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    Ein Produkt seiner Zeit: die unvollendete Geschichte eines russischen Nazis

    on 22/08/2015 | 0 Comment | Aktuell | Interviews/Meinungen

    Das ist Boris. In der Ukraine ist Boris ein Kämpfer der Spezialeinheit „Rusitsch“ der so genannten „LVR“, in Russland ist er ein einfacher Nazi-Heide aus St. Petersburg. In sozialen Netzwerken ist er unter dem Spitznamen „Bergblume“ bekannt (eine Anspielung auf „Edelweiß“).

    Boris ist ein Vertreter der jungen Generation von Russen, die während der Herrschaft des großen Putin aufwuchsen und dementsprechend auch geformt wurden.

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    Wie alle wissen, erlebte Russland während Putins Herrschaft ein beispielloses Aufblühen der Wissenschaft und Bildung, diese steht nur dem Aufblühen der Medizin (auch unter seiner Herrschaft) nach. All das hat seine Früchte getragen:

    „Was bedeutet „Arier“, „Nording“ für mich persönlich?“, – fragt das Produkt seiner Zeit in seinem Profil bei VKontakte: “ Es ist die Verkörperung des verschwiegenen Willens, Abneigung der geistigen Reflexion gegenüber, Verachtung für Klatsch. Arier ist gleichzeitig ein Schöpfer und Zerstörer, mit dem Feuer eines wilden Tieres in den Augen, dessen Wesen die mittelalterlichen Legenden über den wandernden Ritter beschreiben.“
    Karl August Hanke

    qd3rcmeh91c8Berühmte Freunde hat Boris auch. Könnt ihr euch an den Mann erinnern, der 2012 zum Gesicht vom „Russischen Marsch“ wurde? (Foto: Reuters)

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    So ist es, Leute: das ist ein Freund von unserem Boris. Im Bild ist er der mit weißer Kurzhose:

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    Dieser Kerl heißt Alexej. Spitzname – „Fliege“. Tätowierungen liebt er sehr! Ein wahrer Arier!

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    Hier ist die „Fliege“ in einem Museum, verspottet die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg:

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    Nun ja… Genug der Freunde.

    Arier oder doch kein Arier – ein Speznas-Kämpfer zu werden hat Boris doch geschafft und verbrachte fast ein Jahr im Donbass:

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    Kämpfte dort für die „Russische Welt“:

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    Das Emblem des Trupps „Rusitsch“ der sogenannten „LVR“ ist übrigens sehr beachtenswert: das ist ein Hakenkreuz mit 8 Haken, das sogenannte „Kolowrat“ (in dieser Militärabteilung gab es nur Nazis gleichen Glaubens):

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    Wobei sie sich manchmal auch anders anzogen. Ist doch Speznas. Gelbe Streifen sind eigentlich ukrainische Erkennungszeichen, aber die Männer mit gelben Armbinden auf den Bildern sind keine ukrainischen Soldaten in der Zone der Antiterroroperation (ATO). Ist nur eine Maskerade:

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    Im Sommer 2015 verließen Boris und seine Kameraden von der Einheit „Rusitsch“ die „LVR“ und kehrten nach Hause zurück. Und zu Hause… Zu Hause gab es interessante Neuigkeiten..

    Vor dem Krieg hatte Boris im heimischen Sankt-Petersburg eine Freundin – Stasja.

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    Mit ukrainischen Wurzeln. Aber die Seine, eine richtige- mit „Kolowrat“-Tattoo.

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    Und mit richtigen Freunden, die Perun und Swarog  (heidnische slawische Götter) verehren.

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    Aber… trotz des Lebens in Russland sympathisierte sie der Ukraine. Zum Beispiel den Jungs aus der „Ultras“ vom FC-Dnjepr:

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    Dnjepr-Schachtar Geotag: Dnipropetrowsk, Ukraine

    Dann ereignete sich aber der Maidan. Und die Macht in Kiew wurde von der verdammten „faschistischen Junta“ übernommen. Janukowitsch flüchtete, die Welt stellte sich auf den Kopf. Der Nazi-Boris ging nach Luhansk, um für Putins Gelder zu kämpfen. Ääh, wir meinen – für die russische Welt. Und Stasja…

    Stasja ging nach Dnipropetrowsk, um die Verwundeten aus der ATO zu besuchen (also die, die Boris mit seinen Kumpels aus der Einheit „Rusitsch“ zu töten versuchte):

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    „Militärkrankenhaus, wohin die Verwundeten geliefert werden. Hab mich mit den Freiwilligen unterhalten.“

    Und hier hat sich Stasjas Meinung über die Kämpfer für die „Russische Welt“, sowie auch über Boris und seine Kollegen irgendwie geändert:

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    Auf dem Foto neben dem Hackenkreuz steht „Ruhm der Rus!“ Kommentar von Stasja: „Ekelhafte Faschos.“ Geotag: Dnipropetrowsk, Ukraine.

    Wir würden sagen – um ganze 180 Grad.

    Mehr noch: als sie nach Russland zurückkehrte, wurde Stasja eine Aktivistin der liberalen Opposition. Als Putins Affen am 27. Februar 2015 Boris Nemzow töteten, nahmen Zehntausende von Menschen am Protestmarsch teil. Stasja war auch da – in der Gruppe der öffentlichen Beobachter:

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    Photo aus dem VK-Profil von Stasja

     

    Und das ist gut so. Besser als mit Deppen herumzuhängen. Was mit Boris nun ist, wissen wir nicht. Die Geschichte blieb unvollendet. Dafür fing für Stasja wohl ein neues Leben an. Bye-bye, Boris und seine Freunde, die ihre „fröhliche“ russische Welt nun jedem aufdrängen möchten. Ohne Euch scheint es den Menschen wesentlich besser zu gehen…

     

    Dieses Material wurde auf der Basis des Blogs uglich_jj von Andrij Topchan/Irina Schlegel für InformNapalm vorbereitet. 

     

     

    Tags: DonbassLVRNationalismusRussland

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