
Russischer Politologe und Publizist Andrei Piontkowski über die „Friedenskräfte“, den Krieg Russlands gegen die Ukraine, Putin und die US-Hilfe für die Ukraine.
Über die „Friedenskräfte“
Vor drei Tagen, als ich nach Kiew aufbrach, hatte ich die Information, dass ungefähr in fünf Tagen, direkt nach dem Summit der EU, Putin die regulären Streitkräfte unter der Maske der Friedenskräfte offen einsetzen wird.
Und gestern ging durch alle Weltmedien die Information, dass 4 Tausend russischer Militärangehörige von der Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan zur Grenze mit der Ukraine verlegt wurden.
Also hat die Kräftemobilisation solch einen Grad erreicht, dass sogar wichtige strategische Richtungen entblösst werden.
Heutige Bewegungen von Merkel und Hollande bezeugen das Weiterkommen von Putins Idee. Nun laufen entscheidende Verhandlungen ab, und in welcher Form es auch geschieht, die Anwesenheit der russischen Streitkräfte auf dem Territorium der sogenannten „Volksrepubliken“ wird zur Legalisierung der Okkupation der Ukraine. Also wird es ein ganz grosser politischer Erfolg Putins.
Über den Krieg Russlands gegen die Ukraine
Die Ukraine kann mit rein militärischen Mitteln den Krieg gegen Russland nicht gewinnen, aber in Kombination von wirtschaftlichen, politischen und psychologischen Mitteln kann sie es sehr wohl.
Die wirtschaftlichen Sanktionen haben noch nicht richtig angefangen, wenn man sie zum Beispiel mit dem Sanktionspaket gegen Iran vergleicht.
Über die Hilfe der USA für die Ukraine
Die maximale Hilfe, welche die USA erweisen kann, sind harte wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland, strafrechtliche Sanktionen gegen die russischen Kapitalbesitzer und die Lieferung der Waffen. Militärangehörige- niemals.
Über Putin
Er spielt Poker. Schach kann er mit dem Westen nicht spielen. Sie haben viel mehr Figuren – sie werden ihn augenblicklich schlagen. Darum führt Putin einen psychologischen Krieg und betreibt Erpressung. Er ist ja im Hinterhof aufgewachsen- die Asis ziehen nun mal ein Messer, wenn sie einen Botaniker verschrecken wollen.
Denn was ist Putin? Worauf stützt sich seine Macht? Putin braucht man, solange er für die Kapitalgesellschaft (Russlands) erforderliche Funktionen erfüllt: die Legalisierung des Eigentums der Mitglieder dieser Kapitalgesellschaft im Westen. Denn diese Menschen stehlen in Russland, und horten dann alles im Westen, wo sie auch ihre Kinder und Enkelkinder versorgen.
Wenn der Westen beginnt, sich mit diesen Menschen ernsthaft auseinanderzusetzen, wird unvermeidlich die Frage entstehen: wozu brauchen wir diesen Menschen eigentlich? Alle autoritären Regime enden genauso. Putins Wunsch die Ukraine zu vergewaltigen ist bislang stärker als unser Wunsch, sie zu beschützen.
Er möchte regieren wie Stalin und leben wie Abramowitsch.
Quelle: Andrei Piontkowski bei hromadske.tv; übersetzt von Irina Schlegel
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