weiteren militärischen Planungen in Bezug auf Kuba. Zum damaligen Zeitpunkt gab es keine Befehle zur Entsendung der betreffenden Einheiten. Das Dokument enthielt auch keine Angaben dazu, wie viele Soldaten benötigt würden, wo sie stationiert werden sollten oder welche Operation sie möglicherweise unterstützen könnten.
Dennoch verdient die Zusammensetzung der angefragten Kräfte Aufmerksamkeit. Militärpolizei, Logistik- und Pioniereinheiten sowie vorgeschobene chirurgische Behandlungseinrichtungen werden nicht nur für militärische Machtdemonstrationen benötigt. Sie können ebenso dazu dienen, länger andauernde Operationen abzusichern, die Sicherheit aufrechtzuerhalten, Evakuierungen durchzuführen und Verwundete zu versorgen.
Militärische Planungen bedeuten freilich nicht, dass bereits eine politische Entscheidung über einen Gewalteinsatz getroffen wurde. Die US-Streitkräfte erarbeiten regelmäßig Pläne für unterschiedliche Krisenszenarien, von denen viele niemals umgesetzt werden. Die von CBS News veröffentlichten Informationen sind daher kein Beweis für einen bevorstehenden Angriff. Sie stellen jedoch ein Signal dar, das ernst genommen werden sollte.
20. bis 23. Oktober: Kubas Vorwürfe und Äußerungen von Trump und Rubio
Am 20. Oktober berichteten kubanische Behörden über mutmaßliche Vorbereitungen bewaffneter Angriffe auf staatliche Einrichtungen. Nach Darstellung Havannas könnten solche Angriffe einen Aufstand im Land auslösen und einen Vorwand für eine amerikanische Intervention schaffen. Diese Vorwürfe sind als Darstellung der kubanischen Regierung zu verstehen, nicht als unabhängig bestätigte Erkenntnisse über eine geplante US-Operation.
Für die Einschätzung der Absichten Washingtons sind die Ereignisse vom 23. Oktober von größerer Bedeutung. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fort Myers im US-Bundesstaat Florida erklärte Donald Trump, die Vereinigten Staaten würden sich Kuba zuwenden, sobald die Konfrontation mit dem Iran beendet sei. Auf eine Frage aus dem Publikum skizzierte er ein mögliches Vorgehen: Amerikanische Kriegsschiffe könnten nahe der kubanischen Küste vorbeifahren, wobei eines der Schiffe möglicherweise vor der Insel verbleiben würde. Anschließend sollte Marco Rubio nach Trumps Darstellung die Verhandlungen mit der kubanischen Führung zum Abschluss bringen.
Die Äußerung könnte als eine weitere spontane Bemerkung des US-Präsidenten verstanden werden. Am selben Tag rief Rubio jedoch öffentlich Kubaner, die sich politische Veränderungen wünschen, dazu auf, über vertrauliche Kontaktwege mit dem US-Auslandsgeheimdienst CIA zusammenzuarbeiten. Auch die CIA verbreitete einen entsprechenden Aufruf, unter anderem auf Spanisch.
Damit wurden nahezu zeitgleich zwei Signale ausgesendet. Der US-Präsident beschrieb öffentlich ein Szenario militärischen Drucks auf Kuba, während der Außenminister kubanische Staatsbürger zur Zusammenarbeit mit amerikanischen Nachrichtendiensten aufforderte. Zusammengenommen geben diese Äußerungen Anlass zu prüfen, ob sie Teil einer abgestimmten Kampagne zur Erhöhung des politischen Drucks auf Havanna sind oder lediglich zeitlich zusammenfallen.
24. Oktober: SOUTHCOM-Kommandeur beteiligt sich an der Informationskampagne
Am folgenden Tag verbreitete General Francis Donovan, Kommandeur des US-Südkommandos, eine Botschaft an die kubanische Bevölkerung. Darin rief er dazu auf, die Gelegenheit zu nutzen und sich für politische Veränderungen einzusetzen. Die Botschaft wurde über das offizielle Konto von SOUTHCOM im Zusammenhang mit dem vorangegangenen Aufruf der CIA veröffentlicht. Damit kamen die öffentlichen Signale nicht mehr ausschließlich vom Präsidenten und vom Außenminister. Nun beteiligte sich auch die Militärführung, deren Zuständigkeitsbereich unter anderem die Karibik umfasst, an der an Kuba gerichteten Kommunikation.
Die militärische Führung der Vereinigten Staaten legt die außenpolitischen Ziele des Landes üblicherweise nicht eigenständig fest. Dass der SOUTHCOM-Kommandeur die Kampagne öffentlich unterstützte, deutet daher zumindest auf eine gewisse Abstimmung zwischen verschiedenen Stellen der US-Regierung hin. Daraus lässt sich zwar nicht schließen, dass ein militärischer Angriff vorbereitet wird. Es spricht jedoch dafür, dass der Druck auf Havanna zunehmend ressortübergreifend ausgeübt wird.
26. Oktober: Kontakte zwischen Diplomatie und Militärführung
Ein weiteres Signal folgte am 26. Oktober, als Mike Hammer, Leiter der diplomatischen Vertretung der Vereinigten Staaten in Kuba, mit General Francis Donovan zusammentraf. Die US-Botschaft kommentierte das Treffen mit den Worten: „Es gibt viel zu besprechen, wenn es um Kuba geht.“ Worüber konkret gesprochen wurde, teilte die Botschaft nicht mit.
Ein Treffen zwischen einem Diplomaten und dem Befehlshaber eines regionalen Militärkommandos ist an sich nichts Ungewöhnliches. Allerdings fand es nach einer Reihe von Äußerungen und Initiativen des Weißen Hauses, des Außenministeriums, der CIA und von SOUTHCOM statt. Die amerikanische Militärführung hatte bereits geprüft, ob spezialisierte Einheiten bei möglichen Operationen eingesetzt werden könnten. Gleichzeitig hatte der Präsident öffentlich eine Demonstration militärischer Stärke in der Nähe Kubas ins Spiel gebracht.
Parallel dazu rief Außenminister Marco Rubio Kubaner zur Zusammenarbeit mit amerikanischen Nachrichtendiensten auf, während sich der SOUTHCOM-Kommandeur öffentlich hinter eine Kampagne für politische Veränderungen auf der Insel stellte. Hinzu kamen die Gespräche zwischen der amerikanischen Diplomatie und Militärführung. Jedes einzelne dieser Signale ließe sich als Teil der regulären Arbeit der beteiligten Stellen erklären. Zusammengenommen deuten sie jedoch darauf hin, dass die Vereinigten Staaten ihren politischen, nachrichtendienstlichen und militärischen Druck auf Havanna auf mehreren Ebenen verstärken.
Havannas Reaktion: Eine Antwort in der Parteizeitung Granma
Am 26. Oktober veröffentlichte Granma, das offizielle Organ des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas, einen Artikel von Raúl Antonio Capote. Der ukrainischen Vorlage zufolge trug der Beitrag den englischen Titel „Hands up: only to declare, with conviction“. Der Artikel befasste sich mit Trumps Äußerungen bei der Wahlkampfveranstaltung in Fort Myers. In der Unterzeile bezeichnete Capote den Auftritt des Präsidenten als „geopolitisches Vaudeville“.
In der ukrainischen Vorlage wird die Veröffentlichung als öffentliche Antwort der kubanischen Parteipresse auf die konfrontative Rhetorik Washingtons beschrieben. Demnach würde sie zeigen, dass Trumps Äußerungen in Havanna wahrgenommen und als politisches Signal verstanden wurden. Eine solche Reaktion bestätigt allerdings weder, dass eine Invasion vorbereitet wird, noch, dass ein konkreter amerikanischer Operationsplan existiert.
Dennoch ist die Reaktion ein weiterer Bestandteil der anhaltenden Informationskonfrontation. Über die staatsnahe Presse kann die kubanische Führung ihre öffentliche Gegenposition formulieren, während Vertreter der Vereinigten Staaten auf politischer, nachrichtendienstlicher und militärischer Ebene ähnliche Signale aussenden.
Die Zwischenwahlen als möglicher Beweggrund
Am 3. November finden die Zwischenwahlen zum US-Kongress statt. Am 27. Oktober bleibt nur noch eine Woche bis zur Wahl. Die Schlussphase des Wahlkampfs ist für die Republikaner daher von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig sieht sich die Trump-Regierung mit den politischen Folgen des Krieges gegen den Iran, steigenden Energiepreisen und verbreiteten Sorgen der amerikanischen Bevölkerung über die Lebenshaltungskosten konfrontiert.
Innerhalb weniger Tage spürbare Veränderungen bei den Benzin- oder Lebensmittelpreisen herbeizuführen, ist kaum möglich. Ein außenpolitischer Schritt, der rasch zu einem klar erkennbaren und öffentlichkeitswirksamen Ergebnis führt, könnte dagegen die politische Debatte in der Schlussphase des Wahlkampfs beeinflussen. Das gilt insbesondere dann, wenn sich die Maßnahme gegen Kuba richtet.
In Florida lebt eine große Bevölkerungsgruppe kubanischer Herkunft. Für bedeutende Teile dieser Gemeinschaft bleibt die Politik gegenüber Havanna ein wichtiges Thema. Auch Trumps viel beachtete Äußerungen fielen in Florida. Es ist daher denkbar, dass die Regierung die Kuba-Frage nicht nur unter sicherheits- und außenpolitischen Gesichtspunkten betrachtet, sondern auch ihre möglichen innenpolitischen Auswirkungen berücksichtigt.
Mögliche politische Folgen eines Militäreinsatzes für die Republikaner
In der Politikwissenschaft beschreibt der Begriff „Rally-around-the-flag-Effekt“ das Phänomen, dass die Zustimmung der Bevölkerung zur politischen Führung eines Landes während internationaler Krisen oder militärischer Konflikte vorübergehend steigen kann. Ein kurzer, erfolgreicher Militäreinsatz könnte daher theoretisch den Rückhalt für die amtierende Regierung stärken.
Ein Zusammenhang zwischen einem Militäreinsatz, wachsender patriotischer Geschlossenheit und einem Wahlerfolg ist allerdings keineswegs selbstverständlich. Entscheidend sind unter anderem die Art der Operation, ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, die erzielten Ergebnisse und der Preis, den die Beteiligten dafür zahlen müssen.
Sollte die Trump-Regierung einen begrenzten Einsatz durchführen, der seine Ziele rasch und ohne größere Verluste erreicht, könnten manche Wähler darin eine Demonstration amerikanischer Stärke sehen. Unter solchen Umständen wäre ein gewisser Mobilisierungseffekt zugunsten der Republikaner denkbar.
Die Entwicklung könnte jedoch auch in die entgegengesetzte Richtung gehen. Gefallene amerikanische Soldaten, zivile Opfer in Kuba, gefangen genommene Militärangehörige, ein langwieriger Konflikt oder das Ausbleiben überzeugender Ergebnisse könnten die Operation zu einer erheblichen politischen Belastung machen. Besonders groß wäre dieses Risiko, wenn die Wähler den Einsatz als Versuch wahrnähmen, von den wirtschaftlichen Problemen des Landes abzulenken.
Hinzu kommt, dass Millionen Amerikaner bereits vorzeitig ihre Stimme abgegeben haben. Ereignisse in der letzten Wahlkampfwoche können vor allem jene beeinflussen, die noch nicht gewählt haben. Wie sich eine mögliche Militäroperation politisch auswirken würde, bleibt daher äußerst ungewiss.
Venezuela als wichtiger Vergleichsfall
Ein ähnlicher analytischer Ansatz kam bereits bei der Einschätzung der Konfrontation mit dem Iran zum Einsatz. Noch vor Beginn der Kampfhandlungen hatte Lutschkow die Möglichkeit einer direkten militärischen Eskalation erörtert. Dieser Rückblick auf eine frühere Prognose ist allerdings kein Argument dafür, dass ein neuer Militäreinsatz unausweichlich wäre. Ob sich eine Prognose bewährt hat, muss anhand ihrer ursprünglichen Aussagen, des Veröffentlichungsdatums und des tatsächlichen Verlaufs der Ereignisse beurteilt werden.
Besonders relevant für die Einschätzung der Entwicklungen rund um Kuba sind die Erfahrungen aus Venezuela. Im September 2025 analysierte Lutschkow die zunehmende amerikanische Militärpräsenz in der Karibik, den Sanktionsdruck, Maßnahmen gegen den Drogenschmuggel und Hinweise auf mögliche Angriffe gegen venezolanisches Staatsgebiet. Dabei befasste er sich mit der Möglichkeit, dass Washington von militärischen Machtdemonstrationen zu direkten Militäreinsätzen übergehen könnte.
Am 3. Jänner 2026 führten die Vereinigten Staaten eine Operation durch, bei der Nicolás Maduro gefangen genommen wurde. Das bedeutet keineswegs, dass die Ereignisse rund um Kuba einem ähnlichen Muster folgen werden. Die politischen, militärischen, geografischen und internationalen Rahmenbedingungen unterscheiden sich erheblich.
Venezuela zeigt jedoch, dass die Trump-Regierung bereit ist, den direkten Einsatz militärischer Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele in der westlichen Hemisphäre in Betracht zu ziehen. Vor diesem Hintergrund sollten die aktuellen Äußerungen zu Kuba nicht vorschnell als populistische Wahlkampfrhetorik abgetan werden.
Drei denkbare Szenarien
Aus den verfügbaren Informationen ergeben sich drei mögliche Entwicklungen. Im ersten Fall würde Washington den wirtschaftlichen und militärpolitischen Druck auf Havanna weiter erhöhen und zugleich auf gezielte Informationsbeeinflussung setzen, um die kubanische Führung zu Zugeständnissen zu bewegen. Die militärischen Aktivitäten würden dabei vor allem als Druckmittel in Verhandlungen dienen, ohne dass die Vereinigten Staaten unmittelbar militärische Gewalt anwenden müssten.
Eine zweite Möglichkeit wäre eine begrenzte militärische Machtdemonstration oder Operation. Amerikanische Kriegsschiffe könnten sich beispielsweise der kubanischen Küste nähern, um militärische Stärke zu demonstrieren. Washington könnte auch eine Seeblockade oder eine andere begrenzte Maßnahme in Betracht ziehen, die die Regierung als entschlossenen Schritt gegen die kubanische Führung darstellen könnte. Der Analyse zufolge lässt sich eine solche Entwicklung in den kommenden Tagen nicht ausschließen.
Das dritte Szenario wäre eine größere militärische Kampagne. Ein solcher Einsatz wäre mit erheblich höheren Risiken verbunden, würde eine aufwendigere Planung erfordern und könnte schwer absehbare Folgen haben. Die öffentlich verfügbaren Informationen reichen derzeit nicht aus, um daraus zu schließen, dass eine entsprechende Entscheidung bereits getroffen wurde oder eine größere Operation unmittelbar bevorsteht. Die Berichterstattung von CBS News über die militärischen Bereitschaftsplanungen zeigt allerdings, dass die US-Streitkräfte verschiedene Handlungsoptionen geprüft haben.
Fazit: Die Gefahr einer neuen US-Militäroperation in der Karibik
Am 27. Oktober 2026 gibt es keine ausreichenden Belege dafür, dass die Vereinigten Staaten bereits eine Militäroperation gegen Kuba beschlossen haben. Gleichzeitig wäre es voreilig, ein solches Szenario als unrealistische politische Fantasie abzutun. Innerhalb kurzer Zeit gingen ungewöhnlich viele Signale von verschiedenen Teilen des amerikanischen Machtapparats aus, vom Weißen Haus und dem Außenministerium bis zur CIA und SOUTHCOM.
Eine mögliche Erklärung lautet, dass die Regierung vor den Zwischenwahlen einen raschen außenpolitischen Erfolg anstrebt. Diese Hypothese verdient eine genaue Prüfung. Es wäre jedoch verfrüht, daraus den Schluss zu ziehen, Trump sei allein wegen eines möglichen Wahlvorteils bereit, einen neuen militärischen Konflikt auszulösen.
Nach den Ereignissen in Venezuela im Jänner 2026 erscheint die Möglichkeit einer überraschenden amerikanischen Militäroperation in der Karibik nicht mehr als rein theoretische Frage. Die Entwicklung in den kommenden Tagen verdient daher besondere Aufmerksamkeit. Washington könnte versuchen, im Zusammenhang mit Kuba eine neue außenpolitische Ausgangslage zu schaffen, auch wenn bislang keine Belege für eine bereits beschlossene Militäroperation vorliegen.
Von Andrij Lutschkow, exklusiv für InformNapalm.
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