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    Über die Risiken eines von Russland geförderten Staatsstreichs in der Ukraine

    on 18/11/2016 | 0 Comment | Aktuell | Gesellschaft | InformNapalm | Interviews/Meinungen
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    Während der Machtübergabe nach den Präsidentschaftswahlen in den USA plant die Russische Föderation einige Massnahmen, die auf die Verwirklichung eines Staatsstreichs in der Ukraine gerichtet sind. Dazu sollen destabilisierende Faktoren von außerhalb verstärkt, Autonomie einiger Regionen gefördert und die Unterstützung der Ukraine in der EU zerstört werden.

    Dazu werden auch die Resultate der Wahlen in Bulgarien und Moldau beitragen, sowie die Vorbereitung zu Wahlen in den Schlüsselländern der EU (Österreich, Deutschland, Frankreich).

    Die Analyse der operativen HUMINT- und OSINT-Angaben zeigt hohen Wahrscheinlichkeitsgrad dessen, dass ab dem 1. Januar 2017 im Odessa-Gebiet Prozesse aktiviert werden, die auf die Erschaffung einer territorialen Autonomie mit Sonderstatus im Odessa-Gebiet gerichtet sind. Das Projekt der sogenannten „Republik Budschak“, das 2014 ein Fiasko erlebte, könnte auch wieder reanimiert werden. Es wird erwartet, dass diese Arbeit mit Kräften prorussischer Organisationen und regionaler gesellschaftlicher Anführer geführt wird, die mit dem Kreml zusammenarbeiten.

    Analoge Arbeit wird gerade in Transkarpatien geführt. Laut den SukovLeaks-Dokumenten, bleibt die kremlische Aktivität in dieser Richtung bestehen. Das ist die meist riskante Richtung, da die Destabilisierung der Situation in dieser Region ausschließlich durch eine gewalttätige Provokation mit Opfern unter Zivilbevölkerung erfolgen kann. Im Oktober 2016 wurden bereits Testversuche zur Situationsdestabilisierung in der Region unternommen. Weitere Aktivitäten sind im Rahmen der wirtschaftlichen und ethnokulturellen Forderungen geplant.

    Parallel zu dieser destruktiven Arbeit auf dem Territorium der Ukraine wird auch die Aktivierung einiger EU-Länder erwartet, die die Bemühungen der Ukraine zur Eurointegration blockieren sollen. Die Hauptaufgabe, die vor den Geheimdiensten Russlands steht, ist die Vereitelung der Abschaffung des Visaregimes für das nächste Jahr. Dieser Zeitraum soll zum Staatsstreich in der Ukraine genutzt werden. Die Verantwortung für die aussenpolitische Niederlage hinsichtlich der Einführung des visumfreien Regimes wird im gesellschaftlichen Bewusstsein der Ukraine auf die Regierung auferlegt. Die Aufgabe, die nun vor den russischen Geheimdiensten und diplomatischen Kreisen steht, ist die negative Entscheidung der politischen Führung von Niederlanden zum Assoziierungsabkommen mit der Ukraine zu erzielen.

    Im Falle der Realisierung dieses Plans, wird die „aussenpolitische Niederlage“ als Resultat der erfolglosen Politik der aktiven Regung dargestellt. Im Kreml gilt es als möglich, das Szenario von 2013 zu wiederholen und die Bevölkerung zum Protest zu mobilisieren, indem die Beschuldigungen an der Vereitelung der europäischen Integration benutzt werden.

    Zusätzliche Mobilisierung des Protestelektorats wird unter Verwendung von wirtschaftlicher Thematik ablaufen. Russische Geheimdienste haben Mitte des Monats eine Analyse erhalten, die auf der Basis von Prognosen einiger amerikanischer Finanzanalytiker (nach unbestätigten Angaben, der Vertreter der Auditor-„Dreier“) vorbereitet wurde, hinsichtlich des Einflusses von massenhaften Protestaktionen in der Ukraine auf den Zustand ihrer Wirtschaft. Im Dokument wird vermerkt, dass massenhafte Aktionen mit einer Dauer von über eine Woche Panik auf dem Bank-Markt provozieren werden, sowie Abschaffung der Investitionsprogramme und Steigerung der Preise für Lebensmittel. Als makrowirtschaftliche Wegweiser werden folgende Parameter angeführt (Woche, Monat, Quartal): Inflation +2%; +7%; +34%); Dollarkurs (27; 29,4; 50); BIP (-0,1; -0,2; -5).

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    3v

    Angebot von „Sonderleistungen“ mit Preisliste. Unterlagen aus dem gehackten E-Mail-Account des Beraters des russischen Präsidenten Surkow.

    Die politische Destabilisierung soll die Zusammenarbeit mit dem IMF einfrieren und die Ratings der Staatsobligationen abstürzen lassen. Das Treiben der Ukraine zum Default ist für den Kreml äusserst wichtig in seiner Strategie, prorussische Kräfte an die Macht in der Ukraine zu bringen, die ein Abkommen mit Moskau realisieren sollen, zur Bereitstellung von Stabilisierungshilfe für das neue Regime, wobei eine Monopolabhängigkeit von Spenden gebildet werden soll.

    Die schlagartige Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation im Ergebnis der Massenproteste wird die Bereitschaft der Protestbevölkerung zur Mobilisierung erhöhen. Dabei glaubt man im Kreml, dass die Blockierung der Staatsbehörden den Machthabenden nicht erlauben wird, einen Einfluss auf die Situation auszuüben, was den negativen Druck verstärken und den Wirkungsgrad der Aktionen erhöhen wird. Somit wird die Provozierung der plötzlichen Verschlechterung der sozial-wirtschaftlichen Lage die gesellschaftliche Unzufriedenheit verstärken, die, wie in Moskau erwartet, auf die Vertreter der politischen Führung der Ukraine gerichtet sein wird.

    Wie in Moldau bei dem Staatsstreichversuch am 14. Januar 2016 ist die Vereinigung von prorusisschen politischen Kräften mit den Anführern solcher Kräfte geplant, die die Unterstützung für den prowestlichen Kurs deklarieren. Darum, trotz des Endziels dieser Massnahmen, werden die Aktionen nicht von prorussischen Slogans begleitet sein – eine aussenpolitische Neutralität wird in der Anfangsphase beibehalten. Unserer Einschätzung nach, ist die Wiederholung des „Maidan“-Szenarios zum jetzigen Zeitpunkt höchstunwahrscheinlich. Protestbewegungen, die vom Kreml initiiert werden, können in diesem Fall bloß als eine Deckung für radikale Aktivitäten zur Machtablösung dienen, unter Einsatz von Kampfkontingent, das vom Territorium Russlands aus eingeschleust wird.

    Einige Empfehlungen zur Vereitelung der Kreml-Pläne:

    Aufhebung der diplomatischen Beziehungen, Einstellung des Luft- und Eisenbahnverkehrs, Einschränkungen auf den Grenzpunkten, Einführung von temporärer Verwaltung in den russischen Banken in der Ukraine.

    P.S. Hier ein Video der „Protestaktion“, die am 15. November 2016 im Zentrum von Kiew stattfand. Sogenannte „Gruppenführer“ arbeiteten offen. Laute Kommandos „Aufstellen!“, „Nachzählen!“ usw. Dabei beschwerten sie sich, dass wegen der Kälte viel weniger Menschen als erwartet gekommen seien.


    Dieses Material wurde von Anatolii Baronin exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

    (Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 )

    Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

    Tags: FSBPolitikStaatsstreichUkraine

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