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    Moskau eröffnete in Belarus eine neue Informationsfront gegen die Ukraine

    on 18/03/2017 | 1 Kommentar | Aktuell | Gesellschaft | InformNapalm | Photo und Videobeweise
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    Am 6. März 2017 wurde auf dem ersten Kanal des belarussischen Staatsfernsehens „Belarus 1“ der propagandistische Film „Anruf an einen Freund“ ausgestrahlt. Das Ziel des Films war die Diskreditierung und Anschwärzung der Anführer der oppositionellen Protestbewegung, die im Lauf der letzten Wochen nach der verfassungswidrigen Verordnung №3 „Über die Vorbeugung des sozialen Schmarotzertums“ (die sogenannte „Schnorrerverordnung“) und aufgrund der generellen Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Situation wieder aktiv geworden ist. Charakteristisch ist, dass die Ausstrahlung außerplanmäßig stattfand und eine Änderung des Sendeplans erforderte.

    Im Ergebnis der Analyse des Videomaterials und des Inhaltes der Interviews kann man schlussfolgern, dass der Film sehr überstürzt produziert wurde und seine Macher inkompetent und unprofessionell sind. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Tatsache des Abhörens der Telefonate von Oppositionsanführern und gesellschaftlichen Aktivisten, was die Teilnahme der Geheimdienste von Belarus an den Dreharbeiten unmittelbar bestätigt.

    Das propagandistische Video weist einen deutlich antiukrainischen Charakter auf. Wenn belarussische Staatsmedien sich früher bei der Berichterstattung über die Ereignisse in der Ukraine vorwiegend an eine gewisse Neutralität gehalten hatten, so haben sie diesmal die rote Linie überschritten: der Bildschirm spuckte unverhüllt all die destruktiven „Informationen“ aus, die früher üblich für die Medienkiller der Russischen Föderation wie NTV, Russia Today, LifeNews, Vesti.ru, etc waren. Mit der Ausstrahlung dieses Films stellte sich das belarussische Staatsfernsehen in dieselbe Reihe mit diesen Monstern.

    Zwischen den aus dem Kontext gerissenen Ausschnitten, Faktenverfälschung, offensichtlichen Lügen und Manipulationen bedienten sich die belarussischen Demiurgen der propagandistischen Genre auch der Interviews mit einigen gesellschaftlichen Aktivisten und Politologen, unter denen wir Wladimir Kornilow hervorheben möchten, einen – nach Angaben des Zentrums „Myrotworez“ – Separatisten und Autor der Idee der Gründung der terroristischen Formation „D/LVR“. Davor, in 2006, figurierte er im Agitationsprojekt zur Referendumsvorbereitung zur Gründung der „Donezker föderativen Republik“, das die Separatistengruppierung „Donezker Republik“ anführte. Vermutlich wegen seiner gegen die ukrainische territoriale Integrität gerichteten Aktivitäten musste er die Ukraine eilends verlassen und wohnt momentan nach Angaben des Zentrums „Myrotworez“ in Holland.

    Im Film wurde auch ein Interview mit Konstantin Bondarenko, einem Politologen, Vorsitzenden der Stiftung „Ukrainische Politik“ und Stellvertreter von Sergej Tigipko in der Partei „Starke Ukraine“ in den Jahren 2010-2011, und Ruslan Bortnik, dem Direktor des Instituts für Analyse und Politikmanagement, gezeigt. Nach Meinung des bekannten Journalisten und Fernsehmoderators von „Espresso TV“ Bogdan Butkewitsch, kooperieren Bondarenko und Bortnik unmittelbar mit dem Stab von Wiktor Medwedtschuk und sind Verfechter der Pläne der Aussöhnung mit Russland um jeden Preis.

    Außer ihnen gab es Kommentare von Pjotr Petrowskij, dem schon ein Artikel der ukrainischen Hacktivisten gewidmet wurde, in dem Beweise seiner vermutlich für die Mannschaft von Surkow auf Bestellung fabrizierter Publikationen aufgeführt wurden. Auch Giedrius Grabauskas, der Betreuer der lettischen prorussischen Bewegung „Vytis“ gab im Film seine Kommentare ab.

    Die Kreation belarussischer Propagandisten strotzt vor Klischees und Methoden ihrer russischen Kameraden. Indem sie die Hirngespinste russischer Medien darüber, dass „ein Hundert Menschen auf dem Maidan durch Schüsse in den Rücken erlegt wurden“, dass „die Himmlische Hundert von eigenen Leuten in den Rücken erschossen wurde“, mehrfach wiederholen, verhöhnen sie das Andenken an die Helden von Maidan und bezeichnen ihren Tod spöttisch als rituelles Opfer.

    Darüber hinaus unternehmen die belarussischen Staatspropagandisten einen Exkurs in die Vergangenheit und schreiben den Kämpfern der UPA Massenerschießungen in Babyn Jar und Strafoperationen in Belarus und ukrainischen Nationalisten – die Teilnahme an der Vernichtung von Chatyn zu.

    Obwohl die belarussische Regierung ihre Neutralität bezüglich des ukrainisch-russischen Konflikts erklärt und eine Plattform für die Abwicklung des Minsker Verhandlungsprozesses bereitstellt, tritt sie in Wirklichkeit für den Aggressor ein. Man kann nämlich einen solchen psychologischen Informationseinfluss, bei dem der Revolution der Würde ein gänzlich dämonisches und feindliches Bild zugeschrieben wird, ausschließlich als einen bewussten Aggressionsakt bezeichnen.

    Es wird ein Konzept ausgearbeitet, bei dem der Maidan zum Hauptgrund für den Verlust von Krim und den Krieg in der Ostukraine wird, während die russische Militäraggression gar nicht erst erwähnt wird.

    Wir haben absichtlich einige Tage gewartet, in der Hoffnung, eine offizielle Stellungnahme der ukrainischen Regierung bezüglich dieses Aktes der Informationsaggression hören zu können, jedoch haben wir bis jetzt weder eine Antwort bekommen noch eine Reaktion gesehen, deswegen sehen wir uns gezwungen, das Auswärtige Amt der Ukraine, Volksabgeordnete und Vertreter der Gesellschaft um eine Reaktion zu bitten. Wir bitten um eine Bewertung von organisierten gemeinsamen Aktivitäten der staatlichen belarussischen Medien mit den Geheimdiensten von Belarus. Auf der offiziellen Ebene verlangen wir, diejenigen zu Verantwortung zu ziehen, die eine neue kremlische Informationsfront gegen die Ukraine eröffnen und versuchen, die ukrainisch-belarussischen Beziehungen zu erschweren.


    Dieses Material wurde von Denis Iwaschin exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Volodymyr Cernenko; editiert von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

    (Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 )

    Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

    Tags: BelarusInformationsfrontKremlUkraine

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    One Response to “Moskau eröffnete in Belarus eine neue Informationsfront gegen die Ukraine”

    1. 01/08/2017

      Ehemalige Mitarbeiter der ukrainischen „Berkut“ im Dienst bei der Polizei von Belarus - InformNapalm (Deutsch) Zum Antworten anmelden

      […] Moskau eröffnete in Belarus eine neue Informationsfront gegen die Ukraine […]

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