Wer bombardiert Syrien: Angaben zu 58 Offizieren der russischen Luftwaffe (Infografik)

Die russische Propaganda wirft verzweifelt Nebelkerzen, nennt Schwarz Weiß und den eindeutigen Terror gegen die syrische Bevölkerung – einen Kampf gegen den Terrorismus. Russische Kriegsverbrecher werden in Russland als Helden bezeichnet, obwohl die ganze zivilisierte Welt mehrmals ihr Unbehagen äußerte und stets von einem ungeheuer hohen Anteil der Raketen- und Bombenangriffe auf syrische Zivilisten seitens der Luftwaffe Russlands sprach. Wenn der Staat selbst zum Hauptterroristen wird, wird jeder Bürger zu seinem Richter.

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Die internationale Gemeinschaft InformNapalm hat im Lauf von 6 Monaten Krümel für Krümel Angaben zu Kriegsverbrechern erfasst – den Piloten und Navigatoren der russischen Luftgruppierung in Syrien. Durch ihre Hände sind Hunderte Zivilisten gestorben, darunter Frauen und Kinder. Es sind Infrastrukturobjekte zerstört worden, was zu einer humanitären Katastrophe und der Flucht von Dutzenden Tausenden Bürgern aus Syrien führte.

Jeder, der den Auslöser betätigte und somit Raketen und Bomben abwarf, jeder, der einen verbrecherischen Befehl ausführte, muss identifiziert und vor ein internationales Militärtribunal gestellt werden. Erstmals hatte InformNapalm Angaben zu 11 Offizieren der russischen Luftwaffe im Oktober 2015 systematisch geordnet und publik gemacht, was große Resonanz hervorrief, sowohl in den russischen als auch in den internationalen Medien. Damals reagierte darauf der Pressesekretär des russischen Präsidenten Dmitry Peskow, der in seiner Erklärung die Veröffentlichung von persönlichen Angaben der russischen Piloten als „feindselige Tätigkeit“ bezeichnete und versprach, dass russische Geheimdienste „Maßnahmen ergreifen würden“.

Zugleich hatte das russische Aussenministerium alle Hebel in Bewegung gesetzt, um politischen Druck auf jene Länder auszuüben, in denen sich zu dem Zeitpunkt die Hoster der Webseite InformNapalm befanden, und eine unverzügliche Schließung unserer Ressource gefordert. Aber weder die Cyberangriffe russischer Geheimdienste, noch der Versuch, unser Freiwilligenprojekt zu diskreditieren, noch der politische Druck führten zur Beendigung unserer Arbeit, nämlich dem Beschaffen und Veröffentlichen von Informationen.

Und bereits im Februar 2016 stellte InformNapalm neue Angaben zu weiteren 32 Offizieren der russischen Luftwaffe bereit. Die Anzahl von unschuldigen Opfern der russischen Kriegspiloten in Syrien wächst ständig, außerdem setzt Russland seine Aggression gegen die Ukraine fort. In diesem Zusammenhang haben die Freiwilligen von InformNapalm beschlossen, die Arbeit zur Erfassung und Strukturierung der Informationen weiterzuführen. Heute veröffentlichen wir eine neue Infografik, die auf Angaben aus offenen Quellen basiert und in der persönliche Angaben zu 58 russischen Offizieren zusammengefasst worden sind.

Wir möchten alle empathiefähigen Menschen bitten, diese Information zu studieren und sie aktiv in den sozialen Netzwerken und Medien zu verbreiten. Denn solange ein Kriegsverbrecher davon überzeugt ist, dass nichts und niemand etwas über ihn erfährt, solange er sich hinter unpersönlichen Begriffen wie „grüne Männchen“, „Russlands Luftwaffe“ oder „russischer Offizier“ verstecken kann, glaubt er, dass ihn keine Vergeltung für seine Verbrechen einholen wird. Wir hoffen, dass unsere Publikationen die russischen Offiziere dazu bringen, über die Folgen nachzudenken und auf die Ausführung verbrecherischer Befehle zu verzichten. Und somit – darauf zu verzichten, ihre Hände im Blut unschuldiger Menschen zu waschen. Womöglich wird die Veröffentlichung dieser Infografik dazu beitragen, das Blutvergießen zu stoppen und neue Fehler zu vermeiden. Es ist besser den Job eines „staatlich befugten Killers“ zu verlieren, dafür aber seine Ehre und das Leben von Tausenden Unschuldigen zu bewahren.


Dieses Material wurde von OSINT-Experten der internationalen Freiwilligengemeinschaft InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.
Man kann unserem Projekt auch zweckgebunden helfen: Zur Zeit sammeln wir Geld für den Ankauf von Laptops für unsere OSINT-Untersuchungen. Wir freuen uns über jede Spende! Einzelheiten unter folgendem Link: Upgrade InformNapalm.

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3 Responses to “Wer bombardiert Syrien: Angaben zu 58 Offizieren der russischen Luftwaffe (Infografik)”

  1. […] nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommen hätten. Ihre letzten Publikationen, solche wie die Deanonymisierung von russischen Militärangehörigen in Syrien, haben Russland ziemlich […]

  2. […] Lesen Sie auch: „Wer bombardiert Syrien: Angaben zu 58 Offizieren der russischen Luftwaffe (Infografik)“ […]

  3. […] Aber weder die Cyberangriffe der russischen Geheimdienste, noch die Versuche unser Projekt zu diskreditieren, noch der politische Druck haben unser Arbeit stoppen können. Die Erfassung und Veröffentlichung von Informationen wurde fortgesetzt. Im Februar 2016 hatte InformNapalm neue Angaben, diesmal zu 32 Offizieren der russischen Luftwaffe bereitgestellt. Und im Mai – bereits zu 58 russischen Offizieren. […]

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