
vom 22. Januar 2015
Es ist ziemlich schwierig, Informationen über die Ereignisse an der Frontlinie und vor allem in Peski objektiv zu bewerten. Erstens schreiben darüber Menschen, die entweder dort nicht anwesend sind und Informationen übers Telefon erhalten (die Verbindung ist sehr schlecht), oder sie befinden sich dort und da die Angst wie bekannt große Augen hat, berichten viele lieber über herannahende Apokalypse. Manche verbreiten Panik mit Absicht, aber die meisten begreifen einfach nicht, dass es ein sehr wirkungsvolles Werkzeug ist, um Menschen zu manipulieren.
Heute kam zum Stützpunkt des 5. separaten Bataillons des ukrainischen Freiwilligenkorps „Rechter Sektor“ eine Gruppe Soldaten aus dem Ausbildungszentrum „Desna“ zur Rotation. Bei ihrer Ankunft werden sie automatisch zu Soldaten der Reservistenkompanie. Hatylo – der Kommandant dieser Kompanie kam daher aus Peski, um aus den Neuankömmlingen einen Zug zu bilden und überhaupt zu verstehen, was das für Menschen sind und was sie drauf haben.
Hier sind seine Worte über die Lage an der vordersten Front:
„Ich bin schockiert von dem, was hier über die Ereignisse an der Front erzählt wird. Die Panik verbreitet sich in großen Maßstäben und auch mit der großer Geschwindigkeit. Immer wieder kommen diese angeödeten Erzählungen über „man hat alles aufgegeben“, „Peski wird eingekesselt“, „alle sind eingekesselt“. Kurz gesagt- als wäre „alles verloren“…
Nichts dergleichen! Ohne Zweifel hat die Intensität der Angriffe unglaublich zugenommen. Im Vergleich zu dem, was vor etwa drei Wochen war, kann man sagen, dass es damals wirklich Waffenruhe gab! Jetzt wird ständig bombardiert, überwiegend mit Mehrfachraketensystemen „Grad“. Dementsprechend schlagen wir aktiv zurück. Manchmal versteht man gar nicht mehr, wer feuert: wir oder sie.
Es gibt Verwundete. Alle Verletzungen sind von den Splittern. Die Jungs schaffen es einfach nicht, sich rechtzeitig im Schutzbunker zu verstecken. (Er lächelt, während er über seine Soldaten spricht). Jetzt muss ich humpeln- alle glauben, ich sei ein Held. In Wahrheit musste ich gestern vor Mörsergranaten weglaufen, so dass ich ausgerutscht und hingefallen bin. Sowas passiert halt. Meine Aufgabe und die von meinen Kameraden ist den Krieg zu gewinnen, und nicht in Peski zu sterben. Verstehen Sie?
Am Donezker Flughafen wird immer noch gekämpft. Das neue Terminal hat keiner aufgegeben. Es existiert einfach nicht mehr.
Die Zahl der Soldaten an der vordersten Front ist deutlich gestiegen. Die sind einfach an jeder Ecke! Alle arbeiten daran, die Effektivität zu erhöhen. Und glauben Sie mir, wenn hinter dem Rücken im Hinterland Tag und Nacht gejammert wird, dann nervt es und wirkt sehr entmutigend. Wir brauchen Eure Unterstützung und Euren Glauben an die Kräfte der ukrainischen Militärs. Und dann wird alles gut sein!“
Autor: Ruta Pushkarchuk; Quelle: InformNapalm; übersetzt von Andrij Topchan





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