
Am 6. August 2025 gab das Verteidigungsministerium von Belarus bekannt, dass der erste Zug mit russischen Soldaten und Ausrüstung im Land eingetroffen ist, um sich auf die gemeinsamen russisch-belarussischen Übungen Zapad-2025 vorzubereiten, die im September beginnen sollen.
Die genaue Zusammensetzung der an den Übungen teilnehmenden russischen Einheiten wurde bisher nicht veröffentlicht.
Informationen zu russischen Einheiten
Nach vorläufigen Informationen, die InformNapalm aus eigenen Quellen erhalten hat, könnten Wehrpflichtige aus mehreren russischen Verteidigungseinheiten an den Zapad-2025-Übungen beteiligt sein. Zum einen handelt es sich um das 252. motorisierte Schützenregiment der 3. motorisierten Schützendivision, das in Bogutschar in der Region Woronesch stationiert ist. Zum anderen wird das 488. motorisierte Schützenregiment der 144. motorisierten Schützendivision, das in Klinzy in der Region Brjansk stationiert ist, genannt. Außerdem ist das 15. motorisierte Schützenregiment der 2. motorisierten Schützendivision beteiligt, stationiert in Kalininetz im Bezirk Naro-Fominsk der Region Moskau. Schließlich wird auch das 423. motorisierte Schützenregiment der 4. Panzerdivision und der 1. Gardepanzerarmee im westlichen Militärbezirk erwähnt, stationiert in Naro-Fominsk in der Region Moskau.
Die Aufzählung der russischen Verteidigungseinheiten kann bei Eingang neuer Informationen ergänzt oder angepasst werden. Alle genannten Einheiten verfügen über dokumentierte Kampferfahrung aus dem Krieg in der Ukraine. Es ist bekannt, dass Einheiten dieser Formationen in den vergangenen Monaten an Kämpfen im Abschnitt Lyman–Kupjansk an der ukrainischen Front beteiligt waren. Es ist wahrscheinlich, dass Teile dieser Einheiten an den Übungen Zapad-2025 in Belarus teilnehmen, um organisatorische Maßnahmen wie die Rotation von Kräften zur Erholung zu ermöglichen, wobei der Kern der Übungen aus Wehrpflichtigen besteht.
Archivbasierte OSINT-Studien
Untersuchungen von OSINT-Ermittlern des internationalen Netzwerks InformNapalm haben wiederholt russisch-belarussische Manöver im Rahmen der Zapad-Übungen in den vergangenen Jahren analysiert. Diese Analysen umfassen unter anderem die Zapad-2021-Übung, die in mehreren Berichten mit aktiven Offensivoperationen, militärischen Verlegungen sowie Überführungen russischer Su-30SM-Kampfjets nach Belarus in Verbindung gebracht wird. Auch die Überwachung der militärischen Manöver aus dem Jahr 2017 trug zu Erkenntnissen über die strategischen Absichten dieser Übungen bei.
Die Durchführung der Zapad-Übungen in Belarus beinhaltete zuvor Szenarien, bei denen russische Kräfte Belarus als Sprungbrett für militärische Aggressionen gegen die Ukraine und angrenzende NATO-Staaten nutzten. Diese Übungen besitzen somit eine Bedeutung, die über defensive Manöver hinausgeht.
Zapad-2025 und die russische Militärkapazität an den westlichen Grenzen
Im Jahr 2025 verfügt Russland aufgrund des andauernden Krieges in der Ukraine nicht über ausreichende personelle und kampfbereite Ressourcen, um seine kampfstärksten Verbände nach Belarus zu verlegen. Dies hindert Moskau jedoch nicht daran, an der westlichen Grenze militärische Stärke zu demonstrieren, indem Wehrpflichtige und Einheiten eingesetzt werden, die aus Kampfhandlungen herausgenommen wurden, um sich zu erholen.
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass hybride Szenarien verfolgt werden, um Belarus in russische Militäroperationen gegen einzelne NATO-Staaten einzubeziehen. Provokationen mit unbemannten Waffensystemen gegen NATO-Mitgliedsstaaten stellen im strategischen Kontext eine potenzielle Gefahr dar.
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