
Der folgende Artikel von InformNapalm zeigt das Beispiel des russischen Passagierflugzeugs MS-21 und wie amerikanische und japanische Sanktionen das Projekt bremsen. Trotzdem hat Russland Möglichkeiten, Komponenten für militärische Zwecke zu kaufen.
Kürzlich äußerten westliche Medien Bedenken, dass Russlands Aggression gegen die Ukraine zu einer groß angelegten Invasion werden könnte. Die westliche Welt hat angekündigt, dass bei einer Eskalation der Feindseligkeiten beispiellose Sanktionen gegen Russland verhängt werden. Etwas, was der Westen trotz der Besetzung der Krim 2014 und des hybriden Krieges in der Ostukraine bisher nicht gewagt hat
Das MS-21-Projekt wird durch Sanktionen im Zusammenhang mit der Zertifizierung verzögert
Am 9. Dezember 2021 gab die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS bekannt, dass die Zertifizierung von MS-21-Passagierflugzeugen mit russischen PD-14-Triebwerken bis Ende 2022 abgeschlossen sein wird.
Bei einem Treffen mit dem russischen Premierminister Mikhail Mischustin gab der CEO des Flugzeugherstellers Alexander Artyukhow bekannt, dass die Zertifizierung der MC-21 mit russischen PD-14-Triebwerken im Jahr 2022 abgeschlossen sein wird. Die Auslieferungen beginnen ab 2024.
Luftfahrtforschungsinstitut Gromow in der Region Moskau
Beim Besuch persönlicher Seiten russischer Piloten in sozialen Netzwerken machten die Freiwilligen von InformNapalm auf Bilder vom 9. Dezember 2021 mit folgendem Text aufmerksam: „MS-21 im Luftfahrtforschungsinstitut Gromow in der Region Moskau. Dieses Flugzeug wurde 2018 fertiggestellt und ist mit amerikanischen PW1400G-JM-Triebwerken ausgestattet“.



MS-21 wurde vom Konstruktionsbüro Jakowlew entwickelt, um die veraltete Tu-154 zu ersetzen. Das Flugzeug wird von Irkut hergestellt, einer Niederlassung der United Aircraft Manufacturing Group (OAK).
US- und japanische Sanktionen stoppen Lieferungen von Kompositmaterialien
Im Januar 2019 veröffentlichte die Zeitung Kommersant einen Artikel, in dem darauf hingewiesen wurde, dass aufgrund der amerikanischen und japanischen Sanktionen keine Kompositmaterialien für die Tragflächen des Flugzeugs geliefert wurden. Russland muss nach Expertenmeinung entweder das Material durch Metall ersetzen, was die Eigenschaften des Flugzeugs erheblich beeinträchtigen wird, oder das Projekt ganz einstellen, wenn die Sanktionen bestehen bleiben.
Im Jahr 2020, nach einem weiteren Paket von US-Sanktionen gegen russische Flugzeughersteller, wiesen russische Medien auch darauf hin, dass das komplexeste und teuerste Teil des MS-21-Flugzeugs das amerikanische Pratt & Whitney PW1400G-JM-Triebwerk ist.
Das Auslieferungsverbot von Triebwerken kann das Projekt entweder stoppen oder für mehrere Jahre deutlich verlangsamen.
Russisches Aufklärungs-UAV Orlan-10
Obwohl Russland aktiv nach Alternativen sucht und massiv in Entwicklung, Zertifizierung und Produktion investieren muss, gibt es in anderen Bereichen der Luftfahrt noch Lücken.
Am 2. Dezember 2021 gab InformNapalm bekannt, dass russische UAV Orlan-10 auf Teilen basiert, die in den USA, Deutschland, Japan und anderen Ländern hergestellt werden.
Russland hat bisher keine Alternative zu den Verbrennungsmotoren des japanischen Herstellers SAITO gefunden. Sanktionen gegen die Lieferung dieser Triebwerke könnten Russlands Fähigkeit, seine Flotte dieser UAV-Typen zu erweitern, erheblich verlangsamen. Orlan-10 ist für den Einsatz durch russische Truppen in der Ostukraine und anderen Teilen der Welt bekannt.
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