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    Eine weitere Lüge der russischen Medien mithilfe eines Taschenrechners entlarvt

    on 30/01/2015 | 0 Comment | Aktuell | Gesellschaft | InformNapalm | Photo und Videobeweise
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    Am 20. Januar veröffentlichten viele russische Medien eine Information mit folgender Überschrift um die Wette: „Über 800.000 Bürger der Ukraine haben sich an die Ämter gewendet, um den Status eines Flüchtlings und eine Notunterkunft in Russland zu bekommen“.

    fms

    „Auf dem Territorium Russlands befinden sich über 800.000 Flüchtlinge aus der südöstlichen Ukraine, berichtet TASS mit einem Verweis auf den Pressedienst des Föderalen Migrationsamts Russlands. Nach Angaben des Migrationsamts reisen etwa 1.200 ukrainische Flüchtlinge tagtäglich ins Land ein. Zum heutigen Tage haben sich bereits über 276.000 Menschen um einen Flüchtlingsstatus und die Bewilligung einer Notunterkunft beworben. Jeden Tag suchen etwa 500 Menschen mit solchen Anträgen das Föderale Migrationsamt Russlands auf.“

    Die Zahlen sind relativ riesig, aber wir haben beschlossen, ein wenig in diese Richtung zu graben, denn sie erschienen uns entschieden überzogen zu sein. Die Welt ist nicht ohne gute Menschen, und dank einer kleinen Hackeroperation eines Patrioten, der sich inkognito zu bleiben gewünscht hat, ist ein interessantes Dokument in unseren Händen gelandet: „Angaben über die Anträge von Bürgern der Ukraine auf Erlaubnispapiere per 17. Januar 2015“. Föderales Migrationsamt Russlands. (Herunterladen: fugitive_fmsrf170115).

    Diese Übersichtstabelle demonstriert die faktische und keine inhaltsleere Zahl der Flüchtlinge und Personen, die sich um diesen Status beworben haben.

    fms2

    tabelle

    Mit Stand 17. Januar 2015 wird im DOKUMENT angegeben, dass sich im Laufe des Jahres 2014 5.826 Menschen mit einem Antrag auf einen Flüchtlingsstatus an das Föderale Migrationsamt der Russischen Föderation gewendet haben, davon 1.667 Kinder im Alter unter 18 Jahren. Im Zeitraum vom 1. Januar 2015 bis zum 17. Januar 2015 hat sich diese Statistik etwas vergrößert: 6 (!) Menschen haben sich um einen Flüchtlingsstatus beworben, davon sind 2 Kinder unter 18 Jahren.

    Nun lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Folgendes: Derselben Tabelle nach sind von der Russischen Föderation im Laufe von 2014-Anfang 2015 257 Menschen als Flüchtlinge anerkannt worden, davon 75 Menschen im Alter unter 18 Jahren.

    Gehen wir weiter und sehen, dass im Laufe von 2014/Anfang 2015 271.722 Menschen  einen Antrag auf die Bewilligung einer Notunterkunft gestellt haben.

    Rechnen wir die Gesamtzahl derer zusammen, die einen Antrag auf einen Flüchtlingsstatus und einen Antrag auf die Bewilligung einer Notunterkunft gestellt haben: 271.722 + 5.826 = 277.548. Erinnern wir uns an die Zahl, die in den Medienmaterialien unter den Überschriften mit „800.000 Menschen“ auftauchte. Ja, sie ist faktisch identisch mit den dokumentierten Angaben (Erinnern wir uns an „zum jetzigen Zeitpunkt sind es über 276.000 Menschen“), aber wozu brauchte man denn solche Aufmacher, welche die faktischen Zahlen um das Dreifache übersteigen?

    Dazu. Die Antwort liegt auf der Hand, man braucht nur die offizielle Statistik anzuschauen, die auf der Website des Ministeriums für Sozialpolitik der Ukraine veröffentlicht wurde:

    „Nach dem Stand vom 19. Januar 2015 sind nach Angaben der Verwaltungen für Sozialschutz der Bevölkerung 901.281 temporär vertriebene Personen oder 638.301 Familien aus dem Donbas und aus der Krim registriert worden.“

    Nun wird es verständlich, warum Russland es so nötig hat, übersteigerte Angaben über die Flüchtlinge aus der Ukraine in den Medien allen aufzudrücken, denn für den Fall, dass die Mehrheit der Bevölkerung aus den okkupierten Regionen auf ein Territorium ausreist, das von „Kyjiwer Junta“ kontrolliert wird, wird es der russischen Wählerschaft schwer zu erklären sein, wozu sie für die „Russische Welt“ in den Krieg ziehen und in einem Krieg für fremde Ambitionen zum Kanonenfutter werden soll.


    Dieses Material wurde von Roman Burko speziell für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

    CC BY 4.0

    Tags: InformationskriegKriegpropagandarussischemedienRusslandUkraine

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