
Ungefähr einmal im Monat erweitern die Amerikaner ihre Sanktionsliste gegen Russland. Beziehungsweise erweitern sie die nicht – sie „präzisieren“ diese. Smiley.
Im letzten Monat hat die russisch-syrische HESCO dabei am meisten abbekommen.
In diesem Monat mussten die Tochter von Rostech, Sberbrank und WTB24 leiden.
Aufsehenerregend wurde die Aufnahme von Yandex Money in die Liste: 75% dieser Firma gehören nämlich Sberbank, und die ist unter Sanktionen.
Die Aktien von Yandex auf Nasdaq, wo sie vor ein paar Jahren für 40$ weggingen, werden nun für 15$ verkauft. Und die letzten Nachrichten werden wohl auch nicht dazu beitragen, dass sie ihre einstige Höhe wieder erreichen: www.nasdaq.com
Yandex-Money dachte ein paar Stunden darüber nach, was sie denn nun sagen sollen und gaben am Ende folgendes Statement ab: „Die Sanktionen verbieten die Tätigkeit zur Aufbringung verschiedenartiger Finanzierung aus den USA, solcher wie Darlehen und Obligationsausgabe. Yandex-Money führt solche Tätigkeit nicht“.
Sieht ganz normal aus und man möchte doch fragen: Was hat denn Yandex damit zu tun? Formal nichts. Aber niemand kann den Amerikanern verbieten, jeden beliebigen Kredit für Yandex als einen verdeckten Kredit für seine Tochter Yandex-Money zu betrachten.
Theoretisch kann sich natürlich jedes Unternehmen von der Sanktionsliste Finanzierung im Ausland holen. Es werden sich immer Banken und sonstige Firmen finden, die ein Risiko einzugehen bereit sind und für einen gewissen Zuschlag einen beliebigen Kredit organisieren. Ja, billiges Geld wird es für russische Unternehmen nicht mehr geben – darüber braucht man gar nicht zu diskutieren.
Jahre später kann aber jede solche Operation plötzlich an die Oberfläche kommen und die Amerikaner werden ihre Strafe ausrollen – das ist für sie eine Standardmethode.
Der britische Standard Chartered zahlte 2012-2014 zwei Strafen hintereinander: 300 und 340 Millionen Dollar: www.guardian.com
Der holländische ING Bank N.V. zahlte 2012 619 Millionen Dollar für kubanische und iranische Transaktionen: justice.gov
Vor zwei Monaten willigte der französische Credit Agricole ein, 787 Millionen Dollar auszuzahlen: wsj.com
„Europäische Partner“, wie Putin zu sagen pflegt, können natürlich weiterhin Geschäfte mit Russland betreiben und ihre europäischen Sanktionen nur zähneknirschend verlängern. Die Amerikaner haben aber nicht vor, ihre Sanktionen aufzuheben, und jeder Deal mit Russkis kann amerikanische Aufsichtsbehörden aufhorchen lassen und dann … dann wird es Probleme geben.
Zum jetzigen Zeitpunkt wird die grösste deutsche Bank Deutsche Bank „geprüft“. Die russische Tochter der Bank hatte nämlich dabei ausgeholfen, das Geld von steinreichen Russen zu waschen. Insgesamt haben sie wohl 10 Milliarden „sauber“ bekommen: ntv.de
In den ukrainischen Medien begann man zwar zaghaft, aber doch darüber zu schreiben, dass der deutsche Siemens trotz der Sanktionen Gasturbinen auf die Krim verkauft: unian.info
Jeder dieser case kann früher oder später ans Tageslicht geholt werden – und dann wird niemand verschont.
Jegliche Zusammenarbeit eines westlichen Unternehmens mit Russland kann eines Tages unter Verdacht stehen. Und dann wird jeder Deal und jede Transaktion genau inspiziert. Lauft dann herum und liefert Beweise für Eure Unschuld…
Zusammenarbeit mit Russland wird grosse Risiken bedeuten. Daraus folgt, dass die Preise für Russen ansteigen werden. Preise für alles.
Und früher oder später werden die Amerikaner in diesem Hybriden Krieg, ohne irgendwelche Sprengköpfe und Flugzeugträger, Russland an den Verhandlungstisch mit der Ukraine setzen. Und für die Krim, und für Donbass wird Russland an die Ukraine zahlen.
Wobei je länger die russische Wirtschaft im jetzigen Regime arbeiten wird, um so schneller wird sich auch die Fragestellung ändern: Russland wird entweder an den Verhandlungstisch gesetzt, möglicherweise wird es aber geschwächt AUF den Verhandlungstisch gelegt.
Von Anton Pawluschko für InformNapalm; übersetzt von Irina Schlegel







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