von Irina Schlegel
Einer unserer Leser hat uns auf diese Straßenwerbung der Bundeswehr aufmerksam gemacht. In der Werbung geht es um den Dienst bei der Bundeswehr als IT-Soldat, im Rahmen des Projekts Digitale Kräfte.
Wie es scheint, versteht die deutsche Bundeswehr die Herausforderungen der modernen Welt sehr wohl und stellt sich gerade um.
Dass der Krieg mittlerweile zum bedeutenden Teil im virtuellen Raum stattfindet, scheint aber vielen noch immer unklar zu sein. Und diese Unklarheit herrscht trotz der Hackerangriffe von russischen Cyber-Truppen auf den deutschen Bundestag, amerikanischen Pentagon, auf die holländische Ermittlungskommission zu MH-17, trotz der ganzen Trolle in sozialen Netzwerken, trotz der Angriffe des angeblichen „Cyber Kalifat“, hinter dem ebenfalls russische Geheimdienste stecken.
In Augsburg zum Beispiel wurde die Werbung der Bundeswehr mit zahlreichen Zetteln zugeklebt. Wohl von den Anhängern der Friede-Freude-Eierkuchen-Welt, die auf diesen Zetteln irgendetwas rührend Demotivierendes und Antimilitärisches geschrieben hatten – über die Unvereinbarkeit von digitalen Waffen und Frieden-auf-der-ganzen-Welt – wohl in der Hoffnung die deutsche Jugend, die eh nicht danach strebt, zur Armee zu gehen, noch ein wenig mehr zu verschrecken.
Die Slogans der „Friedensaktivisten“ sehen dabei wie die sowjetischen Slogans gegen das amerikanische Militär aus den 1970-80ern Jahren aus. Naiv und nichtssagend.
So sieht die Werbung der deutschen Bundeswehr aus:
Und das ist, was daraus gemacht wurde:
Der ursprüngliche Text wurde so sorgfältig zugeklebt, dass, wie unser Leser berichtet, er fast drei Wochen lang dran vorbeigefahren und sich nicht dessen bewusst war, dass es in der Werbung um etwas ganz anderes geht. Er hatte nämlich den Eindruck, die Werbung sei etwas selbstironisches von der Bundeswehr, bis er auf die gleiche Werbung in einem anderen Stadtviertel gestossen ist und den tatsächlichen Text endlich lesen konnte… Diese Antiwerbung von radikalen Linken ist sehr professionell gemacht und appelliert zur Friedfertigkeit, wobei die deutschen Sozialisten stets vergessen, dass es in Europa seit zwei Jahren ein Krieg läuft. Mehrere Tausende ukrainische Soldaten haben im Lauf dieser zwei Jahren ihr Leben für Europa geopfert, allein seit Beginn dieses Jahres sind in der Ukraine weitere 623 Soldaten gefallen, von den Händen der russischen Terroristen, aber davon wollen „friedfertige“ Bürger Deutschlands nichts wissen. Wie sie auch nichts davon wissen wollen, dass Russland einen Informationskrieg unter anderem auch gegen Deutschland ebenfalls seit zwei Jahren führt. Oder davon, dass es in dieser Bundeswehr-Werbung nicht darum geht, Truppen nach Afghanistan abzuschicken, sondern eine IT-Abteilung aufzustellen, die längst nötig ist.
Da braucht man sich nicht mehr zu wundern, dass der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier das Vorgehen der eigenen Allianz als „Sabelrasseln“ und „Kriegsgeheule“ bezeichnet, selbst wenn die Fakten der letzten zwei Jahre ihm widersprechen. Der geehrte deutsche Außenminister scheint sich mit dem Ursache-und-Wirkung Prinzip nicht auszukennen, sonst wäre ihm bewusst, dass Russland die Krim im März 2014 annektiert hatte, was 2,5 Jahre her ist und worauf damals die Reaktion der Weltgemeinschaft allzu lasch und langsam ausgefallen ist, was der Kremlregierung wieder mal Freikarte zur weiteren Aggression gab (wie schon früher im Fall von Tschetschenien, Georgien, Transnistrien etc.) und Russland daraufhin einen Krieg im Donbass entfesselte. Nun beharrt der deutsche Außenminister darauf, dass die Ukraine Sonderwahlen im Donbass abhalten solle, trotz der 2.000.000 Binnenflüchtlinge in der Ukraine und trotz der Tatsache, dass Teile von Donbas unter russischer Kontrolle stehen und mit russischen Waffen vollgepumpt sind. Mit dieser riesigen terroristischen Bandenformation namens „D/LVR“ soll sich die Ukraine, nach Meinung einiger deutscher Politiker, versöhnen, statt die Terroristen entsprechend der europäisch-demokratischen Gesetzpraxis vor Militärtribunal zu stellen, nach dem sie langjährige Haftstrafen bekommen sollten.
Die Einwohner von Westeuropa wollen keinen Krieg führen – leider läuft der Krieg aber längst. Und wenn in der Ukraine dieser Krieg real und heiß ist, so führt Russland gegen Deutschland und die restliche westliche Welt schon längst einen virtuellen Krieg. Mittels seiner Propagandamedien, seiner Hacker im Dienst des FSB und seiner Trolle in sozialen Netzwerken. Erfreulich zu wissen ist, dass trotz der unverschreckten westlichen Bürger die deutsche Bundeswehr sich dessen bewusst ist, dass IT-Soldaten die neue Generation von Truppen darstellen, die man schnellstens aufstellen muss.
Dieses Material wurde von Irina Schlegel exklusiv für InformNapalm vorbereitet. Unsere Redaktion bedankt sich bei Roman Dzuba für diese Information und die Photos.
Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein aktiver Link zu unserer Ressource erforderlich ( Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 )











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