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Andrej Piontkowski: Das Triptychon des Willens

on 13/11/2014 | 0 Comment | Aktuell | Expertenmeinungen | Interviews/Meinungen Print This Post Print This Post

пионтковский

von Andrej Piontkowski, einem russischen Politologen

 

 

„Russland ist Putin, Putin ist Russland“ Rudolf Wolodin

 

Die Waldaj-Rede von Putin sollte man nicht isoliert betrachten sondern im Kontext eines Triptychons des Willens 2014: Die Märzrede von Wladimir von Taurien (alter Name der Krim), den April-Dialog mit dem geliebten Volk und schließlich die Oktobersau eines Taiga-Herrschers.

Das Triptychon des Willens hat den Austritt Russlands aus dem misslungenen europäischen Experiment, das von Peter I. Anfang des 18. Jahrhunderts initiiert wurde, besiegelt. Seit mehreren Jahrhunderten wiederholt sich in der russischen Geschichte wie in einer üblen Endlosigkeit ein und dasselbe Szenario: Immer und immer wieder taucht ein Zar-Modernisierer auf, der urbi et orbi erklärt: „Wir sind hinter den fortschrittlichen Ländern des Westens um 50 Jahre zurückgeblieben, wenn wir diese Distanz nicht in 10-15 Jahren überwinden, werden wir zerquetscht“.

Es ist unwichtig, wem genau diese Worte zuzuschreiben sind, ob Pjotr Alexejewitsch, oder doch Josef Wissarionowitsch (Stalin). Indem der Modernisierer das ganze Land aufbockt, und alle an seiner Weisheit Zweifelnden auf der Folterbank reckt, wirft sich der Modernisierer in einen Mobilmachungsdurchbruch und löst üblicherweise die Aufgabe. Zum Preis der kolossalen Opfer holt er den ewig lockenden und ewig verhassten Westen mal in Quantität seiner Kanonen und Fregatten, mal in Tonnen seines Roheisens und Stahls per capita ein. Aber aus irgendeinem Grund steht Russland nach einem weiteren historischen Triumph eines weiteren Modernisierers wieder mal vor dem Nichts. Es taucht ein neuer Regent auf, der denselben Kaugummi kauen muss: „Wir sind im Rückstand, wir müssen, Portugal, verdoppeln, sonst werden wir… usw“.

Offensichtlich hat sich in die verwegenen Projekte unserer sporadischen Rückerei ein Systemfehler eingeschlichen. Etwas in der Natur des Westens, was dem Verständnis unserer Modernisierer entgleitet, erlaubt diesem Westen uns immer und immer wieder mit unseren Bergen an Roheisen und Stahl, mit unseren verfaulten Raketen und U-Booten, mit unseren Wachträumen von einem Dritten Reich und einem besonderen Weg, dessen Geheimplan in einer Sonderabteilung aufbewahrt wird, hinter sich zu lassen.

Als der junge Zar Peter Alexejewitsch nach Amsterdam gelangte, war er von Europa überwältigt und verzaubert. Er mochte alles: die herrlichen Werften, die ausgewaschenen Straßenpflaster, die entzückenden Cafés. Selbstverständlich wollte der Zar-Modernisierer all das sofort nach Russland übertragen. Aber so, dass man die Strelitzen weiterhin eigenständig köpft, und nach einer Versammlung, etwas Kaffee getrunken, in den Keller hinuntergeht, um sich etwas warmzumachen, indem man an derselben Folterbank den eigenen Sprössling foltert, wegen seinen unbefugten Verbindungen zu Ausländern.

Es sind noch über 300 Jahre vergangen, bis ein junger sowjetischer KGB-Offizier nach Dresden gekommen ist, ein universeller Soldat der Partei und ihrer bewaffneten Abteilung. Allerdings war Dresden dank der Erfolge der russischen Modernisierer nicht mehr wirklich Westen, aber noch immer Westen genug, um zu einem Zukunftsschock für einen Spion zu werden, der aus dem Osten kam.

Wenn Peter, der sich seit seiner Kindheit für die Flotte begeisterte, am meisten von den holländischen Werften überwältigt war, so hat Wladimir das deutsche Bier erobert, dem die einzigen farbenprächtigen und emotional beladenen Seiten eines ziemlich langweiligen Werkes „Gespräche mit Wladimir Putin“ gewidmet sind.

Immer und immer wieder an diesem verführerischen, unausrottbar bürgerlichen Getränk schlürfend, ist der überzeugte Tschekist unmerklich zu wichtigen weltanschaulichen Schlussfolgerungen über die wirtschaftliche Verdammung des sowjetischen kommunistischen Systems gekommen. Und dank den fantastischen Schrullen des Schicksals und der ungestümen Energie des verstorbenen Beresowski wollte der zum Regent eines Siebentels der Erdfläche gewordene Putin absolut aufrichtig eine blühende Marktgesellschaft in Russland aufbauen, „wie bei denen im Westen“.

Aber so, dass es noch eine von Surkow-Wolodin regierte Demokratie wie auch eine Diktatur des Gesetzes mit einem menschlichen Gesicht von Ustinow-Bastrykin gibt. Und dass man noch die in Ungnade gefallenen Oligarchen im Kerker einsperren kann, aus denen sie Bußbriefe schreiben werden: „Koba (Kosename von Stalin), wozu brauchst du meinen Tod?“, und die anderen ihre Faberge-Eier abgeben werden, und die liberalen Minister in einer „Ich-bin-dein-nichtiger-Hund-mein-Zar“-Pose stramm stehen werden.

Darin besteht vermutlich auch der Systemfehler der russischen fürstlichen Modernisierer, ein Fehler, der sich von Jahrhundert zu Jahrhundert wiederholt.

Bezaubert von den materiellen Erträgen des Westens und leidenschaftlich daran interessiert, sich dieser zu bemächtigen, verstoßen unsere skythischen Regenten aus einer tierischen Angst die ihnen so fremde und verhasste Luft der Freiheit und der Persönlichkeitswürde, welche die ewige Matrix der Russischen Obrigkeit zu zerstören droht – die universelle Matrix der Horde, des Zarismus, des Kommunismus, des Putinismus.

Das Triptychon des Willens hat endlich mit der Jahrhunderte alten, demütigenden Tradition des Pseudolernens vom Westen restlos abgeschlossen. Die Führer unseres von den Karpaten herabgestiegenen arischen Stammes sind müde davon geworden, mit ihren von Lügen geschlitzten und vor Neid gierigen Augen den Westen mit Hass UND Liebe anzuschauen, und haben mit der kognitiven Dissonanz entschieden gebrochen.

Es ist nur der ungetrübte Hass gegen den Westen von den Paten der „Russischen Welt“, von diesen Dieben-Milliardären geblieben, die vom Westen doch nicht als wahre Bourgeois aufgenommen wurden. Ansonsten ist ihnen aber das Leben gelungen. Der Boden dafür ist ihnen von den Dutzenden Millionen Opfern des Jahrhunderte alten kommunistischen Experiments (Loser in ihrer Wahrnehmung) gedüngt worden.

In weniger als einem Jahrhundert waren die erhabenen Malefikanten der Revolution (Lenin, Trotzki, Stalin) erst zu lächerlichen hilflosen Greisen mutiert (Breschnew, Andropow, Tschernenko), und haben sich dann, mit dem Lebenswasser der Nomenklatura-Privatisierung besprengt, in jungenhafte, sportliche, sexy Erdölhändler (Putin, Abramowitsch, Timtschenko) verwandelt. Diese echten Knaben sind die wahren Erben der Oktober-Revolution, die letzte Generation ihrer Anführer, das folgerichtige und unvermeidliche Ergebnis der Evolution der „neuen Gattung“.

Das Triptychon des Willens – das ist eine Erklärung des totalen hybriden Krieges an den Westen. Eines Krieges bis zu seiner völligen moralischen Vernichtung. Nur diese kann den Paten der „Russischen Welt“ die lebenslange Macht garantieren. Putins Plan ist der Sieg der „Russischen Welt“. Als erstes muss die widerspenstige Schwester Ukraine erniedrigt und vernichtet werden, die sich an einen dreisten Ausbruch aus der russischen Zone gewagt hat. Das wird eine gute Erziehungsmaßnahme für alle anderen sein. Dann wird man nur wie versprochen in zwei Tagen bis nach Tallinn, Riga, Vilnius kommen müssen. Was nämlich nach Putins Plan die endgültige moralische Vernichtung des Westens auch sein wird.

Die Unfähigkeit des Westens, sich an seine Verpflichtungen in kollektiver Verteidigung der Länder – NATO-Mitglieder – zu halten, wird ein Fukuyama-ähnliches – aber gerade im Gegenteil! – demütigendes Ende seiner Geschichte sein. Im Kreml sind sie überzeugt, dass sie einen universellen Schlüssel zum Sieg haben: Atomwaffen plus das russische Volk, dem „in der Gemeinschaft selbst das Sterben schön ist“, für die Jachten von Abramowitsch und die Pelzmanteldepots von Jakunin. Darin besteht nämlich seine überragende orthodoxe Geistlichkeit.

Der Westen hat Atomwaffen, aber kein Volk, auf dessen Weisheit und Geduld sein Haupthenker mal einen Trinkspruch ausbrachte, der von den dankbaren Nachfahren der Überlebenden mit dem Namen Russlands benannt wurde. Wie die Kremlanalytiker glauben, wird der Westen zusammenzucken und es nicht wagen, auf einen beschränkten Atomschlag auf ein, zwei europäische Städte zu antworten. Oder er wird am ehesten noch früher zurücktreten, angesichts der hart artikulierten Bedrohung eines solchen Anschlages, und seine kleineren Verbündeten zur Zerlegung nach Schablonen der „Russischen Welt“ freigeben. Vielleicht haben sie sogar Recht. Aber auf jeden Fall ist der totale Krieg, den man dem Westen erklärte, und die täglich deklarierte Bereitschaft, Atomwaffen anzuwenden – das ist ein gewaltiges Risiko für die Existenz Russlands. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Anführer der „Russischen Welt“ selbst zu Opfern der totalen Lüge, Demagogie und Servicebereitschaft der Experten geworden sind, die ihnen das Wesen dieser Sache zu erläutern fürchteten. Sie hatten so viele hundert Mal wiederholt, dass das amerikanische System NMD das russische Potenzial der Eindämmung ernsthaft bedroht, dass sie selber diesen Quatsch endgültig geglaubt haben, und es ist gut möglich, dass sie aufrichtig glauben, dass sie nur noch ein, zwei Jahre Zeit haben, und sich beeilen müssen, mit den arroganten Amis die Atomkräfte so schnell wie möglich zu messen.

Der Saratower Sonderling (Wolodin), der neulich den Parteigenossen Hess zitierte, vermutet gar nicht, wie sehr er Recht hatte. Putin ist fest entschlossen, Russland ewig zu regieren oder zusammen mit Russland ins Nichtssein auszuscheiden. So einfach wird er von diesem nicht mehr hinabklettern.


Quelle: Andrei Piontkowski für svoboda.org, übersetzt von Irina Schlegel.

Lesen Sie andere Texte dieses Autors: A.Piontkowski „Putin spielt Atomwaffenpoker“ und „Der Vierte Weltkrieg“

Tags: AtomwaffenEuropaPiontkowskiRusslandUkraine

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